Der BĂŒrger und die BĂŒrgerin als SCHULDSKLAVEN der Politik ...
Es gibt Begriffe, die wir fĂŒr ĂŒberwunden halten, weil sie nach Antike, Mittelalter und lĂ€ngst vergangenen Imperien klingen. Schuldsklaven zum Beispiel. Menschen, die ihre Freiheit verloren, weil sie ihre Schulden nicht begleichen konnten und nun. Ein drastisches Wort, ein dunkles Kapitel der Menschheitsgeschichte. Und doch â wer heute genau hinhört und hinschaut, wer die politische Wirklichkeit nĂŒchtern betrachtet, erkennt: Das Prinzip lebt weiter. Nur die Kulisse hat sich geĂ€ndert.
Wir BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sind keine Sklaven im historischen Sinn. Aber wir sind in ein System eingespannt, das uns eine merkwĂŒrdige, demokratisch verkleidete Schuld zuweist: Wir haben gewĂ€hlt â und damit haben wir zu schweigen. So lautet die unausgesprochene Formel, die sich durch GemeinderĂ€te, Kreistage, Landtage und den Bundestag zieht wie ein feiner, aber zĂ€her Faden.
Alle vier oder fĂŒnf Jahre geben wir unsere Stimme ab. Ein Akt der Freiheit, ein Ritual der Demokratie. Die Kandidierenden versprechen uns in diesen Wochen alles: BĂŒrgernĂ€he, Transparenz, Klimaschutz, Frieden, soziale Gerechtigkeit. Manche schwören es sogar unter Eid. Doch kaum ist die Wahl vorbei, kaum sind die Sessel verteilt, die AusschĂŒsse besetzt, die DiĂ€ten erhöht, kippt die AtmosphĂ€re. Aus dem Versprechen wird eine Erwartung. Aus der Erwartung eine Forderung. Aus der Forderung eine Schuld.
âIhr habt uns gewĂ€hlt â also lasst uns in Ruhe arbeiten.â So klingt es, wenn BĂŒrger Kritik Ă€uĂern. âIhr blockiert uns mit euren E-Mails, Petitionen und Anrufen.â So klingt es, wenn BĂŒrger ihr Recht auf Mitsprache wahrnehmen. âIhr seid uns etwas schuldig, weil wir uns fĂŒr euch einsetzen.â So klingt es, wenn MandatstrĂ€ger vergessen, wer der SouverĂ€n ist.
Und wĂ€hrend wir angeblich âschuldigâ sind, zahlen wir tatsĂ€chlich: Wir zahlen Steuern, die Kriege finanzieren, Prestigeprojekte ermöglichen und politische Lebensstile, die man freundlich als âKaviar statt Aldi-Marmeladeâ beschreiben könnte. Wir zahlen fĂŒr Missmanagement, das nicht nur Haushalte austrocknet, sondern auch FlĂŒsse und Seen, weil Ăkonomie weiterhin ĂŒber Ăkologie gestellt wird. Wir zahlen fĂŒr Fehlentscheidungen, die uns als alternativlos verkauft werden. Wir zahlen fĂŒr BĂŒrokratien, die uns belehren, statt uns zu dienen. Und "on top" wird von uns verlangt, mehr und lĂ€nger zu arbeiten. So, als seien wir tatsĂ€chlich "schuld" an dieser Krise.
Doch das Entscheidende ist: Wir zahlen auch mit unserer Geduld. Mit unserer Zeit. Mit unserer demokratischen Hoffnung.
Denn wenn wir kritisieren, werden wir behandelt wie lĂ€stige GlĂ€ubiger, die ihre Forderungen zu laut einfordern. Dabei ist es genau andersherum: Wir sind die GlĂ€ubiger. Die Politikerinnen und Politiker sind die Schuldner. Sie schulden uns Transparenz, Respekt, Mitsprache, Gemeinwohlorientierung. Sie schulden uns die ErfĂŒllung der Aufgaben, fĂŒr die wir sie gewĂ€hlt haben â nicht die ErfĂŒllung ihrer eigenen KarriereplĂ€ne.
Die demokratische AbsurditÀt besteht darin, dass die Rollen vertauscht wurden. Wir sollen zahlen und "zahlen", schweigen und warten. Sie sollen entscheiden, gestalten und herrschen. Und wer das kritisiert, wird als Störenfried markiert.
Doch Demokratie ist kein Schweigekontrakt. Demokratie ist kein Schuldschein. Demokratie ist kein Mandat zur Selbstherrlichkeit. Nicht in Berlin, nicht in Stuttgart und nicht in Ravensburg.
Demokratie ist ein Auftrag â und zwar unser Auftrag an sie, nicht ihr Auftrag an uns.
Solange MandatstrĂ€ger solche BĂŒrgerbeteiligung als BelĂ€stigung empfinden, solange Kritik als Angriff gilt und Transparenz als Zumutung, solange wird die Schuldsklaven-Metapher nicht nur rhetorisch, sondern politisch treffend bleiben.
Aber wir können sie durchbrechen. Indem wir uns nicht einschĂŒchtern lassen. Indem wir unsere Rechte einfordern. Indem wir uns nicht zu Schuldnern erklĂ€ren lassen, wo wir die GlĂ€ubigen sind.
Denn eines ist sicher: Die Demokratie gehört nicht denen, die sie verwalten. Sie gehört denen, die sie tragen.
EXKLUSIV đ Ravensburg-Eschach: Baugenehmigungsverfahren der Stadt erzĂŒrnt BĂŒrger und BĂŒrgerinnen und hinterlĂ€sst das GefĂŒhl von Ausgeliefertsein ...
Im Ravensburger Teilort Eschach sorgt das Bauvorhaben in der OttoâTimmeâStraĂeâŻ4 seit Wochen fĂŒr erhebliche Irritationen in der Nachbarschaft. Mehrere Anwohner der direkt angrenzenden Fidel-Berger-StraĂe berichten dem Blog SchussentalâMedial, sie seien ihrer Meinung nach von der Stadtverwaltung â insbesondere dem Bauordnungsamt â und der Ortsverwaltung Eschach nicht ausreichend gehört worden.
Einer der betroffenen Nachbarn schildert in seiner Korrespondenz mit dem Blog, dass die Genehmigung kurz vor dem Rutenfest 2026 und unmittelbar vor den Sommerferien erteilt worden sei. Nach seiner Darstellung sei die Entscheidung âpolitisch vorab festgelegtâ worden, obwohl das Vorhaben nach dem regulĂ€ren Baurecht nicht genehmigungsfĂ€hig gewesen wĂ€re. Er verweist zudem auf WidersprĂŒche zwischen dem Bescheid und den öffentlich einsehbaren Geodaten der Stadt.
Die Vorgeschichte lĂ€sst sich anhand der - durch die betroffenen BĂŒrger - bereitgestellten und dem Blog vorliegenden Unterlagen wie folgt rekonstruieren:
20. Juni 2026 â RĂŒckmeldung aus dem Technischen AusschussEin Mitglied des Technischen Ausschusses teilt den betroffenen Anwohnern mit, dass die Genehmigung âentsprechend der Zielrichtung des Bauturbosâ erteilt werde. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass das Vorhaben nach bisherigem Baurecht nicht zulĂ€ssig gewesen wĂ€re, jedoch durch Befreiungen ermöglicht werden könne.
6. August 2026 â Schreiben der Ortsverwaltung EschachDie Ortsverwaltung von Eschach bestĂ€tigt, dass die Einwendungen der Nachbarschaft bekannt seien. Gleichzeitig erklĂ€rt der Ortsvorsteher, dass die Ortsverwaltung âfunktional nicht gegen die eigenen Kollegenâ vorgehen könne und keine anwaltliche Vertretung der BĂŒrgerschaft sei. Aus der Nachbarschaft wird dies als strukturelles Problem empfunden. Den Betroffenen wurde in der Korrespondenz mangelnde Fairness vorgeworfen, weil diese ihre Fragen auch an OB und Gemeinderat gerichtet haben, aber die Ortsverwaltung nicht darĂŒber informiert habe.
6. August 2026 â Einwand der Nachbarschaft an den BaubĂŒrgermeisterEiner der betroffenen Nachbarn kritisiert gegenĂŒber BaubĂŒrgermeister Bastin, dass die genehmigte Nachverdichtung den stĂ€dtischen Leitlinien zur Entsiegelung widerspreche. Er befĂŒrchte, dass die genehmigte GelĂ€ndeaufschĂŒttung sein tieferliegendes GrundstĂŒck bei Starkregen gefĂ€hrden könnte. Er verweist auĂerdem auf aus seiner Sicht problematische Pflanzauflagen, die zu Unterschreitungen von GrenzabstĂ€nden nach dem Nachbarrechtsgesetz fĂŒhren könnten.
7. August 2026 â Antwort des BaubĂŒrgermeisters (einen Tag vor dessen beginnenden Urlaubs wie er selbst schreibt)Der BaubĂŒrgermeister betont in seiner schriftlichen Antwort, dass die Stadt aufgrund des Wohnraummangels bewusst Befreiungsmöglichkeiten nutze. Er versichert, dass das Bauordnungsamt die rechtlichen Grenzen sorgfĂ€ltig geprĂŒft habe. Sachliche Nachbarkritik an dieser Vergabepraxis wird in dem Schreiben bedauerlicherweise als bloĂe 'wahrgenommene persönliche, politische Motivation' eingeordnet â mit dem Hinweis, es stehe dem BĂŒrger frei, den Rechtsweg zu beschreiten.
Mehrere Nachbarn berichten, dass sie aufgrund der Ferienzeit keine anwaltliche UnterstĂŒtzung finden konnten. Die Klagefrist fĂ€llt in die Sommerferien, was die Situation zusĂ€tzlich erschwert.
Die ungeklĂ€rten Kernfragen der betroffenen Nachbarschaft lassen sich wie folgt zusammenfassen:Wahrgenommener Widerspruch zwischen Klimazielen und Genehmigungspraxis. Die Anwohner weisen darauf hin, dass die Stadt zwar stĂ€dtische Projekte zur Entsiegelung und SchwammstadtâEntwicklung vorgenommen hat, die Genehmigung in Eschach jedoch als unvereinbar mit diesen Leitlinien empfindet.
Fragen zur ZulĂ€ssigkeit der Nachverdichtung. Nach EinschĂ€tzung der Nachbarn wĂ€re das Vorhaben nach bisherigem Baurecht nicht genehmigungsfĂ€hig gewesen. Er möchte wissen, ob die Befreiungen im Rahmen des âBauturbosâ korrekt angewendet wurden.
Sorge wegen der GelĂ€ndeaufschĂŒttung. Einer der Betroffenen befĂŒrchtet, dass sein tieferliegendes GrundstĂŒck bei Starkregen stĂ€rker gefĂ€hrdet sein könne und fragt, ob die Auswirkungen auf den Wasserabfluss ausreichend geprĂŒft wurden.
Unklarheiten zu Pflanzauflagen und GrenzabstĂ€nden. Die Anwohner weisen darauf hin, dass die Auflagen F2 und F3 aus ihrer Sicht zu Konflikten mit dem Nachbarrechtsgesetz fĂŒhren könnten.
Wahrgenommene fehlende UnterstĂŒtzung durch die Ortsverwaltung. Die Aussage, man könne ânicht gegen die eigenen Kollegen vorgehenâ, empfindet sie als strukturelle Benachteiligung von BĂŒrgern.
Zeitpunkt der Zustellung der Baugenehmigung. Die Zustellung kurz vor dem Rutenfest und die Klagefrist in den Sommerferien sehen die Betroffenen als fĂŒr BĂŒrger ungĂŒnstig.
Erschwerte anwaltliche Vertretung. Aufgrund der Ferienzeit hÀtten mehrere AnwÀlte keine Mandate angenommen.
Wunsch nach fachaufsichtlicher PrĂŒfung. Die Betroffenen bitten darum, dass der BaubĂŒrgermeister den Bescheid persönlich prĂŒft.
Die Angelegenheit wurde dem RegierungsprĂ€sidium zur PrĂŒfung vorgelegt. Dies sagte eine PrĂŒfung und Mitteilung des Ergebnisses zu.
Die wiedergegebenen Punkte beruhen auf den Informationen und Bewertungen der betroffenen BĂŒrger.
Es werden keine RechtsverstöĂe behauptet, sondern Fragen formuliert, die aus Sicht der betroffenen Nachbarschaft an den BaubĂŒrgermeister ungeklĂ€rt sind.
Die Stadtverwaltung betont, dass sie nach geltendem Recht handelt und die gesetzlichen Grenzen prĂŒft.
Der Fall zeigt exemplarisch, wie komplex die Anwendung neuer Befreiungsinstrumente (âBauturboâ) im nachbarschaftlichen Kontext sein kann.
Mehrere betroffene Nachbarn erwĂ€gen nun, eine formwahrende Klage beim Verwaltungsgericht Sigmaringen einzureichen, um die offenen Fragen rechtlich prĂŒfen zu lassen
-------------------------------------------
Aktualisiert: Menschenverachtender Leserbrief >>> Protestbrief an die Redaktion Ravensburg der "SchwÀbischen Zeitung"
Betreff: Verantwortung gegenĂŒber MenschenwĂŒrde und öffentlicher Debatte â Kritik am veröffentlichten Leserbrief zum Thema âHitzeschutz im GefĂ€ngnisâ
Sehr geehrte Redaktion der "SchwÀbischen Zeitung" Ravensburg, sehr geehrte Damen und Herren,
mit groĂer Irritation und wachsender Besorgnis habe ich den von Ihnen zur Veröffentlichung abgedruckten Leserbrief vom 14. August 2026 zum Artikel âHitzeschutz im GefĂ€ngnis â UnertrĂ€gliche ZustĂ€ndeâ (SZ vom 4. August 2026) online gelesen. Die TonalitĂ€t dieses Leserbriefs ĂŒberschreitet aus meiner Sicht eine Grenze, die eine demokratische und menschenrechtsorientierte Zeitung nicht ĂŒberschreiten darf.
