CO2 & CCS: Die Erde ist unser kollektives Unbewusstes. Was wir in sie hineinpressen, kehrt zurück – in anderer Gestalt, zu anderer Zeit, aber mit derselben Wahrheit.
Die Debatte um die CO₂‑Verpressung wirkt auf den ersten Blick wie ein nüchternes Technikthema – Rohre, Kavernen, Druckverhältnisse. Doch unter der Oberfläche zeigt sich ein viel tieferes kulturelles Muster: eine Gesellschaft, die gelernt hat, Belastendes nicht zu lösen, sondern zu versenken. Wir schieben das Unerträgliche dorthin, wo es uns nicht mehr anblickt – in die Tiefe des Bodens, in die Tiefe des Bewusstseins, in die Tiefe unserer politischen Verantwortung. Die Erde wird zum Archiv unserer Zumutungen, zum geologischen Gedächtnis einer Epoche, die lieber verschließt als verwandelt.
Gleichzeitig offenbart sich in dieser Praxis ein paradoxes Selbstbild: Wir halten uns für rational, modern, technisch souverän – und doch greifen wir zu einem Verfahren, das an archaische Rituale erinnert. Als könnten wir die Last der Gegenwart durch ein symbolisches Hinabstoßen bannen. Als wäre die Zukunft ein Kellerraum, den niemand mehr betreten muss. Die CO₂‑Verpressung wird so zum Spiegel einer Kultur, die ihre Konflikte nicht austrägt, sondern einlagert. Und genau darin liegt die eigentliche Frage: Was sagt diese Technik über uns aus – über unsere Art zu leben, zu erinnern, zu verdrängen?
Meine Kernthese: Die technische Verpressung von CO₂ ist nicht nur ein ökologisches und ökonomisches Verfahren – sie ist auch ein kulturelles Symptom. Sie spiegelt - fast beunruhigend präzise - das wider, was Freud als Verdrängung beschreibt: das Wegschieben des Unangenehmen ins Dunkle, in der Hoffnung, es möge dort seine Wirkung verlieren. Doch wie Freud zeigt – und wie die CO₂‑Debatte zeigt – funktioniert das nie ohne seinen Preis.

Ökologisch ist CO₂‑Verpressung der Versuch, ein Symptom zu behandeln, ohne die Ursache zu verändern – ein geologisches Pendant zur psychischen Verdrängung.
CO₂ wird in tiefe Gesteinsschichten gepresst, damit es aus dem sichtbaren System verschwindet. Das entspricht Freuds Beschreibung: Das Bewusstsein „stößt ab“, das Unbewusste „zieht an“ – das Unerwünschte wird in einen Bereich verschoben, der nicht mehr stört .
Doch wie bei der psychischen Verdrängung bleibt das Verdrängte wirksam. Freud betont, dass das Verdrängte „fortbesteht, sich weiter organisiert und Abkömmlinge bildet“ . Ökologisch heißt das:
Leckagen
Erdbebenrisiken
langfristige Instabilität
fehlende Reduktion der Emissionen
Die Natur „vergisst“ nicht. Sie führt Buch. Verpressung ist ein Aufschub – kein Ausgleich.
Wir pressen CO₂ in den Boden wie eine Gesellschaft ihre Konflikte in den Keller – und wundern uns später über die Risse im Fundament.
💶 b) ÖKONOMISCH: Die Kosten der VerdrängungÖkonomisch ist CO₂‑Verpressung ein klassisches Modell der „externen Kosten“ – ein Verschieben der Verantwortung in Raum und Zeit.
Verdrängung ist laut Freud ein „anhaltender Kraftaufwand“, der ständig erneuert werden muss, um das Verdrängte unten zu halten. Genau das gilt für CCS (Carbon Capture and Storage):
gigantische Infrastrukturkosten
jahrzehntelange Überwachung
Haftungsfragen über Generationen
Ökonomisch entsteht eine Illusion von Entlastung, während die tatsächlichen Kosten in die Zukunft verschoben werden – ähnlich wie bei der psychischen Verdrängung, die kurzfristig entlastet, langfristig aber teurer wird.
Die Industrie liebt CCS, weil es das bestehende Geschäftsmodell schützt. Es ist die ökonomische Variante des Satzes: „Ich will mich nicht ändern – ich will nur, dass die Symptome verschwinden.“
Verdrängung ist immer teuer – psychisch wie finanziell. Die Rechnung kommt später, aber sie kommt.
🧠 c) PSYCHOLOGISCH: CO₂-Verpressung als kulturelle AbwehrPsychologisch ist CO₂‑Verpressung ein kollektiver Abwehrmechanismus: Wir wollen die Realität der Klimakrise nicht fühlen – also verschieben wir sie.
Freud beschreibt Verdrängung als Abwehr gegen das, „was Unlust erzeugt“ . Genau das passiert gesellschaftlich:
Die Klimakrise erzeugt Angst, Schuld, Ohnmacht.
Statt diese Gefühle zu verarbeiten, schaffen wir technische Lösungen, die uns emotional entlasten.
Verdrängung führt laut Freud zu Symptombildungen, die später umso stärker zurückkehren. Gesellschaftlich heißt das:
Extremwetter
Verlust von Lebensräumen
soziale Konflikte
politische Radikalisierung
Die CO₂‑Verpressung ist psychologisch ein „Ich will es nicht wissen“. Ein Versuch, die Realität zu kontrollieren, indem man sie wegschließt.
Wir verpressen CO₂, weil wir unsere Angst nicht verarbeiten wollen. Doch wie Freud zeigt: Das Verdrängte drängt zurück.
🎯 Synthese: Die verdrängte WahrheitDie Parallele zwischen CO₂‑Verpressung und psychischer Verdrängung ist frappierend:
| Ebene | Verdrängung (Freud) | CO₂‑Verpressung |
|---|---|---|
| Mechanismus | Unerwünschtes wird ins Unbewusste verschoben | Unerwünschtes Gas wird in die Erde verschoben |
| Kurzfristiger Effekt | Entlastung | Entlastung |
| Langfristiger Effekt | Symptome, Rückkehr des Verdrängten | ökologische Risiken, keine Emissionsreduktion |
| Energieaufwand | ständiger psychischer Kraftaufwand | ständige technische Überwachung |
| Ziel | Unlust vermeiden | politische und wirtschaftliche Konflikte vermeiden |
Meine obige These scheint also nicht nur plausibel – sie scheint auch analytisch präzise. CO₂‑Verpressung ist die technische Form eines kulturellen Abwehrmechanismus.
🔥 In summaDie Erde ist unser kollektives Unbewusstes. Was wir in sie hineinpressen, kehrt zurück – in anderer Gestalt, zu anderer Zeit, aber mit derselben Wahrheit.
Wenn Bäume beschädigt und/oder abgesägt werden - Legitimation ersetzt keinen Baum ...
Es gibt in unserer Gesellschaft eine merkwürdige Logik: Wenn ein Unbekannter nachts einen Baum beschädigt, ist es eine Straftat, der die Polizei nachgehen muss. Wenn aber eine Kommune am helllichten Tag angeblich eine ganze Baumgruppe fällen muss, ist es eine Maßnahme.
Da wird sich über den oder die Vandalen, die einen jungen Baum abknicken, empört. Doch wird geschwiegen, wenn Verwaltungen Bäume entfernen, die weder krank noch gefährlich sind. Es wird von „Sachbeschädigung“ gesprochen, wenn es junge Leute oder auch ältere Bürger tun, aber von „alternativlos“, wenn es der Bauhof tut. Es wird nach der Polizei gerufen, wenn ein Ast bricht, aber verständnisvoll genickt, wenn eine Stadtverwaltung eine ganze Reihe fällt, weil es „einfacher“ ist.
Das ist der Widerspruch. Nicht nur die Tat – sondern vor allem die Bewertung.
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17. Jun. 2026
Denn objektiv betrachtet ist der Unterschied minimal: Ein Baum ist in beiden Fällen weg bzw. kann in dem beschädigten Zustand nicht weiterwachsen. Ein Lebensraum ist weg. Ein Stück Zukunft ist weg.
Aber subjektiv betrachtet ist der Unterschied maximal: Der eine Tat ist strafbar, die andere nicht.
In Ravensburg, Weinbergstraße, wurden vor einigen Jahren Bäume gefällt, um ein neues Kirchengemeindehaus bauen zu können. Diese alten Lebensgefährten hätten nach Meinung vieler Bürger und Bürgerinnen nicht fallen müssen. Es war kein Vandale. Kein nächtlicher Täter. Kein Ermittlungsverfahren. Nur Routine. Nur Verwaltung. Nur „so macht man das halt“.
Und genau hier beginnt das eigentliche Problem: Wir haben uns daran gewöhnt, dass Bäume nur dann schützenswert sind, wenn der Falsche sie fällt.
Wenn der Richtige sie fällt, heißt es: „War notwendig.“ „War geplant.“ „War beschlossen.“ „War halt so.“ "Alternativlos!"
Die Natur wird nicht nach ihrem Wert beurteilt, sondern nach dem Absender der Motorsäge.
Vielleicht wäre es ehrlicher, wenn wir die Kategorien tauschen würden: Nicht „Sachbeschädigung“ versus „Pflegemaßnahme“, sondern „notwendig“ versus „vermeidbar“. Und vieles, was heute unter „alterntivlos“ läuft, wäre plötzlich erklärungsbedürftig.
Denn die Wahrheit ist unbequem: Der Unterschied zwischen Vandalismus und Verwaltung ist oft nicht die Tat, sondern die Legitimation. Und Legitimation ersetzt keinen Baum.
Umwelt: Die CO2-Sage ist nicht falsch, aber völlig unzureichend! --- Satire? -> Einführung der "FriLuSt" (Frischluftsteuer)
Faktenzusammenstellung (1), Folgerung (2) und Idee/Vision (3) von Stefan Weinert (c)
TEIL 1 Was CO2 ist – und was es nicht ist
Fachlich und faktenbasiert
Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein natürliches Spurengas der Erdatmosphäre. Sein Anteil beträgt aktuell rund 0,04 % – also etwa 430 ppm. Vor der Industrialisierung lag der Wert bei ca. 280 ppm. Die Konzentration steigt seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich an, weil der Mensch zusätzliches CO2 in den Kreislauf einbringt – vor allem durch Verbrennung fossiler Energieträger, Landnutzungsänderungen und Zementproduktion.
