🎚 Mario Adorf im Alter von 95 Jahren gestorben
Ich war elf (11) Jahre alt, als mich mein Vater in den Kino-Film "Winnetou I" mitnahm. Vater war ein großer Karl-May-Fan und ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon einige Karl-May-Bände gelesen. Ich rieche noch heute die alten Bände aus der Kirchenbücherei. Die Figuren im Film entsprachen genau denen aus meiner Phantasie beim Lesen der Bücher.
Die Szene, in der der böse Santer sein Zigarillo auf dem Körper des jungen Indianers mit dem Gold von Winnetou ausgedrückt hat, werde ich nie vergessen. Santer! Eigentlich betritt dieser Bösewicht erst in Band III der Winnetou-Trilogie auf. Aber das störte weder meinen Vater noch mich.
Mit dieser Rolle des Widersachers des Guten – verkörpert von Pierre Brice, Lex Barker und Ralf Wolter – schaffte Mario Adorf seinen Durchbruch als Schauspieler. Nun ist er im Alter von 95 Jahren verstorben. In meinen Erinnerungen aber lebt er weiter - und das nicht nur als Santer, sondern zum Beispiel auch als der gutmütige Geppetto in der Fernsehserie "Pinocchio"!
Er spielte den Bösewicht Santer in den Winnetou-Filmen oder Generaldirektor Haffenloher in der ARD-Serie "Kir Royal". Über Jahrzehnte stand Mario Adorf vor der Kamera und prägte so den deutschen Film. Jetzt ist er mit 95 Jahren gestorben.
Der Schauspieler Mario Adorf ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Er sei am Mittwoch "nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris eingeschlafen", teilte sein langjähriger Manager Michael Stark unter Berufung auf Adorfs Frau mit.
Adorf habe ihm bei einem letzten Besuch vor kurzer Zeit noch mit auf den Weg gegeben, dass er sich "bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedankt", erklärte Stark weiter.
Spielte in Winnetou und Kir RoyalDer Schauspieler spielte im Laufe seiner fast sieben Jahrzehnte währenden Karriere in über 200 Film- und TV-Produktionen mit. Auch als Sprecher und Autor machte er sich einen Namen.
Zu Adorfs bekanntesten Rollen zählen der Bösewicht Santer in der Winnetou-Trilogie von Harald Reinl, Generaldirektor Heinrich Haffenloher in der ARD-Serie "Kir Royal" oder 2018 Karl Marx in der ZDF-Produktion "Der deutsche Prophet".
Wie Deutschland Menschen mit Behinderung systematisch ausschließt – und warum kaum jemand darüber spricht...
Eine Demokratie, die Menschen mit Behinderungen aus Arbeit und politischer Information ausschließt, schließt sie aus dem Leben aus!
Deutschland liebt große Worte. „Inklusion“. „Teilhabe“. „Barrierefreiheit“. Begriffe, die nach Fortschritt klingen, nach Menschenrechten, nach einer Gesellschaft, die niemanden zurücklässt. Doch hinter dieser glänzenden Rhetorik existiert eine stille Parallelrealität: Menschen mit Behinderung werden ausgerechnet dort ausgeschlossen, wo sie am dringendsten Zugang brauchen – bei den Themen "Arbeit" und "Demokratie".
Und das Erstaunlichste: Es passiert nicht im Verborgenen. Es passiert öffentlich, gesetzlich geregelt, staatlich kontrolliert – und dennoch weitgehend folgenlos.
1. Das profitable Wegsehen – Wenn Unternehmen Inklusion umgehenDeutschland hat eine klare gesetzliche Vorgabe: Unternehmen ab einer bestimmten Größe müssen Menschen mit Behinderung beschäftigen. Tun sie es nicht, müssen sie eine Ausgleichsabgabe zahlen. So weit, so sinnvoll.
Doch die Praxis sieht anders aus:
Viele Unternehmen zahlen lieber, statt einzustellen.
Die Ausgleichsabgabe lässt sich senken, indem man* Produkte oder Dienstleistungen aus Behindertenwerkstätten einkauft.
Diese Werkstätten arbeiten oft unter Mindestlohn, was die Produkte besonders günstig macht.
Unternehmen profitieren doppelt: keine Inklusion, aber billige Waren.
Das Ergebnis ist ein ökonomisches Paradoxon:
Inklusion wird zur Kostenstelle – Exklusion zum Geschäftsmodell.
Werkstätten, die eigentlich Übergänge in den ersten Arbeitsmarkt schaffen sollen, werden so zu einem abgeschlossenen System, das sich selbst stabilisiert. Menschen mit Behinderung bleiben in Strukturen gefangen, die ihnen zwar Beschäftigung bieten, aber kaum Perspektiven.
2. Das digitale Demokratiedefizit – Barrierefreiheit als StaatsversagenWährend Unternehmen sich freikaufen, versagen staatliche Stellen an einer anderen Front: der politischen Teilhabe.
Die Überwachungsstelle für Barrierefreiheit der Informationstechnik (BFIT-Bund) hat 322 Websites öffentlicher Stellen geprüft. Das Ergebnis ist ein demokratischer Offenbarungseid:
Keine einzige Website erfüllt die gesetzlichen Anforderungen.
Menschen mit Behinderung haben ein überdurchschnittlich hohes politisches Interesse.
Trotzdem bleibt ihnen der Zugang zu politischen Informationen verwehrt.
Damit wird ein Grundrecht verletzt – systematisch, strukturell, folgenlos.
Man* muss es so klar sagen:
Wer politische Information nicht barrierefrei macht, verweigert Menschen mit Behinderung das Wahlrecht durch die Hintertür.
Es ist ein Demokratiedefizit, das nicht durch böse Absicht entsteht, sondern durch institutionelle Trägheit, technische Ignoranz und die bequeme Gewissheit, dass sich kaum jemand beschwert.
3. Der gemeinsame Nenner: Strukturelle MissachtungBeide Fälle – Arbeitsmarkt und politische Information – zeigen dieselbe Grunddynamik:
Die Gesetze existieren.
Die Verstöße sind bekannt.
Die Folgen bleiben aus.
Menschen mit Behinderung werden nicht vergessen. Sie werden ignoriert.
Nicht aus Feindseligkeit, sondern aus Bequemlichkeit. Nicht aus Böswilligkeit, sondern aus ökonomischem Kalkül. Nicht aus Absicht, sondern aus Routine.
Doch die Wirkung ist dieselbe: Ausschluss.
4. Und was bedeutet das für Regionen mit vielen Einrichtungen?Deutschland hat Orte, an denen die Unterstützung für Menschen mit Einschränkungen besonders sichtbar ist – Regionen mit großen Einrichtungen, Werkstätten, Förderzentren, Kliniken, Schulen. Das klingt nach Vorbildlichkeit.
Doch Sichtbarkeit ist nicht gleich Teilhabe.
Auch dort, wo viele Einrichtungen existieren, können dieselben Mechanismen wirken:
Werkstätten ersetzen reguläre Arbeitsplätze.
Barrierefreiheit wird als „Spezialthema“ behandelt.
Politische Information bleibt unzugänglich.
Menschen mit Behinderung werden als „betreut“ wahrgenommen – nicht als Bürgerinnen und Bürger mit Rechten.
Die bloße Existenz von Einrichtungen ist kein Beweis für gelungene Inklusion. Sie kann sogar das Gegenteil bewirken: Sie beruhigt das Gewissen.
5. Warum die Medien schweigenDer doppelte Skandal wird durch ein Drittes ergänzt: das mediale Schweigen.
Warum berichten Leitmedien kaum darüber?
Behinderten-Werkstätten gelten als „sozial“ – Kritik wirkt unpopulär.
Barrierefreiheit gilt als „Nischenthema“ – obwohl es Millionen betrifft.
Strukturelle Probleme sind schwerer zu erzählen als Einzelschicksale.
Die Betroffenen haben wenig Lobby, wenig Sichtbarkeit, wenig Stimme.
Genau deshalb braucht es unabhängige Stimmen, Blogs, lokale Medien, kritische Bürgerinnen und Bürger. Denn Schweigen schützt nicht die Schwachen – es schützt die Strukturen, die sie schwach halten.
6. Finally: Inklusion beginnt dort, wo Ausreden endenDeutschland hat kein Erkenntnisproblem. Deutschland hat ein Umsetzungsproblem.
Die Gesetze sind klar. Die Verstöße sind dokumentiert. Die Folgen sind gravierend.
Inklusion ist kein moralisches Extra. Sie ist ein Menschenrecht. Und Menschenrechte gelten nicht nur, wenn sie bequem sind.
Unternehmen müssen Menschen einstellen – nicht Werkstattprodukte rabattiert einkaufen. Behörden müssen barrierefreie Websites bauen – nicht Ausreden. Und Medien müssen berichten – nicht wegsehen.
Denn eine Demokratie, die Menschen mit Behinderung aus Arbeit und politischer Information ausschließt, schließt sie aus dem Leben aus.
--------------------------------------------------
- +++ EILMELDUNG +++ Polizei schießt auf Auto mit drei Personen + Autofahrer tot! Musste das sein?
5. Apr. 2026
OSTERN ist nichts für "Weicheier" ...
Egal, wie der Leser und die Leserin zu christlich-religiösen Festen stehen mag, ob er oder sie diese besonderen Tage als biblisch und/oder historisch begründet sieht, oder als kirchlich verordnete und als traditionelle zu begehende Veranstaltungen, oder nur als übernommene Rituale einer längst vergangenen dunklen Epoche der Menschheitsgeschichte: Ostern hat – vor allem in seinem ursprünglichen aber auch aktuellen Kontext – eine unglaublich Tiefe und vor allem auch eine auf jeden einzelnen Menschen des Planeten übertragende persönliche Bedeutung - wie gesagt, gleich, ob er oder sie Christ/in, Jude, Jüdin, Moslem, Muslima, Agnostiker/in, Atheist/in, Buddhist/in oder Hinduist/in oder auch Atheist/in ist.
Denn die Sprache der Bibel ist nicht nur eine universelle und nationenübergreifende, sondern auch eine solche, die nur von der menschlichen Seele verstanden werden kann. Psychologen haben herausgefunden: Es ist eine und dieselbe Sprache, die von unseren Träumen benutzt wird.
In der Tat scheint es gerade unter den Christen der verschiedenen Konfessionen und der zigtausenden Denominationen (42.000!) so zu sein, dass sie zwar das Osterfest feierlich begehen, allerdings nur in Erinnerung eines Mannes, der vor etwa 2.000 Jahren gelebt hat und gestorben ist, um dann „von den Toten aufzuerstehen“. Mit ihrem ganz persönlichen Leben - das behaupte ich jetzt einmal, auch aus Erfahrungswerten und lasse mich dabei nicht aus - hat das „Ostern feiern“ offensichtlich meist überhaupt nichts zu tun. Denn ansonsten - sorry - müsste es in unserer und meiner Alltagsgesellschaft / Alltagsleben etwas anders aussehen.
- Lesen Sie dazu auch:
- "Gründonnerstag" und das Abendmahl aus tiefenpsychologischer Sicht und seine ursprünglicher Bedeutung vom 15. Apr. 2025
Denn Ostern authentisch feiern, oder besser: nachempfinden, kann nur wer auch den Karfreitag mit seinem Geschehen in seinem persönlichen Leben akzeptiert und damit in seinen Alltag integriert: Auf(er)stehen kann nur, wer zuvor gefallen ist; feiern und ermessen, was wirklich eine Feier ist, kann nur, wer die Erfahrung einer Niederlage, eines Verrates, einer Verhöhnung usw. erlebt oder gemacht hat. Kurz: Ostern ohne Karfreitag (Kar = Kummer) gibt es nicht wirklich, sondern es ist nur ein Datum, wo man/frau frei hat.
Der Leser und die Leserin merken schon, das hat mit der Zugehörigkeit zu einer Religion oder einer bestimmten Glaubensrichtung primär rein gar nichts zu tun. Denn wir alle, gleich welcher Prägung und Abstammung, haben ein Leben zu bewältigen, das uns nicht den „Rosengarten“ verspricht. Ein altes arabisches Sprichwort sagt: „Da, wo immer die Sonne scheint, entsteht eine Wüste.“ Die Araber (ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. wurden und sind die meisten von ihnen auch Muslime!) müssen es wissen. Aber auch diejenigen, die in zuvor fruchtbaren Gegenden leben durften und durch die Klimaverschiebungen und Klimaveränderungen nun das ausgedörrte Land (Sahel, Europa) verlassen müssen, weil der Regen ausbleibt und stattdessen die Glut der Sonne regiert. Den Wert einer Oase ermessen wird nur der können, der/die zuvor wochenlang durch die Wüste wandern musste, um diesen köstlichen Ort zu erreichen.
Es gibt genügend Fromme in unserem Land, auf unserem Kontinent und vor allem in der westlichen Welt, die sehr gerne ihren persönlichen „Karfreitag“ umgehen oder ihn umgehen wollen, um ihre tägliche „Auferstehung“ feiern (lassen) zu können. Und das geschieht tatsächlich tagtäglich. Doch auch hier gilt: Ohne Karfreitag kein Ostern. Nur mit dem Unterschied, dass für die Einen immer „Karfreitag“ ist (Bürgergeldempfänger, "Penner", ausgebeutete Gesellschaftsschichten und ganze Völker, Kleinrentner/innen), während die anderen täglich im Ostern verharren, so als sei das „normal“ und selbstverständlich und auch noch verdient.
Im christlichen Kirchenspektrum gibt es sogar eine "Sparte", in der jeden Tag und jeden Sonntag im Gottesdienst Ostern gefeiert wird und gefeiert werden muss. Es gilt: Wenn du reich bist, immer gesund bist, immer Erfolg hast, immer den Sieg auf deiner Seite hast, dann ist das ein Zeichen dafür, dass du "Gott gefällig" lebst. Andersherum. Bist du krank, arbeitslos, unglücklich und stolperst von Niederlage zu Niederlage, dann bist du ein sündiger und "gottferner" Mensch. Das habe ich nicht irgendwo recherchiert oder gelesen, sondern selbst mit meiner jungen Familie erlebt. Drei ganze Jahre in Sonthofen. Dir wird der Himmel versprochen - und es ist doch mehr die Hölle, die du erlebst. Ich rede hier von den sogenannten Charismatikern, die vor allem im süddeutschen Raum vertreten sind. Der persönliche Karfreitag darf da nicht vorkommen. Weil ich aber gerade diesen predigte, musste ich gehen. Amerikanische Wohlstandstheologie ist das und hat mit dem Neuen Testament rein gar nichts zu tun.
Wenn ich vom "Karfreitag" spreche, dann rede ich auch von der Ungerechtigkeit, der ungerechten Verteilung von Gütern und Begabungen in dieser Welt, und bleibe dabei aber nicht bei dem Monetären, dem Materiellen stehen, deren/dessen Verteilung oft Menschen gemacht ist. Ungerechte Verteilung gibt es auch in Sachen Gesundheit, Herkunft, Aussehen, Bildung usw., die von uns selbst schwer beeinflussbar sind.
Ich will es mal überspitzt sagen: Da ist auf der einen Seite der gutaussehende, kräftige, große und gesunde junge Mann aus reichem und angesehenem Elternhaus, mit Abitur und Medizinstudium und der Gewissheit, eines Tages drei Millionen Euro plus Zinsen zu erben. Und auf der anderen Seite der kleine, unansehnliche, schmächtige und kränkelnde Junge aus wirtschaftlich schwachem Elternhaus, der gerade die Hauptschule geschafft hat und sofort arbeiten gehen muss, weil der Vater ihn nicht weiter unterhalten kann.
Natürlich ist auch manche Misere „selbst verschuldet“. Man* muss da sehr genau hinschauen. Denn so sieht es jedenfalls oft oberflächlich gesehen aus. Wenn man* sich aber genauer mit dem in die Misere geratenen Mitmenschen beschäftigt (sich also zumindest diesen kleinen „Karfreitag“ zumutet), sieht es meist doch anders aus. Jedem von uns hätte so etwas passieren können, wenn . . . Ja, wenn was?
Es gibt in dieser Welt keine Gerechtigkeit, jedenfalls nicht so lange, wie es Menschen gibt. Nehmen wir einmal an, dass jede/r in einer Gruppe von 100 Menschen heute die gleiche Summe Geld, das gleiche Haus, den gleichen Beruf und den gleichen Gesundheitszustand bekäme bzw. hätte, dann würde dies in genau einem Jahr oder noch früher nicht mehr so sein. Denn trotz der Gleichheit = angeblicher Gerechtigkeit sind Neid, Machtgelüste und Machtansprüche (Alphatiere), Faulheit, Egoismus und Schicksal nicht verschwunden. Was uns zu dem Schluss kommen lassen müsste, dass wahre Gerechtigkeit nichts mit Gleichheit zu tun hat.
Und in der Tat gibt es eine andere als diese altgriechische und rational-vernünftige (Renaissance) Definition von Gerechtigkeit (Gerechtigkeit des Staates). Im althebräischen Denken, also im Verständnis des jüdischen Tanach (Altes Testament), bedeutet „Gerechtigkeit“ nicht ‚jeder erhält das Gleiche’, sondern "jeder bekommt, was er benötigt, um ein lebenswertes Leben führen zu können". Das hört sich schon ganz anders an. Es würde ja schon reichen, wenn wir Menschen diese Art von Gerechtigkeit zumindest anstrebten. Nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel.
Wenn ich über den historischen Jesus, der nachweislich tatsächlich einst gelebt hat (siehe die Historiker Josephus und Tacitus), nachdenke (und nicht über den versüsslichten und womöglich auch noch blondlockigen Knaben Jesus, zu dem die Arier-Kirche(n) ihn gemacht hat/haben) – und damit komme ich auf die Konstellation „Ostern/Karfreitag“ zurück – dann will uns die Geschichte (hier = Historie) zeigen, dass am Ende jemand anderes das letzte Wort über uns sprechen wird, als der Staat, als der Mob, als ein Gericht, als die Zeitung, als die Nachbarn, die Stadt- und/oder Kirchgemeinde, wenn wir nur unsererseits so leben und handeln, dass es in unserem Umfeld einigermaßen „gerecht“ im Sinne von „Weg und Ziel“ zugeht.
Allerdings bedeutet das auch heute noch, dass wir uns dabei – wie einst der Zimmermann aus Nazareth - mit den religiös und politisch Herrschenden anlegen, indem wir uns einerseits um die von Ihnen Vernachlässigten, Benachteiligten und an den Rand Gedrängten kümmern und unseren Finger helfend nicht nur in ihre (tatsächlichen) Wunden legen, sondern auch in die „Wunden unserer egozentrischen Gesellschaft“. Das könnte allerdings auch für uns am „Kreuz“ enden. Darüber muss man* sich im Klaren sein.
Ja, dem Worte Jesu zufolge, muss es gar am Kreuz enden, denn genau das (und nichts anderes) meinte Joshua Ben Joseph (Jesus der Sohn Josephs), als er sagte: „Ein jeder nehme sein Kreuz auf sich und folge mir (bis ans Kreuz) nach.“
Und dazu muss man* -wie gesagt und geschrieben - kein Katholik, "Evangele", Baptist, Methodist oder Agnostiker, Buddhist, Hindu oder gar ein "schlimmer" - Atheist sein. Es reicht ganz einfach „Mensch“ (a Mentsch) *) zu sein, der in jedem Mitmenschen seinen Bruder und seine Schwester sieht und ihn nicht am „Wegesrand“ liegen lässt nach dem Motto: Der hat doch selbst Schuld, ich kann mich nicht um jeden kümmern, was geht mich das an, ich muss in den Tempel, um zu "beten" …
- *) Darunter versteht man im Jiddischen jemanden, der mit Empathie, Höflichkeit und Anstand durchs Leben geht. „A Mentsch“ zu sein, ist tatsächlich eine Ehre, die andere einem verleihen
Sie wissen, woher diese Sequenz stammt? Nicht? Dann will ich daran erinnern, dass sie aus der Geschichte vom "barmherzigen Samariter" kommt. Jenem Samariter, der heute von neudeutschen Egoisten und Fremdenhassern auch verächtlich "Asylant", "Penner", "Schmarotzer" etc. genannt wird. In dieser Geschichte gehen zwei Tempeldiener auf dem Weg nach Jerusalem an dem am Wege Liegenden mit genau dieser Einstellung - wie oben beschrieben - vorbei. Nur der Samariter, ein im damaligen Israel ungeliebter und gehasster Fremder aus dem Norden, blieb stehen und versorgte den "unter die Räuber Gefallenen", ohne zuvor zu selektieren, zu sondieren und womöglich zu triagieren.