Zum Leserbrief
Der Leserbrief, den die SchwÀbische Zeitung am 14. August 2026 veröffentlicht hat, enthÀlt im Kern folgende Aussagen:
Der Verfasser kritisiert die Forderung nach klimatisierten HaftrĂ€umen und stellt die Justizvollzugsanstalt als Ort dar, der kein âWellnessâTempelâ sei.
Er behauptet, Gefangene hĂ€tten sich âgegen die Gesellschaft entschiedenâ und mĂŒssten deshalb mit schlechteren Bedingungen zurechtkommen.
Aus dieser Haltung leitet er ab, dass HitzeschutzmaĂnahmen fĂŒr Inhaftierte ĂŒbertrieben seien und Wasser aus dem Hahn ausreichen mĂŒsse.
Zudem stellt er GefÀngnisse rhetorisch gegen andere Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeheime und KindergÀrten, um zu suggerieren, dass dort der Bedarf an Klimatisierung höher sei.
Die Petition des Rechtsanwalts Burkhart zum Hitzeschutz in Haftanstalten bezeichnet er als ânicht sinnvollâ.
Der Leserbriefschreiber bezeichnet eine Justizvollzugsanstalt also als einen Ort, der kein âWellnessâTempelâ sei, und impliziert damit, dass die GefĂ€ngnisinsassen der JVA mit ihrer Forderung nach klimatisierten Zellen in dramatischen Hitzeperioden einen ĂŒberhöhten Luxus einfordern wollten. Weiter meint er, dass Menschen, die sich gegen die Gesellschaft entschieden hĂ€tten (die JVA-Insassen), mit anderen Bedingungen zurechtkommen mĂŒssten. Mit dieser seiner Meinung leitet er ganz offensichtlich (!) die zynische Schlussfolgerung ab, dass Gefangene keine wirkliche AbkĂŒhlung (dito) verdienen und Wasser aus dem Kran genĂŒgen mĂŒsse.
Diese Aussagen sind diskriminierend, menschenverachtend und sie bedienen sich eines Denkens, das Menschen in Haft nicht mehr als BĂŒrger im Sinne des deutschen Grundgesetzes betrachtet. Die schriftlich fixierten ĂuĂerungen des Leserbriefschreibers sind zudem die Klientel der JVA gefĂ€hrdend, weil sie die realen Risiken extremer Hitze â bis hin zum möglichen Hitzetod â bagatellisieren. In einem Sommer, in dem Deutschland erneut Rekordtemperaturen erlebt, ist es verantwortungslos, die gesundheitliche GefĂ€hrdung von Gefangenen als Nebensache abzutun. Dass Sie diesen Leserbrief ausgerechnet auf der Spitze der seit Ende Mai 2026 wiederkehrenden Hitzewellen (6) veröffentlichen, zeugt von fehlendem FeingefĂŒhl und ist geschmacklos.
1. MenschenwĂŒrde ist unteilbar â auch im Strafvollzug
Artikel 1 des Grundgesetzes gilt fĂŒr alle Menschen, unabhĂ€ngig von Schuld, Status oder Lebenssituation. Die Vorstellung, dass Menschen in Haft âkeine AbkĂŒhlung verdienenâ, widerspricht nicht nur der MenschenwĂŒrde, sondern auch dem Rechtsstaat. Der Staat darf Freiheitsrechte entziehen â aber niemals die körperliche Unversehrtheit.
2. GefÀngnisinsassen gegen andere gesellschaftliche Gruppen auszuspielen ist unredlich
Der Leserbrief stellt GefĂ€ngnisse gegen Kliniken, Pflegeheime und KindergĂ€rten. Diese rhetorische GegenĂŒberstellung ist demagogisch und moralisch fragwĂŒrdig. Eine demokratische Gesellschaft darf keine Gruppe gegen eine andere ausspielen, schon gar nicht solche, die besonders vulnerabel sind. Jede dieser Gruppen hat eine Lobby verdient â auch GefĂ€ngnisinsassen.
3. Die SZ trĂ€gt Verantwortung fĂŒr die QualitĂ€t der öffentlichen Debatte
Es ist legitim, kontroverse Meinungen abzudrucken. Es ist aber nicht legitim, menschenverachtende Narrative zu normalisieren.
Die Veröffentlichung dieses Leserbriefs sendet das Signal, dass es akzeptabel sei, Menschen im Strafvollzug als BĂŒrger zweiter Klasse zu behandeln. Das ist nicht nur journalistisch bedenklich â es ist gesellschaftlich gefĂ€hrlich.
4. Die Petition des Rechtsanwalts Burkhart ist ein legitimes Anliegen
Der Leserbrief diffamiert die Petition als ânicht sinnvollâ. TatsĂ€chlich fordert sie etwas, das in einem Rechtsstaat selbstverstĂ€ndlich sein sollte: verbindliche Regeln zum Schutz der Gesundheit von Menschen in Haft bei extremer Hitze.
Dass weder die JVA Ravensburg noch das Land die Temperaturen in HaftrĂ€umen systematisch erfassen, ist ein strukturelles Problem â kein Luxuswunsch.
Mein Appell an die Redaktion
Ich bitte Sie eindringlich, die Kriterien zu ĂŒberdenken, nach denen Leserbriefe ausgewĂ€hlt werden. Kritik ist notwendig, auch harte Kritik â aber sie darf niemals die Grenze zur Entmenschlichung ĂŒberschreiten.
Eine Zeitung wie die "SchwĂ€bische" sollte RĂ€ume fĂŒr Debatten öffnen, nicht fĂŒr Diskriminierung. Sie sollte die Schwachen schĂŒtzen, nicht die Starken bestĂ€tigen. Und sie sollte die MenschenwĂŒrde verteidigen â gerade dort, wo sie am leichtesten verletzt wird.
Mit nachdrĂŒcklichen GrĂŒĂen,
Stefan Weinert Blogger, Ravensburg SchussentalâMedial
Rasen mĂ€hen und Kanten schneiden bei "Nullwachstum" aufgrund der DĂŒrre ... Eine weitere unsinnige MaĂnahme der Stadt Ravensburg ...
Der Blogger lebt in der nördlichen Nordstadt von Ravensburg. In "seiner" StraĂe stehen auf der gegenĂŒberliegenden Seite HĂ€user mit stĂ€dtischen Wohnungen. Bekanntlich befindet sich auch des Bloggers Quartier seit Mitte Mai in der fĂŒnften (manche reden bereits von der sechsten) Hitzeperiode. In dieser Zeit = drei Monate, hat es so gut wie nicht geregnet und sĂ€mtliche RasenflĂ€chen - auch die bei des Bloggers Haus - sind sichtbar fĂŒr alle und nach meinen Beobachtungen seit Mitte/Ende Juni verdorrt und zeigen eine gelblich-braune Farbe. Das einst grĂŒne Gras ist nicht nur restlos vertrocknet, sondern es ist auch nicht gewachsen. Jedenfalls nicht in dem MaĂe, dass man es Mitte August hĂ€tte schneiden können respektive hĂ€tte schneiden mĂŒssen. Im Gegenteil. jeder Millimeter Gras und auch Unkraut ist gerade zu dieser Zeit wichtig.
Aber genau das ist heute Mittag geschehen. Der Blogger traute seinen Ohren nicht, als der heulende RasenmĂ€her ĂŒber die versteppten FlĂ€chen fuhr und der zischende Kantenschneider auch noch die Reste von Natur entfernte. Und hinterher natĂŒrlich der LaubblĂ€ser! Ganz einmal davon abgesehen, dass MĂ€her und Schneider und BlĂ€ser mit fossilem Kraftstoff betrieben werden, die die +30 Grad Celsius im Schatten noch befeuert und die Gegend in einen Benzin-Diesel-Duft getaucht haben.
Und natĂŒrlich entstehen dadurch auch Kosten, die man sich hĂ€tte sparen können. Denn es sind Steuergelder. Nun gibt es in Ravensburg jede Menge stĂ€dtischer RasenflĂ€chen. Werden die wohl auch heute, morgen, ĂŒbermorgen bearbeitet? Diese Kosten - wie hoch auch immer - wĂ€ren besser in die gestrichene GrĂŒnpflege oder Hundekotbeutel investiert.
--------------------
Mögliche Gegenargumente der Stadt RV:
Wir haben keinen Einfluss auf die TĂ€tigkeit der dafĂŒr beauftragten Firma
Es ist Urlaubszeit und konnten deshalb nicht ...
Die Firma erhÀlt eine Jahrespauschale, ob sie mÀht oder nicht
...
INNEHALTEN - oder: "Weiter so!" - Die CHANCE, die niemand sehen und ergreifen will ...
Wir leben in einer Zeit, in der unsere Zukunft beginnt zu verbrennen. WĂ€hrend das Klima ganz offensichtlich den Kipppunkt ĂŒberschritten hat, wĂ€hrend Extremwetter nicht mehr Ausnahmen, sondern Struktur sind, wĂ€hrend die politischen Reaktionen zwischen Symbolpolitik und hektischen Aktionismus pendeln, liegt eine historische Möglichkeit direkt vor uns:
Die Chance, unser Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell so zu verÀndern, dass es uns nicht lÀnger zerstört.
Doch wir greifen nicht zu. Wir reden ĂŒber Wachstum, als wĂ€re es ein dauerndes Geschenk des Himmels. Wir reden ĂŒber Klimaschutz, als wĂ€re er ein lĂ€stiger Kostenfaktor. Und wir ĂŒbersehen, dass genau jetzt der Moment wĂ€re, in dem wir uns befreien könnten â von einem System, das uns ĂŒberfordert, erschöpft und letztlich existenziell bedroht. Diese Kolumne soll ein PlĂ€doyer dafĂŒr sein, die Chance dazu zu erkennen, bevor sie endgĂŒltig verloren ist.
Abgesehen davon, dass diese Re-Aktionen hinsichtlich der KlimaerwĂ€rmung als durchaus "schizophren" bezeichnet werden könnten: Niemandem - weder im Bund, noch im Land, noch in den Kommunen - kommt der Gedanke, dass dies die groĂe Chance ist, dem "Wirtschaftswahnsinn auf Kosten des Klimas" ein Ende zu setzen und ein wenig Bescheidenheit bezĂŒglich des verwöhnten Lebensstils zu zeigen. Fauna und Flora schreien um Hilfe, doch homo sapiens verschlieĂt die Ohren. Wir werden nicht verhungern, wenn die Schiffe auf dem Rhein nur zu einem FĂŒnftel beladen sind oder fĂŒr ein paar Tage gar nicht fahren. Wir werden deshalb auch nicht verdursten - es sei denn, wir betreiben weiter wie bisher Raubbau an der Natur. Auch HĂ€hnchenschenkel und Pizzen nicht. Doch die groĂe Chance wird verpasst ...
Wir leben in einer RealitĂ€t, in der âhöher, schneller, weiter und weiter soâ nicht mehr funktioniert, weil die planetaren Grenzen lĂ€ngst ĂŒberschritten sind. Eine RealitĂ€t, in der die Beschleunigung des Lebens nicht zu mehr Wohlstand fĂŒhrt, sondern zu Ăberforderung, Ausgrenzung und dem GefĂŒhl, dass wir uns selbst ausbrennen. Und eine RealitĂ€t, in der die ökologischen Lebensgrundlagen â Böden, Wasser, Artenvielfalt, Klima â nicht mehr still im Hintergrund funktionieren, sondern sichtbar kollabieren.
Wir stehen an einem historischen Punkt. Die Klimakrise ist kein Zukunftsszenario, sie ist Gegenwart. Die politischen Strukturen sind ĂŒberfordert. Die Gesellschaft ist erschöpft. Und gleichzeitig liegt eine Idee auf dem Tisch, die uns herausfĂŒhren könnte â wenn wir sie ernst nehmen wĂŒrden. Die Chance ist da. Aber sie ist nicht geduldig. Vielleicht ist das die eigentliche Tragik unserer Zeit: dass wir die Möglichkeit hĂ€tten, die Katastrophe zu verhindern â und sie trotzdem geschehen lassen.
Hier kommt das sogenannte "Postwachstum" ins Spiel. Eine eigentlich schon vor vielen Dekaden bereits propagierte Lebensform, die wir heute als die neue politische Philosophie des Zusammenlebens bezeichnen könnten. Sie ist keine akademische FingerĂŒbung. Sie ist der Versuch, die RealitĂ€t ernst zu nehmen. Eine RealitĂ€t, in der âhöher, schneller, weiter ...â nicht mehr funktioniert, weil die planetaren Grenzen lĂ€ngst ĂŒberschritten sind. Eine RealitĂ€t, in der die Beschleunigung des Lebens nicht zu mehr Wohlstand fĂŒhrt, sondern zu Ăberforderung, Ausgrenzung und dem GefĂŒhl, dass wir uns selbst ausbrennen. Und eine RealitĂ€t, in der die ökologischen Lebensgrundlagen â Böden, Wasser, Artenvielfalt, Klima â nicht mehr still im Hintergrund funktionieren, sondern sichtbar kollabieren.
