RECHTS IST DA, WO DER DAUMEN UNTEN IST - Medienpufferzone gegen "gesichert Rechtsextreme" gefordert, doch ÖRR und örtliche Zeitung tun das Gegenteil ...

Im September 2024 hatte der Blogger die Petition „MEDIEN-PUFFERZONE gegen Rechts“ – ein demokratischer Appell, rechtsextremen Akteuren keine Bühne zu bieten – gestartet. Heute, am letzten Tag des Juli 2026, ist klar: Die damalige Warnung war nicht übertrieben, sondern vorausschauend.
Denn die Normalisierung der AfD geschieht nicht nur durch lokale Medien wie die Schwäbische Zeitung, sondern auch durch die großen öffentlich-rechtlichen Talk-Formate von ARD und ZDF. Beide Ebenen – lokal und bundesweit – verstärken sich gegenseitig.
Die hiesige "Schwäbische Zeitung" berichtet seit Monaten auffällig häufig und auffällig bildstark über die Kreis-AfD. Die Gesichter der AfD-Kreisvertreter sind inzwischen so vertraut wie die von:
Rolf Engler (CDU)
August Schuler (CDU)
Rudolf Bindig (SPD)
Nur mit einem Unterschied: Diese drei demokratischen Politiker werden vom Redakteur dieses Blogs nicht diffamiert. Die AfD hingegen wird durch ständige Präsenz in der SZ und den ÖRR normalisiert.
Die SZ zeigt die AfD-Akteure oft mit großformatigen Porträtfotos, selbst wenn es um parteischädigendes Verhalten, Hitler-Briefmarken, rassistische Beleidigungen oder islamfeindliche Memes geht. Das ist journalistisch zulässig – aber medienethisch fatal.
Sichtbarkeit schafft Legitimität. Legitimität schafft Normalität. Normalität schafft Akzeptanz.
Genau deshalb bleibt die Petition hochaktuell.
Das Schaulaufen im AbendprogrammWas lokal beginnt, wird im bundesweiten Fernsehen fortgesetzt. Die öffentlich-rechtlichen Talkshows haben sich in den letzten zwei Jahren zu einem regelmäßigen Laufsteg für AfD-Vertreter entwickelt.
Nicht aus böser Absicht. Sondern aus einem journalistischen Reflex, der längst überholt ist:
„Wir müssen alle demokratisch gewählten Parteien einladen.“
Doch dieser Satz ist 2026 nicht mehr haltbar. Denn die AfD ist vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Sie ist keine normale Partei. Sie ist kein demokratischer Gesprächspartner. Sie ist ein Risiko.
Trotzdem sitzen ihre Vertreter in den Talkshows:
im Scheinwerferlicht,
mit professionellem Styling,
mit vorbereiteten Talking Points,
mit maximaler Reichweite.
Die AfD nutzt diese Bühne strategisch – und erfolgreich. Die Talkshows hingegen unterschätzen die Wirkung ihrer eigenen Formate.
Die Kombination aus:
lokaler Dauerpräsenz (SZ)
bundesweiter Primetime-Bühne (ARD/ZDF)
führt zu einer Normalisierung, die politikwissenschaftlich gut dokumentiert ist:
Wer ständig sichtbar ist, gilt als relevant. Wer relevant erscheint, wird als Option wahrgenommen.
So entsteht Normalität – nicht durch Argumente, sondern durch Routine.
Die Medien-Pufferzone: Ein demokratischer Schutzmechanismus
Die Petition fordert keine Zensur und keine Einschränkung der Pressefreiheit. Sie fordert eine freiwillige Selbstverpflichtung:
Keine Porträtfotos rechtsextremer Akteure.
Keine Talkshow-Auftritte als Bühne.
Keine Normalisierung durch Routineberichterstattung.
Nur Kontext – niemals Plattform.
So wie es die belgische Region Wallonien bereits praktiziert.
Das ist nicht radikal. Das ist verantwortlich.
Warum Oberschwaben besonders gefährdet istUnsere Region ist:
konservativ geprägt,
politisch stabil,
gesellschaftlich moderat.
Gerade hier wirkt Normalisierung besonders stark. Wenn die SZ die AfD-Gesichter immer wieder zeigt, entsteht der Eindruck:
„Die gehören halt dazu.“ „Die sind Teil des politischen Alltags.“ „Die sind eine normale Option.“
Aber sie sind keine normale Option. Sie sind rechtsextrem – amtlich bestätigt.
Die Medien müssen sich entscheiden – und wir auchDie Schwäbische Zeitung muss sich entscheiden: Will sie weiterhin durch Bebilderung die AfD normalisieren?
ARD und ZDF müssen sich entscheiden: Wollen sie weiterhin Talkshow-Bühnen bieten, die die AfD strategisch nutzt?
Und wir Bürgerinnen und Bürger müssen uns entscheiden: Wollen wir das hinnehmen – oder handeln?
Die Petition bleibt aktiv. Sie bleibt notwendig. Sie bleibt ein demokratischer Appell aus Ravensburg:
Medien-Pufferzone jetzt. Für die Demokratie. Für die Region. Für die Zukunft --- gegen den Rechtsnationalismus.
Ravensburg: "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich doch heute noch ein Feuerwerk zünden!"
Es ist und bleibt wie es ist: In Ravensburg wird die Realität von der Zeitung nicht berichtet, sondern kuratiert. Das hiesige Lokalblatt – eine SZ, die sich längst als publizistischer Arm der Stadtverwaltung und der Rutenfestkommission (RFK) versteht – feiert das diesjährige Rutenfest als „eines der besten und ruhigsten seit Jahren“ und beruft sich dabei ungefiltert auf ein Mitglied der RFK und auf einen Vertreter der Polizei. Ein Satz, der klingt wie aus dem PR-Büro des Rathauses und dem alkoholgeschwängerten Bierzelt auf dem Bechtergarten, nicht wie aus einer Redaktion, die den Auftrag hätte, die vierte Macht in der Stadt zu sein.
Denn die Wirklichkeit war und ist eine andere. Ich wohne nur 400 Meter Luftlinie vom Oberschwabenhallenplatz entfernt. Trotz geschlossener Fenster musste ich mir die "Kriegsspiele und das Klimavernichtungswerk" (man nennt es harmlos "Feuerwerk") von dort Dienstag nachts anhören.
Stef-Art-Kunst (c) 2026
Während Europa brennt, während Südeuropa evakuiert, während der Bodensee und der Rhein sichtbar austrocknen, während Rettungskräfte in Ravensburg 22 Menschen in teilweise lebensbedrohlichem Zustand in die Klinik bringen mussten, während der Festzug für den Rettungsdienst kaum erreichbar war, während Kinder mit Insektenstichen und Erwachsene mit Kollaps-Symptomen in die DRK-Wachen strömten – während all dem also titelt frau hier: „best of" und "ruhig“. Der Titel des Artikels hätte heißen müssen:
"Lebensgefährliches Rutenfest - Brände in Südeuropa - und als Sahnehäubchen ein Feuerwerk."
Das wäre echter Journalismus gewesen.
Doch "ruhig" in Ravensburg ist offenbar alles, was nicht direkt in Flammen steht.
Die Ravensburger Stadtverwaltung versteht ganz offensichtlich ein Feuerwerk als Pflichtübung und das Klima als Nebensache.Die Stadt Ravensburg hat sich in diesem Jahr endgültig entschieden, auf welcher Seite sie steht: auf der Seite der Tradition, koste es, was es wolle – und zwar buchstäblich. Trotz Warnungen, trotz intensiver Bitten, trotz europaweiter Waldbrände, trotz der vierten Hitzewelle, trotz der eigenen Klimabeschlüsse, trotz der eigenen Schutzpflichten hat die Stadt das Feuerwerk abgebrannt. Ein Feuerwerk, das in diesen Zeiten nicht mehr Folklore ist, sondern ein politisches Statement:
„Unsere Tradition steht über eurer (angeblichen?) Klimanot.“
Man muss es so hart formulieren, weil es so hart ist.
Während Menschen in Spanien, Portugal und Italien ihre Häuser verlieren, während Feuerwehren in Südfrankreich gegen apokalyptische Flammen kämpfen, während die Klimakrise längst auch Oberschwaben erreicht hat, schießt die Stadt Ravensburg Raketen in den Himmel, damit auch der erkrankte 1. Vorsitzende der RFK sie aus seinem Krankenhauszimmer sehen und hören kann. "Gute Besserung" übrigens von dieser Stelle aus.
Die SZ: Euphorie als Ersatz für JournalismusDie Berichterstattung der Lokalzeitung liest sich wie ein Werbeflyer:
Schausteller „schwärmen“
Wirte „zufrieden“
Polizei „begeistert“
RFK „ein Super-Team“
Wetter „perfekt“
Stimmung „grandios“
Und die Schattenseiten? Die lebensbedrohlichen Zustände? Die Rettungswagen, die nicht durchkamen? Die 300 Dienste des DRK? Die 22 Kliniktransporte? Die moralische Frage, ob ein Feuerwerk in Zeiten globaler Hitze überhaupt vertretbar ist?
Sie werden erwähnt – aber so, wie man in einem "Waschzettel" die Fußnote über mögliche Nebenwirkungen des Medikaments platziert.
Die SZ setzt sogar noch einen sentimentalen Schlusspunkt (siehe auch oben): Der RFK-Vorsitzende, aus dem Krankenhaus, habe das Feuerwerk „bewundern“ können. Ein emotionales Bild, das die eigentliche Frage übertüncht und das Feuerwerk natürlich rechtfertigt.
Warum hat die Stadt Ravensburg ein Feuerwerk abgebrannt, das sie aus Klimagründen niemals hätte genehmigen dürfen?
Die Wahrheit: Es war das schlechteste und unruhigste Rutenfest seit 20 Jahren.Die Wahrheit ist nicht die Euphorie der SZ, sondern die nüchterne Bilanz der Rettungskräfte. Die Wahrheit ist die moralische Bankrotterklärung der Stadtverwaltung. Die Wahrheit ist die Entsolidarisierung mit Menschen, die unter der Klimakrise leiden – auch hier, nicht nur anderswo.
Die Wahrheit ist das, was ich bereits vor einigen Tagen auf diesem Blog schrieb: Dass dieses Feuerwerk ein Akt der Verantwortungslosigkeit war. Dass es ein Symbol der Gleichgültigkeit war. Dass es ein politisches Statement war – und zwar das falsche.
Ravensburg hat ein Problem – und es ist nicht das Wetter.Ravensburg hat ein strukturelles Problem: Es verwechselt Tradition mit Unantastbarkeit. Es verwechselt Heimat mit Gewohnheit. Es verwechselt Berichterstattung mit Bestätigung. Es verwechselt Ruhe mit Wegschauen.
Und so bleibt es, wie es ist: Ein Rutenfest, das sich selbst feiert. Eine Stadtverwaltung und eine RFK, die sich selbst bestätigen. Eine Lokalzeitung, die sich selbst genügt.
Doch die Klimakrise wird sich nicht von Tradition beeindrucken lassen. Sie wird nicht warten, bis der letzte Böller verschossen ist. Sie wird nicht schweigen, weil die SZ es tut.
Ravensburg hat ein Feuerwerk abgebrannt – und damit ein politisches Signal gesetzt. Ein falsches Signal. Ein gefährliches Signal. Ein beschämendes Signal.
💥👎💥 Die Stadt Ravensburg schießt jede Menge an HUNDEKACKE IN DEN NACHTHIMMEL – und nennt es Kultur.
Ravensburg, diese sonst so doch eigentlich so besonnene Stadt, die sich gern auch als „Tor zu Oberschwaben“ inszeniert, hat ein neues Tor geöffnet: das zum ökologischen Irrsinn.
Während Europa brennt, während Feuerwehren in Südfrankreich, Spanien und Italien um jeden Quadratmeter Wald kämpfen, während Klimaforscher seit Jahren warnen, dass jede zusätzliche Emission buchstäblich ein Brandbeschleuniger ist – da beschließt Ravensburg, beim Rutenfest ein Feuerwerk zu zünden.
Nicht irgendeines. Nein. Ein etwa 20‑Minuten‑Spektakel, das nach meinen Recherchen zwischen 15.000 und 30.000 Euro kosten wird.
Und jetzt kommt der eigentliche Witz – nein, es ist kein Witz, es ist ein Schlag ins Gesicht der Bürger und Bürgerinnen. Die Stadt will 7.500 Euro jährlich sparen, indem sie Hundekotbeutel abschafft. Ein Sparprogramm auf dem Rücken der Hundehalter, der Sauberkeit und der öffentlichen Hygiene.
7.500 Euro sparen – 30.000 Euro verpulvern. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist nicht Politik. Das ist Pyrotechnik als Selbstparodie.
„Feuerwerk statt Verantwortung“ – ein Motto, das niemand bestellt hat.Man/frau/hund muss sich das einmal vorstellen: Die Stadtverwaltung steht da - mit ernster Miene - und erklärt, dass Hundekotbeutel zu teuer seien. Zu teuer! Diese kleinen Plastikbeutel, die verhindern, dass man in der Bachstraße oder im Hirschgraben in ein warmes, stinkendes Geschenk tritt.
Aber ein Feuerwerk zünden! Ein CO₂‑Schwall, ein Feinstaubregen, ein Lärmgewitter, das Tiere in Panik versetzt und Menschen mit Trauma belastet? Das ist offenbar Ravensburger Kultur, das ist Tradition, das ist unverzichtbar.
Ravensburg, du bist nicht nur aus der Zeit gefallen – du hast dich mit Anlauf aus ihr herauskatapultiert.
„STADT RAVENSBURG SCHIESST HUNDEKACKE IN DEN NACHTHIMMEL!“Dieser Satz aus der Redaktion des Blogs ist keine Satire. Er ist eine präzise Beschreibung der kommunalen Prioritätensetzung.
Die Stadt spart unten, bei den Bürgern, bei der Sauberkeit, bei der Verantwortung. Und verbrennt oben, im Himmel, das Doppelte – für ein paar bunte Funken, die nach 20 Minuten verglühen wie die Glaubwürdigkeit der kommunalen Klimapolitik.
In Zeiten extremer Wetterlagen ist ein Feuerwerk keine Folklore – es ist ein Statement.Ein Statement, das lautet: „Wir haben es nicht verstanden.“ Besser noch: "Wir wollen nicht verstehen!" Wir wollen unseren "Kaiser Wilhelm" behalten."
Während die Stadt sich in ihren Leitbildern Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreibt, während sie Klimaschutzpreise sammelt und sich gern als Vorreiter in Sachen "Umweltschutz" präsentiert, zeigt das Rutenfest-Feuerwerk, was wirklich zählt: Show statt Substanz. Knall statt Konsequenz. Rauch statt Verantwortung.
Die moralische Schieflage ist nicht mehr zu übersehen.Ein Feuerwerk ist kein Naturgesetz. Es ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung gegen Tiere, gegen Umwelt, gegen Vernunft, gegen vernünftige Haushaltspolitik – und gegen die eigene Glaubwürdigkeit.
Und es ist eine Entscheidung, die man nicht mehr mit „Tradition“ bemänteln kann. Tradition ist kein Freibrief für Dummheit. Aber sie ist wie ein Laternenpfahl: Nur Betrunkenen halten sich daran fest.