Er half einfach, weil es ein Mitmensch war, dessen Leben auf dem Spiel stand. In der Glut der judäischen Sonne wäre er eine Stunde später tot gewesen. Der andere, ein Priester, aber eilte am Unglück vorbei und dachte nur an seine Pflichterfüllung: im Tempel beten, um Gott wohl zu gefallen, während der von ihm im Stich Gelassene im Sterben liegt. Welch eine böse Ironie ... bis heute!
🔴Verletzung der Meinungsfreiheit durch die fachgerichtliche Annahme beleidigender Äußerungen
Pressemitteilung des Bundesverfassungsgesetzes Nr. 13/2026
Verletzung der Meinungsfreiheit durch die fachgerichtliche Annahme beleidigender Äußerungen
Mit heute veröffentlichten Beschlüssen hat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts zwei Verfassungsbeschwerden stattgegeben, mit denen sich die Beschwerdeführer gegen fachgerichtliche Entscheidungen wenden, in denen von ihnen getätigte Äußerungen als Beleidigung bewertet wurden.
Das Verfahren 1 BvR 986/25 (Verfahren I.) betrifft eine strafrechtliche Verurteilung wegen Beleidigung in zwei Fällen, das Verfahren 1 BvR 581/24 (Verfahren II.) ein zivilgerichtliches Verfahren über die Zulässigkeit eines Zustellungsauftrags, den das Oberlandesgericht aufgrund der Annahme eines beleidigenden Inhalts des zuzustellenden Schriftstücks zurückwies.
Die Beschwerdeführer wurden durch die fachgerichtlichen Entscheidungen jeweils in ihrem Grundrecht auf Meinungsfreiheit aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Grundgesetz (GG) verletzt. Die Fachgerichte haben in beiden Verfahren die verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Sinnermittlung der Äußerungen nicht hinreichend beachtet. Weiterhin fehlt es den Entscheidungen an einer kontextspezifischen Abwägung zwischen der Meinungsfreiheit der Beschwerdeführer und dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht der von den Äußerungen jeweils Betroffenen.
Die Kammer hat die in zulässiger Weise angegriffenen Entscheidungen der Fachgerichte aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht beziehungsweise das Oberlandesgericht zurückverwiesen. Die Kammer hat nicht entschieden, dass die getätigten Äußerungen keine Beleidigungen darstellen.
Sachverhalte:
Verfahren I.:
Ab Juni 2021 entwickelte sich zwischen dem Beschwerdeführer und dem Geschädigten des Ausgangsverfahrens, dem Schulleiter des vom Sohn des Beschwerdeführers besuchten Gymnasiums, ein E-Mail-Schriftverkehr, in dessen Rahmen der Beschwerdeführer insbesondere die damals für den Schulbetrieb geltenden Corona-Schutzmaßnahmen kritisierte. In diesem Zusammenhang bemängelte er in einer an die Poststelle des Gymnasiums übermittelten E-Mail vom 20. Juli 2021 unter anderem den Ausschluss seines Sohns vom Präsenzunterricht. Er führte in der Nachricht zudem aus, er werde sich dafür einsetzen, „dass Amtsträger, die sich diesen faschistoiden Anordnungen nicht wie in § 36 Beamtenstatusgesetz fordert widersetzt, sondern diese unterstützt haben persönlich zur Rechenschaft gezogen werden“ (Fall 1).
Nachdem der Beschwerdeführer und dessen Ehefrau vom Geschädigten mit Schreiben vom 14. September 2021 darüber informiert worden waren, dass nach der zu dieser Zeit aktuellen Corona-VO Schule grundsätzlich eine Verpflichtung zur Teilnahme am Präsenzunterricht bestehe, versandte der Beschwerdeführer noch am selben Tag eine E-Mail an die Poststelle des Gymnasiums, die mit einer persönlichen Anrede an den Schulleiter versehen war. Der Beschwerdeführer vertrat hierin die Ansicht, dass sein Sohn keiner Präsenzpflicht unterliege. Der Beschwerdeführer führte weiterhin unter anderem aus, dass sich sein Sohn einem „faschistischen System und dessen Handlangern“ nicht beugen werde. In dieser E-Mail heißt es – gerichtet an den Schulleiter – schließlich wie folgt: „[…] Damit wäre es an der Zeit, dass Sie sich Ihrer eigentlichen Aufgabe zuwenden dafür Sorge zu tragen, dass die so auf totalitären Art und Weise von der Gemeinschaft exkludierten trotzdem an Bildung teilhaben können. Aber vermutlich liege ich mit dieser Erwartung bei Ihnen falsch, denn solche Menschen wie Sie waren auch in früheren dunklen Zeiten stets die größten Stützen des Systems. Das Gute daran ist, dass solche Systeme meist nicht lange Bestand haben […] und Ämter und Behörden dann hoffentlich gründlicher als beim letzten Mal von Faschisten gereinigt werden“ (Fall 2).
Der Beschwerdeführer wurde auf Grund dieser Äußerungen wegen Beleidigung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe verurteilt.
Valentinstag - Vom "Pa(a)rlament der Vögel" bis zur "Triangel der Liebe" ... Gedichte, Grafiken und Geschichtliches zum größten Thema der Menschheit ...
---------------------------------------------------------
Das Gedicht „Das Parlament der Vögel“ stammt aus der Feder von Geoffrey Chaucer aus dem Jahr 1382.
Geschrieben wurde es zu Ehren des ersten Jahrestages der Verlobung des fünfzehnjährigen Königs Richard II. von England mit der fünfzehnjährigen Anne von Böhmen: Das "Parlament der Vögel" (1382) ist ein Traumgedicht. Die 100 im „rhyme royal“ gehaltenen Strophen stellen einen der ersten Belege für den Valentinstag als Fest der Liebe dar. Wie auch in The House of Fame ist der Erzähler ein Dichter, der vergeblich versucht, in alten Büchern etwas über die Liebe zu lernen. Über Somnium Scipionis gebeugt, den im letzten Teil von Ciceros De re publica beschriebenen Traum Scipios, schläft der Dichter ein und wird im Traum von Scipio höchstselbst zum Garten der Liebe geführt. Dort haben sich die Vögel unter dem Vorsitz der Göttin Natura zur Balz eingefunden, um einen Partner oder Partnerin zu wählen.
Zu Chaucers Lebzeiten fiel der heutige 14. Februar auf den 23. Februar im julianischen Kalender. In England sollten ab dann die Vögel damit begonnen haben, sich zu paaren und zu nisten.
Das Leben kurz, die Kunst so lang zu lernen,
Die harte Prob‘, der Sieg schwer zu gewinnen,
Die Freude, schnell bereit sich zu entfernen:
Dies ist die Liebe, die mein ganzes Sinnen
Verwirrt so durch ihr Wirken und Beginnen,
Dass ich nicht weiss, wenn ich sie recht betrachte,
Ob wach ich bin, ob mich ein Traum umnachte.
Zwar kenn‘ ich Amor nicht in Tun und Wesen
Noch weiss ich, wie er treuen Dienst vergütet,
Doch hab in Büchern ich gar oft gelesen,
Welch Wunder er vollbringt, und wie er wütet,
Und lese, dass als König er gebietet.
Nicht wag‘ ich seine Schläge zu beklagen,
Ich kann nur „Gott erhalt‘ solch Herren“ sagen.
Von alters her zur Lust bald, bald zur Lehre
Les‘ ich in Büchern oft, wie ihr schon wisst.
Warum zurück dazu ich nochmal kehre?
Nun wohl: Ich fand ein Buch vor kurzer Frist,
Das mit gar alter Schrift geschrieben ist,
Ich las darin um etwas zu studieren,
Den Tag lang eifrig, ohne mich zu rühren.
Denn dies war just Sanct Valentinus Tag,
Wo jeder Vogel dorthin kommt als Freier
Von jeder Art, die man sich denken mag.
Sie machten einen Lärm so ungeheuer
Das Erd‘ und Luft, und Baum und jeder Weiher
So voll war, dass für mich ein Platz war kaum
Zu stehen: so voll war der ganze Raum.
Geoffrey Chaucer (Vier von insgesamt einhundert !! Strophen) Ravensburger Spectrum Süd-West-Journal für Deutschland Europa und die Welt ; News aktuell_files/Dreieckstheorie-der-Liebe-Sternberg.jpg)
Du willst es nicht in Worten sagen
Du willst es nicht in Worten sagen,
Doch legst du’s brennend Mund auf Mund,
Und deiner Pulse tiefes Schlagen
Tut liebliches Geheimnis kund.
Du fliehst vor mir, du scheue Taube,
Und drückst dich fest an meine Brust;
Du bist der Liebe schon zum Raube
Und bist dir kaum des Worts bewusst.
Du biegst den schlanken Leib mir ferne,
Indes dein roter Mund mich küsst;
Behalten möchtest du dich gerne,
Da du doch ganz verloren bist.
Du fühlst, wir können nicht verzichten;
Warum zu geben scheust du noch?
Du musst die ganze Schuld entrichten,
Du musst, gewiss, du musst es doch.
In Sehnen halb und halb in Bangen,
Am Ende rinnt die Schale voll;
Die holde Scham ist nur empfangen,
Dass sie in Liebe sterben soll.
Theodor Storm (1817 – 1888)
Stell' dir vor, es ist "Valentinstag" ... und niemand sagt dir: "Ich liebe dich!"
Soll es geben. Ist aber nicht so schlimm, wenn man/frau damit umgehen kann. Das aber - so meine ich - kann nicht jede/r Mensch. Vor allem dann nicht, wenn das "ich lieb dich" oder "ich habe dich lieb" oder "ich bin stolz auf dich" - in der eigenen Kindheit nie aus dem Munde eines/er anderen gehört wurde. Nicht von der eigenen Mutter, nicht vom eigenen Vater oder sonst jemandem. Weder mit Worten (verbal), noch mit Gesten: auf den Schoß nehmen, umarmen, übers Haar streicheln, Tränen abwischen, anlächeln ...
Wer das in der Kindheit und Jugend - und womöglich auch durch eine Liebesbeziehung in der Vergangenheit - jedoch erlebt hat, für den ist es wesentlich leichter, ohne tägliche Liebesbekundungen durch andere leben zu können. Nach dem Motto: Warte nicht darauf, dass andere dir Lorbeerkränze flechten, sondern pflücke dir deine Blumen selbst.
Das hat sehr viel mit Selbstannahme und gesunder (!) Eigenliebe zu tun. Was aber nur funktioniert, wenn man/frau aus dem Reservoir des "Geliebtgewordenseins" der Vergangenheit schöpfen kann.
Dennoch gibt es wohl kaum einen Menschen, der nicht auch in der Gegenwart seines Lebens hören möchte, dass er/sie geliebt ist. Nicht weil er/sie gut aussieht, viel Geld oder ein schnelles Auto besitzt, gut reden und/oder schreiben kann, künstlerisch begabt ist, ein hohes Amt inne hat, täglich in der Zeitung steht oder irgend etwas Tolles bewerkstelligt hat, oder was man/frau sich zuvor "erkaufen" musste; sondern weil er ER ist und sie SIE ist, um seinetwillen und um ihretwillen!
Als Theologe habe ich noch ein eindringliches Wort an die supergläubigen Christen unter uns zu richten. Wenn jemand - meist gedankenlos - zum anderen sagt: "Gott liebt auch dich" oder "Jesus liebt dich" und erwartet, dass der andere das so einfach glaubt - oder noch schlimmer: Ihm selbiges sagt, ihn/sie aber mit seiner Einsamkeit, Sorgen und Ängstlichem im Stich lässt und dennoch erwartet ... (siehe oben) - dann hat er keine Ahnung davon, dass es die Liebe "Gottes" ohne die erfahrene Liebe in der Vergangenheit oder Gegenwart durch Menschen, so gut wie nicht gibt!!
--------------------------------------------
Es ist was es ist
„Es ist Unsinn
sagt die Vernunft.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.
Es ist Unglück
sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst.
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.
Es ist lächerlich
sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist
sagt die Liebe:“
- Erich Fried
-------------------------------------------------
NIMM !!
und sah in verführerisch an;
Doch während er so dachte,
und ihre Augen sprachen ohne Worte
nur ein Wort: Nimm!
Sollte er? Was würde dann geschehen?
Dann griff er zu.
Im selben Moment aber zog sie
es war ein wunderschöner Pfirsich -
zurück und wand sich ihm ab.
Er hörte ihre lachende Stimme:
Doch hatte er nicht.
er war vom Baum verschwunden,
und von ihm gekostet hätte.
um IHN in der Kühle des Abends zu treffen.
fing er an sich bei IHM zu beschweren,
"doch es ist wohl eher die Hölle geworden."
"Wie konnte ich ahnen,
dass ihr in der Lage sein würdet,
das Schöne zu gebrauchen,
um Hässliches damit zu tun;
das Prickelnde zu überhöhen
zu einem tödlichen Vulkan;
das Gute zum Bösen werden zu lassen,
ohne dass es sein Gesicht verändert?
Menschen wollte ICH schaffen,
doch Halbgötter seid ihr geworden.
ICH nehme die Schuld auf mich.
ICH werde es wieder gut machen."
"Aber HERR, wie willst du das wieder gut machen?"
"Keine Ahnung. Gib mir ein paar tausend Jahre ZEIT!"
- Stefan Weinert, 2020 (c)
Gerichtsurteil zu Sanierung von Böden mit Asbestvorkommen ... Könnte (?) auch das Ravensburger "Kornhaus" betreffen ...
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Noch wartet der Ravensburger Blogger auf die Antwort aus den Rathäusern, um welche Schadstoffe es sich im Gebälk der ehemaligen Bücherei (Kornhaus) handelt. Nun wurde bekannt, dass auch die Fußböden des mehrstöckigen Hauses untersucht wurden, ob sich dort Gifte verbergen. Ergebnisse sind auch hier nicht bekannt. Sollte allerdings Asbest dabei sein (und überhaupt auch an anderen Stellen des Gebäudes, wovon eigentlich auszugehen ist), muss gemäß eines Gerichtsurteils das Folgende bei der bis zu 22 Millionen Euro teuren (mit Vermehrungspotential) Sanierung bedacht werden.
„Nicht nur das Holztragwerk, sondern auch Fliesen, Klebstoffe sowie Dämmstoffe wurden detailliert durchleuchtet.“
Pressesprecher der Stadt Ravensburg bezüglich der geplanten Sanierung des "Kornhaus"
Verwaltungsgericht Arnsberg Urteil
08.11.2018 - Asbesthaltige Klebstoffreste dürfen nicht lediglich überdeckt oder versiegelt werden.
Im Rahmen einer Sanierung asbesthaltiger Fußbodenbeläge dürfen nach Entfernung der Bodenbeläge zurückbleibende asbesthaltige Klebstoffreste nicht lediglich überdeckt oder versiegelt werden. Dies hat das Verwaltungsgericht Arnsberg in seiner Entscheidung bekanntgegeben.
... ... ...
VG: Überdeckungs- bzw. Versiegelungsarbeiten stellen verbotene Tätigkeit im Sinne der Gefahrstoffordnung dar.Abstrakte Gefährdung von Personen als Verbotsvoraussetzung ausreichend.
Unter dem obigen Link weiterlesen
--------------------
Aktualisiert (Anhang "Lumumba"): Weihnachtsmärkte und der "DEUTSCHE GLÜHWEIN-INDEX" - Das ist KEINE Satire!
Eigentlich wollte ich am Freitag Mittag die Gelegenheit nutzen, um einmal (1) - wirklich nur ein (1) einziges (1) Mal - über den Ravensburger Weihnachtsmarkt zu gehen, um die Anzahl der Glühweinstände zu zählen. Mein eigentliches Anliegen war, mir ein Buch zu kaufen und zuvor ein paar Bankgeschäfte zu erledigen. Das dieses Buch im Rahmen von "Weihnachtsmärkte" in Deutschland (hoffentlich nicht in Ravensburg) noch eine nicht unerhebliche Rolle spielen wird, wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Siehe Anhang!
Doch nachdem ich ich mein Geldinstitut verlassen hatte und da mitten auf dem mittleren Marienplatz stand, bemerkte ich bei meiner 360 Grad Rundumschau nur Stände, welche ganz explizit einzig Glühwein und Punsch anboten, oder solche neben anderen Produkten über den Christkindles-Tresen gehen ließen. Und es waren nicht etwa nur vier dieser Buden, sondern weit über zehn, die meine "Rundumkamera" erfasste.
Übrigens eine unglaubliche optische und visuelle Präventivmaßnahme der Verantwortlichen gegenüber Kindern und Jugendlichen hinsichtlich der bevorstehenden Fasnet und des kommenden "Rutenfestes". Und auch jedem anderen Besucher wird bei diesem feuchtfröhlichen Eingangsportal klar, worum es auf dem "Christkindlesmarkt" Ravensburg eigentlich geht.
Mich ekelte, weshalb ich mir den weiteren mir vorgenommenen Rundgang über den Rest dieses Glühevents mit weihnachtlicher Außenfassade ersparte - nur, um feststellen zu müssen, dass das mit den Punschbuden noch nicht alles war. Dabei rühmt sich gerade die Stadt Ravensburg mit einem bei In- und Ausländern begehrten "Weihnachtsmarkt", welcher deshalb auch noch eine Stunde länger (21 Uhr) geöffnet hat.
Dabei kosten die Tasse "heißen Alkohols mit Zucker", oder die Variante ohne Promille zwischen vier (4 Euro) und "Vier-Euro-fünfzig" (4,50 Euro) - 0,50 Euro mehr als im Vorjahr. Das ist eine Preissteigerung von immerhin zwischen 12,5 und 9,5 Prozent.
Doch das ist bundesweit das Übliche. Wobei Ravensburg sogar noch recht "günstig" davon kommt. Und damit sind bei dem im Aufmacher genannten Glühwein-Index, den es tatsächlich gibt.

www.coupons.de
In knapp 60 (genau: 59) deutschen Städten - Ravensburg ist nicht dabei, wohl aber Konstanz - wurden entsprechende Daten erhoben.
Dabei kam das folgende heraus [Quelle: www.coupons.de]
Glühweinpreise im städtischen Vergleich:
Westdeutschland: Auf 19 Märkten lag der Durchschnittspreis bei 4,51 Euro, nahezu identisch mit dem Bundesschnitt.
Ostdeutschland: Hier ergibt sich bei 14 befragten Städten ein etwas günstigerer Durchschnitt von 4,27 Euro pro Tasse Glühwein.
Süddeutschland: Die höchsten Preise finden sich in den 15 Städten im Süden der Republik - durchschnittlich werden 4,73 Euro pro Tasse fällig.
Norddeutschland: Mit 4,41 Euro liegt der Norden im moderaten Mittelfeld des Glühweinpreisindexes. 11 Städte wurden für die Befragung herangezogen.

Ravensburg?
