Der "Verkaufsoffene Sonntag" und der "Matthäus-Effekt" / Ist auch die "TAFEL" am Sonntag verkaufsoffen?
Was wäre Ravensburg ohne die verkaufsoffenen Sonntage? Obwohl dies eine sogenannte Suggestivfrage zu sein scheint, finden Sie den Versuch einer Antwort am Schluss dieser Kolumne.
Am Ortseingang von Ravensburg, dort, wo die Stadt Weingarten wenige Meter zuvor endet, prangt ein riesengroßes Plakat mit der Fläche eines Zimmers, das sich so manche Menschen in Ravensburg für sich alleine wünschen, die aber diese 12 bis 15 Quadratmeter mit zwei oder sogar drei weiteren Personen teilen müssen.
Auf diesem Plakat - weitere dieser Art sind im Internet zu finden - sind zwei elegant gekleidete Ladies in hellen Kaschmir-Mänteln und strahlenden Gesichtern zu sehen, die offenbar unterwegs sind, ihr überschüssiges Geld unter die Kaufleute - vorrangig auf dem Marienplatz und in der Bachstraße - zu bringen. Die Herrenstraße wird vermutlich gemieden, respektive gibt es dort auf der "Todeszone" auch keines, das an jenem Tag geöffnet haben wird.
Denn mit dieser Mega-Outdoor-Broschüre (MOB) werben die Stadtverwaltung und das WiFo (Wirtschafts-Forum) Ravensburg für den am übernächsten Sonntag (8. November 2026) anstehenden "Verkaufsoffenen" –eingebettet in den traditionellen zweitägigen "Martini-Markt". Diese MOBs in ihrer speziellen Aufmachung sprechen für sich. Ob sich die Gestalter darüber wohl im Klaren sind?
Ganz offensichtlich sind die Adressat/innen des "Verkaufsoffenen Sonntags" die Immer-Fröhlichen, die Gutsituierten, deren Einkaufszettel ihr Scheckheft/Scheckkarte ist und deren Hände beim "ewigen Streicheln" der Lammfelle aufgrund überteuerter Cremes schwielenfrei sind.
Ganz im Gegensatz zu jenen, die nach einer Sechstagewoche nun auch noch am eigentlich freien "Sabbat" jene beraten und ihnen geduldig zuhören müssen, die danach zum größten Teil ohne Ware wieder gehen und zu Hause per Amazon-Klick den Mantel, die Schuhe und die Dessous für 30 Prozent billiger einkaufen. Und für die, die tatsächlich etwas kaufen ("Man gönnt sich ja sonst nichts") musst "du" dann auch noch an der Kasse stehen
Bei mir kommt die Frage auf, ob wohl auch die "TAFEL" an der oberen Herrenstraße an diesem Sonntag, den 8.11.2026, verkaufsoffen ist. Oder meinen die Verantwortlichen von Stadt & WiFo, dass sich diese Klientel unter die Ladies und Herrschaften mischt, um ihre dreimal umgedrehten Münzen dort auszugeben? Das wird wohl kaum der Fall sein - und überhaupt: "Das Einkaufen in der Tafel Ravensburg ist pro Kund/in einmal (1) pro Woche möglich. Der Einkaufstag wird in der Tafel festgelegt und dokumentiert." Warum also noch am Sonntag!?
Ach ja - auf der Website der Stadt Ravensburg heißt es schon fast süffisant und leicht diskriminierend: "Die "Tafel Ravensburg" ist ein Lebensmittelgeschäft, in dem sozial Bedürftige für wenig Geld qualitativ einwandfreie Lebensmittel kaufen können. Die Lebensmittel werden von Geschäften oder Herstellern gespendet, wenn sie dort im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können."
Und was wäre nun Ravensburg ohne den/die verkaufsoffenen Sonntag/e? Die Antwort fällt ein wenig länger aus und sie ist auch nicht schwarz oder weiß:
a) "Auch Befragungen über die Effekte vergangener verkaufsoffener Sonntage zeigten kaum Umsatzsteigerungen, heißt es bei Verdi. „Wenn die Läden sonntags geöffnet sind, sinkt meist der Umsatz in denselben Läden in der darauffolgenden Woche“, erklärt die Gewerkschaft. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hingegen betont, verkaufsoffene Sonntage seien wichtig, „um unsere Innenstädte attraktiv und lebendig zu halten“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Im Eventcharakter der verkaufsoffenen Sonntage sieht auch Hottenrott eine Möglichkeit, denn es könnte [Konjunktiv] dadurch möglicherweise zu vermehrten Besuchen in Geschäften kommen. „Es wäre [dito] eine Chance, gegen den Onlinehandel konkurrenzfähig zu sein“, sagt die Forscherin." - Wirtschaftswoche
b) Der Matthäus-Effekt. Er leitet sich von einem biblischen Wort ab und wurde im Rahmen der Soziologie entwickelt. Im Matthäus-Evangelium heißt es: „Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“ Modern ausgedrückt könnte es heißen: „Es regnet immer dorthin, wo es schon nass ist“ - oder: „Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu“. Mit anderen Worten und auf das Thema hier bezogen: Beim verkaufsoffenen Sonntag gibt es Profiteure (wenn auch nur im leichten Maße) wie Geschäftsleute und Kapital-Kunden, und es gibt Verlierer, wie Angestellte und deren Familien und Menschen die froh sind, wenn sie überhaupt einmal in der Woche einkaufen gehen könnten.
c) Ravensburg ohne den verkaufsoffenen Sonntag wäre auf jeden Fall ein sozialeres Ravensburg.
Die Misere in der Ravensburger Herrenstraße 👉 "Spiel' mit das Lied vom Tod" - Mitkomponiert von der Stadtverwaltung?
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Die hiesige Lokalzeitung berichtet erneut über die Ravensburger Herrenstraße - und wie üblich beginnt man/frau mit einem beruhigenden Satz, der die Lage der Innenstadt als sinngemäß hervorragend beschreibt, bevor der eigentliche Befund nachgereicht wird. Oder gehört die "Herrenstraße", um die es im Folgenden geht, nicht mehr zur City. So könnte es auch interpretiert werden.
Und die Realität ist nicht nur deutlich, sie ist juristisch wie wirtschaftlich präzise beschreibbar: Die Herrenstraße ist strukturell geschädigt worden, und zwar längst nicht allein durch höhere Mächte, sondern durch eine Abfolge kommunaler Entscheidungen, deren Folgen man nun als einen Wandel der Struktur (Pressesprecher der Stadt) etikettiert, um Verantwortlichkeit zu verwischen.

"Show me the way to Herrenstraße." - Stef-Art 2026
Die betroffenen Händler berichten seit Jahren von sinkender Frequenz. Das Wirtschaftsforum bestätigt dies, und die hiesige Presse gibt es weiter. Doch die entscheidende Frage wird nicht gestellt: Warum wurden die vielen Mobilitätseinschränkungen über Monate und Jahr(e) nicht vermieden? Warum wurde die Herrenstraße nach Corona (die höhere Macht) für den Autoverkehr gesperrt, obwohl gerade in dieser Phase jeder zusätzliche Hemmschuh für den Einzelhandel existenzgefährdend war?
Warum wurde die Fernwärme-Baustelle über ein Jahr hinweg durchgezogen, obwohl die Stadt wusste, dass die Händler bereits durch die Pandemie stark geschwächt waren? Warum wurde das Parkhaus "Rauenegg" mehrfach für Monate geschlossen, obwohl die Umsätze der Geschäfte nachweislich direkt an die Erreichbarkeit gekoppelt sind? Die Antwort der Stadtverwaltung lautet, es wäre alternativlos gewesen. Das ist eine Behauptung, keine Begründung. Es ist einfach so dahergesagt, ohne es konkret zu untermauern. Die EU-Förderung habe Fristen gesetzt, die Bauarbeiten seien vergeben gewesen, man habe das nicht stoppen können. Doch auch das ist nur eine Behauptung, die kein Bürger nachprüfen kann.
Fördermittel sind kein Naturgesetz, das den Handlungsspielraum der Kommune abschafft. Sie sind ein Instrument, das verantwortungsvoll eingesetzt werden muss. Wenn Förderungen vor dem Wohl der Bürger stehen – vor dem Wohl der Geschäftsleute, die durch Mindereinnahmen in die Knie gezwungen werden –, dann ist das kein Sachzwang, sondern eine Prioritätensetzung. Und diese Prioritätensetzung ist typisch für Ravensburg: erst die Verwaltung, dann die Infrastruktur, dann die Förderlogik (siehe auch "Schussenpark" und die "Brücke über ...") – und ganz am Ende der Mensch, der sein Geschäft schließt oder nur unter großen Schmerzen und Verzicht weiterführen kann.
An dieser Stelle sei ausdrücklich bemerkt: Nicht nur die Geschäfte in der Herrenstraße, sondern auch die angrenzende Kirchstraße – man denke an das ehemalige RIVA – waren und sind durch die städtischen Bauarbeiten und die der TWS betroffen/betroffen gewesen. Die Frage, die sich mir zwingend stellt und die juristisch nicht einfach beiseite gewischt werden kann, lautet: Haben die Geschäftsleute von der Stadt adäquate Entschädigungen für ihre teilweise hohen Verluste erhalten? Wurden Härtefallregelungen geprüft? Wurden Ausgleichszahlungen gewährt, die eine Geschäftsschließung obsolet gemacht hätten? Wenn nicht, dann ist die Rede vom Strukturwandel eine rhetorische Nebelkerze, die das eigentliche Problem verdeckt: ein kommunales Versagen im Umgang mit den eigenen Gewerbetreibenden.
Die Händler der Herrenstraße singen offen das "Lied vom Tod", das die Verwaltung vielleicht nicht hören will, das sie meines Erachtens aber selbst mit komponiert hat. Die Laufkundschaft ist weg. Die Randlagen verlieren weiter an Bedeutung. Die Kunden kommen eher zufällig in die Geschäfte. Das ist kein Strukturwandel, das ist ein städtisch verursachter Frequenzentzug. Und wenn die Verwaltung nun erklärt, Einkaufsstraßen würden sich zu Mischräumen wandeln, dann ist das eine nachträgliche Schönfärbung eines Schadens, den man/frau selbst mitverursacht hat (siehe oben).
Es ist bemerkenswert, wie schnell man/frau das Wort Strukturwandel zur Hand hat, wenn man/frau die Verantwortung für konkrete Fehlentscheidungen vermeiden möchte. Ebenso bemerkenswert ist der Hinweis auf fehlende Nachfolger und Fachkräftemangel – ein Argument, das in Ravensburg offenbar immer dann bemüht wird, wenn man/frau erklären möchte, warum Geschäfte am Marienplatz und in der Bachstraße und am Gespinstmarkt und andere Häuser weiterhin existieren, während kleinere Betriebe schließen müssen. Die Ironie liegt offen zutage.
Die Parkkosten sind ein weiteres Beispiel für eine Politik, die sich gegen die Bedürfnisse der Betroffenen richtet. Drei Euro für eine Stunde Parken sind viel, und die Händler sagen es deutlich. Vermutungen werden aus der Herrenstraße geäußert, dass dies beabsichtigt sei, um die Kunden in die Parkhäuser zu lenken. Doch wenn das Parkhaus "Rauenegg" gleichzeitig monatelang geschlossen ist, dann wäre eine solche Entscheidung nicht nur widersprüchlich, sondern rechtslogisch fragwürdig. Eine Maßnahme, die ihren eigenen Zweck durch andere Maßnahmen konterkariert, ist kein Konzept, sondern ein Verwaltungsfehler.
Die Vorschläge der Händler – eine freie erste Parkstunde, Veranstaltungen wie „Brot und Wein“ in der Herrenstraße, eine Charme-Offensive – zeigen, dass die Betroffenen bereit wären, konstruktiv mitzuwirken. Doch die Frage bleibt: Hat sich das Wirtschaftsforum für Entschädigungen eingesetzt? Hat die Stadt die Händler aktiv unterstützt, statt sie nachträglich - wo das Kind schon im Brunnen ertrunken ist - mit eigenen Imagekampagnen abzuspeisen? Die Verwaltung erklärt, dass man/Frau Straßen nicht gesondert, sondern im Zusammenhang mit der gesamten Innenstadt betrachtet. Das klingt nach planerischer Weitsicht, ist aber in Wahrheit ein bequemes Argument, um die spezifischen Schäden einzelner Quartiere nicht einzeln bewerten zu müssen. Wenn man/frau alles im Zusammenhang betrachtet, muss man/frau für nichts im Einzelnen Verantwortung übernehmen. Auch das ist typisch.
Die Stadt verweist auf kostenlosen ÖPNV an Samstagen, auf Klimaresilienz, auf Veranstaltungen. Abgesehen davon, dass das Klima in und um Ravensburg durch Untätigkeit der Verwaltung mehr und mehr vulnerabel wird, sind all diese Maßnahmen von allgemeiner Natur. Sie lösen nicht das konkrete Problem der Herrenstraße. Sie ersetzen nicht die verlorene Frequenz. Sie ersetzen nicht die fehlenden Entschädigungen. Sie ersetzen nicht die Versäumnisse der Bauplanung. Und sie ersetzen nicht die Verantwortung der Stadtspitze, die diese Entwicklungen zugelassen hat.
Die Misere der Herrenstraße ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis einer kommunalen Politik, die die Belastungsgrenzen des Einzelhandels ignoriert hat. Wer die "Straße nach Corona" auch noch sperrt, eine Fernwärme-Baustelle über ein Jahr durchzieht, ein Parkhaus mehrfach schließt und gleichzeitig die Parkkosten erhöht, darf sich nicht wundern, wenn die Lage tot ist. Die Händler haben gekämpft. Die Stadt hat verwaltet. Das Ergebnis ist sichtbar.
Und es ist Zeit, dass es auch ausgesprochen wird – ohne Beschwichtigungsfloskeln, ohne Strukturwandelrhetorik, ohne die übliche Ravensburger Selbstzufriedenheit.
"Herr der Lage? - Die drei Türme." --- Bahnhof Ravensburg
Die hiesige Lokalzeitung (SZ) berichtet, dass es am Ravensburger Bahnhof mal wieder ne Schlägerei gegeben hat. Auf dem nicht gerade kleinen Vorplatzgelände der Bahnstation an der Schussen stehen drei Kameratürme wie eiserne Mahner einer Sicherheitsarchitektur, die sich selbst vermutlich irgendwie überschätzt.
Seit 2025 sollen sie den Bahnhofsvorplatz überwachen, beruhigen, ordnen – und doch bittet die Polizei (so die SZ) nun wieder um Zeugen, als wäre nichts davon real. Teilweise wurde das Geschehen von den drei Türmen aufgenommen (dito). Das heißt im Klartext: Die Kameras sehen viel, aber in diesem Fall nicht das Entscheidende. Sie liefern Ausschnitte, Fragmente, technische Versprechen ohne soziale Wirkung. Die Stadt hat sich die Illusion gekauft, man könne Konflikte durch Optik lösen und durch Türme, die "alles" beobachten und doch nichts verhindern. Die Gewalt aber bleibt ein analoges Phänomen – sie entsteht im Zwischenraum, im Milieu, im Alkohol, in der Gruppendynamik – und nicht im Schatten eines fehlenden Pixels.
Einer der "Schläger", ein 21‑jähriger Mann mit 1,5 Promille (dito) ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom. Alkohol ist der große Gleichmacher der Bahnhofsszenen: Er macht Fremde zu Gegnern, Nebensächlichkeiten zu Auslösern, den öffentlichen Raum zu einer Bühne spontaner Eskalation. Die Kameras dokumentieren das, nur: Sie greifen nicht ein, sie sprechen nicht, sie deeskalieren nicht. Sie sind stille Zeugen, die später vielleicht helfen, aber im Moment des Geschehens keinerlei Präsenz ersetzen. Die Stadt hat ein technisches Pflaster auf eine soziale Wunde geklebt und wundert sich nun, dass die Wunde weiter blutet.
Dass die Polizei trotz Überwachung und trotz Präsenz im Stadtgebiet öffentlich um Zeugen bittet (SZ), ist der dritte Hinweis darauf, dass das System nicht trägt. Wer Zeugen sucht, hat keine vollständige Geschichte. Wer Zeugen sucht, weiß, dass die Kameras nicht reichen. Wer Zeugen sucht, weiß, dass Prävention vermutlich nicht stattgefunden hat. Es ist die stille Anerkennung eines reaktiven Sicherheitsmodells, das erst kommt, wenn alles schon passiert ist.
Die Kameratürme stehen da wie Monumente eines politischen Willens, der sich selbst feiert – und gleichzeitig wie Mahnmale dafür, dass Kontrolle ohne Nähe nichts bewirkt. Ravensburg hat ein Sicherheitsproblem, das nicht durch Technik gelöst wird, sondern durch Präsenz, Milieuarbeit und den Mut, die Ursachen statt die Bilder zu bekämpfen.
Ich frage mich, ob es für den Bahnhofsbereich eigentlich einen und/oder eine von der Stadt angestellte Streetworkerin gibt, die "Ecken" und "Winkel" "ausleuchten", wo Linsen aus Glas nicht hinschauen?
"Nie war sie so schlecht und unappetitlich wie heute!" - Kommentar zur "schwäbischen" Karikatur am aktuellen Wochenende ...
Die durch die Schwäbische Zeitung (SZ) am aktuellen Wochenende veröffentlichte Karikatur zum Streit um den Weingartner Blutaltar zeigt vor allem eines: wie sehr diese Zeitung inzwischen bereit ist, jede Grenze des Geschmacks zu überschreiten, wenn sich damit ein lokaler Dauerbrenner weiter anheizen und die Auflage zumindest punktuell erhöhen lässt. Und das ist auch nicht das erste Mal.
