"Fahr'n, fahr'n, fahr'n mit der Eisenbahn" // Die Deutsche Bahn (DB) führt mit Beginn des Winterfahrplans 2025/26 wieder die 3. Klasse ein ... Wenn das keine Satire ist ...
Bereits bei "Nichtbauarbeiten" auf oder an der Strecke, haben die Deutsche Bahn, die kommunalen und privaten Betreiber von Schienenverkehrsfahrzeugen ständig Verspätungen oder gar Ganzausfälle. Der "Schienenersatzverkehr" hat zunehmend Hochkonjunktur.
Bereits auf so relativ kurzen Strecken wie Ravensburg - Friedrichshafen - Lindau/Reutin - Röthenbach/Allgäu, oder RV - FN - Radolfzell, kann es einem den Kuckuck raushauen, weil man/frau den Anschlusszug wegen Verspätung des ersten Zuges verpasst, oder man/frau am kalten Winterabend im Allgäuer Röthenbach zu später Stunde vergeblich auf den Zug aus München (Richtung Lindau mit Umsteige nach FN - RV) wartet, weil er nämlich ganz ausfällt. So habe ich es 2022/24 erleben müssen.
Bundesweit sieht es da noch viel schlimmer aus und wird auch noch "minder" werden, dann die Schienen und Schienenstrecken müssen erneuert, ausgebessert und sicherer gemacht werden. Das soll sich bis zum Jahr 2036 hinziehen. Und wer weiß - vielleicht wird es auch erst 2040 soweit sein. Vermutlich ist die BRD eher klimaneutral, als dass endlich Verlass auf die Bahn ist.
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Um die Kunden und Kundinnen nun nicht gänzlich zu vergraulen, haben die Deutsche Bahn und die anderen Schienennetzbetreiber wieder die 3. Klasse eingeführt. Die gab es in Europa und in Deutschland bis zum Beginn des Sommerfahrplanes 1956 und wurde zu diesem Zeitpunkt abgeschafft. In einigen Ländern sogar noch ein paar Jahre später.
Diese Klasse ist für alle jene Bahnfahrer und -Fahrerinnen gedacht, die schon vor der Abfahrt ihres Zuges durch Bahn-Informationen wissen oder aufgrund schlechter Erfahrungen erahnen, dass ihr Zug entweder verspätet am Ziel ankommt, oder womöglich mitten auf der Strecke strandet.
Die Kosten für die 3. Klasse sollen bei Kurztrecken (Regionalbahnen) satte 35 Prozent unter dem Regelfahrpreis liegen - und beim Fernverkehr sogar bei 45 Prozent Minderung erreichen. Es wird dort zwar wieder die guten alten Holzbänke geben, dafür aber auch ein Angebot von Brettspielen wie "Mensch ärgere dich nicht" - oder "Fang' den Schaffner mit dem Hut", welche man/frau zusammen mit den anderen Fahrgästen aus der 3. Klasse spielen kann, um lange Wartezeiten zu kompensieren.
Die Siedler an der Bahn ...
Übrigens: Sollte die 3. Klasse allerdings doch und Widerwarten pünktlich am Ziel ankommen, braucht der "Holzbänkler" seine Ersparnis durch den Minderpreis nicht zurückzahlen, sondern wird gebeten, das Geld zur Beschaffung neuer Brettspiele zu spenden wie zum Beispiel "Die Siedler an der Bahn" oder "Schach dem ICE"!