Wichtig ist:
CO2 ist lebensnotwendig. Pflanzen benötigen es für die Photosynthese.
CO2 ist ein Treibhausgas. Es absorbiert infrarote Wärmestrahlung und trägt zur globalen Erwärmung bei.
Natürliche CO2‑Kreisläufe (Ozeane, Vegetation, Böden) gleichen große Mengen aus – aber nicht die zusätzlichen anthropogenen Emissionen.
Der jährliche Anstieg liegt heute bei rund 3 ppm – schneller als jemals in den letzten 800.000 Jahren.
Die wissenschaftliche Debatte ist nicht, ob CO2 wirkt, sondern wie stark, wie schnell und mit welchen Rückkopplungen. Die Datenlage ist eindeutig: CO2 ist weder ein Gift noch ein Mythos – sondern ein relevanter Klimafaktor in einem komplexen System.
TEIL 2 — ANALYSE: Warum die „CO2‑Saga“ trotzdem schief erzählt wirdAus den Fakten folgt jedoch nicht automatisch die politische Erzählung, die daraus gemacht wurde. Genau hier beginnt die „CO2‑Saga“ – ein Narrativ, das aus einem physikalischen Parameter ein moralisches Drama formt.
Drei zentrale Verzerrungen prägen die öffentliche Debatte:
a) CO2 wird zum alleinigen Sündenbock erklärtWährenddessen geraten andere, teils akutere Umweltprobleme in den Hintergrund:
Feinstaub aus Landwirtschaft (Ammoniak, Nitratreaktionen)
Mikroplastik aus Reifenabrieb, das wir buchstäblich einatmen
Bodenverlust, Wasserstress, Artensterben
Die Fixierung auf CO2 erzeugt eine politische Monokultur.
b) Die Verantwortung wird individualisiertStatt struktureller Maßnahmen erleben Bürgerinnen und Bürger:
CO2‑Preis auf Kraftstoffe
Heizungsdebatten
Kompensationspflichten
Währenddessen bleiben große Emittenten, globale Lieferketten und industrielle Landwirtschaft oft erstaunlich unberührt.
c) CO2 wird moralisiert statt rationalisiert- Aus einem Stoffkreislauf wird ein Schuldkreislauf.
- Aus einem Klimaproblem wird ein Kulturkampf.
- Aus einer naturwissenschaftlichen Größe wird ein politisches Erregungstheater.
Kurz: Die CO2‑Saga ist nicht falsch – aber unvollständig. Sie erklärt die Welt anhand eines einzigen Parameters und verliert dabei die ökologische Gesamtlage aus dem Blick.
3. Die Frischluftsteuer (FriLuSt) – Wenn der Staat endlich Verantwortung übernimmt (noch ist das Satire, aber dennoch eine gute Idee)
Nach Jahrzehnten der CO2‑Bepreisung, Heizungsdebatten und moralischen Atemübungen hat die Bundesregierung nun den entscheidenden Schritt gewagt: Die Frischluftsteuer (FriLuSt). Endlich eine Abgabe, die nicht den Bürger gängelt, sondern den Staat in die Pflicht nimmt.
Das GrundprinzipDer Staat definiert aufgrund der Forschungen unabhängiger Gutachter, was „Frischluft“ ist. Er legt Kriterien fest, Grenzwerte, Reinheitsgrade, Mindestqualitäten. Und erst wenn der Staat und seine Institutionen (Landesregierungen, Kreisverwaltung, Kommunalverwaltung) diese Kriterien erfüllen, darf er kassieren.
Der Bürger zahlt also nicht für sein Atmen – sondern für die staatlich garantierte Bereitstellung gesunder, lebensfördernder und entsprechend atmungsfähiger Luft.
Ein revolutionärer Gedanke: Leistung gegen Gegenleistung. Ein Konzept, das in der Politik fast schon als radikal gilt.
Die staatliche VerantwortungBund, Länder und Kommunen müssen künftig nachweisen, dass die Luft in ihrem Zuständigkeitsbereich tatsächlich den offiziellen Frischluftparametern entspricht. Dazu gehören unter anderem:
ein messbarer Sauerstoffanteil,
ein maximaler CO2‑Gehalt,
ein Mindestmaß an Reinheit (Feinstaub, Mikroplastik, Reifenabrieb),
und ein „allgemeines Wohlbefindenspotenzial“, das von unabhängigen Gutachtern festgelegt wird.
Erst wenn diese Kriterien erfüllt sind, wird die Frischluft steuerpflichtig. Keine Frischluft – keine FriLuSt. So einfach, so logisch, so untypisch deutsch.
Die AbrechnungDer Bürger zahlt ab dem ersten Kubikmeter, aber nur dann, wenn der Staat und seine verlängerten Arme seine und ihre Hausaufgaben gemacht haben. Wenn nicht, entfällt die Steuer – und der Staat muss erklären, warum er nicht einmal Luft in brauchbarer Qualität bereitstellen kann.
Damit wird die FriLuSt zur ersten Steuer, die den Staat leistungsorientiert macht. Ein Albtraum für jede Verwaltung, ein Traum für jeden Bürger.
Die politische VisionDeutschland 2035: Kommunen konkurrieren um die sauberste Luft, weil sie nur dann Einnahmen erzielen. Länder überbieten sich mit Frischluftoffensiven. Der Bund richtet ein „Bundesamt für atmosphärische Grundversorgung“ ein, das monatlich Frischluftberichte veröffentlicht. Ravensburg bekommt den/die Frischluftbeauftragte/n.
Und der Bürger? Er atmet einfach. Ohne schlechtes Gewissen und zahlt dafür gerne. Alles ohne moralischen Zeigefinger. Ohne CO2‑Drama. Nur mit dem Wissen: Wenn ich zahle, bekomme ich wenigstens etwas Gutes dafür.
Nun ist es amtlich: Der "Hambacher Forst" steht unter Naturschutz / Ein Mut machender Gruß in den Südwesten ... Altdorfer Wald!
Manchmal braucht es Jahre, bis ein Wald endlich "gehört" wird. Und ganz gewiss braucht es dazu Menschen, die sich in seinen Ästen Wohnräume schaffen, weil sonst niemand zuhört. Seit dem 9. Juni 2026 - also seit dem gestrigen Tag - ist es amtlich: Der hart umkämpfte Hambacher Forst in NRW steht unter Naturschutz. Ein nüchterner Verwaltungsakt – und doch ein stiller Triumph für all jene, die dort lebten, froren, stritten, hofften.
Dass dieser Wald heute geschützt ist, verdankt er nicht politischen Eingebungen, sondern Menschen, die sich nicht wegdrängen ließen. Menschen, die in Baumhäusern wohnten, in Polizeikesseln standen, in Talkshows verzerrt wurden. Und einem von ihnen, der bei seinem Protest tödlich verunglückte. Sein Name ist Steffen Meyn und er hat die Aktivisten im Hambi filmisch begleitet. Steffens Tod ist kein Randereignis, kein „tragischer Zwischenfall“, den man/frau abhakt. Er ist eine Mahnung. Und er ist Teil der Wahrheit: Veränderung hat einen Preis, und manchmal zahlen ihn die Falschen.
Doch der Schutz des Hambacher Forsts ist nicht das einzige Zeichen, dass Engagement Wirkung zeigt. Ab 2031 wird der Braunkohleabbau in der Region endgültig beendet. Auch das ist politisch beschlossen – aber politisch beschlossen wurde es erst, nachdem jahrelanger Druck, zivilgesellschaftlicher Widerstand und unermüdliche Aufklärung die Realität nicht mehr überhörbar machten. Ohne die Aktivistinnen und Aktivisten, ohne die Bilder aus dem Wald, ohne die Debatten, die sie ausgelöst haben, wäre dieser Ausstieg nicht denkbar gewesen.
Der „Hambi“ wurde nicht gerettet, weil die Politik plötzlich ein ökologisches Gewissen entdeckte. Er wurde gerettet, weil Menschen ihn verteidigten, bis die Wirklichkeit stärker war als die Ausreden. Weil sie blieben, als andere längst aufgegeben hatten.
Und genau darin liegt die stille Botschaft an den "Altdorfer Wald", jene Region nordöstlich vor den Toren Ravensburgs, die auch dieser Stadt das Leben mit genügend Sauerstoff ermöglicht.
Auch dort leben Menschen in Hütten zwischen den Ästen bedrohter Bäume. Klimaaktivist/innen die wissen, dass ein Wald mehr ist als eine Fläche im Nutzungsplan. Dass er ein Klimapuffer ist, ein Lebensraum, ein Stück Identität. Und auch dort stehen ihnen jene gegenüber, die Zerstörung als Fortschritt verkaufen und Schweigen als Sachlichkeit tarnen.
Der Erfolg von Hambach ist kein Garant dafür, dass alles gut wird. Aber er zeigt, dass Beharrlichkeit Wirkung entfaltet. Dass Widerstand nicht vergeblich ist. Dass selbst ein Wald, der schon halb verloren schien, am Ende eine Zukunft bekommen kann.
Vielleicht ist das die eigentliche Lehre: Ein Wald kann nicht für sich sprechen – aber er kann Menschen finden, die es tun. Und manchmal reicht das, um Geschichte zu verändern.
Für den Altdorfer Wald bedeutet das: Mut ist keine romantische Pose. Mut ist eine Ressource. Und er wächst, wenn man sieht, dass andere ihn vor einem hatten. Deshalb wohnen dort Menschen, die - wie in diesen Tagen - Veranstaltungen durchführen, um sich gegenseitig zu stützen und ihre Mitmenschen zum Nachdenken und Umdenken zu bewegen.
Der „Hambi“ steht jetzt unter Schutz. Nicht als Denkmal vergangener Kämpfe, sondern als lebendiger Beweis dafür, dass Engagement etwas bewirken kann. Wer heute im Altdorfer Wald steht und wohnt, steht und wohnt nicht allein. Ein anderer Wald hat vorgemacht, dass selbst das unmöglich Machende irgendwann nachgibt.
