Ravensburg benötigt keinen weiteren Cafés, Imbisse und Eisdielen - es braucht mehr Bewusstsein!
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Die Ravensburger Innenstadt wirkt auf den ersten Blick lebendig, geschäftig, voller Bewegung – doch hinter dieser Betriebsamkeit verbirgt sich ein stiller Strukturwandel, der kaum jemand offen ausspricht. Ich sage es bewusst überspitzt, damit es auch ankommt.
Gefühlt jede Woche meldet die hiesige Presse neue Leerstände, nicht solche für bezahlbare Wohnungen, sondern Geschäftsleerstände. Wenige Wochen später folgen Berichte über neue gastronomische Hoffnungsträger, die das entstandene Vakuum an Leerstand füllen wollen.
Doch diese ständige Fluktuation ist kein Zeichen von Dynamik, sondern ein Symptom. Ein Symptom dafür, dass die funktionale Vielfalt der Stadt längst erodiert ist. Dass Monopole gewachsen sind, wo früher Wettbewerb war. Dass Reparaturbetriebe, Alltagsgeschäfte und kulturelle Alternativen verschwinden, während Cafés, Imbisse und Experimentierläden wie Ersatzpflaster auf eine Wunde geklebt werden, die niemand diagnostizieren möchte.
Mit den folgenden Zeilen versucht der Blogger, hinter die Schaufenster zu schauen – und die psychologischen Muster sichtbar zu machen, die Ravensburg seit Jahren prägen.
Leerstände sind in Ravensburg längst zu einem vertrauten Ritual geworden. Ein Geschäft schließt, die Zeitung berichtet mit Betroffenheit und Mitgefühl, und kurz darauf eröffnet ein neues gastronomisches Konzept, das – so die Presse – Hoffnung verspricht – bis auch dieses wieder verschwindet. Die Stadt wirkt wie jemand, der seine Symptome behandelt, aber nicht die Ursachen. Der Schmerz wird betäubt, nicht verstanden. Die Zeitung kann nichts dafür. Sie berichtet.
Die Ravensburger Innenstadt zeigt ein Muster, das psychoanalytisch gesehen als Wiederholungszwang beschrieben werden könnte. Man/frau tut immer wieder dasselbe, obwohl es nicht funktioniert. Man* ersetzt statt zu reflektieren. Man* beruhigt sich, statt zu verändern.
Die Fluktuation als kollektive SelbstberuhigungCafés, Imbisse, Eisdielen, Phantasieläden – sie sind die emotionalen Trostspender der Stadt. Sie vermitteln Wärme, Weltläufigkeit, Leichtigkeit. Doch sie ersetzen nicht das, was verloren gegangen ist: funktionale Vielfalt. Ein Schuhgeschäft schließt, ein Imbiss eröffnet. Ein Fotoladen verschwindet, eine Eisdiele zieht ein. Ein Bekleidungsgeschäft gibt auf, ein weiteres Café wagt den Versuch.
Diese Dynamik ist kein Zeichen von Kreativität, sondern von Erschöpfung. Die Stadt beruhigt sich mit Zucker, Kaffee und exotischen Soßen – aber sie heilt nicht.
Die Monopolisierung – der verdrängte SchattenÜber die letzten 15 Jahre hat sich in Ravensburg eine stille, aber tiefgreifende Monopolisierung vollzogen. Nicht durch spektakuläre Übernahmen, sondern durch das allmähliche Wegbrechen der Konkurrenz. Das Ergebnis:
Alltagsgeschäfte verschwinden.
Reparaturbetriebe werden rar.
Werkzeuge, Schulbedarf, Fotodienstleistungen – nur noch in wenigen Händen.
Und der Buchhandel? Faktisch monopolisiert.
Ja, es gibt noch einen kleinen, engagierten Buchladen. Aber er ist – psychoanalytisch gesprochen – das „gute Objekt“, das die Illusion von Vielfalt aufrechterhält, während die strukturelle Realität längst eine andere ist.
Ein einzelner dominanter Akteur, der das literarische Angebot prägt, die Sichtbarkeit von Themen bestimmt und die kulturelle Atmosphäre der Stadt maßgeblich beeinflusst, ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Einseitigkeit. Eine Stadt, die sich kulturell nur noch über eine einzige große Stimme vermittelt, verliert ihre innere Mehrstimmigkeit.
Die Stadtverwaltung als Über-Ich – und ihre blinden FleckenDie Stadtverwaltung müsste in dieser Metapher das Über-Ich sein: regulierend, ausgleichend, gestaltend. Doch sie verhält sich eher wie ein Zuschauer, der die Symptome kommentiert, aber nicht interveniert.
Statt:
funktionale Vielfalt zu fördern,
monopolistische Strukturen zu begrenzen,
Reparatur- und Alltagsbetriebe aktiv anzusiedeln,
Leerstandspolitik transparent zu gestalten,
kulturelle Diversität zu schützen,
begnügt man* sich mit Betroffenheitsrhetorik und der Hoffnung, dass der Markt es schon richten werde.
Doch der Markt richtet hier nichts. Er räumt nur ab.
Der verdrängte Schmerz: WohnungsleerstandWährend Ladenleerstände öffentlich betrauert werden, erscheinen Wohnungsleerstände nur als kleine Anzeigen. Warum?
Weil sie das eigentliche Trauma berühren würden: die Frage nach sozialer Verantwortung, nach Prioritäten, nach politischer Gestaltungskraft.
Wohnungsleerstand ist der blinde Fleck der Stadt – zu schmerzhaft, zu politisch, zu aufschlussreich.
Ravensburg braucht keine weiteren Cafés – es braucht BewusstseinDie Innenstadt ist ein Organismus, der seit Jahren Symptome zeigt. Doch statt einer Diagnose erhält er nur Beruhigungsmittel.
Was Ravensburg wirklich braucht:
eine mutige Entmonopolisierung,
eine Rückkehr zur funktionalen Vielfalt,
eine aktive Ansiedlungspolitik,
eine Kulturpolitik, die mehrstimmig denkt,
und eine Verwaltung, die gestaltet statt kommentiert.
Vielleicht ist es Zeit, die Stadtgesellschaft nicht nur zu betrachten, sondern sie zu verstehen. Nicht nur die Bürger und Bürgerinnen bedauern, sondern ihnen zu Gute handeln. Nicht nur zu konsumieren, sondern zu reflektieren.
Denn hinter jedem Leerstand steckt eine Geschichte. Und hinter jeder Geschichte ein Bedürfnis, das bisher niemand ernst genommen hat.
Fragt die Lehrerin in der zweiten Grundschulklasse: "Wie heißen eigentlich die drei Eisheiligen"?
Fragt die Lehrerin in der zweiten Grundschulklasse der Ravensburger Kuppelnauschule: "Wie heißen eigentlich die drei Eisheiligen?"
Meldet sich Kevin und ruft: "Magnum, Langnese und Mövenpick!"
🔥 Ravensburg, die "Stadt der Enge“ - Warum 5.620 Menschen in einer reichen Stadt keinen Rückzugsraum haben – und warum das Rathaus seit zehn Jahren wegschaut

Ravensburg, die „lebenswerte Stadt“. Die Stadt der Türme, der Tore – aber auch der verschlossenen Wohnungen und des rein verbalen, aber real nicht vorhandenen Wohnungsbaus für den üblichen Geldbeutel.
Während sich die Stadtspitze auf Podien gegenseitig bestätigt, dass man/frau „alles im Blick“ habe, Brücken baut, Brücken saniert und sich dabei auch noch als "Brückenbauer zum WIR" feiert, leben in dieser Stadt über 5.600 Menschen beengt, ohne einen echten Rückzugsraum, ohne Intimsphäre, ohne das, was man* früher einmal „menschenwürdiges Wohnen“ nannte. Das wäre eine weit überfüllte Oberschwabenhalle (Fassungsvermögen: 4.998 Besucher/innen) voller Mitmenschen ohne Sitzgelegenheiten, ohne Freiraum und bedrängt vom Nebenmann/frau.
Jeder neunte Mensch in Deutschland lebt beengt. Das sagt nicht irgendein Ravensburger Blogger, sondern zum Beispiel der Kölner Stadtanzeiger. Übertragen auf Ravensburg mit seinen 50.600 (31.12.2024) Einwohnern bedeutet das:
Mindestens 5.622 Ravensburger/innen leben beengt. Womöglich sind es sogar 6.000 und mehr. Vom Baby, Kleinkind, Teenager, Jugendlicher, Erwachsener, Rentner und Pflegebedürftigen.
Fünf-tausend-sechs-hundert-zweiundzwanzig. Das ist nicht irgendeine Zahl. Das ist fast ein ganzer Stadtteil. Ein Stadtteil, der unsichtbar gemacht und als WIR gefeiert wird. Zynismus puuur!
Und noch ein Eckwert ist bemerkenswert.
Rund 35–45 % der Menschen in Deutschland leben in zu großen oder übergroßen Wohnungen – also in Wohnungen, die gemessen an der Haushaltsgröße deutlich mehr Zimmer haben, als nach EU‑SILC‑Standard nötig wären. Diese Zahl stammt aus Schätzungen, die im Kontext der Wohnungsmarktanalyse (siehe Link) genannt werden.Das heißt, übertragen auf Ravensburg - bei einem Mittelwert von 40 Prozent, dass sage und schreibe rund 20.000 Bürger und Bürgerinnen (Alleinstehende, Paare, Kleinfamilien) in viel zu großen Wohnungen leben. Das sind dann schon zwei größere Stadtteile - Quartiere der Bevorzugten.
Das große Ravensburger Wohnraum-MärchenSeit mindestens zehn Jahren (siehe hier) wird in Ravensburg dieselbe Platte abgespielt: „Wir brauchen mehr Wohnraum.“ „Wir müssen bauen.“ „Der Markt ist schuld.“ „Die Lage ist schwierig.“ Doch während das Bezner-Areal plus extra erbauter Zubringerbrücke millionenschwer für Investoren gebaut und verkauft wird (mit großem Werberummel der Stadtspitze), müssen sich die zwölfjährige Anna und ihr zwei Jahre älterer Bruder Jan immer noch ein Zimmer teilen. Bei Elif, Amir, Hanifa und Mahmut sind es sogar vier Kinder mit neun, elf, dreizehn und fünfzehn Jahren, während deren Eltern im Wohnzimmer nächtigen.
"Parallel" dazu stehen rund 400 Wohnungen leer. Oder sind es "nur" 300 oder gar 500? Keiner weiß es so genau. Leer! In einer Stadt, in der Menschen in zu kleinen Räumen leben, in der Familien auf engstem Raum zusammengepfercht sind, in der Alleinerziehende im Schlafzimmer ihrer Kinder schlafen, weil es keinen anderen Platz gibt.
Und was macht die Stadtspitze? Sie baut ein Luxusquartier nach dem anderen für jene, die ohnehin schon genug haben. Demnächst ist das nächste „urbane Gelände“ auf dem alten Maschinenfabrikgelände zu filetieren – vermutlich wieder ohne echte Sozialquote, ohne Mut, ohne Vision.
Wie viel Wohnraum bräuchte Ravensburg wirklich, um die "Enge" zumutbar zu entzerren?1. Wie viele Menschen leben beengt?
50.600 Einwohner div. durch 9 = 5.622 Menschen
2. Wie viele Wohnungen fehlen?Um die Enge zu reduzieren, braucht es zusätzliche Wohnfläche oder zusätzliche Wohneinheiten.
Die Faustregel der Wohnungsforschung lautet: Eine beengte Person braucht im Schnitt 15–20 m² zusätzlichen Wohnraum, um nicht mehr als „beengt“ zu gelten.
Nehmen wir den Mittelwert von 17,5 m² pro Person.
3. Gesamtbedarf an zusätzlicher Wohnfläche:5.622 Personen x 17,5 m² = 98.385 m² Wohnraum
Ravensburg müsste also rund 100.000 m² für den normalen und kleinen Geldbeutel leistbaren (!!) Wohnraum schaffen oder aktivieren.
Das entspricht:
ca. 1.400 neuen Wohnungen (bei 70 m² Durchschnittsgröße) oder
~ 400 leerstehende Wohnungen + 1.000 zusätzliche Einheiten, die durch Neubau, Umbau, Aufstockung oder Umwidmung entstehen könnten.
Ravensburg bräuchte 1.400 Wohnungen, um die Enge zu entschärfen. Davon stehen 400 bereits leer zur Verfügung – ungenutzt, unbewirtschaftet, "politisch" ignoriert.
Die Stadt müsste also "nur" 1.000 Wohnungen schaffen. Nicht 5.000. Nicht 10.000. Lediglich 1.000, die für den üblichen Geldbeutel leistbar sind.
Eine Stadt mit einem Haushalt von über 300 Millionen Euro schafft es nicht, 1.400 Wohnungen zu bauen und/oder zu aktivieren. Aber sie schafft es, Prestigeprojekte zu feiern, Flyer zu drucken, Grußworte zu verfassen und sich selbst zu applaudieren.
Ravensburg hat kein Wohnungsproblem – es hat ein Führungsproblem.Die Wahrheit ist unbequem: Ravensburg leidet nicht an Wohnraummangel, sondern an politischer Mutlosigkeit.
Man* schaut weg.
Man* redet schön.
Man* baut teuer.
Man* lässt leer stehen.
Man* lässt Menschen im Stich.
Man* baut alles Mögliche - nur keine leistbaren Wohnungen.
Und während die Stadtspitze weiter klagt, leben 5.622 Menschen in Ravensburg in Enge, die nicht sein müsste. Mindestens - wenn nicht mehr!
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Lesen Sie auch hier:
- Die Ravensburger Wohnwert‑Tauschbörse©
7. Apr. 2026
Die "SCHULDSPIRALE" - Von Berlin bis in die schwäbische Provinz ...
Ein Facebook‑Post meines Musikerfreundes Ralph aus Berlin zeigt ein Muster, das sich durch die große Politik ebenso zieht wie durch die kommunale Realität: Wer Verantwortung trägt, sucht sich lieber neue Schuldige, statt eigene Fehler zu benennen. Ich habe mir dazu weitere Gedanken gemacht, die ich hier veröffentliche.

