OSTERN und der FRIEDE, den keiner wirklich will / Frieden beginnt nicht in Genf, nicht in Washington, nicht in Teheran, nicht in Moskau ...
5. Apr. 2026,
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Stefan Weinert, Blogger mit AussichtOstern. Das Fest des Friedens, sagen sie. Währenddessen: USA und IRAN, Israel im Libanon, die Straße von Hormus, Trump im Modus des Welteroberers. Russland im Dauerkrieg gegen die Ukraine. Hamas, Huthi, Hisbollah — Stellvertreter Allahs, die längst selbst zu Herren des Krieges geworden sind. Und Europa? Europa spielt UNO‑Diplomatie wie ein Kind, das mit Wattebällchen versucht, einen Waldbrand zu löschen. Und wenn nicht, dann liefert es Waffen nach Kiew, um noch mehr "Krieg für Frieden (?)" zu stiften!!
Das ist Weltpolitik als Karfreitagsdauerschleife, ohne den Ostermorgen je erreichen zu können!
Und dann kommt Jesus. Nicht als Maskottchen der Friedensbewegung, sondern als Störung. Als Widerspruch. Als Zumutung.
1. „Selig sind die Frieden stiften …“Das klingt so schön, dass es fast schon kitschig ist. Aber der griechische Urtext meint: „Frieden MACHEN“, nicht „Frieden wünschen“. Aktiv. Mutig. Risiko. Konfliktfähig. Wenn man* den biblischen Text weiterliest, ist zu erkennen, dass hier nicht nur Christen zu Gottes Kindern werden (falls sie denn Frieden machen), sondern auch die "bösen Heiden" wie Gandhi, Mandela und der atheistische Nachbar.
Frieden stiften heißt: – sich zwischen Fronten stellen – Machtlogiken entlarven – Gewaltkreisläufe unterbrechen – und manchmal: Nein sagen, wo alle Ja schreien.
Das sind keine „Harmonieapostel“, sondern Menschen, die bereit waren (History) und sind (Gegenwart), den Preis für echten Frieden zu zahlen. Frieden ist kein Wellnessprodukt. Frieden ist Arbeit.
2. „Meinen Frieden gebe ich euch … nicht wie die Welt gibt.“Das ist der Satz, der alle diplomatischen Sonntagsreden pulverisiert.
Der Frieden der Welt ist:
– Waffenstillstand auf Zeit
– Deals zwischen Machtblöcken
– Schweigen gegen Rohstoffe
– Sicherheit gegen Freiheit – Stabilität gegen Wahrheit
- Das gilt auch für die sogenannten "Friedensdemonstrationen", wo nach Frieden gerufen und gleichzeitig Hass gegen andere verbreitet wird; wo die Morde und kriegerischen Handlungen nur einseitig angeprangert werden, während man* über die anderen schweigt.
Jesu Frieden ist etwas anderes: Innere Unerschrockenheit, die nicht von geopolitischen Wetterlagen abhängt. Ein Frieden, der nicht verhandelt wird, sondern entsteht, wenn Menschen sich nicht mehr von Angst regieren lassen. Angst, den Machthabern (auch vor Ort in der Kommune, auch in Ravensburg) deren Verfehlungen deutlich vor Augen zu führen. Öffentlich! Frieden, der denen zuteil wird, denen Ungerechtigkeit widerfahren ist, und es Gott überlassen, das letzte Wort zu sprechen.
„Euer Herz erschrecke nicht.“ Das ist kein Trostpflaster. Sondern hinter diesem Satz steckt die Zusage, dass da jemand ist, der uns angesichts des "Schreckens" in die Arme nimmt.
3. „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“Der Satz, der alle frommen Osterkarten verbrennt.
Aber das hier gemeinte "Schwert" ist kein Aufruf zur Gewalt. Es ist das Symbol der Entscheidung. Siehe dazu auch Jesu Wort an Petrus: "Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen."
Jesus sagt mit anderen Worten:
- Wenn Wahrheit auf Lüge trifft, gibt es keinen harmonischen Mittelweg.
- Wenn Gerechtigkeit auf Unterdrückung trifft, entsteht ein Konflikt.
- Wenn Menschen beginnen, anders zu leben, spaltet das Familien, Systeme und Stadt-Gesellschaften.
Das Schwert ist die Konsequenz des Friedens, nicht sein Gegenteil.
Wer echten Frieden will, muss bereit sein, durch Konflikte hindurchzugehen — nicht sie zu vermeiden.
4. „Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind.“Nicht den Frommen. Nicht: den Gehorsamen. Nicht: den Nationalen, den Loyalen, den Militärisch‑Nützlichen.
Sondern denen, die guten Willens sind.
Guter Wille heißt: nicht zynisch werden – nicht abstumpfen – nicht mitmachen, wenn Unrecht normalisiert wird – nicht schweigen, wenn Lüge zur Staatsräson oder Durchsetzung seiner eigenen Interessen wird.
Guter Wille ist die kleinste, aber radikalste politische Einheit.
✦ Was heißt das für Ostern 2026?Während die Welt in Kriegslogiken erstarrt, während Diplomaten „Frieden“ sagen und „Interessen“ meinen, während Staaten „Sicherheit“ sagen und „Macht“ meinen, stellt Jesus eine Frage, die brisanter ist als jede geopolitische Analyse:
Welchen Frieden willst du?
Den Frieden der Welt — der Deals, der Waffenruhen, der Schweigeabkommen?
Oder den Frieden Jesu — der Konflikte nicht scheut, der Wahrheit über Harmonie stellt, der Herzen mutig macht, der Menschen verändert, bevor er Systeme verändert?
Ostern ist nicht das Fest des „Alles wird gut“. Ostern ist das Fest des "Trotzdem".
Trotz Gewalt. Trotz Krieges. Trotz Machtlogik. Trotz Zynismus'.
Ostern sagt: Frieden beginnt nicht in Genf, nicht in Washington, nicht in Teheran, nicht in Moskau und auch nicht in den Rathäusern. Frieden beginnt dort, wo Menschen guten Willens sind — und bereit, den Preis für Wahrheit zu zahlen.
✦ FinallyVielleicht ist das der eigentliche Skandal von Ostern:
Frieden ist kein Zustand. Frieden ist eine Entscheidung. Und manchmal ist diese Entscheidung ein Schwert.
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- +++ EILMELDUNG +++ Polizei schießt auf Auto mit drei Personen + Autofahrer tot! Musste das sein?
5. Apr. 2026
Friedrich von Arabien ▶ „Lieber keine Bündnispartner als falsche Bündnispartner.“ - Wenn Entscheidungen nicht aus Stärke, sondern aus Angst getroffen werden ...
5. Feb. 2026,
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Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Es gibt Momente in der Geschichte, in denen politische Entscheidungen nicht aus Stärke, sondern aus Angst getroffen werden. Momente, in denen Regierungen nicht handeln, weil sie eine klare Vision haben, sondern weil sie befürchten, dass ihnen die Welt entgleitet. Europa befindet sich gerade in einem solchen Moment. Die EU und die Bundesrepublik Deutschland versuchen, einen außenpolitischen Paradigmenwechsel herbeizuführen, der weniger von strategischer Vernunft als von einer tief sitzenden Verunsicherung getragen wird. Und diese Verunsicherung hat einen Namen: Donald Trump.
Man kann über Trump vieles sagen, aber eines ist unbestreitbar: Er hat die europäische Politik aus ihrem bequemen transatlantischen Halbschlaf gerissen. Doch statt diese Erschütterung zu nutzen, um sich selbst zu stärken, reagiert Europa mit einer Mischung aus Panik, Überkompensation und geopolitischem Aktionismus. Es ist, als hätte man Angst, dass der Boden unter den Füßen wegbricht — und greift deshalb nach jedem Ast, der sich anbietet, selbst wenn er morsch ist. Genau das geschieht gerade: Die EU und die BRD suchen neue Partner, neue Allianzen, neue „strategische Freundschaften“. Und sie suchen sie teilweise auch ausgerechnet dort, wo die eigenen europäischen und deutschen Werte am konsequentesten verletzt werden.
Dass Friedrich Merz in die Golfstaaten reist, um über Waffenexporte zu sprechen, ist nur das sichtbarste Symptom dieser Entwicklung. Es ist ein Vorgang, der in seiner Widersprüchlichkeit kaum zu überbieten ist: Während man in Berlin und Brüssel von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und „europäischen Werten“ spricht, verhandelt man hinter verschlossenen Türen mit Regimen, die Frauen entrechten, Oppositionelle foltern und Journalisten verschwinden lassen. Man könnte es Realpolitik nennen. Oder Zynismus. Oder schlicht Orientierungslosigkeit.
In Anlehnung an den einstigen FDP-Politiker Christian Lindner muss es aus Sicht der Vernunft, Vorausschau und der Humanität heißen: „Lieber keine Bündnispartner als falsche Bündnispartner.“ Dieser Satz ist mehr als eine moralische Position. Er ist ein strategischer Imperativ. Denn Bündnisse sind nicht nur Zweckgemeinschaften; sie sind politische Erzählungen. Sie prägen Identität, Glaubwürdigkeit und langfristige Handlungsfähigkeit. Wer sich an Regime bindet, die das Gegenteil dessen verkörpern, was man selbst zu vertreten vorgibt, verliert nicht nur seine moralische Stimme, sondern auch seine geopolitische Klarheit.
Doch genau das geschieht: Europa sucht aus Angst vor einem temporären politischen Klima in den USA nach dauerhaften Ersatzpartnern — und landet bei Diktaturen, die keinerlei demokratische Legitimation besitzen. Es ist, als würde man aus Angst vor einem Sturm in ein Haus flüchten, das bereits in Flammen steht. Kurzfristig wirkt es wie Schutz. Langfristig ist es Selbstzerstörung.
Die Ironie ist kaum zu übersehen: Europa, das sich gern als moralische Instanz inszeniert, handelt zunehmend aus Angst. Angst vor dem Bedeutungsverlust. Angst vor der eigenen militärischen Schwäche. Angst vor einer multipolaren Welt, in der man nicht mehr automatisch im Zentrum steht. Angst vor einem US‑Präsidenten, der die transatlantische Partnerschaft anders interpretiert, als man es gewohnt war. Doch Angst ist ein schlechter Ratgeber — besonders in der Außenpolitik.
Die EU und die BRD behandeln die aktuelle US‑Politik, geprägt durch Donald Trump, als wäre sie die neue Identität der Vereinigten Staaten. Als wäre sie ein irreversibler Bruch. Als wäre die amerikanische Demokratie auf eine Person geschrumpft. Dabei ist Trumps Präsidentschaft — wie jede Präsidentschaft — zeitlich begrenzt. In drei Jahren kann die politische Landschaft in Washington völlig anders aussehen. Und selbst wenn nicht: Die USA sind ein komplexes Gefüge aus Institutionen, gesellschaftlichen Kräften und wirtschaftlichen Interessen. Sie sind nicht auf eine Person reduzierbar. Europa aber reagiert, als sei der transatlantische Raum bereits verloren.