Und vielleicht beginnt Veränderung genau so: mit Menschen, die sich weigern, wegzusehen – und mit Wäldern, die nicht aufgeben.
„Rock für Bauwende“ – Skillshare Camp und Bau-Tage im Altdorfer Wald (Oberschwaben)
Vom 12. bis 22. Juni finden in der Waldbesetzung im Alti ein Skillshare Camp und Bau-Tage statt. Mit Vorträgen zum Thema Bauwende möchten die Baumbewohnenden suffiziente Alternativen zum "Betonkult" ausführlich vorstellen.
Am 19. und 20. findet zudem ein kleines Metal-Festival mit zehn bekannten Bands statt. Darum steht die Veranstaltung unter dem Motto „Rock für Bauwende“.
Weitere spannende Programmpunkte sind
- Baumhausbaukurse,
- Aktionstrainings zum Gebäude beklettern und
- Diskussionen über die Nutzung oder Schonung des Altdorfer Waldes.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Das Programm finden Sie auf alti-bleibt.de und auf Instagram unter @baumbesetzung.ravensburg.
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Der Konzern Meichle+Mohr möchte einen Teil des Altdorfer Walds roden und dort eine 90 Meter tiefe Kiesgrube errichten.
Der Altdorfer Wald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet in Oberschwaben und einer der entscheidenden Faktoren für eine lebenswerte Heimat im Landkreis Ravensburg. Er liefert Sauerstoff zum Atmen, filtert Hunderttausende Tonnen an Staub und CO₂, ist Helfer beim Klimaschutz, hat starken Einfluss auf das regionale Klima, speichert Regenwasser in unvorstellbaren Mengen, liefert Trinkwasser allerbester Qualität, ist Naherholungsgebiet und ein wichtiger Faktor für die Forstwirtschaft vor Ort.
In LUXEMBURG fährst du jeden (!) Tag kostenlos Bus, Tram und Regionalzug - In Deutschland musst du davon träumen, weil ...
Kostenloser ÖPNV: Warum Luxemburgs Modell in Deutschland nicht nur möglich, sondern notwendig wäre
Luxemburg ist ein Land von der Größe eines Quadrats mit 51 Kilometern Seitenlänge – kaum größer als der Bodenseekreis plus ein paar Hügel. Und doch hat dieses Miniatur-Großherzogtum geschafft, worüber Deutschland seit Jahrzehnten diskutiert: einen vollständig kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr. Seit März 2020 steigen Menschen dort einfach ein – Bus, Tram, Regionalzug – und fahren ohne Ticket --- 1. Klasse ausgenommen.
Die Frage, die sich aufdrängt: Wenn Luxemburg das kann – warum schafft es die Bundesrepublik nicht?
Die Antwort ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Aber sie führt zu einem klaren Ergebnis: Deutschland könnte es – wenn es wollte.
1. Luxemburg zeigt: Kostenloser ÖPNV ist finanzierbar – selbst in einem PendlerlandLuxemburg ist reich. Aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend ist:
Der Staat verzichtet durch die Abschaffung der Tickets auf 41 Millionen Euro jährlich – das sind nur acht Prozent der Gesamtkosten des ÖPNV (ca. 500 Mio. €). Diese acht Prozent werden durch Steuern ausgeglichen.
Der Rest (92 %) wird ohnehin durch Steuern finanziert.
Der Verwaltungsaufwand für Ticketverkauf, Kontrolle, Vertrieb entfällt – ein nicht zu unterschätzender Effizienzgewinn.
Deutschland gibt bereits heute jährlich über 12 Milliarden Euro für den ÖPNV aus – rund 50 Prozent davon kommen aus Steuermitteln. Die Ticketpreise decken also nur einen Teil der Kosten.
Rein finanziell wäre ein kostenloser ÖPNV in Deutschland möglich, wenn man/frau/staat ihn politisch priorisieren würde. Zum Vergleich:
Das 63-Euro-Ticket kostet den Bund jährlich 3 Milliarden Euro.
Der Abbau des Dieselprivilegs würde 7,4 Milliarden Euro pro Jahr freisetzen.
Die Entfernungspauschale kostet den Staat 5 Milliarden Euro jährlich.
Deutschland hat also die Mittel – es fehlt der politische Wille.
2. Warum Luxemburgs kostenloser ÖPNV ökologisch weniger wirkt als erhofftLuxemburg hat tatsächlich ein großes Auto-Problem.
670 Pkw pro 1.000 Einwohner – EU-Spitzenwert.
Deutschland: 561 Pkw pro 1.000 Einwohner (Platz 6) .
Das Auto ist dort Statussymbol.
200.000 Grenzpendler strömen täglich ins Land – viele aus Regionen, die schlecht angebunden sind.
Der kostenlose ÖPNV allein reicht dort nicht, um die Verkehrswende auszulösen. Luxemburg reagiert mit massiven Investitionen:
Ausbau des Tramnetzes von 6 auf 16 km.
Elektrifizierung der Busflotte.
Anbindung aller kleinen Orte (Weiher) ab 20 Einwohnern.
Ausbau der grenzüberschreitenden Verbindungen.
Kostenlosigkeit ist dort nur ein Baustein – nicht die Lösung.
3. Warum der kostenlose ÖPNV in Deutschland viel stärker wirken würdeDeutschland unterscheidet sich in drei entscheidenden Punkten:
a) Die Entfernungen sind größer – aber die Netze dichterDeutschland hat:
eines der dichtesten Schienennetze Europas,
ein engmaschiges Busnetz,
Millionen Menschen die bereits heute pendeln – und zwar oft mit dem ÖPNV.
Der Effekt wäre also sofort spürbar.
b) Der soziale Nutzen wäre enormMobilität ist Grundvoraussetzung für:
Arbeit,
Bildung,
Teilhabe,
Integration.
Ein kostenloser ÖPNV wäre die größte sozialpolitische Entlastung seit Jahrzehnten – gerade für Familien, Geringverdiener, Studierende und Rentner.
c) Der ökologische Nutzen wäre deutlich höherDeutschland hat:
viel mehr urbane Räume,
viel mehr Pendlerstrecken, die bereits gut erschlossen sind,
viel mehr Menschen, die aus Kostengründen Auto fahren.
Kostenloser ÖPNV würde hier tatsächlich Verkehr verlagern – nicht nur symbolisch.
4. Was Deutschland von Luxemburg lernen kannLuxemburg zeigt drei Dinge, die Deutschland sofort übernehmen könnte:
1. Kostenlosigkeit ist ein politisches SignalDie "Kostenlosigkeit" sendet die Botschaft: „ÖPNV ist Daseinsvorsorge – kein Luxus.“
2. Der Staat kann Mobilität steuernLuxemburg investiert gleichzeitig in:
Tram,
Bahn,
Elektrobusse,
Taktverdichtung.
Deutschland müsste das Gleiche tun – aber in größerem Maßstab.
3. Die Verkehrswende braucht MutLuxemburg hat nicht gewartet, bis alles perfekt war. Es hat einfach angefangen.
4. Warum Deutschland es trotzdem nicht tutDie Gründe sind politisch, nicht technisch:
Föderalismus: 16 Bundesländer, hunderte Verkehrsverbünde, tausende Tarifzonen.
Autolobby: Deutschland ist Autoland – und behandelt das Auto wie ein Kulturgut.
Angst vor Kosten, obwohl die Gegenfinanzierung möglich wäre.
Mangel an Vision: Verkehrspolitik wird verwaltet, nicht gestaltet.
Luxemburg dagegen hat eine klare Leitlinie: „Menschen bewegen, nicht Autos.“
5. Fazit: Kostenloser ÖPNV in Deutschland ist möglich – und überfälligLuxemburg beweist:
Es funktioniert.
Es ist finanzierbar.
Es ist sozial gerecht.
Es ist ein Baustein der Verkehrswende.
Deutschland könnte es – wenn es wollte. Die Frage ist nicht, ob wir es uns leisten können. Die Frage ist, ob wir es uns leisten können, es nicht zu tun.
Fahrräder und Mountainbikes gehören nicht in den Wald ...
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Der folgende Artikel wurde am 5. Okt. 2020 zum ersten Mal auf meinem Blog "Ravensburger Spectrum" veröffentlicht und nun aus aktuellem Anlass überarbeitet.
Denn - so ist es in der hiesigen Lokalzeitung zu lesen - immer mehr schmale Fahrradrennwege ziehen sich durch die oberschwäbischen Wälder. Meist von solchen Menschen angelegt, die den Wald als Rennstrecke, als Outdoor-Fitness-Studio oder als Frustbewältigungsparcours missbrauchen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Denn der Wald - auch in Baden-Württemberg - ist zur Erholung des Menschen da und vorrangig für die heimische Fauna und Flora.
Bereits vor sechs Jahren war das im Schussental ein Thema. Und wie wir sehen, ist die Fahrrad-Community immer noch uneinsichtig und teilweise auch ohne Rücksichtnahme auf den Wald und dessen eigentliche Aufgabe.
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Fahrräder und Mountainbikes gehören nicht in den Wald
Oktober 2020
Der WALD, ob nun der deutsche, französische oder europäische, gehört in erster Linie ihm selbst und denen, die in ihm leben: der Fauna und Flora. Für den Menschen ist er als Ort der Erholung und Besinnung gedacht. Letzteres ist sogar im 1975er deutschen Bundeswaldgesetz festgehalten.
"Das Bundeswaldgesetz wurde insbesondere für den Zweck erlassen,
den Wald wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und wegen seiner Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für die dauernde Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit, das Landschaftsbild, die Agrar- und Infrastruktur und die Erholung der Bevölkerung (Schutz- und Erholungsfunktion) zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern,
die Forstwirtschaft zu fördern und
einen Ausgleich zwischen dem Interesse der Allgemeinheit und den Belangen der Waldbesitzer herbeizuführen.
So regelt beispielsweise der § 14: das grundsätzliche Betretungsrecht zum Zwecke der Erholung."