Ravensburg, hör zu:Wenn "du" Hundekotbeutel abschaffst, um Geld zu sparen, und gleichzeitig ein Feuerwerk finanzierst, das das Doppelte kostet, dann ist das nicht nur schlechte Politik.
Es ist zynisch. Es ist verantwortungslos. Es ist peinlich.
Und es ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich seit Jahren für Klimaschutz, für Tierwohl, für nachhaltige Stadtentwicklung einsetzen.
Das ist, als würde man/frau ein Anti‑Alkohol‑Programm starten und gleichzeitig Freibier ausschenken. Es passt nicht zusammen. Es ist widersprüchlich. Es ist absurd.
📝 SchlusswortRavensburg hat eine Wahl: Entweder es bleibt bei der Pyro‑Romantik der 1980er Jahre – oder es begreift endlich, dass die Welt sich weitergedreht hat.
Feuerwerk ist kein Fest. Feuerwerk ist ein Fossil. Und wer es heute noch zündet, zeigt, dass er die Zukunft nicht verstanden hat.
RUTENFEST 2026: Perlen vor die Säue und Raketen in den Himmel ...
Der folgende "Offene Brief" wurde am 25. Juli 2023 an den damaligen und inzwischen mit nur 78 Prozent wiedergewählten Oberbürgermeister der Stadt Ravensburg, Dr. Daniel Rapp, und seine Mitbürgermeister und den Gemeinderat geschrieben. Seitdem - so könnte man/frau meinen - ist in Ravensburg viel passiert. Ist es auch. Hinsichtlich des Klimaschutzes allerdings nichts Gutes. Zwar wurde ein "Grünstreifen entlang der Schussen" ("verkauft" als Schussenpark) angelegt und der alt-ehrwürdige Holzmarkt mit jede Menge an Elektronik, Dränagen, Rohren und Beton untergraben ("verkauft" als Ökoschwamm), aber echter, signifikant durchgreifender Klimaschutz seitens der Stadtverwaltung/Umweltamt ist und bleibt bis dato (Rutenfest 2026) Fehlanzeige.

Appelle an die Stadt Ravensburg in Sachen "Klimaschutz" sind wie "Perlen vor die Säue". -Stef-Art-Kunst (c) 2026
Ach ja, inzwischen hatte der Blogger im Jahr 2025 eine Petition bei der Stadt eingereicht (das ist nicht die, die in folgendem Brief erwähnt wird, denn dort ging es um "Feuerwerke allgemein"), um die Absage der Feuerwerke an den Ravensburger Rutenfesten zu erreichen. Diese bürgerliche Eingabe gemäß Artikel 17 GG wurde in "Bausch und Bogen" abgelehnt. Auch hatte die hiesige Zeitung diese Petition nie erwähnt, wo sie sonst doch darin ganz groß ist (Hundekotbeutel, Altarraum Basilika).
Aber lieber Blogger, sollte man nicht wissen, wann man verloren hat? Ja, das ist richtig. Doch die großen Verlierer in dieser Causa sind die Umwelt (Fauna & Flora), unsere Kinder & Enkel und das Vertrauen in eine Stadtverwaltung.
Hier der Brief - geschrieben am Rutendienstag 2023 - in seinem Wortlaut. In [ ] aktuelle Bemerkungen von heute, Rutensonntag 2026. Der letzte Satz des Schreibens an die Stadtspitze und die Bürgermeister war im Nachhinein ein "Werfen von Perlen vor die Säue" (Die Bibel, Matthäus 7,6). Deswegen folgt in [ ] der für 2026 angepasste Schlusssatz.
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Offener Brief: Feuerwerk zum Rutenfest schreit zum Himmel ... Wenn der "Schöpfer" vom Menschen herausgefordert wird ...
Sehr geehrte Herren Bürgermeister der Stadt Ravensburg,
Da dürfen Sie sich nicht wundern, wenn die Aktionen so mancher ins Radikale drohen abzugleiten, auch wenn ich das nicht befürworte. Wenn es einen "Himmel" geben sollte, dann gibt es auch einen "Schöpfer", den Sie – siehe Babylon – mit so einem Feuerwerk regelrecht herausfordern. Sollten Sie in Zusammenarbeit mit der RFK, deren Vorstand auch der OB Dr. Rapp als Mitglied hat, heute [übermorgen] Abend auch nur eine dieser Raketen zünden, sind Sie in Sachen "Klimaschutzversprechen" nicht mehr glaubwürdig und können also auch keine Verhandlungspartner mehr für Klimaschützer/innen sein. Es gibt deutschlandweit allein bei change.org über 120 Petitionen gegen "Feuerwerke". Eine davon - die kleinste :) - kommt aus Ravensburg, ist aber gut recherchiert begründet.
[Sie werden das Ruten-Feuerwerk 2026 nicht absagen. Dafür stehen Sie - so meine persönlichen Erfahrungen - mit Ihren Namen.]
Rutenfest 2023 und [Rutenfest 2026]
Basilika vs. Oberschwabenhalle: Das Schweigen der "Schwäbischen Zeitung" ist lauter als jeder ihrer Artikel. - SCHWAEBISCHES POPBLATT ...
Es gibt Tage – und es sind inzwischen fast so viele, wie das Jahr Werktage hat –, da fragt man/frau sich, ob die "Schwäbische Zeitung" (Redaktion Ravensburg) noch ein journalistisches Organ ist – oder bereits ein Stimmungsinstrument, das nach Lust, Laune und Lokalpolitik klimpert wie eine schlecht gestimmte Drehorgel. Jedenfalls für die, die die "SchwäZ" noch lesen.

Stef-Art-Kunst (c) 2026
Denn heute Morgen - eingerahmt in den "Rutentrubel" (das Ravensburger Heimatfest) - wieder einmal zeigt sich das alte Muster der redaktionellen Selektion in der Karlstraße: Über die Petition zur Oberschwabenhalle – Funkstille. Über die Neugestaltung des Altars in der Weingartner Basilika – ein Feuilleton-Feuerwerk, großflächig, mit Weihrauch und Pathos.
Beide Themen liegen keine fünf Kilometer auseinander. Beide betreffen die Region. Beide betreffen Bürgerinnen und Bürger. Beide liegen im Zuständigkeitsbereich derselben SZ-Journalistin.
Und doch: Das eine wird zur Schlagzeile, das andere zur Schweigezone.
Man* könnte fast meinen, die SZ habe eine interne „Relevanz-Ampel“:
Kirchliches Dekor aus Weingarten? Grün.
Bürgerpetition gegen kommunale Fehlplanung in Ravensburg? Rot.
Demokratische Teilhabe? Gelb, aber nur dann, wenn’s hübsch in den Ohren der hiesigen Politiker klingt und deren Pläne nicht durchkreuzt.
Kritik an der Ravensburger Stadtverwaltung? Bitte nicht stören, wir sind gerade im „Wir berichten später vielleicht“-Modus oder „Wir dürfen nicht“-Modus".
Es ist diese Form der Wahrnehmung, die nicht mehr wie Zufall aussieht, sondern wie redaktionelle Tendenzpflege. Ein bisschen politisch, ein bisschen gesellschaftlich reißerisch – aber bitte nur dort, wo es nicht weh tut.
Die Oberschwabenhalle? Ein Millionenprojekt, ein Symbol für kommunale Prioritäten, ein Ort, an dem Bürgerbeteiligung eigentlich selbstverständlich sein müsste. Doch die SZ behandelt in diesem speziellen Fall das Thema "Bürger", als wäre es ein verlegter Einkaufszettel. Was das wohl zu bedeuten hat?
Und seien wir ehrlich: Wer jetzt auf Wiedergutmachung in einer der nächsten SZ-Ausgaben hofft, wirft "Perlen vor die Säue". Da kommt nichts. Da kommt gar nichts. Da ist die Tastatur der Journalistin blockiert, da streikt die Maus, da stürzt der Rechner ab.
Die SZ ist längst nicht mehr die Zeitung, die sie einmal war. Und das ist auch schon 25 Jahre her. Sie ist ein POP(ular)blatt geworden – bunt, laut, aber inhaltlich selektiv wie ein Algorithmus, der nur das ausspielt, was Klicks, Kirchennähe oder kommunale Harmonie verspricht. Dabei ist doch auch gerade die Oberschwabenhalle ein Ort von jährlichen "Lobpreisgottesdiensten" mit bis zu 5.000 Betenden. "Ups" - das wurde "vergessen".
Journalismus? Das wäre:
Themen aufgreifen, die Bürger bewegen.
Machtstrukturen vor Ort hinterfragen.
Transparenz schaffen.
Konflikte nicht scheuen.
POPblattismus hingegen ist:
Altar statt Halle.
Weihrauch statt Widerstand.
Symbolpolitik statt Bürgerpolitik.
Und vor allem: Schweigen, wo es unbequem wird.
Vielleicht ist das die eigentliche Schlagzeile: Das Schweigen der Schwäbischen Zeitung ist lauter als jeder Artikel.
RUTENFEST '26 👉"FROHER AUFTAKT" mit 🐕🦺,,,HUNDEKOTBEUTEL für den OB ...

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Vor genau drei Wochen hatte ich an dieser Stelle über eine Petition berichtet, die der Ravensburger Peter Spörl ins Leben gerufen hatte, damit die Ravensburger Stadtverwaltung ihren Beschluss, künftig keine Hundekotbeutel kostenlos an Hundebesitzer/innen abzugeben, zurücknimmt. Inzwischen hat die Petition über 555 Unterschriften.
Nun erhielt ich heute Morgen vom Petenten ein zwei E-Mals zum Update seiner Petition, welche ich hier gerne weitergebe. Zwar ist der Petent für die sich daraus ergebende Aktion verantwortlich, aber ausdrücklich unterstützt der Blog "Schussental-Medial" dieses Anliegen.
Quelle des Updates: Mails an mich und HIER. Die Petition kann direkt unter dem folgenden Link unterschrieben werden: https://www.openpetition.de/petition/online/wiedereinfuehrung-der-kostenlosen-hundekotbeutel-in-ravensburg
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A.

B.



„Beschlossen ist beschlossen - aber wir bleiben im Gespräch.“ / Interview mit einem Bürgermeister zwischen Flensburger Förde und Bodensee ... (SATIRE)
Schussental-Medial
„Beschlossen ist beschlossen – aber wir bleiben im Gespräch.“ / Interview mit einem Bürgermeister zwischen der Flensburger Förde und dem Bodensee. (SATIRE)
Das Rathaus der Kommune wirkt an diesem Vormittag wie ein Ort, an dem Entscheidungen eine gewisse Schwerkraft besitzen. Nicht laut, nicht hektisch, eher wie ein Raum, in dem Beschlüsse langsam sedimentieren — und dann bleiben, wo sie sind. In dieser Atmosphäre treffe ich den Ersten Bürgermeister, der bereit ist, über die Stimmung in der Stadt und die jüngsten Entwicklungen zu sprechen.
Interviewer:Herr Bürgermeister, bevor wir über konkrete Projekte sprechen: Viele Bürgerinnen und Bürger beschreiben die Atmosphäre im Rathaus als „professionell-distanziert“. Manche sagen sogar, man müsse sich erst durch mehrere Schichten der Verwaltung arbeiten, bevor man überhaupt jemanden erreicht. Wie sehen Sie das?
Erster Bürgermeister (EB):Ich würde sagen, wir arbeiten strukturiert. Das kann den Eindruck von Distanz erzeugen. Aber wir sind selbstverständlich offen für Anliegen und Gespräche.
Interviewer:Offen für Gespräche — das klingt gut. Manche Bürgerinnen und Bürger sagen allerdings, dass man im Rathaus eher das Gefühl hat, man werde „verwaltet“ statt „gehört“. Ist das eine Fehlwahrnehmung?
EB:Ich glaube, es ist eine Wahrnehmung, die aus der Komplexität unserer Aufgaben entsteht. Verwaltung ist kein Caféhausbetrieb. Aber wir bemühen uns, Zugänge zu erleichtern.
Interviewer:Kommen wir zu einem Thema, das viele Menschen bewegt: Die geplante Umwidmung der Großraumhalle für kulturelle, gesellschaftliche, betriebliche und religiöse Veranstaltungen. Der Gemeinderat hat bereits beschlossen, dass die Halle künftig allein sportlich genutzt werden soll. Wie bewerten Sie diesen Beschluss?
EB:Der Gemeinderat hat nach sorgfältiger Abwägung entschieden. Das respektiere ich. Wir setzen den Beschluss um und prüfen gleichzeitig, wie wir die Bedürfnisse der Stadtgesellschaft bestmöglich berücksichtigen können.
Interviewer:
Viele Bürgerinnen und Bürger waren überrascht, dass der Beschluss gefasst wurde, ohne dass die laufende Petition, die sich dagegen ausspricht, erwähnt oder formal beschieden wurde. Wie erklären Sie diesen Ablauf?
EB:Der Gemeinderat entscheidet auf Grundlage der ihm vorliegenden Informationen. Petitionen sind ein wichtiges demokratisches Instrument, aber sie müssen formal eingehen, geprüft und zugeordnet werden. Das geschieht im Rahmen der üblichen Verfahren.
Interviewer:
Herr Bürgermeister, eine Frage, die viele Bürgerinnen und Bürger stellen: In Baden-Württemberg wurde 1968 festgelegt, dass vor der Zustimmung zu einem kommunalen Projekt geprüft werden muss, ob eine Petition anhängig ist — und dass über eine solche Petition vorab zu entscheiden ist. Warum wurde dieser Grundsatz im Fall der Hallen-Umwidmung nicht beachtet?
EB:
Die Regelung von 1968 ist uns selbstverständlich bekannt. Allerdings befindet sich eine Petition verwaltungsintern erst dann im „anhängigen Zustand“, wenn sie den vollständigen Weg durch unsere internen Zuordnungs-, Eingangs-, Prüfungs- und Weiterleitungsmechanismen genommen hat. Im vorliegenden Fall befand sich die Petition zum Zeitpunkt des Gemeinderatsbeschlusses in einem Stadium, das wir als „noch nicht vollständig anhängig“ eingestuft haben. Sie war uns zwar bekannt, aber lange noch nicht "abhängig":
Das bedeutet: Sie war zwar da — aber noch nicht dort, wo sie hätte sein müssen, damit sie als das gilt, was sie eigentlich gelten soll.
Wir prüfen sie selbstverständlich weiterhin sorgfältig. Jetzt, wo der Beschluss gefasst ist, kann sie wertvolle Hinweise für die Umsetzung liefern.
Interviewer:Die Petition ist inzwischen recht umfangreich und wurde — so hört man — nicht nur online eingereicht, sondern zuvor auch direkt an die Stadtspitze und an den Gemeinderat und noch vor Beschlussfassung sogar an den baden-württembergischen Landtag gerichtet.
EB:Es zeigt, dass das Thema den Menschen wichtig ist. Das respektiere ich. Aber ein Gemeinderatsbeschluss ist ein Gemeinderatsbeschluss. Und der steht unwiderruflich. Wir prüfen dennoch alle Eingaben sorgfältig.
Interviewer:Einige Bürgerinnen und Bürger haben den Eindruck, dass die Petition eher als „Begleitmusik“ wahrgenommen wurde — während die Entscheidung bereits feststand. Können Sie diesen Eindruck nachvollziehen?