Eine weitere Überreaktion, welche zeitlich gesehen noch vor der ersten liegt und bis in die Gegenwart führt, ist die ebenso problematische Entwicklung Richtung Osten : die totale Abkehr von Russland. Auch hier wird ein einzelner Mann — Wladimir Putin — mit einem ganzen Land gleichgesetzt. Als wäre seine Herrschaft ein Naturgesetz. Als wäre Russland identisch mit dem Kreml. Als gäbe es keine russische Gesellschaft, keine kulturelle Tiefe, keine historischen Kontinuitäten, die über Putin hinausreichen. Doch Putin wird nicht ewig Präsident sein. Russland ist größer als sein derzeitiger Machthaber. Und die geopolitische Realität Europas wird sich nicht in Luft auflösen.
Was passiert also, wenn sich die politische Lage in Russland verändert? Wenn ein Nach‑Putin‑Russland entsteht, das — wie so oft in der russischen Geschichte — eine neue Phase einleitet. Soll dann aus einer fast hasserfüllten Anti‑Russland‑Haltung plötzlich ein „Freude‑Friede‑Eierkuchen“ werden? Wie glaubwürdig wäre das? Wie stabil? Wie verantwortungsvoll? Außenpolitik, die auf Emotionen basiert, ist nicht nachhaltig. Und Außenpolitik, die auf Feindbildern basiert, ist gefährlich.
Europa muss lernen, zwischen Regimen und Gesellschaften zu unterscheiden. Es muss lernen, dass Kritik an einem Machthaber nicht gleichbedeutend ist mit der Ablehnung eines ganzen Volkes. Und es muss lernen, dass langfristige Stabilität nicht aus kurzfristigen Reflexen entsteht, sondern aus strategischer Geduld, Prinzipientreue und der Fähigkeit, auch einmal auszuhalten, dass es keine einfachen Lösungen gibt.
Die psychologische Dimension dieser Entwicklung ist nicht zu unterschätzen. Politik ist nicht nur Kalkül; sie ist auch Projektion, Angstbewältigung und Identitätssuche. Die Angst vor dem Verlust eines verlässlichen Partners führt zu einem reflexhaften Suchen nach Ersatz. Dieses Suchen ist oft weniger rational als emotional. Es ist die Suche nach einem Anker in einer Welt, die sich schneller verändert, als die politischen Institutionen reagieren können. Doch Anker, die auf moralisch fragwürdigen Grundlagen ruhen, sind trügerisch. Sie geben kurzfristig Halt, aber sie sind nicht tragfähig.
Ein weiterer psychologischer Mechanismus ist die Projektion: Man projiziert die Fehler des einen Partners auf das gesamte System und sucht dann die Schuld außerhalb. Wenn die USA sich verändern, wird nicht differenziert zwischen temporären politischen Strömungen und langfristigen institutionellen Kontinuitäten. Stattdessen wird die gesamte transatlantische Ordnung in Frage gestellt. Das ist eine Form der kognitiven Vereinfachung, die in Krisenzeiten verführerisch ist, aber strategisch dumm ist. Komplexität erfordert differenzierte Antworten, nicht pauschale Abkehr.
Die historische Dimension verstärkt diese Problematik. Europa hat in der Vergangenheit immer wieder Fehler gemacht, wenn es kurzfristige Opportunität über langfristige Prinzipien gestellt hat. Die Appeasement‑Politik der 1930er Jahre ist das plakativste Beispiel: das Streben nach kurzfristiger Stabilität um den Preis der moralischen Kapitulation. Natürlich ist die heutige Situation nicht eins zu eins mit "damals" vergleichbar. Aber die strukturelle Logik ist ähnlich: Man versucht, Konflikte zu entschärfen, indem man sich an Regime anpasst, die grundlegende Werte verletzen. Doch wer glaubt, dass Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen durch wirtschaftliche Kooperation verschwinden, irrt. Sie verschwinden nicht. Sie werden legitimiert.
Europa darf nicht den Fehler machen, aus Angst vor einem temporären Partnerwechsel seine Prinzipien zu verraten. Denn Prinzipien sind nicht nur moralische Kategorien; sie sind strategische Ressourcen. Glaubwürdigkeit ist die Währung, mit der man Einfluss kauft. Wer sie verspielt, zahlt später einen hohen Preis — nicht nur in diplomatischen Beziehungen, sondern in der Fähigkeit, Konflikte zu deeskalieren, Werte zu verteidigen und langfristige Partnerschaften aufzubauen.
Die Frage, die sich stellt, ist einfach und zugleich schwer: Was will Europa? Will es kurzfristige Stabilität oder langfristige Handlungsfähigkeit? Will es moralische Klarheit oder geopolitische Opportunität? Will es Prinzipientreue oder Anpassung an die jeweils stärksten Kräfte? Diese Fragen sind nicht abstrakt; sie sind konkret. Sie betreffen die Zukunft des Kontinents.
Europa könnte eine eigenständige, wertebasierte und zugleich pragmatische Außenpolitik entwickeln. Eine Politik, die nicht aus Angst, sondern aus Stärke handelt. Eine Politik, die klare Kriterien für Partnerschaften formuliert und diese konsequent anwendet. Eine Politik, die die eigene Handlungsfähigkeit stärkt, ohne die moralische Integrität zu opfern. Eine Politik, die die Zivilgesellschaft einbezieht, statt sie zu ignorieren. Eine Politik, die langfristig denkt, statt kurzfristig zu reagieren.
Doch dazu braucht es Mut. Mut, auch einmal „Nein“ zu sagen. Mut, auch einmal auf kurzfristige Vorteile zu verzichten. Mut, auch einmal auszuhalten, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Mut, sich nicht von Angst treiben zu lassen, sondern von Vernunft leiten zu lassen. Mut, den Satz "Lieber keine Bündnispartner als falsche Bündnispartner" zur Realität werden zu lassen
Europa steht an einem Scheideweg. Es kann sich von kurzfristigen Ängsten treiben lassen und sich an Regime binden, die seine Werte verraten. Oder es kann eine Politik der Prinzipientreue und strategischen Geduld wählen, die langfristig mehr Stabilität und Einfluss verspricht. Die Entscheidung ist nicht nur geopolitisch; sie ist moralisch. Sie betrifft die Frage, welches Europa wir sein wollen.
Wenn Trump in drei Jahren nicht mehr Präsident ist — und diese Möglichkeit ist real —, wird man sich fragen müssen: Was haben wir in dieser Zeit getan? Haben wir uns in Abhängigkeiten verstrickt, die wir später bereuen? Haben wir unsere Glaubwürdigkeit verspielt? Haben wir unsere Werte verraten? Oder haben wir die Chance genutzt, uns selbst zu stärken, unsere Prinzipien zu erneuern und eine Außenpolitik zu entwickeln, die nicht auf Angst, sondern auf Verantwortung basiert?
Die Antwort liegt nicht in Washington, nicht in Moskau, nicht in Riad. Sie liegt in Europa selbst. Und sie beginnt mit einem einfachen, aber entscheidenden Satz: Lieber keine Bündnispartner als falsche Bündnispartner.
Konkrete Auflistung: Der 28-Punkte-Plan zur Beendigung des russischen und ukrainischen Mordens ...
21. Nov. 2025,
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Trumps vollständiger 28-Punkte-Friedensplan zwischen Ukraine und Russland
Der vollständige Plan:
1. Die Souveränität der Ukraine wird bestätigt.
2. Zwischen Russland, der Ukraine und Europa wird ein umfassendes Nichtangriffsabkommen geschlossen. Alle Unklarheiten der letzten 30 Jahre gelten als beigelegt.
3. Es wird erwartet, dass Russland keine Nachbarländer angreift und die NATO sich nicht weiter ausdehnt.
4. Zwischen Russland und der NATO wird unter Vermittlung der Vereinigten Staaten ein Dialog stattfinden, um alle Sicherheitsfragen zu lösen und die Voraussetzungen für eine Deeskalation zu schaffen. Ziel ist es, die globale Sicherheit zu gewährleisten und die Möglichkeiten für Zusammenarbeit und künftige wirtschaftliche Entwicklung zu verbessern.
5. Die Ukraine erhält verlässliche Sicherheitsgarantien.
Ein US-Beamter erklärte gegenüber Axios, dies sei eine explizite Sicherheitsgarantie der USA für die Ukraine. Sie wurde in diesen Gesprächen erstmals offiziell zur Sprache gebracht, obwohl der Vorschlag keine weiteren Details enthält.
6. Die Stärke der ukrainischen Streitkräfte wird auf 600.000 Soldaten begrenzt.
Anmerkung: Die ukrainische Armee umfasst derzeit 800.000 bis 850.000 Soldaten und hatte vor dem Krieg laut einem ukrainischen Beamten rund 250.000.
7. Die Ukraine verpflichtet sich, in ihrer Verfassung festzuschreiben, dass sie der NATO nicht beitreten wird, und die NATO verpflichtet sich, in ihren Statuten eine Bestimmung aufzunehmen, die einen zukünftigen Beitritt der Ukraine ausschließt.
8. Die NATO verpflichtet sich, keine Truppen in der Ukraine zu stationieren.
Anmerkung: NATO-Staaten wie Frankreich und Großbritannien haben separate Vorschläge erarbeitet, die die Stationierung einer kleinen Anzahl europäischer Truppen auf ukrainischem Boden nach dem Krieg vorsahen. Dieser Plan scheint diese Möglichkeit außer Acht zu lassen.
9. Europäische Kampfflugzeuge werden in Polen stationiert.
10. Die US-Garantie:
Die USA erhalten eine Entschädigung für die Garantie.
Sollte die Ukraine in Russland einmarschieren, verliert sie die Garantie.
Sollte Russland in die Ukraine einmarschieren, werden neben einer entschiedenen und koordinierten militärischen Reaktion alle globalen Sanktionen wieder in Kraft gesetzt, die Anerkennung des neuen Territoriums und alle anderen Vorteile dieses Abkommens widerrufen.
Sollte die Ukraine ohne Grund eine Rakete auf Moskau oder Sankt Petersburg abfeuern, wird die Sicherheitsgarantie für ungültig erklärt.
11. Die Ukraine ist für die EU-Mitgliedschaft qualifiziert und erhält während der Prüfung dieser Frage einen kurzfristigen Vorzugszugang zum europäischen Markt.