Männer und Frauen, die mit ihren Rennrädern und meist mit ihren Mountainbikes durch den Wald rasen und kämpfen, tun das nicht zu ihrer Erholung, sondern sie tun das meist aus egoistischen Eventgründen und um ihre Frustrationen abzubauen — und stören dabei jene, die wirklich Erholung suchen: die Waldwanderer, die Spaziergänger.
Wenn nun noch sogar gefordert wird, gerade für Mountainbiker extra Waldschneisen zu schlagen, damit diese ihrem Semihobby frönen können - so geschehen jüngst vom Ravensburger Kämmerer - dann ist das in doppelter Hinsicht - entgegen dem Anliegen des Bundeswaldgesetzes - kontraproduktiv und es ist umweltschädlich.
Übrigens: Auch die Reifen von Fahrrädern und Mountainbikes haben - wie auch bei PKW und LKW - einen gewissen Abrieb, der als Feinstaub in der Luft und am Boden zurückbleibt. Und das nicht nur auf Teerstraßen, sondern auch auf Waldwegen, an Wurzeln, Steinen und Unebenheiten. Schon mal dran gedacht?
In § 14 dieses Gesetzes heißt es: "(1) Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist gestattet. Das Radfahren, das Fahren mit Krankenfahrstühlen und das Reiten im Walde ist nur auf Straßen und Wegen gestattet. Die Benutzung geschieht auf eigene Gefahr. Dies gilt insbesondere für waldtypische Gefahren. (2) Die Länder regeln die Einzelheiten. Sie können das Betreten des Waldes aus wichtigem Grund, insbesondere des Forstschutzes, der Wald- oder Wildbewirtschaftung, zum Schutz der Waldbesucher oder zur Vermeidung erheblicher Schäden oder zur Wahrung anderer schutzwürdiger Interessen des Waldbesitzers, einschränken und andere Benutzungsarten ganz oder teilweise dem Betreten gleichstellen." -
Gerade der Schutz der Waldbesucher (sie werden sogar begrifflich von den Fahrradfahrern, die keine Besucher sind, unterschieden) ist aber durch die zunehmenden Mountainbiker (das Gesetz ist von 1975) gefährdet, und ebenso "andere schutzwürdige Interessen" werden durch sie nicht beachtet.
Was sagt das baden-württembergische Landesrecht dazu:
§ 37
(1) Jeder darf Wald zum Zwecke der Erholung betreten. Das Betreten des Waldes erfolgt auf eigene Gefahr. Neue Sorgfalts- oder Verkehrssicherungspflichten der betroffenen Waldbesitzer oder sonstiger Berechtigter werden dadurch, vorbehaltlich anderer Rechtsvorschriften, nicht begründet. Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, daß die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie die Erholung anderer nicht beeinträchtigt wird.
(2) Organisierte Veranstaltungen bedürfen der Genehmigung durch die Forstbehörde.
(3) Das Fahren mit Krankenfahrstühlen (auch mit Motorantrieb), das Radfahren und das Reiten im Wald sind nur auf Straßen und hierfür geeigneten Wegen gestattet. Auf Fußgänger ist Rücksicht zu nehmen. Nicht gestattet sind das Reiten auf gekennzeichneten Wanderwegen unter 3 m Breite und auf Fußwegen, das Radfahren auf Wegen unter 2 m Breite sowie das Reiten und Radfahren auf Sport- und Lehrpfaden; die Forstbehörde kann Ausnahmen zulassen. § 45 Absatz 2 Satz 2 NatSchG bleibt unberührt.
Zwischen den Welten: Eine Abhandlung über das Verlorene und das Mögliche
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Wir leben in einer Zeit, die alles kann – außer uns glücklich zu machen. Während wir uns im Glanz des Fortschritts sonnen, wächst die stille Sehnsucht nach einer Welt, in der Nähe wichtiger war als Tempo, Gemeinschaft wertvoller als Konsum und Verantwortung selbstverständlicher als Ausreden. Diese Abhandlung nimmt die Leser und Leserinnen mit auf eine Reise zwischen zwei Realitäten: der Welt, die wir geschaffen haben – und der Welt, die wir längst hätten haben können. Ein Blick zurück, der nicht rückwärtsgewandt ist, sondern zeigt, wie viel Zukunft im Einfachen steckt.

I. Die Welt, in der wir heute leben
Wir leben in einer Zeit, in der alles schneller geworden ist – und gleichzeitig alles fragiler. Wir haben mehr Komfort als jede Generation vor uns, doch wir sind erschöpfter, reizbarer, verletzlicher. Wir leben länger, aber nicht unbedingt besser. Wir sind vernetzt, aber nicht verbunden.
1. Der Fortschritt, der uns entgleitet
Deutschland 2026 ist ein Land, das sich selbst überholt hat. Es hat sich in ein System verwandelt, das ständig wachsen will, obwohl die Menschen darin längst an Grenzen stoßen:
Psychische Erkrankungen steigen seit Jahren; Depressionen, Angststörungen, Burnout sind keine Randphänomene mehr, sondern Volkskrankheiten.
Soziale Kälte nimmt zu; Nachbarschaftshilfe ist zur Ausnahme geworden, nicht zur Regel.
Politische Erschöpfung breitet sich aus; viele Menschen fühlen sich nicht mehr als Subjekte der Demokratie, sondern als Zuschauer.
Umweltzerstörung schreitet voran; der Planet trägt die Kosten unseres Wohlstands, während wir uns einreden, es sei alternativlos.
Und über allem schwebt die Frage: Sind wir glücklicher geworden?
Die ehrliche Antwort lautet: Nein – wir sind nur beschäftigter geworden.
2. Das „Nie wieder!“ – und das leise Vergessen
Die Nachkriegsgeneration – die Generation des Bloggers – wusste und weiß, was es heißt, wenn ein Land moralisch und politisch abstürzt. Sie wusste und weiß, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist. Sie wusste und weiß, dass Frieden ein täglicher Auftrag ist.
Heute dagegen:
- wird Geschichte zu einem Schulfach, nicht zu einer Mahnung,
- wird Erinnerung zu einer Pflichtübung, nicht zu einer Haltung,
- wird „Nie wieder!“ zu einer Formel, die man ausspricht, ohne sie zu leben.
Wir haben Wohlstand gewonnen – und Wachsamkeit verloren.
3. Die Umwelt als Kollateralschaden des Wohlstands
Die Nachkriegsjahre waren hart, aber sie waren ressourcenschonend. Nicht aus Ideologie, sondern aus Notwendigkeit.
Heute zerstören wir Wälder, Böden, Arten, Klima – nicht aus Not, sondern aus Gewohnheit und Gier!
Wir leben in einer Welt, die alles hat – außer Maß.
II. Die Welt, in der wir leben könnten
Verehrte Leserschaft! Stellen Sie sich eine Gesellschaft vor, die nicht zurück in die 1950er Jahre will, sondern vorwärts in eine Welt, die das Beste von früher und heute verbindet.
Eine Welt, die die medizinischen Fortschritte behält, aber den Konsumrausch ablegt. Eine Welt, die moderne Technik nutzt, aber nicht von ihr getrieben wird. Eine Welt, die Wohlstand kennt, aber nicht mit Glück verwechselt.
1. Eine Kultur des Genug
In dieser möglichen Welt würde ein anderes Prinzip gelten:
Nicht: Wie viel kann ich haben? Sondern: Wie viel brauche ich wirklich?
Das bedeutet:
- weniger Besitz, aber mehr Zeit,
- weniger Geschwindigkeit, aber mehr Tiefe,
- weniger Status, aber mehr Sinn.
- Es wäre eine Welt, in der Menschen wieder lernen, dass Glück nicht wächst, wenn man es mit Dingen düngt.
2. Eine Gesellschaft der Nähe
In dieser Welt ist Nachbarschaft keine nostalgische Erinnerung, sondern gelebte Realität:- man/frau kennt die Menschen im Haus.
- man* hilft einander, ohne Formular, ohne Antrag, ohne App.
- man* teilt Werkzeuge, Wissen, Zeit.
Es ist eine Welt, in der Solidarität nicht staatlich verordnet, sondern menschlich gelebt wird.
3. Eine Demokratie der Beteiligten
In dieser möglichen Welt ist Demokratie kein Zuschauerraum, sondern ein Marktplatz:
- Bürger gestalten mit, statt nur zu kritisieren :).
- Politik hört zu, statt zu verwalten.
- Entscheidungen werden erklärt, nicht verkündet.
Es ist eine Welt, in der „Nie wieder!“ nicht gesprochen, sondern praktiziert wird – durch Wachsamkeit, Zivilcourage, Bildung und Empathie.
4. Eine Ökologie der Verantwortung
In dieser gedachten Welt ist Natur nicht Kulisse, sondern Mitwelt:
- Bäume sind nicht „Ressourcen“, sondern Lebewesen.
- Landschaften sind nicht „Flächen“, sondern Heimat.
- Energie ist nicht „Verbrauch“, sondern Kreislauf.
Es ist eine Welt, in der man* versteht: Wir sind nicht Herren der Erde, sondern Gäste.
III. Die Brücke zwischen den Welten
Die Frage ist nicht, ob wir in die Nachkriegszeit zurückkehren können – das können wir nicht. Die Frage ist, ob wir ihre Tugenden retten können:
- Bescheidenheit
- Solidarität
- Dankbarkeit
- Gemeinschaft
- Verantwortung
- Maßhalten
- Respekt vor Natur und Geschichte
Diese Tugenden sind nicht altmodisch. Sie sind über- lebens-notwendig.
Die Welt, in der wir leben könnten, ist keine Utopie. Sie ist eine Entscheidung.
- Eine Entscheidung gegen das „immer mehr“ und für das „genug“.
- Eine Entscheidung gegen das „Ich zuerst“ und für das „Wir gemeinsam“.
- Eine Entscheidung gegen das Vergessen und für das Erinnern.
IV. Die stille Sehnsucht nach Einfachheit
Das obige Bild – gedacht als Karikatur und Witz – kann auch ein Symbol für die Ernsthaftigkeit unserer Zeit sein. Es zeigt, wie einfach Dinge sein könnten, wenn wir sie nicht künstlich verkomplizieren würden.