EB:Ich kann nachvollziehen, dass Menschen sich fragen, wie Prozesse ablaufen. Aber Entscheidungen werden nicht leichtfertig getroffen. Die Petition wird selbstverständlich dokumentiert und in die weiteren Überlegungen einbezogen.
Interviewer:Die Unterstützer der Petition bezeichnen sich als „Stimme der Stadtgesellschaft“. Unterstützer des Projektes meinen, sie seien „nur eine Gruppe“. Wie würden Sie das einordnen?
EB:Jede Stimme zählt. Aber wir müssen auch die Stimmen hören, die nicht in Petitionen stehen. Manche äußern sich schriftlich, andere mündlich, manche gar nicht. Als Bürgermeister muss ich alle hören.
Interviewer:Sie sagen, Sie hören alle. Auch die, die sich gar nicht äußern. Manche Bürgerinnen und Bürger sagen jedoch, dass sie im Rathaus eher das Gefühl hätten, man werde „registriert“, nicht aber „gehört“. Ist das eine Fehleinschätzung?
EB:Ich glaube, es ist eine Wahrnehmung, die aus der Dynamik der letzten Monate entstanden ist. Wir arbeiten daran, Zugänge zu erleichtern.
Interviewer:Zurück zur Petition: Der Gemeinderat hat bereits beschlossen. Kann die Petition dennoch Einfluss auf die Zukunft der Hallennutzung haben?
EB:Sie kann Hinweise geben, die wir berücksichtigen. Der Beschluss steht, aber die konkrete Umsetzung bietet Spielräume. Wir prüfen das sorgfältig.
Interviewer:Herr Bürgermeister, letzte Frage: Wenn Sie in einigen Jahren auf diese Phase zurückblicken — was würden Sie sich wünschen, dass die Bürgerinnen und Bürger über Ihre Haltung zur Petition sagen?
EB:Ich würde mir wünschen, dass man sagt: „Er hat zugehört. Er hat abgewogen. Und er hat Entscheidungen getroffen, die dem Wohl der gesamten Stadt dienten.“ Mehr kann man als Bürgermeister nicht anstreben.
Meine persönliche Berührung mit dem "20. Juli 1944" - Was ist der Mensch und wer entscheidet das?
Sechs Jahre war ich alt, als der Sommer für mich nicht an der norddeutschen Schlei stattfand, sondern in dem 400 Kilometer entfernten Bad Sachsa. Meine Eltern hatten mich nach einem längeren Krankenhausaufenthalt zur Erholung nach Bad Sachsa verschickt. „Aufgepäppelt“ werden sollte ich – ein Wort, das nach Fürsorge klingt und von meinen Eltern auch so gemeint war, in mir aber bis heute eine Mischung aus Heimweh, Kälte und Verlorensein auslöst. Ich erinnere mich an die langen Vormittage, an die langen Nachmittage, an denen ich am Fenster stand und hoffte, meine Eltern würden plötzlich um die Ecke biegen. Aber warum auch. Sie hatten in den dürren Nachkriegsjahren immer noch zwei kleine hungrige Mäuler zu stopfen. Ich erinnere mich an den intensiven Harzgeruch, die hohen Bäume, die Stille, die mir als Kind nicht Geborgenheit, sondern Einsamkeit bedeutete. Mein drei Jahre älterer Bruder war dabei; ohne ihn hätte ich die sechs Wochen kaum überstanden.
Damals wusste ich nicht, dass die Häuser, in denen wir schliefen, spielten, weinten, dieselben waren wie jene, in denen die Kinder der Männer vom 20. Juli 1944 – gerade einmal vierzehn Jahre zuvor – in Sippenhaft festgehalten wurden. 46 Kinder, zwischen einem Monat und fünfzehn Jahren alt. Kinder, die nichts getan hatten, außer die falschen Eltern zu haben. Kinder, die kurz vor Kriegsende beinahe nach Buchenwald deportiert worden wären, wenn nicht ein Bombenangriff am Vorabend den Bahnhof von Bad Sachsa zerstört hätte.
Wir schliefen also 1958 in Räumen, die den Atem der Angst von 1944 noch in sich trugen. Richtig wohl hatte ich mich dort nie gefühlt. Vielleicht spürte ich etwas, das man als Kind nicht benennen kann: die Geschichte, die unter den Dielen knarrt, die Trauer, die in den Wänden hängt, die Stille, die nicht nur Stille ist.
Der 20. Juli ist für mich kein bloßes historisches Datum, und ein Gedenkstein. Er ist auch ein Prüfstein – für den Umgang mit dem Geschenk des Lebens von damals bis heute.
Zwischen 1933 und 1945 war das Leben in Deutschland eine Verfügungsmasse. Menschen wurden entrechtet, interniert, zur Zwangsarbeit an Unternehmen ausgeliehen, medizinisch missbraucht, vernichtet. Auch die Kinder von Bad Sachsa waren keine Kinder im rechtlichen oder moralischen Sinn, sondern „Sippenhaft“. Der Wert eines Menschen wurde daran gemessen, ob er dem System nützte. Wer nicht nützte, wurde entzogen, verschoben, deportiert, ausgelöscht.
Ende der 1950er-Jahre war ich ein kleiner Junge, der sich zu neuem Leben durchkämpfte und nicht verstand, warum er sich dort so fremd fühlte. Heute weiß ich, dass es nicht nur die Trennung von meinen Eltern war. Es war der Ort selbst – ein Ort, der wusste, was Menschen anderen Menschen antun können, wenn Leben nicht mehr als Leben gesehen wird.
2026 stellt sich uns weiter und erneut die Frage, wie wir mit dem Leben umgehen. Nicht weil sich Geschichte wiederholt, sondern weil sich Muster wieder zeigen – in anderer Form, aber mit ähnlicher Grundspannung. Wir erleben eine Gesellschaft, in der das Leben zunehmend ökonomisiert wird: in der medizinischen Reproduktionsindustrie, in der Pflege, in der Digitalisierung des Körpers, in der Bewertung von Menschen nach Effizienz, Verwertbarkeit, Funktion. Nicht alles davon ist falsch, nicht alles gefährlich – aber vieles davon fordert uns heraus, wach zu bleiben.
Es geht nicht darum, Gleiches gleichzusetzen. Es geht darum, die gemeinsame Grundfrage zu erkennen, die jede Epoche stellt: Was ist ein Mensch – und wer entscheidet das?
Der 20. Juli erinnert daran, dass es Menschen gab, die Nein sagten. Ein Nein gegen die Vernichtung. Ein Nein gegen die Logik der Verfügbarkeit. Das "Nein" von damals war nicht perfekt, nicht frei von Widersprüchen – aber es war ein Nein. Ein Nein, das Mut brauchte. Ein Nein, das Leben kostete.
Heute bräuchte es wieder ein "Nein". Ein Nein gegen die Entwertung des Menschlichen. Ein Nein gegen die politische und gesellschaftliche Kälte, die sich wie ein Nebel über das Land legt. Ein Nein gegen jede Form der Reduktion von Leben – jüdischen, islamischen, romanischen, queeren, eingeschränkten, ungeborenen oder als Ware gehandelten Lebens. Ein Nein gegen Gleichgültigkeit, die sich als Pragmatismus tarnt. Ein Nein gegen die neue Normalität, in der alles erlaubt scheint, solange es profitabel oder bequem ist.
Ich denke an Bad Sachsa. An die Kinder, die dort festgehalten wurden. An die Räume, in denen ich später schlief, aß und spielte. An die Geschichte, die sich in die Wände eingeschrieben hat. Ich denke daran, wie nah Deutschland 1944 daran war, sich selbst zu retten. Und wie nah es 2026 wieder daran ist, sich selbst zu verlieren – nicht durch Gewalt, sondern durch die stille, schleichende Entwertung des Lebens.
Der Umgang mit dem Leben ist der Kern jeder Gesellschaft. Damals war er tödlich. Heute ist er gefährdet – durch Beschleunigung, durch Ökonomisierung, durch moralische Müdigkeit.
Der 20. Juli ist in diesem Jahr kein Sonntag. Es ist ein Werktag. Ein Tag, an dem man/frau arbeiten muss – an sich selbst, an der Gesellschaft, an der Frage, was ein Mensch ist und was er niemals sein darf: Ware.
Ich schreibe das, weil ich dort in Bad Sachsa war. Weil ich die Räume kenne. Weil ich inzwischen die Geschichte kenne. Und weil ich sehe, wie sich Muster wieder anbahnen – nicht identisch, aber ähnlich genug, um aufmerksam zu bleiben.
Das Leben ist kein Material. Kein Produkt. Kein Markt. Kein Vertrag. Es ist Leben. Und es braucht Menschen, die das wieder sagen.
RAVE / Neubaugebiet ANDERMANNSBERG: Ökologisch unverantwortlich und juristisch unzulässig und angreifbar. "Schwammstadt Holzmarkt" als schlechter Ökowitz ...
Auch unsere Stadt stöhnt und leidet unter der dritten Hitzewelle dieses Jahres. Es leiden vor allem jene, die keinen Schatten spendenden Garten haben, die auf höheren Etagen wohnen, die zu den Alten gehören und die Mitbürger/innen , die unter körperlichen Beeinträchtigungen sowieso schon leiden.
Und da kommt die Stadtverwaltung daher und will uns Bürger/innen eine der letzten Frisch- und Kaltluftschneisen nehmen. Abgesehen davon, dass es nach meiner Kenntnis (siehe weiter unten) rechtlich gar nicht zulässig ist.
Ravensburg steht vor einer der zentralen Fragen der (modernen) Stadtentwicklung. Wie lässt sich dringend benötigter Wohnraum schaffen, ohne die ökologischen und klimatischen Grundlagen der Stadt zu gefährden? Das geplante Neubaugebiet „Andermannsberg“ zeigt exemplarisch, wie schnell dieser Zielkonflikt eskalieren kann. Die dafür vorgesehene öffentliche Grünfläche, ist ein ökologisches Rückgrat der Stadt – und zugleich ein sicherheitsrelevanter Verkehrsraum für Schulkinder. Eine Bebauung an dieser Stelle wäre fachlich falsch, ökologisch unverantwortlich und vor allem rechtlich nicht haltbar.
Die 1,8 Hektar sind weit mehr als eine „Wiese am Rand“. Sie ist ein klimatisch wirksamer Korridor, der die angrenzenden Wohngebiete und die Innenstadt mit Frischluft versorgt und Hitzeinseln reduziert. Unversiegelte Böden ermöglichen die nächtliche Kaltluftentstehung, die für die dicht bebaute Stadt zunehmend Überlebens wichtig wird. Gleichzeitig bildet die Grünzone einen Biotopverbund zwischen den östlichen Hanglagen und dem Gebiet westlich – ein Verbund, der durch Bebauung irreversibel zerstört würde. Wer diese Fläche versiegelt, greift nicht nur in die Natur ein, sondern auch in die klimatische Funktionsfähigkeit der gesamten Stadt. Würde diese Fläche tatsächlich versiegelt, stünde die "Schwammstadt Holzmarkt" als ein schlechter Öko-Witz da.
Die Sorge der Anwohner ist berechtigt: Mehr Autoverkehr in diesem Bereich würde die Sicherheit der Kinder massiv beeinträchtigen. Doch dieses Problem ist lösbar – und zwar ohne die Grünfläche zu opfern. Bauliche Maßnahmen wie eine klare Trennung von Rad- und Kfz-Verkehr, Querungshilfen, Beleuchtung, Tempo 20 und eine konsequente Vorfahrtregelung zugunsten des Radverkehrs können die Sicherheit deutlich erhöhen. Die Stadt hat hier ein Verkehrsproblem, kein Bauproblem.
Juristisch ist die Lage meines Erachtend eindeutig. Der früher häufig missbrauchte § 13b BauGB, der Kommunen erlaubte, Außenbereichsflächen ohne Umweltprüfung zu bebauen, ist seit 2023 endgültig außer Kraft. Er kann nicht mehr angewendet werden – weder für neue Verfahren noch für alte, die nicht fristgerecht abgeschlossen wurden. Doch selbst zu seiner Zeit wäre § 13b für das Gebiet „Andermannsberg“ unzulässig gewesen. Der Paragraph war ausschließlich für kleine Flächen unter 10.000 Quadratmetern (unter einem Hektar) gedacht, die direkt an bestehende Bebauung anschließen und keine erheblichen Umweltwirkungen erwarten lassen. Das geplante Gebiet umfasst rund 1,8 Hektar, liegt in einer klimarelevanten Grünzone, berührt die Sicherheit eines Schulradwegs und hat erhebliche ökologische Auswirkungen. Eine Bebauung ohne Umweltprüfung wäre daher nicht nur fachlich falsch, sondern rechtswidrig.
Die Stadt ist verpflichtet, Klimaschutz, Innenentwicklung und Verkehrssicherheit vorrangig zu berücksichtigen. Das bedeutet: Bevor Außenflächen bebaut werden, müssen alle Potenziale der Innenentwicklung ausgeschöpft sein. Ravensburg hat diese Potenziale – und sie sind erheblich. Nachverdichtung bestehender Quartiere, Dachausbauprogramme, die Umnutzung von Gewerbeflächen, die Mobilisierung von Leerstand, die Förderung genossenschaftlicher Wohnmodelle und sozialer Wohnungsbau in bestehenden Strukturen können den Wohnraumbedarf decken, ohne ökologisch sensible Flächen zu opfern. Innenentwicklung ist nicht nur ökologisch sinnvoller, sondern auch rechtlich vorgeschrieben.
Die Lösung liegt also nicht in weiterer Versiegelung, sondern in einer intelligenten Stadtplanung, die Klimaschutz und Wohnraumschaffung zusammendenkt. Die Frischluftschneise am "Andermannsberg" ist ein ökologischer Diamant. Sie zu erhalten ist nicht nur möglich, sondern rechtlich geboten. Ravensburg muss jetzt beweisen, dass eine moderne Stadt nicht zwischen Wohnraum und Natur wählen muss, sondern beides verantwortungsvoll miteinander verbinden kann.
OSH: "Eine HALLE für ALLE" - statt jedes Mal das alte Theater wie 'eh und je' ...
Das Ravensburger "Rutenfest" rückt näher, und während sich die Turmstadt auf ihre vertrauten Rituale vorbereitet, steht ein anderes Symbol im Raum, das sich nicht so leicht wegschieben lässt wie ein überflüssiger Festzeltstuhl. Die Oberschwabenhalle – jene aus dem Rathaus, von Funktionären und der Presse vielbeschworener zukünftiger Sportpalast statt „Die Halle für Alle“ – wirkt derzeit wie ein Prüfstein dafür, wie ernst diese Stadt ihre eigenen demokratischen Versprechen nimmt.
Das offizielle Festabzeichen zeigt die Brotlaube respektive das "Alte Theater", ein liebenswertes, historisch gewachsenes Motiv. Doch das eigentliche Zeichen, das Ravensburg in diesem Jahr gebraucht hätte, ist das andere: die Oberschwabenhalle selbst, eingerahmt von einem Anspruch, der im Alltag allzu oft unter die Räder gerät.

Ausdrucken, ausschneiden, auf feste Pappe oder Sperrholz kleben und stolz zum Rutenfest tragen.