Es ist bemerkenswert, wie ein einzelner Post manchmal die politische Großwetterlage präziser beschreibt als jede Haushaltsrede. Ralph hat ein Bild geteilt, auf dem zwei prominente Politiker zu sehen sind – Friedrich Merz und Lars Klingbeil. Zwei Männer, die in unterschiedlichen Rollen agieren, aber in einem Punkt erstaunlich ähnlich funktionieren: Sie bewegen sich in einem politischen Klima, in dem Schuldzuweisung längst zur Leitwährung geworden ist. Bis dahin, dass sie sich - wie einst Adam und Eva - die Schuld (Kompromiss) gegenseitig zuschieben.
Und sie stehen beide in heftigster Kritik. Nur noch jeder vierte Bundesbürger - so hörte ich heute in den Nachrichten des MDR - traut der jetzigen Bundesregierung noch eine wirtschaftliche Wende zu.
An der Misere der deutschen Wirtschaft waren und sind „die anderen“ natürlich die anderen schuld: erst war es Putin, dann war Trump, dann ist es der Iran und nun ist es die deutsche Bevölkerung, die angeblich nicht genug mitzieht, zu kritisch ist, zu skeptisch, zu laut oder zu leise - und zu wenig arbeitet.
Parallel dazu wird uns aktuell heute ein neuer Schuldiger präsentiert: die geringeren Steuereinnahmen, die den Bundeshaushalt 2027/28 belasten werden. Ein externer Faktor, der sich wunderbar eignet, um unangenehme Fragen zu vermeiden.
Natürlich sind sinkende Einnahmen ein reales Problem. Aber sie sind nicht vom Himmel gefallen. Sie sind das Ergebnis politischer Entscheidungen, wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und jahrelanger Versäumnisse. Wer jetzt so tut, als sei das alles ein unvorhersehbarer Schicksalsschlag, betreibt nicht Aufklärung, sondern eine politische Nebelmaschine.
Und genau dieses Muster – das Wegschieben, das Verdrängen, das Moralisieren – kennen wir auch in Ravensburg und aus anderen Provinzen nur zu gut.
Man* muss gar nicht in Berlin Musik machen, um die Mechanik zu verstehen. Ein Blick des Gitarristen auf das Ravensburger "Kornhaus" reicht, um die Melodie wiederzuerkennen. Oder der Blick auf die Oberschwabenhalle. Oder der auf die eingeschränkten Winterdienste, die Busstopps, die Prioritätenlisten.
Wenn ein Projekt aus dem Ruder läuft, wenn Kosten explodieren, wenn Bürger sich beschweren, wenn Transparenz fehlt – dann wird selten gefragt: Was haben wir von der Stadtspitze und/oder von der Stadtverwaltung und/oder vom Gemeinderat falsch gemacht? Stattdessen heißt es:
„Die Vorgängerregierung/Vorgängeradministration ist schuld.“
„Die Bürger verstehen das Projekt nicht.“
„Die Kritik ist unsachlich.“
„Die Rahmenbedingungen haben sich geändert.“
"Es ist kompliziert."
Es ist die gleiche oder gar dieselbe politische Grammatik wie in Berlin – nur im Kleinformat. Und sie wirkt genauso lähmend.
Was Ralphs Post so treffend zeigt, ist die Absurdität dieser Schuldspirale. Sie ist bequem, aber sie verhindert jede Lösung. Denn wer ständig neue Schuldige sucht, muss sich nicht mit den eigenen Entscheidungen auseinandersetzen. Und wer sich nicht auseinandersetzt, kann auch nichts verbessern.
Dabei wäre es gerade jetzt notwendig, dass Politik – auf allen Ebenen – wieder lernt, Verantwortung zu übernehmen. Nicht als Schuldgeständnis, sondern als demokratische Grundhaltung.
Was wir brauchenEhrlichkeit, auch wenn sie unbequem ist.
Transparenz, bevor Projekte aus dem Ruder laufen.
Selbstkritik statt einer reflexhaften Abwehr.
Respekt vor Bürgern, die Fragen stellen.
Mut, Fehler zuzugeben und zu korrigieren, statt sie zu kaschieren.
Das gilt für Berlin. Und es gilt für Ravensburg. Das gilt für jede Provinz.
Ich unterschreibe Ralphs Gedanken deshalb aus voller Überzeugung. Nicht weil ich mich über die Politik stellen möchte, sondern weil ich glaube, dass Demokratie nur funktioniert, wenn wir die Schuldarchitektur durchbrechen und wieder dorthin schauen, wo Verantwortung tatsächlich liegt: bei den Entscheidern – nicht bei denen, die ihre Entscheidungen ausbaden müssen.
Meine eigene Verantwortung sehe ich übrigens darin, dass ich diesen auch nicht vollkommenen Blog betreibe. Doch wenn ich Fehler mache - und vor allem, wenn ich darauf hingewiesen werde - kann ich mich entschuldigen und korrigieren.
Zukünftige Krankenhausversorgung Bodensee-Oberschwaben / Grafische Darstellung aufgrund öffentlich zugänglicher Informationen ...
Schussental-Medial
Wie geht es weiter mit dem Klinikum in Friedrichshafen? Welche Lösung wäre die beste? Vor allem für die gesamte Region Bodensee-Oberschwaben? In der kommenden Woche sollen wohl Entscheidungen getroffen werden. Dazu treten der Gemeinderat Friedrichshafen und die beiden Kreistage Bodensee und Ravensburg zusammen.
Die Redakteure der "Schwäbischen Zeitung" aus Friedrichshafen und Ravensburg haben dazu einen sehr umfangreichen und meiner Meinung nach informativen Artikel verfasst.
Dabei berichtet die Schwäbische Zeitung über neue finanzielle und strukturelle Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Medizin Campus Bodensee. Auf Grundlage dieser öffentlich zugänglichen Informationen habe ich eine eigene Grafik erstellt, die die Entscheidungswege, Abhängigkeiten und Versorgungsfolgen für die Region Bodensee–Oberschwaben visualisiert. Denn ein Bild kann helfen, "tausend" Wörter besser zu verstehen. Die Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dient der Orientierung im aktuellen politischen Entscheidungsprozess.
Grundlage der folgenden Grafik ist der Artikel "Insolvenz des Medizin Campus Bodensee: Friedrichshafen stützt Klinikverkauf mit zig Millionen" der "Schwäbischen Zeitung" vom 6. Mai 2026. Das Resultat der Grafik (siehe letzte Zeile) stellt weder meine persönliche Meinung noch die des Blogs dar, sondern ist aufgrund einer nüchternen und neutralen Abwägung von Pro und Contra entstanden. Der/die Leser und Protagonisten dieser Causa könnten durchaus zu einem anderen Ergebnis kommen.
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Grafik: Stefan Weinert, Schussental-Medial, aufgrund öffentlich zugänglicher Informationen (siehe oben)
OSH/Frauentorkino: Statt 'Rochade' ist das ein "schlechter Tausch" von Glasperlen gegen fruchtbares Weideland (Wild-West-Spiele) ...
Es gibt Bilder, die tragen. Und es gibt Bilder, die nur denjenigen tragen, der sie in die Welt setzt. Die sogenannte „Rochade“, mit der die Ravensburger Stadtverwaltung und Teile der Lokalpresse die Umwandlung der Oberschwabenhalle (OSH) in eine Sporthalle den 50.000 Bürger/innen schmackhaft machen wollen, gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Denn eine Rochade – das weiß jeder, der einmal ein Schachbrett von nahem gesehen hat – ist immer ein Vorteil für denjenigen, der sie ausführt respektive sie plant, durchzuführen. Sie dient dazu, den König in Sicherheit zu bringen. Und sie funktioniert nur, wenn König und Turm nacheinander (erst den König berühren) gemeinsam ziehen.
In diesem aktuellen "Spiel" hat der König eine Doppelfunktion. Er ist die OSH und der OB zugleich.
In Ravensburg soll nun der König (die OSH) verschoben und gleichzeitig damit (der OB) in Sicherheit gebracht werden. Und der Turm? Der steht gar nicht auf dem Ravensburger Schachbrett. Stattdessen wird das Frauentorkino als „künftige Kulturstätte“ präsentiert. Ein stolzer Turm - Wahrzeichen der Stadt - ist das nicht. Eher ein Beistelltischchen.
Kurz: Der Begriff "Rochade" ist nicht nur unpassend, sondern auch schlecht "gewählt". Im wahrsten Sinne des Wortes. Mit 78 Prozent schlecht!
Glasperlen gegen WeidelandTreffender wäre ein anderes Bild: das des Tauschgeschäfts, wie man/frau es aus den Mythen aber auch aus den wahren Geschichten der Entdeckung "Americas" und des späteren Wilden Westens kennt. Die eine Seite erhält ein paar glänzende Glasperlen = „mehr Sportflächen!“, „Synergien!“, „Win-Win-Situation!“ – und sie gibt dafür - geblendet - fruchtbares Weideland her: eine überregional bedeutsame Kulturhalle, die seit Jahrzehnten das kulturelle Gedächtnis der Region trägt.
Ein schlechtes Geschäft. "Schlecht' Tausch"! Ein sehr schlechtes Abkommen. Und eines, das die über 50.000 Bürgerinnen und Bürger der Turmstadt gar nicht wollen.
Das Quintett der UnbeweglichenTacheles: Im Grunde sind es fünf Protagonisten, fünf Personen, die diese Rochade unbedingt wollen.
die drei Bürgermeister
ein (1) Lobe-Stadtrat
ein (1) Vorsitzender des Sportkreises
Sie meinen wohl allen Ernstes, die verbliebenen 50.000 Mitbürger und Mitbürgerinnen repräsentieren zu können.
Fünf gegen fünfzigtausend! Oder um es einmal so zu sagen: "Ein ignorantes Quintett, das die Quintessenz der Bürgermeinung ignoriert." – Das schlechteste Tauschgeschäft seit dem Glasperlenhandel.
Die Ravensburger Stadt- und Sportspitze weigert sich beharrlich, die Bürgermeinung als demokratisches Statement wahrzunehmen. Man* könnte meinen, die Stimmen der Menschen seien nur ein so leises Hintergrundrauschen, das mit einem gut geölten Verwaltungston übertönt werden kann.
Doch die Realität ist eine andere: ~440 Unterschriften Contra – und das in kürzester Zeit – sind kein Rauschen. Sie sind ein Weckruf.
Bevor entschieden wird: Bürger befragenWer eine Rochade wagt, sollte wissen, was er tut. Wer eine Stadt bewegt, sollte wissen, was sie will.
Deshalb führt an zwei Schritten kein Weg vorbei:
Behandlung der Petition gegen die Umwandlung der OSH.
Eine Bürgerbefragung – offen, transparent, verbindlich im Geist, wenn auch nicht im Gesetz
Alles andere wäre ein demokratisches Foulspiel. Und Foulspiele gehören nicht auf das Brett oder auf das Feld, sondern in die Schiedsrichterakte. Doch den "Schiri" scheint es in Ravensburg nicht zu geben. Ich sehe nur ein orientierungsloses Durcheinander auf dem Spielfeld.
Last but not leastDie Oberschwabenhalle ist kein König und auch ein Oberbürgermeister, der in Sicherheit gebracht werden muss, ist kein King. Die OSH ist ein öffentlicher Raum, der Menschen verbindet, Erinnerungen trägt und Zukunft ermöglicht.
Wer sie verschiebt, sollte nicht mit Rochaden argumentieren. Sondern mit Ehrlichkeit. Mit Respekt. Mit Bürgernähe.
Und mit dem Mut, die 50.000 zu fragen, statt dass die "Fünf" entscheiden und der Gemeinderat (40) schweigt.
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OSH - Alles klar? / Ein Spiel für die ganze Familie ...
In der Welt (Naher Osten, Ukraine, USA, Sudan ...), in Deutschland und vor allem in Leipzig gibt es derzeit Nöte und Probleme, die jene aus der Provinz als nichtig erscheinen lassen. Die folgende Idee wurde vor dem Amok in Sachsens Stadt "geboren" und wird hier unter der regionalen Bedeutung veröffentlicht. Lesen Sie zum besseren Verständnis auch hier:
- OSH/Frauentorkino: Statt 'Rochade' ist das ein "schlechter Tausch" von Glasperlen gegen fruchtbares Weideland (Wild-West-Spiele) ..
- Ravensburg: OSH - Mit 2.730 bis 4.998 Möglichkeiten oder mit 1 Turnhalle??