Wir haben die Welt nicht verloren, weil sie zu komplex wurde. Wir haben sie verloren, weil wir das Einfache verlernt haben.
Doch das Einfache ist nicht weg. Es wartet nur darauf, dass wir es wieder entdecken.
Vernissage "ALTDORFER WALD" am Samstag, 9. Mai 2026, inmitten von RAVENSBURG!
Zu einer Vernissage am Samstag, 09. Mai 2026, 11:00 Uhr im Haus der Katholischen Kirche Ravensburg - Wilhemstraße 1, lädt die "Waldbesetzung Altdorfer Wald" ein. Die Laudatio stammt von Andreas Scholz.

Mit dabei ist Samuel Bosch. Auf dem folgenden Foto bei seiner grandiosen Rede als Oberbürgermeisterkandidat für Ravensburg - Ende Februar 2026 im Konzerthaus.

Impressionen aus dem "Altdorfer Wald" bei Ravensburg. Doch wie lange noch, bevor Sägen und Bagger diese Idylle zerstören? 🔽

Wie lange noch bleibt das "Tor zur gesunden Natur" geöffnet?

So fängt es an - so darf es aber nicht aufhören!!
Unter dem Schirm der Schöpfung . . . 
Wie beeinflusst der Klimawandel den Jetstream?
Quelle: ARD-Rundbrief

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🎞Filmtipp🎬 „Stark gesteigert – stark zu steigern. Wasserkraft kann viel mehr!“ - Hier, auf diesem Blog.
Ein Film mit Julian Aicher, Wasserkraftwerker
Vierzig Jahre nach Tschernobyl meldet sich aus dem Allgäu eine Stimme zu Wort, die seit Jahrzehnten gegen das Vergessen anschreibt: Julian Aicher, der als Journalist auch für die "Bildschirmzeitung" tätig ist.
Gemeinsam mit dem Schussentaler Filmemacher Marco Ligon zeigt er in seinem neuen YouTube‑Film „Stark gesteigert – stark zu steigern. Wasserkraft kann viel mehr“, wie ein vermeintlich „alter“ Energieträger plötzlich wieder Zukunft bekommt.
Während 1986, kurz nach dem Gau in Tschernobyl, die atomar‑fossilen Stromkonzerne behaupteten – so Julian Aicher –, man* nutze die Wasserkraft „soweit es unsere Flüsse erlauben“, legt der Film das Gegenteil offen: Drei Anlagen im Landkreis Ravensburg haben ihren Stromertrag seit damals teils mehr als verdoppelt – allein durch technische Optimierung, Sanierung und handwerkliche Präzision.
Aicher, Journalist, Wasserkraftwerker und Chronist der Rotismühle, führt vor Augen, was möglich wäre, wenn Deutschland sein „fließendes Gold“ nicht länger unterschätzt.
Der Film verbindet regionale Beispiele mit einer klaren Botschaft: Wasserkraft ist kein Relikt der Industrialisierung, sondern ein unterschätzter Baustein der Energiewende – klimaverträglich, kontinuierlich, nachts wirksam. Und Julian Aicher erinnert daran, dass schon Jesus in seiner Bergpredigt die Kraft des Wassers erwähnte – ein poetischer, aber treffender Hinweis auf die lange Geschichte dieser Energieform.
Zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl lädt Aicher dazu ein, den Blick zu heben: weg von alten Mythen, hin zu realen, messbaren Erfolgen.
Ein Film, der nicht nur informiert, sondern provoziert: Warum nutzen wir in Deutschland nur ein Zehntel der Wasserkraftwerke von 1900? Und warum eigentlich noch immer so wenig?
Petition an den Deutschen Bundestag: ▶ Flüsse, Bäume, Wälder, Moore und Heidelandschaften in Deutschland als Rechtssubjekte anerkennen ...
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Vor 10 Tagen hatte ich den folgenden Artikel hier *) veröffentlicht. Nun wurde er als Petition formuliert an den Deutschen Bundestag gerichtet.
- *) 🌿 🌿 Die Natur zur juristischen Person erklären🌿 🌿
16. Apr. 2026
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An den Deutschen Bundestag Petitionsausschuss Platz der Republik 1
11011 Berlin
Petition 199326 - 26. April 2026
Petition an den Deutschen Bundestag (mit der Bitte um Veröffentlichung) Wortlaut der Petition
Hiermit ersuche ich den Deutschen Bundestag, ein Gesetzgebungsverfahren einzuleiten, das Flüsse, Bäume, Wälder, Moore und Heidelandschaften in Deutschland als Rechtssubjekte anerkennt und ihnen eigene, einklagbare Rechte verleiht. Der Art. 20a GG ist um einen Absatz zu ergänzen: „Die Würde der Natur gebietet, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, zu pflegen und zu wahren und den Eigenwert der natürlichen Mitwelt zu achten.“
Begründung
Hintergrund ist die dramatische ökologische Lage: Nur ein Bruchteil der deutschen Fließgewässer befindet sich in gutem Zustand, Wälder und Moore sind massiv geschädigt, und wertvolle Landschaften verschwinden. Trotz bestehender Umweltgesetze reichen die bisherigen Instrumente nicht aus, um die natürlichen Lebensgrundlagen wirksam zu schützen.
Nur 8 % der deutschen Fließgewässer erreichen einen „guten“ ökologischen Zustand. - Wälder sind durch Trockenheit, Monokulturen, Schädlingsbefall und Übernutzung geschwächt. Moore – die effektivsten COSpeicher – sind zu über 90 % degradiert. Heidelandschaften und alte Baumstrukturen verschwinden durch Versiegelung, Landwirtschaft und Bauprojekte. Die Natur gilt rechtlich überwiegend als Objekt, nicht als Träger eigener Rechte. Schutzgesetze existieren, werden aber durch Ausnahmen, technische Verlängerungen (z.B. bei PFAS) und Vollzugsdefizite unterlaufen. Monitoring ist lückenhaft: Nur ca. 100 von 30.000 Chemikalien werden routinemäßig erfasst.
Internationale Beispiele – darunter der Whanganui-Fluss in Neuseeland und die Lagune Mar Menor in Spanien – zeigen, dass die Anerkennung von Ökosystemen als Rechtspersonen ein wirksames und demokratisch legitimiertes Mittel zum Schutz der Natur ist. Deutschland soll daher ein Rechtssystem entwickeln, in dem zentrale Ökosysteme als Rechtssubjekte anerkannt werden, um:
- ihren Eigenwert anzuerkennen,
- ihre Integrität zu schützen,
- ihre Regenerationsfähigkeit zu sichern,
- und die Mitweltbeziehung zwischen Mensch und Natur neu zu definieren
Ich fordere daher:
- Eine Ergänzung des Grundgesetzes um einen Absatz, der die Würde und den Eigenwert der Natur anerkennt.
- Die rechtliche Anerkennung von Flüssen, Bäumen, Wäldern, Mooren und Heidelandschaften als Rechtssubjekte.
- Die Einrichtung unabhängiger Vertretungsinstanzen („Naturanwälte“), die die Rechte dieser Ökosysteme wahrnehmen und gerichtlich durchsetzen können.
-Die Einführung eines umfassenden ökologischen Monitorings, einschließlich eines bundesweiten NonTargetScreenings für Gewässer.
- Die Priorisierung der ökologischen Integrität gegenüber wirtschaftlichen Nutzungsinteressen, wo diese miteinander kollidieren.
Daher fordere ich die Ergänzung von Art. 20a GG um einen neuen Absatz: „Die Würde der Natur gebietet, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, zu pflegen und zu wahren und den Eigenwert der natürlichen Mitwelt zu achten.“
Geltungsbereich der Rechtspersönlichkeit
Die Anerkennung soll gelten für:
a) Alle Flüsse und Bäche in Deutschland – inklusive ihrer Auen, Seitenarme, Zuflüsse und Grundwasserbezüge.
b) Alle Bäume und Wälder – mit besonderem Schutz für alte Bäume, Naturwälder, Stadtbäume und Alleen.
c) Alle Moore– unabhängig von Eigentumsverhältnissen, da sie systemrelevant für Klima und Wasserhaushalt sind.
d) Heidelandschaften – als artenreiche, kulturhistorisch bedeutende und stark bedrohte Ökosysteme.
Ziel ist ein modernes, zukunftsfähiges Umweltrecht!
Stefan Weinert, Ravensburg Theologe, Konfliktmanager FH, Blogger
⚡ Quo vadis, Planet Terra? - Wohin unsere Erde kippt und kippt und kippt ...
Quelle 
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2.000 ways to get help for energy ...

Heute erhielt ich den folgenden Rundbrief vom Statistischen Bundesamt, den ich hier gerne weitergebe.
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Der ÖPNV hat ein Image-Problem / Nur ein Viertel der Deutschen nutzt Bus & Bahn wöchentlich ...
Nur etwa jede vierte Person in Deutschland nutzt Bus und Bahn mindestens wöchentlich. Das zeigt eine Auswertung von Statista Consumer Insights auf Basis von 5.137 Befragten zwischen 18 und 64 Jahren. Während 11,5 Prozent den öffentlichen Nahverkehr (fast) täglich nutzen, greifen 12,9 Prozent zwei- bis fünfmal pro Woche darauf zurück.
Demgegenüber steht eine große Gruppe mit deutlich geringerer Nutzung. 15,9 Prozent fahren nur ein- bis viermal pro Monat, während 43,0 Prozent den ÖPNV gar nicht regelmäßig nutzen. Weitere 9,1 Prozent nutzen ihn sogar noch seltener. Insgesamt zeigt sich damit eine klare Zweiteilung zwischen regelmäßigen Nutzern und einer Mehrheit, für die Bus und Bahn im Alltag kaum eine Rolle spielen.

Diese Verteilung deutet auf strukturelle Herausforderungen für den öffentlichen Nahverkehr hin. Faktoren wie Angebotsdichte, Erreichbarkeit oder individuelle Mobilitätsbedürfnisse könnten entscheidend dafür sein, ob Menschen den ÖPNV regelmäßig nutzen. Eine stärkere Nutzung würde vermutlich Investitionen in Infrastruktur und Attraktivität voraussetzen. Eine Umfrage aus dem Jahr 2022 hat ergeben, dass der ÖPNV in Deutschland in Teilen ein Image-Problem hat.