Wer in diesen Wochen die Debatten verfolgt hat, spürt eine seltsame Schieflage. Die Oberschwabenhalle ist öffentlich finanziert, öffentlich verwaltet und öffentlich legitimiert – aber der Zugang zu ihrer Zukunft wirkt zunehmend wie ein Privileg, das nicht allen gleichermaßen zusteht. Bürgerinnen und Bürger, die sich für Transparenz, Teilhabe und faire Nutzung einsetzen, stoßen auf Türen, die sich nur halb öffnen.
Wer nun meint, "es hat doch eine für alle zugängliche Veranstaltung dazu gegeben", der solle die Tatsache nicht beiseite schieben. Es war - so jedenfalls hat es nicht nur der Blogger empfunden - keine Einladung zu einer "offenen Meinungsbildungsdebatte", sondern die zu einer Infoveranstaltung zu längst in Hinterzimmern beschlossene Fakten.
Die Stadtverwaltung spricht von Verfahren, Zuständigkeiten und Abläufen, doch die Bürger und Bürgerinnen sprechen von einem Gefühl, das sich nicht wegmoderieren lässt: dass die Zukunft einer Halle, die ihnen gehört, sich anfühlt wie eine Burg, deren Zugbrücke nur für ausgewählte Gruppen heruntergelassen wird.
Gerade deshalb wäre das alternative Festabzeichen mehr als ein hübsches Motiv. Es wäre ein Statement. Ein Hinweis darauf, dass Demokratie nicht nur in Wahlkabinen stattfindet, sondern in den alltäglichen Räumen, die eine Stadt ihren Bürgern und Oberschwaben zur Verfügung stellt. Denn nach dieser Region ist die Halle benannt. Demokratie zeigt sich darin, wer hinein darf, wer gehört wird, wer mitgestalten kann. Und sie zeigt sich darin, ob eine Kommune bereit ist, Kritik nicht als Störung, sondern als Teil ihres eigenen Atems zu begreifen.
Das Rutenfest soll ein Fest der Gemeinschaft, der Generationen und der Traditionen sein. Doch Traditionen leben nur, wenn sie sich weiterentwickeln. Es wäre an der Zeit gewesen, dass Ravensburg sich zum Rutenfest 2026 selbst ein Symbol gibt – eines, das nicht nostalgisch zurückblickt (altes Theater), sondern die Zukunft von Kultur sichert. Die Oberschwabenhalle als Festabzeichen wäre ein solches Zeichen: ein freundlicher, aber unmissverständlicher Hinweis darauf, dass diese Stadt bereit ist, sich an ihren eigenen demokratischen Maßstäben messen zu lassen.
Ravensburg hat die Chance verpasst, aus einer lokalen Debatte ein positives Beispiel für den süddeutschen Raum zu machen. Nicht durch Beschwichtigungen, sondern durch Offenheit. Nicht durch formale Antworten, sondern durch echte Beteiligung. Und dieser Wandel hätte nicht in einem Sitzungssaal mit Überzeugungsreden der Bürgermeister, sondern mit einem kleinen Abzeichen, das Menschen am Revers tragen, begonnen – als Erinnerung daran, dass Demokratie sichtbar sein muss, um zu wirken.
OSH: Brief an die Bürgermeister und den Gemeinderat Ravensburg - Petition bei Beratungen berücksichtigen!

88212 Ravensburg, Deutschland
Ravensburg, 7. Juli 2026
Liebe Mitstreiter/innen der Petition gegen die Umwidmung der "Oberschwabenhalle",
immer wieder berichtet die hiesige Zeitung über die "Oberschwabenhalle". Allerdings - und das sehe nicht nur ich so - sehr einseitig "Pro Umgestaltung in Sporthalle". Am kommenden Montag, 13. Juli 2026, wird der Gemeinderat (GR) über dieses Anliegen beraten. Erfahrungsgemäß ist davon auszugehen, dass vom GR nichts "Substanziell Anderes" in den Raum geworfen wird. Der Bevölkerung ist nach wie vor nicht bekannt, dass es unsere Petition überhaupt gibt.
Deshalb habe ich heute den folgenden Brief an die drei Bürgermeister und den GR geschrieben. Euch bitte ich, weiterhin Werbung für diese Petition zu machen und euch eventuell direkt an den Oberbürgermeister und den Gemeinderat zu wenden:
daniel.rapp@ravensburg.de / geschaeftsstelle-gemeinderat@ravensburg.de
Danke und mit guten Grüßen, Stefan Weinert
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An die drei Bürgermeister der Stadt Ravensburg und die Mitglieder des Gemeinderates Ravensburg
Behandlung und Einbeziehung der Petition zur Zukunft der Oberschwabenhalle vor einer bzw. in einer GR‑Beratung
Sehr geehrte Herren Bürgermeister Dr. Rapp, Dr. Honikel‑Günther und Bastin, sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates,
am 13. Juli 2026 wollen Sie über die zukünftige Nutzung der Oberschwabenhalle beraten. In der öffentlichen Kommunikation wird die OSH derzeit überwiegend als künftige Sporthalle dargestellt. Mein Anliegen heute betrifft die dazu eingereichte Petition vom 28./29. März 2026.
Ich erhielt erst drei Wochen nach Versand eine ordentliche Eingangsbestätigung – und erst nach ausdrücklicher Nachfrage. Bis heute wurde die Petition weder im Gemeinderat erwähnt noch in einem Ausschuss behandelt, obwohl inzwischen über 500 Personen die Online‑Ausfertigung dieser Petition mit identischem Text unterzeichnet haben.
Ich möchte Sie auf eine demokratisch relevante Praxis hinweisen: In Baden‑Württemberg gilt seit 1968 die sogenannte Stillhaltevereinbarung, wonach während der parlamentarischen Behandlung einer Petition grundsätzlich keine vollziehenden Maßnahmen ergriffen werden. Diese Praxis dient dem Schutz demokratischer Beteiligung und verhindert Entscheidungen, bevor eine Eingabe sachgerecht geprüft wird. Eine analoge Anwendung auf kommunaler Ebene ist aus demokratischer Logik geboten.
Die Oberschwabenhalle ist ein Gebäude von regionaler Bedeutung. Eine Umwidmung betrifft Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Viele Unterzeichner haben Ihnen ihre Stimmen gegeben, damit Sie ihre Interessen vertreten – nicht ausschließlich die von Funktionären oder Einzelgruppen. Repräsentative Demokratie braucht die Ergänzung durch gelebte Bürgerbeteiligung.
Ich bitte Sie daher nachdrücklich:
Behandeln Sie die Petition vor einer Beratung oder Entscheidung zur OSH.
Erwähnen Sie die Petition offiziell im Gemeinderat.
Schaffen Sie Transparenz über den weiteren Umgang mit dem Anliegen.
Demokratie verlangt, dass die Bürgerbeteiligung nicht übergangen wird. Ich bitte Sie, die Petition ernsthaft in Ihre Überlegungen am 13. Juli 2026 einzubeziehen.
Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Weinert, Ravensburg
Ravensburg mit "Obersporthalle": Eine BURG ohne BÜRGER - Wenn die Zugbrücke scheinbar nur für Erwählte heruntergelassen wird ...
Meine ganz persönliche Meinung, die niemand teilen muss.
Am 13. Juli 2026 tritt der Ravensburger Gemeinderat – elf Tage vor dem Rutenfest, das auch von den Mitgliedern des Gremiums mit „ruateliger“ Vorfreude erwartet wird – zu seiner Sitzung zusammen. Die Atmosphäre in der Stadt und im Rats-Saal dürfte entsprechend taumelig aufgeladen sein. Auf der Tagesordnung steht der geplante Umbau der Oberschwabenhalle zu einer reinen Sporthalle.
Am Samstag, den 4. Juli 2026, veröffentlichte die „Schwäbische Zeitung“ (online) hierzu einen deutlich tendenziösen Artikel. Darin kommen acht Personen aus Verwaltung, Sport und Vereinswesen zu Wort, die das Projekt unterstützen:
- Oberbürgermeister Dr. Rapp,
- der Ehrenvorsitzende des Sportkreises Engler,
- Sportkreis-Vorsitzender Beck,
- EVR-Vorstand Leiprecht,
- TSB-Vorsitzender Prüß,
- KJC-Vorsitzender Hübner,
- DAV-Mitglied Häring und
- FV-Mitglied Moosmann.
- Auch die Berichterstattung der Zeitung selbst wirkt in Tonfall und Auswahl der Stimmen klar positioniert.
Angesichts dieser öffentlichen Unterstützung, die ich persönlich als einen möglichen Versuch der Einschüchterung Andersmeinender wahrnehme, erscheint es wenig wahrscheinlich, dass der Gemeinderat sich noch substanziell anders äußern wird.
Dass es eine Gegenpetition in zweifacher Ausfertigung gibt, findet in der genannten Darstellung keine erkennbare Berücksichtigung. Einmal wurde das Anliegen vom Petenten elektronisch direkt an die drei Bürgermeister und den Gemeinderat mit Eingangsbestätigung gerichtet und zweitens online mit inzwischen 530 Unterstützerunterschriften. Dieses Verschweigen kann bei Teilen der Stadtgesellschaft den Eindruck erwecken, abweichende Meinungen würden nicht mit gleicher Sichtbarkeit behandelt. Eine solche kommunikative Einseitigkeit kann – unabhängig von der Sache selbst – als Druck auf Andersdenkende empfunden werden, sowohl in der Bürgerschaft als auch im politischen Raum.
Die Presse ist in Deutschland rechtlich unabhängig. Theoretisch jedenfalls. Gleichwohl entsteht hier der Eindruck, dass die Vielfalt der öffentlichen Positionen nicht vollständig und in adäquater Quantität und Qualität abgebildet wird. Wenn Willensbekundungen aus der Bevölkerung – wie die erwähnte Petition oder zahlreiche Beiträge in sozialen Netzwerken – kaum sichtbar oder lediglich am Rande erwähnt werden, kann dies als Missachtung bürgerschaftlicher Anliegen wahrgenommen werden.
Dass politische und sportliche Akteure gemeinsam auftreten, ist legitim; die Frage ist jedoch, ob die öffentliche Kommunikation den demokratischen Anspruch auf ausgewogene Darstellung erfüllt.
Und in genau diese Kerbe schlägt die Partei, die sich seit 13 Jahren als die Alternative zur herrschenden Politik von Berlin bis Stuttgart und bis in die Kommunen präsentiert und dem von ihr missachteten Bürger anbietet. „Wir hören euch“, sagte Alice Weidel auf dem gerade stattfindenden AfD-Parteitag in Erfurt, wobei ganz klar das „die anderen hören euch nicht“ impliziert war.
Mit anderen Worten: Das Verhalten der Ravensburger Polit- und Sportprominenz in Sachen „Oberschwabenhalle“ könnte genau das bewirken, was eigentlich verhindert werden soll.
Unter der Prämisse, dass auch Halbwahrheiten eine oder gar zwei Lügen sein können (Hermann Hesse: "Wer die Halbwahrheit erzählt, der hat zweimal gelogen."), können das Ravensburger Verhalten aus dem Rathaus (das nach außen hin nur auf wenige Stimmen zu hören scheint) und die Ravensburger Redaktion der SZ (deren Darstellung viele als einseitig empfinden) unbeabsichtigt Narrative bedienen, wie sie etwa auf dem AfD-Parteitag (siehe Weidel) oder in Begriffen wie „Lügenpresse“ propagiert werden.
Seit Beginn der Amtszeit von Oberbürgermeister Rapp im Jahr 2010 und der seither häufig als hofberichterstattend kritisierten Linie der Schwäbischen Zeitung hat sich bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Eindruck verfestigt, dass zentrale Entscheidungen der Stadtpolitik stark von einzelnen Akteuren geprägt werden, während die Beteiligung der Bevölkerung an Einfluss verliert. Dies führt zur Wahrnehmung, Ravensburg entwickle sich zu einer „Burg ohne Bürger“, in der individuelle Projekte bevorzugt und Bürgerinteressen nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Sollte das Projekt trotz deutlicher öffentlicher Vorbehalte dennoch umgesetzt werden, könnte dies die Legitimation des Vorhabens und das Vertrauen in die kommunale Entscheidungsfindung nachhaltig beeinträchtigen. Und es entsteht der Eindruck, dass zwar Lebensträume Einzelner erfüllt werden, aber die Meinung der Bürger/innen mit Füßen getreten wird.
Es ist schwer zu hoffen, dass der erwähnte Zeitungsartikel online nicht auch noch in der Printausgabe der SZ erscheint, respektive er so überarbeitet wird, dass oben erwähnter Eindruck vieler Bürger erst gar nicht entsteht.
🐕🦺🐕🦺🐕🦺 Was Ravensburger Hundebesitzer "einfach Scheiße" finden - PETITION zur Wiedereinführung kostenloser HUNDEKOTBEUTEL
Liebe Mitbürger, liebe Mitbürgerinnen, liebe Hundebesitzer, sehr geehrte Damen und Herren,
an dieser Stelle möchte ich in Absprache mit dem Initiator auf dessen Petition zur kostenlosen Abgabe von Hundekotbeuteln durch die Ravensburger Stadtverwaltung hinweisen. Die Verwaltung begründet die Einstellung dieses kostenlosen Service auf ihrer Website wie folgt:
>>> Auch sollen die Hundekotbeutel künftig nicht mehr kostenlos an den Ausgabestationen zur Verfügung gestellt werden. Die Bestückung ist personell aufwendig. Zudem möchte die Stadt hier zum Umweltschutz beitragen und bewusst darauf verzichten, Plastiktüten auszugeben. <<<
Laut einem SZ-Artikel würden damit jährlich 7.500 Euro eingespart. Was den Aspekt des Umweltschutzes anbetrifft, muss ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es auch kompostierbare "Hundekottüten" aus Maisstärke (Robidog-Säckli) gibt.
DIE oben erwähnte PETITION - initiiert von Peter Spörl aus Ravensburg - wird wie folgt begründet:
"Wir wollen alle eine saubere Stadt. Die vielen Gäste mit Hund in unserer Stadt wundern sich bereits ob der leeren Hundekotbeutelspender. Auch wenn an die Verantwortung der Hundehalter appelliert wird, werden die Häufchen häufiger liegen bleiben. Das finden auch viele Hundebesitzer "einfach Scheiße". Jetzt hält sich nicht jeder Hund an die Vorgaben der Stadtverwaltung und manchmal hat der Hundebesitzer einfach kein Hundesackerl im Sack. Und dafür sollen ja die Hundekotbeutelspender einspringen, die jetzt leer sind. - Alternativ rufe ich dazu auf, die Zahlung der Hundesteuer analog zur Mietminderung um 20% zu kürzen.
Der Internetlink zur Petition ist der folgende: https://www.openpetition.de/petition/online/wiedereinfuehrung-der-kostenlosen-hundekotbeutel-in-ravensburg
Dort kann die Petition unterschrieben und kommentiert werden. Auch der Blogger hat dort seine Unterschrift gesetzt und bittet seine Leserschaft, sich dem Anliegen von Peter Spörl und mittlerweile 303 Mitunterzeichner/innen anzuschließen. Demnach fehlen knapp 500 weitere Unterschriften, damit der Gemeinderat sich mit dieser Angelegenheit noch einmal beschäftigen muss.