Rechnen wir die Summe aller Glühweinpreise durch die Anzahl der befragten Städte bzw. Buden, so ergibt sich ein Durchschnittswert von 4,54 Euro pro Glühwein. Im Vergleich zu 2024 entspricht das einem Anstieg von rund 7%. Noch deutlicher fällt der Unterschied zum Jahr 2023 aus: Damals kostete eine Tasse Glühwein im Schnitt 3,96 Euro, also fast 60 Cent oder 14,65% weniger als heute.
----------------------------------
Anhang von Stefan Weinert, 8. Dezember 12:55 Uhr
Wie die Deutschen - vor allem die deutschen Weihnachtsmarktbesucher - "ticken", und dabei auch im Rausch vor Rassismus keinen Halt machen, zeigen die Horden deutscher Frohgesinnter auf den Weihnachtsmärkten in Kassel und Bremerhaven. Dort nämlich - wie übrigens auch in anderen deutschen Städten - wird respektive wurde neben Glühwein und Punsch auch das Getränk "Lumumba" ausgeschenkt. (Siehe hier)Dabei handelt es sich um heißen Kakao mit einem Schuss Rum. Nun haben die Stadtverantwortlichen den Standbetreibern untersagt, dieses Getränk so zu benennen, da diese Bezeichnung den Namen des kongolesischen Widerstandskämpfer und ersten 1960 demokratisch gewählten Präsidenten dieses Staates, Herrn Patrice Lumumba, in den Dreck ziehe. Lumumba wurde übrigens wenige Monate nach seiner Ernennung zum Präsidenten, im Rahmen eines Putsches ermordet. Siehe auch die Städte Hanau und Offenbach.
In jenem Buch, welches ich oben im Rahmen meiner peripheren Begegnung mit dem Ravensburger Weihnachtsmarkt erwähnte, befasst sich der Autor Wolfram Frommlet ("Johann Sebastian Bach geht über den Sambesi") gerade auch mit dem großartigen Patrice Lumumba. Für mich ist - nach dem Lesen des hervorragenden Buches - völlig unklar, wieso überhaupt jahrelang (Jahrzehnte?) ein solches Getränk unter diesem Namen firmieren konnte. ???
Die Antwort darauf aber findet sich in den Kommentaren jener "weiß ich wie tickenden" Weihnachtsmarktbesucher wieder. Sie schreiben zu dem Verbot, das sie nicht akzeptieren wollen: „Es ist einfach nur noch peinlich“ oder „Haben wir eigentlich keine größeren Probleme?“, oder: „Ihr tickt doch nicht mehr richtig. Mehr hab ich zu dem Unsinn nicht zu sagen. Ich bestelle weiter Lumumba. Punkt“. Oder: „Nur noch lächerlich.“ Und: „Ich schmeiß mich weg. Das glaub ich jetzt nicht.“ Es gab nur wenige Personen, die die Namensänderung positiv kommentierten. (a.a.O.)
Ob es auf dem Ravensburger "Christkindlesmarkt" ein Getränk namens "L" zu kaufen gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. man/frau kann nur hoffen, dass dies nicht so ist und wenn doch, es unter "Kakao mit Schuss" firmiert. Denn es geht hier nicht nur um Rassismus, sondern auch um die Ehrverletzung Toter:
Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener
Wer das Andenken eines Verstorbenen verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
DFB-Pokal / Bielfeld : Werder Bremen = 1:0 / Zusammenfassung hier ...
Quelle: Kicker
Bielfeld : SV Werder Bremen = 1:0

Video des Spieles in einer vierminütigen Zusammenfassung

Werder Bremen über eine halbe Stunde in Unterzahl ...
Eiliger Rückruf von Vinnocence-Weinen in allen Bundesländern ... !!
Der Hersteller der Weinmarke Vinnocence hat einen Rückruf für mehrere seiner Weine in Glasflasche herausgegeben. Hier ist, was Sie beachten müssen.
Die Herstellung von Wein ist eine Jahrtausende alte Kunst, die viel Wissen und Können benötigt. Entsprechend kann es auch schnell schiefgehen. Bei der Weinmarke Vinnocence werden aktuell alkoholfreie Weine in Glasflaschen zurückgerufen, da sie mit Hefe verunreinigt wurden. Hier sind alle Informationen zu dem Produkt.
- Name: VINNOCENCE Chardonnay alkoholfrei, VINNOCENCE Merlot alkoholfrei und VINNOCENCE Rosé alkoholfrei
- Losnummern: L211285B, L211285E und L211285D
- Hersteller: Peter Riegel Weinimport GmbH
- Mindestens haltbar bis: 08.11.2026
- Betroffene Bundesländer: Alle
Auch wenn die Weine alkoholfrei sind, werden sie nach einem ähnlichen Verfahren hergestellt, wie traditionelle Weine: durch Gärung. In dem Fall von Vinnocence kam es zu einer zusätzlichen Verunreinigung durch Hefe, was zu einer Nachgährung führen kann. Dadurch wird auf die Flaschen zusätzlicher Druck ausgeübt, der dazu führen kann, dass das Glas platzt. Das kann zu schweren Verletzungen führen, wenn die Glassplitter etwa in die Augen kommen. Bei der Entsorgung ist also Vorsicht geboten.
Falls Sie über eine solche Weinflasche verfügen, entsorgen Sie den Inhalt vorsichtig. Die Flasche sollte dabei im Optimalfall mit einem Handtuch umwickelt sein. Der Wein sollte nicht weiterhin gelagert oder ohne Vorsichtsmaßnahmen entsorgt werden. Falls es bereits zu einem Zwischenfall gekommen ist, verständigen Sie umgehend einen Arzt.
Informationen zur ErstattungWer eine Vinnocence-Weinflasche bei sich Zuhause bereits entsorgt hat, kann sein Geld wieder zurückerhalten. Das geht auch ohne Kassenzettel. Dafür muss man sich telefonisch oder per Mail bei Peter Riegel Weinimport GmbH melden: Tel 07774-9313 0 oder verkauf@riegel.de. Nach der Angabe der Menge und des Kaufortes erhalten Sie den Kaufpreis entweder direkt zurückerstattet oder in Form eines Einkaufsgutscheins.
13. August 1961 - Geheime Protokolle eines Mauerbaus, welcher angeblich niemals stattfinden sollte ...
-----------------------------------
Quelle des folgenden Textes: https://www.chronik-der-mauer.de/180100/mauerbau-13-august-1961
Eine lückenlose Chronologie
In der Nacht zum Sonntag, dem 13. August 1961, erteilt SED-Chef Walter Ulbricht den Befehl zur Abriegelung der Sektorengrenze. Die Einsatzleitung obliegt Politbüro-Mitglied Erich Honecker. Die Bevölkerung, so hofft man, ist abgelenkt durch das Wochenende. Mehr als 10.000 Volks- und Grenzpolizisten, unterstützt von einigen tausend Kampfgruppen-Mitgliedern, reißen am frühen Morgen mitten in Berlin das Straßenpflaster auf, errichten aus Asphaltstücken und Pflastersteinen Barrikaden, rammen Betonpfähle ein und ziehen Stacheldrahtverhaue. Mit Ausnahme von 13 Kontrollpunkten riegeln sie alle Sektorenübergänge ab.
Der Durchgangsverkehr der S- und U-Bahnlinien wird dauerhaft unterbrochen, der Intersektorenverkehr auf je einen S- und U-Bahnsteig im Bahnhof Friedrichstraße reduziert, dreizehn U-und S-Bahnhöfe werden für Ost-Berliner geschlossen.
Sowjetische Truppen bilden rund um Berlin eine dritte Sicherungsstaffel. Fassungslos stehen sich die West-Berliner auf der einen, die Ost-Berliner und Bewohner des Umlandes auf der anderen Seite am Stacheldraht gegenüber. Auf der Ostseite halten Kampfgruppen und Volkspolizei die Umstehenden mit Maschinengewehren in Schach; wer protestiert, wird festgenommen. Auf der Westseite schirmt West-Berliner Polizei die Grenzanlagen vor den erregten Bürgern ab. Am 14. August 1961 wird das Brandenburger Tor als Sektorenübergang für West-Berliner geschlossen: wegen anhaltender Proteste größerer Menschenansammlungen, und: „vorübergehend", wie es heißt.
Als die SED-Führung erkennt, dass der Westen die Abriegelung hinnimmt, der Stacheldraht die eigenen Bürger jedoch nicht von Fluchtversuchen abhält, beginnen Bautrupps in der Nacht vom 17. zum 18. August am Potsdamer Platz, den Stacheldraht durch eine Mauer aus Hohlblocksteinen zu ersetzen. Am 23. August 1961 wird die Zahl der Sektorenübergänge auf sieben reduziert. West-Berliner benötigen von diesem Tag an für den Besuch Ost-Berlins einen Passierschein, den es jedoch ab dem 25. August nicht mehr gibt: Die Passierschein-Ausgabestellen der DDR auf den Westberliner S-Bahnhöfen Zoo und Westkreuz werden auf westalliierte Anordnung im Einvernehmen mit dem Senat geschlossen. Aus statusrechtlichen Gründen wird der DDR als nichtanerkanntem Staat die Ausübung von Hoheitsakten in West-Berlin nicht erlaubt. Bis zum ersten Passierscheinabkommen von 1963 bedeutet dies für West-Berliner das Ende der Besuchsmöglichkeiten von Ost-Berlin
---------------------------------------------------
Stab PdVP Berlin - Journal der Handlung, 13. August 1961 Stab Präsidium der Volkspolizei (PdVP) Berlin – Journal der Handlung, 13. August 1961AbschriftStab PdVP BerlinAbt. Information
- 04.25VPI Treptow: 03.25 Uhr Stupo sperrt Elsenstraße. - 03.45 Uhr Sonnenallee 2 Stupo-Schnellkdo., Stärke ca. 50 Mann, am KP aufgefahren. - 04.25 Uhr Stützpunkt IX Ehrenmal wurden Schüsse gehört.(Aufklärung im weiteren Umkreis eingesetzt.)
- 2. 04.45Trapo, Abschn. Berlin, Inf.,: Auf S-Bhf. Friedrichstr. u. Schönhauser Allee Diskussionsgruppen, sprechen über die getroffenen Maßnahmen. - Von den anderen Übergangsbahnhöfen d. S-Bahn keine besonderen Vorkommnisse.(Aufklärung angeordnet.)
- 04.55Trapo meldet: Auf dem S-Bahnhof Schönhauser Allee u. Friedrichstr. verbleiben ein Teil der Reisenden auf dem Bahnsteig Richtung Westsektor stehen und diskutieren darüber, daß die Grenze nun doch zugemacht wird. Provokatorische Äußerungen oder feindliche Haltung gegenüber der Maßnahme wurden bisher nicht festgestellt.Aufklärung auf beiden Bahnhöfen wird fortgesetzt.
- 04.48Information Mitte: 04.27 Uhr wurde ein Provokateur festgenommen, der in der Brunnenstr. vor „Ritas Tanzpalast" provoziert hatte. Wurde K Mitte zugeführt. Näheres noch nicht bekannt.
- 05.05Abt. Information Treptow: Die Überprüfung der um 04.05 gehörten Schüsse hat ergeben, daß es sich um den Stadtförster handelt, der auf Kaninchenjagd war.(Die Jagd wurde eingestellt.)
- 05.10Trapo Friedrichstraße: Auf den Bahnsteigen stehen Hunderte von Menschen, die nach WB wollen. Bisher keine Vorkommnisse.
- 05.15Information Köpenick: Alle lebenswichtigen Betriebe besetzt. - S-Bahn Grünau u. Köpenick, Bahnsteige u. Innenräume sowie Vorplätze durch Kräfte der VP besetzt. - Lage bisher normal.
- 05.10Der Kontrolloffz., Hptm. d. VP H., meldet um 05.00 Uhr, daß der Zugverkehr vom Bhf. Friedrichstr. in Richtung Alexanderplatz nicht klar ist. Auf Veranlassung des Gen. H., Bezirksltg., wurde vom Gen. Oberstltn. d. VP G. die Bezirksltg. Kdo. 212 verständigt. Dort aufgenommen Gen. Sch.
- 05.15VPI Mitte: Ergänzung zur Festnahme in der Brunnenstraße: Bei dem Täter handelt es sich um den K.-D. N., 1943 in Berlin geb., wohnh. Bln. N. ist Rückkehrer, der in der Brunnenstr. gegenüber 20 Personen, die vor „Ritas Tanzpalast" standen, hetzerische Äußerungen gegen den Gen. Ulbricht und gegen die eingeleiteten Maßnahmen unserer Regierung machte.
- 05.20Information Lichtenberg: Die Lage im Bezirksbereich ist normal. - Auf dem S-Bhf. Lichtenberg und auf dem Straßenbahnhof Siegfriedstr. ist die Arbeit wie üblich aufgenommen worden. - Um 10.30 Uhr wird im Kultursaal des „EKL" eine Parteiaktivtagung der Kreisltg. Lichtenberg stattfinden.
- 04.55Information Pankow: VPI Pankow erhält von Trapo die Meldung der Stromabschaltung auf Strecke Bernau-Pankow. Überprüfung ergab Stromabschaltung durch Reichsbahn, keine Feindtätigkeit.
- 05.30Information Mitte: Aufklärungsgruppen haben festgestellt, daß um 05.22 Uhr gegenüber dem Übergang Brandenburger Tor Westreporter mit optischen Geräten erschienen sind.(Lage wird weiter aufgeklärt.)
- 05.30Information Treptow: KP Sonnenallee Festnahme eines Provokateurs. Derselbe fuhr mit Fahrrad und provozierte im Vorbeifahren unsere Volkspolizisten. Zuführung zur VPI erfolgt. - Ein Genosse der Kreisdienststelle teilt mit, daß er an der Tankstelle Grünau nicht abgefertigt wurde. Der Tankwart sagte: „Wenn alles streikt, streike ich auch. Hoffentlich bumst es bald."(Information Köpenick benachrichtigt zur Überprüfung u. Einleitung d. Maßnahmen.
- 05.50Information Pankow: Stromabschaltung erfolgte zwischen Bornholmer Str. u. Blankenburg wegen Bauarbeiten. Strom ist noch nicht eingeschaltet, Zeitdauer der Abschaltung noch nicht vorauszusehen. Bei Wiedereinschaltung erfolgt sofort Meldung.
- 05.55Information Prenzlauer Berg: Schönhauser Allee befinden sich ca. 50 Bürger vor dem S-Bhf. Schönhauser Allee und diskutieren über den Beschluß und schimpfen darüber. Beide Zugänge des S-Bhfs. sind gesperrt. Weitere Aufklärung wird bis 06.00 Uhr durchgeführt. Wenn sich bis dahin nichts ändert, werden die Gruppen aufgelöst.(Aufklärungsgruppe bleibt am Ort.)
- 04.25Sicherheitskdo.: 04.25 Uhr Potsdamer Platz KP 36 fährt ein USA-Fahrzeug in Richtung demokr. Berlin. - 04.30 Uhr: Am Reichstagsufer KP 32 patrouilliert ein Mannschaftswagen der Stupo.
- 04.35Am KP 54 Treptower Brücke entzieht sich eine Person durch Flucht der Kontrolle. - 04.53: Am KP 50 Melchiorstr. machen zwei Zivilisten Aufzeichnungen über die Lage der Drahtsperren.
- 05.00Am Brandenburger Tor KP 34 singen 3 Zivilisten auf der westlichen Seite das Lied „Brüder zur Sonne zur Freiheit" in Verbindung mit Pfui-Rufen.
- 05.30Information Treptow: Am Übergang Lohmühlenstr. gelang es der Bürgerin Helga W., 1939 geb., (Berlin) wohnh., sich bei der PA-Kontrolle nach Westberlin zu begeben. PA verblieb in denn Händen der VP-Angehörigen. Vorkommnis wird im Bereich ausgewertet.
- 06.00Information Prenzlauer Berg: Neue Lage am S-Bhf. Schönhauser Allee. Durch eine 2. Aufklärungsgruppe wurde festgestellt, daß sich nur noch 30 Personen vor dem Bhf. befinden und diese sich ruhig verhalten. Es handelt sich dabei um Bürger, die nach außerhalb fahren wollten.(Aufklärungsgruppe beobachtet weiteres Verhalten.)
- 05.45Information Lichtenberg: Die Lage auf dem S- u. U-Bhf. Lbg. ist ruhig und der Verkehr normal. Die Flugblätter sind bei der Kreisleitung eingetroffen, und die Vorbereitungen zur Verteilung sind eingeleitet worden.
- 05.40Information Köpenick: In den Diskussionen auf dem Straßenbhf. Nalepastr. kommt zum Ausdruck, daß die Maßnahme zu hart ist. - 1 Schaffner ist heute nicht zum Dienst erschienen.
- 06.05Information Mitte: Ecke Brunnen-/Bernauerstr. randalieren ca. 40 Personen. FStW. mit K-Besetzung ist zum Ort gefahren. Schnellkdo. ist z. Zt. in Lichtenberg eingesetzt.
- 06.15Information Pankow: Meldung d. Kreisltg. Pankow, es wurden 23 BPO und 10 WPO mobilisiert. Weitere folgen. Die mobilisierten Genossen melden sich vor dem Rathaus Pankow zu vorgesehener Flugblattverteilung, Agitation- und Propagandaeinsatz.
- 06.10Information Mitte: Am Spittelmarkt wurde eine Person mit einem Messerstich aufgefunden. Diese Person ist in der Nacht aus WB zurückgekehrt. Sie wurde der Unfallklinik Ziegelstr. mittels FStW. zugeführt. Alles Nähere noch unbekannt.
- 06.15Information Trapo: Auf dem Bahnsteig Friedrichstr. in Richtung WB größere Ansammlung von Westberlinern, die nach WB fahren wollen. Nach Kenntnisnahme der eingeleiteten Maßnahmen zerstreuen sich die Personen u. verlassen den Bahnhof. - Auf den anderen S-Bahn-Übergangsbahnhöfen nach WB keine besonderen Vorkommnisse.
- 06.20Information Treptow: Lage am KPP Schönefeld: Zugverkehr normal. In den heutigen Morgenstunden wurden insgesamt 372 Personen in ihre Heimatwohnorte zurückgewiesen.
- 06.20Information Pankow: Nochmalige Ermittlungen betr. der Stromabschaltung wurden durch Genossen der Abt. K bei der Reichsbahn geführt. Es wurde festgestellt, daß es sich um die Stromabschaltung der Strecken nach WB handelt. Angeblich Weisung d. Minister d. Innern u. Minister f. Verkehrswesen.
- 06.25Information Köpenick: S-Bhf. Grünau befand sich eine Personengruppe aus Potsdam, die eine Nachtpartie mit der „Weißen Flotte" durchgeführt hatte und nach Potsdam zurückfahren wollte. Die Personengruppe, ca. 50 Personen, Intelligenzler mit Ehefrauen, wurden auf den Schnellverkehr verwiesen.
- 06.45AZKW meldet: Am KP 34, Brandenburger Tor, wurde gegen 06.10 Uhr beobachtet, daß 30 Stummpolizisten im Tiergarten stationiert wurden. Um 06.30 Uhr wurde ein Pkw mit dem Kennz. B-LE 253 gesehen, in dem sich 1 Offz. der Stupo mit goldenen Rangabzeichen befand, vermutlich Stumm. Er inspizierte die Posten und das B-Kommando im Tiergarten. - Auf dem Bhf. Friedrichstr. besteht ein völliges Durcheinander. Minister Kramer ist persönlich anwesend, um den Zugverkehr zu regulieren. - Zu nicht bekannter Uhrzeit ist ein S-Bahnzug nach Erlaß der Maßnahme nach Westberlin abgefahren.
- 06.55Lage in den VEB: „EAW", „WSSB" Arbeitsruhe. Parteileitung, BS, KG anwesend. Die Stimmung ist gut und die Diskussionen positiv. - Beim Fernsehfunk zur Zeit Änderung des Programms, Stimmung und Äußerung zu den Maßnahmen positiv.