Statista Consumer Insights sind ein datenbasiertes Marktforschungs- und Analyse-Tool auf Basis großer, repräsentativer Online-Befragungen in vielen Ländern, das detaillierte Informationen zu Konsumverhalten, Einstellungen, Mediennutzung, Markenwahrnehmung und Zielgruppen liefert. Unternehmen, Agenturen, Marktforscher und Strategen nutzen dieses Angebot, um Zielgruppen zu definieren, Märkte und Marken zu vergleichen, Trends zu beobachten und Kampagnen oder Produktstrategien gezielt auf bestimmte Konsumentensegmente auszurichten.
🌿 🌿 Die Natur zur juristischen Person erklären🌿 🌿
🌿 Forderungskonzept „Rechte der Natur für Deutschland"
Ein Rahmen für die Anerkennung von Flüssen, Bäumen, Wäldern, Mooren und Heidelandschaften als Rechtssubjekte
1.1 Ökologische Krise in Deutschland
Nur 8 % der deutschen Fließgewässer erreichen einen „guten“ ökologischen Zustand (Quelle).
Wälder sind durch Trockenheit, Monokulturen, Schädlingsbefall und Übernutzung geschwächt.
Moore – die effektivsten CO₂‑Speicher – sind zu über 90 % degradiert.
Heidelandschaften und alte Baumstrukturen verschwinden durch Versiegelung, Landwirtschaft und Bauprojekte.
Natur gilt rechtlich überwiegend als Objekt, nicht als Träger eigener Rechte.
Schutzgesetze existieren, werden aber durch Ausnahmen, technische Verlängerungen (z. B. bei PFAS) und Vollzugsdefizite unterlaufen (Siehe dazu a.a.O.).
Monitoring ist lückenhaft: Nur ca. 100 von 30.000 Chemikalien werden routinemäßig erfasst.
Whanganui-Fluss (Neuseeland): seit 2017 Rechtsperson mit eigener Vertretung.
Mar Menor (Spanien): 2022 als erstes europäisches Ökosystem mit Rechtspersönlichkeit.
Ecuador: Rechte der Natur seit 2008 in der Verfassung; zahlreiche erfolgreiche Klagen zugunsten der Natur.
Diese Beispiele zeigen: Rechte der Natur sind juristisch möglich, demokratisch legitimierbar und ökologisch wirksam.
2. Zielsetzung des ForderungskonzeptsDeutschland soll ein Rechtssystem entwickeln, in dem zentrale Ökosysteme als Rechtssubjekte anerkannt werden, um:
ihren Eigenwert anzuerkennen,
ihre Integrität zu schützen,
ihre Regenerationsfähigkeit zu sichern,
und die Mitweltbeziehung zwischen Mensch und Natur neu zu definieren (siehe dazu am a.a.O.).
Die Anerkennung soll gelten für:
a) Alle Flüsse und Bäche in Deutschland– inklusive ihrer Auen, Seitenarme, Zuflüsse und Grundwasserbezüge.
b) Alle Bäume und Wälder– mit besonderem Schutz für alte Bäume, Naturwälder, Stadtbäume und Alleen.
c) Alle Moore– unabhängig von Eigentumsverhältnissen, da sie systemrelevant für Klima und Wasserhaushalt sind.
d) Heidelandschaften– als artenreiche, kulturhistorisch bedeutende und stark bedrohte Ökosysteme.
4. Rechtliche Grundprinzipien4.1 Grundgesetzänderung
Ergänzung von Art. 20a GG um einen neuen Absatz:
4.2 Rechtsfähigkeit„Die Würde der Natur gebietet, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, zu pflegen und zu wahren und den Eigenwert der natürlichen Mitwelt zu achten.“ (a.a.O.) .
Jedes der genannten Ökosysteme erhält:
Recht auf Existenz
Recht auf Regeneration
Recht auf Unversehrtheit
Recht auf Schutz vor Verschmutzung, Zerstörung und Übernutzung
Recht auf Vertretung vor Gericht
Privates Eigentum bleibt bestehen, aber:
Eigentum verpflichtet (Art. 14 GG).
Ökosystemrechte haben Vorrang, wenn Nutzung und Schutz kollidieren.
5.1 Ökosystem-Vertretungen („Naturanwälte“)
Für jedes Ökosystem wird eine Vertretungsinstanz geschaffen, bestehend aus:
Vertreter*innen der Zivilgesellschaft
Wissenschaft
Kommunen
Indigenen oder traditionellen Nutzergruppen (wo vorhanden)
Umweltverbänden
Vorbild: „Te Pou Tupua“ (Whanganui) und „Komitee Mar Menor“.
5.2 Recht auf KlageDie Vertretung kann:
gegen Verschmutzung, Rodung, Entwässerung oder Bebauung klagen,
Renaturierung einfordern,
Monitoring und Gutachten verlangen.
Einführung eines bundesweiten Non‑Target‑Screenings für Gewässer (siehe dazu a.a.O.) .
Pflicht zur Veröffentlichung aller Stoffeinträge.
Verbot technischer Verlängerungen für umweltschädliche Stoffe.
6.1 Flüsse
Rückbau von Begradigungen
Wiederherstellung von Auen
Verbot neuer Einleitungen von PFAS und anderen Ewigkeitschemikalien. [Die EU hat am 19. September 2024 die Verordnung (EU) 2024/2462 erlassen, die den Einsatz bestimmter poly- und perfluorierter Alkylsubstanzen (PFAS) reguliert. Die Verbote werden stufenweise umgesetzt.]
Mindestwasserführung gesetzlich festschreiben
Schutzstatus für Bäume ab bestimmtem Alter/Stammumfang
Verbot der Rodung alter Wälder
Pflicht zur naturnahen Bewirtschaftung
Recht auf „ökologische Ruhe“ (keine Kahlschläge, keine schweren Maschinen in sensiblen Böden)
Sofortige Wiedervernässung degradierter Moore
Verbot der Torfgewinnung
Schutz auch auf Privatflächen, da Klimarelevanz überwiegt
Schutz vor Bebauung
Förderung traditioneller Pflege (z. B. Beweidung)
Wiederherstellung degradierter Heideflächen
Die Anerkennung von Natur als Rechtsperson:
stärkt den Schutz der Lebensgrundlagen,
schafft ein neues Verhältnis zwischen Mensch und Natur,
wirkt identitätsstiftend
und setzt ein internationales Signal.
Lesen Sie hier
https://buga-blogger.de/2024/11/26/der-rhein-als-rechtsperson/
"Sag' mir, wo die Blumen sind - im Jahr zwei-tausend-zehn ...
Der Song "Where have all the flowers gone?" gilt als eines der berühmtesten Antikriegslieder. Es wurde Ende der 1950er Jahre von Pete Seeger komponiert. Die deutsche Fassung "Sag' mir, wo die Blumen sind" macht aus der Frage im englischen Original eine Art Aufforderung.
1994 - damals war ich gerade zum Umweltaktivisten geworden - gab ich dem Lied einen neuen Text, den ich im selben Jahr im Rahmen einer politischen Veranstaltung zur Gitarre im Ravensburger "Kornhaus" (Dachgeschoss) vortrug. Leider gibt es von dieser Version keine Tonaufnahme. Aber den Text als Originalmanuskript (mit Füllfederhalter handschriftlich festgehalten) habe ich immer noch.
Ich gebe ihn hier wieder. Die Leserschaft möge - wie gesagt - bedenken, dass der Text 1994 verfasst wurde.
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SAG' MIR, WO DIE BLUMEN SIND . . .
Musik: Pete Seeger (c); Text: Stefan Weinert, 1994 (c)
1. Sag' mir, wo die Blumen sind, im Jahr zwei-tausend-zehn;
sag' mir, werden morgen noch, die Bäume steh'n;
Sag' mir, warum lebst du so, als würd' die Welt sich um dich drehn:
Wird man das wohl versteh'n, im Jahr zwei-tausend-zehn?
2. Sag' mir, wo die Flüsse sind, im Jahr zwei-tausend-zehn,
sag' mir, werden morgen noch, die Wiesen blüh'n;
Sag' mir, warum lebst du so, als würd' die Welt sich um dich drehn:
Wird man das wohl versteh'n, im Jahr zwei-tausend-zehn?
3. Sag' mir, wer hat das getan, Kinderaugen sind ganz arm;
keine Blume in der Hand, Haut von Sonne abgebrannt;
Asphalt wechselt mit Beton, Giftgaswolke mit Ozon:
Wann wird man je versteh'n -
wirst Du es heut' verstehn?
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Im Jahr 2022 habe ich diesen Song auch im "Altdorfer Wald" vorgetragen. Denn seit 1994 ist alles nur noch schlimmer geworden. Das Klima ist am kippen - und wir Menschen zerstören weiterhin Moore, Wälder, Grünflächen und Flüsse. Kies - die Grundlage sauberen Trinkwassers -, wird hemmungslos entfernt und taucht irgendwo als Beton wieder auf. Und jene Zeitgenossen, die warnend Lieder singen, Banner befestigen, Bäume schützend besetzen und für das Klima auf die Straße gehen, werden als Ökoterroristen verdächtigt, beleidigt und verhöhnt.
Doch sie alle - und auch der Blogger gehört zu ihnen - singen weiter. Und heute (2026) muss es wohl heißen:
Sag' mir, wo die Blumen sind, in dem An-thro-po-zän, sag' mir, werden morgen noch die Bäume steh'n ...
❗ Umweltaktivist/innen zwischen globaler Lebensgefahr (2012–2025) und oberschwäbischer Verwaltungsrealität (2019–2026)
Umweltaktivist/innen zwischen globaler Lebensgefahr (2012–2025) und oberschwäbischer Verwaltungsrealität (2019–2026)
1. Weltlage 2012–2025: Ein Jahrzehnt der Gewalt – und es hört nicht auf
Die unabhängigen Recherchen von Global Witness ergaben 2022, dass zwischen 2012 und 2021 mindestens 1.733 Umweltaktivistinnen ermordet wurden. Doch die Jahre 2022, 2023, 2024 und 2025 zeigen: Die Gewalt ebbt nicht ab – sie verschiebt sich nur.