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In diesem Zusammenhang möchte ich auf den folgenden Blog-Artikel hinweisen, wo es auch um die rechtlichen Aspekte geht:
Das sagen prominente Stimmen aus Ravensburg zum deutschen "Aus" bei der Fußball-WM (Satire)
Stadtrat Schuler (CDU): Neuer Bundestrainer muss Rolf Engler werden. Der weiß immer, wo's lang geht und hat 'ne gute Presse.
FV-Vorstand: Das hätten wir auch geschafft!
Stadträtin Engelhard (SPD): Ich bin verhalten enttäuscht.
Freunde der "Räuberhöhle": Wir gewähren Julian Nagelsmann lebenslängliches Asyl.
Bürgergruppe Ravensburg: Die Blamage konnten sich jene ersparen, die von Nagelsmann nicht berufen oder aufs Abstellgleis geschoben wurden.
TWS: Fernes Fiasko statt Fernwärme.
Landtagsabgeordnete Rommelspacher (CDU): Juristisch korrekt - sportlich versagt.
DEHOGA Ravensburg: Kein Achtelfinale, kein Viertelfinale, kein Halbfinale, kein Endspiel mit deutscher Beteiligung und Rudelgucken in den Ravensburger Kneipen. Ein herber wirtschaftlicher Verlust.
WiFo: Dito ... und deswegen lassen wir den Christkindlesmarkt ein paar Tage früher beginnen und auch enden. Der finanzielle Verlust muss (!) wieder wettgemacht werden.
"Altdorfer Waldbesetzung": Der deutsche Fußball ist so einmalig (!) schlecht, dass er unter Artenschutz gestellt werden sollte.
€$€$€ - "Schwäbische Zeitung" - Wenn Patriotismus und Wirtschaftsaffinität zu weit gehen ... Kostenlose (?) Werbung für ein Dutzend Wirtschaftsunternehmen im großen Stil ...
Dass die hiesige Presse wirtschaftsaffin, materiell orientiert und patriotisch gesinnt ist, dürfte allgemein bekannt sein. Gemeint ist die Lokalredaktion des Blattes, das sich "Schwäbische Zeitung" nennt. Soweit, so gut – oder besser gesagt: schlecht. Denn wir Ravensburger hätten wirklich ein besseres Medium gebraucht und nicht eines, das seine Macht missbraucht und den patriotischen Gedanken des bevorstehenden "Rutenfestes" in kostenlose Werbung - finanziert aus Abonnentengeldern - für Ravensburger Wirtschaftsunternehmen überhöht.
Über ein Dutzend Gewinne und 13 hervorragende Werbetexte, die jeder PR-Agentur die Tränen in die Augen treiben. So könnte der SZ-Chefredakteur-Artikel von heute (er ist als solcher deutlich gekennzeichnet) von Robin Halle (online) überschrieben werden. In dem an den Artikel angehängten "Gewinnspiel" werden zwar der "Schwäbische Verlag" und die "SV-Gruppe" adressiert - der Artikel ist aber als vom Chefredakteur Robin Halle gekennzeichnet.Denn dieser SZ-Beitrag ist ein Musterbeispiel dafür, wie man/n journalistische Distanz komplett aufgibt und stattdessen die Firmen der Region mit einer Liebeserklärung nach der anderen überschüttet:
Die Fahrradprofis werden zu „Schrittmachern der Mobilitätswende“.
Leibinger wird zum „flüssigen Erbe vom Bierbuckel“.
Haller Raumgestaltung zur „Poesie des Raumes“.
Bredl zum „Puls der Bachstraße“.
Leder Schwartz zum „Statement aus feinstem Narbenleder“.
Zwölf87 zum „urbanen Gesamtkunstwerk“.
Thommel zur „Qualitäts-DNA zwischen Werkstatt und Wohnzimmer“.
Man/frau fragt sich: Ist das noch Journalismus – oder schon ein bezahlter Imagefilm?
Nur: Bezahlt wurde hier nichts. Zumindest nicht von den Firmen.
Bezahlt haben die Leserinnen und Leser, die eigentlich Nachrichten erwarten – und stattdessen eine Werbeveranstaltung serviert bekommen, die sich hinter keinem Hochglanzprospekt verstecken muss.
Die SZ als Werbeträger – und die Redaktion als InfluencerDer Text liest sich, als hätte jemand die Aufgabe gestellt: „Schreibe für jede Firma einen emotionalen Werbetext, der klingt wie ein Imagefilm, aber verkaufe ihn als Lokaljournalismus.“
Und Robin Halle liefert.
Mit einer Hingabe, die man/frau sonst nur aus Influencer-Kooperationen kennt. Nur dass Influencer wenigstens „Werbung“ drüberschreiben müssen.
Die SZ hingegen nennt das „Artikel“.
Das Problem ist nicht das Gewinnspiel – sondern die redaktionelle SelbstaufgabeGewinnspiele sind völlig in Ordnung. Auch dass lokale Firmen Preise zum Rutenfest stiften – wunderbar. Dass man die Namen nennt – selbstverständlich.
Aber was hier passiert, ist etwas anderes:
Die Redaktion schreibt ausführliche Werbetexte über jedes teilnehmende Unternehmen. Mit emotionalen Bildern, Markenstorytelling, Produktdetails, Marketingfloskeln und einer Begeisterung, die man sonst nur aus PR-Abteilungen kennt.
Das ist keine Berichterstattung. Das ist Werbung im redaktionellen Kleid.
Und das ist ein Problem.
Denn die Grenze zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung ist nicht nur eine Formalität – sie ist die Grundlage journalistischer Glaubwürdigkeit.
Wenn die SZ diese Grenze aufweicht, verliert sie etwas, das man nicht einfach zurückgewinnt: Vertrauen.
Die Abonnenten zahlen – die Firmen profitierenMan/frau stelle sich vor: Ein Modehaus, ein Hotel, eine Brauerei, ein Lederwarenladen, ein Werkzeughändler – alle bekommen kostenlose, liebevoll formulierte Werbetexte, die sie selbst nicht besser hätten schreiben können.
Und die Leser zahlen dafür.
Das ist, als würde man Eintritt bezahlen, um sich Werbung anzuschauen.
Das "Rutenfest" sollte eigentlich ein Fest der Stadt sein, wenn überhaupt – nicht ein Fest der Werbetexte.Das Rutenfest sollte eigentlich ein kulturelles Ereignis sein, ein Stück Identität, ein emotionaler Fixpunkt im Ravensburger Jahr - wenn überhaupt.
Was die SZ daraus macht, ist ein Marketing-Sammelsurium, das mit dem Fest selbst kaum noch etwas zu tun hat.
Die Firmen stehen im Mittelpunkt. Die Produkte stehen im Mittelpunkt. Die Preise stehen im Mittelpunkt.
Das Rutenfest? Kommt im Titel vor.
Ein Vorschlag: Nennen wir das Kind beim NamenDieser Artikel ist kein „Gewinnspielbericht“. Er ist kein „Rutenfestartikel“. Er ist kein „Lokaljournalismus“.
Er ist:
Ein unbezahlter Werbeblock, der als redaktioneller Inhalt getarnt wurde.
Und das sollte man sagen dürfen.
Ravensburger/innen und Ravensburger verdienen besseren Journalismus.Die Stadt hat genug Themen, die echte Recherche brauchen: Verkehr, Wohnen, Kultur, Politik, Verwaltung, Umwelt, Jugend, Hundekotbeutel, Zukunft.
Stattdessen bekommen die Leser einen Text, der klingt, als hätte man ihn direkt aus den Marketingabteilungen der Innenstadt kopiert.
Ravensburg verdient mehr. Die SZ-Leser verdienen mehr. Und das Rutenfest sowieso.
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1. Das Trennungsgebot – und warum es hier verletzt wurdeIn Deutschland gilt ein klarer Grundsatz: Redaktionelle Inhalte müssen strikt von Werbung getrennt sein.
Dieses Trennungsgebot ist kein Luxus, sondern ein Kernprinzip der Pressefreiheit. Es schützt die Glaubwürdigkeit der Medien und die Informationsrechte der Leser. Die Landesmedienanstalten und der Pressekodex formulieren es eindeutig:
Werbung darf nicht als redaktioneller Beitrag erscheinen.
Redaktionelle Beiträge dürfen nicht den Charakter von Werbung annehmen.
Produktdarstellungen müssen als Anzeige gekennzeichnet werden, wenn sie werblich sind.
Der SZ‑Artikel überschreitet diese Grenze deutlich:
Er enthält ausführliche Produktbeschreibungen,
emotionales Markenstorytelling,
ästhetisierte Firmenporträts,
Marketingfloskeln,
und verkaufsfördernde Detailinformationen, die in dieser Form ausschließlich Werbezwecken dienen.
Das ist nicht mehr „Berichterstattung über ein Gewinnspiel“. Das ist Werbung ohne Kennzeichnung.
Juristisch kann dies als Schleichwerbung eingestuft werden.
Und Schleichwerbung ist – unabhängig von Absicht – ein Verstoß gegen medienrechtliche Standards.
2. Die redaktionelle Unabhängigkeit – ein Gut, das man nicht verspielen darfJournalistische Unabhängigkeit bedeutet, dass eine Redaktion nicht zum Sprachrohr wirtschaftlicher Interessen wird. Genau deshalb ist die Grenze zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung so wichtig.
Wenn ein Artikel Firmen der Region mit einer derartigen Werbeintensität porträtiert, entsteht der Eindruck, die Redaktion habe ihre Rolle verlassen und sei in die Funktion eines kostenlosen Werbedienstleisters geschlüpft.
Das Problem ist nicht, dass Firmen Preise stiften. Das Problem ist, dass die Redaktion daraus Werbetexte macht.
Damit verliert der Artikel seine journalistische Legitimation – und die Zeitung riskiert das Vertrauen ihrer Leser.
3. Die Leser zahlen – die Firmen profitierenEin weiterer medienethischer Aspekt: Wer profitiert finanziell?
Die Firmen erhalten kostenlose Werbung.
Die Zeitung erhält kein Anzeigenhonorar. Oder doch auf Umwegen bzw. indirekt, weil ja die Firmen durch ihre Sachspenden zahlen? *) Siehe dort die Erläuterungen
Die Leser zahlen für Inhalte, die keine journalistische Leistung darstellen.
Das ist eine Schieflage, die man nicht ignorieren darf. Denn Leser abonnieren eine Zeitung nicht, um Werbetexte zu finanzieren.
*) Ob die Zeitung für den Artikel ein Anzeigenhonorar erhalten hat, ist öffentlich nicht ersichtlich. Juristisch relevant ist jedoch Folgendes: Auch Sachspenden – wie die gestifteten Preise des Gewinnspiels – können eine wirtschaftliche Gegenleistung darstellen, wenn sie im Gegenzug zu einer werblichen Darstellung der Unternehmen führen. In diesem Fall spricht man von einer indirekten Entgeltlichkeit.
Das bedeutet:
Wenn Firmen Preise stiften und die Redaktion im Gegenzug werbliche Inhalte veröffentlicht, kann dies rechtlich als entgeltliche Werbung gelten – auch dann, wenn kein Geld geflossen ist.
Entscheidend ist nicht die Form der Gegenleistung, sondern der Zusammenhang zwischen Leistung und werblicher Darstellung.
Der Pressekodex formuliert dies eindeutig:
Werbung ist kennzeichnungspflichtig, wenn für die Veröffentlichung eine Gegenleistung erbracht wird – unabhängig davon, ob diese finanziell oder sachlich ist.
Damit ist klar:
Sachspenden können eine Gegenleistung sein.
Werbliche Darstellung ohne Kennzeichnung kann Schleichwerbung darstellen, wenn ein solcher Zusammenhang besteht.
Die Zeitung müsste in diesem Fall transparent machen, ob die ausführlichen Firmenporträts Teil einer Gegenleistung sind.
Selbst wenn die Redaktion argumentiert, die Preise seien „nur fürs Gewinnspiel“ gestiftet worden, bleibt ein medienethisches Risiko bestehen:
Die Firmen profitieren wirtschaftlich durch die werbliche Darstellung.
Die Zeitung profitiert durch die Attraktivität des Gewinnspiels.
Die Leser finanzieren den redaktionellen Raum, der faktisch als Werbefläche genutzt wird.
Juristisch nennt man das:
„Werbliche Wirkung bei wirtschaftlicher Verflechtung“
und diese ist kennzeichnungspflichtig, sobald ein Zusammenhang zwischen Spende und Darstellung besteht oder bestehen könnte.
4. Der Schaden für das Rutenfest – und für die lokale Öffentlichkeit
Das Rutenfest ist ein kulturelles Ereignis. Ein Fest der Stadt. Ein emotionales Gemeinschaftsprojekt.
Wenn die SZ dieses Fest instrumentalisiert, um eine Werbeparade für Innenstadtbetriebe zu veranstalten, verliert das Fest seine journalistische Würde. Es wird zur Kulisse für Konsumkommunikation. Und um Konsum ging es bei diesem Fest schon immer - jedenfalls so etwas seit 1990!
Das ist nicht nur unpassend – es ist respektlos gegenüber der Tradition.
5. Warum dieser Fall ein Warnsignal istDieser Artikel ist in der bundesweiten Medienlandschaft kein Einzelfall, sondern ein Symptom: Die Grenze zwischen redaktioneller Nähe und werblicher Vereinnahmung ist in Lokalredaktionen oft besonders gefährdet. Man kennt sich, man arbeitet zusammen, man will die Region stärken.
Doch Nähe darf nie zu Abhängigkeit werden. Und Wohlwollen darf nie die redaktionelle Distanz ersetzen.
Wenn eine Zeitung beginnt, Firmen mit PR‑Prosa zu übergießen, verliert sie ihre Rolle als vierte Gewalt – und wird zum Teil des lokalen Marketingökosystems.
Das ist gefährlich. Für die Pressefreiheit. Für die Glaubwürdigkeit. Für die Demokratie.
6. Fazit: Ein Gewinnspiel ist kein Freibrief für WerbetexteDer SZ‑Artikel ist ein Beispiel dafür, wie schnell journalistische Standards verwischen können, wenn man nicht wachsam bleibt. Er zeigt, wie wichtig es ist, das Trennungsgebot ernst zu nehmen – nicht als Formalie, sondern als Fundament der Medienethik.
Die Leser haben ein Recht auf klare Kennzeichnung. Ein Recht auf unabhängige Berichterstattung. Ein Recht auf Inhalte, die nicht als Werbeträger missbraucht werden.
Und die Redaktion hat die Pflicht, dieses Recht zu schützen.
"Ach du Kacke!" - Ravensburg zwischen Kot & Knete, oder: 0,04 Prozent weniger 'Kornhaus' ...
Hinweis: Am Schluss dieses Artikels finden Sie einen Hinweis, wie Sie der Stadt Ravensburg Ihren Unmut über diese Angelegenheit mitteilen können.
Verehrte Leserschaft und insbesondere liebe Ravensburger/innen, liebe Hundehalter/innen!