Idee, Gestaltung und alle Rechte bei Stefan Weinert (c), Ravensburg

Spielberechtigt sind alle, die im Einzugsbereich der Ravensburger Oberschwabenhalle leben: Süddeutscher Raum, Österreich, Schweiz, Frankreich.
Ravensburg: OSH - Mit 2.730 bis 4.998 Möglichkeiten oder mit 1 Turnhalle??
Es gibt Momente im kommunalen Leben, in denen nicht die großen Worte entscheiden, sondern drei schlichte Zahlen.
2.730
100
430
Sie stehen nicht nur untereinander, sondern auch nebeneinander wie drei ungleiche Geschwister – und erzählen doch gemeinsam eine Geschichte über die Zukunft der Ravensburger Oberschwabenhalle (OSH).
2.730: So viele Menschen kann die OSH laut dem "Technischen Datenplatz" bei einer Bestuhlung aufnehmen. Unbestuhlt sind es sogar 4.998 (a.a.O.). Vorausgesetzt, die Halle wird für das benutzt, wofür sie einst konzipiert war: Ein Ort, an dem Oberschwaben zusammenkommt - nicht nur im sportlichen Sinne, sondern kulturell, gesellschaftlich, interdisziplinär und generationenübergreifend.
2.730 ist eine Zahl, die Größe atmet. Sie steht für Möglichkeiten, für Vielfalt, für das, was eine Region zusammenhält.
~ 100: So viele Menschen in etwa kamen zur Informationsveranstaltung am Dienstag der vergangenen Woche in die Oberschwabenhalle, die über deren Zukunft als "Turnhalle" aufklären sollte. Hundert Menschen auf Stühlen in einem Raum, der für 2.730 sitzende Gäste gedacht ist – das wirkt wie ein Echo, das sich selbst sucht.
Die "Schwäbische Zeitung" schreibt heute (eine Woche später) sinngemäß dazu, es seien kaum Normalbürger unter den Anwesenden gewesen, sondern mehr solche mit Mandat. Bemerkungen, die mehr über die Wahrnehmung der Stadtgesellschaft verraten als über die Anwesenden.
Vielleicht waren es nicht „zu wenige“, sondern die Falschen, die fehlten. Oder die Richtigen, die der Veranstalter nicht wollte. Oder die, die längst das Gefühl haben, dass ihre Anwesenheit nichts ändert.
~ 430: So viele Bürgerinnen und Bürger haben inzwischen die Petition gegen die Umwandlung der OSH unterschrieben. Viermal so viele wie zur Veranstaltung kamen.
430 – Das ist keine Mehrheit, aber ein Signal. Ein demokratisches, ein höflich-forderndes und ein beharrliches. Und vor allem: Es ist ein laufendes Verfahren. Eine Petition, die bei der Stadtverwaltung und beim Gemeinderat anhängig ist – und die vor einem finalen Beschluss behandelt werden sollte. So funktioniert Demokratie. Nicht als Pflichtübung, sondern als Reihenfolge.
Die drei Zahlen stehen nicht im Widerspruch. Sie stehen in Beziehung.
2.730 zeigt, was möglich wäre.
100 zeigt, wie wenig Vertrauen in Beteiligungsformate besteht.
430 zeigt, dass die Bürgerschaft dennoch nicht schweigt. Und gegenüber den o.g. "100" ist das die Mehrheit.
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft dieses Abends: Nicht die Argumente waren wirklich neu – weder pro noch contra –, sondern die Erkenntnis, dass die Stadtgesellschaft längst weiter ist als die Debatte. Sie will gehört werden, bevor entschieden wird. Sie will gefragt werden, bevor ein Entschluss bekannt gegeben wird. Sie will ernst genommen werden, bevor man ihr erklärt, was „alternativlos“ sei.
Die Oberschwabenhalle ist nicht nur ein Gebäude. Sie ist ein Prüfstein dafür, wie wir in Ravensburg miteinander umgehen wollen: mit Offenheit oder mit Vorfestlegung. Mit Beteiligung oder mit Belehrung.
Mit 2.730 bis 4.998 Möglichkeiten – oder mit 1 Turnhalle.
So "frei" ist die Presse wirklich ...
Wenn das Statistische Bundesamt und internationale Organisationen Jahr für Jahr aufzeigen, wie fragil Pressefreiheit weltweit geworden ist, dann wirkt das zunächst wie ein fernes Echo – bis man/frau beginnt, die eigenen lokalen Medienstrukturen mit denselben Fragen zu betrachten.
Die aktuelle Statista‑Analyse (siehe unten) beschreibt eine globale Entwicklung, in der wirtschaftlicher Druck, gesellschaftliche Polarisierung und ein rauer werdender Umgangston die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten erschweren. Ohne irgendeinen Vergleich im juristischen Sinne zu ziehen, kann man* sich fragen, wie solche Trends in einer Stadt wie Ravensburg wahrgenommen werden, in der die lokale Öffentlichkeit stark von wenigen Stimmen geprägt wird und manche Debatten erstaunlich leise bleiben.
Gerade weil Deutschland laut Ranking noch immer zu den Ländern mit „zufriedenstellender Lage“ zählt, stellt sich die Frage, wie lebendig, vielfältig und kritisch lokale Berichterstattung tatsächlich empfunden wird – nicht als Vorwurf, sondern als Einladung zur Selbstbeobachtung. Manche Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Transparenz, andere mehr Mut zur Einordnung, wieder andere mehr Distanz zu politischen oder wirtschaftlichen Akteuren. Ob diese Eindrücke berechtigt sind oder nicht, bleibt offen; sie zeigen lediglich, dass auch in einer demokratisch stabilen Region wie Oberschwaben die Erwartungen an Medien hoch sind und die Diskussion darüber nie abgeschlossen ist.
Auch dieser Blog, der Blog Schussental‑Medial ist nicht perfekt. Er ist ein persönliches Projekt, durchaus manches Mal subjektiv mit eigener Meinung des Bloggers gefärbt, manchmal kantig, manchmal vielleicht zu ausführlich, manchmal zu scharf. Aber gerade deshalb versteht er sich als Ergänzung, nicht als Ersatz: als Versuch, Themen sichtbar zu machen, die sonst vielleicht untergehen würden, und als Einladung, über Medienvielfalt, lokale Öffentlichkeit und demokratische Kultur neu nachzudenken.
Pressefreiheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Und dieser Prozess beginnt nicht in Berlin, Brüssel oder New York – sondern genau dort, wo WIR lesen, schreiben, diskutieren und wenige sich trauen, offen Fragen zu stellen.
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Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit guter Pressefreiheit. Das ist die zentrale Erkenntnis des aktuellen Rankings von Reporter ohne Grenzen für 2026. Während Norwegen dabei mit einem Indexwert von 92,7 weiterhin an der Spitze steht, erreichen nur noch wenige Staaten überhaupt ein sehr hohes Niveau. Deutschland kommt mit 82,2 Punkten auf Platz 14 ("zufriedenstellende Lage") und zählt damit zwar zur Spitzengruppe, liegt aber klar hinter den führenden, überwiegend nordischen Ländern.
Viele europäische Länder belegen weiterhin vordere Plätze, doch selbst dort nehmen Probleme zu. Staaten wie die Niederlande mit 88,9 oder Estland mit 88,5 Punkten liegen zwar weit vorne, rutschen aber in Kategorien mit ersten Einschränkungen ab. Außerhalb Europas sind Länder mit hoher Pressefreiheit selten, während große Teile der Welt nur mittlere oder schlechte Bedingungen aufweisen.

In Deutschland bleibt die Lage vergleichsweise stabil, weist aber weiterhin Spannungen auf. Physische Angriffe auf Medienschaffende, insbesondere im Umfeld von Demonstrationen, sowie ein rauer werdendes gesellschaftliches Klima belasten die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten. Auch strukturelle Herausforderungen wie wirtschaftlicher Druck auf Medienhäuser spielen eine Rolle und könnten die Vielfalt der Berichterstattung langfristig einschränken.
Der globale Trend deutet damit auf eine schleichende Verschlechterung hin. Politischer Druck, wirtschaftliche Abhängigkeiten und zunehmende Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten könnten die Lage weiter verschärfen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, würde unabhängige Berichterstattung in vielen Regionen weiter unter Druck geraten – mit möglichen Folgen für Transparenz, demokratische Kontrolle und gesellschaftliche Stabilität.
Eiskalt erwischt – Wie Ravensburg beim Winterdienst auf dünnem Eis tanzt