12. Ein umfassendes globales Maßnahmenpaket zum Wiederaufbau der Ukraine, das unter anderem Folgendes umfasst:
Die Einrichtung eines Ukraine-Entwicklungsfonds zur Investition in schnell wachsende Branchen, darunter Technologie, Rechenzentren und künstliche Intelligenz.
Die Vereinigten Staaten werden mit der Ukraine zusammenarbeiten, um die ukrainische Gasinfrastruktur, einschließlich Pipelines und Speichereinrichtungen, gemeinsam wiederaufzubauen, zu entwickeln, zu modernisieren und zu betreiben.
Gemeinsame Anstrengungen zur Rehabilitation kriegsbetroffener Gebiete für die Wiederherstellung, den Wiederaufbau und die Modernisierung von Städten und Wohngebieten.
Infrastrukturentwicklung.
Gewinnung von Mineralien und Bodenschätzen.
Die Weltbank wird ein spezielles Finanzierungspaket entwickeln, um diese Bemühungen zu beschleunigen.
13. Russland wird in die Weltwirtschaft re-integriert:
Die Aufhebung der Sanktionen wird schrittweise und fallweise erörtert und vereinbart.
Die Vereinigten Staaten werden ein langfristiges Wirtschaftskooperationsabkommen zur gegenseitigen Entwicklung in den Bereichen Energie, natürliche Ressourcen, Infrastruktur, künstliche Intelligenz, Rechenzentren, Projekte zur Gewinnung seltener Erden in der Arktis und anderen für beide Seiten vorteilhaften Geschäftsmöglichkeiten abschließen.
Russland wird eingeladen, der G8 wieder beizutreten.
14. Eingefrorene Gelder werden wie folgt verwendet:
100 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen russischen Vermögenswerten werden in von den USA geführte Bemühungen zum Wiederaufbau und zu Investitionen in der Ukraine investiert.
Die USA erhalten 50 % der Gewinne aus diesem Vorhaben. Europa wird weitere 100 Milliarden US-Dollar bereitstellen, um die für den Wiederaufbau der Ukraine verfügbaren Investitionen zu erhöhen. Eingefrorene europäische Gelder werden freigegeben. Der Rest der eingefrorenen russischen Gelder wird in ein separates US-amerikanisch-russisches Investitionsvehikel investiert, das gemeinsame Projekte in bestimmten Bereichen umsetzen wird. Dieser Fonds dient der Stärkung der Beziehungen und der Förderung gemeinsamer Interessen, um einen starken Anreiz zur Vermeidung einer erneuten Eskalation des Konflikts zu schaffen.
15. Eine gemeinsame amerikanisch-russische Arbeitsgruppe für Sicherheitsfragen wird eingerichtet, um die Einhaltung aller Bestimmungen dieses Abkommens zu fördern und sicherzustellen.
16. Russland wird seine Nichtangriffspolitik gegenüber Europa und der Ukraine gesetzlich verankern.
17. Die Vereinigten Staaten und Russland werden die Gültigkeit der Verträge zur Nichtverbreitung und Kontrolle von Kernwaffen, einschließlich des START-I-Vertrags, verlängern.
Anmerkung: Der New-START-Vertrag, der letzte bedeutende Rüstungskontrollvertrag zwischen den USA und Russland, läuft im Februar 2026 aus.
18. Die Ukraine verpflichtet sich, gemäß dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen ein kernwaffenfreier Staat zu sein.
19. Das Kernkraftwerk Saporischschja wird unter Aufsicht der IAEA in Betrieb genommen, und der erzeugte Strom wird zu gleichen Teilen (50:50) zwischen Russland und der Ukraine verteilt.
20. Beide Länder verpflichten sich, in Schulen und der Gesellschaft Bildungsprogramme umzusetzen, die das Verständnis und die Toleranz gegenüber verschiedenen Kulturen fördern und Rassismus und Vorurteile abbauen sollen:
Die Ukraine wird die EU-Regeln zur religiösen Toleranz und zum Schutz sprachlicher Minderheiten übernehmen.
Beide Länder werden sich darauf einigen, alle diskriminierenden Maßnahmen abzuschaffen und die Rechte ukrainischer und russischer Medien und Bildungseinrichtungen zu gewährleisten. (Anmerkung: Ähnliche Ideen waren bereits in Trumps Friedensplan für Israel und Palästina von 2020 enthalten.)
Sämtliche nationalsozialistische Ideologie und Aktivitäten müssen abgelehnt und verboten werden.
21. Territorien:
Die Krim, Luhansk und Donezk werden de facto als russisches Territorium anerkannt, auch von den Vereinigten Staaten. Cherson und Saporischschja werden entlang der Kontaktlinie eingefroren, was einer faktischen Anerkennung entlang dieser Linie gleichkommt. Russland gibt die übrigen vereinbarten Gebiete, die es außerhalb der fünf Regionen kontrolliert, auf. Die ukrainischen Streitkräfte ziehen sich aus dem von ihnen derzeit kontrollierten Teil des Gebiets Donezk zurück. Diese Rückzugszone wird als neutrale, entmilitarisierte Pufferzone betrachtet und international als Territorium der Russischen Föderation anerkannt. Russische Streitkräfte werden diese entmilitarisierte Zone nicht betreten.
22. Nach der Einigung über künftige territoriale Regelungen verpflichten sich die Russische Föderation und die Ukraine, diese Regelungen nicht mit Gewalt zu ändern. Jegliche Sicherheitsgarantien erlöschen im Falle eines Verstoßes gegen diese Verpflichtung.
23. Russland wird die Ukraine nicht daran hindern, den Dnepr für Handelsaktivitäten zu nutzen, und es werden Abkommen über den freien Getreidetransport über das Schwarze Meer geschlossen.
24. Ein humanitäres Komitee wird eingerichtet, um die offenen Fragen zu klären:
Alle verbleibenden Gefangenen und Leichen werden im Austauschverfahren („alle gegen alle“) freigelassen.
Alle zivilen Gefangenen und Geiseln, einschließlich der Kinder, werden zurückgeführt.
Ein Programm zur Familienzusammenführung wird umgesetzt.
Es werden Maßnahmen ergriffen, um das Leid der Konfliktopfer zu lindern.
25. Die Ukraine wird innerhalb von 100 Tagen Wahlen abhalten.
26. Alle am Konflikt beteiligten Parteien erhalten eine vollständige Amnestie für ihre Taten während des Krieges und verpflichten sich, künftig keine Ansprüche geltend zu machen oder Beschwerden zu berücksichtigen.
27. Dieses Abkommen ist rechtsverbindlich. Seine Umsetzung wird vom Friedensrat unter Vorsitz von Präsident Donald J. Trump überwacht und gewährleistet. Bei Verstößen werden Sanktionen verhängt.
Anmerkung: Dies entspricht der von Trump vorgeschlagenen allgemeinen Struktur für das Gaza-Friedensabkommen.
28. Sobald alle Parteien diesem Memorandum zustimmen, tritt der Waffenstillstand unmittelbar nach dem Rückzug beider Seiten zu vereinbarten Punkten in Kraft, um mit der Umsetzung des Abkommens zu beginnen.
Die Krim, Luhansk und Donezk werden de facto als russisches Territorium anerkannt, auch von den Vereinigten Staaten. Cherson und Saporischschja werden entlang der Kontaktlinie eingefroren, was einer faktischen Anerkennung entlang dieser Linie gleichkommt. Russland gibt die übrigen vereinbarten Gebiete, die es außerhalb der fünf Regionen kontrolliert, auf. Die ukrainischen Streitkräfte ziehen sich aus dem von ihnen derzeit kontrollierten Teil des Gebiets Donezk zurück. Diese Rückzugszone wird als neutrale, entmilitarisierte Pufferzone betrachtet und international als Territorium der Russischen Föderation anerkannt. Russische Streitkräfte werden diese entmilitarisierte Zone nicht betreten.
22. Nach der Einigung über künftige territoriale Regelungen verpflichten sich die Russische Föderation und die Ukraine, diese Regelungen nicht mit Gewalt zu ändern. Jegliche Sicherheitsgarantien erlöschen im Falle eines Verstoßes gegen diese Verpflichtung.
23. Russland wird die Ukraine nicht daran hindern, den Dnepr für Handelsaktivitäten zu nutzen, und es werden Abkommen über den freien Getreidetransport über das Schwarze Meer geschlossen.
24. Ein humanitäres Komitee wird eingerichtet, um die offenen Fragen zu klären:
Alle verbleibenden Gefangenen und Leichen werden im Austauschverfahren („alle gegen alle“) freigelassen.
Alle zivilen Gefangenen und Geiseln, einschließlich der Kinder, werden zurückgeführt.
Ein Programm zur Familienzusammenführung wird umgesetzt.
Es werden Maßnahmen ergriffen, um das Leid der Konfliktopfer zu lindern.
25. Die Ukraine wird innerhalb von 100 Tagen Wahlen abhalten.
26. Alle am Konflikt beteiligten Parteien erhalten eine vollständige Amnestie für ihre Taten während des Krieges und verpflichten sich, künftig keine Ansprüche geltend zu machen oder Beschwerden zu berücksichtigen.
27. Dieses Abkommen ist rechtsverbindlich. Seine Umsetzung wird vom Friedensrat unter Vorsitz von Präsident Donald J. Trump überwacht und gewährleistet. Bei Verstößen werden Sanktionen verhängt.
Anmerkung: Dies entspricht der von Trump vorgeschlagenen allgemeinen Struktur für das Gaza-Friedensabkommen.
28. Sobald alle Parteien diesem Memorandum zustimmen, tritt der Waffenstillstand unmittelbar nach dem Rückzug beider Seiten zu vereinbarten Punkten in Kraft, um mit der Umsetzung des Abkommens zu beginnen.
Aktualisiert: Trumps Putin-Plan für das Ende der ukrainischen "Forderungen-Litanei" und das sinnlose Auslöschen von Menschenleben durch beide Seiten
21. Nov. 2025,
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Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Statt einzusehen, dass weder er noch die EU und auch nicht Deutschland den Kampf gegen Wladimir Putin gewinnen können, puscht Selenskyj bühnenreif die freie Welt und das noch freie Deutschland, welche beide angeblich auch in der Ukraine verteidigt werden, bis zum Ausbluten ihrer Haushalte auf Kosten der eigenen Bevölkerung.
Wie auch in der grausamen Causa "Hamas/Palästinenser/Israel", haben Donald Trump und Wladimir Putin hier nun eine Initiative ergriffen. Eigentlich ist es ein Armutszeugnis für die FREIE WELT und die UNO, dass es der international gescholtene Multi-Billionär, "Dealer" und als "unberechenbar" titulierte Trump und der "Teufel und Aggressor" Wladimir Putin es sind, der diesen Playern einen solchen Friedensplan präsentieren - ohne Einbeziehung der EUROPÄISCHEN UNION inclusive der BRD und ohne Einbeziehung der Ukraine.