Kennen Sie die Gemeinde Windorf? Schon von ihr gehört? Und wissen Sie zufällig, wo sich diese Gemeinde in Deutschland befindet? Nun, sie befindet sich dort, wo Herrchen und Frauchen am glücklichsten sind. Denn in dieser kleinen Kommune bei Passau im Bayerischen brauchen er und sie keine Hundesteuer zu bezahlen. DAS GIBT'S DOCH NICHT?! - DOCH, BEI ....!!
Die Hundesteuer ist in nur zwei von 16 Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben: im Saarland und in Baden-Württemberg. Alle anderen Länder zwischen Pinneberg und Passau dürfen, müssen es aber nicht. Und wie gesagt: Es gibt auch einige wenige Kommunen in diesen 14 Bundesländern, die ganz auf die Besteuerung von Bello und Bellinchen verzichten.
Hundesteuer kommt zu 100 Prozent den jeweiligen Kommunen zugute. Sie können damit machen, was sie wollen und für das, was ihnen wichtig erscheint. Fehlt es an Geld für den Bau über eine "Wangener Straße": HUNDESTEUER. Benötigt man/frau noch Geld für die überteure Sanierung einer "Bauhütte": HUNDESTEUER. Fehlt es an Mitteln für die Schaffung eines "Schussenparks": HUNDESTEUER. Doch für den Kontext einer Hundehaltung – zum Beispiel die Möglichkeit der Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere sauber entsorgen zu können – braucht eine Kommune die Hundesteuer nicht zu verwenden.

Gemeint sind die gelben oder grünen Kästen im öffentlichen Raum, aus denen auch ich (1995 bis 2010) als damaliger Hundebesitzer hier in Ravensburg dankbar die kleinen schwarzen Kotbeutel ziehen konnte, um die Stadt sauber zu halten. Doch nun - so konnte man/frau in der hiesigen Presse lesen - ist es vorbei mit diesem städtischen Service am Bürger und am Bürgerhund. Denn die Stadt mit den vielen Türmen muss sparen und es kommen jährlich dadurch immerhin 7.500 Euro zusammen. Das sind - man/frau lasse sich das auf der vor Wut im Mund schäumenden Zunge zergehen - 0,43 Prozent der "Schwammkosten" für den Holzmarkt; 0,15 Prozent der städtischen (und Landes-) Kosten für die "Brücke über die "Wangener Straße" und 0,04 Prozent der Gelder für die Sanierung des "Kornhauses".
Andersherum könnte die Stadt Ravensburg für mehr als 200 Jahre (Holzmarkt), plus mehr als 700 Jahre (Brücke) und plus mehr als 2.500 Jahre (Kornhaus) = bis zum Jahr 5.626 nach Christus und danach den Ravensburgern Hundekotbeutel zur Verfügung stellen. Doch die Wahrheit ist - wenn es denn Ravensburg überhaupt noch gibt - dass diese horrende Zeitspanne zwischen heute und der fernen Enkelzukunft auf eine knappe Dekade geschrumpft wurde. Und da fehlen noch die horrenden Kosten für die Sanierung der Gymnasien, die für den "Schussenpark" und die extrem hohen Kosten für die Sanierung des Rathauses.
Auf die Frage nach der Unverhältnismäßigkeit dieser sehr geringen "Kacksparmaßnahme" soll der Pressesprecher laut Zeitung sinngemäß gesagt haben: Irgendwo muss man do mol mid däm Schbara anfanga! - Dass dies auch bei sich selbst anfangen könnte, dafür reicht die visionäre Kraft der Stadtverwaltung nicht.
Das sind wohl die neuen Ravensburger Spiele. Doch die Hundebesitzer in der Oberschwabenmetropole sollten dieses Spiel nicht mitspielen und der Verwaltung deutlich machen, was ihr anscheinend zur Verwendung der Hundesteuer nicht wichtig ist!!
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Nach meinen rechtlichen Kenntnissen (ich bin kein studierter Jurist), könnten Hundehalterinnen und Hundehalter der Stadt Ravensburg ihre Quittungen für privat gekaufte Hundekotbeutel zuschicken – aber nicht, weil ein Anspruch auf Erstattung bestünde. Ein solcher Anspruch existiert nämlich nicht.
Wer als Hundehalter dennoch ein Zeichen setzen möchte, kann einen förmlichen Antrag auf Kostenerstattung bei der Stadt Ravensburg stellen. Ein solcher Antrag zwingt die Verwaltung dazu, das Anliegen rechtsverbindlich zu bescheiden. Erst dieser Bescheid ist ein Verwaltungsakt – und nur gegen einen Verwaltungsakt gibt es die Möglichkeit des Widerspruchs.
Die Stadt wird den Antrag vermutlich und erwartungsgemäß ablehnen, weil es keine Rechtsgrundlage für eine Erstattung gibt. Aber der Vorgang würde deutlich zeigen, wie absurd es ist, dass eine Kommune Hundesteuer kassiert, ohne auch nur die minimalen Rahmenbedingungen einer verantwortlichen Hundehaltung sicherzustellen.
Masterplan „Grünes Band Ravensburg 2027–2030“ . . . Gäbe es in Ravensburg eine Stadtspitze, auf deren Agenda echter Klimaschutz ganz oben stünde ...
Liebe Mitbürger und liebe Mitbürgerinnen, liebe Nachbarn, sehr geehrte Damen und Herren!
Der oben abgebildete Plan ist insofern nicht maßstabgetreu, weil Bäume, Bänke und Brunnen viel zu groß eingezeichnet sind, da sie sonst nicht zu erkennen wären. Pro abgebildetem Baum stelle man/frau sich drei vor und statt einer Bank = zwei.
Stellen Sie sich vor, Sie treten aus dem Schatten des Ravensburger Lederhauses auf einen Platz, der sich völlig neu anfühlt. Kein Motorengeräusch, kein Abgas, kein hektisches Durchqueren. Stattdessen öffnet sich ein zusammenhängender grüner Raum, der sich wie ein weiches Band durch den mittleren und den nördlichen Marienplatz zieht – bis hin zum Holzmarkt.
Links und rechts rahmen sanft modellierte Rasenflächen den Weg. Die historischen Fassaden wirken plötzlich leichter, weil sie nicht mehr gegen Asphalt und Steinplatten und parkende Fahrzeuge ankämpfen müssen. Vor den Häusern und mittig des Platzes stehen klimaresiliente Bäume, deren Kronen Schatten werfen, die in heißen Sommern spürbar kühlen. Die Luft ist frisch, bewegt und lebendig.
Die Wege – 2,50 Meter breit, aus festem, hellem Kies – führen Sie wie ein ruhiger Fluss durch die Stadt. Sie tragen Fußgänger und Fußgängerinnen und in der Not Rettungsfahrzeuge, aber keine Fahrräder, keine Taxis, keine Poser, keinen Personenverkehr. Die Stadt gehört wieder den Menschen, die zu Fuß gehen, verweilen, reden, schauen.
Die Gastronomie hat sich zurückgezogen – nicht räumlich, sondern gestalterisch. Ihre Außenbestuhlungen sind leicht, zurückhaltend, einheitlich, eingebettet in das Grün. Keine Inseln aus Plastikmöbeln mehr, keine Barrieren. Stattdessen wirken die Cafés wie Teil des Parks.
Am Holzmarkt öffnet sich das Band zu einem kleinen urbanen Garten. Die unterirdischen Schwammkörper speichern Regenwasser und die Oberfläche wird zu Rasen, nicht mehr aus Stein. Kinder spielen, ältere Menschen sitzen auf schattigen Bänken, Touristinnen fotografieren den sanierte Blaserturm, der nun nicht mehr über einem Steinmeer thront, sondern über einer grünen Lichtung.
Das „Grüne Band“ ist nicht nur ein Park. Es ist eine neue Haltung: Ravensburg entscheidet sich für Klima-Resilienz, für Ruhe, für Schönheit und für die Zukunft.
Die Stadt Ravensburg ist längst an einem Wendepunkt angekommen. Ein Wendepunkt, der nicht durch Ideologie, nicht durch Parteifarben, nicht durch die nächste Wahl bestimmt wird – sondern durch etwas viel Größeres: durch den Klimawandel, der längst nicht mehr abstrakt ist, sondern uns jeden Sommer auf dem Marienplatz die Haut verbrennt.
Wir wissen es alle: Der gesamte Marienplatz ist zu einer Hitzeplatte geworden. Ein steinernes Becken, das die Sonnenhitze speichert und einem Backofen gleicht. Und wir wissen auch: Das ist nicht nur unangenehm – es ist gefährlich. Für ältere Menschen, für Kinder, für Sportler, für alle, die hier arbeiten, leben, sitzen, warten, gehen.
Darum schreibe ich heute über eine Idee, die vor Jahren vielversprechend von einer höheren Stelle propagiert, aber nicht umgesetzt wurde. Im Gegenteil. Die "Vision" kam von der Ravensburger Verwaltungsspitze. Doch ziemlich unkonkret und schon gar nicht konzeptionell. In einem Zeitungsartikel der SZ aus dem Jahr 2022 fallen dazu sinngemäß Worte, Begriffe und Sätze wie: "Was schwebt Rapp und Bastin vor?" - "Könnte man Flächen entsiegeln." - "Bäume pflanzen an der Bushaltestelle." - "Gegenüber der Vetter-Apotheke vor der neuen Musikschule soll am Holzmarkt ein Fontänenfeld entstehen." - Von einem "Landschaftsarchitekten-Wettbewerb 2025" ist die Rede. - Das Wort "könnte" erscheint sechs Mal. - Und dann heißt es: "Beide hoffen auf einen „mutigen Gemeinderat“ und darauf, dass der Verkehrsversuch, der 2024 unter dem Namen „Klimamobil“ startet, weitere Fakten liefern wird." - Ähäm. Meines Wissens nickt der Gemeinderat (mit ganz ganz wenigen Ausnahmen) doch alles ab, was von oben vorgeschlagen wird, oder täusche ich mich da?
Doch diese Grundidee (von der seitens der Stadt nichts mehr zu hören ist) – und vor allem, wie ich sie mir vier Jahre später vorstelle – ist nicht nur städtebaulich sinnvoll, sondern menschlich notwendig: Ein grünes Band vom Lederhaus bis zum Holzmarkt. Hier und da ein paar Bäume (s.o.) oder eine Wasserfontäne (wo ist die eigentlich geblieben? Stattdessen der kleine alte Brunnen, nur an anderer Stelle) reichen bei weitem nicht.
Ein wirklich zusammenhängendes Band, das nicht trennt, sondern verbindet. Ein Band, das nicht verbietet, sondern ermöglicht. Ein Band, das nicht nostalgisch ist, sondern zukunftsfähig.
Warum brauchen wir dieses grüne Band?Weil die Stadt Ravensburg (damit sind vor allem die Stadtspitze und der Gemeinderat gemeint) eine Verantwortung hat – nicht nur für Straßen, Gebäude und Satzungen, sondern für Menschen. Für ihre Gesundheit. Für ihre Lebensqualität. Für ihre Zukunft.
Und diese Verantwortung ist nicht optional. Sie ist gesetzlich verankert – im Baugesetzbuch, im Klimaschutzgesetz Baden-Württembergs, in der kommunalen Daseinsvorsorge. Aber vor allem ist sie moralisch verankert: in unserem Gewissen.
Wir können nicht weiter zuschauen, wie der Marienplatz im Sommer zu einem Ort wird, den man/frau meidet. Wir können nicht weiter zuschauen, wie Autos, Lieferverkehr und Poser die Altstadt dominieren, während Menschen an den Rand gedrängt werden. Wir können nicht weiter zuschauen, wie wir die historische Schönheit unserer Stadt unter Asphalt und Stein begraben.
Was bedeutet das Grüne Band konkret?Es bedeutet, dass der Platz wieder den Menschen gegeben wird. Dass wir Rasen statt Stein haben. Dass wir Bäume haben, die Schatten werfen. Dass wir Wege haben, die nach Starkregen nicht "matschen", aber auch nicht versiegeln. Dass Rettungsfahrzeuge durchkommen – aber sonst niemand, außer den Passanten. Dass die Gastronomie Teil des Parks wird – nicht dessen Gegner. Dass Fahrräder ihren Platz bekommen – aber nicht mitten durch die Menschen fahren. Dass der Holzmarkt endlich das wird, was er sein könnte: ein grüner, lebendiger Ort statt einer steinernen Restfläche.
Es bedeutet: Die Ravensburger Wohn- und Aufenthaltsqualität steigt enorm und signifikant.
Was bedeutet es nicht?Es bedeutet nicht, dass der Handel geschwächt wird. Im Gegenteil: Menschen bleiben länger dort, wo es schön ist. Es bedeutet nicht, dass die Gastronomie bestraft wird. Im Gegenteil: Ein grüner Platz ist ein Magnet für Gäste. Es bedeutet nicht, dass die Geschichte der Stadt übermalt wird. Im Gegenteil: Grün lässt historische Fassaden erst richtig wirken.
Die psychoanalytische Wahrheit
Wenn wir ehrlich sind, hat Ravensburg ein Problem, das tiefer liegt als Asphalt, Beton und Stein: Wir haben uns an den Lärm gewöhnt. An die Autos. An die Hitze. An die Unruhe. An das „Man kann ja eh nichts ändern“.
Das Grüne Band ist deshalb nicht nur ein städtebauliches Projekt. Es ist ein kollektiver Therapieprozess.
Wir lernen wieder, dass eine Stadt ein Ort des Lebens ist – nicht nur des Durchfahrens. Wir lernen wieder, dass Ruhe kein Luxus ist, sondern ein Menschenrecht. Wir lernen wieder, dass Schönheit kein Nebensächliches ist, sondern ein Fundament.
Was ich mir als Bürger und Blogger persönlich wünscheIch wünsche mir, dass wir als Bürger und Bürgerinnen den Mut haben, nicht nur das Nötige zu tun, sondern das Richtige. Dass wir nicht nur reagieren, sondern gestalten. Dass wir nicht immer nur hinnehmen, sondern Verantwortung übernehmen.
Ich wünsche mir, dass wir uns trauen, Ravensburg zu einer Stadt zu machen, die nicht nur funktioniert – sondern UNS MENSCHEN berührt.
Ach ja, für den Fall, dass die Frage kommt "Und wie bitte soll das finanziert werden?", verweise ich zunächst auf die sinnlos verpulverten Millionen durch "Schussenpark", "Holzmarkt" und die "Hermann-Vogler-Brücke". Die sind weg. Aber die 20 Millionen für die Sanierung des "Kornhauses" sind noch da. Aber natürlich geht dieses Prestigeprojekt vor - ebenso alle die, die noch kommen.