Dass der auf der Karikatur abgebildete "Man in black" der in Weingarten lebende Katholik MdB Axel Müller sein soll, "erkennt" wohl niemand, sondern ist nur zu erahnen. Es könnte jeder x-beliebige hochgewachsene Anzugträger aus Weingarten sein, vielleicht sogar einer der über 3.000 meist anonymen Blutreiter. Davon abgesehen: Ein Mediator, als der Müller fungiert, ist der Allparteilichkeit verpflichtet, auf Versöhnung aus und als Vermittler tätig. Der auf den Altar und den sowieso bereits Gekreuzigten niedergehende Hammer zeichnet - trotz aller versuchten Satire - ein "Basta" statt Befriedung und symbolisiert die fehlende Sensibilität des "Künstlers".
Die eigentliche Zumutung dieser Zeichnung liegt woanders: Die innenliegende Reliquie des Altars in der Weingartner Basilika enthält einen Tropfen Blut des gekreuzigten Jesus. Das glaubt jedenfalls das gläubige katholische Volk. Ob es sich tatsächlich so verhält, sei einmal dahingestellt. Doch für die genannten Katholiken aus Weingarten, Oberschwaben und darüber hinaus ist es ein Faktum und die Reliquie ein Gegenstand allerhöchster Verehrung. Eine Karikatur im Stil, den der Zeichner ihr verpasst, die diesen Kontext ignoriert und ins Lächerliche zieht, ist nicht nur deplatziert, sondern auch respektlos. Es ist für die Gläubigen ein Sakrileg (Tempelraub, Gotteslästerung) im ursprünglichen Sinne. Und das übrigens für Unterzeichner/innen der Petition zum "Erhalt des Alten" und Zehntausender Nichtunterzeichner/innen!
Ich war selbst von 1951 bis 1979 gläubiges Mitglied der römischen Kirche und weiß, wie tief solche Symbole in der religiösen katholischen Seele verankert sind. Auch wenn ich heute bezüglich eines solchen "corpus delicti" anders denke, versuche ich doch empathisch mit Befürwortern und Gegnern der geplanten Veränderung umzugehen. Gerade deshalb empfinde ich diese „Karikatur“ als Fehlgriff. Und das gleich im doppelten Sinne. Denn die SZ hat den Altarstreit inzwischen zu einem publizistischen Marathon gemacht: Artikel, "unzählige" Leserbriefe, ständige Petitionserwähnungen - und nun auch dieses Bild. Aus den beiden ursprünglich zwei (2) Gegnern eines neuen Altars wurden durch diese "Werbekampagne" über 5.000 Gegnerinnen und Gegner auf der Protestskala – eine Art säkulare Brotvermehrung, die sich mancher Bürger für ein durch ihn vertretenes politisches Anliegen wünschen würde.
Seit Wochen frage ich mich, wie leer die Seiten der SZ wohl wären, wenn sie diese klerikale Angelegenheit nicht mit solcher Inbrunst medial verweltlicht und damit versilbert hätte. Das ist die eigentliche traurige Pointe: Nicht nur die deplatzierte Karikatur ist das Problem, sondern auch die mediale Maschine dahinter, die sie selbstverständlich rechtfertigt und gegen jeden Missbrauch verteidigt.
"Ravensburg mit Aussicht" - Satire mit Basisfakten und nachvollziehbaren Rückschlüssen / "Die Ravensburger Zukunft wird der Vergangenheit ähneln, solange die Gegenwart schweigt"!
Liebe Leserinnen und Leser,
stellen Sie sich vor, es gäbe ein Computerprogramm namens „Ravensburger Intelligenz“ (Rav-I). Ein Programm, das wir nicht nur mit den einschlägigen SZ‑Artikeln und den offiziellen Verlautbarungen der Stadtverwaltung und überregionalen Informationen "füttern" könnten, sondern auch mit dem, was wir alle längst wissen: die ständigen Konzeptwechsel, die chronische Bürgerferne, die Sparmaßnahmen an Stellen, die niemandem wehtun sollten, und die Investitionen an Stellen, die niemand versteht. Damit sind vor allem die Bau- und Sanierungsprojekte sowie andere unverständliche Dinge in und um Ravensburg gemeint.
Rav-I wäre also eine Art digitaler Spiegel, der uns zeigt, was die Stadt (und darüber hinaus in der Republik) in der zurückliegenden Dekade getan hat — und was sie in den kommenden zehn Jahren wahrscheinlich wieder tun wird, weil sie es seit Jahren tut. Allerdings – auch Rav-I kann – wie auch die KI – Fehler machen.

1. Die OSH – das Dauerprojekt ohne Bürgerstimme
RI erkennt: Die Stadt hat über Monate hinweg immer wieder, permanent und fast schon impertinent ein Konzept präsentiert, aber nie echte Bürgerbeteiligung zugelassen. Die Petition mit mittlerweile 750 Unterschriften (und das ohne "Werbung" der SZ wie im Falle des Weingartner-Altars) wurde ignoriert. Die SZ hat weder die Bürger-Kritik noch die Petition aufgegriffen. Die Verwaltung hat weitergemacht wie immer.
RI berechnet daraus:
2. Das Kornhaus – das Denkmal der städtischen Selbstüberschätzung„Die OSH wird auch in Zukunft nicht das (bleiben), was die Bürger wollen, sondern das, was die Verwaltung gerade opportun findet.“ Tja, wenn da nicht das Angstwort "Demokratie" wäre, steht da auf dem Ausgedruckten, was bedeutet: Es kann auch anders kommen!
Rav-I erkennt: Die Stadt hat ein Gebäude, das seit Jahren Kosten verursacht, aber keine klare Vision hat. Die SZ berichtet über „Chancen“, die Bürger sehen „Kosten“. Die Verwaltung sieht „Potenzial“, das Budget sieht „Schmerzen“.
Rav-I berechnet:
3. Der Winterdienst – das jährliche Überraschungsei„Das Kornhaus bleibt ein Projekt, das mehr Geld verschlingt als es Ideen hervorbringt.“
Rav-I erkennt: Jedes Jahr dieselbe Überraschung: Der Winter kommt, die Stadt ist überrascht. Die Bürger rutschen, die Verwaltung erklärt. Die SZ schreibt über „Herausforderungen“.
Rav-I berechnet:
4. Die Sparmaßnahmen – das stille Drama der kleinen Dinge„Der Winterdienst bleibt ein Ritual der Improvisation.“
Rav-I erkennt: Hundekotbeutel weg. Blumenkübel weg. Beete weg. Pflege weg. Begründungen wechseln. Transparenz fehlt.
Rav-I berechnet:
5. Die SZ – das atmosphärische Sprachrohr„Die Stadt spart weiterhin dort, wo es symbolisch ist — und investiert dort, wo es teuer ist.“
Rav-I erkennt: Die SZ berichtet zuverlässig das, was die Verwaltung sagt. Sie berichtet selten über das, was die Bürger sagen. Sie berichtet nie darüber, was die Bürger fühlen.
Rav-I berechnet:
Was Rav-I für die Dekade bis 2037 prognostiziert – jetzt korrekt, konkret, lebendig„Die SZ bleibt ein Medium, das Nähe zur Verwaltung pflegt und Distanz zu Bürgern.“
Rav-I arbeitet nicht mit Phantasie, sondern mit Mustern, die sich in Ravensburg seit Jahren wiederholen. Und diese Muster sind so stabil, dass RI daraus eine erstaunlich präzise Zukunftsprognose erstellen kann.
Rav-I würde mit 99,8 % Wahrscheinlichkeit vorhersagen, dass in den kommenden zehn Jahren mindestens 27 große Bau- und Sanierungsprojekte angekündigt werden, die zunächst „kosteneffizient“, „bürgernah“ und „alternativlos“ sind.
Nach sechs Monaten würden die Kosten steigen. Nach einem Jahr wären sie um 50 Prozent gestiegen. Nach zwei Jahren wären sie doppelt so hoch und die SZ würde schreiben: „Die Stadt hat das Projekt erfolgreich gestemmt.“
Rav-I würde dazu ausgeben:
1. Die OSH wird mindestens fünf weitere Konzeptwechsel erleben„Ravensburger Methode bestätigt.“
Nicht erfunden — sondern logisch. Rav-I prognostiziert:
neue Nutzungsideen,
neue „alternativlose“ Entscheidungen,
neue Kostensteigerungen,
neue Kommunikationsstrategien,
weiterhin keine echte Bürgerbeteiligung.
- Die OSH bleibt ein Projekt, das sich selbst erklärt — aber nie den Bürgern.
Rav-I prognostiziert:
weitere Sanierungsphasen,
weitere Kostensteigerungen,
weitere „Potenzialberichte“,
weiterhin keine klare Nutzung.
- Das Kornhaus bleibt ein Denkmal der städtischen Unentschlossenheit.
Rav-I prognostiziert:
neue Überraschungen,
neue Erklärungen,
neue „Herausforderungen“,
weiterhin keine nachhaltige Lösung.
- Der Winterdienst bleibt ein Ritual, das sich jährlich wiederholt — wie ein schlecht geprobtes Theaterstück.
Rav-I prognostiziert:
weitere symbolische Einsparungen,
weitere Kürzungen bei Pflege und Grün,
weitere Erklärungen, die nicht überzeugen,
weiterhin Investitionen in teure Prestigeprojekte.
- Die Stadt spart dort, wo es sichtbar ist — und investiert dort, wo es teuer ist.
5. Die SZ bleibt atmosphärisch nah an der Verwaltung
Rav-I prognostiziert:
weiterhin harmonische Berichterstattung,
weiterhin wenig kritische Distanz,
weiterhin wenig Bürgernähe.
- Die SZ bleibt ein Medium, das die Verwaltung versteht — aber nicht die Bürger.
6. Die Klimapolitik bleibt widersprüchlich
Rav-I prognostiziert:
neue Klimaversprechen,
neue Baumfällungen,
neue Grünflächenverluste,
neue Erklärungen,
weiterhin wenig echte Umsetzung.
- Die Klimapolitik bleibt ein rhetorisches Projekt — kein praktisches.
Rav-I prognostiziert:
neue digitale Beteiligungsformate,
neue reale Distanz,
neue Kommunikationskampagnen,
weiterhin wenig echte Nähe.
- Die Bürgernähe bleibt ein Wort, das die Stadt gerne benutzt — aber selten lebt.
Das Fazit der Rav-I
„Ravensburg 2027–2037: Die Zukunft wird der Vergangenheit ähneln, solange die Gegenwart schweigt und die Verwaltung glaubt, dass das Wort "Bürgernähe" allein schon Atmosphäre schafft.“
Und:
"Die Ravensburger Zukunft wird der Vergangenheit ähneln, sofern niemand die Gegenwart verändert.“
Und:
"Es wäre nicht gerade überraschend, wenn auch in Ravensburg das Ventil platzt und heftige Proteste sich auf die Straße verlagern. Die Politik provoziert es geradezu."
Oberschwaben erhält ein neues KFZ-Kennzeichen (Satire) ~|~ Wahrheit oder Methode? (Null Satire)
Ausdrücklich: Der Artikel enthält auch Satire! und siehe Anhang *)
Seit die südwestdeutschen Städte und Gemeinden Wangen, Sigmaringen, Tettnang und Bad Saulgau ihre Altkennzeichen zurückerobert haben, scheint in Oberschwaben ein neues Hobby ausgebrochen zu sein: die Gebietsreform von 1968 bis 1975 rückgängig zu machen – zumindest optisch. Kaum ein Rathaus, das nicht plötzlich nostalgisch wird und meint, man/frau könne kommunale Identität mit ein paar Buchstaben auf Blech wiederherstellen. Und bevor ein sportaffiner Ravensburger Stadtrat auf die Idee kommt, das Kennzeichen „RVS“ zu beantragen, waren andere Bürgerinnen und Bürger Oberschwabens schneller.
Ab dem 2. November 2026 soll vom Landratsamt Ravensburg nämlich ein neues Kulturgut-Kennzeichen zugelassen werden: „OSH – RV – XXX H“. Analog zum H-Kennzeichen in Deutschland, das für Fahrzeuge vergeben wird, die als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ anerkannt sind, gilt das "H" in diesem Fall der Oberschwabenhalle (OSH) in Ravensburg als Kulturgut für diverse Veranstaltungsarten – ein Ort, der seit 1959 alles war: Konzertsaal, Messeplatz, Treffpunkt, Kirche, Bühne, Marktplatz der Vielfalt, Mädels- Flohmärkte in geschütztem Raum und Personalversammlungen. Ein Ort, der gerade deshalb zum Kulturgut wurde, weil er nie nur einer einzigen Interessengruppe gehörte. Wer sich also für den Erhalt dieser Halle als vielfältigen Veranstaltungsort einsetzt, darf das Kennzeichen beantragen – egal ob aus welchem Ort Oberschwabens auch immer.
Die Zahl „740“ steht exemplarisch für die aktuelle Zahl der Unterschriften unter der entsprechenden Petition. Sie kann frei gewählt werden oder wird fortlaufend von der Behörde vergeben. "OSH" und "RV" sind feststehend. 740 Gegner/innen stehe gegen die "sportliche" aber undemokratische Umwandlung der Oberschwabenhalle.
Und mit diesem Kennzeichen durchs Ländle zu fahren bedeutet: ein kleiner, aber feiner Hinweis darauf, wie der Lenker des PKW, SUV, LKW und Motorrads über die Zukunft der OSH denkt – im Gegensatz zu jenen knapp über hundert Besucherinnen und Besuchern, die zur städtischen Infoveranstaltung über die Zukunft der Halle als Sportstätte kamen. Dort zeigte sich, wie schmal die Basis jener Partikularinteressen ist, die die OSH am liebsten in eine reine Sporthalle verwandeln würden. Es war - wie auch von mir befürchtet - keine Versammlung, in der den Bürgern etwas vorgeschlagen wurde, das von ihnen anschließend hätte auch abgelehnt werden dürfen!
So wird das Kennzeichen zum satirischen Wahrheitsbeweis und Bekenntnis zur Demokratie, welche diesen Namen auch verdient hätte: Wer Vielfalt will, fährt „OSH“. Wer nur Sport will, fährt weiterhin einfach „RV“.
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*) Anmerkung (keine Satire)
Anfragen bei zwei Sportvereinen bezüglich zukünftiger Großveranstaltungen im Sommer ergaben:
a) TSB: keine Reaktion, keine Antwort
b) KJC: „Der TSB und das KJC kamen auf die Stadt zu und wollten größere Veranstaltungen ausrichten." (Anna Wiech, Stadträtin der Grünen und Landtagsabgeordnete) - "Der Verein ist nicht auf die Stadt zugegangen mit dem Anliegen, größere Veranstaltungen auszurichten." (Vertreter des KJC) - Aus einem Schriftverkehr, der dem Blogger vorliegt. Daraus ist für mich zu entnehmen, dass der KJC auf die OSH als Riesensporthalle nicht angewiesen ist.
- c) Dem Blogger ist bekannt, dass es zwischen der Stadtverwaltung und den Schulen bezüglich der Umwandlung der OSH in eine Sporthalle mehrere Gespräche gab. Allerdings blieben die ergebnislos.
Welternährungstag & Internationaler Tag zur Beseitigung der Armut – wie eng Hunger, Armut und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verwoben sind!
Am 16. und am 17. Oktober 2026 stehen zwei globale Gedenktage im Kalender, die uns daran erinnern, wie fragil die Grundlagen eines menschenwürdigen Lebens sind: Ernährungssicherheit und Armutsbekämpfung. Beide Themen sind nicht nur internationale Herausforderungen – sie betreffen auch Europa und Deutschland unmittelbar.
Welternährungstag – 16. Oktober„Heute innovativ handeln. Morgen besser ernähren.“Der Welternährungstag, getragen von der FAO, macht deutlich: Die Welt produziert genug Nahrung, doch sie verteilt sie nicht gerecht und sie verschwendet zu viel davon.
Die globale Lage – harte Fakten735 Millionen Menschen leiden unter chronischem Hunger.
2,4 Milliarden Menschen haben keinen regelmäßigen Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln.
30 % der weltweit produzierten Lebensmittel landen im Müll.
Der Klimawandel gefährdet laut IPCC bis zu 50 % der Agrarflächen durch Extremwetter, Bodenerosion und Wasserknappheit.
Diese Zahlen zeigen: Hunger ist kein Naturereignis, sondern menschengemacht.
Lebensmittelrettung – ein notwendiger Teil der LösungEin oft übersehener Aspekt der Ernährungssicherheit ist die Lebensmittelverschwendung in reichen Ländern. In Deutschland werden jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen – ein Drittel davon wäre problemlos essbar.
Containern – ein gesellschaftlich unterschätzter BeitragDas sogenannte Containern (Lebensmittelrettung aus Abfallcontainern von Supermärkten) wird in Deutschland noch immer rechtlich problematisiert und gesellschaftlich stigmatisiert. Dabei ist es in vielen Ländern längst entkriminalisiert oder sogar als gemeinnützige Handlung anerkannt.
Containern bedeutet:
essbare Lebensmittel vor der Vernichtung retten
Ressourcen schützen
ein Zeichen gegen Verschwendung setzen
Armut sichtbar machen
Es ist paradox: Während Millionen hungern, werden Menschen kriminalisiert, die weggeworfene Lebensmittel retten. Eine moderne Gesellschaft sollte diese Praxis entstigmatisieren, nicht bestrafen.
Die Tafeln – ein Symptom, kein DauerzustandDie Tafeln leisten Großartiges: Sie versorgen über 2 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig mit Lebensmitteln. Doch ihr Erfolg ist ein Hinweis auf ein strukturelles Problem.
Warum es die Tafeln 2030 eigentlich nicht mehr geben dürfteWeil ein Sozialstaat sicherstellen sollte, dass niemand auf ehrenamtliche Lebensmittelhilfe angewiesen ist.