Man/frau könnte dieses Postwachstum auch mit dem englischen Begriff "Degrowth" (wörtlich: Entwachstum) bezeichnen. Er bedeutet nicht Verzicht, sondern Befreiung. Ent-wachstum heiĂt, das Primat des Ăkonomischen zu brechen und die Frage zu stellen, wie ein gutes Leben fĂŒr alle aussehen kann. Es bedeutet, Achtsamkeit, SolidaritĂ€t, Kooperation und Respekt nicht als moralische Appelle zu formulieren, sondern als politische Leitplanken. Hildegard von Bingen wusste es schon vor 900 Jahren: Alles hĂ€ngt mit allem zusammen. Und doch tun wir heute so, als könnten wir Wachstum von Ressourcenverbrauch entkoppeln, als könnten wir Effizienzsteigerung gegen physikalische Gesetze ausspielen, als könnten wir mit technologischen Innovationen die strukturellen Ursachen unserer Krise umgehen. Die These der absoluten Entkopplung ist historisch widerlegt â und trotzdem wird sie weiter als Beruhigungspille verabreicht.
- Unter Degrowth oder Postwachstum versteht man eine Wirtschaftsweise und Gesellschaftsform, die das Wohlergehen aller zum Ziel hat und die ökologischen Lebensgrundlagen erhĂ€lt. DafĂŒr ist eine grundlegende VerĂ€nderung unserer Lebenswelt und ein umfassender kultureller Wandel notwendig. Das aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Leitprinzip lautet jedoch ganz gegenteilig: âhöher, schneller, weiterâ â es bedingt und befördert eine Konkurrenz zwischen allen Menschen. Dies fĂŒhrt zum einen zu Beschleunigung, Ăberforderung und Ausgrenzung. Zum anderen zerstört die Wirtschaftsweise unsere natĂŒrlichen Lebensgrundlagen sowie die LebensrĂ€ume von Pflanzen und Tieren. Die gemeinsamen Werte einer Postwachstumsgesellschaft sollten dagegen Achtsamkeit, SolidaritĂ€t, Respekt und Kooperation sein. Die Menschheit muss sich als Teil des planetarischen Ăkosystems begreifen. Nur so kann ein selbstbestimmtes Leben in WĂŒrde fĂŒr alle ermöglicht werden. Hildegard von Bingen (1098 bis 1171) meinte schon damals, was heute noch GĂŒltigkeit hat: "Alles hĂ€ngt mit allem zusammen." Eine Orientierung am guten Leben fĂŒr alle, bedeutet auch KonvivialitĂ€t. Konvivialismus besagt das Ausloten von Möglichkeiten, wie jenseits der Wachstumsgesellschaft ein Zusammenleben möglich sein kann, wie SozialitĂ€t, Konflikt und IndividualitĂ€t aufeinander bezogen werden und wie ökologisch und sozial nachhaltige Formen demokratischen Lebens ausschauen können.
Die Frage ist nicht, ob wir verzichten mĂŒssen. Die Frage ist, ob wir gestalten wollen. Ob wir den Mut haben, ein System zu hinterfragen, das uns zwar Wohlstand gebracht hat, aber nun seine zerstörerische Seite zeigt. Ob wir bereit sind, die kulturelle Transformation zu beginnen, die notwendig ist, um ein gutes Leben fĂŒr alle zu ermöglichen. Und ob wir erkennen, dass Degrowth nicht das Ende von Wohlstand bedeutet, sondern das Ende eines Wohlstandsbegriffs, der uns in die Sackgasse gefĂŒhrt hat.
Wir stehen an einem historischen Punkt. Die Klimakrise ist kein Zukunftsszenario, sie ist Gegenwart. Die politischen Strukturen sind ĂŒberfordert. Die Gesellschaft ist erschöpft. Und gleichzeitig liegt eine Idee auf dem Tisch, die uns herausfĂŒhren könnte â wenn wir sie ernst nehmen wĂŒrden. Die Chance ist da. Aber sie ist nicht geduldig.
Vielleicht ist das die eigentliche Tragik unserer Zeit: dass wir die Möglichkeit hĂ€tten, die Katastrophe zu verhindern â und sie trotzdem geschehen lassen.
600 !! - Petition gegen die Umwandlung der Oberschwabenhalle erreicht nÀchstes Level ...

88212 Ravensburg, Deutschland
Ravensburg, 8. August 2026
Liebe Mitstreiter/innen,
heute gegen 17 Uhr war es so weit: Die Petition zur Erhaltung der Oberschwabenhalle als Ort diverser Begegnungen und gegen die Umwandlung in eine reine Sporthalle hat nun
- 600 Unterschriften erreicht!
Bekanntlich hat der Ravensburger Gemeinderat - ohne dass zuvor ĂŒber unsere Petition entschieden wurde - der Umwandlung zugestimmt, was gegen jede demokratische Regel ist. Zwar habe ich die Stadtverwaltung auf diesen Missgriff hingewiesen. Wenn ihr dem Nachdruck verleihen wollt, dann schreibt doch dem OB Dr. Daniel Rapp eine entsprechende E-Mail: daniel.rapp@ravensburg.de
Danke und "keep cool" und alles Gute!
Euer Stefan Weinert
-------------------------------------------
Die Petition kann H I E R weiterhin unterschrieben werden!
RegierungsprÀsident Klaus Tappeser ist in den Ruhestand gegangen. - Meine persönliche Begegnung mit ihm ...
Als ich am 2. Januar 1994 als Teil eines groĂen Teams meine Arbeit im "Sozialdienst Asyl" beim Landratsamt Ravensburg begann, war ein ehemaliger Bundeswehrsoldat dort Sozialdezernent. Ein junger, dynamischer und fachkundiger Mann, der seine Arbeit verstand. Herr Klaus Tappeser. Ich erinnere mich gut an eine recht brenzlige Situation im FrĂŒhjahr 1994, wo er auch gegenĂŒber der Klientel (FlĂŒchtlinge aus der ehemaligen Asylunterkunft "SchĂŒtzenstraĂe" 106 in Ravensburg) Empathie und Verhandlungsgeschick bewies. Die FlĂŒchtlinge waren aufgrund der aus ihrer Sicht mangelhaften Essenspakete (Sachleistungen) zu einem Protest im Foyer des Landratsamtes zusammengekommen. Tappeser bat den Sprecher der Gruppe und mich in sein BĂŒro, wo dann eine fĂŒr alle zufriedenstellende Lösung gefunden wurde.
Bei seiner Verabschiedung als zukĂŒnftiger OberbĂŒrgermeister von Rottenburg sang ich das Lied "Heute hier, morgen dort" von Hannes Wader. Am Schluss meinte ich, er solle doch bitte an uns denken, wenn er einst MinisterprĂ€sident von Baden-WĂŒrttemberg wĂŒrde. Das allerdings hat Klaus Tappeser nicht ganz geschafft. Doch immerhin war er von 2016 bis zum 31.7.2026 der RegierungsprĂ€sident von TĂŒbingen, also auch fĂŒr Ravensburg zustĂ€ndig.
Jetzt ist Klaus Tappeser in den Ruhestand gegangen und ich wĂŒnsche ihm von dieser Stelle aus fĂŒr die Zukunft alles Gute - vor allem weiterhin Gesundheit!
--------------------------------------------
Er ist dreimal in die VerlĂ€ngerung gegangen - jetzt ist Schluss: Weil er mit 66 noch nicht in Pension gehen wollte, hat Klaus Tappeser dreimal den Antrag gestellt, seinen Job als RegierungsprĂ€sident noch ein Jahr lĂ€nger machen zu dĂŒrfen. Er hĂ€tte noch freiwillig weiter arbeiten können bis er 70 ist, sagt er, aber "es reicht". Ironisch fĂŒgt er hinzu: "Ich will ja nicht mit dem Rollator hier raus laufen." Mit fast 69 Jahren geht er nun in den Ruhestand..
Tappeser - vom Berufssoldat zum Politiker
Aufgewachsen ist Klaus Tappeser in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen). Nach der Schule ging es fĂŒr ihn zur Bundeswehr. Er verpflichtete sich als Berufssoldat und studierte DiplompĂ€dagogik.
Ein Zufall habe ihn dann in die Beamtenlaufbahn und in die Politik gefĂŒhrt, erzĂ€hlt er: Ein Freund habe ihm gesagt, dass in Ravensburg ein Sozialdezernent gesucht werde. Tappeser zweifelte nach eigenen Worten, ob die wohl ausgerechnet einen Hauptmann der Bundeswehr fĂŒr den Job haben wollten. Doch er bewarb sich und bekam die Stelle.
Steile politische Karriere - und Absturz
Es folgte eine steile politische Karriere mit vielen Stationen: Klaus Tappeser wurde OberbĂŒrgermeister in Rottenburg (Kreis TĂŒbingen), Landtagsabgeordneter im Wahlkreis TĂŒbingen, schlieĂlich Ministerialdirektor.
Als grĂŒn-rot 2011 die Regierung in Baden-WĂŒrttemberg ĂŒbernahm, kam der Bruch: Als politischer Beamter wurde Tappeser in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er scheiterte beim Versuch, OberbĂŒrgermeister in Lindau (Bayern) zu werden, wurde nicht als CDU-Europakandidat nominiert und verpasste den erneuten Einzug in den Landtag.
Zum Karriereende RegierungsprÀsident
Nach mehreren Jahren als selbstĂ€ndiger Berater kehrte er in den politischen Betrieb zurĂŒck: Als die CDU 2016 wieder Teil der Landesregierung wurde, wurde Tappeser RegierungsprĂ€sident in TĂŒbingen. Er möge Menschen und habe sich in FĂŒhrungspositionen wohl gefĂŒhlt, sagt er. Vor allem sei er dankbar, dass er gesund geblieben sei.
đą Petition an die Stadt Ravensburg â Ausrufung des Klimanotstands und sofortige strukturelle MaĂnahmen
Untere BurachstraĂe 94
88212 Ravensburg
An:
Herrn OberbĂŒrgermeister Dr. Daniel Rapp,
Herrn Erster BĂŒrgermeister Dr. Andreas HonikelâGĂŒnther,
Herrn Bau-BĂŒrgermeister Dirk Bastin,
Damen und Herren des Gemeinderats der Stadt Ravensburg
Datum: 8. August 2026
Betreff: Ausrufung des Klimanotstands fĂŒr die Stadt Ravensburg sowie Einleitung verbindlicher, struktureller und transparent dokumentierter KlimaschutzmaĂnahmen
Sehr geehrter Herren BĂŒrgermeister, sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,
auf Grundlage der aktuellen Lageberichte, der hydrologischen Daten und der kommunalpolitischen Entwicklungen, wie sie in den letzten Tagen öffentlich dokumentiert wurden, reiche ich hiermit offiziell - gemÀà Artikel 17 GG - die Petition zur Ausrufung des Klimanotstands fĂŒr die Stadt Ravensburg bei Ihnen ein.
1. Ausgangslage â Ravensburg im hydrologischen, ökologischen und politischen Niedrigwasser
Die wissenschaftlichen Daten zeigen eine strukturelle Krise:
RekordâNiedrigwasser in Rhein, Donau und Elbe (BfG). Auch die Schussen ist davon betroffen.
Extrem frĂŒhe und lang anhaltende Trockenphasen.
Schwere ökologische SchÀden durch Hitze, Wassermangel und Bodenerschöpfung.
Steigende Gesundheitsrisiken fĂŒr Ă€ltere und vulnerable Bevölkerungsgruppen.
Lokale Ăkosysteme (GrĂŒnflĂ€chen, Böden) sind sichtbar ĂŒberlastet.
Diese Entwicklungen sind keine temporÀren Ausnahmen, sondern Ausdruck einer neuen hydrologischen RealitÀt.
2. Politische Verantwortung â strukturelle VersĂ€umnisse der Stadt Ravensburg
Aus den öffentlich zugÀnglichen Dokumenten ergibt sich:
Ravensburg verfĂŒgt weder ĂŒber einen Klimavorbehalt,
noch ĂŒber halbjĂ€hrliche COââBerichte,
noch ĂŒber einen Hitzeaktionsplan,
noch ĂŒber eine verbindliche Klimastrategie,
noch ĂŒber eine systematische Klimafolgenanalyse.
Andere StĂ€dte â Konstanz, Kiel, Karlsruhe, Köln â haben diese Schritte lĂ€ngst umgesetzt.
Die Stadt Ravensburg hingegen verweist auf EinzelmaĂnahmen, die keine strukturelle Wirkung entfalten und die Dringlichkeit der Lage nicht widerspiegeln.
3. Die moralische Dimension â Warnsignale ernst nehmen
Ich muss Sie daran erinnern und darauf hinweisen, dass Gesellschaften und politische Systeme Warnrufe oft ignorieren, bis es zu spĂ€t ist. Auch in Ravensburg werden engagierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger hĂ€ufig als âĂŒbertreibendâ oder âstörendâ etikettiert, statt als FrĂŒhwarnsystem ernst genommen zu werden.
Die ökologische Krise ist jedoch kein Randthema, sondern die Grundlage jeder kommunalen ZukunftsfÀhigkeit.
4. Forderungen dieser Petition
Ich beantrage hiermit offiziell:
A. Ausrufung des Klimanotstands fĂŒr die Stadt Ravensburg
als politisches und administratives Instrument, nicht als symbolische Geste.
B. EinfĂŒhrung eines verbindlichen Klimavorbehalts
fĂŒr sĂ€mtliche Entscheidungen von Verwaltung und Gemeinderat.