Ravensburger Jahreszeit - weder Fisch noch Fleisch; "wenn doch immer nur Mai wäre"!
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Morgen - also in wenigen Stunden - ist der 1. Mai. In Deutschland ein Feiertag. In Ravensburg ein Offenbarungseid.
Während anderswo Maibäume aufgestellt werden, stolpern die Bürgerinnen und Bürger der Unteren Burachstraße – zwischen Sonnenbüchel und Gewerblicher Schule – noch immer über den Winterstreu des vergangenen Winters. Fahrbahn und Gehweg sind wie ein ungenießbarer Streußelkuchen. Unter den Sommerschuhen knirscht es wie in einer schlecht geführten Skihütte. Nur dass dort wenigstens jemand sauber macht.
Doch in Ravensburg? Da wird diskutiert. Paragrafen werden zitiert. Zuständigkeiten verschoben. Und am Ende bleibt auch der Dreck liegen – buchstäblich.
Wenn der Winterdienst zur Frostbeule wirdEin Artikel der "Schwäbischen Zeitung" von heute beschreibt es nüchtern: Die Stadt hat den "Winterdienst" ausgeschrieben – und niemand will’s machen. Zu wenige Anbieter, zu wenig Interesse, zu wenig… ja, was eigentlich? Vielleicht ist es ja auch das für den Kältedienst angebotene Geld? Oder es fehlt an Wertschätzung?
Baubürgermeister Bastin erklärt sinngemäß, dass alle in frage kommenden Räumungsdienste kontaktiert wurden. OB Dr. Rapp verweist auf schnee- und eisfreie Winter und rechtliche Mindestpflichten der Stadtverwaltung. Einige Gemeinderäte vermitteln den Eindruck, dass die Klimaverschiebung - gegen die aber in Ravensburg niemand wirklich was tut - mache "Winterdienste" obsolet.
Das klingt ungefähr so logisch wie: „Weil es im Sommer nur manchmal regnet, können wir bei Neubauten auf die Dächer verzichten."
Priorität 3: Bürger zweiter KlasseDie Stadtverwaltung will künftig nur noch gesetzlich vorgeschriebenen Prioritäten räumen. Wohngebiete aber – also dort, wo Menschen leben, laufen und stürzen können – werden weitgehend ignoriert. So steht es im SZ-Artikel. So wurde es beschlossen - mit rund 90 Prozent aus dem Gemeinderat.
Die Untere Burachstraße gehört genau zu diesen Straßen, die man* offenbar als „verzichtbar“ einstuft. Dass dort täglich hunderte von Jugendlich zur Schule laufen und fahren, ältere Menschen einkaufen gehen, Menschen mit Behinderung unterwegs sind – geschenkt.
Die Stadt beruft sich auf Paragraf 41 des Straßengesetzes. Juristisch korrekt. Politisch fatal.
Denn gewählt wurde die Stadtspitze nicht, um Paragrafen zu rezitieren, sondern um Schaden vom Volk abzuwenden. Das steht nicht nur im Gesetz, sondern sogar unter Eid.
Geld ist da – aber nicht für SchneeflockenUnd jetzt wird’s richtig dünn unter den Schlittschuhen der Verwaltung:
20 Millionen Euro fürs Kornhaus
40 Millionen für die Kuppelnauschule
Sanierung des Rathauses
Sanierung der Musikschule (ehemals Bauhütte)
Umbauarbeiten für die Oberschwaben-Turn-Halle
Millionenschwere Investitionen in Gymnasien
Alles wichtig, alles teuer, alles machbar.
Aber für sichere Straßen im Winter? Da fehlen plötzlich die Ideen. Und die Cents.
Man* könnte fast meinen: Prestige hat Priorität 1 – Bürgerleben Priorität 3.
Keiner will den Winterjob – oder will ihn niemand für diesen Preis?Der SZ‑Artikel sagt es deutlich: Die Ausschreibung brachte kaum Rückmeldungen.
Aber wurde auch tiefer nachgefragt, warum?
Sind die Vergütungssätze realistisch?
Sind die Anforderungen fair?
Ist der Aufwand kalkulierbar?
Oder ist der Winterdienst in Ravensburg schlicht unterfinanziert?
Diese Fragen stellt niemand laut. Vielleicht, weil die Antworten unangenehm wären.
Und wenn es wirklich keine Firmen gibt?Dann gäbe es immer noch:
Menschen und Kunden vom Jobcenter, die arbeiten wollen und einen Führerschein besitzen
Geflüchtete, die nur auf ein Arbeitsangebot warten
Bürgerinnen und Bürger, die für einen ordentlichen Lohn bereit wären, Verantwortung zu übernehmen
Andere Städte machen es längst: Kommunale Winterdienst-Teams, fair bezahlt, gut organisiert, zuverlässig.
Aber Ravensburg? Ravensburg erklärt lieber, warum etwas nicht geht.
Die bittere PointeWährend die Stadtverwaltung über „milde Winter“ philosophiert, liegt in der Unteren Burachstraße der Winterstreu wie ein Mahnmal der kommunalen Selbstzufriedenheit.
Während Millionen in Gebäude fließen, fehlt das Geld für Salz, Schaufeln und Menschen, die sie bedienen.
Während Paragrafen zitiert werden, rutschen Bürger auf ungeräumten Wegen aus.
Und während die Stadtspitze betont, man* habe nichts unversucht gelassen, fragen sich die Bürger: Hat man wirklich alles versucht – oder nur alles erklärt?
Fazit: Ravensburg steht nicht nur auf dünnem Eis. Es tanzt sogar darauf.Und wer auf dünnem Eis tanzt, sollte sich nicht wundern, wenn es irgendwann kracht.
Demokratie zwischen Selbstheilung und Selbstgefährdung - Versuch einer Analyse mit Blick auf die BRD und auf Ravensburg insbesondere ...
Wie der menschliche oder animalische Organismus, so besitzen auch Demokratien Selbstheilungskräfte. Aber sie sind weder selbstverständlich noch unerschöpflich. Sie funktionieren nur, solange bestimmte rote Linien nicht überschritten werden:
- freie Wahlen,
- unabhängige Institutionen,
- offene Öffentlichkeit.
Sobald diese drei Bereiche systematisch beschädigt werden, verliert die Demokratie ihre Fähigkeit zur Selbstkorrektur.
Die Beispiele aus Deutschland zwischen Januar 1933 und Mai 1945, die USA unter Trump und Russland unter Putin heute, zeigen drei Stadien dieses Prozesses. Und die Entwicklungen in Deutschland und auch in der süddeutschen Kommune Ravensburg – als Beispiel für viele andere Gemeinden in Deutschland – aktuell 2026 zeigen, wie fein die Balance heute ist – auch dort, wo formal alles „funktioniert“.
1. Was Demokratien selbst heilen kann – und was nicht.1.1 Die drei zentralen Selbstheilungsmechanismen
Freie, faire und akzeptierte Wahlen. Sie sind das wichtigste Korrekturinstrument. Ohne sie gibt es keine friedliche Machtrotation.
Gewaltenteilung und unabhängige Institutionen. Gerichte, Parlamente, Kontrollinstanzen, Gemeinderäte, Rechnungshöfe, Rechnungsprüfungsamt – sie begrenzen Macht und korrigieren Fehlentwicklungen.
Freie Öffentlichkeit. Medien als vierte Kraft in Staat und Gemeinde, Blogs, Bürgerinitiativen, Wissenschaft, Kultur – sie erzeugen Transparenz und Diskurs.
Solange diese drei Bereiche intakt sind, kann eine Demokratie Fehler machen, Krisen durchlaufen, schlechte Regierungen haben – und sich dennoch regenerieren.
1.2 Die rote LinieDer Selbstheilungsprozess endet, wenn mindestens zwei dieser drei Bereiche dauerhaft beschädigt wurden. 1933 ff waren es alle drei. In Russland sind derzeit alle drei. In den USA werden sie getestet, aber noch nicht vollständig zerstört.
2. Historische und internationale Vergleichspunkte.2.1 Deutschland 1933 – der irreversible Kipppunkt
Die Weimarer Republik war formal noch demokratisch, aber:
Wahlen wurden durch Gewalt beeinflusst.
Die Justiz war politisiert.
Medien wurden eingeschüchtert.
Das Ermächtigungsgesetz zerstörte schließlich die Gewaltenteilung und die Öffentlichkeit.
Der Selbstheilungsprozess war vor 1933 bereits blockiert.
2.2 USA unter Trump – ein gestörter, aber funktionierender SelbstheilungsprozessDelegitimierung der Wahl 2020.
Druck auf Wahlbeamte.
Sturm auf das Kapitol.
Angriffe auf Medien und Justiz.
Aber die Gerichte, Bundesstaaten und Teile der Zivilgesellschaft hielten und halten dagegen. Die Demokratie ist beschädigt, aber noch reparaturfähig.
2.3 Russland unter Putin – der abgeschaltete Selbstheilungsprozess.Wahlen sind kontrolliert.
Opposition wird ausgeschaltet.
Medien sind gleichgeschaltet.
Gewaltenteilung existiert nur formal.
Hier ist der Selbstheilungsprozess nicht mehr aktiv.
3. Die Bundesrepublik Deutschland 2026 – robust, aber nicht immun.Deutschland verfügt über starke Sicherungen:
Bundesverfassungsgericht
Föderalismus
Medienpluralität
Zivilgesellschaft
Aber es gibt Erosionserscheinungen:
Vertrauensverlust in Institutionen
Polarisierung
Verrohung der Sprache
Angriffe auf Medien
Erstarkender Extremismus
Der Selbstheilungsprozess funktioniert – aber er wird mühsamer.
4. Ravensburg als Mikroskop: Wo Demokratie im Kleinen sichtbar wird.Die Gemeinde Ravensburg mit rund 52.000 Einwohner/innen ist kein Krisengebiet der Demokratie. Aber es ist ein Beispiel dafür, wie kommunale Politik und kommunale Öffentlichkeit demokratische Selbstheilung erschweren oder ermöglichen.
4.1 Die OB‑Wahl 2026 – ein demokratisches Verfahren mit blinden Flecken.Die Wahl verlief formal korrekt. Aber:
- Die mediale Berichterstattung vor dem Wahltermin war einseitig positiv auf den Amtsinhaber und gleichzeitig negativ gegen die drei Herausforderer ausgerichtet.
Die Zahl ungültiger Stimmen bei der Wahl war auffällig hoch.
Die Kategorie „Sonstige“ blieb völlig intransparent.
Die „Schwäbische Zeitung“ berichtete über die Ergebnisse, aber sie analysierte sie völlig ungenügend.
Der Blog "Schussental‑Medial" dagegen stellte die Fragen, die sonst niemand stellte, und brachte Analysen, die an anderer Stelle fehlten (siehe oben).
Das zeigt: Demokratie stirbt nicht erst bei einer eventuellen Wahlfälschung, sondern an fehlender Interpretation.
5. Die Kornhaus‑Causa – ein Beispiel für demokratische Ermüdung.Die Sanierung des Kornhauses – ursprünglich mit rund 22 Millionen Euro veranschlagt – entwickelte sich zu einem Projekt, das in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend als Symbol für Intransparenz, Kostenexplosion und Prioritätenverschiebung wahrgenommen wird.
Demokratisch problematisch ist nicht das Projekt selbst, sondern:
die mangelnde öffentliche Debatte,
die geringe Bereitschaft, Fehler einzugestehen,
die fehlende politische Verantwortungsübernahme,
die mediale Zurückhaltung bei kritischer Analyse.
Wenn große Summen ohne klare Kommunikation bewegt werden, entsteht ein Vertrauensvakuum. Und Vertrauen ist das Schmiermittel des demokratischen Selbstheilungsprozesses.
6. Die Oberschwabenhalle – Kulturstätte oder Sportarena?Die Debatte um die Zukunft der Oberschwabenhalle (OSH) ist ein weiteres Beispiel für demokratische Reibungsverluste.
6.1 Zur Erinnerung der KernkonfliktDie Halle wurde 1959 als überregionale Kulturstätte gebaut.
Sie wurde mehrfach mit öffentlichen Mitteln saniert und erweitert.
Nun soll sie zur Sporthalle umgestaltet werden.
Die Stadt argumentiert mit „geringer kultureller Nutzung“.
Kritiker - darunter auch der Blogger - argumentieren mit historischer Bedeutung, regionaler Identität, Verlust von Kultur vor Ort und fehlender Transparenz.
Die Frage lautet nicht: Sport oder Kultur? Sondern: In welcher Art und Weise wird entschieden? Wie wird kommuniziert? Wer wird gehört? Wer wird nicht gehört? Wer ist die Stadt?
Wenn Bürgerinnen und Bürger den Eindruck haben, dass:
Entscheidungen vorab feststehen,
Beteiligung nur formal stattfindet,
und bürgerliche Gegenargumente oder solche von Kulturorganisatoren nur als "Störfeuer" empfunden werden,
dann verliert die Demokratie nicht ihre Form, aber sie verliert ihre Glaubwürdigkeit.
7. Was Ravensburgs Demokratie heute braucht.7.1 Mehr Transparenz
Offenlegung von Entscheidungswegen
Klare Kommunikation bei Kosten und Risiken
Veröffentlichung relevanter Daten
unabhängige Gutachten
Die „Schwäbische Zeitung“ ist wichtig – aber sie ist für Ravensburg und das Umland nicht genug. Blogs und andere mediale Kanäle, Agenden und Arbeitsgruppen sind Teil des demokratischen Immunsystems und müssen finanziell und infrastrukturell gefördert werden.
7.3 Mehr KonfliktfähigkeitHarmonie ist kein demokratischer Wert. Transparenter Streit ist einer.
7.4 Mehr BürgerbeteiligungNicht als Alibi, sondern als ernst gemeinter Prozess.
8. Finally: Der Selbstheilungsprozess lebt – aber er braucht Pflege.Demokratie heilt sich nicht von selbst. Sie heilt sich durch Menschen, die:
Fragen stellen,
Missstände benennen,
Transparenz einfordern,
aufstehen!,
Öffentlichkeit herstellen,
sich nicht mit Schweigen zufriedengeben.
In Ravensburg – wie in der Bundesrepublik – funktioniert der Selbstheilungsprozess noch. Aber er funktioniert nicht automatisch. Er funktioniert, weil es immer noch Menschen gibt, die genau hinschauen, die schreiben, die ihre Stimme erheben, die dokumentieren und die hinterfragen.
Demokratie ist kein Zustand. Sie ist ein ständiger Reparaturbetrieb.
Und sie braucht Menschen, die bereit sind, die Werkzeuge in die Hand zu nehmen.
OB Dr. Rapp plant mittelalterlichen Riesenturm für Ravensburg - Bleibt dieser Beitrag eine Satire?
Ravensburg hat viele Türme – aber offenbar nicht genug. Nachdem Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp mit dem Oberschwabenhallen‑Manöver bereits bewiesen hat, dass städtebauliche Überraschungen sein bevorzugtes Hobby sind, folgt nun der nächste Coup: Ein neuer Turm. Ein großer Turm. Ein Turm, der den Mehlsack überragt.
Und weil Ravensburg bekanntlich Tradition liebt, soll das Bauwerk selbstverständlich mittelalterlich aussehen – nur eben höher, breiter und irgendwie auch "lauter". Eine Art „Mehlsack XXL“, aber mit mehr Zinnen, mehr Pathos und vermutlich auch mehr Haushaltsdebatten.