Weil Armut nicht durch Spenden, sondern durch gerechte Löhne, bezahlbaren Wohnraum und stabile soziale Sicherungssysteme bekämpft wird.
Weil Lebensmittelüberschüsse systematisch in die Versorgungskette integriert werden könnten – statt auf freiwillige Initiativen angewiesen zu sein.
Weil die Tafeln selbst warnen: Sie sind überlastet, überfüllt und zunehmend am Limit.
Eine Gesellschaft, die sich als wohlhabend versteht, sollte Strukturen schaffen, die die Tafeln überflüssig machen – nicht unverzichtbar.
Internationaler Tag zur Beseitigung der Armut – 17. OktoberArmut ist strukturell – und sie wächst
Armut bedeutet nicht nur fehlendes Geld. Sie bedeutet fehlende Chancen, fehlende Teilhabe und fehlende Sicherheit.
Die globale und nationale LageFast 10 % der Weltbevölkerung lebt in extremer Armut.
Über 1,1 Milliarden Menschen haben keinen angemessenen Wohnraum.
600 Millionen Menschen können sich keine Gesundheitsversorgung leisten.
In Deutschland leben über 14 Millionen Menschen in relativer Armut – Tendenz steigend.
Armut und Hunger sind zwei Seiten derselben Medaille. Wer arm ist, kann sich oft keine gesunde Ernährung leisten. Wer hungert, verliert Gesundheit, Bildungschancen und Arbeitsfähigkeit – ein Teufelskreis.
Aussichten – was möglich wäreDie UN haben mit den Sustainable Development Goals (SDGs) klare Ziele formuliert:
SDG 1: Keine Armut
SDG 2: Kein Hunger
Doch die Welt ist davon weit entfernt. Die UN warnen, dass beide Ziele bis 2030 nicht erreichbar sind, wenn nicht massiv investiert und politisch umgesteuert wird.
Dennoch gibt es HoffnungImmer mehr Länder setzen auf nachhaltige Landwirtschaft.
Digitale Technologien unterstützen Kleinbauern weltweit.
Lebensmittelrettung wird gesellschaftlich sichtbarer und politisch diskutiert.
Initiativen gegen Armut wachsen – lokal wie global.
Die beiden Gedenktage zeigen: Ernährungssicherheit und Armutsbekämpfung sind keine getrennten Themen. Sie sind miteinander verwoben, politisch, sozial und moralisch.
Containern und Tafeln sind keine Randphänomene, sondern Spiegel einer Gesellschaft, die ihre Ressourcen falsch verteilt. Eine moderne, gerechte Welt müsste beides überflüssig machen – durch faire Löhne, nachhaltige Landwirtschaft, soziale Sicherheit und eine Kultur, die Lebensmittel als wertvoll begreift.
Bewusst essen. Weniger verschwenden. Armut sichtbar machen. Politische Verantwortung einfordern. Das sind Schritte, die nicht nur den Welternährungstag ehren – sondern die Zukunft. Auch in Ravensburg.
OBERSCHWABENHALLE: "Vergiss' mein nicht!" Offener Brief an den Ravensburger Gemeinderat ...
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Immer noch geistert in Ravensburg - und leider auch weit darüber hinaus (Einzugsgebiet des Corpus Delicti) - das Narrativ, dass die "Oberschwabenhalle zur Sporthalle wird". Auch jüngst wieder in einem Artikel der hiesigen Lokalgazette wird dies thematisiert. Dabei ist hier das letzte Wort noch gar nicht gesprochen. Zum einen hat die Ravensburger Stadtverwaltung mit einem circulus vitiosus die Petition gegen diese Umwandlung auf undemokratische Weise und mit unzulässiger Argumentation abgelehnt, und zum anderen ist diese Eingabe noch beim Landtag Baden-Württemberg anhängig und nicht entschieden. Nicht zu vergessen, dass die Petition auch online gestellt wurde und dort mittlerweile 738 Unterschriften vorweisen kann. Deshalb sah ich mich veranlasst, den folgenden "Offenen Brief" an den Ravensburger Gemeinderat zu schreiben.
Stefan Weinert Ravensburg, 15. Oktober 2026
Untere Burachstraße 94
88212 Ravensburg
Oberschwabenhalle: „Vergiss’ mein nicht!“ - Offener Brief an den Ravensburger Gemeinderat
Sehr geehrte Damen und Herren des Ravensburger Gemeinderats,
wer behauptet – ausdrücklich oder implizit –, die Umwandlung der Oberschwabenhalle (OSH) in eine Sporthalle liege im „öffentlichen Interesse“, greift meines Erachtens zu kurz. Was tatsächlich von öffentlichem Interesse ist, ist die künftige Funktion der OSH. Genau dazu wurde die Öffentlichkeit jedoch nicht befragt respektive mit einbezogen.
Die Verlautbarungen aus Ihren Fraktionen und der Stadtspitze suggerieren, es gebe keine Alternative zur Sporthalle und die Umwidmung sei demokratisch legitimiert. Die Realität spricht eine andere Sprache: Über 730 Bürgerinnen und Bürger haben mittlerweile die Online-Petition bei change.org zur Erhaltung der OSH als Ort kultureller Begegnungen unterzeichnet und sich damit klar gegen die Umwidmung ausgesprochen.
Wie Ihnen bekannt ist, wurde die Petition – sowohl die Online-Version als auch die Eingabe an den Landtag Baden-Württemberg – vor Ihrer Beschlussfassung eingereicht. Dennoch haben Sie mit großer Mehrheit für das Projekt „Sporthalle“ gestimmt, ohne die Petition zu behandeln oder mir das Ergebnis mitzuteilen.
Der Petitionsausschuss des Landtags BW geht hier anders vor. In einem Schreiben an mich teilt er mir mit: „Sie werden in die Beratung der o. g. Petition einbezogen.“ Dies zeigt, dass der Landtag den demokratischen Einwand eines Bürgers ernst nimmt – und dass ihm Ihr Umgang mit der Petition offensichtlich bekannt zu sein scheint.
Ich habe bereits mehrere Petitionen an den Landtag BW und den Bundestag gerichtet. Dass ich in die Beratung zu einer meiner Petitionen einbezogen werde, ist ein Novum und unterstreicht die Bedeutung des Vorgangs.
Umso unverständlicher ist es, dass Sie weiterhin den Eindruck erwecken, ganz Ravensburg wolle diese Sporthalle und Ihr Vorgehen sei rechtmäßig und demokratisch. Auch die SZ berichtet über die Umwidmung (siehe Bericht zur Oberschwabenschau), als sei sie bereits endgültig entschieden – obwohl das letzte Wort keineswegs gesprochen ist.
Zum Begriff des öffentlichen Interesses möchte ich Folgendes bemerken:
Öffentliches Interesse außerhalb des Strafrechts entscheidet sich an der Frage: Hat die Allgemeinheit ein nachvollziehbares, legitimes und schutzwürdiges Interesse daran, dass etwas geschieht oder unterbleibt?
Abzugrenzen ist es von:
parteipolitischen Vorteilen,
gruppenspezifischen Interessen,
wirtschaftlichen Einzelinteressen.
Öffentliches Interesse ist am Gemeinwohl orientiert, nicht an Macht, Profit oder Routine. Es ist ein Scharnierbegriff zwischen Recht, Demokratie und Ethik. Er entscheidet darüber,
ob Behörden handeln müssen,
ob Medien berichten sollten,
ob Eingriffe gerechtfertigt sind,
ob Transparenz geboten ist,
ob demokratische Kontrolle greift.
In summa: Öffentliches Interesse meint das berechtigte Anliegen der Allgemeinheit an Transparenz, Sicherheit, Gerechtigkeit und den Schutz gemeinsamer Lebensgrundlagen.
Meine Bitte
Ich bitte Sie, den Mut zu haben, Ihre Entscheidung zu überdenken, die Fehler einzugestehen und die Stimme der Bürgerschaft ernst zu nehmen.
Sollten Sie dennoch an Ihrem Projekt festhalten, dann bitte mit der notwendigen Transparenz und Professionalität:
konkrete und vollständige Kosten,
belastbare Zahlen zum Schul- und Vereinsbedarf,
nachvollziehbare Prognosen zu zukünftigen Sportgroßveranstaltungen,
und den klaren Nachweis, dass das Projekt tatsächlich im öffentlichen Interesse liegt.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Weinert, Ravensburg
Ländle-CDU stürzt im Sog des Kanzlers ab - GRÜNE im Aufwind - Aber Gefahr von Rechts
QUELLE (Text)
Gut sieben Monate nach der Landtagswahl erlebt die CDU in Baden-Württemberg einen dramatischen Absturz. Im neuen BW-Trend von Infratest dimap im Auftrag von SWR, „Stuttgarter Zeitung“ und „Südwest Presse“ kommen Christdemokraten und AfD auf jeweils 23 Prozent. Die Grünen von Ministerpräsident Cem Özdemir liegen mit 30 Prozent klar vorn.
Vom Fotofinish zum AbsturzDabei sah es im März noch nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Die CDU holte 29,7 Prozent und lag damit nur hauchdünn hinter den Grünen mit 30,2 Prozent. Bei den Erststimmen war sie sogar vorn. Im Landtag stellt sie genauso viele Abgeordnete wie die Grünen und dazu den Parlamentspräsidenten.

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Davon ist nichts mehr übrig. Der Abstand zur Spitze ist auf sieben Punkte angewachsen. Und von unten rückt die AfD heran: Gegenüber ihrem Wahlergebnis von 18,8 Prozent legt sie um 4,2 Punkte zu. Laut SWR ist das ihr höchster Wert, den der BW-Trend jemals gemessen hat. Der Landesverfassungsschutz führt die Partei im Südwesten als rechtsextremistischen Verdachtsfall.
Wer traut der CDU noch etwas zu?Noch bitterer für die Union ist ein anderer Wert. Nur 17 Prozent der Befragten glauben, dass die CDU die wichtigsten Probleme im Land lösen kann. Das sind 13 Punkte weniger als vorher. Den Grünen trauen das immerhin 27 Prozent zu.
Der SWR sieht die CDU „im Merz-Sog“ nach unten gezogen. Für die Berliner Koalition ist das ein Alarmsignal. Was als Aufbruch angekündigt war, kommt im wirtschaftsstärksten Flächenland der Republik offenbar als Enttäuschung an. Viele Bürger erinnern sich noch gut an das Versprechen, keine neuen Schulden zu machen. Gekommen sind gewaltige Sondervermögen.
Özdemir glänzt, Hagel verblasstDie Grünen verdanken ihre Stärke vor allem einem Mann. 58 Prozent der Wahlberechtigten sind mit Özdemir zufrieden, sieben Punkte mehr als im März. Nur 31 Prozent sind es nicht. Sein Stellvertreter Manuel Hagel (CDU) kommt dagegen auf magere 30 Prozent Zustimmung und 37 Prozent Ablehnung. Jeder Dritte kennt den CDU-Landeschef überhaupt nicht. Für einen Vize-Regierungschef ist das ein vernichtendes Zeugnis.
Grün-Schwarz regiert seit 2016. Bundesweit ist das die einzige Koalition dieser Art unter grüner Führung. Eine knappe Mehrheit der Befragten ist mit der Landesregierung zufrieden. Nach diesen Zahlen könnte das Bündnis weiter bequem regieren, allerdings mit deutlich verschobenen Gewichten.
Linke vor dem Comeback, FDP vor der TürAuch auf den hinteren Plätzen bewegt sich etwas. Die Linke, die im März knapp gescheitert war, käme mit sechs Prozent in den Landtag. Die SPD verbessert sich von 5,5 auf sieben Prozent. Die FDP bleibt mit vier Prozent draußen. Für die Partei der Eigenverantwortung ist das ein trauriger Befund, ausgerechnet im Land der Tüftler und Mittelständler.
Die eigentliche Angst: der ArbeitsplatzHinter den Prozentzahlen steckt eine handfeste Sorge. Die Umfrage zeigt, wie sehr die Wirtschaftskrise den Menschen zusetzt. Viele bangen um die Autoindustrie, und die Angst um den eigenen Job nimmt zu. Im Land von Daimler, Porsche und Bosch geht es dabei um die wirtschaftliche Grundlage, auf der Familien ihr Leben aufgebaut haben.
Für die Umfrage wurden vom 8. bis 13. Oktober 1.191 Menschen befragt. Die Sonntagsfrage misst Stimmungen, keine Wahlergebnisse. Die Richtung ist trotzdem klar: Wer bei Industriepolitik, Energiekosten und Bürokratie keine Antworten liefert, verliert die Wähler. Das passiert nicht irgendwann, sondern schon jetzt.
Wie die "SchwäZ" den Arbeitsmarkt im Kreis Ravensburg verkleinert - Wenn eine Zahlengruppe zur Kulisse wird ...
Ist es Zufall, oder ein klassisches Muster selektiver Rahmung („Framing“) in der Lokalberichterstattung der "Schwäbischen Zeitung" ("SchwäZ" oder SZ)? Kaum hatte ich gestern einen Artikel zur veränderten Medienlandschaft in der Region veröffentlicht, da schrieb am Abend (19 Uhr) desselben Tages die SZ einen Online-Artikel, der auf den ersten Blick sehr informativ schien – und mich auf den zweiten Blick in die Irre führen wollte
1. Die Headline verspricht ein Gesamtbild – liefert aber ein TeilbildDie Hauptüberschrift des Artikels lautet:
„Fast die Hälfte der Arbeitslosen hat keinen deutschen Pass“
Diese Formulierung suggeriert mir:
Wir bekommen hier eine breite Analyse aller Menschen ohne deutschen Pass im Landkreis Ravensburg.
Also: Syrer, Iraker, Afghanen, Kurden, Menschen aus dem Maghreb, aus Asien, aus Afrika – und natürlich auch Ukrainer.
Doch die Unterzeile schwenkt sofort auf die Ukraine:
„Hunderte Flüchtlinge aus der Ukraine sind 2026 in den Landkreis [Ravensburg] gekommen.“
Damit wird der Leser umgelenkt, bevor er überhaupt im Text ist.
Das ist ein von mir so empfundener rhetorischer Trick: Die Headline öffnet den Raum – die Unterzeile schließt ihn sofort wieder.
2. Der Artikel tut so, als ginge es um „Ausländer“, spricht aber fast ausschließlich über UkrainerIm Text werden folgende Zahlen genannt:
2.799 Arbeitslose insgesamt
1.370 ohne deutschen Pass (also alle Nationalitäten)
Ausländerquote: 49 %
Beschäftigte ohne deutschen Pass: 21.464 (also alle Nationalitäten)
Diese Zahlen beziehen sich nicht nur auf Ukrainer – sondern auf die gesamte Gruppe der Nicht‑Deutschen. So jedenfalls impliziert es eindeutig die Formulierung "ohne deutschen Pass"!
Doch der Artikel:
nennt keine einzige Zahl zu Syrern, Irakern, Afghanen, Kurden, Afrikanern, Südosteuropäern außerhalb der EU, usw.
liefert keine Aufschlüsselung nach Herkunftsländern
erklärt keine Unterschiede zwischen verschiedenen Flucht- und Migrationsgruppen
fokussiert ausschließlich auf Ukrainer – obwohl diese nur ein Teil der 1.370 Arbeitslosen ohne deutschen Pass sein können
Das ist mathematisch unpräzise, journalistisch unvollständig und kommunikativ lenkend.
Diese Frage habe ich mir allerdings zu Recht gestellt. Es gibt drei wahrscheinliche Gründe:
A) Ukrainische Geflüchtete sind politisch „unproblematisch“Über Ukrainer zu schreiben ist für unsere Lokalzeitung risikoarm:
keine Gefahr, als „ausländerfeindlich“ zu gelten
keine Gefahr, als „naiv“ zu gelten
keine Gefahr, Konflikte mit Integrationsinitiativen auszulösen
keine Gefahr, rechte Narrative zu bedienen
Kurz: Ukrainer sind die „sichere“ Gruppe, über die man schreiben kann. Wenngleich man als Journalist durchaus kritisch hinterfragen dürfte, warum Deutschland ungebremst Ukrainer/innen aufnimmt und sich dadurch noch mehr in den Konflikt/Krieg mit Russland hineinziehen lässt. Aber das wäre ja schon wieder angreifbar!
B) Andere Herkunftsgruppen sind politisch heikelWenn die SZ schreiben würde:
„Hohe Arbeitslosigkeit unter Syrern, Irakern, Afghanen…“
dann wäre die Redaktion sofort in einem Minenfeld:
AfD würde den Artikel instrumentalisieren
Integrationsverbände würden protestieren
Anzahl der Leserbriefe würden explodieren, aber nur 49 Prozent davon würden auch veröffentlicht
die Redaktion müsste sich rechtfertigen
Also wählt man die ungefährlichste Gruppe, obwohl sie nicht die größte unter den Arbeitslosen ohne deutschen Pass ist.
C) Der Artikel will ein Narrativ bedienenDas Narrativ lautet:
„Die Ukraine-Flüchtlinge brauchen lange, bis sie arbeiten.“
Dieses Narrativ ist politisch gewollt, weil es:
die Bürokratie kritisiert (Anerkennung, Sprachkurse)
die Kommunen entlastet („Wir tun ja alles“)
die Leser beruhigt („Es liegt nicht an uns, sondern an den Umständen“)
ODER (wieder kritisch): Die Ukrainer haben genug Vermögen (zu Hause oder mitgebracht, und denken gar nicht daran, hier zu arbeiten. Aber ... (siehe oben, dito)
Das alles hat nichts mit der Gesamtgruppe der 1.370 Arbeitslosen ohne deutschen Pass zu tun.