C. Veröffentlichung halbjĂ€hrlicher COââBerichte
durch die Verwaltung und die stÀdtischen Beteiligungsgesellschaften.
D. Erstellung eines Hitzeaktionsplans
inkl. Schutzkonzepten fĂŒr vulnerable Gruppen.
E. Sofortige Einleitung einer Entsiegelungsâ und GrĂŒnflĂ€chenoffensive, sowie sofortigen Stopp von Versiegelungsaktionen
insbesondere bei ParkplĂ€tzen, PlĂ€tzen und StraĂen.
F. Transparenz ĂŒber Lobbykontakte und wirtschaftliche Verflechtungen
im Bereich Bau, Verkehr und Energie.
G. Entwicklung einer echten statt kĂŒnstlichen (Holzmarkt) âSchwammstadt Ravensburgâ
mit FassadenbegrĂŒnung, Baumschutz, Renaturierungen und WasserhaltungsmaĂnahmen.
5. BegrĂŒndung der Dringlichkeit
Die Klimakrise wartet nicht auf politische Semantik oder terminliche Bequemlichkeit. Sie ist jetzt da. Sie betrifft jetzt die LebensqualitĂ€t der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Sie gefĂ€hrdet jetzt die Infrastruktur und die ZukunftsfĂ€higkeit der Stadt Ravensburg.
Die Ausrufung des Klimanotstands ist daher keine Option, sondern eine Pflicht.
6. AbschlieĂende Bitte
Ich bitte Sie â trotz der laufenden Urlaubszeit â um eine zeitnahe schriftliche EingangsbestĂ€tigung dieser Petition sowie um Mitteilung ĂŒber das weitere Verfahren.
Stefan Weinert Ravensburg
đ€đ€ Wenn die âKanarienvögelâ unserer Zeit verstummen, ist es fast zu spĂ€t â besser istâs, auf sie zu hören, solange sie noch ihren âSchnabelâ auftun ...

(Aktualisierte Fassung vom 7.August 2026)
Zum ersten Mal erschien dieser Text am 20. MĂ€rz 2024 auf meinem frĂŒheren Blog âLinks der Schussenâ. Heute, angesichts der politischen und ökologischen ErschĂŒtterungen des Jahres 2026, bringe ich ihn erneut zu Gehör â ĂŒberarbeitet, geschĂ€rft und erweitert.
1. Der historische Klang eines WarnrufsEnde des 19. Jahrhunderts begannen Menschen im Deutschen Kaiserreich neue Töne zu hören â zunĂ€chst musikalisch, spĂ€ter politisch. Aus dem SĂŒden, aus Tirol und darĂŒber hinaus, kam ein kleiner Vogel nach Mitteleuropa, den es hier ursprĂŒnglich nicht gab: der Kanarienvogel.
Er lebte weniger in der freien Natur, sondern in Wohnstuben und vor allem unter Tage, im Bergbau. Tiroler Bergleute brachten ihn i den Harz mit, weil er zwei besondere FĂ€higkeiten besitzt:
Er kann einen verÀnderten Gesang erlernen.
Und er verstummt, wenn die Luft lebensgefĂ€hrlich giftig geworden ist â lange bevor der Mensch etwas bemerkt.
Kanarienvögel reagieren auf âmattes Wetterâ, also verbrauchte Atemluft, und auf Kohlenmonoxid, das geruchlose Gas, das Lebewesen lautlos tötet. Sie sind die Ersten, die warnen. Die Sensibelsten. Die, die verstummen, bevor andere ĂŒberhaupt merken, dass etwas nicht stimmt.
2. Die menschlichen KanarienvögelAuch unter uns Menschen gibt es solche sensiblen Warner â seit Konfuzius, Laotse, Buddha, den griechischen Philosophen, Jesus von Nazareth, seit Kant, Tucholsky, Gandhi, Martin Luther King bis hin zu den Mahnerinnen und Mahnern der Gegenwart.
Sie spĂŒren die âvergiftete AtmosphĂ€reâ einer Epoche - frĂŒher als andere. Sie hören auf zu singen. Sie werden mundtot gemacht. Oder sie sterben.
3. Die Klimadimension â neu formuliert und prĂ€zisiertHier denke ich nicht nur an die ökologische Debatte ĂŒber menschengemachte KlimaverĂ€nderungen und den Ruf nach dem "Klimanotstand". Vielmehr geht es mir um die AtmosphĂ€re im umfassenden Sinn: um das politische Klima, das gesellschaftliche Klima, das moralische Klima â und um das physische Klima, das uns inzwischen mit einer HĂ€rte begegnet, die niemand mehr ignorieren kann.
Die ökologische Krise ist kein isoliertes NaturphĂ€nomen. Sie ist Ausdruck derselben Dynamik, die auch politische Systeme vergiftet: Ignoranz, Selbstbetrug, MachtkalkĂŒl, das Wegducken vor unbequemen Wahrheiten.
COâ ist dabei nicht nur ein chemisches Gas, sondern ein Symbol fĂŒr das, was wir zu lange verdrĂ€ngt haben. CO â das tödliche Kohlenmonoxid der Gruben â steht sinnbildlich fĂŒr jene unsichtbaren Gefahren, die Gesellschaften von innen heraus ersticken.
4. Weimar 1932 â Deutschland 2025/26
Gerade in der Zeit der "Weimarer Republik" aber auch schon zuvor, waren diese menschlichen Kanarienvögel höchst aktiv. Doch niemand hat wirklich auf sie gehört. Niemand hat das "Wehrte den AnfĂ€ngen" wirklich ernst genommen. Sondern man/frau hat weitergemacht, lamentiert, taktiert, ist eingeknickt, hat Kompromisse zugelassen und hat sie am Ende alle "verbrannt", inhaftiert, mit Schreibverbot belegt, ins KZ gesteckt und ermordet, oder in den Selbstmord getrieben. Die Liste ist lang - zu lang. Zu ihnen gehören bekannte Autoren wie Kurt Tucholsky, Karl von Ossietzky, Mascha Kaleko und Erich KĂ€stner. Aber auch unbekannte wie Walter Mehring, Erich MĂŒhsam, Alfred Döblin, Else Lasker-SchĂŒler, Klabund und Claire Goll.
Um im Bild zu bleiben: Das politische, gesellschaftliche und religiöse "GrubenunglĂŒck" der Jahre 1933 bis 1945 hĂ€tte verhindert werden können, wenn, ja wenn, die damaligen "Kanarienvögel" nicht als spinnende und exotische "Paradiesvögel" abgetan, oder als gefĂ€hrliche und unkende schwarze Raben abgeschossen, oder als "Nestbeschmutzer" und "VaterlandsverrĂ€ter" vertrieben worden wĂ€ren.
Heute erleben wir wieder eine AtmosphĂ€re, in der Warnrufe lĂ€cherlich gemacht, diffamiert oder als âNestbeschmutzungâ abgetan werden. Die AfD strebt nach Macht, wĂ€hrend demokratische Institutionen in Routine erstarren. Die Parallelen sind nicht identisch â aber sie sind beunruhigend nah.
5. Die lokalen KĂ€figeEs beginnt nicht in Berlin. Es beginnt vor Ort, in Kommunen wie Ravensburg.
Menschen, die MissstĂ€nde benennen, werden als âSpezielleâ abgestempelt. Petitionen werden belĂ€chelt. Engagierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sollen âruhig seinâ, ânicht ĂŒbertreibenâ, âdie Stimmung nicht verderbenâ, nicht "nerven" und endlich die Klappe halten.
Manchmal endet das tragisch â wie im Fall der Notfall-Ărztin aus dem Bodenseekreis (Friedrichshafen), die nach massiver Kritik an ihrer Klinik und der Nachricht ihrer KĂŒndigung starb. Ob Selbstmord oder nicht: Ihre Stimme war ein Warnsignal, das viele nicht hören wollten. Bis sie verstummte.
6. Die Verantwortung im PyrozĂ€nWir leben im PyrozĂ€n, dem Zeitalter des Feuers. WĂ€lder brennen. FlĂŒsse fallen trocken. Kommunen werden aufgefordert, den Klimanotstand auszurufen. Doch es wird weiter taktiert, weiter gezögert und weiter beschwichtigt.
Die Kanarienvögel unserer Zeit sind nicht nur Menschen â es sind auch die Ăkosysteme selbst, die verstummen: der Rheinfall, der zum âReinfallâ wird; der Altdorfer Wald, der Ă€chzt; die Böden, die aufreiĂen.
7. Was jetzt zÀhltWir alle sitzen im Bergwerk des Lebens. Wir alle sind auf die Warnrufe angewiesen.
Wenn die Kanarienvögel verstummen, ist es fast zu spĂ€t. Besser ist es, auf sie zu hören, solange sie noch ihren Schnabel auftun. Und noch besser wĂ€re es, wenn jede und jeder von uns selbst zum Kanarienvogel wird â statt zu schweigen, statt KĂŒchentischparlamente zu fĂŒhren und statt sich wegzuducken.
Nicht der Rhein muss tiefer werden â sondern die politische Einsicht. /Aktueller "Wasserstandsbericht" - physisch, metaphorisch, ökologisch und politisch //
Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer historischen Niedrigwasser- und DĂŒrrephase, die nicht mehr als eine âAusnahmeâ bezeichnet werden kann. Die Daten zeigen eine strukturelle Krise, die sich durch den Klimawandel verstĂ€rkt und durch politische Fehlreaktionen verschĂ€rft.
1. Physischer Wasserstand: Rekord-Niedrigwasser in allen groĂen FlĂŒssenRhein, Donau und Elbe fĂŒhren gleichzeitig extrem wenig Wasser â und das ungewöhnlich frĂŒh im Jahr. Laut Bundesanstalt fĂŒr GewĂ€sserkunde (BfG) zeigen rund 44âŻ% der Rhein-Messstellen extrem niedrige WasserstĂ€nde, in der Donau sogar 78âŻ%.
Am Pegel Kaub (Rhein) wird ein historischer Tiefstand von 18âŻcm erwartet â ein Wert, der die Schifffahrt praktisch lahmlegt.
Der DĂŒrremonitor des Helmholtz-Zentrums zeigt: In tiefen Bodenschichten ist immer weniger Wasser verfĂŒgbar, besonders im SĂŒden Deutschlands.
Folgen: Binnenschiffe können oft nur 20âŻ% ihrer ĂŒblichen Ladung transportieren, was die Industrie belastet und das BIP messbar drĂŒckt.
2. Politische Reaktion: Krisentreffen statt KurswechselBundesverkehrsminister Steffen Bilger lĂ€dt zu Krisentreffen und erwĂ€gt MaĂnahmen wie Rheinvertiefung und Lkw-Sonntagsverkehr. Doch die Faktenlage zeigt:
Rheinvertiefung â ein ScheinheilmittelEine Vertiefung erhöht nicht den Wasserstand, wenn es nicht regnet.
Ăkologisch wĂ€re sie fatal: Eingriffe zerstören dauerhaft LebensrĂ€ume und beschleunigen das Artensterben.
Ausbauprojekte wie âW27â stocken ohnehin wegen fehlender Mittel und KapazitĂ€ten.
Niedrigwasser fĂŒhrt bereits zu Verkehrsverlagerung auf die StraĂe.
Eine Aufhebung des Sonntagsfahrverbots wĂŒrde COâ, Feinstaub und LĂ€rm erhöhen â also die Ursachen der Krise weiter anheizen.
Fazit: Die Reaktionen sind reaktiv, nicht transformativ.
3. Ursachenlage: Klimawandel als Treiber der WasserkriseDie BfG und NIWIS zeigen klar:
Durch verÀnderte atmosphÀrische Zirkulationsmuster steigt die Wahrscheinlichkeit ausgedehnter Trocken- und Niedrigwasserphasen.
Die typische Niedrigwasser-Saison (SpĂ€tsommer/Herbst) beginnt inzwischen bereits im FrĂŒhsommer.
Deutschland erlebt also nicht âschlechte Jahreâ, sondern den Beginn einer neuen hydrologischen RealitĂ€t.
4. Was jetzt wirklich nötig wĂ€re: MaĂnahmen, die Ursachen statt Symptome adressierenA. Wasserpolitik â Wasser in der Landschaft haltenRenaturierung statt Vertiefung
Wiederherstellung von Auen, Uferbewaldung, Flussraumverbreiterung.
Senkt Wassertemperaturen, stabilisiert Ăkosysteme.
Stopp der Versiegelungspolitik
Entsiegelung und ein echtes Schwammstadt-Prinzip
StĂ€dte mĂŒssen Wasser speichern statt abzufĂŒhren - und zwar durch natĂŒrliche SchwĂ€mme (Mutterboden, der Wasser aufsaugt), statt BetonhohlrĂ€ume "unter Tage".
ParkplĂ€tze, PlĂ€tze, StraĂen: RĂŒckbau und BegrĂŒnung.
Moor- und Feuchtgebiets-WiedervernÀssung
Moorschutz ist Klimaschutz und Wasserspeicher zugleich.
Bundesweites Wasserbudget-System
Landwirtschaft, Industrie und Kommunen erhalten verbindliche Wasserbudgets.
GĂŒterverkehr auf die Schiene verlagern
Ausbau von GĂŒterterminals, Trassen, Umschlagpunkten.
Förderung niedrigwassertauglicher Schiffe statt Lkw-Ausnahmen.
Tempolimit und Verkehrsreduktion
SofortmaĂnahme zur Emissionssenkung.
Regionale WirtschaftskreislÀufe stÀrken
Weniger Ferntransporte = weniger AbhÀngigkeit vom Rhein.