Quelle: Blogger-Zeitung
Laut Rathauskreisen – und laut dem OB selbst, der sich gern visionär gibt – soll der Turm:
78 Meter hoch werden („52 Meter sind ja heutzutage nichts mehr“),
eine rote Turmhaube tragen, „damit man ihn auch aus Tübingen sieht“,
eine Aussichtsplattform bieten, „für alle, die schon immer über dem Mehlsack stehen wollten“,
und selbstverständlich rechtzeitig zum Rutenfest 2028 eingeweiht werden – mit Fanfaren, Festakt und vermutlich einer Sonderbriefmarke.
Rapp soll intern gesagt haben, Ravensburg brauche „ein starkes vertikales Zeichen“. Kritiker vermuten, er meine damit vor allem ein Zeichen, das die Debatte um das Ravensburger Wahrzeichen "Oberschwabenhalle als Kulturzentrum" einerseits erstickt und seine misslungene Idee von einer "Ravensburger Sporthalle" vergessen lässt.
Die ReaktionenHistoriker sind irritiert, aber höflich.
Architekten sprechen von „mutiger Mittelalter‑
Fantasiearchitektur“. Die Rutenfestkommission ist begeistert, weil ein neuer Turm „frisches Material für Festabzeichen“ liefert.
Stadtrat Rolf Enger: "Ich habe den OB ausdrücklich dafür gelobt."
Rätin Heike Engelhard: "Ich bin verhalten begeistert."
Rätin Anna Wiech: "Gut, dass ich nach Stuttgart in den Landtag gehe."
OB-Kandidat Samuel Bosch: "Mit mir wär' das nicht passiert!"
Theologen: Das ist der moderne Turmbau zu Babel.
Stadtkämmerei: "Wir stehen kurz vor einem Geldwunder, denn sonst wäre das nicht machbar."
Die Bevölkerung schwankt zwischen Kopfschütteln und Popcorn.
Und welchen Namen soll der Turm nun erhalten?
Inoffiziell kursiert bereits ein Vorschlag:
„Oberschwaben-Turm“ --- weil Satire manchmal einfach nur die Realität abbildet.
Viele Wege führen zur Oberschwabenhalle - - - nur leider sind sie schlechter als die des alten Roms
KOLUMNE — Viele Wege führen zur Oberschwabenhalle – nur leider sind sie schlechter als die des alten Roms
Es gibt Sprichwörter, die altern gut. „Viele Wege führen nach Rom“ gehört dazu. Ein Satz, der Gelassenheit ausstrahlt, Orientierung verspricht, ja, fast schon philosophisch wirkt. Doch wer in Ravensburg unterwegs ist, muss diese Weisheit umformulieren: 'Viele Wege führen zur Oberschwabenhalle – aber sie sind in einem Zustand, der selbst römische Legionäre zur Meuterei gebracht hätte.' Womit aus einer Gelassenheit Ärger wird.
Via Ravex im Jahre 2026 Anno Domini
Via Roma um 23 vor unserer Zeitrechnung - https://kolosseum-rom.de/wp-content/uploads/2024/01/Via-Appia-Antica-Roemisches-Reich.png
Wer sich der Oberschwabenhalle nähert - ob von Wilhelmsdorf, Günkraut, Bad Waldsee oder Tettnang - bekommt zuerst eine Lektion in kommunaler Realität: Risse, Löcher, geflickte Flicken, notdürftig überpinselte Asphaltwunden. Ein Straßenzustand, der nicht nur peinlich ist, sondern gefährlich. Besonders für Radfahrer, die hier Slalom fahren müssen wie zwischen den Stolpersteinen einer schlecht geplanten Rallye.
Und dann kommt der sinngemäße Standardsatz aus dem Rathaus: 'Es ist halt für vernünftige Straßenausbesserungen kein Geld da.' Ein Satz, der in Ravensburg inzwischen so oft fällt, dass man ihn fast für ein Naturgesetz halten könnte.
Es gibt Städte, die Probleme haben. Und es gibt Ravensburg – eine Stadt, die ihre Probleme nicht nur hat, sondern sie asphaltiert, überteert, wieder aufreißt, notdürftig zukittet, um dann den Eindruck zu hinterlassen, man* habe keine wirklichen Straßenprobleme, sondern eher nur meckernde Bürger.
Wer dieser Tage versucht, zur Oberschwabenhalle zu gelangen, erlebt eine Art kommunales Escape‑Room‑Spiel: Schlaglöcher als Level‑Design, Risse als Storytelling, und die Stadtverwaltung als Endgegner, der mit stoischer Ruhe erklärt, warum alles so bleiben muss, wie es ist.
Die Realität auf der Straße: Ein Flickenteppich, der sich selbst schämtDer große Straßenreport der "Schwäbischen Zeitung" in diesem Tagen beschreibt es nüchtern: Ravensburgs Verkehrsnetz gleicht vielerorts einer Rumpelpiste, die seit Jahren nur notdürftig geflickt wird. Asphalt wird „hineingeträufelt“, wie der Artikel schreibt – ein Wort, das eher nach homöopathischer Straßenmedizin klingt als nach Infrastrukturpolitik .
Die Karlstraße? Die Olgastraße? Die Tettnanger Straße? Die Hindenburgstraße? Die Seestraße?
Allesamt Beispiele dafür, wie man* eine Stadt nicht in Schuss hält.
Und während die PKW, Motorbikes und Fahrräder über die Straßen holpern, erklärt der Pressesprecher der Stadt, man* müsse eben priorisieren. Priorisieren heißt in Ravensburg: erst Brücken, dann Prestigeprojekte, dann irgendwann vielleicht die Straßen – aber nur, wenn der Winter ausfällt.
Die "Wangener Straße": Millionen für eine Brücke – daneben eine Straße wie nach einem Erdbeben.Es ist fast schon Kunst: Man* baut eine teure Brücke, die viele Bürger bis heute nicht verstehen – und direkt daneben lässt man die Bundesstraße 32 in einem Zustand, der an eine vergessene Provinzstraße erinnert.
Die "Schwäbische" zeigt Fotos, die für sich sprechen: Risse, Löcher, aufgerissene Kanten, notdürftig geflickt, wieder aufgerissen, wieder geflickt. Ein Teufelskreis, der sich jedes Jahr wiederholt wie ein schlecht geplanter Adventskalender .
Und dann ist da noch der tödliche Unfall an fast derselben Stelle vor wenigen Jahren – ein Ereignis, das eigentlich ein Weckruf für einen besseren Straßenverlauf hätte sein müssen. War es aber nicht. Stattdessen die "Hermann-Vogler-Brücke" als Prestigeobjekt des Dr. Daniel Rapp.
Der Schussenpark: Millionen investiert – und jetzt ein BrennpunktWährend die Straßen zerfallen, hat Ravensburg einen neuen „Ort der Begegnung“ geschaffen: den Schussenpark.
Die Realität? Ein Elfjähriger - so berichtet es die hieisige Zeitung - wird von mehreren Kindern und Jugendlichen zusammengeschlagen, gegen den Kopf getreten und muss ins Krankenhaus. Die Polizei spricht von „Nichtigkeiten“, die zu Gewalt führen. Und es ist nicht der erste Fall dieser Art .
Ein Park, der als Zukunftsprojekt gefeiert wurde, entwickelt sich zum pädagogischen Pulverfass. Ein sozialer Brennpunkt – für zig Millionen Euro.
Facebook spiegelt die Stimmung: Die Bürger haben genugEin Blick in den Facebook‑Feed der "Schwäbischen" zeigt, wie die Menschen reagieren: mit Kopfschütteln, Sarkasmus, Wut – und bitterer Ironie.
Der Blogger selbst kommentiert dort, dass der Weg zur Oberschwabenhalle über Straßen führt, „für deren ordentliche Sanierung kein Cent vorhanden ist“ – und dass das Ganze „bitterste Realsatire“ sei .
Und genau das ist es: Realsatire. Eine Stadt, die sich modern geben will, aber an den Basics scheitert.
Und über all dem thront die Oberschwabenhalle – das nächste MillionenprojektWährend Straßen zerfallen, während Parks zu Konfliktzonen werden, während Bürger über Schlaglöcher diskutieren, plant die Stadt eine teure, fragwürdige Umgestaltung der Oberschwabenhalle.
Ein Projekt, das viele nicht verstehen. Ein Projekt, das viele nicht wollen. Ein Projekt, das vor allem eins zeigt: In Ravensburg wird nicht nach Notwendigkeit gebaut, sondern nach Narrativ.
Fazit: Rom baute Straßen für die Ewigkeit – Ravensburg lässt seine Wege verkommen.Rom war berühmt für seine Wege. Ravensburg ist berüchtigt für seine Flickwerke.
Rom baute Infrastruktur, die Jahrtausende überdauerte. Ravensburg baut Projekte, die schon nach wenigen Jahren Probleme machen.
Viele Wege führen zur Oberschwabenhalle. Doch keiner davon führt zu einer Politik, die zuerst das Notwendige tut, bevor sie das Prestigeprojekt anfasst.
Rentenkonzept „Steuerfreie Sockelrente“ für ALLE --- Ein einfaches, gerechtes und transparentes Modell (c) Stefan Weinert, Ravensburg
Rentenkonzept „Steuerfreie Sockelrente“ für ALLE
Ein einfaches, gerechtes und transparentes Modell (c) Stefan Weinert, Ravensburg — überarbeitet im April 2026
Die gesetzliche Rentenversicherung steht seit Jahren unter Druck: Demografischer Wandel, unstete Erwerbsbiografien, niedrige Löhne und die schrittweise steigende Besteuerung der Renten führen dazu, dass viele Menschen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter kaum über die Runden kommen.
Gleichzeitig ist das System kompliziert: Rentenpunkte, Rentenartfaktoren, Besteuerungsanteile, Freibeträge – für viele ist kaum nachvollziehbar, was am Ende tatsächlich auf dem Konto landet. Wer sein Leben lang gearbeitet hat, erwartet zu Recht zwei Dinge:
Planbare Sicherheit im Alter.
Eine Behandlung, die als gerecht empfunden wird.
Hier setzt das Konzept der steuerfreien Sockelrente für alle an.
2. Grundidee: Ergänzen statt AbschaffenDas bestehende Rentensystem wird nicht abgeschafft. Die nach Rentenpunkten berechnete Rente bleibt bestehen. Ergänzt wird sie durch zwei zentrale Bausteine:
Einen staatlichen Sockelbetrag pro Beitragsmonat in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Die generelle Steuerfreiheit der gesetzlichen Rente einschließlich dieses Sockelbetrags.
Damit wird das System nicht komplizierter, sondern im Ergebnis berechenbarer und gerechter.
3. Der Sockelbetrag: 1 € pro BeitragsmonatFür jeden vollen Monat, in dem eine Person im Laufe ihres Lebens rentenversicherungspflichtig beschäftigt war oder für sie Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden, erhält sie vom Staat einen zusätzlichen Sockelbetrag von 1 € pro Monat ihrer späteren Rente.
Als Beitragsmonate zählen insbesondere:
Beschäftigungszeiten mit Pflichtbeiträgen (Lohn/Gehalt),
Zeiten der Kindererziehung (analog zur Mütterrente),
bezahlter Urlaub,
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall,
Zeiten mit Krankengeld oder Arbeitslosengeld, Grundsicherung, soweit Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden.
Unabhängig sind:
die Höhe des früheren Einkommens,
die Höhe der gezahlten Rentenversicherungsbeiträge.
Es zählt allein: Wie viele Monate war jemand im Renten-System?
4. Mindest- und HöchstbeträgeUm das Modell klar und planbar zu halten, werden Unter- und Obergrenzen definiert:
Mindest-Sockelbetrag: Wer mindestens 10 Jahre (120 Monate) Beitragszeiten erreicht, erhält einen Sockelbetrag von 120 € monatlich.
Höchst-Sockelbetrag: Wer 42 Jahre (504 Monate) oder mehr Beitragszeiten erreicht, erhält einen Sockelbetrag von 504 € monatlich.
Zwischen 10 und 42 Jahren steigt der Sockelbetrag linear mit jedem Beitragsmonat.
5. Geltung und ÜbergangsregelungDiese Regelung gilt grundsätzlich für alle Rentnerinnen und Rentner. Um sowohl Gerechtigkeit als auch Finanzierbarkeit sicherzustellen, wird eine kurze, klar definierte Übergangsphase eingeführt:
Ab dem Inkrafttreten des Gesetzes erhalten alle bereits im Ruhestand befindlichen Rentnerinnen und Rentner den Sockelbetrag schrittweise:
Jahr 1: 25 % des individuell zustehenden Sockelbetrags
Jahr 2: 50 %
Jahr 3: 75 %
Jahr 4: 100 %
Alle Neurentnerinnen und Neurentner ab dem Stichtag (z. B. 1. 1. 2028) erhalten den vollen Sockelbetrag ab dem Rentenbeginn.
Diese Übergangsregelung stellt sicher, dass niemand ausgeschlossen wird, gleichzeitig aber die finanziellen Auswirkungen für den Staat planbar bleiben. Die jährlichen Rentenanpassungen (z. B. zum 1. Juli) gelten für den Gesamtbetrag aus beitragsbezogener Rente und dem jeweils gültigen Sockelanteil.
6. Steuerfreiheit der gesetzlichen RenteDer zweite zentrale Baustein ist die steuerliche Behandlung:
Die aus Lohn und Gehalt erworbene Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung,
und der staatliche Sockelbetrag
werden generell und grundsätzlich einkommensteuerfrei gestellt.
Die Logik dahinter:
Rente, Krankengeld und Arbeitslosengeld sind allesamt Versicherungsleistungen.
Krankengeld und Arbeitslosengeld sind bereits heute steuerfrei und unterliegen nur dem Progressionsvorbehalt.
Es ist schwer vermittelbar, warum ausgerechnet die Altersrente – also die Leistung am Ende eines langen Erwerbslebens – voll in die Einkommensteuer einbezogen wird, während andere Versicherungsleistungen steuerlich geschont werden.
Zudem würde der Sockelbetrag ohne Steuerfreiheit ins Leere laufen: Viele bisher steuerfreie Kleinrenten würden durch den Sockelbetrag plötzlich steuerpflichtig. Das würde das Ziel, kleine und mittlere Renten spürbar zu verbessern, konterkarieren.
7. Finanzierung: klar, ehrlich, solidarischDie Finanzierung einer steuerfreien Sockelrente ist eine politische Entscheidung – aber sie ist machbar, wenn man* sie klar und ehrlich begründet.
Statt von „Überschüssen“ in Sozialversicherungen zu sprechen, setzt dieses Konzept auf drei transparente Säulen:
Bundeszuschuss aus Steuermitteln: Der Bund finanziert bereits heute einen erheblichen Teil der Rentenausgaben. Dieser Zuschuss wird gezielt erhöht, um die Sockelrente und die Steuerfreiheit der gesetzlichen Rente zu ermöglichen.
Breitere Finanzierungsbasis: Denkbar ist eine zusätzliche Abgabe oder Beitragserhebung auf alle positiven Einkünfte (z. B. Kapitalerträge, Mieten, Gewinne), wie sie in wissenschaftlichen Modellen einer steuerfinanzierten Sockelrente diskutiert wird.
Abbau von Subventionen und Steuerprivilegien: Steuerliche Vergünstigungen, die vor allem hohen Einkommen zugutekommen, können schrittweise reduziert werden, um Mittel für eine solidarische Alterssicherung freizusetzen.
Wichtig ist: Die Finanzierung wird nicht einseitig auf die Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung abgewälzt, sondern auf eine breite gesellschaftliche Basis gestellt.
8. Gerechtigkeit und EinfachheitDas Modell der steuerfreien Sockelrente erfüllt drei Gerechtigkeitskriterien:
Lebensarbeitszeit zählt: Jeder Beitragsmonat wird gleich behandelt – unabhängig vom Einkommen. Wer lange im System war, erhält einen spürbaren Zuschlag.
Armut im Alter wird reduziert: Gerade Menschen mit niedrigen Löhnen, Teilzeit, unterbrochenen Erwerbsbiografien und Kindererziehungszeiten profitieren überproportional.
Steuerliche Klarheit: Die gesetzliche Rente wird steuerfrei – das ist einfach zu verstehen und stärkt das Vertrauen in das System.
Die aktuelle Diskussion um „Basisrente“, „Grundrente“ oder „Bürgergeld im Alter“ zeigt: Es gibt ein breites Bewusstsein dafür, dass das heutige System der Alterssicherung nachjustiert werden muss.
Die steuerfreie Sockelrente für alle ist:
einfach genug, um verstanden zu werden,
konkret genug, um berechnet zu werden,
gerecht genug, um breite Zustimmung zu finden.
Sie verbindet die Idee einer Grundsicherung im Alter mit der Anerkennung individueller Lebensleistung – ohne das bestehende System zu zerstören.
10. SchlussWer sein Leben lang gearbeitet, Kinder erzogen, Beiträge gezahlt und das System mitgetragen hat, soll im Alter nicht um jeden Euro kämpfen müssen. Eine steuerfreie Sockelrente für alle ist kein Luxus, sondern Ausdruck von Respekt und Gerechtigkeit.
Nachdruck, Vervielfältigung und Weiterverbreitung nur mit Genehmigung des Autors und mit Quellenangabe. (Konzept anwaltlich hinterlegt)
Warum Ravensburg jetzt unabhängige Gutachten zur Zukunft der Oberschwabenhalle braucht