4. Warum ist die Darstellung irreführend?Weil der Artikel zwei Ebenen vermischt:
Ebene 1: Gesamtgruppe „ohne deutschen Pass“→ 1.370 Arbeitslose → 21.464 Beschäftigte → 49 % Arbeitslosenanteil → 16 % Beschäftigtenanteil
Ebene 2: Einzelgruppe „Ukrainer“→ 4.269 im Kreis → 942 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte → 386 Minijobs → 1.503 erwerbsfähig im Bürgergeld → 30 Monate Integrationszeit
Der Artikel tut so, als sei Ebene 2 die Erklärung für Ebene 1. Das ist falsch.
Denn:
Ukrainer sind nur ein Teil der 1.370 Arbeitslosen ohne deutschen Pass.
Die „Ausländerquote“ ist nicht die „Ukrainerquote“.
Die Beschäftigten ohne deutschen Pass sind nicht überwiegend Ukrainer.
Die Arbeitslosen ohne deutschen Pass sind nicht überwiegend Ukrainer.
Der Artikel erzeugt also eine optische Korrelation, die keine reale Kausalität hat.
5. Was bedeutet das im Licht der administrativen und medialen Gesamtlage?Es zeigt:
wie (Verwaltung und) Presse Gegenwart romantisieren,
wie sie Probleme verkleinern,
wie sie Komplexität reduzieren,
wie sie unangenehme Realitäten ausblende(n)t.
Genau das passiert hier:
Die SZ zeigt nicht die Realität des Arbeitsmarkts – sondern eine „wandernde und erholsame“ Erzählung über eine einzelne, politisch bequeme Gruppe.Während dieser Blog versucht
die beängstigende Gegenwart
und die bedrohliche Zukunft
des Klimas, der Migration und der sozialen Spannungen zu zeigen und zu analysieren.
Die SZ hingegen:
zeigt eine harmonische, vereinfachte Gegenwart,
die sich gut liest,
niemanden verärgert,
und keine Debatte auslöst.
Das ist die gleiche rückwärtsgewandte Haltung. Man/frau schaut lieber auf das romantische Wandern und nicht auf die realen tektonischen Verschiebungen.
6. Die Kernfrage aber ist: „Was will uns der Redakteur damit sagen?“Meine persönliche Antwort, die niemand teilen muss:
Er will uns sagen, dass die Arbeitslosigkeit unter Nichtdeutschen hoch ist – aber er will vermeiden, darüber zu sprechen, welche Gruppen diese Quote tatsächlich prägen. Deshalb fokussiert er sich auf Ukrainer, obwohl die Zahlen das nicht hergeben.
Das ist kein Zufall. Das ist kommunikative Risikovermeidung.
7. Und warum schreibt er nicht: „Die Hälfte der Arbeitslosen kommt aus der Ukraine“?Weil es falsch wäre.
Und weil die Redaktion weiß, dass es falsch wäre.
Also wählt man/frau eine Konstruktion, die:
formal korrekt,
inhaltlich irreführend,
politisch risikofrei,
emotional anschlussfähig
ist.
8. Mein Fazit: Ein irreführender Artikel – und ein Beispiel für selektive LokalberichterstattungDer Artikel ist:
statistisch unpräzise
kommunikativ verzerrend
politisch vorsichtig
journalistisch unvollständig
für den Leser irreführend
Er zeigt nicht die Realität – sondern eine gefilterte Version, die niemandem wehtut.
Veränderung in der regionalen Medienlandschaft ... Chefredaktionswechsel, schrumpfende Auflage und doppelte Zeitumstellung bei der "Schwäbischen Zeitung" – Quo vadis?
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
In der offiziellen regionalen Medienlandschaft Oberschwabens, die zugegeben im Bereich Ravensburg recht monoton ist, hat sich zum Jahreswechsel 2025/26 ein bemerkenswerter Wandel vollzogen: Christoph Reisinger übernahm die Chefredaktion der Schwäbischen Zeitung (SZ) und löste damit Gabriel Kords ab, der das Amt seit Herbst 2024 innehatte. Dieser Wechsel ist nicht nur ein organisatorischer Vorgang innerhalb des Schwäbischen Verlags, sondern berührt zentrale Fragen der journalistischen Verantwortung, der politischen Distanz und der öffentlichen Wahrnehmung eines der wichtigsten Medienhäuser der Region.
Gabriel Kords (*1988) war ein schneller Aufsteiger im Medienverbund der SV-Gruppe, zu der auch der Schwäbische Verlag und die Schwäbische Zeitung gehören: vom Redakteur über Lokalchef und stellvertretenden Chefredakteur bis zum Chefredakteur des Nordkuriers, bevor er 2024 zur SZ wechselte und 2026 wieder zum Ursprungsort zurückging.
Besonders brisant wurde im Frühjahr 2026 die öffentliche Debatte um seine Teilnahme an einer Podiumsdiskussion der AfD. Dass ein Chefredakteur auf einer Bühne einer als rechtsextrem eingestuften Partei sitzt, ist medienethisch heikel – unabhängig von seiner persönlichen Selbsteinschätzung als politisch unabhängig. Die symbolische Wirkung verwischt die Grenze zwischen journalistischer Beobachtung und politischer Nähe.
Mit dem Führungswechsel kehrte Kords – laut SWR und Branchenberichten – in die Chefredaktion des Nordkurier zurück. Christoph Reisinger (*1962 in Leutkirch im Allgäu) gilt demgegenüber als konservativ‑liberaler, analytischer und handwerklich geprägter Journalist mit regionalen Wurzeln. Seine Laufbahn führte ihn über Braunschweiger Zeitung, Flensburger Tageblatt, Neue Osnabrücker Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, deren Chefredakteur er seit 2011 ist. Reisinger übernimmt nicht nur die Chefredaktion der SZ, sondern auch den Vorsitz des Editorial Boards, das die publizistischen Leitlinien für alle Tageszeitungen der SV‑Gruppe festlegt; Kords fungiert dort – nach meinen Informationen – als Stellvertreter.
Damit prägt Reisinger künftig nicht nur die SZ, sondern auch Titel wie Nordkurier, Schweriner Volkszeitung und Norddeutsche Neueste Nachrichten. Der SWR berichtete bereits 2025 über Vorwürfe einer politischen Rechtslastigkeit gegenüber der SZ, die zu spürbaren Abo‑Kündigungen geführt hätten; die Chefredaktion wies diese Vorwürfe zurück. Gleichwohl zeigt der Vorgang, dass die SZ im Spannungsfeld zwischen regionaler Nähe, politischer Neutralität und öffentlicher Erwartung steht. Mit Reisinger - so mein persönliches Empfinden - setzt der Verlag erkennbar auf Distanz zu politischen Rändern, Stabilisierung der publizistischen Linie und Stärkung einer liberal‑konservativen Mitte – mit dem Ziel, Vertrauen zurückzugewinnen.
Allerdings ist im Regionalteil „Ravensburg“ von dieser Neuaufstellung bislang wenig bis "nix" zu sehen. Das ist – aus Sicht eines kritischen Lesers – bedauerlich.
Wikipedia weist darauf hin, dass die Print‑Ausgabe der Schwäbischen Zeitung – wie die meisten deutschen Tageszeitungen – in den vergangenen Jahren deutlich an Auflage eingebüßt hat. Die verkaufte Auflage ist in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt um 3,3 % pro Jahr gesunken; im vergangenen Jahr betrug der Rückgang sogar 8,1 %. Aktuell liegt die verkaufte Auflage bei 115.316 Exemplaren, der Anteil der Abonnements beträgt 96,4 %. Gleichzeitig steigt die Zahl der digitalen Nutzer der Medienmarke konstant; die digitalen Kanäle erreichen inzwischen mehr Menschen als je zuvor.
Aus diesen Angaben lässt sich überschlägig berechnen, wie hoch die Printauflage vor zehn Jahren war:
Ausgangswert heute:
Letztes Jahr (vor dem Rückgang um 8,1 %):
Neun Jahre davor mit durchschnittlich 3,3 % Rückgang pro Jahr:
Gesamtfaktor über zehn Jahre (9×3,3 % + 1×8,1 %):
Auflage vor zehn Jahren: ~ 170.000
Die Printauflage der Schwäbischen Zeitung lag demnach vor rund zehn Jahren rechnerisch bei etwa 170.000 verkauften Exemplaren. Das ist ein nominaler Rückgang von rund 55.000 Abonnenten der Printausgabe! Es handelt sich um eine mathematische Näherung auf Basis der genannten Durchschnittswerte; kleinere Abweichungen sind möglich, die Größenordnung ist jedoch plausibel.
Vor diesem Hintergrund wirkt die aktuelle Maßnahme der SZ, die Zustellung der Printausgabe um einen Tag vorzuziehen, doppelt bemerkenswert. Offiziell wird dieser Schritt als kundenfreundlich kommuniziert: Man wolle den Leserinnen und Lesern ermöglichen, die Zeitung am nächsten Morgen in Ruhe zu genießen, denn die Zeitung käme nunmehr quasi überpünktlich. Nämlich am Nachmittag oder am frühen Abend des Vortages. Medienökonomisch lässt sich diese „schwäbische Zeitumstellung“ - ergänzend zur Umstellung unserer Uhren europaweit auf die Winterzeit - jedoch auch anders lesen:
Logistische Entzerrung: Eine frühere Zustellung kann Produktions‑ und Verteilprozesse flexibilisieren und Kosten senken.
Gewöhnungseffekt: Wer seine Zeitung bereits am Vortag erhält, gewöhnt sich an eine Verschiebung des Informationsrhythmus – weg vom klassischen „Morgengeschäft“ hin zu einem kontinuierlichen Nachrichtenfluss, wie er digital längst Standard ist. (Aha!)
Strategische Perspektive: In einer Situation, in der die Printauflage über zehn Jahre von etwa 170.000 auf gut 115.000 Exemplare gefallen ist, liegt die Vermutung nahe, dass der Verlag mittelfristig auf ein überwiegend oder ausschließlich digitales Modell zusteuert.
Aus meiner persönlichen Sicht könnte diese Maßnahme Teil einer sukzessiven Vorbereitung auf ein Szenario „SZ gibt es nur noch digital“ um das Jahr 2030 sein. Das ist keine gesicherte Prognose, sondern meine Interpretation der aktuellen Entwicklung: stark wachsender Digitalbereich, deutlich schrumpfende Printauflage, logistische Anpassungen und ein publizistischer Kurs, der stärker auf Markenführung und digitale Reichweite setzt.
Zu bedenken ist, dass im digitalen Zeitalter vor allem ältere Leser/innen und Leser an der Papierausgabe festhalten. Viele von ihnen können mit E‑Paper, Apps oder E‑Post‑Zustellung wenig anfangen. Für diese Gruppe ist die gedruckte Zeitung nicht nur Informationsquelle, sondern auch Tagesstruktur, haptische Gewohnheit und sozialer Anker.
Und am Montagmorgen keine Zeitung, die über das gesamte Wochenende berichtet? Ein Ritual, das der Unauffindbarkeit des Altars in der Weingartner Basilika gleicht. Denn wer seine Zeitung beispielsweise gegen 16 Uhr ausliefert, muss gegen 12-Uhr-mittags (high noon) Redaktionsschluss machen. Die Bundesliga 1+2 gibt es nicht komplett und alles, was nach 12 Uhr am Sonntag geschah (das gilt übrigens auch für all die anderen Tage) muss online gehen, wenn er denn dazu in der Lage ist
Wenn Zustellrhythmen verändert und digitale Angebote ausgebaut werden, ohne zugleich niedrigschwellige, verständliche Übergangsformen zu schaffen und vor allem sie auch so zu bennnen, besteht die Gefahr einer stillen Ausgrenzung:
Technische Hürden: Wer keinen sicheren Umgang mit digitalen Endgeräten hat, verliert faktisch den Informationszugang.
Zeitliche Verschiebung: Eine Zustellung am Vortag kann den Charakter der „Morgenzeitung“ verändern – gerade für Menschen, deren Tagesbeginn ritualisiert mit der Zeitung verbunden ist.
Demokratische Dimension: Lokale Tageszeitungen sind Teil der demokratischen Infrastruktur. Wenn bestimmte Bevölkerungsgruppen faktisch abgehängt werden, ist das nicht nur ein Marktproblem, sondern auch eine Frage der Teilhabe.
Seriös betrachtet lässt sich festhalten: Die SZ steht vor der Aufgabe, ihren digitalen Ausbau so zu gestalten, dass ältere und weniger technikaffine Leser nicht zu Verlierern der Transformation werden. Eine bloße „Zeitumstellung“ der Zustellung, als Komfortmaßnahme verkauft, beantwortet diese Frage noch nicht.
Fazit: Personalwechsel, Strukturwandel, VerantwortungDer Führungswechsel von Kords zu Reisinger, der deutliche Rückgang der Printauflage und die aktuelle Zustellpraxis sind drei Facetten desselben Strukturwandels:
Personell: Mit Reisinger setzt der Verlag auf einen erfahrenen, konservativ‑liberalen Manteljournalisten, der Distanz zu politischen Extremen und publizistische Stabilität verkörpern soll.
Ökonomisch: Die Printauflage ist in zehn Jahren von rund 170.000 auf gut 115.000 Exemplare gesunken, während die digitalen Nutzerzahlen steigen.
Logistisch und strategisch: Die Vorverlegung der Zustellung kann als Service verkauft werden, wirkt aber zugleich wie ein Baustein in Richtung einer stärker digitalen Zukunft – möglicherweise mit einem klaren Einschnitt um 2030.
Rechtlich und medienethisch entscheidend ist, dass die SZ ihre Rolle als demokratisches Medium ernst nimmt: klare Trennung von journalistischer Beobachtung und politischer Bühne, transparente Kommunikation über strategische Veränderungen und ein verantwortlicher Umgang mit denjenigen Lesergruppen, die ohne Papierausgabe kaum Zugang zu lokalen Informationen hätten.
Dass im Regionalteil „Ravensburg“ von dieser Neuaufstellung bislang wenig zu spüren ist, bleibt eine offene Baustelle. Wer Vertrauen zurückgewinnen will, muss es gerade dort einlösen, wo die Zeitung täglich im Briefkasten – oder künftig vielleicht nur noch im Postfach – landet.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bische_Zeitung
https://epaper.schwaebische.de/titles/ravensburg/10738/publications/23385/pages/14 (vermutlich mit Bezahlsperre)
Das Ravensburger "Labyrinth" unter dem "Holzmarkt" und weitere Mysterien ... (Satire & offene 'Fragen')
"Jetza!" Der Groschen (5-Cent-Stück) ist gefallen - auch bei mir. Viele Ravensburger nämlich hatten sich gefragt, warum ihr alter "Holzmarkt" so kostenaufwändig saniert wurde. Wobei es statt mit 1.750.000 Eurotalern auch mit einem Drittel dieser gefüllten Stadt- und Staatssäckel (Zuschüsse) gegangen wäre.
Nämlich aus derer zweierlei Gründen wurde der Platz saniert:
1. Damit für den derzeit abgedrehten Constantin-Film "Das verrückte Labyrinth" auch eine saubere, glattpolierte und mit vernünftigen Bäumen bewachsene Kulisse vorhanden ist. Denn die vorherige schmuddelige Version des Holzmarktes wäre dafür nicht geeignet gewesen.
2. Und der Punkt hängt irgendwie mit Punkt 1 zusammen: Das eigentliche "undurchdringliche und verworrene" Labyrinth befindet sich nämlich unter dem Platz, auf dem sich in früheren Zeiten - zum Verdruss einiger sauberen Stadträte - die "Penner" und "Pinkler" versammelten. Denn dort wurde vor noch gar nicht langer Zeit ein Irrgarten von Kunststoffrohren, Leitungen und elektrischen Installationen, Auffangbecken für Wasser (falls es mal in Ravensburg regnet), mit dem grün gewaschenen Begriff "Schwamm" - und anderen kostenaufwendigen Dingen geschaffen.
Das Ganze war so teuer, dass gerade mal Platz für 8 (acht) Bäume, aber immerhin mindestens genauso viele bestuhlte Tische übrig blieb. Tische, an denen die Leute Kaffee und Longdrinks trinken, Kuchen und Salate essen (die sie ganz bestimmt nicht von zu Hause mitgebracht haben) und den lieben Steuerzahler einen guten Mann sein lassen. Das nämlich ist es, was sich auf dem Holzmarkt abspielt, wenn mal kein Film gedreht wird. Auch eine Art von Mysterium.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Dreh-Crew und die prominenten Schauspieler/innen davon keine Ahnung haben. Und weder sie noch der geniale Spielererfinder (!) können etwas dafür - ihnen, und vor allem dem Letztgenannten, gehört die Ehre.
Doch das Ravensburger Labyrinth ist nicht auf - respektive unter - den/dem Holzmarkt begrenzt. Da wären noch die "Brücke über die Wangener Straße" und der "Park an der Schussen", der "Gespinstmarkt" und die "Musikschule", die Gymnasien und das "Rote Rathaus" und das "Kornhaus". Nicht zu vergessen das "Lederhaus" und die Sanierung der "Marienplatztiefgarage" mit den mysteriösen Asbestfunden, die Causa "Kohlenberg" und die geplante Umwidmung der "Oberschwabenhalle". Vielleicht erfindet ja ein/e Mitarbeiter/in des "Bundes Deutscher Steuerzahler" ein Spiel, das hilft, das Ravensburger "Labyrinth-Netz" zu entwirren. Oder der Blogger tut es ...
Offener Brief der Bürgergruppe an den Ersten Bürgermeister der Stadt Ravensburg Herrn Dr. Honikel-Günther // Rechtsverstöße in der Verwaltung niemals tolerieren ...
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Mich erreichte heute die folgende offene E-Mail (Brief) der Ravensburger Bürgergruppe an den Ersten Bürgermeister der Türmestadt, die (den) ich mit Zustimmung des Verfassers hier veröffentliche. Da ich mit allen dort genannten Vorgängen seit Jahren vertraut bin, kann ich bestätigen, dass sich die erwähnten Causa (pl.) über die Zeiträume hinziehen.