Industrie unter Klima- und Wasserbudget
Emissions- und Wasserverbrauchsgrenzen mit Sanktionen.
Agrarwende
Weniger wasserintensive Tierhaltung.
Förderung regionaler, pflanzenbasierter Produktion.
Preis- und Ordnungsrecht statt Appelle
COâ- und Wasserpreise, die die ökologische Wahrheit abbilden.
Bund
Ausrufung eines Klima- und Wasser-Notstands â mit verbindlicher KlimavertrĂ€glichkeitsprĂŒfung fĂŒr alle Projekte.
Nationales Wasserhaltungsprogramm â Renaturierung, Entsiegelung, MoorwiedervernĂ€ssung.
Stopp neuer Autobahnprojekte, Priorisierung Schiene.
Klimanotstand-Beschluss mit echten Folgen â Bauleitplanung unter Klimavorbehalt.
Entsiegelungs- und GrĂŒnflĂ€chenoffensive â ParkplĂ€tze, StraĂen, PlĂ€tze zurĂŒckbauen.
Transparenz ĂŒber Bauwirtschafts-Verflechtungen â Offenlegung von Lobbykontakten und AbhĂ€ngigkeiten.
Echte Schwammstadt Ravensburg, siehe oben â FassadenbegrĂŒnung, Baumschutz.
Deutschland steht nicht nur hydrologisch, sondern politisch und metaphorisch - also im ĂŒbertragenen Sinne - im Niedrigwasser. Die Daten zeigen klar: Wir haben eine Wasserkrise, weil wir eine Klimakrise haben. Und wir haben eine Klimakrise, weil wir eine Systemkrise haben â ein Wirtschaftsmodell, das Wasser, Boden, Luft und Zukunft verbraucht.
Ein echter Wasserstandsbericht sagt deshalb: Nicht der Rhein muss tiefer werden â sondern die politische Einsicht.
TROCKENHEIT: Wenn der Rheinfall von Schaffhausen zum "Reinfall" wird - Nur noch 30,8 Prozent der Normalwassermenge "plĂ€tschern" ĂŒber die Felsen ...
QUELLE (dort sind aktuelle Bilder veröffentlicht)
Vor dem Rheinfall (von Schaffhausen) flieĂt derzeit deutlich weniger Wasser als ĂŒblich. Die anhaltende Trockenheit hat den Abfluss auf weniger als ein Drittel des langjĂ€hrigen Juli-Durchschnitts sinken lassen.
Darum gehts:
- Die anhaltende Trockenheit lÀsst den Rheinfall auf ein Minimum schrumpfen: Der Abfluss betrÀgt nur noch 165 Kubikmeter pro Sekunde.
- Das ist mehr als dreimal weniger als das durchschnittliche Juli-Monatsmittel der vergangenen 66 Jahre (536 Kubikmeter pro Sekunde).
- Auch der Lac des Brenets im Kanton Neuenburg ist fast ausgetrocknet â die Schifffahrt wurde eingestellt.
Die anhaltende Trockenheit macht auch vor dem gröĂten Wasserfall Europas nicht Halt. Aufnahmen von BRK News vom Mittwoch zeigen eindrĂŒcklich, wie wenig Wasser derzeit ĂŒber die Felsen des Rheinfalls flieĂt.
Dieser Eindruck wird auch durch die Messdaten des Bundesamts fĂŒr Umwelt (Bafu) bestĂ€tigt. Bei der letzten Messung am Mittwoch um 12.50 Uhr wurde an der Messstation FlurlingerbrĂŒcke in Neuhausen SH ein Abfluss von lediglich 165 Kubikmetern pro Sekunde registriert. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Juli-Monatsmittel der vergangenen 66 Jahre liegt bei 536 Kubikmetern pro Sekunde â also mehr als dreimal so hoch. Oder: zur Zeit sind es nur 30,8 Prozent dessen, was als "normal" gilt.
Wassertemperatur von 30,1 GradDer tiefe Wasserstand wirkt sich auch auf die Temperaturmessungen aus. Bei der jĂŒngsten Messung wurde fĂŒr den Rhein bei Neuhausen eine Wassertemperatur von 30,1 Grad Celsius ausgewiesen â beinahe Badewasser-Temperatur.
Das BAFU weist jedoch darauf hin, dass die aktuellen Temperaturwerte aufgrund des aussergewöhnlich niedrigen Wasserstands stark verfÀlscht sind. Diese Störung besteht laut Bundesamt bereits seit Montag.
Lac des Brenets ist kurz vor dem AustrocknenDer Lac des Brenets im Kanton Neuenburg, direkt an der Grenze zu Frankreich, ist derzeit eines der eindrĂŒcklichsten Beispiele fĂŒr die anhaltende Trockenheit in der Schweiz. Der See leidet erneut massiv unter den ausbleibenden NiederschlĂ€gen.
Bereits Mitte Juni war der ungewöhnlich tiefe Wasserstand deutlich sichtbar â seither ist der Pegel weiter gesunken. Inzwischen musste aufgrund des niedrigen Wasserstands sogar die Schifffahrt eingestellt werden. Der Lac des Brenets ist immer wieder davon betroffen. So auch im Jahr 2022, als es auch ĂŒber mehrere Wochen nicht mehr geregnet hat.
Die jĂŒngsten Messwerte vom 24. Juli 2026 unterstreichen die aussergewöhnliche Situation: Der Wasserstand liegt bei 742,13 Metern ĂŒber Meer, wĂ€hrend der Abfluss am Auslauf nur noch 1,2 Kubikmeter pro Sekunde betrĂ€gt. FĂŒr Ende Juli sind dies aussergewöhnlich tiefe Werte. Am Montagmorgen entstanden eindrĂŒckliche Bilder (siehe unter "Quelle"), aufgenommen von BRK News, welche das AusmaĂ der Trockenheit am Lac des Brenets veranschaulichen.
Ausrufung des â¶KLIMA-NOTSTANDSâ fĂŒr RAVENBURG *J*E*T*Z*T*
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Wer sich die MĂŒhe macht - und die sollte sich in diesem Fall nun jeder machen - das folgende Interview aus dem Jahr 2020 mit dem Ravensburger OberbĂŒrgermeister Dr. Daniel Rapp zu lesen, wird sich wĂ€hrenddessen an den Kopf fassen mĂŒssen. Unglaublich silberzĂŒngig und selbstverliebt - im wahrsten Sinne (wie ich es empfinde) â den damaligen Leser tĂ€uschend und LĂŒgen gestraft durch die Fakten und RealitĂ€t der Gegenwart. Die fĂŒr diesen Artikel wichtige Sequenz (sie steht gleich zu Beginn des Interviews) habe ich im Folgenden abgedruckt.
Interview vom 13. MĂ€rz 2020 von "Stadt + Werk" mit OB Dr. Rapp aus Ravensburg
Herr OberbĂŒrgermeister Rapp, viele StĂ€dte rufen derzeit den Klimanotstand aus. Warum ist das fĂŒr Sie keine Option?
Der Begriff ist meiner Meinung nach unglĂŒcklich gewĂ€hlt. Notstand kann den Eindruck vermitteln, dass es nicht mehr genug Zeit gibt, um zu diskutieren und demokratische Entscheidungen zu treffen. Ich denke, so schaffen wir es nicht, die Mehrheit der Bevölkerung fĂŒr den Klimaschutz zu gewinnen. Positiv ist, dass die StĂ€dte einen Klimavorbehalt fordern und somit vor jeder Entscheidung des Rates und der Verwaltung abgewĂ€gt wird, welche Auswirkung sie etwa hinsichtlich ihrer CO2-Bilanz hat.
- - - - - -
Ravensburg steht im Jahr 2026 an einem Punkt, an dem das Wegducken der Stadtspitze nicht mehr als âkommunale Vorsichtâ durchgehen kann, sondern als strukturelles Versagen bezeichnet werden muss. Die Klimakrise ist lĂ€ngst nicht mehr abstrakt. Sie ist konkret, lokal, messbar. Sie zeigt sich in Hitzewellen, die die Stadt an den Rand der Belastbarkeit bringen. Sie zeigt sich in ausgedörrten GrĂŒnflĂ€chen, in fehlenden SchattenrĂ€umen, in der gesundheitlichen GefĂ€hrdung der Ălteren und SchwĂ€cheren. Und sie zeigt sich in einer Verwaltung, die seit Jahren weiĂ, was zu tun wĂ€re â und es dennoch nicht tut.
Bereits 2019 forderte die damalige Gemeinderats-Fraktion der "BĂŒrger fĂŒr Ravensburg" (BfR) die Ausrufung des Klimanotstands. Ihr Antrag war klar, sachlich und fachlich begrĂŒndet: Die EindĂ€mmung der Klimakrise mĂŒsse âAufgabe von höchster PrioritĂ€tâ werden. Jede kommunale Entscheidung solle unter Klimavorbehalt stehen. Der OberbĂŒrgermeister solle halbjĂ€hrlich ĂŒber Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Reduktion der Emissionen berichten. Die stĂ€dtischen Beteiligungsgesellschaften sollten verpflichtet werden, ihren Beitrag zu leisten. Es war ein Antrag, der nichts Radikales verlangte, sondern das Minimum: Transparenz, PrioritĂ€t, Verantwortung.
Doch der OberbĂŒrgermeister lehnte ab. Im einem Interview von 2020 (siehe oben) erklĂ€rte Daniel Rapp, der Begriff âNotstandâ sei âunglĂŒcklichâ, weil er suggeriere, dass keine Zeit mehr bleibe fĂŒr demokratische Diskussionen. Diese BegrĂŒndung wirkt heute â sechs Jahre spĂ€ter â wie ein Dokument politischer SelbstentmĂŒndigung. Denn die Klimakrise lĂ€sst uns keine Zeit mehr fĂŒr semantische Debatten. Sie lĂ€sst uns keine Zeit fĂŒr die Selbstdarstellung eines OberbĂŒrgermeisters, oder die Angst vor Stimmenverlust, durch ein starkes Wort, das manche BĂŒrger ĂŒberfordern könnte. Sie lĂ€sst uns keine Zeit fĂŒr ein Umweltamt, das sich hinter âlaufenden MaĂnahmenâ versteckt, wĂ€hrend die Stadt meteorologisch lĂ€ngst im Ausnahmezustand lebt.
Die Fakten sind eindeutig: Ravensburg hat keinen Klimavorbehalt, obwohl er seit Jahren angekĂŒndigt wird. Ravensburg hat keine halbjĂ€hrlichen COââBerichte, obwohl sie seit 2019 gefordert sind. Ravensburg hat keinen Hitzeaktionsplan, obwohl die Temperaturen Rekorde brechen. Ravensburg hat keine systematische Klimafolgenanalyse, obwohl andere StĂ€dte lĂ€ngst damit arbeiten. Ravensburg hat keine verbindliche Klimastrategie, die den Namen verdient.
Das Umweltamt verweist auf Projekte, die weder ausreichen noch strukturell verankert sind. EinzelmaĂnahmen ersetzen keine Strategie. Pflanzaktionen ersetzen keinen Klimavorbehalt. BroschĂŒren ersetzen keine Berichte. Und das Schweigen ersetzt keine Verantwortung. Ja, das Umweltamt hat sogar öffentlich erklĂ€rt, dass die 2020 durch die Klimakommission gesetzten Ziele von vornherein "Makulatur" gewesen seien.
WĂ€hrend andere StĂ€dte lĂ€ngst handeln â Konstanz, Kiel, Köln, Karlsruhe, Bochum, SaarbrĂŒcken â bleibt Ravensburg stehen. Konstanz stellt jede Entscheidung unter Klimavorbehalt. Konstanz veröffentlicht jĂ€hrliche COââReports. Konstanz hat die Verwaltung verpflichtet, Klimaschutz als Querschnittsaufgabe zu leben. Ravensburg hingegen diskutiert seit Jahren ĂŒber Begriffe statt ĂŒber Inhalte und baut lieber BrĂŒcken und saniert MarktplĂ€tze tot.
Die Klimakrise ist kein Thema, das man âmitdenktâ. Sie ist die Grundlage jeder politischen Entscheidung. Sie entscheidet darĂŒber, ob eine Stadt lebenswert bleibt. Sie entscheidet darĂŒber, ob Menschen gesund bleiben. Sie entscheidet darĂŒber, ob Infrastruktur funktioniert. Sie entscheidet darĂŒber, ob kommende Generationen in dieser Stadt leben können.
Deshalb ist die Ausrufung des Klimanotstands fĂŒr Ravensburg JETZT nicht nur notwendig, sondern ĂŒberfĂ€llig. Sie ist kein Alarmismus, sondern RealitĂ€tssinn. Sie ist kein Symbol, sondern ein Verwaltungsinstrument. Sie ist kein Ende der Demokratie, sondern ihr Schutzmechanismus.
Ravensburg braucht diesen Schritt â nicht morgen, nicht nach weiteren PrĂŒfungen, nicht nach weiteren Sommern mit 40 Grad, sondern jetzt. Denn die Klimakrise wartet nicht darauf, dass ein OberbĂŒrgermeister sich mit einem Wort anfreundet. Sie ist lĂ€ngst da. Und sie wird bleiben, bis wir handeln.
Ravensburg benötigt eine bĂŒrgerliche "BIO-ETHIK-KOMMISSION" (BETKO) / Das groĂe Versagen der Institutionen ...
Eine solche BETKO ist mehr als ein "Klimarat" oder eine (in Ravensburg misslungene "Klimakommission").