Es gibt Entscheidungen, die eine Stadt nur einmal treffen kann, weshalb sie sehr gut durchdacht und gutachterlich untermauert sein muss. Die geplante Umwandlung der Oberschwabenhalle (OSH) in Ravensburg in eine Sporthalle gehört genau in diese Kategorie. Sie ist kein Verwaltungsakt, kein Routineprojekt, kein „Upgrade“. Sie ist ein Eingriff in die kulturelle Infrastruktur einer ganzen Region. Und deshalb braucht sie eines: unabhängige, fachlich belastbare Gutachten, bevor Fakten geschaffen werden.
Nicht irgendwann. Jetzt.
1. Die OSH ist kein Gebäude – sie ist ein regionales Kulturökosystem
Die Oberschwabenhalle ist seit Jahrzehnten ein Ort, an dem sich die Vielfalt einer Gesellschaft zeigt: Konzerte, Messen, Sport, Flohmärkte, religiöse Veranstaltungen, Firmenfeiern, politische Versammlungen, gesellschaftliche Events, Eisenbahnfreunde, Haus- und Bau, Tanzturniere und internationale Events.
Eine Halle, die 4.000 bis 5.000 Menschen fasst, ist in Oberschwaben kein Luxus. Sie ist ein seltenes Gut.
Wer sie umbaut, verkleinert oder funktional verengt, verändert die kulturelle DNA einer ganzen Region.
2. Wie groß ist die bürgerliche Nachfrage nach Kultur?
Diese Frage ist nicht trivial – und sie darf keinesfalls aus dem Bauch heraus beantwortet werden.
Ravensburg, Weingarten, ihr Umland, die Region Oberschwaben und die angrenzende Bodenseeregion haben:
rund 640.000 Einwohner/innen (bei 3.500 km²)
eine hohe Vereinsdichte
eine lebendige Musik- und Kulturszene
zahlreiche Messen und Hobby-Communities
eine wachsende Zahl internationaler Studierender
eine Bevölkerung, die Veranstaltungen nutzt, wenn sie stattfinden
Die OSH ist dabei ein Scharnier zwischen lokaler Kultur und überregionalen Formaten.
Ein unabhängiges Gutachten müsste klären:
Wie viele Veranstaltungen wurden in den letzten 30 Jahren durchgeführt?
Wie viele Besucher kamen aus dem Landkreis, wie viele aus der Region Bodensee-Oberschwaben, wie viele darüber hinaus?
Welche Formate wären ohne die OSH nicht möglich gewesen?
Welche Nachfrage besteht für die nächsten 30 Jahre?
Welche Trends (Sport, Kultur, Messen, Religion, Freizeit, Soziale Medien, KI) sind relevant?
Ohne diese Daten ist jede Entscheidung blind.
3. Wo wären die nächsten Hallen für 4.000–5.000 Besucher?
Wer die OSH funktional beschneidet, muss eine ehrliche Antwort geben:
Wo sollen große Veranstaltungen künftig stattfinden?
Die nächsten Hallen dieser Größenordnung liegen:
in Ulm
in Friedrichshafen
in Biberach (nur eingeschränkt)
in Memmingen
in Stuttgart
Für viele Formate sind diese Orte zu weit, zu teuer oder schlicht nicht verfügbar.
Oberschwaben hätte damit keinen eigenen Großveranstaltungsort mehr.
Das wäre ein kultureller Rückzug – und ein wirtschaftlicher.
4. Was ist mit der Fußball-WM 2030 und den folgenden?
Großereignisse wie Weltmeisterschaften, Europameisterschaften oder Olympische Spiele erzeugen:
Public-Viewing-Anfragen
Fan-Events
Vereinsveranstaltungen
Sportkongresse (nicht Sportveranstaltungen)
begleitende Kulturprogramme
Eine Halle wie die OSH ist dafür ideal.
Wenn Ravensburg diese Chance aufgibt, gibt sie auch ein Stück Zukunftsfähigkeit auf.
5. Flohmärkte, religiöse Veranstaltungen, Eisenbahnfreunde, Haus- und Bau – die unterschätzten Säulen der Zivilgesellschaft
Es sind nicht die glamourösen Events, die eine Halle tragen. Es sind die regelmäßigen, bodenständigen, bürgernahen Formate.
Flohmärkte bringen Tausende. Religiöse Veranstaltungen füllen die Halle. Eisenbahnfreunde und Modellbauer brauchen Fläche. Haus- und Bau zieht Menschen aus der ganzen Region an.
Diese Gruppen haben keine Lobby. Aber sie haben eine Halle. Noch.
6. Warum unabhängige Gutachten ein Muss sind
Ein Projekt dieser Tragweite darf nicht auf Basis von:
politischen Mehrheiten
Einzelinteressen
kurzfristigen Finanzargumenten
oder städtischen Eigenbewertungen
entschieden werden.
Es braucht zwei unabhängige Gutachten, mindestens eines davon muss extern vergeben werden:
Kulturlandschaft Oberschwaben
Nachfrage
Trends
regionale Bedeutung
sozioökonomische Effekte
Veranstaltungs- und Infrastrukturbedarf 2030–2050
Kapazitäten
Alternativen
Wirtschaftlichkeit
gesellschaftliche Relevanz
Nur so entsteht Transparenz. Nur so entsteht Vertrauen. Nur so entsteht eine Entscheidung, die Ravensburg nicht bereut.
7. Die Stadt schuldet ihren Bürgerinnen und Bürgern diese Sorgfalt
Fast 400 Menschen haben die Contra-Petition bereits unterzeichnet – Tendenz steigend. Sie fordern nichts Radikales. Sie fordern nichts Ideologisches. Sie fordern Sorgfalt.
Eine Stadt, die sich „Zukunftsregion“ nennt, muss Entscheidungen auf Fakten gründen.
Die OSH ist ein Kulturgut. Ein soziales Zentrum. Ein wirtschaftlicher Faktor. Ein Symbol für Offenheit und Vielfalt.
Wer sie umbaut, ohne die Folgen zu kennen, handelt fahrlässig.
Fazit: Ravensburg braucht diese Gutachten – nicht als Option, sondern als Pflicht
Die Frage ist nicht: „Kann man* die OSH umbauen?“
Die Frage ist: „Darf man sie umbauen, ohne vorher zu wissen, was man* verliert?“
Die Antwort lautet: Nein.
Die Ravensburger Stadtspitze muss jetzt handeln. Mit Transparenz. Mit Verantwortung. Mit unabhängigen Gutachten.
Alles andere wäre ein kulturelles Risiko, das diese Region nicht tragen sollte.
Aktualisiert: Ravensburg, eine Metropole? - 👎Von wegen!! -> Wenn aus dem verlängerten Arm Ravensburgs eine gebrochene Hand wird ...

Ohne die Oberschwabenhalle als den Ort, für den sie einst konzipiert war, hat Ravensburg die Berechtigung verloren, sich "Oberschwabenmetropole" zu nennen!
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- Lesen Sie bitte unbedingt auch hier:
- Warum Ravensburg jetzt unabhängige Gutachten zur Zukunft der Oberschwabenhalle braucht
25. Apr. 2026
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Aktualisiert am 26.04.2026 um 21:45 Uhr

Die Oberschwabenhalle in Ravensburg war konzipiert als das kulturelle Herz einer ganzen Region – ein Resonanzraum, der weit über Ravensburg, ihren Kreis und Horizont hinausstrahlte. Aufgrund dieser Tatsache nannte sich die Turmstadt ab den 1960er Jahren "Metropole Oberschwabens".
Heute droht die "Polis an der Schussen" zum Spielball eines politischen Aktionismus zu werden, der mehr über die Verunsicherung im Rathaus erzählt als über tatsächliche Notwendigkeiten. Was vor vier Wochen eigenmächtig vom Oberbürgermeister herausposaunt wurde, wird mit einem Male zur "Idee der Stadt". Was ist da hinter den Kulissen geschehen? Und warum ist es geschehen?
Doch wer ist eigentlich die Stadt? Wir Bürger und Bürgerinnen sind es - und nicht etwa drei Bürgermeister und einige Abteilungsleiter. Auch nicht Stadtrat Engler.
Was hier auf dem Spiel steht, ist nicht nur eine Halle, sondern ein Stück Identität. Die geplante Umwidmung der Oberschwabenhalle in eine Sporthalle ist ein Eingriff in das kollektive Gedächtnis Oberschwabens – ein schleichender Bedeutungsverlust, der sich als Sachzwang tarnt. Wenn eine Stadt beginnt, ihre eigenen Symbole zu entkernen, verliert sie mehr als einen Raum: Sie verliert sich selbst.
Es gibt Sätze, die klingen wie ein Vermächtnis. 1959 schrieb die "Schwäbische Zeitung" über die neue Oberschwabenhalle: „Mit diesem monumentalen Bauwerk verlängert sich gewissermaßen der Arm Ravensburgs, erweitert sich der Echo-Raum der Stadt.“ Man* muss diesen Satz heute drei- oder viermal lesen, um zu begreifen, wie weit wir uns von diesem Selbstverständnis entfernt haben.