Da darf sich niemand beschweren, wenn der vorgelegte Friedensplan aus Washington NICHT den Vorstellungen der Europäischen Union und auch nicht denen der Bundesrepublik Deutschland entspricht. *) Wundern darf man/frau sich auch nicht, dass die USA unter Trump recht einseitig zugunsten Russlands agiert. Nicht weil die "Staaten" und die roten Genossen aus Moskau so übermächtig sind, sondern weil die EU und die BRD international nichts zu bieten haben (jedenfalls politisch), was Trump und auch Putin beeindrucken könnte.
- *) So meinte der ehemalige Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, er hielte den us‑russischen Friedensplan für die Ukraine als völlig inakzeptabel. Ein Rückzug Kiews aus dem Donbass beispielsweise wäre für Präsident Selenskyj "selbstmörderisch" und die Halbierung seiner Armee würde die Ukraine zum Spielball Moskaus machen. Gleichzeitig betonte er, dass die Zukunft der Ukraine nicht ohne Teilnahme der Ukraine verhandelt werden dürfte.
Es zeigt auch, in welch einer Zeit wir (wieder) leben. Es gilt das Recht des Stärkeren und der vorweggenommenen Sieger. Sozusagen eine Nachkriegspolitik a la Jalta 1945.
Stereotyp wiederholt der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) das, was einst die Vorgängerregierung (SPD/Grüne/FDP) ins deutsche Gebetbuch geschrieben hatte - nämlich, dass die Freiheit Europas und damit auch die Deutschlands in der Ukraine verteidigt wird. Aber stimmen tut es dadurch noch lange nicht.
Die Zeitung "De Telegraaf" mit Sitz in Amsterdam sieht starke Parallelen zu dem Münchner Abkommen von 1938: "Unter strengster Geheimhaltung wurde an einem Plan von Präsident (Donald) Trump zur Beendigung des Krieges in der Ukraine gearbeitet. Nachdem die Einzelheiten dieses Plans bekannt wurden, drängt sich die Frage auf, ob Europa und die Ukraine von den Amerikanern im Stich gelassen werden. Der Friedensplan ähnelt nämlich eher einem Kapitulationsplan. (…) Das ganze Vorhaben erinnert stark an das Münchner Abkommen von 1938, als die Tschechoslowakei Gebiete an Hitler abtreten musste und der britische Premierminister Chamberlain von 'Frieden für unsere Zeit' sprach." (ntv)
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In geheimen Gesprächen ohne die Mitwirkung der Ukraine formulieren die USA und Russland in 28 konkreten Punkten einen Plan, mit dem der Krieg beendet werden soll. Seit Mittwoch kursieren einzelne Passagen, nun ist das ganze Dokument öffentlich.
Mit einem Friedensplan in 28 Punkten will die US-Regierung von Präsident Donald Trump den seit dreieinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine beenden. Mehrere Medien wie das US-Nachrichtenportal "Axios" veröffentlichten die Auflistung, deren Inhalt demnach auch von Regierungsvertretern aus den USA und der Ukraine bestätigt wurde. Der ukrainische Parlamentsabgeordnete Olexij Hontscharenko, der zur Oppositionsfraktion Europäische Solidarität gehört, stellte den Plan via Telegram ins Netz. Eine Übersicht über die Vorschläge:
Ukrainische und europäische Sicherheit
Die Souveränität der Ukraine wird bestätigt. Russland, die Ukraine und Europa erklären die Konflikte der vergangenen 30 Jahre für beendet. Vereinbart wird, einander nicht anzugreifen. Russland und die USA sprechen wieder über nukleare Rüstungskontrolle. Die Ukraine verzichtet in ihrer Verfassung auf einen Beitritt zur Nato. Die Nato legt sich fest, die Ukraine niemals aufzunehmen und auch keine Truppen in der Ukraine zu stationieren. Europäische Kampfjets werden in Polen stationiert. Russland soll sich per Gesetz dazu verpflichten, Aggressionen gegenüber Europa und der Ukraine abzuschwören.
Die Ukraine bleibt atomwaffenfrei. Sie erhält - im Text nicht näher erläuterte - "zuverlässige Sicherheitsgarantien" der USA, die für diese Garantien wiederum entlohnt werden. Sollte die Ukraine Russland angreifen, entfallen die Garantien. Sollte Russland die Ukraine angreifen, treten Sanktionen wieder in Kraft, Moskau verliert alle Vorrechte aus der Friedensregelung. Die Truppenstärke der ukrainischen Armee wird auf 600.000 Mann begrenzt. Die Ukraine darf der EU beitreten.
Eine amerikanisch-russische Arbeitsgruppe zu Sicherheitsfragen soll darüber wachen, dass die Regelungen des Abkommen eingehalten werden. Ein "Friedensrat" unter Vorsitz von US-Präsident Donald Trump soll die Einhaltung des Abkommens garantieren.
Territorialfragen
Die Krim und die ebenfalls besetzten ukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk werden als faktisch russisch anerkannt. Die ukrainische Armee räumt die Teile von Donezk, die sie jetzt noch unter Kontrolle hat - diese Teile sollen fortan als demilitarisierte Pufferzone gelten und als russisches Gebiet anerkannt werden. In den südlichen Gebieten Saporischschja und Cherson wird der aktuelle Frontverlauf als Trennlinie festgelegt.
Die russische Armee räumt die Brückenköpfe in den Regionen Charkiw und Sumy, die sie derzeit besetzt hält. Russland verzichtet auf weitere Gebietsansprüche. Territorialfragen dürfen nur friedlich gelöst werden, sonst sind alle Sicherheitsgarantien nichtig. Das Atomkraftwerk Saporischschja wird der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA unterstellt, der dort produzierte Strom zu gleichen Teilen zwischen der Ukraine und Russland aufgeteilt.
Wiederaufbau der Ukraine - Rehabilitierung Russlands
Es wird ein internationaler Fonds zum Wiederaufbau und zur Entwicklung der ukrainischen Infrastruktur gegründet. Die USA helfen besonders beim Ausbau der ukrainischen Gasindustrie. 100 Milliarden US-Dollar des beschlagnahmten russischen Staatsvermögens fließen in von den USA angeführte Bemühungen für Wiederaufbau und Investitionen in der Ukraine. Die USA erhalten 50 Prozent möglicher Gewinne. Die EU steuert 100 Milliarden US-Dollar zum Wiederaufbau bei und gibt beschlagnahmtes russisches Vermögen wieder frei. Das restliche russische Vermögen soll in gemeinsame Investitionen und Projekte mit den USA fließen, die als Anreiz dafür dienen, den Konflikt nicht aufs Neue anzufachen.
Russland wird wieder in die Weltwirtschaft integriert und eingeladen, der Gruppe führender Industrienationen nach seinem zeitweisen Ausschluss erneut beizutreten. Damit würden aus den G7 wieder die G8. Mit den USA wird eine langfristige Wirtschaftskooperation eingegangen, die unter anderem Energiefragen und die Ausbeutung seltener Erden in der Arktis umfasst.
Humanitäre Fragen
Gefangene und Tote werden nach dem Prinzip "Alle gegen alle" ausgetauscht. Zivilisten werden freigelassen, Familien zusammengeführt. Für alle am Krieg Beteiligten gibt es eine umfassende Amnestie. Beide Seiten verpflichten sich, in Schulen gegenseitiges Verständnis und Toleranz zu lehren. Die Ukraine sichert die sprachlichen und religiösen Rechte von Minderheiten nach EU-Standards zu.
Wahlen und Waffenstillstand
In der Ukraine finden 100 Tage nach Abschluss des Abkommens Wahlen statt.
Wenn alle Seiten der Einigung zugestimmt haben und der vereinbarte militärische Rückzug abgeschlossen ist, beginnt der Waffenstillstand.
Quelle: ntv.de, mau/dpa
"Ihr da Oben hört die Worte: Wir spielen euer "Spiel" nicht mit!"
11. Nov. 2025,
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Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht

G O T T gehört der Osten und der Westen;
G O T T kennt weder Norden, noch Süden.
Wer das versteht, in seiner TIEFE wirklich versteht,
der hört auf, KRIEGE zu führen;
der hört auf, ANDERE auszubeuten;
der hört auf, den NÄCHSTEN zu missbrauchen.
WER das versteht, in seiner Tiefe wirklich versteht,
der beginnt MENSCH zu sein, wirklich MENSCH zu sein.
von CPH
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Hände des Friedens
Ich sing' von Frieden, solang' ich singen kann,
Ich hab gesungen über Frieden in Vietnam;
und ich könnt' singen bis zum letzten Tag:
Frieden wirds nur geben durch einen Friedens-Akt.
Reicht euch Hände, denn wir sind zum
Ich hab gesungen über Frieden in Vietnam;
und ich könnt' singen bis zum letzten Tag:
Frieden wirds nur geben durch einen Friedens-Akt.
Reicht euch Hände, denn wir sind zum
Frieden bereit,
Brüder und Schwestern sind wir, und mehr;
Brüder und Schwestern sind wir, und mehr;
Keine Schwerter mehr in Händen,
keine Reden über Krieg,
und ihr da Oben hört die Worte:
und ihr da Oben hört die Worte:
Wir spielen euer "Spiel" nicht mit.
Stefan Weinert, Ravensburg, 2023/25
Nein, meine Söhne geb ich nicht ...
10. Nov. 2025,
1 Kommentar
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Das Original von 1986
https://www.youtube.com/watch?
Die neuere Version
https://www.youtube.com/watch?
Ich denk, ich schreib euch besser schon beizeiten
Und sag euch heute schon endgültig ab
Ihr braucht nicht lange Listen auszubreiten
Um zu sehen, dass ich auch zwei Söhne hab!
Ich lieb die beiden, das will ich euch sagen
Mehr als mein Leben, als mein Augenlicht
Und die, die werden keine Waffen tragen
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Ich habe sie die Achtung vor dem Leben
Vor jeder Kreatur als höchsten Wert
Ich habe sie Erbarmen und Vergeben
Und, wo immer es ging, lieben gelehrt!