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Bürgergruppe Ravensburg
Winfried Schneider
Erster Vorsitzender
Haldenweg 31
88212 Ravensburg Ravensburg, 9.10.2026
Offener Brief an den Ersten Bürgermeister der Stadt Ravensburg, Herrn Dr. Honikel-Günther
Sehr geehrter Herr Dr. Honikel-Günther,
bezüglich der Brücke in der Wangener Straße ist genau das eingetreten, was damals von uns vorhergesehen und mit einem Gutachter schon damals im Voraus unterlegt worden war: Die Brücke wird nicht angemessen benutzt, da sie nicht benötigt wird.
Verschiedene Bürger drängen mich, schon länger – seit dem jüngsten Zeitungsartikel umso stärker –, hier konkret bei der Stadtverwaltung den Namen des für diese Steuermittelverschwendung Verantwortlichen zu erfahren, um ein Disziplinarverfahren einzuleiten und auch beim Ministerium eine Fachaufsichtsbeschwerde einlegen zu können, weil das RP Tübingen damals auch schon im Voraus über die Steuermittelverschwendung informiert worden war.
Es ist diesen Bürgern wirklich nicht vermittelbar, warum über 20 Jahre kein Geld für den Wiederaufbau des "Escherstegs" da gewesen sein soll (Pflichtaufgabe), aber für Steuergeldverschwendungen dieser Art (Wangener Straße und weitere städtische Bauvorhaben) jederzeit immer Geld in der Stadtkasse verfügbar ist.
Vor allem geht es auch darum, dass seit Jahren noch immer kein entsprechendes Kostencontrolling auf dem Bauamt eingerichtet ist. Dieses wurde schon damals beim RP Tübingen angemahnt, seither nicht mehr, mit bekanntem Erfolg.
Bitte teilen Sie uns mit, bis wann mit der Einrichtung dieses Kostencontrollings für Großbauprojekte nunmehr zu rechnen ist. Das RP Tübingen hatte mir rückgemeldet, hier bei Bedarf der Verwaltung behilflich zu sein, und entsprechende Fortbildungsangebote gibt es übrigens ebenfalls für die betreffenden Mitarbeiter.
Betreff Neubaugebiet Kohlenberg: Hier wurden die Vereinbarungen mit dem Petitionsausschuss (und schriftliche Verträge der Stadtverwaltung mit den Anwohnern) bis heute nicht umgesetzt (u.a. fehlende Garagenendachbegrünungen, sowie fehlende Hecken, Streuobstwiese usw.).
Die fehlende Umsetzung wurde der Stadtverwaltung wiederholt gemeldet, ohne dass etwas passiert wäre, und bis heute werden die Vorgaben des Petitionsausschusses/Landtags immer noch missachtet, von der übrigen Missachtung der Rechtsvorschriften abgesehen. Wir Bürger haben Sie bisher als integren Beamten kennengelernt, der solche Rechtsverstöße in der ihm unterstehenden Verwaltung niemals tolerieren würde.
Wir bitten um Mitteilung, bis wann die nunmehr seit mehreren Jahren schon vom Landtag verbindlich gefassten Petitionbeschlüsse im Neubaugebiet Kohlenberg umgesetzt werden oder ob Sie der Meinung sein sollten, dass Beschlüsse des Landtags (und die den zugrunde liegenden baurechtlichen Vorschriften) Ihnen völlig egal sind und auch Sie diese weiterhin beabsichtigen zu ignorieren, was möglicherweise eine offensichtliche Missachtung des Rechtsstaats mit unschöner Signalwirkung nach außen kommunizieren würde. Diese würde auch Ihrem geleisteten Diensteid widersprechen und daher sind wir überzeugt, dass Sie die angeführten Rechtsverstöße nunmehr umgehend, wie vom Landtag verbindlich beschlossen, beseitigen werden.
Mit freundlichem Gruß
Winfried Schneider, i.A. Bürgergruppe Ravensburg
P.S. Ich hänge unten an dieses Schreiben Auszüge aus früheren, bis heute unerledigten Meldungen von Bürgern an
1.Die Streuobstwiese am westlichen Rand des Baugebietes Kohlenberg wurde größtenteils illegal entfernt, das zeigen auch die Luftbilder auf Google Earth.
Entgegen den Aussagen der Stadtverwaltung gilt hier auch aktuell weiterhin eine rechtsverbindliche Pflicht, abgegangene Bäume nachzupflanzen.
Wenn nicht einmal die Stadtverwaltung ihren eigenen Bebauungsplan kennt, kommen wir hier ja nicht weiter.
Ein Mitglied der Bürgergruppe hat daher einen Rechtsanwalt mit der Überprüfung der Angelegenheit beauftragt.
Der Rechtsanwalt hat hierzu unter anderem folgendes geschrieben:
" Die mir übermittelten Unterlagen habe ich überprüft.
Danach sind die grünordnerischen Festsetzungen Teil des Bebauungsplanes und somit verbindlich. Diesen Festsetzungen wurde der Inhalt des Grünordnungsplanes vom 07.01.2008 zugrunde gelegt. Damit sind diese Festsetzungen inhaltsgleich mit diesem. Die festgesetzte Bepflanzung ist innerhalb von 2 Jahren nach Beginn der Baumaßnahme herzustellen. Die Vegetationsflächen sind regelmäßig zu pflegen und ihr Bestand ist zu sichern. Abgängige Pflanzen sind zu ersetzen. Damit sind diese Festsetzungen bindend und müssen umgesetzt werden."
Zur weiteren Erklärung: Im Bebauungsplan sind unter Hinweise "D" und dort unter "Punkt 1" die Festlegungen des Grünordnungsplanes als verbindlicher Teil des Bebauungsplanes rechtsverbindlich von der Stadtverwaltung Ravensburg bzw. dem Gemeinderat festgelegt worden.
Die Stadtverwaltung darf diese Rechtsverstöße daher nicht länger ignorieren und muss tätig werden.
Die Mitglieder meiner Bürgergruppe erwarten nach diesen o.g. Aussagen des Rechtsanwaltes, dass die betreffenden Grundstückseigentümer die rechtswidrig gefällten Obstbäume umgehend nachpflanzen müssen und ein hohes Bußgeld für die zahlreichen rechtswidrig entfernten Bäume verhängt wird.
2. Ich reiche Ihnen wie mit der Stadtverwaltung besprochen hiermit im Dateianhang das Bild mit der Dateinummer "7878" nach: Es zeigt den östlichen Teil der Nordgrenze vom Haus Friedhofstraße 70. Hier sind definitiv nicht 60 Prozent der Fläche auf einem 10 Meter Streifen mit mittelkronigen Bäumen und Büschen bepflanzt, wie es der Bebauungsplan vorschreibt. Seit rund vier Jahren hat das auch der Petitionausschuss vom Landtag verbindlich festgelegt. Die Mitglieder meiner Bürgergruppe wollen nicht weiter akzeptieren, dass neben dem Bebauungsplan auch nunmehr seit Jahren ein Petitionausschussbeschluss ignoriert wird und es wurde ja mit der Stadtverwaltung besprochen, dass jemand von der Stadtverwaltung diese Fotos vor Ort nachprüft und entsprechende Bescheide an die Grundstückseigentümer zeitnah verschickt. Bis heute ist nichts passiert.
Die "Wahrheit" über der "Wangener Straße": Y-Brücke mit "X" --> das war wohl nix!
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Es ist wohl eher möglich, gegen eine Windmühle zu siegen, als sich gegen die Damen und Herren im Rathaus und in der Karlstraße nicht die Zähne auszubeißen. Und der Winter kommt erst noch . . . Die "Wahrheit" über der "Wangener Straße" ... in diesem Fall grammatisch richtig!
Vor vier Tagen erschien online und recht prominent ein Artikel der hiesigen Zeitung, der mich tatsächlich aufhorchend erstaunen ließ. Denn in ihm präsentierte ein Redakteur seine Zählung der Fahrradfahrer/innen und Fußgänger/innen über die Ravensburger "Hermann-Vogler-Brücke" (das ist das Y-Gebilde über der "Wangener Straße"). Der Zeitungsmitarbeiter kam dabei zu einem völlig anderen Ergebnis als das von der Ravensburger Stadtverwaltung präsentierte.
Und: Mittlerweile sollen es nach Informationen an diesen Blog real knapp 5,7 Millionen Euro (davon 1,7 Mille Zuschüsse) sein, die in diese ungewollte Brücke geflossen sind. Erstaunlich deshalb, weil

a) Hier wurde tatsächlich einmal investigativ nachgewiesen, dass da irgendwie bei der Stadtverwaltung etwas mit den Zahlen nicht stimmen kann. So jedenfalls habe ich diesen Artikel verstanden.
b) der Artikel bestätigte, was bereits vor Jahren durch eine professionell durchgeführte Verkehrsführung - veranlasst und bezahlt von Bürgern der Stadt - nachgewiesen wurde: Die Brücke ist nicht notwendig!
Erstaunlich dazu war die Tatsache, dass noch am selben Tag (6. Oktober 2026) der besagte Zeitungsartikel auf der Online-Seite der Zeitung nicht nur an prominenter Stelle, sondern ganz verschwand. Allerdings war er am Folgetag in der Druck-SZ zu lesen.
Da mir - und sicher auch anderen Bürgern - aber gewisse "Dinge" im Zeitungsartikel fehlten, schrieb ich einen offenen Brief an den Redakteur und - im offenen Verteiler - an die Stadtverwaltung, den Gemeinderat und einige Bürger mit der Bitte, sich mir gegenüber zu äußern. Das geschah bisher nicht, weshalb ich den Vorgang hier heute veröffentliche.
Lesen Sie bitte dazu passend auch den weiteren Artikel von heute:
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Am Di., 6. Okt. 2026 um 11:20 Uhr schrieb Stefan Weinert
--------------------------------------------------------Lieber Herr Martin, [Redakteur der SZ]
beim Lesen Ihres Artikels über den Ravensburger "Brückentag" wurde ich unweigerlich an die durch Herrn Alfred Schneider (+) und seinen Sohn Winfried veranlasste Verkehrszählung an der Ampel "Wangener Straße", die eine Brücke obsolet machte, erinnert. Die fand dort weit vor Beginn der Bauarbeiten statt. Die nun dort gegen den Bürgerwillen errichtete Brücke im "Wert" (?) von 5 Millionen Euro ist es nicht wert, denn die damalige Zählung durch Schneiders wird durch Ihren Artikel bestätigt.Diese Zählung wurde übrigens von einer professionellen Firma auf private Kosten durchgeführt. Diese Zahlen hatte ich der Stadtverwaltung und auch Ihrer Redaktion mitgeteilt - wie immer ohne Reaktion. Was bleibt – so sehen das viele Ravensburger und auch ich persönlich – ist die Tatsache, dass wieder einmal Steuergelder (auch Zuschüsse sind Steuergelder) an Baufirmen transferiert wurden (siehe Gespinstmarkt, Schussenpark, Holzmarkt usw.). Darüber sollten Sie bitte auch berichten. Gerne liefere ich Ihnen die Zahlen der Zählung nach.
Ihr Artikel enthält übrigens eine ganz klare Unwahrheit der Ravensburger Stadtverwaltung, um das Wort "Lüge" nicht als Behauptung in den Raum zu stellen. "Uns haben ausschließlich positive Rückmeldungen erreicht“, heißt es da. Das kann nicht stimmen. Ich habe sowohl die Stadt als auch die Redaktion durch einen Blogaritkel sinngemäß wissen lassen, dass diese Namensgebung [Hermann-Vogler-Brücke] eine Dreistigkeit und ein Skandal ist, nicht weil ich Alt-OB Vogler nicht schätzen würde - im Gegenteil -, sondern weil er im Gegensatz zu Dr. Rapp und Herrn Bastin ein echter Umweltbürgermeister war - und es war Rapps Wunsch (nicht der der Bürger), die Brücke zu bauen.Mir fiel auch folgender Passus auf: >>> Das Rathaus bittet bei diesen Zahlen aber um Vorsicht: „Das ist keine finale Aussage zu den endgültigen Kosten.“ Das ist wohl die typische "Ravensburger Methode" der endlosen Kostensteigerungsspirale.Fine: Ihr Artikel war gestern Abend online prominent präsent. Heute Morgen ist er dort nicht mehr zu finden, aber immerhin Print bzw. über die Zahlsperre bei "E-Paper". Ich bin mir auch nicht sicher, warum Sie ihn überhaupt geschrieben haben, denn er fällt für die SZ irgendwie untypisch aus dem Rahmen. Wenn Sie schon über das Ravensburger "Brückendrama" schreiben, sollte das von mir oben Erwähnte nicht außer Acht gelassen werden. Mein Rat: Holen Sie das bitte nach. Nichtsdestotrotz bin ich Ihnen für Ihren Artikel dankbar.Ich hoffe auf eine Reaktion durch Sie und die Mitleser/innen. Eventuell stelle ich diesen Brief auch online auf meinen Blog.Mit Respekt und Freundlichkeit und alles Gute für den Tag und die Woche!Stefan Weinert
Im Nachherein (am selben Tag) reichte ich den Adressaten/innen noch das Folgende nach
| 06.10.2026, 15:02 (vor 3 Tagen) | |||
>> So richtig zu glauben ist es nicht. Und wäre heute schon "übermorgen", dann dächte ich an einen lustigen Scherz. Doch ist es noch nicht so weit, weshalb es nur ein "böser, fieser und mit unredlichen Mitteln bestückter Scherz im März" sein kann.
Schon im Jahr 2023 soll es über die Wangener Straße eine Brücke für Radfahrer/innen und Fußgänger/innen geben. Auch – schreibt die hiesige Zeitung – an die Fledermäuse habe man gedacht. Dass man aber an die "Wahrheit" nicht gedacht hat und die de-facto Gegebenheiten einfach mehr als verdreifacht, darüber wird geschwiegen. Angeblich - so die de-fake Daten - queren, bzw. werden queren bis zu 1.400 Menschen zu Fuß oder per Rad täglich die Wangener Straße von Süd nach Nord plus umgekehrt. Die von einem professionellen Büro am 15. Juli 2020 vorgenommenen Verkehrszählungen (teuer bezahlt von Ravensburger Bürger/innen) haben aber ergeben, dass täglich lediglich 202 Fahrradfahrer-Querungen an der entsprechenden Ampel/Wangener-Straße vorkommen; bei den Fußgängern sieht es nicht viel anders aus.
Wir haben das alles festgehalten und es ist hier nachzulesen. Auch die Originalerfassungsbögen der genannten Firma liegen uns vor. Die Brücke mag zwar auf festem Grund gebaut sein (so jedenfalls die Verantwortlichen bei der Stadt), aber sie steht auf einem mit Unredlichkeiten und Unrichtigkeiten gepflasterten Fundament.
Nun soll ja vom Rinker-Areal herüber auf die andere Seite der Wangener Straße eine Brücke gebaut werden, damit "Hugo M." in Zukunft ab 2024 sicher über selbige kommt. Die genaue Stelle ist öffentlich nicht bekannt, da es noch gar keinen offiziellen Bauplan und auch noch keinen offiziellen Antrag auf Fördergelder gibt. So hat es die Landesregierung über ihren Petitionsausschuss vor Kurzem amtlich verlautbaren lassen. Sie existiert bisher nur in der Phantasie unserer drei Bürgermeister und womöglich einiger Stadträte. Das ist Fakt.
Abgesehen davon, dass es aufgrund einer professionellen (!!) Verkehrszählung einer solchen Brücke gar nicht bedarf, würde ich sie als Verantwortlicher nun - nach den aktuellen Vorkommnissen und Erkenntnissen - schon allein deshalb von der Schublade in den Papierkorb wandern lassen. <<
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Genau aber Letzteres ist nicht geschehen, sondern der Brückenbau wurde durchgezogen. Auch wurde von der hiesigen Zeitung nie über die ihr bekannte private, aber professionelle Verkehrszählung berichtet. Dafür aber umso mehr über den angeblichen "Schuler-Mühlen-Skandal". Und was sagt uns das? Es ist wohl eher möglich, gegen eine Windmühle zu siegen, als sich gegen die Damen und Herren im Rathaus und in der Karlstraße nicht die Zähne auszubeißen.
Und: Der Winter 1 nach Brücke kommt erst noch ...
SKANDAL 👉 Stadt Ravensburg lehnt OSH-Petition (720 Unterschriften) mit einem Selbstreferenzsystem (Egoschleife) ab, das jede demokratische Korrektur unmöglich macht ...
3. Oktober - Von wegen "Tag der Einheit"! Die Kluft zwischen der Politik und den Interessen und Bedürfnissen der Menschen im Land wird immer größer. Ob nun zwischen Berlin (nur noch jeder Zehnte akzeptiert Merz als Kanzler) und den Bundesbürgern oder zwischen Gemeindeverwaltungen, ihren Bürgermeistern, Gemeinderäten und den Bürger/innen vor Ort: Die Schere klafft mehr denn je auseinander. Letzteres zeigt auch folgender Skandalfall aus der oberschwäbischen Stadt Ravensburg.
Es gibt Momente im politischen Leben einer Stadt, in denen man und frau den Atem anhalten. Nicht weil ein Sturm aufzieht, sondern weil man* merkt, dass der Wind gar nicht mehr weht. Die Ravensburger Stadtverwaltung hat es geschafft, aus einem demokratischen Vorgang — einer Petition nach Artikel 17 GG — einen circulus vitiosus (cv) zu formen, einen Teufelskreis, der sich selbst legitimiert und darin jede Bürgerstimme erstickt. Dieser "Circulus“ kann auch als Abwärtsspirale, fehlerhafter oder verkehrter Kreis bezeichnet werden: ein System, in dem sich mehrere Faktoren gegenseitig verstärken und so einen Zustand immer weiter verschlechtern.