Und es fällt - wohl zu ersten Mal - der Begriff "Metropole Oberschwabens".
Während die Halle heuer 67 Jahre alt wird, wirkt die Stadt, die sie einst baute, plötzlich erstaunlich klein. Klein im Denken, klein im Mut, klein im Bewusstsein für die eigene Geschichte. Die geplante Umwidmung zur Großsporthalle ist nicht einfach eine bauliche Maßnahme. Und sie ist auch kein Produkt visionären Denkens. Sie ist ein Symptom. Ein Symptom für eine "Stadt" - besser muss es heißen: für einen OB und inzwischen auch seine Administration -, die ihre eigenen Symbole nicht mehr erkennt – oder sie nicht mehr ertragen kann. Ausgeschlossen natürlich der "Mehlsack" und die restlichen Türme.
Die Oberschwabenhalle wurde nicht für Ravensburg gebaut, sondern für einen Raum (siehe Zeitungsausschnitt), für eine Region, für ein kulturelles Selbstbewusstsein, das größer war als jede Verwaltungsvorlage. Dass Land oder Bund den Bau damals bezuschusst hat, ist wahrscheinlich so. Denn immerhin war der damalige MP Kiesinger bei der Einweihung anwesend. Dass spätere Erweiterungen ebenfalls gefördert wurden, ebenso. Doch bemerkenswert ist nicht die Frage, wie viel Geld floss, sondern warum es floss: weil die Halle ein überregionales Projekt war, ein Projekt zur Unterstützung und Förderung der Kultur. Quasi ein identitätsstiftendes Versprechen.
2026 hingegen wird so getan, als sei die Halle ein überdimensionierter Geräteschuppen, der sich mit ein paar sportpolitischen Argumenten neu etikettieren lässt. Die Verwaltung spricht von Bedarf, von G9, von Schülerzahlen. Alles vermutlich richtig – und doch alles ganz bestimmt am Kern vorbei. Denn wer eine Halle, die für Kultur, Messe, Begegnung säkularer und religiöser Art und Öffentlichkeit gebaut wurde, in eine Sporthalle verwandelt, der verändert nicht nur die Nutzung. Er verändert die Bedeutung.
Psychoanalytisch betrachtet ist das ein klassischer Fall von Regression: Eine Stadt, die sich einst als Metropole Oberschwabens verstand, zieht sich zurück in die Komfortzone des Funktionalen. Kultur ist kompliziert, unberechenbar, manchmal unbequem. Sporthallen hingegen sind sauber, planbar und messbar. Sie erzeugen keine Debatten, sondern Belegungspläne.
Doch unter dieser Oberfläche arbeitet ein zweiter Mechanismus: Kompensation. Ein Oberbürgermeister, der mit 78 Prozent Zustimmung gewählt wurde (er rechnete wohl mit 95 + X Prozent) und dennoch politisch angeschlagen wirkt, sucht nach einem Projekt, das seine Handlungsfähigkeit demonstriert. Die Umwidmung der Halle könnte als politisches Ersatzobjekt verstanden werden – ein Versuch, Stärke zu zeigen, wo eigentlich Verunsicherung herrscht. Aktionismus als Selbsttherapie?
Dabei wird übersehen, dass die Halle nicht nur ein Gebäude ist, sondern ein kollektiver Speicher. Sie hat Konzerte getragen, Messen, Feste, Begegnungen, politische Debatten und große Personalversammlungen ansässiger Behörden. Sie war ein Resonanzraum – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Wer diesen Raum inhaltlich verkleinert, verkleinert die Stadt. Und wer ihn funktionalisiert, funktionalisiert auch das Selbstbild der Region.
Juristisch mag die Umwidmung möglich sein. Zweckbindungen verjähren, Förderbescheide verlieren ihre Kraft. Doch die Frage ist nicht, ob man* es darf, sondern ob man* es sollte. Ob eine Stadtverwaltung und ihr OB, die sich gern als kulturell lebendig inszeniert zeigen, in Wirklichkeit jedoch ihr größtes kulturelles Gefäß opfern will, um ein strukturelles Problem im Schulsport zu lösen, noch glaubhaft sind? Identität kann aber nicht wie eine Haushaltsposition verschoben werden.
Die Bürgerinformationsversammlung am 28. April wird vermutlich Zahlen, Bedarfe, Diagramme präsentieren. Eindeutig und explizit deklariert die Stadt Ravensburg diese Veranstaltung als "Bürgerinformationsveranstaltung" und wiederholt das Wort "Information" zusätzlich. Ob da die Bürger überhaupt etwas zu melden haben? Ob sie zu Worte kommen dürfen? Ob es einen Diskurs gibt, oder ein Diskuswerfen von der Bühne in die Ränge?

Quelle: Amtsblatt Ravensburg vom 25. April 2025
Denn ganz vermutlich wird die entscheidende Frage nicht gestellt werden: Was bedeutet die Oberschwabenhalle für uns Bürger und Bürgerinnen – und was verlieren wir, wenn wir sie aufgeben?
Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die Stadtverwaltung die Stadtchronik noch einmal aufschlägt. Nicht um nostalgisch zu werden, sondern um zu verstehen, dass Räume nicht nur Kostenstellen sind, sondern Träger von Bedeutung. Und dass man* Bedeutung nicht umwidmen kann, ohne dass etwas reißt.
Die Oberschwabenhalle war einmal der verlängerte Arm Ravensburgs. Heute droht sie, zur gebrochenen Hand einer verunsicherten Kommunalpolitik zu werden.
Oberschwabenhalle: "Sag' mir, wo die Räte sind, wo sind sie geblieben?" - Oder: Es kann nur einen geben ..?

Man* – so sinngemäß die öffentliche Äußerung von Stadtrat Rolf Engler – könne die „Oberschwabenhalle“ keinesfalls mit dem „Mehlsack“ vergleichen. Dieser Hinweis ist zutreffend: Der Mehlsack, dessen Bau vor rund 600 Jahren begann, steht historisch im Zusammenhang mit militärischen Auseinandersetzungen. Die Oberschwabenhalle hingegen, 1959 eingeweiht, gilt seit Jahrzehnten als Ort vielfältiger kultureller Veranstaltungen der Nachkriegszeit – und besitzt damit eine Bedeutung, die weit über Ravensburg hinausreicht.
Nach bisheriger Tradition wird das Kriegssymbol „Mehlsack“ auch künftig jeden Sommer mit Kanonenschüssen in Szene gesetzt. Das kulturdiverse Friedenssymbol Oberschwabenhalle hingegen soll ab 2029 (mit Vorlauf 2028) zu einer Einrichtung mit deutlich eingeschränkter, einseitiger Nutzung umgestaltet werden.
In beiden Angelegenheiten spielt(e) der genannte Stadtrat eine maßgebliche Rolle. Er setzte sich dafür ein, dass die Ravensburger Fahne dauerhaft – also täglich – auf dem Mehlsack gehisst wird, und erreichte dies umgehend. Ebenso dankte er dem Oberbürgermeister öffentlich und mit Nachdruck, als dieser bereits vor einer Bürgerversammlung die Umwandlung der Oberschwabenhalle in eine Sporthalle ankündigte.
Dass es hierzu Widerspruch geben würde – Widerspruch, der die Richtung des politischen „Windes“ verändern könnte –, war offenbar nicht vorgesehen. Diese kritischen Stimmen werden jedoch vielfach abgeschwächt, gefiltert oder in private Räume verlagert: in Hinterzimmer, an Küchentische oder in die vertrauten Runden des „Stammes“. In die breite Öffentlichkeit dringen sie nur begrenzt.
Zwar veröffentlicht die "Schwäbische Zeitung" einzelne Gegenpositionen – etwa Leserbriefe oder Beiträge von Veranstaltungsexperten. Was jedoch viele Bürgerinnen und Bürger denken, bleibt weitgehend ungehört. Dass überhaupt unterschiedliche Sichtweisen abgebildet werden, verdient dennoch Anerkennung.
Damit komme ich zum Kern dieses Beitrags: Wie positionieren sich die im Ravensburger Gemeinderat vertretenen Parteien und die Wählervereinigung? Habe ich da was übersehen, oder schweigen sie tatsächlich? Ist die CDU aufgrund der öffentlichen Unterstützung einzelner Akteure für den Oberbürgermeister in einer Art Schockstarre? Wie verhalten sich die bürgernahen Sozialen? Welche Haltung nehmen die verschiedenen Strömungen der Grünen ein? Wo bleibt die sonst so meinungsstarke FDP? Und welche Rolle spielen die Freien Wähler, die sich traditionell der Kultur verpflichtet fühlen?
„Sag mir, wo die Räte sind – wo sind sie geblieben.“
Sind bereits alle auf ein „Ja“ eingeschworen? Oder wartet man* ab, wie die Stimmung bei der anstehenden Bürgerversammlung am kommenden Dienstag ausfällt – um sich erst danach zu äußern, je nachdem, wohin die Ravensburger Fahne weht.
Der Gemeinderat wurde jedoch nicht nur gewählt, um Bürgerinteressen zu vertreten, sondern auch, um die Arbeit der Verwaltung kritisch zu begleiten – insbesondere dann, wenn Entscheidungen den Eindruck erwecken, vor allem Einzelinteressen zu dienen. Das wäre gelebte Demo(s)krat(os)ie.
Der deutsche Staat rüstet sich – nur nicht für seine Menschen / Sozial entkernt aber militärisch gestählt: Die "Republik der neuen Prioritäten"

Die Bundesregierung plant Sozialkürzungen, deren Dimension nicht nur haushaltspolitische Härte, sondern eine strukturelle Verschiebung staatlicher Prioritäten offenlegt, die in ihrer Konsequenz die verfassungsrechtliche Schutzarchitektur berührt.
Wenn laut öffentlich zugänglichen Berichten Milliarden durch die Streichung der Eingliederungshilfe im Bildungsbereich (§112 SGB IX), durch die Einschränkung des Wunsch- und Wahlrechts für Menschen mit Behinderungen, durch die Kürzung des Unterhaltsvorschusses für über 850.000 Kinder und durch die Abschaffung der Betriebserlaubnispflicht für Kitas eingespart werden sollen, dann entsteht ein Bild, das nicht zufällig wirkt, sondern systematisch:
Der Staat zieht sich aus jenen Bereichen zurück, in denen er nach Art. 1 Abs. 1 GG und Art. 20 Abs. 1 GG als sozialer Rechtsstaat besonders verpflichtet ist. Parallel dazu präsentiert der Verteidigungsminister eine neue Militärstrategie, die laut Medienberichten auf Abschreckung, Waffenproduktion, Reservestärkung und die Vorbereitung auf hybride Angriffe setzt.