- 07.10Information Prenzl. Berg: Aus dem Raum KP 18, Eberswalder Str. , wurden 5 Jugendliche wegen Provokation und Anpöbeln von VP-Angehörigen der VPI zwecks Überprüfung zugeführt. - Aus dem Raum S-Bhf. Schönhauser Allee wurde 1 Person der VPI wegen Provokation zugeführt.
- 07.20Information Treptow: Um 07.05 Uhr amerik. Hubschrauber gesichtet. Um 07.15 Uhr Ortsteil Altglienicke überflogen und dann abgedreht zu den Westsektoren.
- 06.55Operative Gruppe Mitte: Seit 06.17 Uhr befindet sich auf dem S-Bhf. Friedrichstr. der Verkehrsminister Gen. Kramer und leitet dort die Maßnahmen an.
- 06.55Am Brandenburger Tor auf Westberliner Seite befinden sich weiterhin Fotoreporter. Die gemeldete Verstärkung von 100 Mann ist dort nicht mehr festzustellen. - Der Minister des Innern war zwischen 06.15 und 06.45 Uhr am Ort.
- 07.35Information Lichtenberg: In den Geschäften, die sonst sonntags Milch führen, ist heute keine angeliefert worden. Durch den Kreissekretär wurden die verantwortlichen Genossen herangezogen. Eigene Bemühungen, Verbindung mit dem Milchhof in Weißensee zu bekommen, sind bis jetzt nicht gelungen.
- 07.00Information Prenzlauer Berg: Die meisten Bürger zeigen in den Diskussionen, daß sie von den Maßnahmen überrascht sind. Diese Diskussionen wurden vor dem S-Bhf. Schönhauser Allee geführt. Es wurde so argumentiert, daß die Maßnahmen keine Freiheit wären. - Im VEB Viehhof, Gasversorgung Prenzlauer Allee, Kühlbetriebe, Lage normal. In allen Revierabschnitten der ABV Lage ebenfalls normal. - Agitatoren der Partei verteilen unter Bevölkerung die Erklärung. Stimmung in der VP ist gut. - Politische Maßnahmen eingeleitet. Kampfblatt herausgegeben. Sekretäre eingewiesen. Parteibeauftragte haben festgelegt, an alle VP-Angehörigen die Erklärung und das Flugblatt zu verteilen.
- 06.32Kommando Bereitschaftspolizei: nach Angaben des Beobachters, Ltn. W., sollen am KP 18 einige Stupos von einem Kfz. länglich graue Kisten abladen.
- 06.27Kommando Bereitschaftspolizei: Am KP 36 sind 2 MTW mit Stupos, je 15 Mann und 1 Lauka aufgefahren. Durch einen Stupo-Offz. wurde der Übergang um 2-3 m für einige Augenblicke verletzt.
- 06.50Kommando Bereitschaftspolizei: Am KP 34 ist 1 britischer Pkw., Kennz. 27XBOO, in das demokr. Berlin eingefahren und ist noch nicht zurückgekommen.
- 07.00Kommando Bereitschaftspolizei: Provokation durch Stupo am KP 11. Unsere Genossen wurden durch Zurufe als Faschisten und SS bezeichnet.
- 07.505. Grenzbrigade: Lage dort normal. Lediglich Verzögerungen bei der Erfüllung der Arbeiten der Reichsbahn. - Dreilinden und Teltow S-Bahngleise noch nicht gesperrt. - Sonst keine besonderen Vorkommnisse.
- 07.30AZKW: Am KP Friedrich-Ebert-Str. sind westl. Presseleute und fotografieren die Arbeit unserer Pioniere. – Am KP Friedrichstr. hielt sich gegen 07.00 Uhr ein amerik. Pkw. längere Zeit auf. – Um 07.10 Uhr durchfuhr der Pkw. BC – 91 der amerik. Armee mit 2 Personen in Zivil ohne Kontrolle den KP Friedrichstr. – Um 07.30 Uhr wurden am KP W. Kuhrstr. unsere Genossen von den Stummpolizisten mit „keine Deutschen mehr, schlimmer als die Russen und euch müßte man erschießen" verleumdet.
- 07.10Information Prenzl. Berg: Aus dem Raum KP 18, Eberswalder Str., wurden 5 Jugendliche wegen Provokation und Anpöbeln von VP-Angehörigen der VPI zwecks Überprüfung zugeführt. - Aus dem Raum S-Bhf. Schönhauser Allee wurde 1 Person der VPI wegen Provokation zugeführt.
- 07.55Abt. Information: Leiter der Verkaufshalle beim Deutschen Fernsehfunk, die gleichfalls die Bevölkerung mit versorgt, meldet, daß die Milchversorgung gewährleistet ist. Bei der Kundschaft ist keine Panikstimmung oder Hamstereinkäufe festzustellen. In den anderen Sonderverkaufsstellen im Bezirk Treptow wurden bisher die gleichen Feststellungen getroffen.
- 08.00Von Information Mitte und Friedrichshain wird laufend Hubschraubertätigkeit entlang den Übergängen gemeldet. Ab und zu sind dabei leichte Grenzverletzungen festzustellen. – Am Potsdamer Platz wird um 07.27 Uhr durch USA-Militärangehörige ein Stupo-Offz. eingewiesen.
- 08.05Information Treptow: Im VEB Kühlautomat hat die Sonntagsschicht um 08.00 Uhr die Produktion voll aufgenommen. Keine negativen Stimmungen. - Kampfgruppe formiert.
- 08.07Information Pankow: Kleingartenfunktionäre aus dem VP-Bereich 284 richten Anfragen, ob sich Westberliner Bürger auf ihren Grundstücken nachts weiter aufhalten dürfen. – Oltn. H. und P.: Auf Westb. Seite am KP 12 provozieren 4 Jugendliche unsere Posten mit den Worten: „Strolche, Schweine, Lumpen" u.ä. 2 uniformierte Stupos in unmittelbarer Nähe schreiten nicht ein. - KT mit Teleobjektiv in Marsch gesetzt.
- 08.15Information Friedrichshain: Um 07.10 Uhr wurde am KP 52 festgestellt, daß 1 US-Unteroffz. von Westberliner Seite aus die in der Warschauer Str. aufgefahrenen Panzer zählt. – Um 08.01 Uhr beschimpfen ca. 20-30 Jugendliche am Brandenburger Tor von Westb. Seite aus unsere Posten. Zu Tätlichkeiten ist es nicht gekommen. – Oltn. d. VP L. teilt mit, daß die Genossin Oberstltn. d. VP S., Leiter SV II, mitteilte, daß 5 Westfahrzeuge und 1 US-Militärfahrzeug mit Militärinsassen ständig das Objekt umkreisen sollen. Abt. Operativ und Information um 08.20 Uhr in Kenntnis gesetzt.
- 09.00Information Treptow: Gegen 08.30 Uhr wurde die Besatzung der Radarstation in Rudow um 15 Mann verstärkt. – Vom KP 70 Am Kiesberg wird von westlicher Seite aus Aufsteigen von Hetzballons festgestellt. Ballons fliegen demokr. Berlin bzw. DDR ein.
- 09.30nformation Trapo: Um 09.00 Uhr wurden am Bhf. Friedrichstr. zwei amerik. Staatsbürger der Trapowache zugeführt. Dieselben haben die Maßnahmen und ihre Durchführung sowie Angehörige der Trapo fotografiert. Sie sind im Besitz eines amerik. Reisepasses und tragen Zivil. MfS hat beide Personen übernommen. – Der S-Bahnverkehr hat sich auf Bhf. Friedrichstr. normalisiert.
- 09.05Information Treptow: Am KP Elsenstr. Zusammenrottung von ca. 30 Personen, bisher keine Tätigkeit. Gruppe wird unter Kontrolle gehalten. – Am KP Sonnenallee 2 Sonderkommandos sind abgezogen worden. An den 4 Übergängen im Inspektionsbereich verstärkte Funkwagentätigkeit der Stupo und z.T. Doppelposten. Fahrzeug- und Personenverkehr wird z.Zt. von der Stupo nicht behindert. – Lage auf S-Bhf. Treptow ruhig. – An den KP treffen fortlaufend Bürger des demokr. Berlin ein und wollen nach WB, um persönliche Dinge zu regeln. Überwiegend wird die Meinung vertreten, daß diese Maßnahme endlich eine nachhaltige Wirkung haben wird. Z.T. wird bemängelt, daß Westberliner das demokr. Berlin betreten können, aber umgekehrt der Verkehr noch nicht freigegeben wird. – In den Betrieben gibt es keine Störungen. Gegnerische Tätigkeiten bisher nicht festgestellt. – Bei der Bevölkerung setzt sich die Einsicht in die Notwendigkeit der Maßnahme durch. – Die zugeführte Person vom KP Elsenstr. wird z.Zt. noch überprüft. – Zusammenrottung von Jugendlichen in Wohn- und Ausflugsgebieten nicht festgestellt. – Negatives Auftreten von Rückkehrern, Zuziehenden oder Grenzgängern bisher nicht ermittelt. - Von den Politabteilungen werden auf allen Dienstsstellen Blitzversammlungen durchgeführt. Politfunktionäre erhielten eine zentrale Einweisung. – Partei organisiert Betreuung der Genossen. Stimmung bei den Genossen ausgezeichnet, volle Zustimmungserklärung. Viele Genossen haben ihren Urlaub abgebrochen und sich zum Dienst gemeldet.
- 09.55Information Prenzl. Berg: Am KP Eberswalder Str. wurden 2 Personen gestellt, die im demokr. Berlin fotografierten. Davon war ein Reporter der „Wochenpost". Er erklärte, daß er den historischen Augenblick der Spaltung Deutschlands festhalten will. Inwieweit beide Personen im Zusammenhang stehen, muß noch geklärt werden. Beide Personen wurden der VPI zugeführt. KD hat Kenntnis.
- 10.00AZKW: Am Brandenburger Tor sind auf westlicher Seite 2 Drachen aufgestiegen, die Flugblätter in Richtung demokr. Berlin verstreuen. Flugblätter sind noch nicht aufgefunden worden. – In der Friedrichstr. hat sich der Westzoll um ca. 100 m zurückgezogen und steht jetzt in Höhe der Oranienstr. – Am Übergang Kopenhagener Str. stehen neben Westzoll und Stupo zusätzlich 2 französische Posten mit Pistole.
- 10.30Information Treptow: Der schwache Personen- und Kfz.-Verkehr wird durch die Stupo nicht behindert. – Bürger des demokr. Berlin sprechen die Posten an den Übergängen an und fordern Passierschein. – Zu der Personengruppe am KP Elsenstr. hat eine Anhäufung auf ca. 100 Personen stattgefunden. Z.Zt. keine Handlungen. Auf unserer Seite ebenfalls Diskussionsgruppen, die sich ruhig verhalten. – Keine Vorkommnisse auf S-Bhf. Bürger aus WB verhalten sich ruhig. Von unseren Bürgern wird geäußert, daß es ungerecht ist, daß die Westberliner kommen können, und sie sind hier gefangen.
- 11.00Trapo: Die Situation auf dem Bhf. Friedrichstr. hat sich so geändert, daß große Anstrengungen im Personenverkehr mit der S-Bahn auf dem Bahnsteig in Richtung Alexanderplatz aufgetreten sind. Die Reisenden werden nur schubweise auf den Bahnsteig gelassen. Diese Stauung entstand durch den Ausfall von einigen Zügen durch eine Weichenbeschädigung auf den Gleisen im Bereich des Alexanderplatzes.
- 11.05Information Treptow: Bis gegen 10.45 Uhr hat sich die Gruppe am KP Elsenstr. auf westlicher Seite auf ca. 100 Personen erhöht. Bisher keine Tätigkeit. Am gleichen KP auf unserer Seite Diskussionsgruppen, deren Stärke fortlaufend wechselt. Die einzelnen Bürger verhalten sich ruhig und keine negativen Äußerungen zu den Maßnahmen waren festzustellen.
- 11.05Trapo: Teilweise Sperrung des S-Bahnhofs Friedrichstr. Personenverkehr kann zur Innenstadt nicht bewältigt werden. – Westberliner Lokführer hat sich geweigert, die Lok von Moabit nach Pankow zu fahren. Er brachte die Lok nach Tegel.
- 11.05Um 09.55 Uhr wurde von der Trapo auf dem S-Bhf. Schönh. Allee die Renate B., geb. 1941, Dimitroffstr. wohnh., festgenommen. Sie hetzte eine diskutierende Gruppe auf, die „Trapo zusammenzuschlagen". – Vom S-Bhf. Wollankstr. wird gemeldet, daß sich der Flugverkehr zum Flugplatz Tegel auffallend verstärkt hat.
- 10.45Information Mitte: Am Übergang Köpenicker Str. haben sich auf beiden Seiten ca. je 100 Personen angesammelt, die unsere Posten provozieren. Sie versuchen, die Sperre zu durchbrechen. Abt. Operativ in Kenntnis gesetzt.
- 11.05Information Prenzl. Berg: Die Lage im Stadtbezirk Prenzl. Berg ist normal. An den Übergängen Eberswalder Str. und Bornholmer Str. sind je 300 Personen, es handelt sich hierbei um Neugierige, aufgetaucht. Beide Punkte wurden durch Einsatzkräfte der VP geräumt. – Bei der Bevölkerung tauchen Diskussionen auf über die Erteilung von Passierscheinen nach Westberlin. Weiterhin baten Grenzgänger um Auskunft, wie sie ihre Leihwagen, die sie in Westberlin erhalten haben, nach dort bringen können. – Im Inspektionsbereich wurden 2 Personen zugeführt. – Im VEB Gasversorgung fand eine Parteiaktivtagung mit ca. 500 Personen statt. Eine zweite Aktivtagung findet am gleichen Ort um 11.15 Uhr statt.
- 11.20Information Treptow: Um 10.30 Uhr verließ eine Familie, Mann, Frau und Kind, über den Heidekampweg illegal das demokr. Berlin. Sperre war zu dieser Zeit noch nicht errichtet. Vorkommnis wurde durch einen VP-Helfer beobachtet. - Am Flutgraben, Nähe Lohmühlenstr., hat sich ein junges Mädchen gegen 10.00 Uhr bis auf die Unterwäsche entkleidet, ist in den Flutgraben gesprungen und nach WB geschwommen. Sie wurde von der dortigen Menschenmenge „empfangen". Kurz darauf kam eine Frau und hob die zurückgelassenen Kleider auf. Es erfolgte Zuführung zum VPR 231 zur weiteren Überprüfung.
- 11.30Information Köpenick: Grenzgänger äußern, daß sie nun hinter Gittern sitzen. – 52 Bürger suchten die VPI auf und 25 erkundigten sich nach der Ausgabe der Passierscheine. – In Rauchfangswerder wurden von 12. zum 13.8.61 ca. 20 Grabsteine auf dem dortigen Friedhof umgeworfen. Untersuchung wird durch K geführt. – „ND" seit den frühen Morgenstunden ausverkauft. Verteilte Flugblätter Anzahl zu gering. Bevölkerung verlangt neues Informationsmaterial.
- 11.50Trapo: Auf dem Potsdamer Platz befinden sich auf westlicher Seite ca. 200 Jugendliche, die in Sprechchören gegen unsere bewaffneten Organe hetzen.
- 12.10AZKW: Brandenburger Tor auf westlicher Seite haben sich ca. 300 –400 Personen zusammengerottet, die begonnen hätten, die Grenzbefestigungen zu zerstören. Ebenso würden sie versuchen, das Sektorenschild zu beseitigen. Die VP-Kräfte würden dort zur Aufrechterhaltung der Ordnung nicht ausreichen.
- 12.05Trapo: Nach den Beobachtungen der Trapo vom S-Bahngleis Baumschulenweg Richtung Westen wurden am heutigen Tage insgesamt 11 Personen gesehen, die illegal durch den Heidekampgraben Westberlin aufgesucht haben. Die dort arbeitenden Angehörigen der bewaffneten Organe verhalten sich passiv dazu.
- 11.30Information Treptow: Vom FStW wird gemeldet, am KP Elsenstr. ca. 1.500 Personen, die erkennen lassen, daß sie nach WB wollen. – Zwischenfälle mit VP bisher nicht zu verzeichnen.
- 11.30AZKW: Die Stupo fordert in der Charlottenburger Allee durch Lautsprecher die Bürger auf, das Gebiet zwischen dem Brandenburger Tor und dem sowj. Ehrenmal zu räumen.
- 11.45Information Treptow: Bei der Ansammlung von den ca. 1.500 Personen hat Überprüfung folgendes ergeben: In Baumschulenweg sind 8 Panzer der NVA zum KP Sonnenallee gefahren. Diese auffahrenden Panzer haben die Menschen als Neugierige sozusagen mitgezogen. Nachdem die Panzer am KP Stellung bezogen, zerstreuten sich die Bürger, und z.Zt. halten sich ca. 30 Bürger auf unserer Seite auf, die sich in einzelne Diskussionsgruppen aufteilen bzw. die Anschläge durchlesen.
- 12.40Information Mitte: In der Friedrich-Ebert-Str. versuchen von Westberlin aus ca. 40 Personen die Sperren zu zerstören und unsere Genossen anzugreifen. Als Entlastungskräfte ist die 1. Hundertschaft Kampfgruppen hingeschickt worden.
- 13.50Information Prenzlauer Berg: Schlägerei vor der Gaststätte Omeschinski, Oderberger Str. 39, durch Gäste des Lokals mit Angehörigen der Kampfgruppen. FStW. mit 4 Genossen am Ort. Lage bereinigt, Lokal durch VPR geschlossen.
- 13.50Information Mitte: 13.10 Uhr Panzer am Brandenburger Tor aufgefahren, Bevölkerung wird durch VP bis zum M.-E.-Platz zurückgedrängt. – 13.15 Uhr VPR 12: Vor 3 Stunden Frau mit Kind und Koffer über Sportplatz Dresdner Str. illegal nach WB abgewandert. – Im Heinrich-Heine-Viertel, AWG-Block, (Post) halten sich Besucher aus Weißensee auf, die negative Stimmung verbreiten. – 13.26 Uhr KP Köpenicker Str. Lautsprechereinsatz auf westlicher Seite. Auf Grund zu geringer Lautstärke konnte der Inhalt am KP nicht verstanden werden. – 13.40 Uhr Adalbert- Ecke Fritz-Heckert-Str. ca. 20 Personen bedrängen die Posten der VP. Toni 13 zur Klärung und Unterstützung am Ort.
- 14.10Information Köpenick: KWO, Starkstromabt. arbeitet, alle Arbeiter sind zur Schicht erschienen. Stimmung gut und Zustimmungserklärungen. – Im Wohnbereich fällt der schwache Kfz.- und Fußgängerverkehr auf. West-Kfz. kaum zu sehen. – Jugendliche stehen vielfach in den Hausfluren oder vor den Türen, diskutieren u.a., daß sie nun bald eingezogen werden. – Der Pfarrer in Grünau sagte in der heutigen Predigt u.a. „Der eiserne Vorhang ist nun endgültig gefallen, man soll beten, damit nichts passiert". Als während des Gottesdienstes die Sirene der Freiwilligen Feuerwehr ging, verfielen mehrere in Panikstimmung. – In den Gaststätten sprechen die Bürger u.a., die Westmächte werden Gegenmaßnahmen ergreifen, und die Maßnahmen werden unwirksam gemacht. In den Gaststätten sind nur vereinzelt positive Diskussionen. Vorkommnisse von Hetze waren bisher nicht zu verzeichnen. – In Bln.-Grünau fuhr ein Pkw. aus WD, Nr. nicht bekannt, durch die Straße, und von den Insassen – 2 Männer und 2 Frauen – wurde für die Passanten auf der Straße aus dem Pkw. gerufen: „Das ist wie im Gefängnis hier". Fahndung nach Pkw. ausgelöst. – Keine Zuführungen und Festnahmen in Köpenick.