Nun werdet ihr sie nicht mit Hass verderben
Keine Ziele und keine Ehre, keine Pflicht
Sind′s wert, dafür zu töten und zu sterben
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Ganz sicher nicht für euch hat ihre Mutter
Sie unter Schmerzen auf die Welt gebracht
Nicht für euch und nicht als Kanonenfutter
Nicht für euch hab ich manche Fiebernacht
Verzweifelt an dem kleinen Bett gestanden
Und kühlt ein kleines glühendes Gesicht
Bis wir in der Erschöpfung Ruhe fanden
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Sie werden nicht in Reih und Glied marschieren
Nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zuletzt
Auf einem gottverlass′nen Feld erfrieren
Während ihr euch in weiche Kissen setzt
Die Kinder schützen vor allen Gefahren
Ist doch meine verdammte Vaterpflicht
Und das heißt auch, sie vor euch zu bewahren
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Ich werde sie den Ungehorsam lehren
Den Widerstand und die Unbeugsamkeit
Gegen jeden Befehl aufzubegehren
Und nicht zu buckeln vor der Obrigkeit
Ich werd sie lehr'n, den eig'nen Weg zu gehen
Vor keinem Popanz, keinem Weltgericht
Vor keinem als sich selber g′radzustehen
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Und eher werde ich mit ihnen fliehen
Als dass ihr sie zu euren Knechten macht
Eher mit ihnen in die Fremde ziehen
In Armut und wie Diebe in der Nacht
Wir haben nur dies eine kurze Leben
Ich schwör′s und sag's euch g′rade ins Gesicht:
"Sie werden es für euren Wahn nicht geben"
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Und sag euch heute schon endgültig ab
Ihr braucht nicht lange Listen auszubreiten
Um zu sehen, dass ich auch zwei Söhne hab!
Ich lieb die beiden, das will ich euch sagen
Mehr als mein Leben, als mein Augenlicht
Und die, die werden keine Waffen tragen
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Ich habe sie die Achtung vor dem Leben
Vor jeder Kreatur als höchsten Wert
Ich habe sie Erbarmen und Vergeben
Und, wo immer es ging, lieben gelehrt!
Nun werdet ihr sie nicht mit Hass verderben
Keine Ziele und keine Ehre, keine Pflicht
Sind′s wert, dafür zu töten und zu sterben
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb' ich nicht
Ganz sicher nicht für euch hat ihre Mutter
Sie unter Schmerzen auf die Welt gebracht
Nicht für euch und nicht als Kanonenfutter
Nicht für euch hab ich manche Fiebernacht
Verzweifelt an dem kleinen Bett gestanden
Und kühlt ein kleines glühendes Gesicht
Bis wir in der Erschöpfung Ruhe fanden
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Sie werden nicht in Reih und Glied marschieren
Nicht durchhalten, nicht kämpfen bis zuletzt
Auf einem gottverlass′nen Feld erfrieren
Während ihr euch in weiche Kissen setzt
Die Kinder schützen vor allen Gefahren
Ist doch meine verdammte Vaterpflicht
Und das heißt auch, sie vor euch zu bewahren
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Ich werde sie den Ungehorsam lehren
Den Widerstand und die Unbeugsamkeit
Gegen jeden Befehl aufzubegehren
Und nicht zu buckeln vor der Obrigkeit
Ich werd sie lehr'n, den eig'nen Weg zu gehen
Vor keinem Popanz, keinem Weltgericht
Vor keinem als sich selber g′radzustehen
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Und eher werde ich mit ihnen fliehen
Als dass ihr sie zu euren Knechten macht
Eher mit ihnen in die Fremde ziehen
In Armut und wie Diebe in der Nacht
Wir haben nur dies eine kurze Leben
Ich schwör′s und sag's euch g′rade ins Gesicht:
"Sie werden es für euren Wahn nicht geben"
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Nein, meine Söhne geb ich nicht
Writer(s): Reinhard Mey (c) Lyrics powered by www.musixmatch.com
Trump zu Russland/Ukraine = "Geht nach Hause und hört auf mit dem Blutvergießen!"
20. Okt. 2025,
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Donald Trump hat eine einfache Lösung für den Ukraine-Krieg. Die Soldaten sollten nach Hause gehen und das Blutvergießen beenden. Was bedeutet das für den Donbass?
Donald Trump hat seine Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine entlang der aktuellen Frontlinien bekräftigt. "Wir denken, sie sollten die Kämpfe an den aktuellen Frontlinien einstellen", sagte der Präsident der Vereinigten Staaten am Sonntag an Bord der Air Force One. Man solle es so belassen, wie es sei, und könne "später etwas aushandeln".
Die Soldaten sollten kehrt machen, das Blutvergießen müsse ein Ende haben. "Geht nach Hause, stellt die Kämpfe ein, stoppt das Töten", sagte Trump auf dem Rückflug aus dem US-Bundesstaat Florida nach Washington.
Auf die Frage, ob er dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesagt habe, die Ukraine müsse den gesamten Donbass an Russland abtreten, antwortete Trump: "Nein."
Die aktuellen Äußerungen an Bord des US-Regierungsfliegers folgen auf ein angespanntes Treffen mit Selenskyj am Freitag. Dabei habe Trump den ukrainischen Präsidenten zu Gebietsabtretungen gedrängt, berichteten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen. Die ukrainische Delegation sei von dem Treffen im Weißen Haus in Washington "enttäuscht" gewesen.
Trump habe zudem die von der Ukraine erhoffte Lieferung von Tomahawks abgelehnt. Das sind weitreichende Marschflugkörper, mit denen die ukrainische Armee auch strategische Ziele im russischen Hinterland treffen könnte. US-Vizepräsident JD Vance sagte jedoch am Sonntagabend, eine endgültige Entscheidung über die Raketen sei noch nicht gefallen.
Der ukrainische Präsident setzt nun erst mal auf Raketenabwehr: Laut Selenskyj bereitet die Ukraine einen Vertrag zum Kauf von 25 Patriot-Systemen vor, um das Land gegen russische Luftangriffe verteidigen zu können. "Das sind 25 Systeme, die wir brauchen", sagte Selenskyj am Sonntag vor Journalisten.
Die Luftabwehrsysteme sollten über einen Zeitraum von mehreren Jahren geliefert werden. Die Ukraine wolle bei europäischen Ländern darum werben, bevorzugt mit Patriots aus US-Produktion beliefert zu werden.
Zudem äußerte der ukrainische Präsident seine Bereitschaft, an einem angekündigten Treffen zwischen Russlands Machthaber Wladimir Putin und US-Präsident Trump in Ungarns Hauptstadt Budapest teilzunehmen. "Wenn ich nach Budapest eingeladen werde", sagte Selenskyj, "werden wir uns auf das eine oder andere Format einigen." Dabei könne es sich entweder um ein Treffen zu dritt handeln, oder jeweils um separate Zweier-Treffen zwischen Trump und Putin sowie Trump und Selenskyj.
Der ukrainische Präsident kritisierte jedoch die Wahl Ungarns als Ort des Treffens. "Ich glaube nicht, dass ein Ministerpräsident, der die Ukraine überall blockiert, etwas Positives für die Ukrainer tun oder auch nur einen ausgewogenen Beitrag leisten kann", sagte Selenskyj in Bezug auf den ungarischen Regierungschef Viktor Orban.
Auch in der EU, deren Mitglied Ungarn ist, wächst die Kritik am Verhandlungsort Budapest. Denn der russische Präsident wird als mutmaßlicher Kriegsverbrecher per Haftbefehl gesucht, der auch in der Europäischen Union gilt. Zu einer möglichen Reise Putins in die EU sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas, dies sei "nicht schön". Schließlich gebe es den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen ihn.
Nach Ansicht Frankreichs sollte Russlands Präsident nur in die EU einreisen, sofern er zu einer bedingungslosen Waffenruhe bereit ist. Ein Austausch zwischen den USA und Russland sei nützlich, sagt der französische Außenminister Jean-Noel Barrot vor einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Luxemburg. "Der angekündigte Besuch Wladimir Putins in der Europäischen Union hat jedoch nur dann einen Sinn, wenn er zu einem sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand führt."
Die Frage sei, ob bei dem Treffen mit einem Ergebnis zu rechnen sei, machte die EU-Außenbeauftragte deutlich. "Die USA haben viele Möglichkeiten, Druck auf Russland auszuüben, um es an den Verhandlungstisch zu bringen", so Kallas. "Wenn sie diese nutzen, damit Russland diesen Krieg beendet, ist das natürlich gut." Es sei aber sehr wichtig, dass es ein Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Putin gebe.
GOTT würfelt nicht - Trump und Putin tun es schon ... In meinen Träumen läutet es Sturm!!
17. Aug. 2025,
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Stefan Weinert, Blogger
Wo sind die Pflugscharen, die wir einst aus den Schwertern schmieden wollten? *)Liebe deinen Nächsten, wenn er so denkt wie du!Warum liefern wir nicht Traktoren, statt Panzer?Frieden schaffen ohne Waffen? - Träumereien und Lügen von Müslikonsumenten! Washington statt Warschau: Der "Kniefall" der Genossen!Schwere Stiefel statt leise Turnschuhe! Koppel und Gewehr, statt Regenbogenfahne! Panzerfäuste statt ausgestreckte Hand!Kriegserklärung statt Bergpredigt! NATO unser, die du bist die Größte, dein Reich komme . . . bis an den Maidan ...GOTT würfelt nicht - Trump und Putin tun es schon! Das ist die Realität! In meinen Träumen - und leider nicht nur dort - läutet es Sturm.
*) Stefan Weinert in November 2022/August 2025 (c)
15. März 2023 im "Altdorfer Wald" bei Ravensburg - Gegen den Krieg und gegen Umweltzerstörung, Foto: Aktivii (... doch leider gehen Krieg und Zerstörung weiter. Deswegen bitte auch das folgende Lied anhören, danke!)
"IN MEINEN TRÄUMEN LÄUTET ES STURM!"
"Auf die Panzer, fertig, los!" - Wenn die immer noch gültigen Notstandgesetze von 1968 aktuell "greifen" werden ...
10. Aug. 2025,
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"Bundeswehr statt Bundesliga" / Stef-Art (c) 2025
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Ende September 2025 wird es ernst im Hamburger Hafen. Dann proben dort Vertreter der Bundeswehr, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft, wie sie im Kriegsfall zusammenarbeiten. Mehr als 600 Menschen sind an dieser Übung namens Red Storm Bravo beteiligt, der Hafen wird für fünf Tage ihr Drehkreuz. Mit dabei: 75 Angestellte der Bundesagentur für Arbeit. Im Spannungs- und Verteidigungsfall erhalten sie nämlich ganz neue Aufgaben. Sie müssen dafür sorgen, dass alle wichtigen Jobs im Land besetzt sind. Zum Beispiel im Lazarett, beim Technischen Hilfswerk oder auch bei Rüstungsunternehmen. Dafür dürfen sie jeden Mann im wehrfähigen Alter (18 bis 60 Jahre) zum Arbeitseinsatz verpflichten – auch Kriegsdienstverweigerer. Frauen können lediglich zur Arbeit im Lazarett gezwungen werden.