Diese Gegenüberstellung ist nicht polemisch, sondern dokumentiert: Während im Inneren die soziale Infrastruktur ausgedünnt wird, wird nach außen militärische Robustheit betont. Doch der entscheidende blinde Fleck liegt dazwischen – im Bereich des Bevölkerungsschutzes. Denn während Milliarden in Rüstungsprogramme fließen, existiert in Deutschland faktisch kein funktionierendes Schutzraumkonzept mehr. Das Dossier auf dem Blog "Schussental-Medial" zeigt detailliert, wie seit 2007 das öffentliche Schutzraumprogramm aufgegeben wurde, wie Bunker verkauft, rückabgewickelt oder abgerissen wurden, wie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben rund 1.400 von 2.000 Anlagen bereits entwidmet hat und wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe öffentlich erklärt, dass es keine öffentlichen Schutzräume mehr gibt und man im Ernstfall „vorhandene Gebäude“ nutzen solle.
Diese Aussage ist nicht nur unpräzise, sondern auch juristisch problematisch, denn der Staat ist nach Art. 2 Abs. 2 GG verpflichtet, Leben und körperliche Unversehrtheit zu schützen, und nach dem Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz (§ 1 ZSKG) ausdrücklich beauftragt, die Bevölkerung vor Kriegseinwirkungen zu schützen. Wenn aber weder Schutzräume existieren noch kommunale Pläne öffentlich zugänglich sind, entsteht eine Schutzlücke, die nicht nur politisch, sondern verfassungsrechtlich relevant ist. Das erwähnte Dossier dokumentiert anhand historischer Daten, dass selbst in den Hochzeiten des Kalten Krieges die Schutzraumquote in Baden-Württemberg bei nur 2,18 Prozent lag – und dass diese Quote heute faktisch bei null liegt, weil die Anlagen entwidmet wurden. Gleichzeitig zeigt dieser Bericht, dass die Schweiz für jeden Einwohner einen Schutzplatz vorhält, während in Ravensburg weder die Stadtverwaltung noch die Öffentlichkeit wissen, ob es überhaupt Schutzräume gibt.
Die Anfrage des Bloggers an die Stadt Ravensburg blieb unbeantwortet, obwohl das Landeskatastrophenschutzgesetz Baden-Württemberg (§ 2 LaKatSG) die Behörden verpflichtet, Gefahren zu analysieren, Einsatzpläne zu erstellen und die Bevölkerung zu informieren. Diese Informationspflicht wird nicht erfüllt.
Die Diskrepanz zwischen militärischer Aufrüstung und ziviler Schutzlosigkeit wird besonders deutlich, wenn man* die juristischen Grundlagen betrachtet: Das Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz verpflichtet den Staat ausdrücklich zum Schutzbau (§7 ZSKG), zur Warnung der Bevölkerung, zur Aufenthaltsregelung und zur Sicherstellung der Gesundheit. Doch während die militärische Strategie modernisiert wird, bleibt der Zivilschutz auf dem Stand von 2007 – oder darunter. Die Bevölkerung wird faktisch auf improvisierte Schutzsuche verwiesen, obwohl wissenschaftliche Analysen zeigen, dass moderne Bedrohungsszenarien – von Cyberangriffen bis zu konventionellen Angriffen – eine robuste zivile Infrastruktur erfordern.
Das Dossier zeigt zudem, dass selbst grundlegende Fragen – etwa die Existenz von Schutzräumen in Ravensburg, deren Kapazität, deren Lage oder deren Zugänglichkeit – nicht beantwortet werden können. Das widerspricht nicht nur dem Transparenzgebot des Landesrechts, sondern auch dem Grundsatz der staatlichen Vorsorgepflicht.
Während also Sozialleistungen gekürzt werden, die gerade im Katastrophenfall essenziell wären – etwa für Menschen mit Behinderungen, Kinder, Familien in prekären Situationen –, wird gleichzeitig keine Vorsorge getroffen, um diese Gruppen im Ernstfall zu schützen. Die geplanten Kürzungen treffen jene, die im Katastrophen- oder Kriegsfall am wenigsten mobil, am wenigsten informiert und am wenigsten geschützt wären.
Die militärische Strategie adressiert Bedrohungen von außen, doch der Bevölkerungsschutz adressiert keine Bedrohungen von innen – weder durch Kriegseinwirkungen noch durch Naturkatastrophen, obwohl das Landeskatastrophenschutzgesetz ausdrücklich auch diese Szenarien umfasst.
Die juristische Schieflage entsteht dadurch, dass der Staat seine Schutzpflichten selektiv wahrnimmt: Er schützt seine militärische Handlungsfähigkeit, aber nicht die Zivilbevölkerung. Das ist keine politische Meinung, sondern eine Analyse der öffentlich dokumentierten Maßnahmen und Unterlassungen. Die Frage, die sich daraus ergibt, ist nicht rhetorisch, sondern verfassungsrechtlich zwingend: Wie kann ein Staat, der Milliarden in militärische Abschreckung investiert, gleichzeitig keine Mittel für seine verpflichtenden Sozialmaßnahmen haben, für Schutzräume, Evakuierungspläne, Katastrophenschutzstrukturen oder transparente Informationssysteme nicht bereitstellen?
Die Antwort darauf ist nicht im Haushaltsrecht zu finden, sondern im Grundgesetz. Denn ein Staat, der seine Bevölkerung im Ernstfall nicht schützen kann, verfehlt seine elementarste Aufgabe. Und ein Staat, der gleichzeitig Sozialleistungen kürzt, die gerade im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden können, verschärft diese Schutzlücke.
Diese investigative Analyse zeigt daher ein strukturelles Problem: Die politische Prioritätensetzung verschiebt sich von der sozialen Sicherung zur militärischen Abschreckung, ohne dass die zivile Schutzarchitektur mitwächst. Das Ergebnis ist ein Land, das sich auf den Krieg vorbereitet, aber nicht auf den Schutz der Menschen, die es im Krieg zu verteidigen vorgibt.
Lucha/Landrat: Wenn zwei sich streiten und es keine/n Dritten gibt, der/die sich freuen ...

Hinweis: Dieser Beitrag enthält politische Bewertungen und subjektive Eindrücke. Alle Aussagen zu Stimmungen, Wahrnehmungen oder internen Abläufen beruhen auf anonymisierten Schilderungen und stellen keine überprüfbaren Tatsachenbehauptungen dar. Genannte Vorgänge der Krankenhauspolitik und der öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Landes- und Kreisebene beziehen sich ausschließlich auf öffentlich dokumentierte Informationen (u. a. Berichterstattung der „Schwäbischen Zeitung“).
Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, das sich derzeit zwischen Stuttgart und Ravensburg abspielt. Während die künftige Landesregierung in der Landeshauptstadt demonstrativ Harmonie verströmt, liefern sich der grüne Landesminister Manfred Lucha und der Ravensburger Landrat Harald Sievers (CDU) einen Schlagabtausch per Briefpost. Die "Schwäbische Zeitung" dokumentiert, wie Lucha dem Landrat „rückwärtsgewandte Sehnsüchte“ attestiert und dessen Darstellung der Kostenentwicklung im Sozialbereich zurückweist .
Man* könnte darüber schmunzeln, wäre die Lage nicht so ernst. Denn hinter den rhetorischen Spitzen stehen zwei Politiker, die beide Verantwortung tragen – und beide in ihren jeweiligen Bereichen Spuren hinterlassen haben, die viele Bürgerinnen und Bürger bis heute schmerzhaft beschäftigen.
Der Minister und die Krankenhäuser: Verantwortung ohne ReueEs ist kein Geheimnis, dass die Krankenhauslandschaft im Kreis Ravensburg in den vergangenen Jahren erheblich unter Druck geraten ist. Standortschließungen, Strukturreformen, Investitionsstaus – all das ist öffentlich dokumentiert und wurde breit diskutiert. Dass der Standort Bad Waldsee aufgegeben wurde, ist eine Tatsache; dass viele Menschen dies als großen und unnötigen Verlust empfinden, ist auch bekannt.
Wenn Minister Lucha nun kurz vor seinem politischen Abschied den Landrat öffentlich rügt, wirkt das wie ein Versuch, die eigene Rolle in dieser Entwicklung auszublenden. Niemand verlangt Selbstgeißelung. Aber ein schlichtes „Wir hätten manches früher, klarer, entschlossener und anders anpacken müssen“ wäre ein Zeichen politischer Reife.
Stattdessen: Vorwürfe nach unten, Rechtfertigungen nach oben. Ein vertrautes Muster.
Der Landrat und sein Haus: Erwartungen nach außen, Fragen nach innenHarald Sievers wiederum präsentiert der künftigen Landesregierung einen Forderungskatalog – und erhält prompt Gegenwind aus Stuttgart. Das ist legitim. Doch wer Forderungen stellt, muss sich gefallen lassen, dass man* auf die eigene Bilanz blickt.
Die Krankenhauspolitik des Kreises war in den vergangenen Jahren alles andere als ein Muster an Transparenz und Bürgernähe. Das ist eine politische Bewertung meinerseits, das ist keine Tatsachenbehauptung – und sie wird von vielen geteilt.
Hinzu kommt ein zweiter Punkt, der nicht in den Zeitungen steht, aber in Gesprächen mit Beschäftigten immer wieder auftaucht: Das Betriebsklima im Landratsamt wird seit einiger Zeit - auch schon vor der Wiederwahl Harald Sievers 2023 - als belastet wahrgenommen. Das sind subjektive an mich herangetragene Eindrücke, die unter Quellschutz stehen; das sind keine überprüfbaren Tatsachen – aber sie sind konsistent und sie wurden mir aus unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung geschildert, und diese Eindrücke erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit
Mehrere Beschäftigte berichten, dass Kolleginnen und Kollegen die Behörde verlassen haben oder frühzeitig in den Ruhestand gegangen sind. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von beruflichen Veränderungen bis hin zu Überlastungsempfinden. Niemand behauptet, der Landrat sei dafür allein verantwortlich. Aber die Frage, welche Führungs- und Kommunikationskultur in einer Behörde mit rund 1.800 Beschäftigten herrscht, ist legitim – und sie gehört auf den Tisch.
Zwei Politiker, ein Muster: Der Blick nach außen ersetzt die SelbstprüfungWas beide verbindet, ist ein Reflex, der in der Politik weit verbreitet ist: Der Blick nach außen fällt leichter als der Blick nach innen.
Der Minister verweist auf Tarifanpassungen und Preissteigerungen.
Der Landrat verweist auf das Bundesteilhabegesetz und die Landespolitik.
Beides ist nicht falsch. Aber beides ist unvollständig.
Denn politische Verantwortung bedeutet nicht nur, Ursachen zu benennen, sondern auch die eigene Rolle darin zu erkennen. Und genau das geschieht hier nicht.
Was jetzt nötig wäreDie Menschen im Kreis Ravensburg erwarten keine perfekten Politiker. Sie erwarten Ehrlichkeit, Klarheit und die Bereitschaft, Fehler einzugestehen.
Vom Minister: ein offenes Wort zur Krankenhauspolitik der vergangenen Jahre.
Vom Landrat: ein offenes Wort zur Führungs- und Kommunikationskultur in seiner Behörde.
Beides wäre ein Gewinn für die politische Kultur. Beides wäre ein Zeichen von Stärke. Beides wäre überfällig.
Solange jedoch der eine dem anderen „rückwärtsgewandte Sehnsüchte“ vorwirft und der andere Forderungen stellt, ohne die eigenen Hausaufgaben sichtbar zu machen, bleibt der Eindruck bestehen, dass hier zwei Politiker miteinander streiten – und beide vergessen, worum es eigentlich geht:
Die Menschen, die von ihren Entscheidungen betroffen sind.
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Ravensburg im Sanierungsrausch - Wenn eine Stadt tur(n)msüchtig ist und für den Bürger kein "Stoff" übrig bleibt ...


Stef-Art 2026
Ravensburg, Stadt der Türme
Eine Story, die niemand in der Republik glaubt, wenn sie nicht wahr wäre. Während Stadtverwaltung und ihr Kontrollorgan "Gemeinderat" ein Bau- und Sanierungsobjekt beschließen respektive mit leichten Widerständen durchwinken, bleibt seit Jahren die Bushaltestelle "Am Hirschgraben" ein Provisorium und soll es auch vorerst bleiben. Heißt: Die angeblich ÖPNV-freundliche Metropole im südlichen Teil des Ländle stellt lediglich ein Schild auf. wo eigentlich ein barrierefreies Buswartehäuschen hingehört.
Weit über 100 Millionen Euro sind für alle in den vergangenen fünf Jahren und weitere an die 100 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre sind für Kornhaus, Kuppelnauschule, Brücke nach Osten und das dortige urbane Viertel vorhanden. Doch für eine vernünftige Buswarte fehlen 20.000 Euro - unaufbringbar, hört man* von dem zuständigen Bürgermeister.
Und dann wenig später ist zu vernehmen, dass ein Turm nach dem anderen saniert werden soll oder gar muss. Der Bürger hätte denken können, dass doch irgendwann dazwischen auch mal der Hirschgraben mit einem vernünftigen Aufenthaltsraum für Wartende dran ist. 0,01 Prozent von dem bisher Verbauten bzw. geplant Verbauten wären wie zwei Brotkrumen, die im Sanierungswahn für das Buswartehäuschen abfallen würden.
Doch Stadt und Gemeinderat haben ganz offensichtlich ihre Prioritäten und Priorisierungen anders gesetzt. Ja, damit prahlen sie ganz offen. Und für diese Vorrangigkeiten scheint der Kapitalhimmel auch immer ein Geldwunder nach dem anderen bereitzuhalten, während das "Fußvolk" nicht einmal die Brotkrumen zu sich nehmen darf. Seine Geldspritze ist leer, während für die Türme "Stoff" genug vorhanden ist.