- 14.30Information Treptow, Gen. K.: Um 13.30 Uhr sind 3 Jugendliche in Sachen durch den Landwehrkanal von der Lohmühlenstr. nach WB geschwommen. Vom Stab der VPI werden dort Streifenposten aufgestellt.
- 14.35Information Mitte: 14.23 Uhr meldet der Zentralrat der FDJ, daß auf dem Ruinengelände Mittelstr./Klara-Zentkin-Str./Friedrichstr. und Neustädtische- Kirchstr. ca. 200 Personen sich angesammelt haben. Vermutl. Westberliner Studenten. Der Platz wird durch Kräfte der VPI Mitte geräumt. – 14.25 Uhr wurde Unter den Linden, Ecke Wilhelmstr. eine Diskussionsgruppe von ca. 30 Personen festgestellt. Die Diskussionsrichtung ist bisher nicht bekannt.
- 14.50Information Prenzl. Berg: Am KP 10 Eberswalder Str. haben sich auf Westberliner Seite ca. 200-300 Personen zusammengerottet und hetzen und johlen gegen VP und Kampfgruppen.
- 15.10Information Mitte: KP Wolliner Str. randalieren 200 Personen. Die Volkspolizisten beherrschen nicht mehr die Lage. Abt. Operativ in Kenntnis gesetzt, Maßnahmen eingeleitet.
- 15.12Information Friedrichshain: Von den Posten des KP Oberbaumbrücke wird gemeldet, daß dort ein Pkw., Citroen, pol. Kennz. B-DR 959, vorbeigefahren ist. In diesem Pkw. befindet sich eine Frau, die solche Bürger filmt, welche von Kampfgruppenangehörigen kontrolliert oder angesprochen werden.
- 15.15Information Prenzlauer Berg: In der Schönhauser Allee unter dem Magistratsschirm, Nähe Toppstr. Ansammlung von ca. 200 Personen. Vom Op.-Stab Prenzlauer Berg und VPR 62 wurde Verstärkung angefordert.
- 15.20 Information Mitte: Lage am KP Brunnenstr. um 15.14 Uhr: Auf Westberl. Gebiet ca. 100 Personen, demokr. Berlin ca. 50 Personen. 300 m vom Übergang entfernt im demokr. Berlin 500 Personen. Über den Charakter der Zusammenrottung werden noch Ermittlungen getätigt.
- 15.30Operative Gruppe: Im Bahnhofsgebäude Schönhauser Allee 40 – 50 Jugendliche, westlich gekleidet, ziehen die Aufmerksamkeit durch provokatorische Fragen auf sich. Verhalten sich sonst ruhig. Werden weiter beobachtet.
- 15.35Information Mitte: Situation am KP 34 Brandenburger Tor: In unmittelbarer Nähe des Überganges haben sich auf Westb. Seite ca. 1000 Personen zusammengerottet; gegenüber unseren Einsatzkräften ist eine bedrohliche Haltung noch nicht ermittelt. Einsatzkräfte der KG wurden zum KP 34 beordert. – Am KP Bethaniendamm wurden unsere Einsatzkräfte von Westb. Gebiet aus mit Bierflaschen beworfen. Westberliner Bürger protestieren dagegen, und die Stupos trieben daraufhin die Flaschenwerfer auseinander. – Längs des Bethaniendammes wird die Bevölkerung durch Lautsprecher zum Weitergehen aufgefordert.
- 15.50Information Köpenick: In der Anlage „Neu-Venedig" trafen sich am heutigen Vormittag die Westberliner, die dort ein Grundstück haben. Anschließend ging ein Teil der Westberliner auf ihr Grundstück. In den frühen Nachmittagsstunden des heutigen Tages kehrte ein Teil dieser Westberliner wieder zurück. – VPR 241 meldet, daß der Oberfeldwebel B., wohnh. Grünstr., gegen 13.50 Uhr beim Betreten des Hofes durch unbekannte Personen mit Steinen beworfen wurde. – Die Aufklärungsgruppe der VPI Köpenick meldet, daß im Lokal „Waldschänke" in der Grünen Trift von den Gästen provokatorische Reden geführt werden. Einzelne Gäste verlangten vom Wirt das Einstellen des RIAS. Der Wirt kam diesem Verlangen nicht nach.
- 16.00Information Prenzlauer Berg: Um 15.45 Uhr erschien am KP Eberswalder Str. ein höherer französischer Offizier und gab die Anweisung, die auf Westberliner Gebiet versammelten 300 Bürger durch Stupo zurückzudrängen. – Durch Stupo wurde etwa 20 m vom Übergang entfernt ein Seil gespannt.
- 16.40Information Mitte: Gegenüber dem Brandenburger Tor halten sich auf Westberliner Gebiet, ca. 20 m von der Grenze entfernt, 3.000 bis 4.000 Personen mit Transparenten auf. Die Texte konnten nicht erkannt werden. Die Stupo versucht, die Menschen auseinanderzubringen. – In unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tores ist der Drahtzaun zerschnitten. Es wird vermutet, daß dort Republikflüchtige durchgebrochen sind.
- 16.55Information Treptow: Von den eingesetzten Kampfgruppen am Heidekampweg ging die Meldung ein, daß die dort eingesetzten Pioniere ihre Arbeit eingestellt haben, da sie den ganzen Tag noch nichts zu essen erhalten haben. Sie wollen mit dem Anlegen der Sperre erst wieder beginnen, wenn sie etwas zu essen erhalten. – In die Wohnung der Schwiegereltern eines VP-Angehörigen in Altglienicke wurde eine Hetzschrift mit dem Titel „Die rote Fahne" durchgesteckt. Untersuchung am Tatort und Sicherstellung der Hetzschrift ist veranlaßt.
- 16.00Information Trapo: Auf den S-Bahnhöfen Siemensstadt und Jungfernheide wurde von der Stupo der Beschluß des Ministerrates entfernt. Die Bekanntmachung des Ministers f. Verkehrswesen wurde hängengelassen. – In Hennigsdorf wurde von einem Rangierer unter seinen Kollegen das Gerücht verbreitet, daß am Westring ein Bürger der DDR von einem sowj. Soldaten erschossen worden ist. – Westberliner Eisenbahner, tätig in der Bahnmeisterei Pankow, suchten trotz Verkehrsruhe auf der S-Bahn ihren Arbeitsplatz zu Fuß auf, um ihre Kollegen abzulösen.
- 17.17Information Mitte: Vom AZKW wurde gemeldet, daß AZKW- und VP-Angehörige am KP Heinrich-Heine-Str. von ca. 10 – 15 Jugendlichen mit den Worten angepöbelt wurden: „Laßt mal erst die Nacht kommen." – Um 16.45 Uhr meldet AZKW, daß ein amerik. Militärfahrzeug am KP Friedrichstr. eingefahren und entlang der Zimmerstr. und der Lindenstr. wieder ausgefahren ist.
- 17.50Information Treptow: Seit geraumer Zeit haben sich auf der westlichen Seite des Teltowkanals zwischen Massante- und Wredebrücke ca. 400 Westberliner angesammelt. Vom demokr. Berlin aus schwimmen Jugendliche im Landwehrkanal von einer Seite zur anderen und benutzen teilweise Luftmatratzen. Inwieweit Bürger auf diese Art illegal das demokr. Berlin verlassen haben, ist z.Zt. noch nicht bekannt. Stab d. VPI Treptow trifft Maßnahmen zur Unterbindung.
- 18.05Information Mitte: Situation am Brandenburger Tor um 18.00 Uhr, gemeldet vom Major der VP Gehrke: Die Lage auf der Westseite ist unverändert. Die Stupo sperrt die Zugänge zum Übergang noch ab. Es befinden sich dort nur einige Gruppen. – Eigene Wasserwerfer sind unmittelbar am bzw. vor dem Brandenburger Tor stationiert. SPW sind bis an bzw. vor das Tor gezogen. Die Kampfgruppen haben Platz und die Linden östlich des Tores geräumt. – Im Tiergarten längs der Ebertstr. noch Gruppen von Westberlinern. Die Stummpolizei hat ebenfalls Wasserwerfer zur Verfügung, die bisher ohne Einsatz waren.
- 18.10Trapo Berlin: Durch den Stellwerker auf dem Bahngelände Eberswalder Str. wurde bekannt, daß Bürger aus dem demokr. Berlin die Trennmauer zwischen Eberswalder Str. und Bahngelände überstiegen und damit illegal das demokr. Berlin verließen. Genaue Zahlenangaben konnten von der Trapo nicht gegeben werden.
- 19.10Information Pankow: Um 18.30 Uhr Ansammlung von ca. 500 Personen, darunter viele Jugendliche, am KP Wollankstr. Personen wurden durch Einsatzkräfte zerstreut. – Um 18.45 Uhr wurde bekannt, daß durch einen Wachtmeister des Sicherungskommandos mitgeteilt wurde, daß ein Bürger in der „Wollank-Klause" erklärte, daß zwischen 21.00 Uhr und 23.00 Uhr noch allerhand passieren wird. Die Personalien des Bürgers und des Wachtmeisters sind nicht bekannt.
- 19.35Information Mitte: Potsdamer Platz 2 engl. Militärfahrzeuge aufgefahren, besetzt mit Zivilisten und Militär. Vermutlich Streife. – Am KP Brandenburger Tor auf westlicher Seite ca. 1000 Personen. Rufen teilweise herüber: „Für Friedensstaat, mit Panzer und Stacheldraht". – In Richtung KP 48/49 bewegen sich auf westlicher Seite ca. 150 Personen. Näheres noch nicht bekannt. – Am KP Köpenicker Str. ca. 50 Jugendliche versuchen teilweise in demokr. Berlin einzudringen. Maßnahmen eingeleitet.
- 19.45Information Mitte: Am KP Schillingbrücke wurden auf westlicher Seite ca. 40 Frauen mit Transparenten beobachtet. Die Transparente enthalten die Losung „Den Frieden kann man nicht mit Panzern verteidigen".
- 19.57Information Köpenick: Von den Aufklärungsgruppen gingen im Laufe der letzten Stunde folgende Meldungen ein: Der Betrieb in den Straßen ist nicht so stark wie an den üblichen Sonntagen. Westfahrzeuge werden selten wahrgenommen. Lokale z.T. stark besucht. Staatsfeindliche Handlungen nicht festgestellt. – Kontrolle der bekannten Zeltplätze durchgeführt, Diskussionen haben keinen staatsfeindlichen Inhalt. Westberl. Bürger haben teilweise ihre Zelte abgebrochen.
- 20.00Information Treptow: Am KP Bochéstr. waren den ganzen Tag über Diskussionsgruppen. Gegen 19.30 Uhr waren ca. 150 Personen auf unserer Seite versammelt. Zu dieser Zeit nahmen verschiedene Bürger eine staatfeindliche Haltung ein, so daß die Ansammlung von unseren Kräften gegen 19.45 Uhr aufgelöst wurde. – Der Rädelsführer, der das „Deutschland-Lied" anstimmte, brach sich bei der Aktion ein Bein, wurde festgenommen und vorher durch die Fw. zur ärztlichen Behandlung gebracht. Weitere Bearb. durch VPI/K Treptow.
- 20.05Information Mitte: Am KP 38 (Friedrichstr.) erschien auf westlicher Seite der Polizeichef Stumm und informierte sich kurze Zeit über die Lage. Danach entfernte er sich. – 50 Jugendliche entfernten sich vom KP Köpenicker Str. in Richtung KP Adalbertstr. und bewarfen die Volkspolizisten mit Steinen. – 20.10 Uhr Nach Angaben des Revierleiters VPI 14 haben sich auf dem Arkonaplatz starke Diskussionsgruppen gebildet. Kräfte des VPR wurden entsprechend eingesetzt. Näheres noch nicht bekannt.
- 20.15Information Treptow: Die Ermittlungen am Teltowkanal zwischen Massante- und Wredebrücke haben ergeben, daß etwa 18 Personen durch Überqueren des Teltowkanals das demokr. Berlin illegal verlassen haben. Zur Zeit wird weiteres illegales Abwandern durch den Einsatz operativer Kräfte verhindert. Von der Bereitschaftspolizei wurden bisher noch keine Maßnahmen zur Schließung dieser Lücke durch Postenstellung usw. getroffen. – Durch die Verbindungsoffiziere der VP zu den Übergängen wurde allgemein festgestellt, daß die Genossen der Bereitschaftspolizei über die unzureichende Betreuung bzw. Verpflegung verärgert sind.
- 20.25Politabteilung: Bei einer Streife wurde vom Og. festgestellt, daß der gezogene Stacheldraht im Bereich Dresdner- bis Köpenicker Str. an einigen Stellen derart zusammengefallen ist, daß er kein Hindernis mehr bildet.
- 20.30Trapo Bln.: Im Verlaufe des Nachmittags wurden auf den S-Bahnhöfen Sonnenallee, Hermannstr. und Schöneberg die Schaukästen der politischen Informationen, insbesondere zur derzeitigen Wahlbewegung, von unbekannten Tätern zertrümmert. Zugverkehr und Lage auf den S-Bahnhöfen im demokr. Berlin nach Durchführung der Maßnahmen normal.
- 20.45VPI Mitte: Lage am KP Brandenburger Tor : Nach Schätzung befinden sich auf westlicher Seite in der Höhe Ebertstr. bis ehem. Reichstagsgebäude ca. 3.000 Personen. Am linken Flügel befinden sich offensichtlich Provokateure, die sich durch laute Sprechchöre hervortun. Sie rufen: „Weg mit dem Spitzbart, Ulbricht muß hängen", „Ihr Schweine, ihr Lumpen", „Macht die Grenzen auf", „Butter statt Kanonen" u.ä. – In unmittelbarer Nähe befinden sich ca. 30 Film- und Zeitungsreporter, die diese Hetzkulisse filmen. – Die Sprechchöre scheinen offensichtlich bestellt zu sein. Die Stupo wurde auf ca. 150 Mann verstärkt und versucht, den linken Flügel zurückzudrängen. Ein Wasserwerfer ist unsererseits in Bereitschaft. Die Lage wird von unseren Kräften beherrscht.
- 20.45Information Prenzl. Berg: Der selbst. Bäckermeister L., 1913 geb., Oderberger Str. wohnh., trat vor seinem Laden provozierend in Erscheinung. Er äußerte, daß er kein Brot mehr backen wird, wenn die VP und die Kampfgruppen nicht sofort abgezogen werden. Weiterhin bemerkte er, daß er auf unsere Pimperlinge sch..., er habe genug Westgeld. L. wurde festgenommen. KD und Staatsanwalt haben Kenntnis.
- 20.55Nach Meldung des Gen. Ultn. B., Abt. K-Mitte, versuchen ca. 400 Jugendliche, den Stacheldraht am KP Köpenicker Str. zu entfernen. 4 Nebelkerzen, davon 1 NK-rot, wurden abgezogen. Lage z.Zt. noch nicht geklärt. – Ein gewisser M., angeblich Genosse der Kreisleitung Mitte, wohnhaft Fritz-Heckert-Str., äußerte sich: „Das ist unsere Freiheit, gleich werden Schüsse fallen." Er versuchte, nach Westberlin zu flüchten, wurde jedoch festgenommen. Angaben werden z.Zt. auf der VPI Mitte auf Richtigkeit überprüft.
- 21.30Abt. Information Treptow, Ltn. W., meldet: Gegen 21.30 Uhr näherten sich von Westberlin ca. 150 Personen der Lohmühlenbrücke, traten den Zaun nieder und versuchten, die VP-Angehörigen zu provozieren. KP durch VP und Kampfgruppe verstärkt. Lage gegen 21.45 wieder normal. – Von den Verbindungsoffizieren wird erneut ernsthaft darauf hingewiesen, daß die Genossen der Bereitschaftspolizei völlig unzureichend versorgt werden. – Es zeigen sich bei den Genossen starke Unzufriedenheiten und unzureichende Dienstausführung. Vom Stab der VPI wird gebeten, umgehend eine Veränderung herbeizuführen.
- 21.55Abt. Information Treptow, Ltn. W., meldet: BS vom Stadtbezirksgericht meldet, daß gegen 20.30 Uhr über Amt ein Anruf kam mit dem Verlangen, beim Gericht in der Littenstr., Telefon 51 44 39 - Apparat 47-, die Stärke der Kampfgruppe zu melden. Nachdem der Posten die angegebene Nummer gewählt hatte, mußte er feststellen, daß dieselbe gar nicht besetzt ist. Es wurde dann überprüft und festgestellt, daß es sich tatsächlich um eine Nummer der Justiz in der Littenstr. handelt. Nach kurzer Zeit erfolgte die erneute Anforderung, und es mußte wiederum festgestellt werden, daß die Nummer gar nicht besetzt ist. KD verständigt. – Gegen 16.16 Uhr überquerten 2 Jugendliche mit einem Schlauchboot den Britzer Zweigkanal in Berlin-Johannisthal und begaben sich illegal nach Westberlin. Gegen 16.35 Uhr durchschwamm ein Jugendlicher an gleicher Stelle den Kanal. Der Jugendliche wurde mit einem Motorroller, pol. Kennzeichen IN 58-06, an die Stelle gebracht. Der Fahrer machte später kehrt und fuhr zurück. Eigentümer des Rollers wird z.Zt. ermittelt.
- 21.30 Abt. Information Mitte, Hptm. H., meldet: Vom VPR 14 wird gemeldet, daß sich am KP Swinemünder Ecke Bernauer Straße auf westlicher Seite ca. 300 Jugendliche versammelt haben und randalieren. Zu Tätigkeiten ist es bisher nicht gekommen. Die Stupo verhält sich passiv. – Der Kommandeur des 10. Btl. der KG, Gen. M., meldet, daß beim Zurückgehen seiner Einheit aus einer MPi eines Kdrs. sich ein Schuß löste und einen anderen Genossen Kämpfer in die Ferse traf. Der verletzte Genosse wurde dem VP-Krankenhaus zugeführt. – Die Lage an den KP Potsdamer Platz und Oberbaumbrücke ist normal. Am KP Brandenburger Tor ist die Lage bisher unverändert.
- 22.00Abt. Information Lichtenberg, Hptm. K., meldet: Ein gewisser Günther H., 1928 geb., wohnh. gew. in Berlin-Biesdorf, soll heute im Westfernsehen gesprochen haben. Er teilte mit, daß er heute mit Familie über die Linie Heinrich-Heine-Str. nach Westberlin geflohen sei. KD und Mitte haben Kenntnis. – Der Generalsuperintendant Führ sprach heute in der Erlöserkirche in Berlin-Lichtenberg, Nöldnerstr. Besuch war normal. Der Inhalt seiner Rede befaßte sich mit „Pharisäer und Zöllnertum". Er sagte, daß man nicht den Mächtigen der Erde, sondern nur Gott Glauben schenken soll.
- 22.00Abt. Information Treptow, Ltn. W., meldet: Ergänzung zur Meldung „Illegales Verlassen eines Jugendlichen durch den Britzer Zweigkanal". Bei dem Eigentümer des Motorrollers IN 58-06 handelt es sich um den Karl H., Johannisthal wohnh. Pers.-Überprüfung eingeleitet.
- 23.00Abt. Information Köpenick, Oltn. J., meldet: Um 18.50 Uhr wurde bei Kontrollen am Zeltplatz Crossinsee der westdeutsche F., 26.12.27 geb., Bremen wohnhaft, gestellt und der VPI zugeführt, da er gegen die Maßnahmen der DDR hetzte. – Aus dem Wohngebiet laufen Meldungen durch fortschrittliche Bürger ein, danach äußern Grenzgänger, daß sie sich morgen auf alle Fälle nach Westberlin zur Arbeitsstelle begeben. – Von der Ehefrau eines Genossen der VP wurde berichtet, daß gegen 17.30 Uhr in Friedrichshagen der Gen. P., Produktionsleiter im VEB Plastik, nach Durchlesen des Anschlages der Regierung abfällige Äußerungen machte. Sekretär der Kreisleitung der Partei informiert und schaltet sich persönlich ein.