Zurück geht diese Reglung auf die Notstandsgesetze von 1968. Sie waren schon damals, in Zeiten des Kalten Krieges, hochumstritten, weil sie einen starken Eingriff in die Grundrechte eines jeden Bürgers darstellen. Der Bundestag hat sie trotzdem beschlossen und damit auch das sogenannte Arbeitssicherstellungsgesetz, das im Verteidigungsfall die freie Wahl des Arbeitsplatzes einschränkt. Angewandt wurde es bis heute noch nie. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 ist es aber wieder relevanter.
Die Bundesregierung hat das Gesetz zu Jahresbeginn sogar erweitert. Unter anderem hat sie konkretisiert, auf welche Bereiche es im Krisenfall besonders ankommt. Also wohin die Arbeitsagentur Menschen im wehrfähigen Alter zwangsversetzen darf.
Neu in der Liste sind etwa Produzenten von Kohle, Gas und Wasserstoff, da sie das Land mit Energie versorgen. Als weitere kritische Bereiche definiert das Gesetz die Verteidigung (Bundeswehr und Rüstungskonzerne), die öffentliche Verwaltung, Lebensmittelbetriebe, Wasser- und Stromwerke, Logistikkonzerne, Müllentsorger, Banken, Krankenhäuser, Betreiber von Telekommunikation und Zivilschutzorganisationen wie das Technische Hilfswerk.
Voraussetzung für eine Zwangsversetzung ist, dass die Regierung den Verteidigungsfall – oder die Vorstufe, den Spannungsfall – im Bundestag beantragt und zwei Drittel der Abgeordneten zustimmen. Außerdem kann das Parlament, ebenfalls mit Zweidrittelmehrheit, einzelne Notstandsmaßnahmen wie das Arbeitssicherstellungsgesetz aktivieren. All das ist nur möglich, wenn ein Angriff auf Deutschland bevorsteht oder bereits stattfindet. Der Bündnisfall der Nato reicht nicht aus.
Der Bund bekommt durch diese Beschlüsse neue Kompetenzen: Er lenkt dann auch die Wirtschaft, kann etwa bestimmen, dass Werften, die für die Marine Schiffe bauen und reparieren, bevorzugt mit Stahl, Strom und Treibstoff versorgt werden. Für den Arbeitsmarkt bedeutet der Verteidigungsfall: Alle wehrpflichtigen Männer, die nicht den Kriegsdienst verweigert haben, können als Soldaten einberufen werden. Also auch Mitarbeiter von Krankenhäusern als Sanitäter oder Fachkräfte von Airbus für die Instandsetzung von Kampfjets.
Die Bundesagentur für Arbeit soll dann die freiwerdenden Stellen in den für die Verteidigung relevanten Branchen schnell wieder besetzen – und den ohnehin stark steigenden Bedarf bei Munitionsherstellern oder Treibstoffproduzenten auffüllen. "Wenn es in lebens- und verteidigungsrelevanten Bereichen einen Arbeitskräftebedarf gibt, dann prüfen wir, wer die Kompetenzen hat, um eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen", sagt Reinhold Wellen, der operative Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Hamburg.
Seine Behörde kann dann im Zweifel sogar Jobwechsel untersagen – für alle Menschen, die in kritischen Bereichen arbeiten. Das gilt für Männer wie auch Frauen. Wellen nennt als Beispiel eine Krankenschwester, die in einer Klinik arbeitet, in der im Kriegsfall zahlreiche Schwerstverletzte ankommen: "Für den Fall, dass die Krankenschwester kündigen will, müssen wir schauen, ob es in der betroffenen Klinik genügend Personal gibt und ob es in Ordnung ist, dass sie aufhört."
Atombomben auf Japan: Vor 80 Jahren / und 80 Jahre danach - Werden sich Hiroshima und Nagasaki wiederholen? ...
5. Aug. 2025,
2 Kommentare
Veranstaltungshinweis:
Am Mittwoch, 6. August 2025 um 17 Uhr, findet vor dem Rathaus der Stadt 88250 Weingarten eine Kundgebung zum Gedenken an die Atombombenabwürfe über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki statt:
FÜR FRIEDEN UND GEGEN ATOM.
Es wird eine entsprechende Flagge gehisst. Die Veranstaltung ist angemeldet und genehmigt.
Quelle: Erika Eichwald, Weingarten
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Stefan Weinert, Blogger
Am 6. August 2016 gab es auf dem Ravensburger Marienplatz vor dem Lederhaus eine Gedenkveranstaltung aus Anlass des Gedenkens an den Abwurf einer Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima. Veranstalter war der Kreisverband der Linken. Es kam damals kein einziger Stadtrat oder Stadträtin zu dieser Veranstaltung. Nur ein einziges SPD-Mitglied war anwesend, das aber noch am selben Tag abends zum Mitglied der Linken wurde. Pax Christi war vertreten und die ÖDP.

6. August 2016, Marienplatz in Ravensburg, Foto: Heiko Thamm (+)
Gestört wurde die Veranstaltung von Rutentrommlern (Nachtrommeln), die meinten, zur selben Zeit am gleichen Platz vor der Ratsstube dermaßen Krach machen zu müssen, dass weder die Redner und Rednerinnen, noch die Musikanten zu verstehen waren. Der damalige Kreisvorsitzende Heiko Thamm (+) musste die Polizei bemühen, damit die bei der Ravensburger Stadtverwaltung angemeldete Gedenkveranstaltung doch noch einigermaßen würdig abgehalten werden konnte.
Vor genau 80 Jahren wurden im Zweiten Weltkrieg zwei Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Heute erzählt ein 12-Jähriger die Geschichte seiner Uroma – und kämpft so für eine Welt ohne Atomwaffen.
"Hibakusha" werden Menschen in Japan genannt, die die Atombomben im Zweiten Weltkrieg erlebt und überlebt hatten. Am 6. und 9. August 1945 warfen die USA zwei Atombomben über den Städten Hiroshima und Nagasaki ab. Damit sollte die japanische Regierung - drei Monate nach dem Sieg der Alliierten in Europa - zur Kapitulation gezwungen werden. Bis zu 230.000 Menschen starben bei beiden Detonationen.
Heute gibt es in Japan immer weniger Augenzeugen, die aus eigener Erfahrung über die Horrorszenarien der Atombombendetonation und über die Spätfolgen berichten können. Nach einem im März veröffentlichten Regierungsbericht leben nur noch 99.130 Hibakusha, 7695 weniger als im Vorjahr. Das Durchschnittsalter der Überlebenden beträgt 86,13 Jahre.
Aus Sorge, dass das Ausmaß und die Auswirkungen der Zerstörung durch eine Atombombe in Vergessenheit geraten könnten, engagieren sich viele Organisationen und Privatpersonen in Japan dafür, dass die Erlebnisse und Erfahrungen der Überlebenden mit Atombomben weitererzählt werden.
Einer von ihnen ist Shun Sasaki. Er will dazu beitragen, dass dieses dunkle Kapitel nie vergessen wird. Sasaki spricht sehr gutes Englisch. Seit August 2021 berichtet er ausländischen Besuchern im Friedenspark Hiroshima über Krieg und Atombomben. Sasaki ist heute 12 Jahre alt.
"Als ich in der ersten Klasse war, kam ich an der Atombombenkuppel vorbei und fragte mich, warum sie noch dastand, obwohl sie so kaputt ist", erzählt Sasaki im Gespräch mit der DW. Die so genannte Atombombenkuppel war eine Industriehalle gewesen. Bei der Explosion 1945 brannte sie bis auf die Grundmauern nieder. Heute erinnert die Ruine im modernen Stadtbild daran, alle Atomwaffen weltweit abzuschaffen. "Ich habe im Internet recherchiert, bin ins Friedensmuseum gegangen und habe etwas über die Atombombe gelernt, die hier abgeworfen wurde."
Die Urgroßmutter von Sasaki erlebte den Atombombenabwurf am 6. August 1945 über Hiroshima. Sie hieß Yuriko. "Meine Uroma war 12 Jahre alt, als die Bombe abgeworfen wurde. Sie befand sich in ihrem Haus, etwa 1,5 Kilometer vom Explosionszentrum entfernt", sagt der Urenkelsohn heute. "Sie erlitt keine Verbrennungen, weil sie sich innerhalb des Hauses befand. Aber sie war heftiger Strahlung ausgesetzt. Als sie evakuiert wurde, fiel der 'schwarze Regen' auf sie."
Der so genannte "schwarze Regen" kam, als der Feuerball abgekühlt war. Aus dem Wasserdampf, der sich um die radioaktiven Partikel in der Luft bildete, wurde ein schmierig-öliger Regen. Das Regenwasser blieb an der Haut und der Kleidung der Menschen kleben. Am 6. August 1945 hatte es stundenlang in Hiroshima geregnet.
Sasaki hat seine Uroma nie umarmen können. Yuriko erkrankte im Alter von 38 Jahren an Brustkrebs. Als sie 60 Jahre alt war, wurde Darmkrebs diagnostiziert. Sie starb im Alter von 69 Jahren.
Sasaki erzählt ausländischen Besuchern, wie die Uranbombe, "Little Boy" genannt, fast direkt über dem heutigen Atombombendome mit einer Energie von etwa 15.000 Tonnen TNT explodierte. Im Umkreis von 1,3 Kilometern wurden praktisch alle Menschen sofort getötet. Schätzungen zufolge starben insgesamt bis zu 140.000 Menschen bei dieser ersten Atombombenexplosion im Krieg an schweren Verbrennungen oder durch die Strahlenbelastung - noch während des Krieges und in den darauffolgenden Jahren.
"Viele Leute sagen mir, dass sie nach Hiroshima gekommen sind, weil sie dachten, sie wüssten, was passiert war, und dass nur die Stadt schwer beschädigt wurde", sagt Sasaki. "Nach dem Besuch sagen sie, dass sie nicht gewusst hatten, was tatsächlich passiert war."
"Alle sagen mir, dass wir so etwas nie wieder tun dürfen. Ich glaube, Kriege entstehen, weil die Menschen nicht wissen, was ein Krieg wirklich bedeutet", sagt der junge Fremdenführer. "Ein Amerikaner sagte mir nach dem Besuch, dass wir alle Atomwaffen verbieten müssen. Das hat mich glücklich gemacht. Denn wenn er weggeht und jemandem anders über das erzählt, was in Hiroshima passierte, und dieser jemand dann wieder jemand anderem davon erzählt, so schaffen wir dauerhaften Frieden."
