"Lasst uns aufhören, gegen die "Falschen" falsch vorzugehen ... Von den politischen Korrelationen und ihrer Pervertierung ...
Stefan Weinert
Irgendetwas scheinen wir (ich rechne mich mit dazu) grundlegend falsch zu machen - in unserem "Kamp gegen Rechts". Denn trotz unserer Großdemonstrationen, Kleinveranstaltungen, unserer Appelle, unserer Leserbriefe, unserer Petitionen und Warnungen punktet die AfD von "Spiel zu Spiel" und scheint nicht aufzuhalten zu sein. War sie am Tag der jüngsten Bundestagswahl mit 20,8 Punkten zweitstärkste Partei im Nachkriegsdeutschland, läge Sie im Falle von Neuwahlen am "Weißen Sonntag" (27. April 2025) mit 26,0 Prozentpunkten an erster Stelle - einen (1) Prozent vor der CDU (25), welche damit 4,5 Punkte innerhalb von acht Wochen verloren hat. Da die SPD auf nur noch 15 von Hundert kommen würde (- 1,4), hätte schwarz-rot keine Mehrheit im Bundestag mehr, da die Grünen nahezu unverändert bei 11 Prozent (11,6) liegen, und die Linke auf 9 Prozent (8,8). kommt. FDP und BSW erreichen beide vier Prozent.
INPUT und OUTPUT der Aktionen der DEMOKRATEN, also der gemeinsamen MITTE gegen die FASCHISTEN im Land, stimmen also nicht überein. Der Plan, "je mehr wir gegen Rechts tun, desto geringer wird der Zuspruch für sie" - was einer echten NEGATIVEN KORRELATION entsprechen würde - geht nicht auf und wird "versehentlich" oder genauer gesagt "perverser Weise" exakt zum Gegenteil, nämlich zu einer POSITIVEN KORRELATION = je mehr wir gegen ... tun, desto mehr Zuspruch für ... Kompliziert!?
Von einer Negativen Korrelation (Wechselbeziehung), die auch als "umgekehrte Korrelation" bekannt ist sprechen wir, wenn sich zwei Variablen in entgegengesetzte Richtungen bewegen (viel Protest bewirkt weniger Punkte für die AfD). Mit anderen Worten: Wenn die eine Variable steigt und die andere analog entsprechend fällt. Eine negative Korrelation zu erkennen, ist aus mehreren Gründen wichtig, unter anderem, um eine Strategie zu ändern, Personal auszuwechseln, Firmenphilosophie zu ändern, usw. Das erstreckt sich auf verschiedene Bereiche wie Finanzen, Wirtschaft, Gesundheitswesen und alltägliche Entscheidungen.
Da aber in der Praxis und in unserem aktuellen hier behandelten Fall, Engagement gegen Rechts auf der einen Seite und der Erfolg der Rechten auf der anderen Seite, ist es per Definition eigentlich eine Positive Korrelation, die aber nicht beabsichtigt war. Ganz im Gegenteil.
Die Stärke und die Richtung einer Korrelation werden durch den Korrelationskoeffizienten gemessen, der von -1 bis +1 reicht. Ein Korrelationskoeffizient (zwischen -1 und 0) zeigt eine negative Korrelation an.
Ganz offensichtlich ist es so und ist es Realität und sind es Fakten, dass unsere und auch meine ganz persönlichen Proteste - in welcher Form auch immer - gegen Rechts bei einem sehr großen Teil der Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht nur nicht ankommt (gehört werden sie eventuell schon, aber sie kommen inhaltlich nicht an), sondern als weltfremd, realitätsfremd, spinnerhaft, links-grün-versifft verlacht und nicht ernstgenommen werden und eben das Gegenteil bewirken.
Und mittlerweile sind es immerhin "1 Viertel +1" derer, die zur nächsten Bundestagswahl gehen und die AfD wählen würden - mehr als irgendeine demokratische Partei erreichen könnte. Auch wenn es hart klingt, die Wahrheit aber ist, dass CDU und CSU und SPD und die GRÜNEN die Interessen sehr, sehr, sehr vieler Bürger und Bürgerinnen nicht mehr vertreten und diese mehr und mehr und mehr verraten.
- Lesen Sie dazu bitte den Artikel: Der Dolchstoß mitten ins Herz der Demokratie.
Dazu kommt auch noch der "Faktor MERZ", der nicht zu unterschätzen ist - allerdings auch hier in negativer Weise; er (Merz) lässt die AfD durch seinen Aktionismus erstarken. Je mehr er tut oder sagt oder entscheidet, desto mehr Zustimmung erhält die AfD.
Die Petition des Bloggers aus Ravensburg "Friedrich Merz deutscher Bundeskanzler? - Niemals!" hat zwar immerhin knapp 700 Unterschriften erhalten, aber in ihr werden auch Neuwahlen gefordert. Ob die allerdings ratsam wären, bezweifelt selbst der Petent ...
Deshalb lasst und aufhören, gegen die "Falschen" falsch vorzugehen. Denn eines muss uns klar sein: Die oben erwähnten etablierten Parteien samt ihrem Politikertum, verstecken sich gekonnt hinter der AfD, indem sie diese brandmarkt und als Schutzschild vor sich hertragen, und sich als die besseren Demokraten präsentieren, da sie ja nicht antisemitisch seien, sich an das Grundgesetz halten und Minderheiten achten, weshalb sie die Guten seien. Sie wollen, dass wir den wirklichen Focus verlieren (mit beiden Augen sehen, eben perspektivisch) und einäugig flach nur nach Rechts schauen, um ihren Makel und ihr Versagen wie eine "Fünf gerade sein zu lassen".
Denn nur wenn die so genannten großen Parteien endlich Politik für Jeden machen, wird die AfD das Nachsehen haben.