Der Ansatz zu dieser Idee entstand bereits im Dezember 2019. Schon damals schrieb ich: "Ravensburg - Katerstimmung statt Klimacharta. Unsere "ReprĂ€sentanten", sprich, die Politiker, bekommen es nicht hin. Auch das verbesserte Klimapaket der deutschen Bundesregierung wird keine Wende bringen. Es geht um mehr, es geht um das Ganze. Wir mĂŒssen alle Klimaparameter bedenken, auch solche, die wir bisher nicht auf dem "Schirm" hatten - und zwar kompromisslos."
Es gibt Momente, in denen eine Gemeinschaft begreift, dass das Schweigen ihrer Institutionen lauter ist als jede Sirene. Der Sommer 2026 ist ein solcher Moment. WĂ€hrend Rhein und Donau kaum noch schiffbar sind, wĂ€hrend WĂ€lder von Portugal bis zur TĂŒrkei brennen, wĂ€hrend Deutschland in Grundwassernotstand gerĂ€t, entzĂŒndet Ravensburg ein Feuerwerk â ein Symbol dafĂŒr, wie weit sich die politische Wirklichkeit vor Ort von der ökologischen RealitĂ€t entfernt hat. Es ist, als wĂŒrde man in einem brennenden Haus die Lichterkette anknipsen, um die Stimmung zu heben.
Die Stadt schrĂ€nkt die GrĂŒnpflege ein, lĂ€sst die BĂ€ume auf dem Holzmarkt â ein Vorzeigeprojekt â von oben bewĂ€ssern, weil das Schwammkonzept wegen der Hitzewellen nicht funktioniert. Der Schussenstreifen (auch âSchussenparkâ genannt) bleibt so etwas wie eine ökologische Nullnummer, hat aber mehrere Millionen Steuergelder gekostet. Und wĂ€hrend die Klimakrise lĂ€ngst in den Alltag der Menschen eingedrungen ist, sollen am Andermannsberg im Nordosten Ravensburgs weitere FlĂ€chen versiegelt werden. Der Altdorfer Wald, eines der letzten groĂen Naturgebiete der Region, wird zur âBespargelungâ mit WindrĂ€dern freigegeben, wĂ€hrend gleichzeitig der Kiesabbau gefördert wird. Der Kreis und der Regionalverband sehen zu, als sei Natur ein Rohstofflager und nicht ein Organismus, der uns trĂ€gt.
Diese Entwicklungen sind nicht zufĂ€llig. Sie sind Ausdruck eines politischen Systems, das sich in Routinen eingerichtet hat, die den Ernst der Lage nicht mehr erfassen und wegen Renditeverlustes auch nicht erfassen will. Klimaverantwortung wird verwaltet, nicht gestaltet. Die Stadt Ravensburg ist willentlich nicht bereit, die notwendigen Schritte zu gehen. Und genau deshalb mĂŒssen wir â die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger â jetzt handeln.
Die notwendige BioâEthikâKommission (BETKO) soll ein Treffen engagierter Menschen sein. Solchen, die die Klima-Uhr dort sehen, wo sie tatsĂ€chlich steht: auf "fĂŒnf nach zwölf"! Sie ist der Keim einer neuen demokratischen Kultur: einer Kultur, in der Verantwortung nicht delegiert, sondern geteilt wird. Eine BioâEthikâKommission aus der BĂŒrgerschaft wĂ€re unabhĂ€ngig von ParteizwĂ€ngen, frei von ökonomischen Interessen und getragen von dem, was Politik lĂ€ngst verloren hat: dem moralischen Imperativ, das Ganze zu sehen.
Denn die Klimakrise ist nicht nur eine technische oder ökologische Herausforderung. Sie ist eine ethische. Sie zwingt uns, unser VerhĂ€ltnis zur Natur neu zu denken â nicht als Ressource, sondern als Mitwelt. Die holistische Umweltethik zeigt klar, dass nicht nur um COâ, Feinstaub oder Ozon geht, sondern auch um unseren persönlichen Lebensstil, unseren Umgang mit Zeit, Raum, Konsum und Geschwindigkeit. Es geht um die Frage, ob wir bereit sind, uns selbst zu verĂ€ndern, statt nur Technologien zu optimieren.
Eine BioâEthikâKommission könnte genau diese Fragen stellen â und beantworten. Sie könnte Leitlinien formulieren, die nicht aus Verwaltungssitzungen stammen, sondern aus der Erfahrung von naturverbundenen Menschen, Ărzten, PĂ€dagoginnen, KĂŒnstlern, Theologen, Klimaaktivisten, Landschaftsgestaltern und BĂŒrgern, die ihre Region lieben. Sie könnte die Politik öffentlich verpflichten, ökologische Parameter nicht lĂ€nger zu ignorieren. Sie könnte die Wirtschaft daran erinnern, dass Profit ohne Zukunft kein Gewinn ist. Und sie könnte uns selbst daran erinnern, dass Verzicht kein Verlust ist, sondern eine Entscheidung fĂŒr das Leben.
Die Zeit der Appelle an die Politik ist vorbei. Jetzt beginnt die Zeit der Appelle an uns selbst. Die Klimakrise duldet keine Zuschauerrolle. Sie verlangt Beteiligung, Mut und die Bereitschaft, Verantwortung zu ĂŒbernehmen, wo andere sie verweigern.
Ravensburg braucht eine BioâEthikâKommission â nicht irgendwann, sondern jetzt. Nicht als Symbol, sondern als Werkzeug. Nicht als Protest, sondern als Beginn einer neuen, bĂŒrgergetragenen Ethik des Handelns.
Wer die Zukunft schĂŒtzen will, muss sie gestalten. Und wer sie gestalten will, muss sich zusammenschlieĂen. Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in und um Ravensburg sind gefragt. Nicht als WĂ€hler, sondern als Verantwortliche. Nicht als EmpfĂ€nger politischer Entscheidungen, sondern als deren Ursprung.
Es ist Zeit, dass wir das Richtige tun â weil niemand anderes es tun wird.
WENN NICHT JETZT - WANN DANN!?
---------------------------------------------------
Wir mĂŒssen auf unsere Seelen hören,
wenn wir gesund werden wollen.
Letztlich sind wir hier,
weil es kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht selbst
in den Augen und im Herzen seiner Mitmenschen begegnet,
ist er auf der Flucht.
Solange er nicht zulÀsst,
dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben,
gibt es keine Geborgenheit.
Solange er sich fĂŒrchtet durchschaut zu werden,
kann er weder sich noch andere erkennen,
er wird allein sein.
Alles ist mit allem verbunden.
(Hildegard von Bingen)
Das Leben im PYROZĂN - "World on Fire" und die Kommunen in ihrer Verantwortung ...
Wir Menschen des 21. Jahrhunderts leben lĂ€ngst im PyrozĂ€n. Dem Zeitalter des Feuers, als Auswirkung oder auch Teil des AnthropozĂ€ns. Nicht als Idee, nicht als Prognose, nicht als theoretische Zukunft, sondern als Gegenwart, die uns lĂ€ngst umstellt. Die Ăkologen haben es beschrieben, der WWF hat es belegt, und die BrĂ€nde des Jahres 2026 haben es endgĂŒltig sichtbar gemacht: Feuer ist nicht mehr ein Naturereignis, sondern ein planetarer Prozess, der sich verselbststĂ€ndigt hat. Die Welt brennt nicht punktuell, sondern strukturell.
Von Kanada bis Indonesien, von Kalifornien bis Griechenland, von der TĂŒrkei bis Portugal â und wohl bald auch wieder in Deutschland, wo Brandenburg und Sachsen Feuerwetterwarnungen ausgeben und auch Oberschwaben unter ausgedörrten Böden und Niedrigwasser leidet. Die Erde hat eine neue Phase erreicht, in der Feuer nicht nur zerstört, sondern auch das Klima selbst antreibt. 26 Millionen Hektar Wald zum Beispiel verbrannten 2023, wodurch 8,8 Milliarden Tonnen COâ freigesetzt wurden â mehr als das FĂŒnfzehnfache der jĂ€hrlichen Emissionen Deutschlands .
Doch die eigentliche Katastrophe sind nicht die Wald- und SteppenbrĂ€nde selbst, sondern unsere Blindheit gegenĂŒber ihrer neuen Bedeutung. Wir leben kulturell noch im Zeitalter der Feuerromantik: Feuer als WĂ€rme, als Fest, als Ritual, wie zum Beispiel die Funken, als Gemeinschaft. Das PyrozĂ€n aber verlangt eine neue Kultur des Feuers â eine, die Feuer nicht mehr als Symbol begreift, sondern als Risiko. Die Menschheit hat sich ĂŒber Jahrtausende an Feuer gewöhnt; jetzt muss sie lernen, sich an seine Abwesenheit zu gewöhnen. Feuervermeidung statt FeuerbekĂ€mpfung, WiedervernĂ€ssung statt AusdĂŒnnung, naturnahe WĂ€lder statt Monokulturen, politische Entscheidungen, die sich an FeuerrealitĂ€ten orientieren statt an Traditionen. Die WWF-Studie fordert genau das: den Fokus von der BrandbekĂ€mpfung auf die Brandvermeidung zu verlagern, weil die heutigen BrĂ€nde zu extrem sind, um sie noch zu löschen .
In diesem neuen Zeitalter kommt den Kommunen eine besondere Rolle zu, die sie teilweise und vor allem in Oberschwaben selbst noch nicht begriffen haben. Sie sind die ersten KlimaschlĂŒsselakteure â nicht Berlin, nicht BrĂŒssel, sondern die RathĂ€user, die LandratsĂ€mter, die GemeinderĂ€te. Denn das PyrozĂ€n ist lokal. Es beginnt nicht in den internationalen Konferenzen, sondern im Wald hinter dem Ortsschild, im ausgetrockneten Bachbett, im Hitzestau der Innenstadt, im fehlenden Schatten auf dem Marktplatz. Kommunen entscheiden ĂŒber FlĂ€chennutzung, ĂŒber Waldpflege, ĂŒber Wasserhaushalt, ĂŒber BebauungsplĂ€ne, ĂŒber HitzeaktionsplĂ€ne, ĂŒber die Genehmigung von Festen mit Feuerwerken, ĂŒber die Frage, ob man Feuer in Zeiten globaler Feuerextreme noch als kulturelle SelbstverstĂ€ndlichkeit behandeln darf. Sie entscheiden darĂŒber, ob das PyrozĂ€n als abstrakte Weltlage wahrgenommen wird â oder als konkrete Verantwortung.
Und genau hier zeigt sich die Tragik: WĂ€hrend Europa brennt, wĂ€hrend SĂŒdeuropa evakuiert, wĂ€hrend RettungskrĂ€fte kollabieren, wĂ€hrend der Bodensee sichtbar austrocknet, wĂ€hrend die Klimakrise lĂ€ngst auch Oberschwaben erreicht hat, zĂŒndet eine Stadt wie Ravensburg ein Feuer(pyro)werk. Nicht nur aus kultureller TrĂ€gheit, sondern schon fast aus Trotz. Mir der Gewissheit ĂŒber die Signalwirkung und der Angst vor Stimmenverlust bei den nĂ€chsten Wahlen.
Wir tun so, als lebten wir noch im PleistozĂ€n, wĂ€hrend wir lĂ€ngst im PyrozĂ€n stehen. Feuerwerke, Funken und "ausufernde Lagerfeuer" sind nicht das Problem â sie sind der Spiegel. Sie zeigen, wie tief die VerdrĂ€ngung sitzt und wie sehr wir an Ritualen festhalten, die in einer Welt der Feuerextreme keinen Platz mehr haben. Sie zeigen, dass Kommunen ihre Rolle als KlimaschlĂŒsselakteure noch nicht angenommen haben.
Das PyrozĂ€n erfordert eine neue Kultur des Feuers, und diese beginnt lokal. Sie beginnt damit, dass Kommunen Feuer nicht mehr als harmloses Ritual behandeln, sondern als politisches Verhalten. Sie beginnt damit, dass Traditionen nicht mehr als unantastbar gelten, sondern als ĂŒberprĂŒfbar. Sie beginnt damit, dass Feste nicht mehr nur nach Stimmung bewertet werden, sondern nach Klimaresilienz. Sie beginnt damit, dass die Frage âDĂŒrfen wir das noch?â ersetzt wird durch die Frage: âWas sagt es ĂŒber uns aus, wenn wir es trotzdem tun?â Das PyrozĂ€n ist das Ende der Feuerromantik. Es ist das Zeitalter, in dem Feuer nicht mehr wĂ€rmt, sondern warnt.
Wir leben im neuen FEUERZEITALTER. Und die Welt brennt nicht nur in den Nachrichten, sondern in unseren Gewohnheiten. Die gröĂte Aufgabe besteht nicht darin, das Feuer zu löschen, sondern darin, die kulturellen Muster zu löschen, die es legitimieren. Kommunen sind die ersten Orte, an denen dieser Wandel sichtbar werden muss. Sie sind die Orte, an denen das PyrozĂ€n politisch wird. Und sie sind die Orte, an denen sich entscheidet, ob wir das Zeitalter des Feuers ĂŒberleben â oder ob wir es weiter romantisieren, bis es uns verschlingt.
RECHTS IST DA, WO DER DAUMEN UNTEN IST - Medienpufferzone gegen "gesichert Rechtsextreme" gefordert, doch ĂRR und örtliche Zeitung tun das Gegenteil ...

Im September 2024 hatte der Blogger die Petition âMEDIEN-PUFFERZONE gegen Rechtsâ â ein demokratischer Appell, rechtsextremen Akteuren keine BĂŒhne zu bieten â gestartet. Heute, am letzten Tag des Juli 2026, ist klar: Die damalige Warnung war nicht ĂŒbertrieben, sondern vorausschauend.