"Wir können die Geschichte nicht ändern. Aber wir können unsere Erfahrungen mit der Atombombenexplosion nutzen, um unsere Zukunft zu verändern", fügt der 12-Jährige hinzu.
Drei Tage nach Hiroshima wurde am 9. August 1945 die Plutoniumbombe "Fat Man" über Nagasaki abgeworfen. Sie forderte bis zu 80.000 Todesopfer - durch die Detonation selbst sowie durch die Spätfolgen wie Leukämie und andere strahlenbedingte Krankheiten.
"Wir nähern uns einer Zeit, in der die Hibakusha nicht mehr unter uns sein werden", sagt Takuji Inoue, Intendant des Atombombenmuseums in Nagasaki. "Als eine Stadt, die von einer Atombombe getroffen wurde, sind wir zutiefst besorgt über das zunehmende Risiko des Einsatzes von Atomwaffen. Anlass geben uns die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie beunruhigende Ereignisse anderswo."
Das Museum hat eine neue internationale Kampagne gestartet, um "die Realität" eines Atombombenangriffs zu vermitteln. Das Verständnis darüber, was eine Atombombenexplosion ist und was es für die Generationen Menschen und für die Stadt bedeutet, muss nach Überzeugung der Initiatoren weltweit verbreitet werden.
Intendant Inoue will mehr Menschen sehen, die die Geschichte von 1945 erzählen. Er will mehr historische Gegenstände und Dokumente im Zusammenhang mit den Angriffen sammeln, um damit die Wichtigkeit von Frieden zu vermitteln. "Hiroshima geht als die erste Stadt in die Geschichte ein, wo eine Atombombe in einem Krieg explodierte", sagt Intendant Inoue.
"Ob Nagasaki die zweite und letzte Stadt bleibt, hängt von der Zukunft ab. Die haben wir selbst in der Hand."
Am Mittwoch (6.8.) um 8.15 Uhr, als vor 80 Jahren die Atombombe detonierte, wird das öffentliche Leben in Hiroshima zum Stillstand kommen. Im Friedenspark wird ziviler Todesopfer gedacht. Zur Gedenkveranstaltung gehört auch das "Friedensversprechen der Kinder". In diesem Jahr hält der junge Fremdenführer Shun Sasaki die Rede. "Ich hoffe, dass viele Menschen nach Hiroshima kommen. Gemeinsam überlegen wir, wie wir Frieden sichern", sagt der Schüler.
Theodor Heuss zum 20. Juli: "Ein unsicheres Gewissen konnte Hitler nicht stören, da er gar kein Gewissen besaß."
20. Jul. 2025,
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Ansprache des Bundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuss am 19. Juli 1954 im Auditorium Maximum der Freien Universität Berlin (Auszüge)
"Der Dank aber weiß darum, dass die Erfolglosigkeit ihres Unternehmens dem Symbolcharakter des Opferganges nichts von seiner Würde raubt: hier wurde in einer Zeit, da die Ehrlosigkeit und der kleine, feige und darum brutale Machtsinn den deutschen Namen besudelt und verschmiert hatte, der reine Wille sichtbar, im Wissen um die Gefährdung des eigenen Lebens, den Staat der mörderischen Bosheit zu entreißen und, wenn es erreichbar, das Vaterland vor der Vernichtung zu retten.
Hitlers Krieg gegen die Welt war damals militärisch schon verloren. Es wird heute wohl nur noch wenige Klardenkende geben, die das bestreiten wollen. Ich glaube, dass auch Hitler das wusste, aber mit der hysterischen Technik der Selbstbelügung sich darüber weg half. Ein unsicheres Gewissen konnte ihn dabei nicht stören, da er gar kein Gewissen besaß. Er wollte es auch den anderen verbieten. Himmler hatte es, nach meiner Erinnerung, seinen Leuten in einem Erlas schlechthin untersagt, sich auf ein Gewissen zu berufen.
Lesen Sie auch hier:
- Erinnerungen an den "20. Juli" und an Bad Sachsa ...
20. Jul. 2025
Darf ich von einem Gespräch mit Goerdeler erzählen, der mich Ausgang 1943 in Stuttgart aufsuchte? Es ging um die Frage: Wird es nach dem geplanten Attentat zu einer neuen „Dolchstoß-Legende“ kommen? Sie wissen alle: der Erste Weltkrieg war, wenn ich so sagen darf, militärisch reell verloren worden. Aber das dauerte nicht lange, dann kamen die Broschüren: „Im Felde unbesiegt“, die Heimat hat „versagt“, hat sich der siegenden Truppe versagt – Sie kennen das ja. Die Politik der zwanziger Jahre ist mit dieser bösen Lüge überbelastet gewesen, auch Hitler war ihr unbekümmerter Nutznießer – kann sich derlei wiederholen? Ehrgeizige und hemmungslose Demagogen mögen überall warten. Gibt man ihnen ein Arsenal, aus dem die Rückgewinnung eines einheitlichen Volksgefühls, der tragischen Nüchternheit wieder gefährdet werden kann? Ich meinte damals: damit wird man fertig werden, wenn erst die Ruchlosigkeiten und Rechtslosigkeiten dieser Zeit in ihren Dokumenten vorliegen – ach, ich muss heute sagen, ich kannte sie in ihrem Ausmaß gar nicht. Habe ich Recht behalten in diesem Glauben? Ich möchte es hoffen dürfen, wenn freilich wir gelegentlich die Fingerübungen einer schmähenden Tonfolge zu hören bekommen.
Der 20. Juli steht in einer anderen Atmosphäre als sie das Schicksal anderer Opfer umgibt, der vielen Tausende, die ihre Ablehnung des Hitlertums zu den Misshandlungen in den Konzentrationslagern führte, in den Tod, jener Zahllosen, die, in der inneren Emigration, im wechselseitigen Vertrauen sich stärkend, durch das wüste Denunziantentum, eine Frucht jeder Diktatur, stets bedroht blieben und ihr Opfer wurden; jener hilflosen Menschen, die durch nichts anderes als durch ihre jüdische Herkunft Freiwild für Verleumdung, Verfolgung, Vernichtung geworden.
Dies Drama ist auch in einem anderen Stil geschrieben als die heroische Ballade, die mit dem Namen und Ende der Geschwister Scholl und ihrer Freunde verbunden bleibt. Man mag da nicht von „Verschwörung“ sprechen, wo der Zwang eines gequälten Gewissens, wo die Scham über Untat und Lüge junge, reine Seelen dazu trieb, andere junge Seelen zur Verantwortung vor Gott und sich selbst zu wecken, um des deutschen Namens willen.
Natürlich war auch in diesem Kreise des 20. Juli das elementar Sittliche die Bindung, hier stärker, dort schwächer wesenhaft religiös getönt, aber das Emotionelle dann doch in die rationalen Überlegungen eingegliedert. Man kann den politisch-psychologischen Aspekt wählen im deutschen Herkommen oder doch Bewusstsein. Bislang geschiedene Gruppen trafen sich im menschlichen Vertrauen. Ich habe einmal, eine Formel Luthers gebrauchend, gesagt: Der „christliche Adel deutscher Nation“ verband sich mit Führern der Sozialisten, der Gewerkschaftler und sie erkannten sich in dieser Begegnung. Männer der Kirchen, Männer des Staates, deren Leben treue Amtserfüllung in den verschiedenen Stufen des behördlichen Seins gewesen war, in der Verwaltung, im Außendienst und – Soldaten, Berufssoldaten, darunter Obersten, Generale, Heerführer. Das ist hier die eigentümliche Sonderlage, von vielen als das zentrale Problem betrachtet.
Manche halten es für eine zu heikle Frage, als dass sie heute, gerade heute erörtert werden dürfe. Es wäre vielleicht bequemer, gerade davon heute nicht zu reden. Ich bin nicht für solche Form von Bequemlichkeit, sondern halte es für einen Gewinn, wenn jetzt in ernsten Auseinandersetzungen Historiker, Theologen, Juristen, Soldaten sich darum bemühen, die Fragen in ihrer geistigen Tiefe auszuschöpfen. Mein Ehrgeiz kann es nicht sein, jetzt dazu einen theologischen oder rechtsphilosophischen Beitrag leisten zu wollen, aber das Bekenntnis zur Tat und zu ihrem Recht, von dem ich vorhin sprach, fordert ein Wort.
Erinnerungen an den "20. Juli" und an Bad Sachsa ...
20. Jul. 2025,
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Stefan Weinert, Blogger aus Ravensburg
20. Juli 2023/2024/2025
Im Jahre 1958 - ich war gerade mal sechs Jahre alt - mussten (!) und durften (!!) mein älterer Bruder (10) und ich für sechs Wochen in ein Erholungsheim, um (es war Nachkriegszeit) "aufgepäppelt" zu werden und die Eltern zu entlasten. Das Problem war nur, dass dieses Heim weit weg von zu Hause, der Stadt Schleswig in Schleswig-Holstein, lag: Bad Sachsa im Harz. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich gerade mal bis Eckernförde zum Baden am Ostseestrand, das 20 Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt liegt, gekommen.
Nachdem ich drei Tage lang unter extrem starkem Heimweh litt, waren auch die restlichen 5 1/2 Wochen nicht unbedingt ein Zuckerschlecken. Gut, dass mein Bruder dabei war, das gab mir Halt.
Damals, also 1958, wusste ich natürlich nicht, dass genau in diesen Häusern des Heims - es waren drei - in den Jahren 1944 und 45 die Kinder der Hitlerattentäter vom 20. Juli 1944 in Sippenhaft festgehalten wurden.
Zwischen August und September 1944 brachten die Nazis insgesamt 46 Kinder der Widerstandskämpfer nach Bad Sachsa. Sie waren im Alter von 1 Monat bis zu 15 Jahren. Statt der ursprünglich geplanten 200 Kinder wurden wie gesagt "nur" 46 Kinder in dort untergebracht. Ab Mitte Februar 1945 waren es nur noch 18 von ihnen, die dort festgehalten wurden - die Nazis hatten die meisten bereits wieder nach Hause entlassen.
Die verbliebenen Kinder der Attentäter und Hingerichteten entgingen wenige Wochen später selbst nur knapp dem Tod: Sie sollten kurz vor Kriegsende, am 3. April 1945, mit dem Zug von Nordhausen ins KZ Buchenwald gebracht werden. Doch ein Bombenangriff hatte in der Nacht zuvor den Bahnhof zerstört - statt ins Konzentrationslager kamen die Kinder zurück ins Heim im Harz.