1.1. Neue Zahlen 2022–2025 (aktualisierte Lage)2022: Global Witness dokumentiert 177 Morde – Schwerpunkt weiterhin Lateinamerika, besonders Kolumbien, Brasilien und Mexiko.
2023: Die Zahl sinkt leicht, aber bleibt erschütternd: über 160 dokumentierte Fälle. Besonders auffällig:
Zunahme der Gewalt in Amazonasregionen,
verstärkte Angriffe auf indigene Sprecher/innen,
mehr Fälle im Kontext von Lithium‑ und Kupferabbau (Energiewende-Rohstoffe, auch für Deutschland).
2024: Die NGO meldet mindestens 150 Morde, dazu Hunderte Fälle von Einschüchterung, Überwachung, SLAPP-Klagen *) und sexualisierter Gewalt. Neue Hotspots:
Indonesien (Palmöl, Nickel)
Demokratische Republik Kongo (Kobalt)
Peru (illegaler Goldabbau)
2025: Die vorläufigen Zahlen zeigen keine Entspannung:
über 120 dokumentierte Tötungen allein bis Oktober 2025
massive Repressionen in Guatemala, Honduras, Brasilien, Kolumbien
steigende Angriffe im Kontext von „grünen“ Großprojekten (Wasserkraft, Windparks, Lithiumminen)
*) SLAPP steht für "Strategic Lawsuits Against Public Participation" (strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung) und bezeichnet Gerichtsverfahren, die nicht primär auf die Durchsetzung eines Rechts abzielen, sondern darauf, Kritiker, Journalisten, NGOs oder Aktivisten einzuschüchtern und ihre öffentliche Kritik zu unterbinden. Typischerweise werden diese Klagen von Unternehmen, mächtigen Einzelpersonen oder Behörden angestrengt, um unbequeme Berichterstattung oder öffentliche Proteste zu verhindern. Kommt uns in Ravensburg und dem süddeutschen Raum doch irgendwie bekannt vor.
1.2. Muster der Gewalt bleiben gleichIndigene Aktivist/innen sind weiterhin überproportional betroffen.
Bergbau, Agrarindustrie, Holzindustrie, Infrastrukturprojekte bleiben die Hauptkonfliktfelder.
Straflosigkeit ist die Regel.
SLAPP-Klagen nehmen weltweit zu.
Überwachungstechnologien (Drohnen, digitale Spionage) werden zunehmend gegen Aktivist/innen eingesetzt.
Die globale Botschaft ist klar: Wer Natur verteidigt, lebt gefährlich.
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2. Ravensburg 2019–2026: Die lokale Variante der RepressionNatürlich: In Ravensburg wird niemand ermordet. Aber die Mechanismen der Einschüchterung, Delegitimierung und Bürokratisierung ähneln den globalen Mustern – nur in einer „zivilisierten“ und unblutigen Form. Obwohl: Auch Rufmord ist Mord!
2.1. 2019–2020/ 2021-2026: Die "Altdorfer-Wald-Besetzung" und ihre Vorgeschichte werden zum Konfliktfeld- 2019 beschließt der Ravensburger Gemeinderat den sogenannten Klimakonsens, in dessen Rahmen jährlich 13 Prozent CO2 abgebaut werden sollen.
- Als Ende 2020 klar wird, dass die Stadt Ravensburg sich keinesfalls an dieses Abkommen hält, wird am letzten Tag des Jahres in Ravensburg ein Baum besetzt. Der 17-Jährige Samuel Bosch wird von einer Hundertschaft SEK-Kräften als Störenfried entfernt.
- 2021 kommt es zu ersten Protesten gegen den geplanten Kiesabbau im "Altdorfer Wald", nahe Ravensburg gelegen.
Es folgen weitere Baumbesetzungen und andere Aktionen in Ravensburg. Klimaaktivisten werden vom Stadtrat des "Ökoterrors" bezichtigt und in die Nähe der einstigen RAF gestellt.
Bürgerinitiativen formieren sich.
Die Politik reagiert mit "Dialogangeboten", aber ohne Kurswechsel.
Die "Schwäbische Zeitung" berichtet zurückhaltend, oft verwaltungsnah und politikeraffin und transportiert die Verunglimpfungen der Klimaaktivisten (siehe oben).
Aktivist*innen errichten Baumhäuser im Altdorfer Wald und es entsteht ein richtiges Klimadorf
Die Polizei räumt mehrfach.
Erste Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch, Bannern auf Dächern, Übertretens von ausgesprochenen Verboten.
Die Stadt und der Kreis betonen „Sicherheitsaspekte“ – nicht die ökologische Dimension.
Eine kleine Gruppe sabotiert ein Supermarktprojekt.
Die Aktion wird zum medialen Dauerbrenner.
Die Südkurier-Berichterstattung fokussiert sich auf „Radikalisierung“, nicht auf die strukturellen Ursachen.
Die Politik nutzt den Vorfall, um die Legitimität der gesamten Bewegung infrage zu stellen, und skandalisiert das Verhalten der Klimaaktivisten.
2.4. 2024: Der Fall Samuel Bosch – ein Wendepunkt
Bosch wird wegen verschiedener Delikte verurteilt.
Jugendarrest im Frühjahr 2024, obwohl zentrale Verfahren noch laufen.
Freispruch für Bosch
Unterstützer/innen protestieren, die "Schwäbische Zeitung" berichtet ausführlich.
Die Justiz wirkt entschlossen, ein Exempel zu statuieren.
Der Kreis Ravensburg betont „Rechtsstaatlichkeit“, vermeidet aber jede politische Einordnung.
Die Botschaft an die Aktivist/innen: Wer zu laut wird, bekommt es mit der Justiz zu tun.
2.5. 2024–2025: Die Kiesgrube Vogt/Grund – der Konflikt spitzt sich zuNeue Gutachten, neue Proteste, neue juristische Schritte.
Aktivist*innen warnen vor Trinkwassergefährdung.
Der Kreis verweist auf „laufende Prüfungen“.
Die Politik vermeidet klare Positionen.
Die Bewegung professionalisiert sich, bleibt aber unter Druck.
Die OB-Wahl am 8. März 2026 wird zum Brennglas:
Umwelt- und Klimathemen tauchen in Programmen auf – aber meist weichgespült. Außer bei Samuel Bosch, einem der OB-Kandidaten.
Die Konflikte um Wald, Kies, Flächenverbrauch und Verkehrspolitik bleiben ungelöst.
Samuel Bosch wird als Oberbürgermeisterkandidat verunglimpft und beschimpft. Die hiesige Presse skandalisiert dies nicht, sondern schlägt sich auf die Seite der Verunglimpfer.
Klimaaktivist/innen werden weiterhin als „Störer“, „Radikale“ oder „Einzelfälle“ dargestellt.
Gleichzeitig schmückt sich die Stadt Ravensburg mit Nachhaltigkeitsberichten, Fair-Trade-Siegeln und Klimazielen.
Die Diskrepanz zwischen Selbstbild und Realpolitik wird immer sichtbarer.
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3. Was verbindet die globale Gewalt mit der oberschwäbischen Realität?Nicht die Intensität – aber die Struktur:
Ressourceninteressen haben Vorrang.
Aktivistinnen werden delegitimiert, nicht gehört und ernst genommen.
Verfahren ersetzen politische Entscheidungen.
Konflikte werden verwaltet, nicht gelöst.
Medien berichten, aber selten systemkritisch.
Strafrecht wird selektiv eingesetzt.
Nachhaltigkeit wird zur Imagepolitik.
Die Gewalt ist hier nicht physisch, sondern administrativ. Nicht tödlich, aber zermürbend. Nicht spektakulär, aber wirksam.
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Die zentralen Fragen dürfen daher in Zukunft nicht mehr wie folgt lauten:
"Wie radikal sind die Aktivistinnen?"
Sondern: "Wie radikal ist eine Politik, die Wälder für Kies opfert, während sie Nachhaltigkeitsberichte drucken lässt?"
Nicht: "Warum werden Aktionen der Klimaaktivist/innen skandalisiert und angeprangert?"
Sondern: "Warum werden die Aktionen von Kiesunternehmen, die Untätigkeiten von Behörden und die Versiegelung von Flächen nicht von der Presse skandalisiert?"
Die weitere Frage darf in Zukunft nicht mehr gestellt werden -> "Warum leben junge Menschen in Baumhäusern?" Sondern -> "Warum sehen sie sich gezwungen, dies zu tun?“
Ravensburg ist nicht Kolumbien. Aber Ravensburg und sein Kreis sind auch nicht das ökologische Vorbild, als das sie sich gerne darstellen.
OSTERN 2026 im "Altdorfer Wald" - Natur, Wetter, Gemeinschaft ...

Skillshare-Tage in der Waldbesetzung im Altdorfer Wald
Während des verlängerten Osterwochenendes 
finden in der Waldbesetzung im Altdorfer Wald Skillshare-Tage als Open Space statt.

Das Themenspektrum reicht von praktischen Themen wie Kletterkursen über die Vernetzung von Aktivist*innen und Interessierten bis hin zu Diskussionen über die aktuelle politische Lage.
Alle Anwesenden geben sich täglich ein gemeinsames Programm. Alle sind eingeladen vorbeizukommen, um sich einzubringen oder mitzumachen.
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BLOG-SERVICE 
🌱🔥🌱- "Energie - Verbrauchs - Verzichts - Anordnung" (EVVA) - Freiwilligkeit mit gesellschaftlichem Druck als Antwort auf die aus dem Boden schießenden Energie-Spargel-Preise ...
🌱 1. Ein Land im Energieschwindel
Deutschland ist ein Land, das sich gern für rational hält. Wir lieben Tabellen, Verordnungen, Normen, DIN‑Maße und die Illusion, dass alles irgendwie planbar sei. Doch sobald es um Energie geht, verhalten wir uns wie ein Volk, das kollektiv vergessen hat, dass Strom nicht aus der Steckdose kommt und Diesel nicht aus dem Kühlschrank.