1. Die Ablehnung — ein Argument, das keines istAm 2. Oktober 2026 erhielt der Ravensburger Blogger als Petitionsstarter eine kurze E-Mail der Stadtverwaltung. Darin heißt es sinngemäß:
Die Petition "Die Oberschwabenhalle [OSH] muss ein Ort diverser gesellschaftlicher Ereignisse bleiben!" wurde am 21. September 2026 im Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss behandelt. Man verweist auf die Sitzungsvorlage vom 13. Juli 2026 und den damals gefassten Beschluss: Die Oberschwabenhalle wird zur reinen Sporthalle. Ergebnis: Der Petition wurde nicht abgeholfen.
Das ist der Kern der städtischen Botschaft an den Bürger und mittlerweile an über 720 Mitunterzeichner/innen des Anliegens. Mehr nicht. Kein Sachargument. Keine Abwägung. Keine Begründung. Nur ein Verweis auf einen älteren Beschluss, der vor Einreichung der Petition gefasst wurde.
Damit entsteht der Teufelskreis:
Der/die Bürger reich/en eine Petition gegen ein bestimmtes Vorhaben der Stadt ein.
Die Stadtverwaltung fasst einen verbindlichen Beschluss zu diesem Vorhaben, ohne die Petition (1) zuvor behandelt und/oder das Ergebnis beschieden zu haben.
Die Stadt lehnt die Petition ab — mit dem Hinweis auf den bereits gefassten Beschluss (2).
Der Beschluss bleibt bestehen, weil die Petition abgelehnt wurde.
Die Petition wird abgelehnt, weil der Beschluss besteht.
Das ist kein Verwaltungsakt. Das ist ein Selbstreferenzsystem, das jede demokratische Korrektur unmöglich macht.
Der Blogger und Hauptpetent antwortete noch am selben Tag. Zusammengefasst:
Die Stadt habe den Beschluss vor der Behandlung der Petition gefasst — ein Verstoß gegen demokratische Grundsätze.
Die Ablehnung sei daher juristisch anfechtbar (Formfehler).
Die Petition liege auch dem Landtag Baden-Württemberg vor.
Dort gilt seit 1968 die Vereinbarung *), dass während der parlamentarischen Behandlung keine Vollzugsmaßnahmen getroffen werden dürfen. Außer in ganz besonderen Ausnahmen.
Die Stadt habe diese Stillhaltevereinbarung faktisch ignoriert.
Der Beschluss „wurde nicht abgeholfen“ wird daher vom Hauptpetenten nicht anerkannt.
Diese Antwort ist eine präzise juristische Einordnung. Sie zeigt, dass die Stadtverwaltung nicht nur formal, sondern auch inhaltlich gegen die demokratische Kultur verstoßen hat.
In der Pressemitteilung des Landtags Baden-Württemberg vom 2. Februar 2006 (siehe unten als Anlage *) heißt es unter anderem:
Seit 1968 gilt die Vereinbarung, dass während der Behandlung einer Petition grundsätzlich keine Vollzugsmaßnahmen getroffen werden.
Und weiter:
Die Stillhaltevereinbarung hat sich bewährt, weil sie verhindert, dass vollendete Tatsachen geschaffen werden, bevor der Petitionsausschuss entscheiden kann.
Diese Sätze sind ein demokratisches Fundament. Sie sollen Bürger schützen. Sie sollen verhindern, dass Verwaltungen „über Leichen gehen“, wie es der Blogger persönlich in diesem konkreten Fall empfindet (ein politischer Entschluss wird "mundtot" gemacht) — also politische Tatsachen schaffen, bevor Bürger überhaupt gehört wurden.
Genau das ist in Ravensburg geschehen.
Ein Skandal ist nicht immer laut. Manchmal ist er leise, bürokratisch, unscheinbar. Er zeigt sich in einem Satz wie:
„Der Petition wurde nicht abgeholfen.“
Ein Satz, der nichts erklärt. Ein Satz, der eine demokratische Eingabe mit einem Verwaltungsverweis von "Egoschleife" abfertigt.
Der Skandal liegt darin, dass die Stadtverwaltung:
eine Petition ignoriert,
einen Beschluss als Argument für sich selbst verwendet,
die Stillhaltevereinbarung missachtet,
die Bürgerbeteiligung faktisch aushebelt,
und damit die demokratische Kultur der Stadt beschädigt.
Das ist kein Versehen. Das ist ein System.
Während die OSH-Debatte weitergeht und Bürger sich engagieren und 720 Menschen unterschrieben haben, bleibt die Stadtverwaltung in einem Zustand, der an eine politische Windstille erinnert.
Nicht die Ruhe vor dem Sturm. Sondern die Ruhe statt des Sturms.
Die OSH soll zur Sporthalle werden — obwohl Schulen und Vereine längst eigene Hallen haben. Die Bürger sagen Nein. Die Petition sagt Nein. Die Stadt sagt: „Wir haben schon entschieden.“
Das ist der Punkt, an dem Demokratie nicht scheitert — aber verletzt wird.
Der circulus vitiosus kann nur durchbrochen werden, wenn:
der Landtag die Petition behandelt,
die Stadtverwaltung ihre Vorgehensweise korrigiert,
der Gemeinderat seine eigentliche Rolle wiederfindet,
und die Bürger/innen weiter Druck machen.
Vielleicht ist dieser Teufelskreis der Moment, in dem die Ravensburger Bürgerschaft endlich versteht, dass Demokratie nicht darin besteht, Entscheidungen zu verkünden, sondern darin, Bürger-Stimmen zu hören.
Vielleicht ist es der Moment, in dem die OSH — diese alte, atmende Halle — auch in den Köpfen der Starrsinnigen und Partikularvertreter wieder das wird, was sie immer war: Ein Ort, an dem Menschen zu diversen Veranstaltungen zusammenkommen. Nicht ein Ort, an dem die Bürgerbeteiligung endet.
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*) Aus einer Presseerklärung des Landtages in Baden-Württemberg, vom 2.2.2006 :
Vorsitzender Döpper: Petitionsausschuss ist eine wirkungsvolle Einrichtung für den Bürger im Kampf gegen Behördenwillkür
Zitat :
Meine Damen und Herren, Petitionen haben normalerweise keine aufschiebende Wirkung. In Baden-Württemberg haben wir jedoch seit 1968 eine Vereinbarung mit der Regierung, wonach während der parlamentarischen Behandlung der Eingabe grundsätzlich keine Vollzugsmaßnahmen getroffen werden. In besonderen Fällen kann allerdings die Regierung beim Vorsitzenden des Petitionsausschusses „grünes Licht“ einholen. Davon macht die Regierung aber nur ganz selten Gebrauch, beispielsweise wenn Ansprüche Dritter beeinträchtigt werden könnten oder dem Land durch den Vollzugsstopp Nachteile entstünden. Die Stillhaltevereinbarung hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten bestens bewährt. Sie ermöglicht dem Petitionsausschuss eine sachgerechte Entscheidung, bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden. Im Gegenzug verpflichtet sich der Petitionsausschuss zu einer raschen Entscheidung. Dieser Verpflichtung sind wir nachgekommen.
In der Petition gegen die Abholzung des Rüdtwaldes wurde, wie bekannt und hier mehrfach berichtet, jedoch von der „Stillhaltevereinbarung“ abgesehen und „grünes Licht“ erteilt. Dies führte zur Zerstörung von 6.5ha hochwertigen Waldes, ohne dass bis heute dafür ein Investor gefunden wurde. Die Frage ist deshalb berechtigt, welche „Ansprüche Dritter“ beeinträchtigt waren, oder wodurch dem „Land durch einen Vollzugsstopp Nachteile entstanden“ wären.
Oder wurden in diesem Fall der Petitions-Ausschuss und der Landtag Opfer einer gezielten Desinformation, wurde ein „Dritter“ (Investor) erfunden, den es überhaupt nicht gibt ?
Warum der „Links‑Reflex“ nur die halbe Wahrheit zeigt – und was der „Rechts‑Reflex“ offenlegt
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Es gibt Momente, in denen ein eigener Text nachhallt. Mein Artikel über den „Links‑Reflex“, den ich vor wenigen Tagen veröffentlicht habe, gehört dazu. Nicht, weil er falsch wäre – im Gegenteil. Sondern weil er nur eine Seite einer größeren politischen Asymmetrie beleuchtet. Wenn Medien linke Kritik übersteigert als Gefahr markieren, während rechtsextreme Kräfte reale Macht gewinnen, geraten die Maßstäbe ins Rutschen. Das war der Kern meines Textes.
Doch wer Maßstäbe kritisiert, muss sie konsequent auf beide Seiten anwenden. Politische Redlichkeit verlangt, mit gleichem Maß zu messen – auch dort, wo es unbequem wird.
1. Die AfD: Zwischen berechtigten Themen und gefährlicher IdeologieEs wäre analytisch unredlich zu behaupten, die AfD spreche ausschließlich extreme oder demokratiefeindliche Inhalte an. Das tut sie – aber nicht nur. Gerade in ostdeutschen Ländern artikuliert sie Themen, die viele Menschen tatsächlich betreffen:
strukturelle Benachteiligung ganzer Regionen
Deindustrialisierung und Arbeitsplatzverlust
ungleiche Rentenstrukturen
fehlende Infrastruktur
das Gefühl, politisch nicht gehört zu werden
Diese Punkte sind real, berechtigt und politisch legitim. Sie verdienen ernsthafte Debatte – nicht reflexhafte Abwehr.
Doch genau hier liegt die Gefahr: Die AfD verbindet berechtigte Anliegen mit völkischen, autoritären und demokratiefeindlichen Konzepten. Sie nutzt reale Missstände, um extreme Lösungen zu legitimieren.
Das ist die Doppelstruktur, die man klar benennen muss: Die Probleme sind echt – die angebotenen Lösungen oft extrem.
2. Die Berliner Linke: Antisemitismus, Hamas‑Nähe, Clan‑Milieus – ein reales ProblemWer den „Links‑Reflex“ kritisiert, darf nicht blind sein für die tatsächlichen Verfehlungen der Linken – insbesondere in Berlin. Dort gibt es:
nachgewiesene antisemitische Vorfälle in Teilen der Partei
problematische Nähe einzelner Akteure zu Hamas‑Narrativen
Verstrickungen in Clan‑Milieus, die politisch und moralisch untragbar sind
eine Verharmlosung antiisraelischer Positionen, die weit über legitime Kritik hinausgeht
Elif Eralp, die Berliner Wahlgewinnerin, trat einst der linksextremistischen Organisation „Rote Hilfe“ bei, die linke Straftäter unterstützt. Nach Angaben der Partei geschah dies während ihres Jurastudiums. Der Verein wird vom Verfassungsschutz beobachtet.
Diese Punkte sind keine „Erfindungen der Rechten“, sondern dokumentierte Vorgänge. Sie beschädigen die Glaubwürdigkeit der Linken – und belasten die demokratische Linke seit Jahren.
Wer also nur den medialen „Links‑Reflex“ kritisiert, ohne diese realen Probleme zu benennen, argumentiert selbst asymmetrisch.
3. Die asymmetrische Wahrnehmung: Links wird übertrieben, Rechts wird verharmlostIn Deutschland beobachten wir seit Jahren eine verzerrte Bewertung politischer Positionen:
Linke Kritik – selbst wenn demokratisch legitim – wird oft als „Gefahr“, „Radikalität“ oder „Systembedrohung“ dargestellt.
Rechte Radikalität – selbst wenn offen demokratiefeindlich – wird häufig als „nur Protest“, „Unzufriedenheit“ oder „Warnsignal“ verharmlost.
Diese Verzerrung verschiebt den politischen Diskurs:
Linke Themen wie soziale Gerechtigkeit, Machtkritik oder Eigentumsfragen werden überdramatisiert.
Rechte Themen wie völkische Ideologie, autoritäre Politik oder Ausgrenzung werden relativiert.
Das führt dazu, dass die Öffentlichkeit linke Verfehlungen überbewertet und rechte Gefahren unterbewertet.
Mein ursprünglicher Artikel hat diese Asymmetrie nur auf der linken Seite beleuchtet. Mit dieser Ergänzung wird die Analyse vollständig.
4. Warum beide Seiten benannt werden müssenEine Demokratie verliert ihre Orientierung, wenn sie Kritik asymmetrisch bewertet:
Linke Kritik wird delegitimiert, selbst wenn sie demokratische Fragen stellt.
Rechte Radikalität wird normalisiert, selbst wenn sie demokratische Grundwerte infrage stellt.
Linke Verfehlungen werden zu Parteiproblemen erklärt.
Rechte Verfehlungen werden zu „Einzelfällen“ verharmlost.
Beides ist gefährlich. Beides muss benannt werden. Beides gehört in eine Kolumne, die Maßstäbe hinterfragt.
5. Die eigentliche Frage: Was stärkt die Demokratie – und was schwächt sie?Die entscheidende Unterscheidung lautet nicht „links“ oder „rechts“. Sie lautet:
Stärkt eine politische Kraft demokratische Prozesse – oder schwächt sie diese?
Linke Kritik an Eigentum, Macht und Verteilung kann demokratische Prozesse stärken.
Linke Verstrickungen in Antisemitismus und Clan‑Milieus schwächen sie.
Rechte Kritik an sozialen Missständen kann demokratische Debatten anstoßen.
Rechte völkische Ideologie und autoritäre Konzepte schwächen sie.
Demokratie ist kein Lager. Demokratie ist ein Maßstab.
6. Schluss: Mit gleichem Maß messen – oder gar nichtWenn wir den „Links‑Reflex“ kritisieren, müssen wir auch den „Rechts‑Reflex“ benennen. Wenn wir linke Verfehlungen klar aussprechen, müssen wir rechte Gefahren klar benennen. Wenn wir die AfD nicht pauschal verteufeln wollen, dürfen wir sie auch nicht verharmlosen. Wenn wir die Linke nicht pauschal schützen wollen, dürfen wir ihre Verfehlungen nicht relativieren.
Mit gleichem Maß messen heißt: Kritik dort üben, wo sie notwendig ist – und Präzision dort, wo sie überfällig ist.
Mein Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Wladimirowitsch Putin - Dreisprachig
Равенсбург, 28 сентября 2026 г.
Президенту
Российской Федерации
Владимиру Владимировичу Путину
Кремль
Москва
Уважаемый господин Президент,
Я позволяю себе снова обратиться к Вам — как и в феврале 2022 года — потому что мир в Европе и благополучие народов России и Украины вызывают у меня глубокую озабоченность. Я пишу не для того, чтобы судить или осуждать, а чтобы поделиться точкой зрения, которая находит отклик у многих граждан Германии.
Германия обязана своим освобождением от национал-социализма Советскому Союзу — а значит, и России. Этот исторический факт остается незыблемым. По этой причине многие в моей стране считают политическое дистанцирование немецкого правительства от России болезненным и неуместным. Точно так же расширение НАТО на восток, особенно в свете обязательств, взятых перед Михаилом Горбачевым, многими воспринимается как нарушение прежних договоренностей.
Однако, на мой взгляд, ни один из этих исторических и геополитических вопросов не оправдывает страдания и гибель сотен тысяч людей — с обеих сторон конфликта. Украина и Россия теряют сыновей, отцов, братьев, матерей и дочерей. Каждая смерть — это потеря, которую нельзя компенсировать политическими аргументами.
Я убежден, что мудрый человек уступает. Не из-за слабости, а из-за силы. Не из-за страха, а из-за ответственности.
Многие люди в Германии — явное большинство — хотят, чтобы наша страна не стала участником опосредованной войны. Они отвергают поставки оружия в Украину и вместо этого желают дипломатических инициатив, которые спасают жизни, а не приводят к их гибели. Я призываю вас признать это чувство, когда вы будете искать пути прекращения насилия и открытия нового политического пространства для переговоров.
Я знаю, что ситуация сложная. Я знаю, что у России есть интересы безопасности, которые нельзя игнорировать. И я знаю, что доверие к международной политике трудно восстановить. Но я также верю, что мир, исходящий из России, породит уважение во всем мире — и что история помнит тех, кто имел мужество разорвать порочный круг насилия.
Господин Президент, я не прошу об односторонних шагах, а скорее о стимуле, который продемонстрирует готовность России проложить путь к миру. Такой шаг вселил бы надежду не только в народы Украины и России, но и в граждан Германии, которые жаждут возвращения к конструктивному и уважительному партнерству между нашими странами.
С уважением,
Штефан Вайнерт
D-88212 Равенсбург
Германия
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Ravensburg, 28. September 2026
An den Präsidenten der
Russischen Föderation
Wladimir Wladimirowitsch Putin
Kreml, Moskau
Sehr geehrter Herr Präsident,
ich erlaube mir, Ihnen erneut zu schreiben – wie bereits im Jahr 2022 –, weil mir der Frieden in Europa und das Wohlergehen der Menschen in Russland und der Ukraine ein tiefes Anliegen sind. Ich schreibe Ihnen nicht, um zu bewerten oder zu verurteilen, sondern um eine Perspektive zu teilen, die viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland bewegt.
Deutschland verdankt der Sowjetunion – und damit auch Russland – die Befreiung vom Nationalsozialismus. Diese historische Tatsache bleibt unverrückbar. Aus diesem Grund empfinden viele Menschen in meinem Land das politische Abrücken der deutschen Regierungen von Russland als schmerzhaft und nicht angemessen. Ebenso wird die Osterweiterung der NATO, insbesondere im Lichte der Zusagen gegenüber Michail Gorbatschow, von vielen als ein Bruch früherer Verständigungen wahrgenommen.