UND SO KÖNNTE ES GEHENMasterplan „Grünes Band Ravensburg 2027–2030“ -
(c) Stefan Weinert, 29. Juni 2026
- Transformationsprojekt für den mittleren und nördlichen Marienplatz -
Die Stadt Ravensburg ist gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB verpflichtet, Belange des Klimaschutzes und der Klimaanpassung in allen städtebaulichen Entscheidungen zu berücksichtigen. Zusätzlich verpflichten:
Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg (KSG BW) – kommunale Vorbildfunktion
Kommunalverfassung BW – Schutz der Bevölkerung, Daseinsvorsorge
§ 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB – Entsiegelung, Grünflächen, ökologische Maßnahmen
§ 11 Feuerwehrgesetz BW – Sicherstellung der Rettungswege
Denkmalschutzgesetz BW – Schutz historischer Substanz (Archäologie, Stadtbild)
Das Projekt „Grünes Band“ erfüllt diese Pflichten durch:
Reduktion von Hitzeinseln
Entsiegelung und Schwammstadtprinzip
Verbesserung der Aufenthaltsqualität
Verkehrsberuhigung und Sicherheit
Stärkung des historischen Stadtbildes
Förderung lokaler Biodiversität
Schaffung eines durchgehenden Grünzugs vom Lederhaus bis zum Holzmarkt
Vollständige Verkehrsberuhigung (Ausnahme: Rettungsdienste)
Klimawirksame Entsiegelung und Schwammstadt-Elemente
Einheitliche Gestaltungssatzung für Außenbestuhlungen
Feste, tragfähige Kieswege (2,50 m) für Rettungsfahrzeuge
Neuordnung der Fahrradströme (Abstellplätze statt Durchfahrt)
Archäologische Sicherung vor Baubeginn
Kostenstabilität: max. +15 % Toleranz
Bürgerbeteiligung & Gemeinderatsbeschluss
Baubeginn Herbst 2027
Phase A – Sofort: Vorplanungen (2026–Frühjahr 2027)
A1 – Projektsteuerung
Einrichtung einer interdisziplinären Projektgruppe
Stadtplanung
Umweltamt
Tiefbau
Denkmalschutz/Archäologie
Feuerwehr/Rettungsdienste
Wirtschaftsförderung (Gastro/Einzelhandel)
Rechtsamt
Bürgerbeteiligung
Externe Fachplaner: Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung, Baugrund, Hydrologie (eventuell mehr Feuchtigkeit im Boden, die die Strukturen im Untergrund angreifen könnte und damit den Häusern schadet. Zusätzliche Drainagen?)
Vermessung
Leitungspläne (Gas, Wasser, Strom, Telekom)
Altlastenprüfung
Baumkataster
Denkmalschutzkartierung
Analyse der Gastroflächen (Pachtverträge, Sondernutzung)
Pflicht nach § 21 DSchG BW
Sondierungen
Georadar
Grabungsfenster
Dokumentation
Abstimmung mit Landesamt für Denkmalpflege
Anpassung der Sondernutzungssatzung
Anpassung der Gestaltungssatzung
Verkehrsrechtliche Anordnung (StVO)
Feuerwehr-Rettungswege nach DIN 14090
Prüfung der Förderprogramme (z. B. Klimaanpassung Kommunen)
B1 – Variantenentwicklung
Mindestens drei Varianten:
Maximalgrün – durchgehender Rasen, breite Grünflächen
Hybrid – Rasen + Kieswege + punktuelle Pflanzinseln
Stadtbildorientiert – mehr Kies, weniger Rasen, Fokus auf Bäume
Tragfähiger, wassergebundener Belag (z. B. Kalkstein-Grobkorn 0/8, Bindemittel)
Unterirdische Schwammkörper (z. B. Rigolen, Retentionsboxen)
Rasenflächen mit Trockenrasen-Mischung
Bäume: klimaresiliente Arten (Ulme, Hopfenbuche, Amberbaum)
Vollsperrung für Individualverkehr
Lieferlogistik über Nebenstraßen + Sackkarren
Feuerwehrzufahrt über 2,50 m Kieswege
Fahrradabstellplätze: Frauentorplatz, Kirchstraße, Südlicher Marienplatz
Einheitliche Möblierung
Reduzierte Flächen
Integration in Grünflächen
Keine „Terrasseninseln“ mehr
Rechtssichere Übergangsfristen (12–18 Monate)
Kostenschätzung nach DIN 276
Risikopuffer 15 %
Fördermittelprüfung
Wirtschaftlichkeitsanalyse
VOB-konforme Ausschreibung
Lose:
Tiefbau
Landschaftsbau
Archäologie
Möblierung
Beleuchtung
Entwässerung
Rasen & Bäume
EU-weite Ausschreibung (Schwellenwerte beachten)
Wertung nach Preis + Qualität + Nachhaltigkeit
Vergabe im Gemeinderat
D1 – Bauablauf
Archäologische Grabung
Leitungsumverlegung
Entsiegelung; Verlegung zusätzlicher Drainagen (historische Gebäude!)
Eventueller Einbau von Schwammkörpern, wo sinnvoll
Modellierung der Grünflächen
Bau der Kieswege
Pflanzung
Möblierung
Beleuchtung
Endabnahme
Abnahme durch Feuerwehr
Belastungsprobe der Kieswege
Barrierefreiheit nach DIN 18040
Vegetationskontrolle
Bewässerungskonzept
Pflegevertrag
Temperaturmessungen (Hitzeinsel-Reduktion)
Bürgerfeedback
Evaluationsbericht für Gemeinderat
Bürgerbeteiligung
Frühzeitige Infoveranstaltung
Visualisierungen
Begehung vor Ort
Online-Beteiligungsplattform
Einbindung der Gastro & Einzelhandel
Transparente Darstellung der Klimawirkung
Vorlage mit Varianten
Kostenrahmen
Rechtliche Bewertung
Beschlussfassung
Öffentlichkeitsarbeit
| Risiko | Gegenmaßnahme |
|---|---|
| Widerstand der Gastro | Frühzeitige Einbindung, Übergangsfristen, Kompromissflächen |
| Archäologische Funde | Zeitpuffer, Grabungskonzept |
| Kostensteigerungen | 15 % Puffer, strenge Projektsteuerung |
| Hitzeperioden während Bau | Bauabschnittsplanung |
| Lieferengpässe | Mehrere Bieter, alternative Materialien |
| Politische Blockade | Klimawandel-Argumentation, Bürgermehrheit |
Klimaanpassung ist Pflicht, nicht Kür.
Der Marienplatz ist eine Hitzeinsel – messbar, belegbar.
Das Projekt schafft Kühlung, Schatten, Biodiversität, Lebensqualität.
Es stärkt den Einzelhandel durch Aufenthaltsqualität.
Es schützt die historische Stadtstruktur.
Es ist ein Leuchtturmprojekt für Oberschwaben.
Es ist ein Zeichen politischer Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.
| Jahr | Phase |
|---|---|
| 2026 | Vorplanungen starten sofort |
| 2027 | Varianten, Bürgerbeteiligung, Gemeinderat |
| Herbst 2027 | Beschluss & Ausschreibung |
| 2028–2029 | Bauphase |
| 2030 | Fertigstellung |
| 2031 | Monitoring & Optimierung |
------------------------------------------------PROJEKT Nr. XX/2027
Projekt: „Grünes Band Ravensburg“ – Umgestaltung des mittleren und nördlichen Marienplatzes sowie des Holzmarkts
Gäbe es in Ravensburg eine Stadtspitze und einen Umweltbürgermeister und einen Gemeinderat, denen Umweltpolitik eine Herzensangelegenheit ist und auf deren Agenda echter Klimaschutz ganz oben stünde - was jedoch nach aktuellem Stand weder jetzt noch in absehbarer Zukunft erkennbar ist - dann könnte es wie folgt weitergehen:
1. BeschlussantragDer Gemeinderat der Stadt Ravensburg beschließt:
Die Umsetzung des Projekts „Grünes Band Ravensburg“ zur klimawirksamen, verkehrsfreien und gestalterisch einheitlichen Umgestaltung des mittleren und nördlichen Marienplatzes sowie des Holzmarkts. So wie oben beschrieben.
Die vollständige Sperrung des Bereichs für den motorisierten Individualverkehr, einschließlich Lieferverkehr, Taxis und Fahrräder. Ausgenommen sind ausschließlich Fahrzeuge der Rettungsdienste und Feuerwehr.
Die Einrichtung eines tragfähigen, wassergebundenen Weges (Breite 2,50 m) für Rettungsfahrzeuge.
Die Entsiegelung der Flächen und - wo geeignet und notwendig - Umsetzung des Schwammstadtprinzips.
Die Gestaltungssatzung für Außenbestuhlungen wird angepasst; Gastronomiebetriebe haben ihre Möblierung an die Grünraumgestaltung anzupassen - nicht umgekehrt.
Die Neuordnung der Fahrradabstellung an Frauentorplatz, südlichem Marienplatz und Kirchstraße.
Die Durchführung aller erforderlichen archäologischen Voruntersuchungen gemäß § 21 DSchG BW.
Die Ausschreibung der Bauleistungen gemäß VOB/A und EU-Vergaberecht.
Die Bereitstellung eines Kostenrahmens mit einer maximalen Toleranz von +15 %.
Die Umsetzung des Projekts ab Herbst 2027, mit Bauphase 2028–2029.
2.1 Klimawandel & kommunale Pflicht
Gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB, dem Klimaschutzgesetz Baden-Württembergs und der kommunalen Daseinsvorsorge ist die Stadt verpflichtet, Maßnahmen zur Klimaanpassung umzusetzen. Der Marienplatz ist eine dokumentierte Hitzeinsel. Die Umgestaltung reduziert Oberflächentemperaturen, verbessert die Luftqualität und stärkt die Aufenthaltsqualität.
2.2 Städtebauliche QualitätDie historische Altstadt gewinnt durch Entsiegelung und Begrünung erheblich an ästhetischer und funktionaler Qualität. Das Projekt stärkt das Stadtbild und die Identität Ravensburgs.
2.3 VerkehrssicherheitDie Reduktion des Verkehrs erhöht die Sicherheit für Fußgänger und reduziert Lärm- und Schadstoffbelastung. Rettungswege bleiben vollständig gewährleistet.
2.4 Wirtschaftliche AuswirkungenEin grüner, ruhiger, attraktiver Stadtraum steigert die Verweildauer und damit die Umsätze des Einzelhandels. Die Gastronomie profitiert von einem hochwertigen Umfeld.
2.5 Archäologie & DenkmalschutzDie Lage in der historischen Altstadt erfordert archäologische Voruntersuchungen. Diese sind eingeplant und finanziert.
3. Finanzielle AuswirkungenKostenschätzung nach DIN 276
Gesamtkostenrahmen: XX Mio. €
Risikopuffer: 15 %
Prüfung von Fördermitteln (Klimaanpassung, Grünflächenförderung, EU-Programme)
Keine Maßnahme – führt zu fortschreitender Überhitzung, sinkender Aufenthaltsqualität, höherem Pflegeaufwand.
Teilbegrünung – nicht ausreichend klimawirksam.
Verkehrsberuhigung ohne Grünzug – verfehlt Klimaziele.
Bürgerveranstaltung mit Visualisierungen
Online-Beteiligungsplattform
Einbindung der Gastronomie und des Handels
Abstimmung mit Feuerwehr, Rettungsdiensten, Denkmalschutz
Das Projekt „Grünes Band Ravensburg“ ist ein Leuchtturmprojekt der kommunalen Klimaanpassung und ein städtebaulicher Impuls, der Ravensburg langfristig stärkt. Der Gemeinderat setzt damit ein Zeichen für Verantwortung, Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität.
-------------------------------------------------"Mein Ravensburg, wir sind stolz auf dich, denn du bist lebenswert und jeder kennt jeden - und die Stadtverwaltung sorgt für das deinige und meinige Wohl!" (Inklusive Stadtlauf-Kommentar)
Was hatten wir uns gefreut und auch darauf bestanden, dass die Stadt Ravensburg endlich ihr eigenes Amtsblatt herausgibt und nicht weiterhin die hiesige Lokalzeitung dafür instrumentalisiert. Seit nun 1 1/2 Jahren erscheint es, aber groß geändert hat sich dadurch nichts. Während des diesjährigen Wahlkampfes - er begann bereits im November des Vorjahres - schlug sich die "Schwäbische Zeitung" durch ihre einseitige Berichterstattung auf die Seite des Amtsinhabers und trug dazu bei, dass dessen drei Gegenkandidaten lächerlich und unwählbar wurden. Kurz vor der Wahl selbst nutzte der Amtsinhaber - er trat ja wieder an - das Amtsblatt mehrfach zur Eigenwerbung.
In der jüngsten Ausgabe des Amtsblattes gibt es gleich sieben (7 !) großflächige Anzeigen der Stadt Ravensburg, die 3 1/2 Seiten ausfüllen, mit denen für Ausbildung und Aufstockung des Personals geworben wird. Am Schluss einiger dieser Annoncen gibt es einen sehr aufschlussreichen Absatz, auf den ich hier besonders eingehen möchte. Er lautet wie folgt (Markierungen von mir):
"Mein Ravensburg“, dies werden Sie bei uns oft hören. Denn wir sind stolz auf unsere Heimat. Mit rund 51.000 Einwohnern ist die Oberschwaben-Metropole mit der Ortschaft Schmalegg (rd. 2.200 Einwohner) und zwei weiteren Ortschaften eine lebenswerte Stadt, in der man sich noch kennt. Wir verstehen uns als Teil dieses Miteinanders und sind für das Gemeinwohl mitverantwortlich. (Quelle: Aktuelles Amtsblatt der Stadt Ravensburg.)
Das kann man/frau so schreiben. Aber abgesehen davon, dass der Schlussabsatz wiederum eine narzistische Portion von Eigenwerbung enthält, beinhaltet er meiner Meinung nach auch einige falsche Tatsachenbehauptungen.
"Mein Ravensburg" höre ich als Bürger dieser Stadt seit nun 37 Jahren nur zu einem einzigen Anlass. Nämlich in der ersten und in der fünften Strophe des "Rutenfestliedes". Der Text dieses Liedes ist allerdings 102 (1. Strophe) bzw. 46 (5. Strophe) alt. Ansonsten Fehlanzeige - auf der Straße und im Alltag. Mag sein, dass diese Parole in erlauchten Kreisen auch unterm Jahr zu hören ist. Aber solche Zirkel machen keine ganze Stadt aus. Im Gegenteil.
Von den 51 bis 52.000 Einwohner/innen der Stadt leben sicher die meisten gerne in Ravensburg. Aber "stolz" darauf sind längst nicht alle. Wen meint denn der/die Texter/in dieser Annoncen mit "wir"? Die unnahbare Stadtverwaltung? Die drei unangreifbaren Bürgermeister? Den abgehobenen Gemeinderat? Die in "Blutwurscht" schon fast erstickende Rutenfestkommission? Oder diejenigen, die hier geboren wurden oder von Kindesbeinen an aufgewachsen sind und alle anderen schon fast diskriminierend als "nicht echte Ravensburger" abtun? Wer von WIR spricht, sollte sehr vorsichtig in der Wortwahl sein.
Ravensburg sei eine "lebenswerte Stadt". Das jedenfalls wird behauptet. Stimmt aber für viele nicht. Für die Wohnungslosen, die vergeblich Wohnungssuchenden. Die von Straßenlärm belästigten Anwohner in der Innenstadt. Die Klimabewussten, die seit Jahren versuchen, eine umweltbewusste Politik aus den Rathäusern zu erreichen --- und doch nur immer gegen grün getünchte Betonmauern laufen. Diejenigen, die mit ihren Anliegen kein Gehör finden – seit Jahren und Jahrzehnten –, sind geblockt durch die Medien und die Ignoranz der Stadt.