- 23.45Abt. Information Mitte, Hwm. W., meldet: Gegen 23.30 Uhr wurden südwestlich des Brandenburger Tores die dortigen Jugendlichen ca. 300 m von der Stupo in den Westsektor gedrängt und aufgelöst. – Zur gleichen Zeit wurden ca. 600-800 Personen in der Charlottenburger Chaussee Richtung Westsektor zurückgedrängt und aufgelöst. – In der Charlottenburger Chaussee z.Zt. starker Pkw.-Verkehr, einzelne Pkw. befahren das demokratische Berlin.
- 23.55Abt. Information Mitte, Hwm. R., meldet: Gegen 23.15 Uhr wurde vom VPR 5 gemeldet, daß von der Genossin Owm. N., Dienststelle Haftanstalt, in ihrem Wohnhaus an der Haustür ein handgeschriebener DIN A 4 Bogen mit einem langen provokatorischen Inhalt festgestellt wurde. Das Schreiben wurde dem VPR 5 übergeben. KP 81 gefertigt. Weitere Bearbeitung übernimmt die Abt. K der VPI Mitte.
Abschrift
Stab PdVP Berlin
Abt. Information
- 01.05
Abt. Information Mitte, Hwm. W., meldet: Am KP Friedrichstr./Zimmerstr. wurden 2 Jugendliche festgenommen, die versuchten, mit Gewalt in den Westsektor zu gelangen. Sie erklärten, daß sie aus dem Grunde in den Westsektor wollten, da sie dort noch Geld zu bekommen hätten. Jugendliche wurden VPI Mitte, Abt. K, zur weiteren Veranlassung zugeführt. - 01.05
Abt. Information Mitte, Hwm. W., meldet: Durch den Gen. Major der VP G. wird bekannt, daß sich auf der Charlottenburger Chaussee auf westlicher Seite noch ca. 120-150 Personen aufhalten, von denen ca. 10 Personen randalieren. – Lage sonst normal. - 02.00
K-Dauerdienst, Hptm. d. VP G., meldet: Nach Information der HVDVP, Gen. Major der VP Sch., soll von westlicher Seite aus beabsichtigt sein, an Bewohner des demokratischen Berlin Westausweise auszugeben. Die Lichtbilder dieser Ausweise sollen Ähnlichkeit haben mit den Personen, die diese Ausweise erhalten. Die Mitteilung soll von der Mutter einer Frau Dr. A., nähere Personalien nicht bekannt, wohnhaft in der Elisabethstr. 5, herstammen. Die Frau Dr. A. soll im VP-Krankenhaus arbeiten. Die Mitteilung ist noch nicht überprüft. Information Mitte wurde angewiesen, entsprechende Maßnahmen zur Überprüfung einzuleiten. - 02.10
Abt. Information Mitte, Oltn. V., meldet: Zur Meldung von 20.35 Uhr bezüglich der Festnahme eines gewissen M. wurde durch die Untersuchung festgestellt, daß es sich bei diesem Genossen um einen Angehörigen des Betriebsschutzes handelt, der in der Kreisleitung Mitte seinen Dienst versieht. Dieser Genosse wohnt in der Fritz-Heckert-Str. und sah aus dem Fenster seiner Wohnung die randalierenden Jugendlichen auf westlicher Seite. Er ging hinunter und rief zur westlichen Seite – und gemeint waren die Jugendlichen auf westlicher Seite-: "Das ist eure Freiheit, schaut euch die Stupos an, nicht ein einzelner Schuß fällt". Der Gen. M. ist seit 1928 Mitglied der Kommunistischen Partei und wird als positiv eingeschätzt. Person entlassen. - 06.20
Information Lichtenberg: Es wurden Haftbefehle zu folgenden Delikten erlassen: 1 x Hetze StEG 19, 1 x Plakatabreißen StEG, aktive Bestechung gg. VP-Angeh. – Arbeitsaufnahme in den VEB EKL, Wälzlager, Güterbhf. u. BVG normal, Berufsverkehr verläuft in Li. normal, staatsfeindl. Handlungen nicht festgestellt. Großbetriebe haben Plätze für sich meldende Grenzgänger bereitgestellt. - 06.35
Information Köpenick: Im Straßenbild normale Lage. Verkehrsschwerpunkt Oberschöneweide Verkehr wie üblich zu Arbeitsbeginn. Arbeiter sind in den Verkehrsmitteln und Straße ruhig. Keine Diskussionsgruppen in den Straßen. – BVG Nalepastr. u. Wendenschloßstr. ordnungsgemäßer Arbeitsanlauf. Verkehrsmittel laufen fahrplanmäßig. – Straßenbhf. Wendenschloßstr. ist lediglich ein Schaffner – Mitgl. der SPD – Name bekannt – nicht zur Arbeit erschienen. – VEB Betonwerk 06.00 Uhr, Reifenwerk 06.00 Uhr Arbeitsaufnahme. Durch Partei Blitzversammlungen organisiert. – Politische Betreuung gewährleistet. – Schiffswerk Partei u. Betriebsleitung seit 06.00 Uhr im Betrieb und bereitet Arbeitsbeginn um 07.00 Uhr vor. - 06.35
Information Trapo: S-Bahnverkehr nach neuem Fahrplan angelaufen, bisher keine Störungen, Personenverkehr auf den Bahnsteigen ruhig. Keine Zusammenrottungen auf den Endbahnhöfen oder staatsfeindl. Handlungen ermittelt. - 06.55
Information Treptow: Straßenbhf. Elsenstr. ordnungsgemäße und fahrplanmäßiger Arbeitsanlauf. – VEB Säureschutz Arbeitsaufnahme, Stimmung positiv zu den Maßnahmen der Regierung. – An den Übergängen keine Ansammlungen auf beiden Seiten. - Stumm keine Handlungen. – Einschätzung Personen- u. Kfz.-Verkehr liegt noch nicht vor. - 07.10
Information Treptow: Übergänge Elsenstr., Rudower Str. Personen und Kfz.-Verkehr vom WB zum DB gering. – Keine Bürger an den Übergängen, die von DB nach WB wollen. – Straßenbhf. Elsenstr. melden sich dienstfreie Kollegen, um etwaige Lücken zu füllen. - VEB OLW Arbeit aufgenommen. Partei setzt Funktionäre zur Diskussion mit den Arbeitern ein. Keine staatsfeindl. Haltung erkennbar. - 08.00
Information Treptow: VEB Kali-Chemie, Edelgas, Bärenquell, BMHW, Motorenwerk, Baustoff Arbeit überall und in allen Produktionszweigen aufgenommen. In der ersten Stunde werden in allen VEB politische Aufklärungsarbeit durchgeführt. Stimmung bei den Arbeitern gut. Im Motorenwerk von Betriebsleitung Aufklärungsstab gebildet. Von den Arbeitern wird begrüßt, daß das Grenzgängertum aufgehört hat. Negative Arbeitskräfte können nicht mehr Druckmittel der Arbeitsaufnahme in WB anwenden. – BNHW, Abt. Verzug, von den Kollegen liegt eine Zustimmungserklärung vor. Bemängelt wird, daß Verkehr WB nach DB läuft und umgekehrt nicht möglich ist. – VEB Baustoff bisher politischer Schwerpunkt, heute Stimmung zu den Regierungsmaßnahmen gut. – Genaue Angaben über fehlende Kollegen fehlen, auffallendes Nichterscheinen ist in keinem Betrieb zu verzeichnen. - 08.20
Information Prenzl. Berg: Ltn. d. VP L., Lageoffizier, Op.-Stab Pb. wurde gegen 01.00 Uhr am 14.8.61 als nicht anwesend im Objekt gemeldet. Am 14.8.61 wurde L. um 08.12 Uhr in Bln. NO 55, Am Wasserturm , erschossen von einer Streife der VP aufgefunden. Vermutl. mit eigener Waffe getötet (Verdacht des Selbstmordes). Muß noch geklärt werden. Bez.-Staatsanwalt, derzeitiger K-Ltr., Hptm. d. VP Lehmann, KD und KT am Ort. - 09.45
Information Köpenick: Zu sämtlichen Großbetrieben besteht eine ständige Verbindung, überall normale Arbeitsaufnahme, geringe Verspätungen durch Verkehrsmittelverspätung. In den Betrieben Aktivtagungen und polit. Betreuung. – In den VEB Fernseh-Elektronik meldeten sich bisher 40 ehemalige Grenzgänger, im KWO 7, TRO 9. Es ist festgelegt und organisiert, daß kein Grenzgänger zurückgewiesen wird. Besteht keine Möglichkeit, wird Vermittlung zu anderen Betrieben vorgenommen. – Auf den Großbaustellen Arbeit normal. – Nach Eröffnung der Geschäfte geringer Anstieg im Verkauf gegenüber den Vortagen. Z.T. fehlen Nährmittel und Wurst. – Zeitungen im Stadtbezirk restlos vergriffen. – Zur Handelslage Verbindung mit Handelssäulen und GHK aufgenommen. – Keine staatsfeindliche Tätigkeit ermittelt, keine Zuführungen. - 10.50
Meldesammelstelle: Dimitroffstr. Ecke Schönhauser Allee Diskussionsgruppe in Stärke von 70 – 80 Mann. Diese wächst ständig an. Heftige Diskussionen, keine VP in der Nähe. - 11.50
Lebensmittelverkaufsstelle Kastanienallee 45 werden körbeweise Lebensmittel eingekauft, ebenfalls in der HO-Verkaufsstelle. - 11.55
Meldesammelstelle: Es wird auf Grund der Anrufe d. Stützpunkte festgestellt, daß sehr viele flüchtige Personen mit Westb. Ausweis versuchen, das demokr. Berlin zu betreten. - 11.50
AZKW: Vom KP AZKW wurde bekannt, daß auf westlicher Seite Handzettel verteilt werden, die zur Teilnahme an einer Kundgebung auf dem Kurt-Schumacher-Platz in WB auffordern. Zeitpunkt der Kundgebung: 14.30 Uhr. Anschließend soll ein Protestmarsch entlang der Grenz-Übergänge durchgeführt werden. – Vom Kontrollpunkt Brandenburger Tor wird bekannt, daß auf westlicher Seite 11 Fahrzeuge der Stupo, besetzt mit Mannschaften im Tiergarten aufgefahren sind. – Gegen 11.05 Uhr ist am Brandenburger Tor Bischof Dibelius eingefahren. Zur Zeit stellen FStW Aufenthalt fest. Meldung wurde von Inf. Mitte bestätigt. – Vom AZKW wurde auf dem Bahnhof Friedrichstr. 1 Westberliner mit 2 Westausweisen mit verschiedenen Namen gestellt. Person wurde Trapo Bhf. Friedrichstr. übergeben. Mitte wurde verständigt und trifft weitere Maßnahmen. - 13.10
Meldesammelstelle: Anruf von Hptm. J., Op.-Stab: Lt. tel. Mitteilung des Gen. Hptm. Sch. – HA/K – ist im Abschnitt Krausenstr. 38/39 die Sicherung ungenügend. 2 Personen haben einen Grenzdurchbruch verübt. Sicherungs-Kdo. in Kenntnis gesetzt. - 13.10
Abt. Inf. Lichtenberg, Hptm. K. meldet: Lage in den Betrieben normal. Keine besonderen Vorkommnisse. PM Lichtenberg gibt bekannt, daß sich auffällig viele Bürger aus der DDR besuchsweise anmelden. Normale Meldung täglich : 20 Bürger, heute meldeten sich jedoch 179 Bürger. – Es wurde bekannt, daß ein Bürger aus Mahlsdorf, Personalien bekannt, der sich in Westberlin befand, bei der Rückkehr in das demokr. Berlin von der Stupo zurückgehalten wurde. Der Bürger ist dann illegal in der Nähe des Brandenburger Tores (Ministergärten) in das demokr. Berlin zurückgekehrt. - 13.34
Meldesammelstelle: Meldung vom Op-Stab PdVP, Hptm. P.: Lt. VPI Mitte werden in der Boyenstr. – westlicher Seite – auf einem roten Gebäude irgendwelche Vorrichtungen auf dem Dach durch 3 Personen angebracht. – Boyen- Ecke Chausseestr., auf westlicher Seite Ansammlung von ca. 150 Personen. - 14.25
Durchsage von Gen. J., Brandenburger Tor: Auf unserer Seite keine Menschenansammlung. Fußgänger- und Fahrzeugverkehr rege und wird flüssig abgefertigt. – Auf der Tiergartenseite hinter der Absperrung der Stupo stehen auf beiden Seiten der Charlottenburger Chaussee ca. 4.000 Menschen, die sich jedoch zum Zeitpunkt der Beobachtung ruhig verhielten und den Eindruck von Schaulustigen erweckten. – In der Zeltenallee steht ein Fahrzeug, das vermutlich einer Rundfunkgesellschaft gehört. – Die Westberliner Straßen werden durch Krad-Streifen der Stupo befahren. – An der Friedrichstr. wird der Verkehr in Richtung zum Brandenburger Tor gesperrt. Ausgenommen sind davon Westfahrzeuge. – Ca. 200 Menschen stehen an der Kreuzung Friedrichstr./Unter den Linden. Es handelt sich um Schaulustige. - 15.15
Abt. Information Pankow, Oltn. P., meldet: Bei Arbeiten im Hufeland-Krankenhaus in Berlin-Buch wurde seitens der Angestellten der Kaderabteilung mitgeteilt, daß unter dem Personal des Krankenhauses große Empörung darüber herrscht, daß die Bürger aus Neu-Buch und Schwanebeck, welche zum Teil versorgungsmäßig in Berlin-Buch eingetragen sind, seitens der Grenzpolizei daran gehindert werden, ihre Einkäufe in Berlin-Buch durchzuführen. Diese Bevölkerungskreise nützen schon seit Jahren die Einkaufsmöglichkeiten in Buch und waren auch bezüglich der Butterversorgung in den Geschäften in Buch vorgemerkt. Angewiesen wurde, eine Klärung über Abt. Handel und Versorgung des Stadtbezirks Pankow herbeizuführen. - 15.15
Oberleutnant K. meldet: Bei dem umseitig genannten Gebäude handelt es sich um das Gelände der Westberliner BEWAG. (Auf einem Gebäude in der Boyenstr. in Westberlin werden auf dem Dach durch 3 Personen irgendwelche Vorrichtungen angebracht.) An der linken Außenfront sind 2 normale Stahlgerüste für Bauarbeiten angerüstet. Im Dachfirst arbeiten 3 Maurer mit Maurerarbeiten. Es konnten keine Geräte oder sonstige Dinge festgestellt werden. - 15.20 Op.-Stab AZKW, Kommissar D., meldet: Am KP Friedrichstr. sind auf westlicher Seite ein Lautsprecherwagen der Stupo, pol. Kennzeichen B 33-86, aufgefahren, der bekannt gibt, daß die Sektorengrenze zu räumen ist. Kfz.-Halter wurden ersucht, die Wagen zurückzufahren.