Doch all diese historischen und geopolitischen Fragen rechtfertigen aus meiner Sicht nicht das Leid und den Tod Hunderttausender Menschen – auf beiden Seiten. Die Ukraine und Russland verlieren Söhne, Väter, Brüder, Mütter, Töchter. Jeder Tote ist ein Verlust, der nicht durch politische Argumente aufgewogen werden kann.
Ich bin überzeugt: Der Klügere gibt nach. Nicht aus Schwäche, sondern aus Stärke. Nicht aus Furcht, sondern aus Verantwortung.
Viele Menschen in Deutschland – eine deutliche Mehrheit – wünschen sich, dass unser Land nicht Teil eines Stellvertreterkrieges wird. Sie lehnen Waffenlieferungen an die Ukraine ab und wünschen sich stattdessen diplomatische Initiativen, die Leben retten statt Leben kosten. Ich bitte Sie, sich auf diese Stimmung zu berufen, wenn Sie Wege suchen, die Gewalt zu beenden und einen neuen politischen Raum für Verhandlungen zu öffnen.
Ich weiß, dass die Lage komplex ist. Ich weiß, dass Russland sicherheitspolitische Interessen hat, die nicht ignoriert werden dürfen. Und ich weiß, dass Vertrauen in der internationalen Politik schwer wiederherzustellen ist. Aber ich glaube ebenso, dass ein Frieden, der von Russland ausgeht, weltweit Respekt erzeugen würde – und dass die Geschichte sich an diejenigen erinnert, die den Mut hatten, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen.
Sehr geehrter Herr Präsident, ich bitte Sie nicht um einseitige Schritte, sondern um einen Impuls, der zeigt, dass Russland bereit ist, den Weg des Friedens zu eröffnen. Ein solcher Schritt würde nicht nur den Menschen in der Ukraine und in Russland Hoffnung geben, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland, die sich nach einer Rückkehr zu einer konstruktiven, respektvollen Partnerschaft zwischen unseren Ländern sehnen.
Mit Hochachtung,
Stefan Weinert
D-88212 Ravensburg, Deutschland
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Ravensburg, September 28, 2026
To the President of
the Russian Federation Vladimir Vladimirovich Putin
Kremlin,
Moscow
Dear Mr. President, I am taking the liberty of writing to you again—as I did in February 2022—because peace in Europe and the well-being of the people in Russia and Ukraine are matters of deep concern to me. I am not writing to pass judgment or to condemn, but rather to share a perspective that resonates with many citizens in Germany. Germany owes its liberation from National Socialism to the Soviet Union—and thus also to Russia. This historical fact remains unassailable.
For this reason, many people in my country find the political distancing of German governments from Russia to be painful and inappropriate. Likewise, NATO’s eastward expansion—particularly in light of the assurances given to Mikhail Gorbachev—is perceived by many as a breach of earlier understandings. Yet, in my view, none of these historical and geopolitical issues justify the suffering and death of hundreds of thousands of people—on both sides.
Ukraine and Russia are losing sons, fathers, brothers, mothers, and daughters. Every death is a loss that cannot be outweighed by political arguments. I am convinced that the wiser party is the one that yields—not out of weakness, but out of strength; not out of fear, but out of a sense of responsibility. Many people in Germany—a clear majority—do not want our country to become part of a proxy war. They oppose arms deliveries to Ukraine and instead desire diplomatic initiatives that save lives rather than costing them.
I urge you to take this sentiment into account as you seek ways to end the violence and open up a new political space for negotiations. I am aware that the situation is complex. I am aware that Russia has security interests that cannot be ignored. And I know that trust in international politics is difficult to restore. Yet I also believe that a peace initiated by Russia would command worldwide respect—and that history remembers those who had the courage to break the cycle of violence.
Mr. President, I am not asking for unilateral measures, but rather for a gesture demonstrating that Russia is prepared to pave the way for peace.
Such a step would offer hope not only to the people of Ukraine and Russia but also to the citizens of Germany who long for a return to a constructive, respectful partnership between our countries.
Respectfully,
Stefan Weinert
D-88212 Ravensburg,
Germany
Aktualisiert - Ravensburg: Landratsamt in der Gartenstraße ohne Mittelbau! Musste das sein?

- Aufgrund kritischer Hinweise von Lesern und aus eigener Einsicht wurde der Titel dieses Artikels geändert und der Text entschärft. Für die Urfassung des Textes entschuldige ich mich ganz offiziell bei meinen Leser/innen und sage: "sorry"!
Wer in diesen Tagen zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Auto aus Richtung Norden über die "Gartenstraße" (B 30) in die freie und große Kreisstadt Ravensburg hineinkommt – einen "Steinwurf vom CHG-Gebäude entfernt", wird neuerdings von einem recht traurigen "Stadtbild" begrüßt.
Dem genauen Betrachter des oben abgebildeten fiktiven Plakats wird nicht entgangen sein, dass es im Hintergrund einen Hinweis darauf gibt, zu welchem einst stadtprägenden Gebäude diese Ruine gehört. Richtig: Es ist (oder besser: war) der Mittelbau des einstigen Telekomgebäudes und jetzigen "Kreishaus II" (Landratsamt Ravensburg) in der Gartenstraße 107. Verantwortlich für dieses Gerippe sind in diesem Fall jedoch nicht die Ravensburger Stadtverwaltung und ihr Bauamt oder eine auf Abriss spezialisierte Firma, sondern der Ravensburger Landrat und die Politiker/innen des Ravensburger Kreistages.
Denn genau diese hatten einst beschlossen, das auf Ravensburger Stadtgebiet stehende Gebäude nicht zu sanieren, sondern abzureißen, um dort in der Mitte des Hufeisens (das Gebäude hat zwei Seitenflügel) einen glanzvollen Neubau hinzustellen. Seit Beginn der diesjährigen Hitzewelle wird unter Dauerlärm die "Abrissbirne" geschwungen, und "keiner" weiß so genau, ob da noch Asbestreste zum Vorschein gekommen sind.

Foto: Schussental-Medial (SM) am 25.09.2026 (c)
Laut hiesiger Presse hatte das Landratsamt Ravensburg das intakte Gebäude im Jahre 2012 für 16 Millionen Euro von der Telekom gekauft und musste dafür neue Kredite aufnehmen. Mit großer Mehrheit stimmte der damalige Kreistag mit einer Gegenstimme und der Enthaltung der FDP diesem Deal zu. Wer eine solche Summe für ein Gebäude ausgibt bzw. wer den Ausgaben zustimmt, muss von seiner Qualität überzeugt sein. Doch nur zehn (10) Jahre später (2022, siehe oben) ist von dem Abriss des Mittelbaues die Rede – und er wird nun (2026) vollzogen. Ob das Abbruchmaterial recycelt und für den Neubau verwendet wird, oder ob auf die permanent schwindenden Kiesreserven in Oberschwaben (Altdorfer Wald) zurückgegriffen wird, weiß so recht "keiner".
Meines Erachtens war die Gebäudesubstanz des Mittelbaus weder marode noch so marode, dass sich eine Sanierung nicht gelohnt hätte.

Die tägliche Konfrontation mit diesem Bild lässt mich innerlich nicht nur weinen, sondern auch erzürnen. Denn immerhin bin ich dort beruflich viele Jahre ein- und ausgegangen.

Foto: Schussental-Medial (SM) am 25.09.2026 (c)
Im Jahr 2022 konnte in der Lokalzeitung gelesen werden, dass die Abbruchkosten 1,2 Millionen Euro betragen würden. Doch seitdem sind vier Jahre Lohnkostensteigerungen, extreme Steigerung der Energiekosten (drei Monate Pressluftbohrer, Spezialkran, Bagger, Untergrundbohrer etc.) und Inflation in den Kreis Ravensburg gezogen, und eventuell "Unvorhergesehenes" hat sich ereignet. Ich schätze daher die entsprechenden Kosten auf zirka 2,5 bis 3 Millionen Euro, wenn nicht mehr.
Der "Links-Reflex" in Medien und Öffentlichkeit: Wenn Kritik zur Gefahr erklärt wird ...
Während rechtsextreme Kräfte (AfD) in mehreren Bundesländern immer weiter an Einfluss gewinnen, verschiebt sich der mediale und damit auch öffentliche Fokus erstaunlich weit weg von dieser realen Gefahr. Stattdessen wird eine linke Partei (Die LINKE) zunehmend als demokratisches Risiko markiert – nicht wegen extremen und durchaus zu diskutierenden Positionen, sondern weil sie Fragen stellt, die Macht, Eigentum und gesellschaftliche Verteilung betreffen. Diese Verschiebung sagt mehr über den Zustand der politischen Debatte aus als über die Partei selbst.
Denn wenn Kritik an bestehenden Verhältnissen zur Bedrohung erklärt wird, während tatsächliche demokratiefeindliche Kräfte erstarken, geraten die Maßstäbe ins Rutschen. Medien und etablierte Akteure tragen dazu bei, indem sie Konflikte dramatisieren und bestimmte Stimmen delegitimieren. So entsteht ein Klima, in dem nicht mehr die Probleme gefährlich wirken, sondern die Analyse der Probleme. Genau das ist der Kern des aktuellen Rechtsrucks – und der Grund, warum wir genauer hinschauen müssen.
Es ist ein merkwürdiger Moment in der politischen Debatte: Während rechtsextreme Kräfte in mehreren Bundesländern immer weiter an Einfluss gewinnen und in Umfragen vorne liegen, richtet sich ein beträchtlicher Teil der öffentlichen Aufmerksamkeit auf eine ganz andere Seite des politischen Spektrums. Nicht auf jene, die demokratische Grundwerte offen infrage stellen, sondern auf jene, die soziale Fragen stellen, Machtverhältnisse analysieren und über Eigentum, Reichtum und politische Verantwortung sprechen.
Diese Verschiebung ist kein Zufall. Sie ist ein Symptom.
Denn ein Rechtsruck zeigt sich nicht nur in Wahlergebnissen oder Parolen. Er zeigt sich auch darin, wie über Politik gesprochen wird. Wenn soziale Probleme zunehmend mit simplen Schuldzuweisungen erklärt werden – etwa indem bestimmte Bevölkerungsgruppen für knappen Wohnraum, überlastete Infrastruktur oder niedrige Löhne verantwortlich gemacht werden – dann ist das die sichtbare Oberfläche. Die tiefere Schicht ist subtiler: Sie betrifft die Art und Weise, wie Kritik bewertet wird.
In den vergangenen Monaten konnte man beobachten, wie eine linke Partei, unabhängig von ihren tatsächlichen und durchaus diskutablen Positionen, insgesamt und pauschal zunehmend als demokratisches Risiko markiert wird. Nicht weil sie Gewalt verherrlicht oder Grundrechte abschaffen will, sondern weil sie Fragen stellt, die für manche unbequem sind. Fragen nach Macht, nach Eigentum und nach der Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen. Fragen, die in einer Demokratie eigentlich selbstverständlich sein sollten.
Doch sobald eine politische Kraft erst einmal als „gefährlich“ etikettiert ist, muss man/frau sich mit ihren Argumenten nicht mehr auseinandersetzen. Dann gilt das Bestehende automatisch als vernünftig, und jede Alternative erscheint radikal. Medien spielen dabei eine zentrale Rolle: nicht als Verschwörer, sondern als Verstärker. Durch die Auswahl von Themen, die Tonlage der Berichterstattung und die Dramatisierung einzelner Konflikte tragen sie dazu bei, bestimmte Positionen zu normalisieren und andere zu delegitimieren.
So entsteht ein paradoxes Bild: Während rechtsextreme Kräfte reale politische Macht gewinnen, wird die linke Kritik an gesellschaftlichen Missständen zunehmend als Problem für die Demokratie dargestellt. Das ist analytisch schief — und politisch gefährlich. Denn Demokratie lebt davon, dass Kritik erlaubt ist. Auch grundlegende Kritik. Auch unbequeme Kritik.
Wenn wir anfangen, bestimmte Fragen nicht mehr zu stellen, weil sie als „zu radikal“ gelten, dann verlieren wir nicht nur politische Vielfalt, sondern auch die Fähigkeit, Missstände überhaupt zu erkennen. Eine Demokratie, die Kritik als Gefahr behandelt, schwächt sich selbst.
Vielleicht ist es Zeit, wieder zu unterscheiden: Nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen Kritik, die demokratische Prozesse stärkt — und Kräften, die sie schwächen.
Blogger aus Ravensburg: "Warum die Oberschwabenhalle keine Sporthalle wird!"
Der Gemeinderat Ravensburg hat voreilig entschieden, ohne rechtliche Grundlage, ohne Bürgerbeteiligung, ohne Bedarfsanalyse, ohne Kostenkalkulation und ohne DIN‑Konformität.Meinung des Bloggers
Der Gemeinderat Ravensburg soll bereits beschlossen haben, die Oberschwabenhalle (OSH) künftig als reine Sporthalle zu nutzen. Ein solcher Beschluss hätte meines Erachtens jedoch rechtlich nicht gefasst werden dürfen: Eine laufende Petition – eingereicht über Change.org und an den Landtag Baden‑Württemberg adressiert – blockiert das Verfahren und hätte zwingend vorab behandelt werden müssen. Bis heute, Anfang Herbst 2026, ist dies nicht geschehen. Hinzu kommen gravierende planerische, funktionale und finanzielle Widersprüche: Der Schulweg zur OSH dauert für Klassen mindestens 30 Minuten, Vereine haben keinerlei Nutzungskonzepte vorgelegt, die Bevölkerung wurde nicht beteiligt, und die Umbaukosten nach DIN‑Normen wären nach meinen Schätzungen exorbitant. Das Land Baden‑Württemberg fördert Neubauten kommunaler Sporthallen – nicht aber Umbauten. Die OSH selbst steht mit einer riesigen Südfensterfront da, die im Sommer Hitze und im Winter Blendung erzeugt.
Also habe ich gründlich recherchiert und bin aufgrund der DIN-Vorschriften und Anforderungen für und an eine Sporthalle zu dem Ergebnis gekommen, dass es hochgradig unverantwortlich und auch extrem widersinnig wäre, die OSH so zu entweihen. Leider kann ich mich daher des Eindrucks nicht erwehren, dass die Stadtspitze wieder einmal ein überteuertes Sanierungsprojekt plant, um die Bauwirtschaft der Region zu befriedigen - verpackt in eine angeblich geniale Lösung.
I. Juristische Ausgangslage: Ein Beschluss ohne tragfähige Rechtsgrundlage
Die rechtliche Bewertung ist eindeutig: Eine Petition, die den Landtag adressiert und eine kommunale Entscheidung betrifft, entfaltet eine aufschiebende Wirkung, solange sie nicht behandelt wurde
Blogger: „… da diesem Beschluss eine Petition … im Wege steht, die hätte zuvor behandelt werden müssen.“ (siehe oben)
Damit ist der Gemeinderatsbeschluss meiner Meinung nach formell rechtswidrig. Er verstößt gegen elementare Grundsätze des Verwaltungsverfahrensrechts:
Verfahrenshindernis ignoriert
Petitionsrecht missachtet
Beteiligungsrechte der Bevölkerung übergangen
Ein Beschluss, der unter einem solchen Verfahrensfehler zustande kommt, ist anfechtbar und im Ergebnis nichtig, wenn er auf dem Fehler beruht – was hier offensichtlich der Fall ist.
II. Die OSH und die DIN‑Realität: Ein Umbau, der faktisch einem Neubau entsprichtDie OSH ist eine Eventhalle. Eine Sporthalle ist ein normiertes Bauwerk. Beide Kategorien sind bautechnisch, funktional und rechtlich nicht kompatibel.
Einschlägige Dokumente führen aus:
„Eine Sporthalle sollte aus verschiedenen Komponenten bestehen … Beleuchtung … Sportbodensysteme … Klimatechnik … Sanitäranlagen … Schallschutz … Raumakustik.“
Die OSH besitzt keine dieser sporthallenspezifischen Standards.
1. Hallentypen nach DIN 18032 – und die OSH passt in keinen davon„Kleine Sporthalle: 15 × 27 m … Mittlere Sporthalle: 22 × 45 m … Große Sporthalle: 27 × 45 m … Doppelsporthalle: 2 × 22 × 45 m.“
Die OSH ist zwar groß, aber nicht teilbar, nicht normgerecht, nicht mit Sicherheitszonen ausgestattet, nicht mit Sportboden versehen, nicht mit normgerechter Hallenhöhe für Wettkampfsport.
Sie ist in dieser Form und diesem Zustand kein Hallentyp, der in Deutschland für eine Sporthalle zulässig wäre.
III. Die Kosten: Ein Umbau, der die Stadt in ein 10‑ bis 20‑Millionen‑Projekt zwingtDer zentrale investigative Befund: Die Stadt hat zu keinem der zwingenden Kostenpunkte Angaben gemacht – obwohl diese vor einer Beschlussfassung hätten vorliegen müssen. Das holt nun für die Öffentlichkeit der Internetblog "Schussental-Medial" nach.
Meine weiteren Recherchen halten Folgendes fest: (Die Preisangaben sind geschätzt)
1. Sportboden nach DIN V 18032‑2„Bodenbelag: flächenelastisch, gelenkschonend …“
Kosten für die OSH‑Fläche:
Material + Einbau: 600.000 – 1,2 Mio. Euro
Untergrundsanierung: 300.000 – 600.000 Euro
Gesamt: 1,5 – 2,2 Mio. Euro
Sporthallen müssen blendfrei sein. Die OSH hat eine riesige Südfensterfront.