"Man kennt sich noch." Welch ein unverhohlen unwahres Credo! Schon in der "eigenen" Straße oder sogar im selben Wohnblock ist man/frau sich fremd. Es gibt Gruppen, die regelrecht ausgegrenzt werden. Und den Namen eines Klimaaktivisten gehört zu haben, heißt noch lange nicht, ihn zu "kennen". Na klar: im Gemeinderat "kennt" man/frau sich; in der Rutenfestkommission "kennt" man/frau sich; in den Logen erst recht. Und an Stammtischen. Wie eben in jeder anderen Stadt mit 50.000 Menschen. Und vielleicht wird dieser Trugschluss erzeugt, "man kenne sich noch", indem seitens der Zeitung und seitens der Stadt einfach ALLE ungefragt geduzt werden. Nein, die Anonymität einer "urbanen Gesellschaft" ist genauso in Ravensburg vorhanden wie in anderen Städten auch.
Und am Ende heißt es doch tatsächlich "Wir sind für das Gemeinwohl mitverantwortlich." Ja, das stimmt. Eine Kommunalverwaltung, an deren Spitze drei Bürgermeister stehen und deren Kontrollorgan der Gemeinderat sein soll, ist für das Wohl "von dir und mir" mit verantwortlich. Aber ist das in der Praxis auch für die Ravensburger Gesamtverwaltung so? Gerade gestern, bezüglich des Stadtlaufes. Auf Facebook schreibt mir eine Userin: "Bin gestern, kurz bevor es losging, aus dem Kino gekommen und bin dadurch am Startpunkt vorbeigelaufen. Und es gab genug Idioten, die meinten, unbedingt mitlaufen zu müssen. Da hab ich dann kein Mitleid mehr. Wäre keiner gekommen, hätte das der Stadt zu denken gegeben, aber so? So wurden die Leute, die entschieden haben, den Stadtlauf starten zu lassen, doch nur in ihrer Entscheidung bestätigt."
Nicht nur in diesem Fall ist meiner Meinung nach die Stadt Ravensburg ihrer "Mitverantwortung für das Gemeinwohl" nicht nachgekommen, denn es gilt auch für den Klimaschutz, die Straßenverkehrsführung, den Wohnungsbau, den unnötigen Brückenbau, die Beschneidung der Grünpflege, die Verweigerung eines ordentlichen Winterdienstes (in der Unteren Burachstraße liegt immer noch der Split vom Januar) ... usw ... etc. pp. ...
Hier zeigt sich ein Muster der vergangenen 16 Jahre. Immer wieder werden verbale "Fiktivrealitäten" geschaffen, die den Fakten jedoch nicht standhalten. Doch das wird in Ravensburg so gut wie nie hinterfragt, sondern als bare Münze genommen.
Wer sich also durch diese Anzeigen nach Ravensburg locken lässt, wird bald merken, dass Ravensburg nicht die "Kleine Stadt, hinter Bergen und Wäldern versteckt" (Hannes Wader) ist, sondern eine in der Profit, Imagepflege und "Macht den Mächtigen" gelten.
👎STADTLAUF RAVENSBURG: Für FAHRLÄSSIGKEIT und UNVERANTWORTLICHKEIT gibt es keine Schutzheiligen ...
Stefan Weinert, Ravensburg
Es gibt Entscheidungen, die nicht nur falsch sind, sondern zudem das Vertrauen in eine Stadtverwaltung nachhaltig beschädigen. Die Entscheidung der Ravensburger Verwaltung, am heutigen Samstag, dem 27. Juni 2026, trotz amtlicher Extremhitzewarnungen am Stadtlauf festzuhalten, gehört zweifellos dazu. Während der Deutsche Wetterdienst Temperaturen jenseits der 35 Grad (bis zu 40 Grad) ankündigt, während medizinische Fachleute seit Jahren vor den Risiken solcher Hitzespitzen warnen und während andere Kommunen längst gelernt haben, dass Prävention kein Luxus, sondern Pflicht ist, erklärt Ravensburg, man habe „abgewogen“ und „analysiert“ – und für alle Läuferinnen und Läufer gelte die Eigenverantwortung, am Stadtlauf teilzunehmen. Nur die Kleinsten und die Schulläufe wurden abgesagt. Der Rest darf laufen. Oder kollabieren. Oder im schlimmsten Fall reanimiert werden. Und wer dann zusammenbricht, so die unausgesprochene Botschaft, trägt die Verantwortung selbst. So berichtet es sinngemäß und impliziert die "Schwäbische Zeitung".
Und auch wenn sich dergleichen Dinge nicht ereignen sollten – was stark zu hoffen und niemandem zu wünschen ist –, bleibt diese Verantwortungslosigkeit an der Stadt Ravensburg kleben. Natürlich könnte sie auch jeden Mitläufer vor dem Lauf einzeln über das Risiko möglicher und konkreter (s.o.) Folgen aufklären und ihn/sie eine entsprechende Erklärung unterschreiben lassen ... Doch wer würde dann noch mitlaufen wollen?
Wie gesagt: Die oben beschriebene Haltung von Stadt und Sportkreis ist nicht nur moralisch fragwürdig, sondern juristisch kaum haltbar. Eine Kommune hat eine Fürsorgepflicht gegenüber ihrer (!) Bevölkerung. Sie muss Gefahren abwenden, wenn sie vorhersehbar sind – und eine amtliche Hitzewarnung ist keine abstrakte Möglichkeit, sondern eine konkrete, wissenschaftlich begründete Gefahrenlage. Wer eine Veranstaltung unter solchen Bedingungen durchführt, kann sich nicht auf das Prinzip der Eigenverantwortung der Teilnehmer/innen zurückziehen.
Eigenverantwortung beginnt dort, wo Menschen frei entscheiden können. Sie endet dort, wo eine Stadt wissentlich ein Risiko schafft, das sie selbst hätte verhindern können und hätte verhindern müssen. Wer heute am "Siebenschläfer" läuft, tut das nicht in einem neutralen Raum, sondern in einem von der Stadt und dem Sportkreis organisierten Setting, das ohne Not aufrechterhalten wird. Und wer heute kollabiert, tut das nicht, weil er oder sie etwas „falsch eingeschätzt“ hat, sondern weil die Stadt und der Sportkreis eine Entscheidung getroffen haben, die sie nicht hätten treffen dürfen.
Es ist ein Muster, das sich in Ravensburg beobachten lässt: erst handeln, wenn es zu spät ist; erst reagieren, wenn die Probleme sichtbar werden; erst nachbessern, wenn der Schaden bereits entstanden ist. Beim „Schwammplatz“ am Holzmarkt erklärte der Oberbürgermeister jüngst aufgrund geäußerter Kritik, erst im Betrieb zeige sich eben manches. Eine bemerkenswerte Aussage, wenn man/frau bedenkt, dass Planung eigentlich dazu da ist, Probleme im Vorfeld zu erkennen. Doch in Ravensburg scheint Planung zunehmend durch ein Prinzip ersetzt worden zu sein, das man höflich als „Lernen durch Schaden“ bezeichnen könnte. Weniger höflich: als strukturelle Verantwortungslosigkeit.
Dasselbe Muster zeigt sich heute. Die Stadt hätte den Lauf absagen können. Sie hätte ihn verschieben können. Sie hätte ein Zeichen setzen können, dass Gesundheit Vorrang hat. Stattdessen setzt sie ein Zeichen, dass Durchhalten wichtiger ist als Vorsorge, dass Image wichtiger ist als Sicherheit und dass man Risiken lieber rhetorisch relativiert, als sie praktisch zu minimieren. Es ist eine Haltung, die nicht nur fahrlässig wirkt, sondern auch bürgerfern und schon fast bürgerfeindlich. Denn wer heute läuft, läuft nicht nur gegen die Hitze, sondern gegen eine Verwaltung, die ihre Verantwortung auf die Bevölkerung abwälzt.
Ravensburg präsentiert sich gerne als lebenswerte, klimabewusste, moderne Stadt. Doch eine moderne Stadt erkennt die Realität des Klimawandels an. Sie weiß, dass Extremwetterlagen keine Ausnahme mehr sind, sondern Teil einer neuen Normalität. Sie weiß, dass Hitze tötet – und dass Prävention Leben rettet. Eine moderne Stadt sagt einen Lauf ab, wenn die Temperaturen lebensgefährlich werden. Eine moderne Stadt schützt ihre Bürgerinnen und Bürger, statt ihnen die Verantwortung für vorhersehbare Risiken zuzuschieben.
Deshalb braucht es heute einen klaren Appell: Dieser Stadtlauf hätte abgesagt werden müssen und niemand hindert die Rapp-Administration daran, dies noch im Laufe des Tages zu tun. Nicht teilweise, nicht halbherzig, nicht mit juristisch wackeligen Hinweisen auf Eigenverantwortung, sondern vollständig. Alles andere ist ein Spiel mit der Gesundheit der Menschen, die dieser Stadt vertrauen. Und Vertrauen ist ein Gut, das schneller verloren geht, als es wiederhergestellt werden kann.
Kirche und Gesellschaft haben für vieles Schutzheilige hervorgebracht. Für Fahrlässigkeit und Verantwortungslosigkeit gibt es keinen. Und eine Stadtverwaltung, die Risiken kennt, aber dennoch ignoriert, sollte sich nicht darauf verlassen, dass die Verantwortung am Ende bei den Bürgerinnen und Bürgern landet. Verantwortung bleibt dort, wo sie hingehört: bei denen, die Entscheidungen treffen.
Ravensburg – Wie eine Stadt ihre natürlichen Klimaanlagen verbaut
Ein Kommentar zur lokalen Klimapolitik im Lichte aktueller Forschungserkenntnisse
Ravensburg erlebt seit Jahren, was viele Städte in Deutschland trifft: Die Sommer werden heißer, die Hitzetage zahlreicher, die Nächte tropischer. Während Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler längst klar benennen, was Städte tun müssten, um ihre Bevölkerung zu schützen, geht Ravensburg vielerorts den entgegengesetzten Weg.
Ein aktueller Fachartikel zu Hitzeschutz in Städten zeigt, wie entscheidend Stadtgrün, Verschattung, Entsiegelung und vor allem Frischluftschneisen sind. Doch in Ravensburg werden genau diese natürlichen Klimaanlagen systematisch geschwächt.
1. Frischluftschneisen: In der Theorie unverzichtbar – in Ravensburg verbautFachleute betonen: Städte brauchen freie Luftleitbahnen, damit kühle Nachtluft aus den Hanglagen in die Innenstadt strömen kann. Ohne diese Schneisen staut sich Hitze, besonders in engen Altstädten wie Ravensburg.
Doch was passiert hier?
Kohlenberg: Bebauung statt Durchlüftung. Die Hanglage, die eigentlich kalte Luft ins Schussental führen könnte, wird weiter verdichtet.
Lumper Höhe: Verbauung mit hochgeschossigen Wohnkuben
Parkhochhaus beim Elisabethkrankenhaus: Ein massiver Baukörper an einer Stelle, an der die Stadt eigentlich eine Kaltluftschneise bräuchte.
Innenstadt: Statt ein „grünes Rückgrat“ zu schaffen, wie es es einst in den Visionen der Stadtspitze vorgesehen war, entsteht ein „Schwammmarkt“, der zwar technisch ambitioniert ist, aber weder wirklich Schatten spendet noch Luftströme ermöglicht.
Die Folge: Ravensburg verliert seine natürlichen Ventilatoren.
2. Thermische Masse: Warum der Kölner Dom kühl bleibtDer erwähnte Expertenartikel erklärt anschaulich: Gebäude mit hoher thermischer Masse (Stein, dicke Mauern) heizen sich langsamer auf. Leichte, moderne Bauten dagegen speichern Hitze und geben sie kaum weiter.
Was bedeutet das für Ravensburg?
Die Altstadt hätte eigentlich gute Voraussetzungen: viele massive Gebäude, enge Gassen, Schatten.
Doch die Stadt versiegelt Plätze, entfernt Bäume, baut Glas‑ und Betonflächen (Schwäbisch-Media), die Hitze reflektieren und verstärken.
Der neue Holzmarkt ist ein Beispiel: viel Stein, wenig Schatten, kaum Verdunstung.
Die Stadt baut sich ihre eigene Wärmekammer.
3. Stadtgrün: Was Experten fordern – und was Ravensburg tutMehr Bäume
Mehr Verschattung
Mehr Entsiegelung
Fassadenbegrünung
Kühle Orte für vulnerable Gruppen
Ravensburg dagegen:
Streichung von Grünpflege
Entfernung von Blumenbeeten
Rückbau von Spielplätzen
Reduzierung von Reinigungsintervallen
Kaum neue Bäume in der Innenstadt
Keine konsequente Fassadenbegrünung
Stattdessen: Prestigeprojekte, Pflasterflächen, technische Lösungen, die natürliche ersetzen sollen – aber nicht können.
4. Kälteplanung: Was das Gesetz verlangt – und was Ravensburg nicht liefertEs existiert eine EU‑Vorgabe: Städte über 45.000 Einwohner sollen künftig eine Kälteplanung vorlegen – also ein Konzept, wie sie ihre Bevölkerung bei zunehmender Hitze schützen.
Ravensburg ist eine Stadt (Metropole) mit 51 bis 52.000 Einwohner/innen:
Die Stadt wächst weiter.
Die Hitze nimmt zu.
Die Innenstadt ist dicht bebaut.
Die Zahl vulnerabler Gruppen steigt (ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Erkrankungen).
Eine expizite Kälteplanung wäre dringend nötig. Doch bisher gibt es:
Kein Hitzeaktionsplan
Keine definierten „Cool Spots“
Keine Schattenstrategie
Keine systematische Entsiegelung
Keine klare Baumoffensive
Keine Fernkälte, die technisch über das verlegte Fernwärmenetz der TWS möglich wäre
Die Expertinnen und Experten warnen:
Klimaanlagen verbrauchen viel Energie
Sie verschärfen die Klimakrise
Sie sind für viele Menschen unbezahlbar
Sie helfen nicht im öffentlichen Raum
Ravensburg kann sich nicht „herauskühlen“. Die Stadt muss sich herausbegrünen.
6. Was Ravensburg jetzt tun müsste – wissenschaftlich klar, politisch unbequemAus den Erkenntnissen der Fachleute lassen sich für Ravensburg fünf zentrale Aufgaben ableiten:
1. Frischluftschneisen schützen statt verbauenKeine weiteren Großbauten am Hang. Keine Verdichtung an Luftleitbahnen.
2. Massive EntsiegelungHolzmarkt, Marienplatz, Gespinstmarkt: Mehr Grün, weniger Stein.
3. Baumoffensive statt GrünabbauJeder gefällte Baum muss ersetzt werden – mindestens doppelt.
4. Schattenstrategie für die InnenstadtMarktplätze ohne Schatten sind im Jahr 2026 nicht mehr zeitgemäß.
5. Kälteplanung entwickelnRavensburg ist stolz auf seine Geschichte, seine Türme, seine Lage im Schussental. Doch genau dieses Tal wird zur Falle, wenn die Stadt ihre natürlichen Klimaanlagen weiter zerstört.
Die Wissenschaft ist eindeutig. Die Hitze kommt. Die Verantwortung liegt bei der Stadt.
Ravensburg braucht weniger Beton und mehr Atem. Weniger Prestige und mehr Schatten. Weniger Schwammmarkt – und mehr grünes Rückgrat.