- 15.30
Operative Gruppe teilt mit: Der Pkw. BE-J 677 hat in 2 Fällen Bürger aus dem demokr. Berlin nach Westberlin gebracht. 1. Fall am 13.8.61 – 18.30 Uhr – 1 Frau, 2. Fall am 14.8.61 – 09.30 Uhr -1 Mann. Beide Personen wurden über den Übergang Heinrich-Heine-Str. im Kofferraum versteckt transportiert. Der Pkw. befindet sich zur Zeit in Westberlin. Fahndung wird eingeleitet. - 16.15
Abt. Information Lichtenberg, Hptm. K., meldet: Der FDJ-Kreissekretär Lichtenberg teilt mit, daß auf Weisung der Bezirksleitung der FDJ alle Jugendheime zu schließen sind. Der Sekretär der SED-Kreisleitung Lichtenberg ist gegen diese Maßnahme. Es wird um Klärung über Bezirksleitung der Partei ersucht. - 16.20
Abt. Information Pankow meldet: Seit ca. 20 Minuten ist der KP Wollankstr. durch VP geschlossen. Es wurde eine Ansammlung von Bürgern auf Westberliner Gebiet festgestellt. Stärke ist noch nicht bekannt. - 17.00
Abt. Information Pankow meldet: Gegen 13.00 Uhr verließ der Kämpfer Gerhard N., wohnh. Berlin-Blankenfelde, Kolonie Arkenberge, Mühlenbecker Str., in Zivil die Unterkunft der Einheit in der Wilhelm-Pieck-Oberschule in Pankow, nachdem er Waffe und Ausrüstungsgegenstände vorher abgelegt hatte. Weitere Maßnahmen werden durch Stellvertreter Allgemein eingeleitet. – Um 18.15 Uhr Ergänzungsmeldung von Information Pankow: N. wurde in seiner Wohnung im Bett liegend angetroffen. Redet wirres Zeug. Hat offensichtlich eine Schockwirkung. Er wird durch Krankenwagen dem VP-Krankenhaus zugeführt. - 16.20
Operativstab, Hauptmann d. VP W., meldet: Hinweis vom Major d. VP W., Op.-Stab HVDVP, daß das PdVP sich an Handel und Versorgung wenden müßte, um zu klären, wie die Regelung mit den Bürgern der Svinemünder- und Bernauer Str. in Bezug auf die Buttereintragung erfolgen kann. Diese Bürger sollen nicht mehr an ihre Geschäfte der HO bzw. des Konsums herankommen. Es müßte eine Ummeldung in die Geschäfte der umliegenden Straßen erfolgen. - 15.00
Abt. Information Prenzlauer Berg meldet: Vom VPR 68 wurde gemeldet, daß gegen 14.10 Uhr der O-Bus Nr. 15-16 in der Ebertstr./Ecke Leninallee anhielt. Der Fahrer stieg aus dem Bus aus und ging mit einem Schraubenschlüssel in der Hand um den Wagen herum und täuschte eine Reparatur vor. Hinter diesem O-Bus hielt ein Doppelstockbus und weitere Kraftwagen. Der Fahrer wurde vom Gen. Ltn. Sch. aufgefordert, seine Fahrt weiter fortzusetzen. Dieser Aufforderung kam er nach einiger Diskussion nach. – Der KP 15 Bornholmer Str. wurde gegen 14.50 Uhr von Stupo auf westlicher Seite besetzt. Stupo verhindert das Passieren von Bürgern aus Westberlin in Richtung demokratisches Berlin. Information Lichtenberg wurde mit Überprüfung dieser Angelegenheit beim O-Bus-Hof Lichtenberg beauftragt. - 16.50
Operativgruppe PdVP, Hptm. K., meldet: Am 14.8.61 wurde bei einem Aufklärungseinsatz an der Grenze nach Westberlin in Berlin O 17, Legiendamm/Ecke Annenstr. ein Durchschlupf nach Westberlin entdeckt. Durchschlupf liegt in der Nähe einer Kohlenhandlung. Information Mitte und Operativ (Sicherungskommando) erhielten Kenntnis zur Beseitigung des Durchschlupfes. - 17.00
Information Köpenick, Oltn. B., meldet: In den VE-Betrieben ist der Produktionstag mit einer Ausnahme ordnungsgemäß verlaufen. Im VEB Fernsehelektronik, Labor, kam es gegen 14.00 Uhr von 7 Kollegen zur Arbeitsniederlegung. Sie setzten sich hin und lasen die Zeitung. Nach Diskussion durch Genossen der Partei nahmen die Kollegen die Arbeit wieder auf. – Im gleichen Betrieb kam es in der Abteilung Halbleiter zur Arbeitsniederlegung bei 8 Kollegen. Eingesetzte Parteiarbeit wirkte überzeugend, und nach ca. 20 Minuten wurde die Arbeit von den Kollegen wieder aufgenommen. – Im KWO meldeten sich 63, TRO 25 und Werk für Fernsehelektronik 40 ehemalige Grenzgänger zur Arbeitsaufnahme. – Der Betrieb der Verkehrsmittel verläuft im Stadtbezirk fahrplanmäßig. – Im Stadtgebiet sind verstärkt Einkäufe von Lebensmitteln festzustellen. – Provokationen waren in Betrieben, außer den gemeldeten, nicht angefallen. Gleichfalls sind keine Störungen in den Wohngebieten angefallen. – Es meldeten sich über 200 ehemalige Grenzgänger zur Registrierung. Abschlußzahl wird nach Schließung der Dienststelle ermittelt. - 17.30
Abt. Information Treptow meldet: An den Übergängen keine Vorkommnisse und keine besonderen Tätigkeiten der Stupo. Auf dem Britzer Zweigkanal weiterhin illegales Verlassen der DDR. Von Stumm ist ein Boot auf dem Kanal und unterstützt die illegal abschwimmenden Personen. –KP Lohmühlenstr. auf westlicher Seite ca. 350 Personen aller Altersgruppen ohne Tätigkeit. – In den VEB keine Vorkommnisse. Schichtwechsel um 14.00 Uhr ist ordnungsgemäß verlaufen. Im EAW meldeten sich 170 ehemalige Grenzgänger zur Arbeitsaufnahme. – Im Wohngebiet keine feindliche Tätigkeit. Bürger weiterhin überhöhte Lebensmitteleinkäufe. – Bei den Einsatzkräften der DVP gute polit. Einstellung und Dienstausübung. - 17.45
Abt. Information Pankow, Oltn. P., meldet: gegen 16.50 Uhr fuhr eine Bahnbetriebslok des Betriebes VEB Bergmann-Borsig aus dem Betrieb in Richtung Wilhelmsruh. Die Lok hielt auf der Strecke, und der Lokführer Wolfgang R., wohnh. Basdorf, Fichtestr., setzte sich nach Westberlin ab. - 17.55
Operativstab, Hauptmann d. VP W., meldet: Meldung über Funkleitstelle und von der Trapo über Einflug von Ballon mit Ballast über Warschauer Brücke Richtung Treptow. – Alle FStW haben Kenntnis. - 18.00
Information Trapo, Gen. P., meldet: Nach vorliegenden Informationen aus Westberlin soll z.Zt. ein Wechselkurs von 1:10 festgelegt worden sein. – Die Geschäfte sind angewiesen, DM der DNB abzurechnen. – Im Deutschen Werk in Spandau, Belegschaftsstärke 6.000 Arbeiter, haben heute 3.000 Arbeitskräfte gefehlt. - 19.00
Abt. Information Friedrichshain meldet: Nach einer Meldung von 15.58 Uhr wurde im VEB Berliner Glühlampenwerk im Lagerkeller Holzwolle in Brand gesteckt. Geringfügiger Schaden, Feuer wurde durch Betriebsfeuerwehr selbst gelöscht. Untersuchungen über die Ursache werden durch die Abt. K geführt. Meldung kam verspätet, da angeblich Information Friedrichshain keine Verbindung bekam. - 18.50
Abt. Information Prenzlauer Berg meldet: Nach Mitteilung des VP-Hwm. F. parkte um 18.40 Uhr der Pkw. mit dem pol. Kennzeichen B-SV 837 in der Wilhelm-Pieck-Str. Ein vorbeifahrender Radfahrer hat dem Fahrer des Pkw ein handgroßes Päckchen übergeben und ist sofort weitergefahren. Der Pkw. ist ebenfalls danach in Richtung Westen abgefahren. – Durch Abt. Information PdVP wurde Op.-Stab im PdVP, Hptm. W., beauftragt, alle Übergänge zu veranlassen, genannten Pkw zu stoppen und sofort die VPI Prenzlauer Berg davon zu verständigen, welche dann die Durchsuchung übernehmen wird. – Abt. Information Prenzl. Berg verständigt. - 19.30
Abt. Information Treptow, Gen. B., meldet: Am KP Lohmühlenstr. wurden die Westberliner von der Stummpolizei auf 150 m zurückgedrängt. Lage wieder normal. Schnellkommando verbleibt noch am Ort. - 20.00
Information Friedrichshain: In der Gegend Warschauer Brücke, Helsingforser Str., Revaler Str., Boxhagener Str. und Wühlischstr. bildet sich eine Konzentration von Westberliner Jugendlichen, die zu zweien und dreien ankommen. Bis jetzt sind ca. 30-40 solche Jugendliche, die sich noch friedlich verhalten, anwesend. Aufklärer sind am Ort. – Zur Zeit findet vermutlich in der Kreisleitung der SPD am Boxhagener Platz eine Versammlung statt. In den Räumen befinden sich ca. 15 ältere Bürger. In diesem Lokal wurde von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr ein reger Verkehr festgestellt. Es handelte sich um Grenzgänger, die versuchten, sich dort Rat zu holen. - 20.00
Information Treptow: 19.50 Uhr auf Lohmühlenbrücke auf Westb. Seite ca. 1.000 Personen nehmen feindliche Haltung ein und werfen mit Steinen. Auf unserer Seite ca. 100 Personen, 3 Personen, die hetzerisch auftraten, dem Stützpunkt zugeführt. Sicherungskommando im Einsatz. Leiter VPI am Ort und Einsatzleitung übernommen. Stummpolizei läßt Westberliner Personen gewähren. - 21.10
Hptm. P., Op.-Stab Berlin, meldet: Um 21.05 Uhr wurde durch die Funkleitstelle der Abt. F. Feueralarm 2 für die Firma Berlin-Chemie gegeben. - 21.15
Abt. Information Treptow, Ltn. W., meldet: Im VEB WSSB Tagesplan mit 117,7% erfüllt. – 20.00 Uhr am Kielufer auf Westberliner Seite 100 Personen angesammelt, von der Stummpolizei zurückgedrückt. – Gegen 20.15 Uhr am KP Onckenstr. 100 Westberliner Bürger ca. 20-30 m im demokratischen Sektor eingedrungen, konnten zurückgedrängt werden. Lage wieder normal. – Am KP Wildenbruchstr. gegen 20.30 Uhr Einbruch von ca. 80-100 Westberliner Bürgern. Nach Abgabe von 3 Warnschüssen Lage wieder hergestellt. – In VEB Berlin-Chemie Lyserolanlage Feuer ausgebrochen. Feuer ist eingekreist. Neue Lage erfolgt umgehend. - 21.20
Op.-Stab PdVP Hptm. P. erhält Meldung von der Leitstelle Feuerwehr, daß in der Firma Berlin-Chemie der Filtersack in der Geserolanlage brennt. – Feuer ist eingekreist. - 22.35
Ergänzung zur Meldung VU Rathaus/Spandauer Str. VPI Mitte Op.-Stab meldet am Hptm. P., daß Pkw von Minister Kramer Fahrt fortsetzt. Min. K. unverletzt. Radfahrer vermutlich tot. Schuldfrage noch nicht geklärt. - 23.20
ODH der 5. Grenzbrigade teilt mit: Durch einen ehem. Angehörigen der DGP, der als Dreher im VEB EKL Lichtenberg tätig ist, wurde mitgeteilt, daß in diesem Betrieb sowie in einigen anderen Berliner Großbetrieben in den morgigen Vormittagsstunden gleichzeitig Arbeitsniederlegungen, Provokationen u. ähnl. durchgeführt werden sollen. Diese Angaben wurden durch die GB Blumberg überprüft und an den Brigadestab gemeldet.
Quelle: Landesarchiv Berlin, C REP. 303/26.1/239; Anm. d. Hg.: Rechtschreibfehler wurden stillschweigend korrigiert, persönliche Daten anonymisiert.
| Datum | Grenzbrigade | PdVP | Reserve des PdVP | Kampfgruppen | Transportpolizei | Gesamt |
| 13.8. | 5.176 | 5.134 | - | 4.576 | - | 14.886 |
| 14.8 | 5.148 | 5.843 | - | 5.617 | - | 16.608 |
| 15.8 | 5.877 | 6.102 | - | 6.273 | - | 18.252 |
| 16.8 | 6.156 | 6.349 | - | 6.519 | - | 19.024 |
| 17.8. | 6.496 | 6.553 | - | 6.466 | - | 19.515 |
| 18.8. | 6.714 | 6.853 | - | 6.822 | 2.631 | 23.020 |
| 19.8. | 6.818 | 6.666 | - | 6.880 | 2.648 | 23.012 |
| 20.8. | 6.796 | 6.835 | - | 6.934 | 2.694 | 23.259 |
| 21.8. | 6.792 | 6.663 | - | 6.910 | 2.678 | 23.042 |
| 22.8. | 6.840 | 6.793 | - | 6.873 | 2.770 | 23.276 |
| 23.8. | 7.010 | 6.972 | - | 6.845 | 2.826 | 23.653 |
| 24.8. | 7.358 | 6.980 | - | 990 | 2.788 | 18.125 |
| 25.8. | 7.572 | 6.947 | - | 932 | 2.923 | 18.374 |
| 26.8. | 6.248 | 6.797 | - | 931 | 3.139 | 17.115 |
| 27.8 | 6.263 | 6.660 | 614 | 932 | 2.852 | 17.321 |
| 28.8. | 6.253 | 6.857 | 614 | 891 | 2.877 | 17.492 |
| 29.8. | 6.216 | 6.899 | 652 | 851 | 2.877 | 17.495 |
| 30.8. | 6.216 | 6.915 | 715 | 850 | 2.900 | 17.596 |
| 31.8. | 6.216 | 6.840 | 669 | 850 | 2.895 | 17.470 |
| 1.9. | 6.846 | 6.796 | 669 | 850 | 2.898 | 18.059 |
| 2.9. | 7.461 | 6.790 | 904 | 850 | 2.887 | 18.892 |
| 3.9. | 6.752 | 4.166 | 616 | 233 | 2.863 | 15.045 |
| 4.9. | 7.393 | 4.324 | 616 | - | 2.887 | 15.220 |
| 5.9. | 7.472 | 5.617 | 616 | - | 2.887 | 13.351 |
| 6.9. | 7.265 | 3.269 | 622 | - | 2.773 | 12.244 |
| 7.9. | 7.265 | 3.654 | 622 | 485 | 2.870 | 14.896 |
| 8.9. | 6.120 | 4.115 | 639 | 492 | 2.568 | 13.964 |
| 9.9. | 6.120 | 4.224 | 637 | 419 | 2.520 | 13.921 |
| 10.9. | 5.831 | 1.486 | 955 | 400 | 2.520 | 11.192 |
| 11.9. | 5.825 | 3.927 | 1.048 | 2.513 | - | 13.313 |
| 12.9. | 5.982 | 3.913 | 900 | - | 2.513 | 13.308 |
| 13.9. | 5.911 | 4.084 | 1.035 | - | 2.513 | 13.543 |
| 14.9. | 5.965 | 4.141 | 1.035 | - | 2.562 | 13.703 |
SOS-Rückruf von elf (11) Fischprodukten, welche Blutvergiftungen, Hirnhautentzündungen und Fehlgeburten hervorrufen können - Vollständige List hier!
Die Heinrich Abelmann GmbH steht im Fokus des großangelegten Rückrufs von verschiedenen Fischprodukten. Unter den Artikeln, die Kunden keinesfalls essen sollten, finden sich beispielsweise Matjesfilets nordischer Art, Bratheringsfilets und Heringshappen mit verschiedenen Marinaden. Die vollständige Liste ist lang.
Die vom Rückruf betroffenen Fischerzeugnisse waren auf den verschiedensten Wegen erhältlich. Generell sollten Supermarkt-Kunden und Personen, die häufiger auf einem Fischmarkt vorbeischauen, ihre Vorräte überprüfen (eine Liste mit weiteren aktuellen Rückrufen gibt es bei RUHR24).
Riesiger Fisch-Rückruf: Liste zeigt alle betroffenen Produkte
Hier eine Liste der Produkte, die laut der Heinrich Abelmann GmbH aktuell vom Rückruf betroffen sind:
- Räuchermatjesfilet nordischer Art Natur, „Finkenwerder“ und Räuchermatjesfilets in Rapsöl
- ab Charge 188 mit dem MHD 04.08.2025 bis einschließlich der Charge 198 mit dem MHD 14.08.2025
- EAN: 4005957735452 150 Gramm, 4005957735551 180 Gramm, 4005957969321 500 Gramm, 4005957909068 500 Gramm, 4005957909075 1000 Gramm
- Räuchermatjesfilet in Pflanzenöl der Marke Skansild Bremerhaven
- Charge 191 mit dem MHD 07.08.2025
- EAN: 4260262120526 500 Gramm
- Räuchermatjesstücke nordischer Art in Rapsöl
- Charge 190 und dem MHD 06.08.2025
- EAN: 4005957735001 1000 Gramm
- Matjesfilets nordischer Art in Rapsöl
- ab Charge 192 mit dem MHD 22.08.2025 bis einschließlich der Charge 198 mit dem MHD 29.08.2025
- EAN: 4005957711005 1000 Gramm
- Matjessalat
- ab Charge 196 mit dem MHD 30.07.2025 bis einschließlich der Charge 197 mit dem MHD 31.07.2025
- EAN: 4005957750158 150 Gramm, 4005957750257 250 Gramm
- Kräutermatjessalat mit Gartengemüse
- ab Charge 195 mit dem MHD 29.07.2025 bis einschließlich der Charge 198 mit dem MHD 01.08.2025
- EAN: 4005957753159 150 Gramm, 4005957753258 250 Gramm
- Geräucherte Alaska-Seelachschnitzel grob
- ab Charge 178 mit dem MHD 26.08.2025 bis einschließlich der Charge 192 mit dem MHD 30.08.2025
- EAN: 4005991921026 250 Gramm, 4005991020002 500 Gramm
- Kräuterfilets nach Matjesart in Öl
- Charge: #197 MHD: 13.08.2025
- EAN: 4005957918299 500 Gramm, 4102210038180 500 Gramm, EAN: 4102210038166 1000 Gramm
- Hering in Gelee mit Ei, mit Süßungsmittel
- ab Charge: 069 mit dem MHD 08.07.2025 bis einschließlich der Charge 197 mit dem MHD 13.11.2025
- EAN: 4102210020604 Gebinde Größe 250 Gramm
- Hering in Gelee mit Ei, mit Süßungsmittel
- ab Charge: 062 mit dem MHD 01.07.2025 bis einschließlich der Charge 192 mit dem MHD 08.11.2025
- EAN: 4102210020505 Gebinde Größe 1000 Gramm
- Bratheringshappen in Gelee, mit Süßungsmittel
- ab Charge: 079 mit dem MHD 18.07.2025 bis einschließlich der Charge 198 mit dem MHD 14.11.2025
- EAN: 4102210021908 Gebinde Größe 250 Gramm
Der Umtausch der betroffenen Fischprodukte läuft aktuell direkt über den Hersteller. Bedeutet: Wer einen betroffenen Artikel gekauft hat, soll sich „zur Erstattung des Kaufpreises“ direkt per E-Mail an die Abelmann GmbH wenden. Diese ist unter der Adresse vertrieb@abelmann.de erreichbar.
Listerien sind Bakterien, die in verschiedenen Lebensmitteln vorkommen können. Bei gesunden Personen verläuft eine Infektion oft mild oder unbemerkt. Symptome können Fieber, Muskelschmerzen, Übelkeit und Durchfall sein.
Für Schwangere, Neugeborene und ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Listeriose schwerwiegende Folgen haben. Es drohen Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen oder gar Fehlgeburten.
Quellen: Verbraucherzentrale und Bundesministerium für Gesundheit
2025 N’ Wacken N’ Guns N’ Roses: 3 1/2 Stunden Frust und Enttäuschung ...
Guns N’ Roses gaben sich am Donnerstag zum ersten Mal die Ehre beim Wacken-Festival, und das mit einer XXL-Show. Aus gleich mehreren Gründen jedoch sorgte der Auftritt für Kritik.
Wenn sich ein Meer aus Lederjacken und Bandanas vor der "Harder"-Stage sammelt, dann ist klar: Etwas Großes steht bevor. Beim diesjährigen Wacken Open Air war es ein Moment, auf den viele seit Jahren gewartet hatten und der vermutlich nicht wiederkehrt.
Guns N’ Roses spielten zum allerersten Mal auf dem legendären Metal-Festival. Und dieser Auftritt könnte zugleich der letzte in Europa gewesen sein. Direkt nach der Show macht sich allerdings vor allem Ernüchterung bei vielen Fans breit.
Foto-Verbot bei Guns N' RosesAm Donnerstagabend betraten Axl Rose, Slash und Co. um Punkt 20.30 Uhr die Bühne, begleitet von tosendem Jubel der über 85.000 Menschen.
Der große Wermutstropfen: Der Veranstalter hatte im Vorfeld ein striktes Foto- und Filmverbot ausgesprochen, Es gab also weder Livestream noch Konzertmitschnitte. Nur wer wirklich vor Ort war, konnte diese Show erleben.
Dies sorgte am Abend für Frust bei zahlreichen Fans, die nicht beim Festival sein konnten. Auf dem offiziellen Instagram-Account von Wacken machten sie ihrem Ärger Luft. Eine Userin schrieb:
"Euer Ernst? Guns N' Roses wird nicht übertragen. Warum? Wie könnt ihr die Fans so enttäuschen, die zu Hause warten?"
So mancher Fan dürfte dabei ein Déjà-vu gehabt haben, denn im vergangenen Jahr lief eine Headliner-Show ebenfalls nicht im Stream: die von Iron Maiden.
Massive Kritik an Axl Rose beim Wacken 2025Doch auch diejenigen, die vor der Bühne standen, waren keineswegs durchweg begeistert. Dies zeigt sich mit Blick auf die Kommentare in der Facebook-Gruppe zum Festival.
Zwar war das Gelände vor der Hauptbühne zunächst randvoll, doch mehrere Personen berichten, dass sich dies im Laufe eines eher ernüchternden Auftritts von Guns N' Roses änderte.
Ein Nutzer bezeichnet den Sänger Axl Rose als "völlig überbewertet" und ergänzt: "Noch nie auf Wacken während des Hauptacts so viele abhauen sehen. Zu Recht." Ein anderer Besucher bestätigt, dass auch er selbst das Weite gesucht hat:
"Wir sind wieder raus. Hatten uns eigentlich auf Guns N' Roses gefreut, aber das war unterirdisch."
Ein besonders hartes Fazit lautet: "Das war mit Abstand das Schlechteste, was ich jemals in Wacken gesehen habe." Kritisiert wird an der Stelle nicht nur die Darbietung von Axl Rose, sondern auch der schlechte Sound.
Ob Guns N' Roses je wieder in Europa auftreten werden, bleibt derweil offen. Wacken könnte für die Band also ein Schlusspunkt gewesen sein.
Alzheimer und Demenz ◀▶ Temperaturen über +30 °C können lebensgefährlich werden - Tipps und Infos ...
Tipps für Angehörige: So schützen Sie Demenzpatienten
- Regelmäßig zum Trinken animieren: Stellen Sie Getränke gut sichtbar auf und bieten Sie sie immer wieder an. Ideal sind Wasser mit Minze oder Zitrone, ungesüßte Tees oder Saftschorlen. Trinken Sie selbst mit – das motiviert.
- Hitzespitzen meiden: Zwischen 10 und 17 Uhr ist es oft besonders heiß. Bleiben Sie in dieser Zeit mit der erkrankten Person im Haus – idealerweise in einem gut gelüfteten, kühlen Raum. Lüften Sie frühmorgens und abends.
- Bewegungsdrang absichern: Menschen mit Demenz, die zum Weglaufen neigen, sollten besonders im Blick behalten werden. Verstecken Sie Schlüssel oder Taschen, damit keine spontanen Ausflüge stattfinden. Ein Notfallausweis, Kontaktdaten in der Kleidung oder Ortungshilfen können im Ernstfall Leben retten.