Kosten:
Normgerechte Beleuchtung: 300.000 – 600.000 Euro
Sonnenschutzsysteme: 200.000 – 400.000 Euro
„Lüftungsanlagen nach DIN 1946‑4.“
Kosten:
Neue Lüftungsanlage: 1,5 – 3 Mio. Euro
Anpassung der bestehenden Kanäle: 300.000 – 600.000 Euro
„Jede Sporthalle muss über mindestens zwei Umkleideräume verfügen … Wasch‑ und Duschräume … barrierefreie Toiletten.“
Kosten:
Umkleiden + Duschen: 2 – 4 Mio. Euro
Barrierefreie Anlagen: 300.000 – 600.000 Euro
„Raumakustik … Schallschutz … Nachhallzeiten …“
Kosten:
Akustikmaßnahmen: 500.000 – 1,5 Mio. Euro
„Gaslöschanlagen … Fluchtwege … Brandmeldeanlagen.“
Kosten:
Brandschutzumbau: 400.000 – 1 Mio. Euro
Kosten:
Sicherheitszonen: 150.000 – 300.000 Euro
versenkbare Säulen: Kosten unbekannt
Sportgeräte (dito)
„Rollstuhlgerechte Zugänge, Duschen und WC‑Anlagen sind verpflichtend.“
Kosten:
Barrierefreiheit: 300.000 – 600.000 Euro
Der Hallenboden sollte rollstuhlgerecht sein.
Klarstellung:
„Das B‑Land BW gewährt Zuschüsse … nicht aber für einen solchen geplanten Umbau!“ (siehe oben)
Damit trägt Ravensburg die gesamten Kosten allein. Dazu kommen noch die grundsätzlichen Sanierungskosten am Gebäudekörper. (5 Millionen?)
IV. Der Schulweg – ein organisatorischer Schildbürgerstreich„… der Weg vom Klassenraum zur OSH hin und zurück mindestens 30 Minuten …“ (siehe oben)
Damit verliert jede Doppelstunde Sport ein Drittel oder gar die Hälfte der Unterrichtszeit. Das ist pädagogisch untragbar und organisatorisch absurd.
V. Die Vereine – keine Nachfrage, keine Konzepte„… Sportvereine offenbar keine konkreten Events … geplant …“ (siehe oben)
Eine Sporthalle dieser Größenordnung ohne entsprechende Nutzung ist kein Sportprojekt – sondern ein teurer Leerstand.
VI. Die Bevölkerung – erneut übergangenDie OSH ist ein emotionales Ravensburger Identitätsprojekt. Dass die Stadtspitze die Bürgerinnen und Bürger nicht einbezogen hat, ist politisch fahrlässig und kommunikativ unklug.
VII. Fazit: Die OSH als Sporthalle ist fachlich falsch, finanziell ruinös und politisch unklug„… hochgradig unverantwortlich und auch extrem widersinnig …“ (dito)
Die OSH ist keine Sporthalle – und sie wird auch durch Millioneninvestitionen keine werden. Der Gemeinderat hat voreilig entschieden, ohne rechtliche Grundlage, ohne Bürgerbeteiligung, ohne Bedarfsanalyse, ohne Kostenkalkulation und ohne DIN‑Konformität.
Finale Bewertung des BloggersBei mir persönlich entsteht daher der Eindruck, dass die Stadtspitze ein überteuertes Sanierungsprojekt plant, um die Bauwirtschaft der Region zu befriedigen.
Die Umnutzung der OSH zu einer Sporthalle ist zu diesem Zeitpunkt (23.9.2026) meines Erachtens rechtlich nicht zulässig, technisch nicht realisierbar, finanziell nicht verantwortbar und politisch nicht vermittelbar. Sie widerspricht den DIN‑Normen, den gesetzlichen Anforderungen, den pädagogischen Bedürfnissen, den finanziellen Möglichkeiten und den demokratischen Beteiligungsrechten.
Eine Sporthalle ist ein normiertes Bauwerk. Die OSH ist eine Eventhalle. Der Versuch, beides zu verschmelzen, führt zwangsläufig zu einem Projekt, das juristisch angreifbar, technisch unlogisch, finanziell ruinös und kommunalpolitisch unklug ist.
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Meine Recherchen
- Beleuchtung: Eine gute Beleuch
tung ist entscheidend für die Sicherheit und das visuelle Er lebnis während des Sports. - Schallschutz: Um Geräusche von
außen zu minimieren und ein a ngenehmes Spielerlebnis zu gew ährleisten. - Raumakustik: Um die Lautstärke
und die Lautbude der Spieler zu optimieren. - Diese Elemente sind entscheide
nd für die Planung und den Bau einer Sporthalle, um sicherzu stellen, dass sie für verschie dene Sportarten geeignet ist u nd die Spieler ein sicheres un d angenehmes Umfeld bietet.
Übersicht der Sporthallentypen
- Kleine Sporthalle (Einfachhalle)
- Abmessungen: 15 m x 27 m
- Hallenteile: 1
- Hallenhöhe: 5,5 m
- Zuschauermöglichkeiten: optional
- Zusatzräume: Hallenwartraum, Krafttrainingsraum, Umkleiden, Wasch-/Duschraum, Jugend-/Mehrzweckraum, Geräteraum, Materialraum
- Mittlere Sporthalle
- Abmessungen: 22 m x 45 m
- Hallenteile: 2 oder 3
- Hallenhöhe: 7,0 m
- Zuschauermöglichkeiten: bei Bedarf
- Zusatzräume: wie bei der kleinen Halle, teilweise erweiterbar
- Große Sporthalle
- Abmessungen: 27 m x 45 m
- Hallenteile: 3
- Hallenhöhe: 7,0 m
- Zuschauermöglichkeiten: mit Tribüne möglich
- Zusatzräume: wie bei mittlerer Halle, inklusive Krafttrainingsraum und Mehrzweckraum
- Doppelsporthalle
- Abmessungen: 2 x 22 m x 45 m oder 2 x 27 m x 45 m
- Hallenteile: 4 bis 6
- Hallenhöhe: 7,0 m pro Halle
- Zuschauermöglichkeiten: bei Bedarf, teilweise Tribüne
- Zusatzräume: erweiterte Ausstattung für Vereine und Schulen, inklusive Material- und Geräteraum, Krafttrainingsraum, Mehrzweckraum
- Bodenbelag: Flächenelastisch, gelenkschonend, z. B. DLW Colorette Sport Linoeum 4 mm
- Beleuchtung: Indirekt, blendfrei, keine störende Sonneneinstrahlung
- Fenster und Belüftung: Optimierte Tageslichtnutzung, Oberlichtfensterbänder, elektrisch gesteuerte Lüftungssysteme
- Barrierefreiheit:
Krafttrainings- und Mehrzweckräume sind barrierefrei - Sicherheits- und Bauvorschriften: DIN- und EN-Normen, Unfallversicherungsvorschrifte
n, Sonnenschutz, Beschilderung und Sauberlaufzonen
Diese Typenliste dient als Grundlage für die Planung, den Bau und die Ausstattung von Sporthallen in Schulen, Vereinen und öffentlichen Einrichtungen und kann je nach Standort und Nutzung angepasst werden
Übersicht der Hallentypen und Maße
| Hallentyp | Bruttofläche (m²) | Spielfeldgröße (m) | Nutzung / Sportarten |
|---|---|---|---|
| Einfachhalle | 28 × 16 | Basketball 26 × 14, Volleyball Kleinfeld, Unihockey Kleinfeld | Training, Wettkampf auf Kleinfeld |
| Doppelhalle A | 28 × 32 | Längs: Basketball 28 × 15, Quer: Basketball 26 × 14 | Wettkampf, Trainingszwecke |
| Doppelhalle B | 20 × 40 | Handball, Hallenfußball, Unihockey Großfeld, Hallenhockey | 1/3 Gerätehalle, 2/3 Ballsporthalle |
| Dreifachhalle | 49 × 28 | Basketball, Handball, Volleyball, Unihockey | Wettkampf auf nationaler/ internationaler Ebene |
Hinweise zur Planung:
- Die nutzbare Sportfläche entspricht der Nettofläche für Spiel und Sport, ohne Zuschauerbereiche, Zugänge oder Umgänge
- Bruttofläche: Nettofläche plus Verkehrsflächen, Tribünen, Umgänge; meist 60–80 % größer als die Nettofläche
- Hallenhöhe: Frei bespielbare Höhe richtet sich nach Sportart und Wettkampfreglementen
- Nebenräume: Umkleiden, Duschen, Lehrer-/Schiedsrichterraum, barrierefreie Zugänge sind nach DIN 18032 ff vorgeschrieben
- Sicherheitszonen: Für Wettkämpfe müssen Sicherheitszonen um Spielfelder eingeplant werden, abhängig von Sportart und nationalen/internationalen Reglementen ww.
turnhallenboden.ch .
- Für internationale Wettkämpfe unbedingt die aktuellen Reglemente der jeweiligen Sportverbände beachten.
- Barrierefreiheit: Rollstuhlgerechte Zugänge, Duschen und WC-Anlagen sind verpflichtend.
- Mehrzwecknutzung: Hallen können für verschiedene Sportarten und Veranstaltungen angepasst werden, wobei die Grundmaße und Sicherheitszonen eingehalten werden müssen
Diese Tabelle bietet eine kompakte Übersicht der Standardmaße und Planungsgrundlagen für Sporthallen nach DIN 18032, geeignet für Architekten, Planer und Sportstättenbauer.
Die DIN 18032 („Sporthallen – Hallen und Räume für Sport und Mehrzwecknutzung“) ist eine Norm für den Bau von Sporthallen und Räumen für Sport- und Mehrzwecknutzung. Sie unterscheidet vier wesentliche Sporthallentypen.

- Gilt für Schul‑, Vereins‑, Wettkampf‑, Breiten‑ und Freizeitsporthallen.
- Regelt Planungsgrundsätze, Raumgrößen, Ausstattung, technische Infrastruktur, Barrierefreiheit und Sicherheitsanforderungen.
- Bewegungsflächen und Sicherheitsabstände
- Beleuchtung, Heizung, Lüftung
- Raumakustik und Schallschutz
- Nebenräume (Umkleiden, Sanitärräume, Geräteräume)
- Anforderungen an Sportböden (über DIN V 18032‑2)
- Die Entwurfsfassung 2026 erweitert Nachhaltigkeit, Inklusion und Akustikvorgaben und weitere relevante Normen
- DIN V 18032‑2: Anforderungen an Sporthallenböden.
- DIN EN 1176: Sicherheit von Spielplatzgeräten (relevant für angeschlossene Bereiche). www.vibss.de
- DIN EN 15004‑1: Anforderungen an gasförmige Löschanlagen (Brandschutz). www.fv-
gebaeudeenergie-dresden.de - DIN 1946‑4: Raumlufttechnik (Lüftungsanlagen).
www.fv-gebaeudeenergie-dresden.de
Verkehrssicherungspflicht
Betreiber müssen sicherstellen, dass die Sporthalle gefahrlos nutzbar ist. Dazu gehören regelmäßige Prüfungen, Wartungen und Dokumentation.
www.vibss.de
- Anforderungen an sichere Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte, Trainer und Hallenpersonal.
- Betrifft u. a. Geräteprüfung, elektrische Anlagen, Fluchtwege.
www.vibss.de
- Vorgaben zu Fluchtwegen, Brandmeldeanlagen, Löschanlagen, Materialien und baulichem Brandschutz.
- Gaslöschanlagen nach DIN EN 15004‑1 möglich.
www.fv-gebaeudeenergie-dresden.de
Raumgrößen und Bewegungsflächen
- Maße und Sicherheitsabstände sind in DIN 18032‑1 Anhang A definiert.
www.baunormenlexikon.de
- Anforderungen an Tageslicht und künstliche Beleuchtung (Beleuchtungsstärken, Blendfreiheit) www.dinmedia.
de
- Vorgaben zu Luftqualität, Temperatur und Luftwechselraten.
- Lüftungsanlagen nach DIN 1946‑4.
www.fv-gebaeudeenergie-dresden.de
- Anforderungen an Nachhallzeiten, Schallabsorption und lärmarme Nutzung.
- In der neuen DIN 18032‑1 (2026‑08) erweitert. www.dinmedia.de
DIN 18032‑1 regelt u. a.:
- Umkleiden, Duschen, Sanitärräume
- Lehrer‑/Trainer‑/
Schiedsrichterräume - Geräteräume
- Zuschauerbereiche
- Barrierefreie Zugänge und Ausstattung
- Regelmäßige Prüfungen von Sportgeräten, Elektroanlagen, Brandschutztechnik.
- Dokumentationspflichten (Wartung, Prüfberichte, Gefährdungsbeurteilungen).www
.vibss.de
Die DIN‑Normen und gesetzlichen Vorgaben bilden zusammen den verbindlichen Rahmen für Planung, Bau, Betrieb und Sicherheit von Sporthallen in Deutschland.
Funktionsräume: Richtlinien und EmpfehlungenUnabhängig von der Ausrichtung einer Sporthalle steht fest, dass vor dem Bau einer Halle gemäß der Mehrzwecknutzung zwingend Funktionsräume in den Planungsprozess mit einbezogen werden müssen. Gemäß DIN 18032-01 sind Hallen und Räume der Größe und Anzahl entsprechend mit einer Zuschaueranlage sowie Nebenräumen zu ergänzen. Dabei gilt es, bauliche Anforderungen nach DIN zu berücksichtigen.
So muss jede Sporthalle gemäß der Norm über mindestens zwei Umkleideräume verfügen; diese sind nach Geschlechtern getrennt zu konzipieren. Als Umkleideraum ist die Verbindungszone zwischen dem Straßen- und dem Turnschuhbereich gemeint (s. Skizze). Die Anzahl und die Größe der Umkleideräume sind indes an der Größe des Hallentyps sowie der Teilbarkeit zu orientieren. Weitere Anforderungen sind für Menschen mit besonderen Bedürfnissen festgelegt.
Die Anzahl der Umkleideplätze richtet sich dabei, wie bereits erwähnt, nach der Größe und Art der Sporthalle. Bei einer Einfachhalle (15 x 27 m) sind zwei Räume à 15 Plätze vorgeschrieben. Selbiges gilt ebenso für eine Halle, die 22 x 44 m misst. Bei einer Zweifachhalle mit 22 x 44 m gibt es mehrere Möglichkeiten: So sind etwa zwei Räume à 30 Plätze, oder ein Raum mit 30 Plätzen und zwei Räume mit je 15 Plätzen vorzusehen. Bei einer Dreifachhalle (Maße 27 x 45 m) sind entweder drei Räume mit 30 Plätzen, oder zwei Räume mit 30 Plätzen und zwei Räume mit 15 Plätzen vorgeschrieben.
Sanitäranlagen
Informationen zur nachhaltigen Planung von Umkleiden und Sanitärräumen
Badischer Gemeindeunfall-
• Checkliste für Sporthallen
Deutsche gesetzliche Unfallversicherung
• Sportstätten und Sportgeräte, Hinweise zur Sicherheit und Planung (GUV-SI 8044)
• Bodenbeläge für nassbelastete Barfußbereiche (GUV-I 8527) (www.publikationen.dguv.de)
Deutsches Institut für Normierung e.V. (DIN)
• DIN 58125 Schulbau – bautechnische Anforderungen zur Verhütung von Unfällen (Kapitel „Sportstätten – Zusätzliche Anforderungen)
Umweltbundesamt (UBA)
• Leitfaden für die Innenraumhygiene in Schulgebäuden (www.umweltbundesamt.de)
Zudem ist jedem Umkleideraum in einer Sporthalle unmittelbar ein Wasch- und Duschraum zuzuordnen. Analog zu den Umkleideräumen richtet sich auch hier die Anzahl der erforderlichen Sanitär-Einrichtungen nach dem Typus und der Größe der Sporthalle. Aus einer 2014 aktualisierten Normfassung resultiert die Möglichkeit einer zweibündigen Anordnung sowie der Teilbarkeit der Wasch- und Duschräume. Zusätzlich sind darin überarbeitete Anforderungen in den Bereichen spritzwassergeschützte Ablagen, rutschhemmende Fußbodenbeläge sowie an die Aufbewahrung von Duschrollstühlen oder -rollbrettern benannt. Auch sollten heute erweiterte Funktionen in die Planung mit einbezogen werden, wozu etwa Wickelgelegenheiten oder Einrichtungen für Menschen mit Migrationshintergrund sowie Menschen unbestimmten Geschlechts zählen. Konkrete Festlegungen sind hier indes nicht in einer Norm enthalten. Was in puncto nachhaltiger Funktionsräume sicherlich bedacht werden sollte, sind barrierefreie Toiletten, die zusätzlich mit einer Duscheinheit ausgestattet werden können. Zusätzlich ist es empfehlenswert, die barrierefreien Zugänge im Verbindungsgang zwischen dem Eingangsbereich und der Halle anzuordnen.
DIN 18032-01
Die DIN 18032-01 „Sporthallen – Hallen und Räume für Sport und Mehrzwecknutzung – Teil 1: Grundsätze für die Planung“ umfasst die folgenden Nebenraumfunktionen:
• Eingangsbereich,
• Umkleideräume,
• Sanitärräume,
• Lehrer-, Übungsleiter- und Schiedsrichterraum,
• Regieraum (optional als eigenständiger Raum),
• Lagerräume,
• Hallenwartraum (optional in Funktionseinheit mit Erste-Hilfe-Raum und Regieraum),
• Reinigungsgeräte- und Putzmittelraum,
• Geräteräume,
• Zuschaueranlagen,
• Räume für außersportliche Nutzung,
• Räume für gastronomische Versorgung
• Und Technikräume
Die Norm betrifft Sporthallen und Sporträume für Schulsport, Wettkampfsport, Vereinssport, Breitensport, Freizeitsport sowie Sport für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Ferner könnte es ratsam sein, im Falle einer Konzeption der Damentoiletten als Sammelanlagen, jeweils in den Kabinen Handwaschbecken zu installieren. Unbestritten zählen zu den Funktions- und Nebenräumen einer Sporthalle nicht nur Sanitär-Einrichtungen sowie Umkleideräume. Weitere Nebenraumfunktionen nach DIN 18032-01 bildet die nebenstehende Aufstellung ab.