Denn die Normalisierung der AfD geschieht nicht nur durch lokale Medien wie die SchwĂ€bische Zeitung, sondern auch durch die groĂen öffentlich-rechtlichen Talk-Formate von ARD und ZDF. Beide Ebenen â lokal und bundesweit â verstĂ€rken sich gegenseitig.
Die hiesige "SchwĂ€bische Zeitung" berichtet seit Monaten auffĂ€llig hĂ€ufig und auffĂ€llig bildstark ĂŒber die Kreis-AfD. Die Gesichter der AfD-Kreisvertreter sind inzwischen so vertraut wie die von:
Rolf Engler (CDU)
August Schuler (CDU)
Rudolf Bindig (SPD)
Nur mit einem Unterschied: Diese drei demokratischen Politiker werden vom Redakteur dieses Blogs nicht diffamiert. Die AfD hingegen wird durch stĂ€ndige PrĂ€senz in der SZ und den ĂRR normalisiert.
Die SZ zeigt die AfD-Akteure oft mit groĂformatigen PortrĂ€tfotos, selbst wenn es um parteischĂ€digendes Verhalten, Hitler-Briefmarken, rassistische Beleidigungen oder islamfeindliche Memes geht. Das ist journalistisch zulĂ€ssig â aber medienethisch fatal.
Sichtbarkeit schafft LegitimitÀt. LegitimitÀt schafft NormalitÀt. NormalitÀt schafft Akzeptanz.
Genau deshalb bleibt die Petition hochaktuell.
Das Schaulaufen im AbendprogrammWas lokal beginnt, wird im bundesweiten Fernsehen fortgesetzt. Die öffentlich-rechtlichen Talkshows haben sich in den letzten zwei Jahren zu einem regelmĂ€Ăigen Laufsteg fĂŒr AfD-Vertreter entwickelt.
Nicht aus böser Absicht. Sondern aus einem journalistischen Reflex, der lĂ€ngst ĂŒberholt ist:
âWir mĂŒssen alle demokratisch gewĂ€hlten Parteien einladen.â
Doch dieser Satz ist 2026 nicht mehr haltbar. Denn die AfD ist vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Sie ist keine normale Partei. Sie ist kein demokratischer GesprÀchspartner. Sie ist ein Risiko.
Trotzdem sitzen ihre Vertreter in den Talkshows:
im Scheinwerferlicht,
mit professionellem Styling,
mit vorbereiteten Talking Points,
mit maximaler Reichweite.
Die AfD nutzt diese BĂŒhne strategisch â und erfolgreich. Die Talkshows hingegen unterschĂ€tzen die Wirkung ihrer eigenen Formate.
Die Kombination aus:
lokaler DauerprÀsenz (SZ)
bundesweiter Primetime-BĂŒhne (ARD/ZDF)
fĂŒhrt zu einer Normalisierung, die politikwissenschaftlich gut dokumentiert ist:
Wer stÀndig sichtbar ist, gilt als relevant. Wer relevant erscheint, wird als Option wahrgenommen.
So entsteht NormalitĂ€t â nicht durch Argumente, sondern durch Routine.
Die Medien-Pufferzone: Ein demokratischer Schutzmechanismus
Die Petition fordert keine Zensur und keine EinschrÀnkung der Pressefreiheit. Sie fordert eine freiwillige Selbstverpflichtung:
Keine PortrÀtfotos rechtsextremer Akteure.
Keine Talkshow-Auftritte als BĂŒhne.
Keine Normalisierung durch Routineberichterstattung.
Nur Kontext â niemals Plattform.
So wie es die belgische Region Wallonien bereits praktiziert.
Das ist nicht radikal. Das ist verantwortlich.
Warum Oberschwaben besonders gefÀhrdet istUnsere Region ist:
konservativ geprÀgt,
politisch stabil,
gesellschaftlich moderat.
Gerade hier wirkt Normalisierung besonders stark. Wenn die SZ die AfD-Gesichter immer wieder zeigt, entsteht der Eindruck:
âDie gehören halt dazu.â âDie sind Teil des politischen Alltags.â âDie sind eine normale Option.â
Aber sie sind keine normale Option. Sie sind rechtsextrem â amtlich bestĂ€tigt.
Die Medien mĂŒssen sich entscheiden â und wir auchDie SchwĂ€bische Zeitung muss sich entscheiden: Will sie weiterhin durch Bebilderung die AfD normalisieren?
ARD und ZDF mĂŒssen sich entscheiden: Wollen sie weiterhin Talkshow-BĂŒhnen bieten, die die AfD strategisch nutzt?
Und wir BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mĂŒssen uns entscheiden: Wollen wir das hinnehmen â oder handeln?
Die Petition bleibt aktiv. Sie bleibt notwendig. Sie bleibt ein demokratischer Appell aus Ravensburg:
Medien-Pufferzone jetzt. FĂŒr die Demokratie. FĂŒr die Region. FĂŒr die Zukunft --- gegen den Rechtsnationalismus.
Ravensburg: "Wenn ich wĂŒsste, dass morgen die Welt unterginge, wĂŒrde ich doch heute noch ein Feuerwerk zĂŒnden!"
Es ist und bleibt wie es ist: In Ravensburg wird die RealitĂ€t von der Zeitung nicht berichtet, sondern kuratiert. Das hiesige Lokalblatt â eine SZ, die sich lĂ€ngst als publizistischer Arm der Stadtverwaltung und der Rutenfestkommission (RFK) versteht â feiert das diesjĂ€hrige Rutenfest als âeines der besten und ruhigsten seit Jahrenâ und beruft sich dabei ungefiltert auf ein Mitglied der RFK und auf einen Vertreter der Polizei. Ein Satz, der klingt wie aus dem PR-BĂŒro des Rathauses und dem alkoholgeschwĂ€ngerten Bierzelt auf dem Bechtergarten, nicht wie aus einer Redaktion, die den Auftrag hĂ€tte, die vierte Macht in der Stadt zu sein.
Denn die Wirklichkeit war und ist eine andere. Ich wohne nur 400 Meter Luftlinie vom Oberschwabenhallenplatz entfernt. Trotz geschlossener Fenster musste ich mir die "Kriegsspiele und das Klimavernichtungswerk" (man nennt es harmlos "Feuerwerk") von dort Dienstag nachts anhören.
Stef-Art-Kunst (c) 2026
WĂ€hrend Europa brennt, wĂ€hrend SĂŒdeuropa evakuiert, wĂ€hrend der Bodensee und der Rhein sichtbar austrocknen, wĂ€hrend RettungskrĂ€fte in Ravensburg 22 Menschen in teilweise lebensbedrohlichem Zustand in die Klinik bringen mussten, wĂ€hrend der Festzug fĂŒr den Rettungsdienst kaum erreichbar war, wĂ€hrend Kinder mit Insektenstichen und Erwachsene mit Kollaps-Symptomen in die DRK-Wachen strömten â wĂ€hrend all dem also titelt frau hier: âbest of" und "ruhigâ. Der Titel des Artikels hĂ€tte heiĂen mĂŒssen:
"LebensgefĂ€hrliches Rutenfest - BrĂ€nde in SĂŒdeuropa - und als SahnehĂ€ubchen ein Feuerwerk."
Das wÀre echter Journalismus gewesen.
Doch "ruhig" in Ravensburg ist offenbar alles, was nicht direkt in Flammen steht.
Die Ravensburger Stadtverwaltung versteht ganz offensichtlich ein Feuerwerk als PflichtĂŒbung und das Klima als Nebensache.Die Stadt Ravensburg hat sich in diesem Jahr endgĂŒltig entschieden, auf welcher Seite sie steht: auf der Seite der Tradition, koste es, was es wolle â und zwar buchstĂ€blich. Trotz Warnungen, trotz intensiver Bitten, trotz europaweiter WaldbrĂ€nde, trotz der vierten Hitzewelle, trotz der eigenen KlimabeschlĂŒsse, trotz der eigenen Schutzpflichten hat die Stadt das Feuerwerk abgebrannt. Ein Feuerwerk, das in diesen Zeiten nicht mehr Folklore ist, sondern ein politisches Statement:
âUnsere Tradition steht ĂŒber eurer (angeblichen?) Klimanot.â
Man muss es so hart formulieren, weil es so hart ist.
WĂ€hrend Menschen in Spanien, Portugal und Italien ihre HĂ€user verlieren, wĂ€hrend Feuerwehren in SĂŒdfrankreich gegen apokalyptische Flammen kĂ€mpfen, wĂ€hrend die Klimakrise lĂ€ngst auch Oberschwaben erreicht hat, schieĂt die Stadt Ravensburg Raketen in den Himmel, damit auch der erkrankte 1. Vorsitzende der RFK sie aus seinem Krankenhauszimmer sehen und hören kann. "Gute Besserung" ĂŒbrigens von dieser Stelle aus.
Die SZ: Euphorie als Ersatz fĂŒr JournalismusDie Berichterstattung der Lokalzeitung liest sich wie ein Werbeflyer:
Schausteller âschwĂ€rmenâ
Wirte âzufriedenâ
Polizei âbegeistertâ
RFK âein Super-Teamâ
Wetter âperfektâ
Stimmung âgrandiosâ
Und die Schattenseiten? Die lebensbedrohlichen ZustĂ€nde? Die Rettungswagen, die nicht durchkamen? Die 300 Dienste des DRK? Die 22 Kliniktransporte? Die moralische Frage, ob ein Feuerwerk in Zeiten globaler Hitze ĂŒberhaupt vertretbar ist?
Sie werden erwĂ€hnt â aber so, wie man in einem "Waschzettel" die FuĂnote ĂŒber mögliche Nebenwirkungen des Medikaments platziert.
Die SZ setzt sogar noch einen sentimentalen Schlusspunkt (siehe auch oben): Der RFK-Vorsitzende, aus dem Krankenhaus, habe das Feuerwerk âbewundernâ können. Ein emotionales Bild, das die eigentliche Frage ĂŒbertĂŒncht und das Feuerwerk natĂŒrlich rechtfertigt.
Warum hat die Stadt Ravensburg ein Feuerwerk abgebrannt, das sie aus KlimagrĂŒnden niemals hĂ€tte genehmigen dĂŒrfen?
Die Wahrheit: Es war das schlechteste und unruhigste Rutenfest seit 20 Jahren.Die Wahrheit ist nicht die Euphorie der SZ, sondern die nĂŒchterne Bilanz der RettungskrĂ€fte. Die Wahrheit ist die moralische BankrotterklĂ€rung der Stadtverwaltung. Die Wahrheit ist die Entsolidarisierung mit Menschen, die unter der Klimakrise leiden â auch hier, nicht nur anderswo.
Die Wahrheit ist das, was ich bereits vor einigen Tagen auf diesem Blog schrieb: Dass dieses Feuerwerk ein Akt der Verantwortungslosigkeit war. Dass es ein Symbol der GleichgĂŒltigkeit war. Dass es ein politisches Statement war â und zwar das falsche.
Ravensburg hat ein Problem â und es ist nicht das Wetter.Ravensburg hat ein strukturelles Problem: Es verwechselt Tradition mit Unantastbarkeit. Es verwechselt Heimat mit Gewohnheit. Es verwechselt Berichterstattung mit BestĂ€tigung. Es verwechselt Ruhe mit Wegschauen.
Und so bleibt es, wie es ist: Ein Rutenfest, das sich selbst feiert. Eine Stadtverwaltung und eine RFK, die sich selbst bestĂ€tigen. Eine Lokalzeitung, die sich selbst genĂŒgt.
Doch die Klimakrise wird sich nicht von Tradition beeindrucken lassen. Sie wird nicht warten, bis der letzte Böller verschossen ist. Sie wird nicht schweigen, weil die SZ es tut.
Ravensburg hat ein Feuerwerk abgebrannt â und damit ein politisches Signal gesetzt. Ein falsches Signal. Ein gefĂ€hrliches Signal. Ein beschĂ€mendes Signal.
đ„đđ„ Die Stadt Ravensburg schieĂt jede Menge an HUNDEKACKE IN DEN NACHTHIMMEL â und nennt es Kultur.
Ravensburg, diese sonst so doch eigentlich so besonnene Stadt, die sich gern auch als âTor zu Oberschwabenâ inszeniert, hat ein neues Tor geöffnet: das zum ökologischen Irrsinn.
WĂ€hrend Europa brennt, wĂ€hrend Feuerwehren in SĂŒdfrankreich, Spanien und Italien um jeden Quadratmeter Wald kĂ€mpfen, wĂ€hrend Klimaforscher seit Jahren warnen, dass jede zusĂ€tzliche Emission buchstĂ€blich ein Brandbeschleuniger ist â da beschlieĂt Ravensburg, beim Rutenfest ein Feuerwerk zu zĂŒnden.
Nicht irgendeines. Nein. Ein etwa 20âMinutenâSpektakel, das nach meinen Recherchen zwischen 15.000 und 30.000 Euro kosten wird.
Und jetzt kommt der eigentliche Witz â nein, es ist kein Witz, es ist ein Schlag ins Gesicht der BĂŒrger und BĂŒrgerinnen. Die Stadt will 7.500 Euro jĂ€hrlich sparen, indem sie Hundekotbeutel abschafft. Ein Sparprogramm auf dem RĂŒcken der Hundehalter, der Sauberkeit und der öffentlichen Hygiene.
7.500 Euro sparen â 30.000 Euro verpulvern. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist nicht Politik. Das ist Pyrotechnik als Selbstparodie.