- Warnzeichen erkennen und handeln: Achten Sie auf Benommenheit, Übelkeit, trockene Haut oder starkes Schwitzen. Diese Symptome sind ernst zu nehmen. Erste Hilfe: kühle Umschläge, ein schattiger Ort – und sofort ärztliche Hilfe holen.
- Regelmäßig nach dem Rechten sehen: Alleinlebende Menschen mit Demenz sind bei Hitze besonders gefährdet. Bleiben Sie in engem Kontakt – per Telefon oder Besuch – und prüfen Sie regelmäßig, ob es der Person gut geht.
Hohe Temperaturen können für Menschen mit Demenz zur ernsten Gefahr werden – auch wenn sie äußerlich stabil wirken. Denn sie reagieren oft nicht angemessen auf die Hitze. Die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) warnt deshalb vor den Folgen: Flüssigkeitsmangel, Orientierungslosigkeit und gestörte Temperaturregulierung können rasch zu einem medizinischen Notfall führen.
Dazu kommt: Viele erkennen die Belastung durch die Hitze nicht – oder reagieren nicht angemessen darauf. Ein schattiger Platz, eine Pause oder ein Glas Wasser? Für viele Demenzkranke keine Selbstverständlichkeit.
Zudem lässt im Alter die Fähigkeit des Körpers nach, sich an hohe Temperaturen anzupassen. Menschen schwitzen weniger, die Blutgefäße erweitern sich langsamer. So kann sich der Körper gefährlich überhitzen.
Einige Medikamente, etwa Anticholinergika, Neuroleptika oder Antidepressiva, verstärken das Problem zusätzlich: Sie greifen in die Wärmeregulierung ein oder erhöhen den Flüssigkeitsverlust. Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck machen Betroffene anfälliger für Kreislaufbeschwerden.
Hinzu kommt bei vielen Demenzerkrankten ein ausgeprägter Bewegungsdrang. Wer unbemerkt das Haus verlässt, kann sich in der Sommerhitze leicht verirren, was lebensbedrohliche Folgen haben kann.
Mit Heidi Klum in der Bushaltestelle ... Statt wie einst "HB" - nun "BH" ...
Immer dann, wenn ich zum Einkauf in "meinen" Supermarkt gehe, komme ich an der Bushaltstelle "Gartenstrasse/Ecke Sonnenbüchel" in Ravensburg vorbei. Vor wenigen Tagen plakatierte dort eine entsprechende Firma - Heidi Klum - sowohl auf der Außenseite, als auch im Innenraum. Braungebrannte Heidi im knappen Bikini.
Nun ist es bei mir "usus", auf dem Rückweg mit der schweren Tasche, dort auf der Bank der "H" zu verweilen - vor allem, wenn es so heiß ist wie heute. Denn dort ist es wohltuend schattig. Wie gesagt, heute zusätzlich noch mit der "heißen" Heidi.
Vor 60 Jahren - ich war 13 Jahre alt - war das undenkbar. Zwar prangten uns Jungs auch schon damals ab und zu "busige" Damen von der "Quick" oder dem "Stern" entgegen; aber so etwas wie heute? - Ne, das ging gar nicht.
Dafür prangten an Bushaltstellen und Litfaßsäulen das HB-Männchen, kurz bevor es in die Luft ging, oder der reitenden und Marlboro rauchende coole Cowboy. Drei Jahre später fing auch ich an zu rauchen: Erst heimlich die Pfeife meines älteren Bruders, dann Peer 100, bis schließlich Rot-Händle ohne Filter. Doch seit nun 14 Jahren bin ich "raucherfrei - und das wird auch so bleiben.
Viele Menschen haben mit dem Rauchen aufgehört oder erst gar nicht angefangen - auch, weil es statt einst "HB" nun "BH" heißt --- und weil der die Freiheit versprechende Raucher auf dem Pferd gegen die "weiß ich was, uns Hetero-Männern versprechende" Heidi Klum, eingetauscht wurde.
"Ich muss weiter," Heidi, raunte ich und konnte diesem Tausch durchaus etwas abgewinnen.
CCR - John Fogerty feiert seinen 80. Geburtstag ...
John Fogerty bei einem Gastauftritt mit "Bad Moon Rising"
Blogger: Als ich Ende der 1960-Jahre zum allerersten Male aus der Musikbox den Song "Bad Moon Rising" hörte, war ich sofort und für immer bis heute verliebt in den Gitarrensound der Band "Creedence Clearwater Revival" - weltbekannt unter dem Akronym "CCR". Nach wie vor ist dieses Lied eines meiner wenigen Lieblingssongs. Es besteht aus nur drei Akkorden - und unsere Kellerband von 1969 nahm es auch sofort auf seine Setlist.
Die Musiker von CCR begannen als The Blue Velvets, gegründet Anfang 1959 von John Fogerty und dessen Schulfreund Doug Clifford, sowie dem kurz darauf dazugestoßenen Bassisten und Pianisten Stuart „Stu“ Cook. Hinzu kam noch Tom, der Bruder von John Fogerty. Tom starb 1990 im Alter von 48 Jahren.
In einem Interview erklärte Doug Clifford, dass er John Fogerty in der Schule im Musikraum kennenlernte. Es kam zu folgendem Gespräch: Clifford: „Ich sagte: ‚Willst Du eine Band gründen?‘ Er sagte: ‚Was spielst du?‘ Ich sagte: ‚Ich bin Schlagzeuger.‘“ Clifford besaß zu dieser Zeit eine Snaredrum und eine Bassdrum. „Er sagte: ‚Gut, lass uns das machen, aber ich spiele eigentlich Gitarre. Ich suche einen Klavierspieler.‘“
So ähnlich erging es auch mit unserer Bandgründung in den 1960er Jahren. Ein Klassenkamerad brachte in der Adventzeit 1967 plötzlich eine rote E-Gitarre und Verstärker mit in den Musikunterricht und spielte uns mit Erlaubnis der Lehrerin ein Weihnachtslied vor. Nach der Stunde fragte ich ihn, ob wir eine Band gründen wollten, denn auch ich spielte seit zwei Jahren Gitarre (später wurde ich der Drummer).
Er stimmte zu - und gemeinsam mit einem Freund aus der Siedlung fingen wir an zu spielen und zu träumen ... Die Band gibt es heute noch - allerdings ohne mich, aber mit den beiden anderen Gründungsmitgliedern und einer neuen Crew.
-----------------------------------
So bündig der schwermütige, dickblütige Swamp-Rockabilly auch klang, den Creedence Clearwater Revival (CCR) 1968 und 1972 zu Gehör brachten – ihr Hirn und Herz, John Fogerty, hatte die meiste Zeit nicht viel davon; keine Reichtümer und rechte Freude wohl auch nicht. Das ist nicht erst aus heutiger Sicht, die das Geldanhäufen auch bei weniger Talent als Selbstverständlichkeit erscheinen lässt, ein Skandal.
Fogerty hat sämtliche Unwägbarkeiten des Rock ’n’ Roll-Zirkus durchlitten. Natürlich, auch die Beatles, deren Hitparaden-Präsenz er als Sänger, Gitarrist, Produzent, Arrangeur und alleiniger Songschreiber mit CCR übertroffen hat, waren geschäftlich in schwere See geraten und kamen dem von dem Betrüger Allen Klein um ein Haar verursachten Bankrott durch Auflösung zuvor. Aber was Fogerty erlebt hat, wog noch schwerer.
Man muss leider anerkennen, dass er in dem Mogul Saul Zaentz, der als Mit-Produzent von Film-Kassenschlagern später drei Oscars einheimste, seinen Meister gefunden hat. Der hatte ihm als Besitzer von Fantasy Records einen Knebelvertrag vorgelegt – und weg waren die Rechte sämtlicher CCR-Songs, nicht nur die an Cover-Versionen wie „I Put a Spell on You“, „Suzie Q“ oder „I Heard it Through the Grapevine“, die ihm und den Seinen – Stu Cook am Bass, Doug Clifford am Schlagzeug und der nicht annähernd so geniale und ihm deswegen natürlich mehr in Hass als in Liebe verbundene Bruder Tom an der Rhythmusgitarre – allein schon einen Platz in den ewigen Rock-Jagdgründen gesichert hätten, sondern eben auch „Bad Moon Rising“, „Green River“, „Down on the Corner“, „Up Around the Bend“, „Have You Ever Seen the Rain“, „Hey Tonight“ und, am allerunfasslichsten, „Proud Mary“ (1969), ein Gründungsdokument dessen, was wir heute unter „Americana“ einsortieren, mindestens auf Augenhöhe mit dem ein Jahr zuvor erschienenen Debüt von The Band.
John Fogerty muss, wie Robbie Robertson von The Band, gespürt haben, dass, nachdem die Rockmusik es mit ihren psychedelischen Eskapaden zu bunt getrieben hatte und am liebsten nur Prog-Rock sein wollte, die Zeit reif war für einen Schlachtruf, dem zu folgen man etwas mehr brauchte als ein Flanellhemd – back to the roots! Die Simplizität und Rustikalität von CCR blieb genauso ein Unikat wie Fogertys Rhythmusgefühl, das noch das affektierteste Hipstertum zum Mitwippen nötigten, und wie die Stimme, die er mit dermaßen frenetischer Hingabe einsetzte, wie Little Richard das allen besseren schwarzen und weißen Rock ’n’ Roller gelehrt hatte.
Obwohl diese Musik, wie fast jede andere auch, ein Hybrid war – aus Rock, Country, Hillbilly, Blues, Sumpfland-Klängen und Stax-Soul –, verströmte sie doch so etwas wie Reinheit, die im Verein mit der Mississippi-Dampfer-, Mondschein- und Ochsenfrosch-Lyrik der Verklärung nahezukommen schien, wenn nicht Fogerty immer wieder düstere, bisweilen anklagende Untertöne beigemengt hätte. Ein Paradox: Diese Band, die in manchen Milieus unter Reaktionärsverdacht stand und der das Image weißer Micky-Maus-Musik aus ihren bis in die Spätfünfziger zurückreichenden Gründerjahren immer noch anhaftete, legte den zumindest musikalisch wuchtigsten Anti-Vietnam-Kriegssong jener Ära vor („Run Through the Jungle“) und äußerte eine so innige Verbundenheit mit den Unterprivilegierten („Fortunate Son“), wie das selbst Springsteen nicht mehr überzeugender hinbekam.
Fogerty lieferte nämlich vor der Zeit nicht nur den Beweis dafür, dass sich Volkstümlichkeit und Kritik durchaus miteinander vertragen, sondern auch das wahrscheinlich gewichtigste Beispiel für jene Kreativität, die heute als kulturelle Aneignung gilt und ein ernstes Karrierehemmnis sein kann. Er stammte ja aus Berkeley. Statt aber im Dunstkreis der Bay Area bei der vor seiner Haustür in Umlauf gebrachten Psychedelik (Jefferson Airplane, Grateful Dead, Quicksilver Messenger Service) mitzutun und aus seinem Quartett gesellschaftskritische Hippies zu formen, phantasierte er sich, wie aus der Zeit gefallen, ein Mark-Twain-Amerika zusammen und konnte sich in seiner Vorliebe für den Süden dadurch bestätigt sehen, dass man CCR eher mit Louisiana-Hinterwäldlern in Verbindung brachte als mit den verzogenen Superstar-Früchtchen von der Westküste. Superstars waren sie freilich auch, mehr als jede andere amerikanische Band um 1970, Crosby, Stills, Nash (& Young) ausgenommen.
In seine Altersphase trat er eigentlich schon zur Mitte seines bisherigen Lebens mit „Centerfield“ (1985) ein, das genauso gut unter Sam Phillips bei Sun Records hätte eingespielt werden können und auf dem er sich mit Verballhornungen seines alten Quälgeists schadlos hielt („Mr. Greed“, „Zanz Kant Danz“). Das hat er inzwischen nicht mehr nötig, erst recht nicht an seinem achtzigsten Geburtstag, den John Cameron Fogerty an diesem Mittwoch feiert.
Wenn die Bevölkerung durchatmen kann, weil "weniger Flüchtlinge = weniger Straftaten" bedeuten ... und wenn "schleusen" das geflüchtete Individuum entpersonalisiert (entmenschlicht?) ...
Quelle: SZ vom 26. Mai 2025Nein, liebe Leser und Leserinnen, das ist - wie Sie es selbst mit beiden Augen sehen können, keine Schlagzeile einer AfD-nahen Zeitung oder ein Auszug der Rede von Alice Weidel respektive Tino Chrupalla, sondern die Headline der "Hiesigen" von heute morgen. Unter dieser Zeile, druckt die Zeitung ein Foto ab, welches ein sauberes Flüchtlingszimmer mit leeren und ebenso klinisch weißen Betten zeigt.
Liest man/frau dann den Artikel selbst, fällt schon im ersten Satz die Tonalität des Redakteurs auf. Dort schreibt er: "... rund 15.000 Flüchtlinge durch die Landeserstaufnahmestelle in Sigmaringen geschleust wurden, waren es im vergangenen Jahr lediglich noch ..."
Das von mir fett hervorgehobene Wort ist nicht nur ein böser Faux pas, sondern auch eine Entpersonalisierung jedes einzelnen geflüchteten Individuums. Denn . . .
a) "schleusen" - das tun die sogenannten illegal tätigen "Flüchtlingshelfer" mit ihren Booten über das Mittelmeer und LKW über europäische Autobahnen. "Die illegalen Einkünfte aus dem internationalen Drogen‑, Waffen‑ und Menschenhandel werden in die legale Wirtschaft geschleust." [Süddeutsche Zeitung, 15.02.2021], wäre ein weiteres illegal konnotiertes Vorhaben.
b) "schleusen" - das geschieht zum Beispiel mit Schiffen in Kiel oder in Brunsbüttel, welche von der Ostsee in die Nordsee oder umgekehrt wollen. "Die wartenden Boote sollen gemeinsam einmal pro Stunde in die Kanäle geschleust werden." [Die Welt, 22.06.2019] Aber auch eine Autokolonne kann durch den Großstadtverkehr geschleust werden, oder ein Verfahren wird durch sämtliche Instanzen geschleust.
Und das steht in der (einst?) christlichen "Schwäbischen Zeitung" welche in Oberschwaben immer noch das Pressemonopol innehat. Liest man/frau dann weiter fällt auf, dass von insgesamt über 2.000 Straftaten im Jahr 2024 knapp 1/3 in der großen "Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge" (LEA) begangen wurden. Wie viel weniger oder mehr das im Vergleich zu 2023 waren, ist nicht zu lesen. Und es ist auch nicht berichtet, von wem die 2/3 der Straftaten außerhalb der LEA begangen wurden. Von Flüchtlingen? Von schon immer Einheimischen? Von Migrant/innen der zweiten und dritten Generation?
Dann folgen die Deliktgruppen wie Ladendiebstahl und Bedrohung durch Messer. Kontextual gelesen kommt man/frau zu dem Ergebnis, dass alle Straftaten nur von Flüchtlingen, Fremden, Ausländern begangen wurden. Dass "deutsche" Teenager oder auch erwachsene Obdachlose, oder ganz "Normale" oder gar Kleptomanen die "vielen leidenden Händler in Sigmaringen" auch geschädigt haben könnten - davon kein Wort.
Schlussendlich: Trotz der mathematisch minderen Durchgeschleusten, hat die Sigmaringer Polizei ihre Präsenz auf dem ursprünglichen Level gehalten - obwohl sie zugeben muss, dass nicht alle Flüchtlinge "straffällig" werden - und dadurch eine (Flüchtlingskriminaltäts)-Aufklärungsquote vorweisen kann, welche 20 Prozent über dem Landesdurchschnitt liegt.
Und während die einen "durchatmen" (Personal der LEA, Personal der Polizei, alle Bewohner des Landkreises SIG), bleibt anderen der Atem weg - angesichts eines solch formulierten und "durchdachten" Artikels ...
▶▶"Cum-Cum", Finanzminister (Klingbeil??) sei nicht "dumm" - Attention ...
Die Zeit rennt: Ab Januar dürfen Banken und Unternehmen Dokumente vernichten, die ihre Verwicklung in illegale Cum-Cum-Geschäfte beweisen. Sobald diese Dokumente verschwinden, sind auch die illegal hinterzogenen Steuermilliarden unwiederbringlich verloren.
Unterschreiben Sie deshalb diese Petition!!! - Danke!!!
Gerade jetzt, wo immer mehr Menschen das Vertrauen in Politik und Rechtsstaat verlieren, hat der Finanzminister die Gelegenheit, für Gerechtigkeit zu sorgen und so Vertrauen zurückzugewinnen. Er muss deutlich machen, dass Banken, die sich mit Milliarden an Steuergeldern bereichert haben, nicht einfach davonkommen dürfen, während kleine Steuervergehen konsequent geahndet werden.
Quellen:
Franziskus' Vermächtnis an die Kinder im Gaza-Streifen: Umgebautes Papa-Mobil als fahrende Krankenstation ...

Berichterstattung aus Jerusalem
Als Papst Franziskus 2014 Bethlehem im von Israel besetzten Westjordanland besuchte, fuhr er in einem eigens für seinen Besuch angefertigten weißen Papamobil kreuz und quer durch den traditionellen Geburtsort Jesu.
Jetzt wird das Fahrzeug in eine mobile Gesundheitsklinik umgewandelt, um kranke und verwundete palästinensische Kinder im Gazastreifen zu behandeln – eine Initiative, die Papst Franziskus in den Monaten vor seinem Tod angeordnet hatte.
Obwohl die Klinik nur eine begrenzte Anzahl von Palästinensern in Gaza versorgen wird, spiegelt die persönliche Beteiligung von Papst Franziskus an dem Projekt sein Engagement für palästinensische Zivilisten wider, die in mehr als 18 Monaten Krieg im Kreuzfeuer zwischen Israel und der Hamas gefangen sind, insbesondere Kinder.
"Das Papamobil ist ein ganz konkretes Zeichen dafür, dass Papst Franziskus sich um all das Leid der Kinder in Gaza kümmert, auch nach seinem Tod!" Das schrieb Kardinal Anders Arborelius von Schweden am Montag in einer E-Mail.
Die Idee, das Papamobil als Gesundheitsklinik umzubauen, kam von den Führern der Caritas, einer katholischen Organisation, und Kardinal Arborelius trat damit an Franziskus heran. Der schwedische Kardinal ist ein Anwärter auf das Amt des nächsten Papstes nach Franziskus, der am 28. April starb.
Das Papamobil, ein umgebauter Mitsubishi, wurde vom Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, für den Besuch von Franziskus gespendet. Danach wurde es dem Franziskanerorden übergeben und dann der Caritas, nachdem Franziskus seine Verwendung in Gaza abgesegnet hatte.
Adam Rasgon: Reporter für die Times in Jerusalem
🥺The First of May (1. Mai) - oder: "Manager first" - Gehälter der deutschen Spitzenverdiener stiegen um das 30-fache des "gemeinen Mannes" ...

Stef-Art 2025
Und das alles, obwohl in diesem Zeitraum vor allem die SPD den Kanzler stellte und für das Ressort "Soziales und Arbeit" zuständig war. Und die GRÜNEN hatten sich mehr um "Waffen für die Ukraine" und "keine Waffen für Israel" stark gemacht, als für die Existenzgrundlage des einfachen Bürgers. Und wie diesbezüglich die FDP tickte und tickt, ist allgemein bekannt.
Und das wird - falls ... - unter einem Kanzler Merz und einem "christlich" geführten Wirtschaftsministerium, sowie mit einem noch zu benennenden Minister oder zu benennende Ministerin für "Arbeit und Soziales" nicht anders werden, sondern die negative Korrelation "Manager/mensch" wird sich fortsetzen. Das muss verhindert werden