Die Preise für Öl, Benzin und Diesel, für Gas und bald auch in der logischen Folge die für Strom, ob erneuerbar oder fossil generiert, steigen — und zwar nicht zaghaft, sondern wie der erste Spargel im April: plötzlich, gierig, unverschämt. Und während die Politik hektisch an ihren Stellschrauben dreht, als wären es die letzten Knöpfe an einem schlecht sitzenden Anzug, bleibt eine Frage seltsam ungestellt: Warum reden wir eigentlich nie über echten Verzicht?

Stef-Art 2026
Nicht über moralinsauren Verzicht, nicht über Verbote, nicht über pädagogische Zeigefinger. Sondern über vernünftige Selbstbegrenzung, die uns weder die Lebensfreude nimmt noch die Freiheit, aber endlich die Realität anerkennt: Energie ist endlich. Und unser Verbrauch ist absurd.
🔥 2. Die große Illusion: Wir seien Opfer der WeltlageNatürlich ist die Straße von Hormus weit weg. Natürlich haben wir mit den geopolitischen Spannungen dort nur indirekt zu tun. Aber die deutsche Debatte tut so, als sei der Preisanstieg eine Art Naturkatastrophe, die uns wie ein Hagelschauer trifft.
Dabei ist es viel einfacher: Wir verbrauchen zu viel Energie. Basta!
Zu viele Autos für zu kurze Wege
Zu viele Kreuzfahrten für zu wenig Sinn
Zu viele Flugreisen für zu wenig Notwendigkeit
Zu viele überheizte Wohnungen für zu wenig Bewusstsein
Zu viele Tiefkühltruhen für zu viele „Schnäppchen“, die wahrscheinlich nie gegessen werden
Wir leben in einem Land, das sich selbst gern als „Energiewende‑Vorreiter“ sieht, aber gleichzeitig 500‑PS‑SUVs durch Innenstädte schiebt, als wären sie Kinderwagen.
Und die Bundesregierung? Sie reagiert wie ein erschöpfter Hausmeister:
Ölreserven freigeben
Preise beobachten
Einmal‑am‑Tag‑Preisabfrage planen
Das ist keine Energiepolitik. Das ist Schadensbegrenzung im Modus der Hilflosigkeit.
🚗 3. Der deutsche Alltag: Ein Museum der EnergieverschwendungMan/frau muss nur einen Tag lang durch eine beliebige deutsche Stadt gehen, um zu verstehen, warum wir ein Problem haben.
Beispiel 1: Die innerstädtische AutofahrtEin Büroangestellter fährt 1,2 Kilometer zur Arbeit. Mit dem Auto. Allein. Bei 16 Grad Außentemperatur. Mit Sitzheizung.
Beispiel 2: Die KreuzfahrtEin Paar gönnt sich „endlich mal wieder was“: Eine Kreuzfahrt durchs Mittelmeer. Preis: 799 Euro. CO₂‑Bilanz: astronomisch. Erkenntnisgewinn: minimal.
Beispiel 3: Der Mallorca‑Reflex„Wir brauchen Sonne.“ „Wir brauchen Tapetenwechsel.“ „Wir brauchen Ballermann.“
Nein. Wir brauchen Bewusstsein. Und vielleicht mal wieder Bad Doberan, Föhr oder die Schwäbische Alb.
Beispiel 4: Die TiefkühltruheEin Sonderangebot bei Aldi: Fünf Kilo Hähnchenschenkel für 7,99 Euro. Nach vier Wochen in der Tiefkühltruhe: Ein überteuerter Wucher, den erst nach weiteren acht Wochen weit überteuert jemand essen will.
Beispiel 5: Die tägliche DuscheEin Büroangestellter, der den ganzen Tag sitzt, duscht täglich. Warum? Weil es sich so gehört. Weil es Standard ist. Weil niemand darüber nachdenkt.
Beispiel 6: Die überheizte Wohnung22 Grad im Wohnzimmer. 23 im Bad. 24 im Schlafzimmer. Und dann wundern wir uns über trockene Luft und hohe Rechnungen.
Deutschland ist ein Land, das sich gern über Energiepreise empört, aber kaum über den eigenen Verbrauch reflektiert.
🧠 4. Warum niemand über Verzicht sprichtVerzicht ist in Deutschland ein Reizwort. Es klingt nach Mangel, nach DDR, nach Entbehrung, nach Verlust.
Dabei ist Verzicht nichts anderes als bewusste Priorisierung. Und Priorisierung ist nichts anderes als Erwachsensein.
Doch Politik scheut das Wort wie ein Abgeordneter die Entschuldigung. Warum?
Weil Verzicht unpopulär ist
Weil Verzicht Stimmen kostet
Weil Verzicht Verantwortung einfordert
Weil Verzicht nicht in 15‑Sekunden‑Clips passt
Also redet man/frau lieber über „Entlastungspakete“, „Preisbremsen“ und „Marktmechanismen“. Alles wichtig — aber alles Symptome, nicht Ursachenbekämpfung.
🧩 5. Die Wahrheit: Wir haben ein kulturelles EnergieproblemDeutschland hat kein technisches Energieproblem. Wir haben ein kulturelles.
Wir haben uns daran gewöhnt, dass Energie billig ist. Dass sie immer verfügbar ist. Dass sie uns zusteht.
Wir haben ein Anspruchsdenken entwickelt, das uns blind macht für die Realität. Wir leben in einem Land, in dem Menschen ernsthaft sagen:
„Ich habe ein Recht auf meinen Mallorca‑Urlaub.“
Oder:
„Ich brauche mein Auto, auch wenn ich nur zum Bäcker fahre.“
Oder:
„Ich will nicht frieren, nur weil Gas teuer ist.“
Das ist kein Freiheitsverständnis. Das ist Bequemlichkeitsdogmatik.
🧭 6. Was wir brauchen: Eine EVVA – EnergieverbrauchsverzichtsanordnungEs wird Zeit für ein Instrument, das nicht bestraft, sondern bewusst macht. Nicht gängelt, sondern orientiert. Nicht verbietet, sondern ermöglicht.
Ich nenne es:
EVVA – EnergieverbrauchsverzichtsanordnungEine bundesweite Leitlinie, die jedem Bürger, jeder Kommune und jedem Bundesland klare, nachvollziehbare, faire und sozial ausgewogene Empfehlungen gibt, wie Energieverbrauch reduziert werden kann — ohne Lebensqualität zu verlieren.
🏛️ 7. Die Grundprinzipien der EVVAFreiwilligkeit mit gesellschaftlichem Druck
Nicht staatlicher Zwang, sondern sozialer Konsens. Wie beim Rauchverbot: Erst war es unvorstellbar. Dann wurde es normal. Heute will niemand mehr zurück.
TransparenzJeder Bürger soll wissen:
Wie viel Energie er verbraucht
Wie viel er einsparen könnte
Welche Alternativen es gibt
Keine Benachteiligung von:
Geringverdienern
Familien
Menschen auf dem Land
Jedes Bundesland hat andere Strukturen. Die EVVA berücksichtigt das. Wobei die folgenden Vorschläge selbstverständlich hier und da auch auf die jeweils verbliebenen 15 Bundesländer übertragbar sind.
8. Die EVVA für alle 16 Bundesländer – konkrete Vorschläge.Baden‑Württemberg
Förderung autofreier Innenstädte
Ausbau von Car‑Sharing im ländlichen Raum
Verpflichtende Energieberatung bei Neubauten
Reduktion überheizter öffentlicher Gebäude
Einschränkung von Kurzstreckenflügen München–Nürnberg
Förderung regionaler Urlaubsalternativen
Abschaffung unnötiger Beleuchtung öffentlicher Gebäude
Ausbau des Radwegenetzes
Energieeffizienzpflicht für Vermieter
Förderung von Wärmepumpen in Einfamilienhäusern
Ausbau von Rufbussystemen
Energiearme Straßenbeleuchtung
Reduktion von Kreuzfahrtanläufen
Energiesparprogramme für Hafenbetriebe
Förderung autofreier Quartiere
Begrenzung von Kreuzfahrtstromverbräuchen
Ausbau von Fernwärme
Energiesparpflicht für Großveranstaltungen
Energieeffiziente Bürogebäude
Förderung von Homeoffice‑Modellen
Reduktion innerstädtischer Parkplätze
Nachhaltige Tourismuskonzepte
Reduktion energieintensiver Ferienanlagen
Förderung regionaler Mobilität
Energiesparprogramme für Landwirtschaft
Ausbau von Windkraftspeichern
Förderung energiearmer Logistik
Energieeffizienz in Industrieparks
Ausbau von Nahverkehrsachsen
Reduktion überflüssiger Beleuchtung
Energiesparprogramme für Weinbau
Förderung regionaler Tourismusalternativen
Ausbau von Car‑Sharing
Energieeffiziente Stahlindustrie
Ausbau von Radwegen
Reduktion von Kurzstreckenpendeln
Energiesparprogramme für Altbauten
Förderung energiearmer Heizsysteme
Ausbau von ÖPNV im ländlichen Raum
Energieeffiziente Sanierung von Plattenbauten
Förderung regionaler Mobilität
Reduktion energieintensiver Industrieprozesse
Energiesparprogramme für Küstenregionen
Reduktion von Kreuzfahrtanläufen
Ausbau von Windkraftspeichern
Energieeffiziente Sanierung historischer Gebäude
Förderung regionaler Tourismusangebote
Ausbau von Rufbussystemen
Deutschland braucht keine moralische Keule. Deutschland braucht keine Verbote. Deutschland braucht Bewusstsein.
Die EVVA ist ein Angebot. Ein Werkzeug. Ein gesellschaftlicher Kompass.
Sie sagt nicht: „Du musst verzichten.“
Sie sagt: „Du kannst gewinnen — Geld, Lebensqualität, Zukunft.“
Und vielleicht, ganz vielleicht, wächst dann nicht nur der Spargel im Frühjahr, sondern auch unser kollektives Verantwortungsgefühl.
"Last" aber ganz bestimmt "but not least": Dem KLIMA würde das auch guttun!