âFeuerwerk statt Verantwortungâ â ein Motto, das niemand bestellt hat.Man/frau/hund muss sich das einmal vorstellen: Die Stadtverwaltung steht da - mit ernster Miene - und erklĂ€rt, dass Hundekotbeutel zu teuer seien. Zu teuer! Diese kleinen Plastikbeutel, die verhindern, dass man in der BachstraĂe oder im Hirschgraben in ein warmes, stinkendes Geschenk tritt.
Aber ein Feuerwerk zĂŒnden! Ein COââSchwall, ein Feinstaubregen, ein LĂ€rmgewitter, das Tiere in Panik versetzt und Menschen mit Trauma belastet? Das ist offenbar Ravensburger Kultur, das ist Tradition, das ist unverzichtbar.
Ravensburg, du bist nicht nur aus der Zeit gefallen â du hast dich mit Anlauf aus ihr herauskatapultiert.
âSTADT RAVENSBURG SCHIESST HUNDEKACKE IN DEN NACHTHIMMEL!âDieser Satz aus der Redaktion des Blogs ist keine Satire. Er ist eine prĂ€zise Beschreibung der kommunalen PrioritĂ€tensetzung.
Die Stadt spart unten, bei den BĂŒrgern, bei der Sauberkeit, bei der Verantwortung. Und verbrennt oben, im Himmel, das Doppelte â fĂŒr ein paar bunte Funken, die nach 20 Minuten verglĂŒhen wie die GlaubwĂŒrdigkeit der kommunalen Klimapolitik.
In Zeiten extremer Wetterlagen ist ein Feuerwerk keine Folklore â es ist ein Statement.Ein Statement, das lautet: âWir haben es nicht verstanden.â Besser noch: "Wir wollen nicht verstehen!" Wir wollen unseren "Kaiser Wilhelm" behalten."
WÀhrend die Stadt sich in ihren Leitbildern Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreibt, wÀhrend sie Klimaschutzpreise sammelt und sich gern als Vorreiter in Sachen "Umweltschutz" prÀsentiert, zeigt das Rutenfest-Feuerwerk, was wirklich zÀhlt: Show statt Substanz. Knall statt Konsequenz. Rauch statt Verantwortung.
Die moralische Schieflage ist nicht mehr zu ĂŒbersehen.Ein Feuerwerk ist kein Naturgesetz. Es ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung gegen Tiere, gegen Umwelt, gegen Vernunft, gegen vernĂŒnftige Haushaltspolitik â und gegen die eigene GlaubwĂŒrdigkeit.
Und es ist eine Entscheidung, die man nicht mehr mit âTraditionâ bemĂ€nteln kann. Tradition ist kein Freibrief fĂŒr Dummheit. Aber sie ist wie ein Laternenpfahl: Nur Betrunkenen halten sich daran fest.
Ravensburg, hör zu:Wenn "du" Hundekotbeutel abschaffst, um Geld zu sparen, und gleichzeitig ein Feuerwerk finanzierst, das das Doppelte kostet, dann ist das nicht nur schlechte Politik.
Es ist zynisch. Es ist verantwortungslos. Es ist peinlich.
Und es ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich seit Jahren fĂŒr Klimaschutz, fĂŒr Tierwohl, fĂŒr nachhaltige Stadtentwicklung einsetzen.
Das ist, als wĂŒrde man/frau ein AntiâAlkoholâProgramm starten und gleichzeitig Freibier ausschenken. Es passt nicht zusammen. Es ist widersprĂŒchlich. Es ist absurd.
đ SchlusswortRavensburg hat eine Wahl: Entweder es bleibt bei der PyroâRomantik der 1980er Jahre â oder es begreift endlich, dass die Welt sich weitergedreht hat.
Feuerwerk ist kein Fest. Feuerwerk ist ein Fossil. Und wer es heute noch zĂŒndet, zeigt, dass er die Zukunft nicht verstanden hat.
RUTENFEST 2026: Perlen vor die SĂ€ue und Raketen in den Himmel ...
Der folgende "Offene Brief" wurde am 25. Juli 2023 an den damaligen und inzwischen mit nur 78 Prozent wiedergewĂ€hlten OberbĂŒrgermeister der Stadt Ravensburg, Dr. Daniel Rapp, und seine MitbĂŒrgermeister und den Gemeinderat geschrieben. Seitdem - so könnte man/frau meinen - ist in Ravensburg viel passiert. Ist es auch. Hinsichtlich des Klimaschutzes allerdings nichts Gutes. Zwar wurde ein "GrĂŒnstreifen entlang der Schussen" ("verkauft" als Schussenpark) angelegt und der alt-ehrwĂŒrdige Holzmarkt mit jede Menge an Elektronik, DrĂ€nagen, Rohren und Beton untergraben ("verkauft" als Ăkoschwamm), aber echter, signifikant durchgreifender Klimaschutz seitens der Stadtverwaltung/Umweltamt ist und bleibt bis dato (Rutenfest 2026) Fehlanzeige.

Appelle an die Stadt Ravensburg in Sachen "Klimaschutz" sind wie "Perlen vor die SĂ€ue". -Stef-Art-Kunst (c) 2026
Ach ja, inzwischen hatte der Blogger im Jahr 2025 eine Petition bei der Stadt eingereicht (das ist nicht die, die in folgendem Brief erwĂ€hnt wird, denn dort ging es um "Feuerwerke allgemein"), um die Absage der Feuerwerke an den Ravensburger Rutenfesten zu erreichen. Diese bĂŒrgerliche Eingabe gemÀà Artikel 17 GG wurde in "Bausch und Bogen" abgelehnt. Auch hatte die hiesige Zeitung diese Petition nie erwĂ€hnt, wo sie sonst doch darin ganz groĂ ist (Hundekotbeutel, Altarraum Basilika).
Aber lieber Blogger, sollte man nicht wissen, wann man verloren hat? Ja, das ist richtig. Doch die groĂen Verlierer in dieser Causa sind die Umwelt (Fauna & Flora), unsere Kinder & Enkel und das Vertrauen in eine Stadtverwaltung.
Hier der Brief - geschrieben am Rutendienstag 2023 - in seinem Wortlaut. In [ ] aktuelle Bemerkungen von heute, Rutensonntag 2026. Der letzte Satz des Schreibens an die Stadtspitze und die BĂŒrgermeister war im Nachhinein ein "Werfen von Perlen vor die SĂ€ue" (Die Bibel, MatthĂ€us 7,6). Deswegen folgt in [ ] der fĂŒr 2026 angepasste Schlusssatz.
------------------------------------------------
Offener Brief: Feuerwerk zum Rutenfest schreit zum Himmel ... Wenn der "Schöpfer" vom Menschen herausgefordert wird ...
Sehr geehrte Herren BĂŒrgermeister der Stadt Ravensburg,
Da dĂŒrfen Sie sich nicht wundern, wenn die Aktionen so mancher ins Radikale drohen abzugleiten, auch wenn ich das nicht befĂŒrworte. Wenn es einen "Himmel" geben sollte, dann gibt es auch einen "Schöpfer", den Sie â siehe Babylon â mit so einem Feuerwerk regelrecht herausfordern. Sollten Sie in Zusammenarbeit mit der RFK, deren Vorstand auch der OB Dr. Rapp als Mitglied hat, heute [ĂŒbermorgen] Abend auch nur eine dieser Raketen zĂŒnden, sind Sie in Sachen "Klimaschutzversprechen" nicht mehr glaubwĂŒrdig und können also auch keine Verhandlungspartner mehr fĂŒr KlimaschĂŒtzer/innen sein. Es gibt deutschlandweit allein bei change.org ĂŒber 120 Petitionen gegen "Feuerwerke". Eine davon - die kleinste :) - kommt aus Ravensburg, ist aber gut recherchiert begrĂŒndet.
[Sie werden das Ruten-Feuerwerk 2026 nicht absagen. DafĂŒr stehen Sie - so meine persönlichen Erfahrungen - mit Ihren Namen.]
Rutenfest 2023 und [Rutenfest 2026]
Basilika vs. Oberschwabenhalle: Das Schweigen der "SchwÀbischen Zeitung" ist lauter als jeder ihrer Artikel. - SCHWAEBISCHES POPBLATT ...
Es gibt Tage â und es sind inzwischen fast so viele, wie das Jahr Werktage hat â, da fragt man/frau sich, ob die "SchwĂ€bische Zeitung" (Redaktion Ravensburg) noch ein journalistisches Organ ist â oder bereits ein Stimmungsinstrument, das nach Lust, Laune und Lokalpolitik klimpert wie eine schlecht gestimmte Drehorgel. Jedenfalls fĂŒr die, die die "SchwĂ€Z" noch lesen.

Stef-Art-Kunst (c) 2026
Denn heute Morgen - eingerahmt in den "Rutentrubel" (das Ravensburger Heimatfest) - wieder einmal zeigt sich das alte Muster der redaktionellen Selektion in der KarlstraĂe: Ăber die Petition zur Oberschwabenhalle â Funkstille. Ăber die Neugestaltung des Altars in der Weingartner Basilika â ein Feuilleton-Feuerwerk, groĂflĂ€chig, mit Weihrauch und Pathos.
Beide Themen liegen keine fĂŒnf Kilometer auseinander. Beide betreffen die Region. Beide betreffen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Beide liegen im ZustĂ€ndigkeitsbereich derselben SZ-Journalistin.
Und doch: Das eine wird zur Schlagzeile, das andere zur Schweigezone.
Man* könnte fast meinen, die SZ habe eine interne âRelevanz-Ampelâ:
Kirchliches Dekor aus Weingarten? GrĂŒn.
BĂŒrgerpetition gegen kommunale Fehlplanung in Ravensburg? Rot.
Demokratische Teilhabe? Gelb, aber nur dann, wennâs hĂŒbsch in den Ohren der hiesigen Politiker klingt und deren PlĂ€ne nicht durchkreuzt.
Kritik an der Ravensburger Stadtverwaltung? Bitte nicht stören, wir sind gerade im âWir berichten spĂ€ter vielleichtâ-Modus oder âWir dĂŒrfen nichtâ-Modus".
Es ist diese Form der Wahrnehmung, die nicht mehr wie Zufall aussieht, sondern wie redaktionelle Tendenzpflege. Ein bisschen politisch, ein bisschen gesellschaftlich reiĂerisch â aber bitte nur dort, wo es nicht weh tut.
Die Oberschwabenhalle? Ein Millionenprojekt, ein Symbol fĂŒr kommunale PrioritĂ€ten, ein Ort, an dem BĂŒrgerbeteiligung eigentlich selbstverstĂ€ndlich sein mĂŒsste. Doch die SZ behandelt in diesem speziellen Fall das Thema "BĂŒrger", als wĂ€re es ein verlegter Einkaufszettel. Was das wohl zu bedeuten hat?
Und seien wir ehrlich: Wer jetzt auf Wiedergutmachung in einer der nĂ€chsten SZ-Ausgaben hofft, wirft "Perlen vor die SĂ€ue". Da kommt nichts. Da kommt gar nichts. Da ist die Tastatur der Journalistin blockiert, da streikt die Maus, da stĂŒrzt der Rechner ab.
Die SZ ist lĂ€ngst nicht mehr die Zeitung, die sie einmal war. Und das ist auch schon 25 Jahre her. Sie ist ein POP(ular)blatt geworden â bunt, laut, aber inhaltlich selektiv wie ein Algorithmus, der nur das ausspielt, was Klicks, KirchennĂ€he oder kommunale Harmonie verspricht. Dabei ist doch auch gerade die Oberschwabenhalle ein Ort von jĂ€hrlichen "Lobpreisgottesdiensten" mit bis zu 5.000 Betenden. "Ups" - das wurde "vergessen".
Journalismus? Das wÀre:
Themen aufgreifen, die BĂŒrger bewegen.
Machtstrukturen vor Ort hinterfragen.
Transparenz schaffen.
Konflikte nicht scheuen.
POPblattismus hingegen ist:
Altar statt Halle.
Weihrauch statt Widerstand.
Symbolpolitik statt BĂŒrgerpolitik.
Und vor allem: Schweigen, wo es unbequem wird.
Vielleicht ist das die eigentliche Schlagzeile: Das Schweigen der SchwÀbischen Zeitung ist lauter als jeder Artikel.
RUTENFEST '26 đ"FROHER AUFTAKT" mit đâđŠș,,,HUNDEKOTBEUTEL fĂŒr den OB ...

°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Vor genau drei Wochen hatte ich an dieser Stelle ĂŒber eine Petition berichtet, die der Ravensburger Peter Spörl ins Leben gerufen hatte, damit die Ravensburger Stadtverwaltung ihren Beschluss, kĂŒnftig keine Hundekotbeutel kostenlos an Hundebesitzer/innen abzugeben, zurĂŒcknimmt. Inzwischen hat die Petition ĂŒber 555 Unterschriften.
Nun erhielt ich heute Morgen vom Petenten ein zwei E-Mals zum Update seiner Petition, welche ich hier gerne weitergebe. Zwar ist der Petent fĂŒr die sich daraus ergebende Aktion verantwortlich, aber ausdrĂŒcklich unterstĂŒtzt der Blog "Schussental-Medial" dieses Anliegen.
Quelle des Updates: Mails an mich und HIER. Die Petition kann direkt unter dem folgenden Link unterschrieben werden: https://www.openpetition.de/petition/online/wiedereinfuehrung-der-kostenlosen-hundekotbeutel-in-ravensburg
-------------------------------------------------------------------------
A.

B.