Die Mütter, die Söhne und die Töchter der Umstürzler waren allerdings noch bis weit in das Nachkriegsdeutschland von Behörden und der Bevölkerung stigmatisiert, eben als Angehörigen von Verrätern. Erst als die zeitgeschichtliche Forschung in den 1960er Jahren die Motivlage der Widerstandskämpfer herausgearbeitet hatte gelang es den Gerichten, Stauffenberg und seine Mitstreiter, die Frauen und Kinder, zu rehabilitieren. Zumindest in der Bundesrepublik galt ihr Kampf gegen Hitler nunmehr als Ausdruck für ein "anderes Deutschland".
Vielleicht auch deshalb fühlte ich mich 1958 in Bad Sachsa nicht wohl und heute bin ich fassungslos, dass die AWO und/oder andere Organisationen dieses "Sippenheim" für Nachkriegskinder auswählte. Meinen Eltern mache ich allerdings keinen Vorwurf - die kämpften um die Existenz der jungen Familie.
Da der 20. Juli in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, hätte die oberschwäbische Monopolzeitung zumindest in ihrer gestrigen Ausgabe dem Tag des Attentats auf Adolf Hitler und vor allem dem Schicksal der Attentäter mit einem Artikel gedenken können. Tat sie aber nicht - weder im Mantelteil, noch in der Lokalausgabe ihres Blattes. Das scheint schon fast Brauchtum zu sein, denn bereits 2023 war diese Zeitung voll mit "Rutenfestartikeln" und den üblichen Nachrichten - aber über den Grafen von Stauffenberg und seine Mitstreiter für ein besseres Deutschland war nichts zu lesen.
Und das in einer Zeit, wo sich die ideologische Nachfolgepartei der NSDAP nicht nur im Bundestag und den Landtagen etabliert hat, sondern sich auch noch gehörig und leider signifikant zu spüren im Aufwind befindet, weil die Mitte der Politik, die sich erst durch die Farben Rot-Grün-Gelb und nun auch verstärkt durch Schwarz/Schwarz und eine miese SPD zu erkennen gibt, total versagt.
So war es übrigens auch in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen in Deutschland. Nur deshalb konnten sich in der "Weimarer Republik" die beiden Ränder des politischen Spektrums "Fett anfressen". Einerseits war das die KPD (nicht die SPD bzw. die USPD) und andererseits war dies die NSDAP. Beide wollten eine Revolution. Heute sind es die Edelkommunisten um Sahra Wagenknecht und andere Linksradikale, und die angebliche Alternative um Alice Weidel samt den Reichsbürgern und Co. Wir wissen, wie die Geschichte (im wahrsten Sinne des Wortes) ausging! Und das Ende war bereits 1919 mit der Ermordung Rosa Luxemburgs vorgezeichnet.
Und leider wiederholt sich dieses grausame Spiel in unseren Tagen - in Berlin, Stuttgart und Ravensburg, was jedoch niemand so richtig wahrhaben ill. Blind! Im Gegenteil, wir zetteln auch noch einen Konflikt mit Russland an, in dem sich die BRD in diesen mit hineinziehen lässt. Und zwar mit fliegenden Fahnen und Bombern!!
Und gerade in diesem aktuellen Kontext, fehlt in der hiesigen Presse jeder Hinweis auf das Datum, welches Deutschland und weltweit Millionen von Menschen das Leben hätte retten können, und welches dem Morden in den KZs, beispielsweise in Ravensbrück - dem Tor zur Hölle -, ein Ende hätte setzen können.
Gerade unsere jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen, jene weltweit verstreute jüdischen Gemeinden und vor allem jene im Staate Israel lebenden Juden wären froh gewesen, wenn sich die Ticker-Meldung "der Führer ist tot" bestätigt hätte! Viele, sehr viele, ja Millionen ihrer Vorfahren hätten überleben können. Doch statt dieser Hoffnung Ausdruck zu geben, zeigt Deutschland wieder einmal seine hässliche Fratze.
Und dies nicht nur, weil oben genannte Kräfte wieder im Aufwind sind - ein Orkan der braunen Art -, sondern weil auf deutschen Straßen "Tod der israelischen Armee" skandiert, die Abschaffung des Staates Israel gefordert, der 7. Oktober 2023 gefeiert und "From the River to the Sea" für die Palästinenser gefeiert wird. Das alles fällt merkwürdiger Weise unter die Meinungsfreiheit und Behörden genehmigen und schauen zu. Unfassbar.
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https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/141288/20-juli-1944-attentat-auf-adolf-hitler/
20. Juli 1944, gegen 12.40 Uhr: Claus Schenk Graf von Stauffenberg stellt seine Aktentasche mit einer Bombe in der Nähe Interner Link:Adolf Hitlers
ab und verlässt unter einem Vorwand den Raum. Wenige Minuten später kommt es in der "Wolfsschanze", Hitlers "Führerhauptquartier" in Ostpreußen, zur Explosion. Mindestens vier der vierundzwanzig Anwesenden werden getötet - Hitler überlebt leicht verletzt.Attentat und Umsturz waren von langer Hand geplant: von einer heterogenen Gruppe ziviler und militärischer Oppositioneller, unter ihnen Generäle, Offiziere sowie Verwaltungsbeamte. Viele von ihnen hatten Kontakte zum Kreisauer Kreis, der Widerstandsgruppe um Helmuth James Graf von Moltke.
Treibende Kraft der Widerstandsgruppe des 20. Juli war Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Offizier der deutschen Wehrmacht. Stauffenberg war zunächst kein ausgesprochener Gegner des NS-Regimes. Er bejahte sogar einige Grundideen des Nationalsozialismus wie den Gedanken des Führertums oder die Volksgemeinschaft. Doch sehr bald gehörte er zu den Kritikern Hitlers. Seit dem Winter 1938/39 war er entschlossen, selbst zum Sturz Hitlers beizutragen. Dem aktiven Interner Link:Widerstand schloss er sich im September 1942 an. Er stand unter dem Eindruck der Massenmorde an Juden, der hohen Verluste der Wehrmacht in Russland und der brutalen Behandlung der Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten.
Die Gruppe um Stauffenberg plante einen militärischen Umsturz mit dem Ziel, Hitler auszuschalten und die nationalsozialistische Herrschaft sowie den Krieg zu beenden. Im Gegenzug wollten die Verschwörer die militärische Befehlsgewalt und die Regierungsverantwortung übernehmen. Über ein künftiges Staatsmodell herrschten unterschiedliche Auffassungen. Was die Gegner des Nationalsozialismus einte, war der Wille, der staatlichen Willkür und den Verbrechen der NS-Herrschaft ein Ende zu setzen.
Operation "Walküre"Für die Zeit nach dem Umsturz existierten bereits konkrete Pläne. General Friedrich Olbricht, Generaloberst Ludwig Beck, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim, Generalmajor Henning von Tresckow sowie Carl Friedrich Goerdeler - Kopf des zivilen Widerstandes - hatten in monatelanger Konspiration die Operation "Walküre" erarbeitet: Der Plan basierte auf der bereits vorhandenen "Geheimen Kommandosache" der Nationalsozialisten, mit der etwaige Aufstände ausländischer Zwangsarbeiter im deutschen Reich niedergeschlagen werden sollten. Auf dieser Grundlage knüpfte die Gruppe ein Netz an Vertrauensleute in Wehrkreisen, wichtigen Ämtern und in den Berliner Schaltstellen der Macht. Auch der Entwurf einer Regierungserklärung, die von Beck als provisorischem Staatsoberhaupt und Goerdeler als Kanzler unterzeichnet werden sollte, war bereits ausgearbeitet.
1943 wurde Stauffenberg zum Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres (BdE) berufen und erhielt Gelegenheit, an Lagebesprechungen bei Hitler teilzunehmen. Anfang Juli 1944 beschloss er, das Attentat bei einer Lagebesprechung in der "Wolfsschanze" selbst auszuführen. Zuvor waren bereits mehrere Versuche der Widerstandsgruppe gescheitert. Auch das Attentat am 20. Juli schlug fehl - und damit die gesamte Operation Walküre. Noch in derselben Nacht wurden Stauffenberg und weitere Hauptverantwortliche des Attentats im Hof des Bendlerblocks, der Berliner Zentrale des Umsturzversuches, erschossen. Ludwig Beck wurde zum Selbstmord gezwungen. Henning von Tresckow nahm sich später an der Ostfront das Leben.
In den Tagen nach dem Attentatsversuch nahm die Gestapo tausende von Regimegegnern fest. Anfang August begannen die Prozesse vor dem "Volksgerichtshof", die bis zum Zusammenbruch des NS-Regimes im Mai 1945 andauerten. Hunderte wurden hingerichtet.
Bedeutungswandel des 20. Juli in der NachkriegszeitDie geschichtspolitische Einordnung der Widerstandsgruppe um Stauffenberg hat in den Nachkriegsjahren einen Bedeutungswandel erfahren. Bis in die 1950er Jahre wirkte die NS-Propaganda nach, die den Umsturzversuch als Vaterlandsverrat und Eidbruch durch eine kleine Gruppe ehrgeiziger Offiziere stigmatisierte. Viele Zeitgenossen betrachteten das Hitler-Attentat als Versuch der Militärkaste ihren eigenen Ruf in letzter Minute zu retten. Auch in der Link hat Vorschau-PopupInterner Link:DDR, wo dem kommunistischen Widerstand gegen Hitler eine zentrale Rolle beigemessen wurde, war der 20. Juli 1944 als reaktionärer Junkeraufstand denunziert worden. Wobei diese Sichtweise unterschlägt, dass Stauffenberg mit Vertretern der Interner Link:
sozialdemokratischen Arbeiterbewegung wie Julius Leber und Adolf Reichwein zusammenarbeitete und auch Kontakt zu kommunistischen Widerstandsgruppen suchte.Erst als die zeitgeschichtliche Forschung in den 1960er Jahren die Motivlage der Widerstandskämpfer herausarbeitete, gelang es Stauffenberg und seine Mitstreiter zu rehabilitieren. Zumindest in der Bundesrepublik galt ihr Kampf gegen Hitler nunmehr als Ausdruck für ein "anderes Deutschland". Dennoch wird immer wieder kritisch darauf verwiesen, dass die Widerstandskämpfer um Stauffenberg keine geborenen Gegner des NS-Regimes gewesen sind und ihre Vorstellung einer Nachkriegsordnung keinesfalls auf demokratische-freiheitlichen Grundsätzen beruhte, wie sie in der Bundesrepublik nach Kriegsende verankert wurden. Die Akteure des 20. Juli sollten jedoch im historischen Kontext betrachtet werden, denn nur so "wird ihre ungeheure Leistung in dürftiger Zeit deutlich", schreibt der Politikwissenschaftler Tilman Mayer (Interner Link:APuZ 27/2004).
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https://www.planet-wissen.de/geschichte/nationalsozialismus/attentat_auf_hitler/index.html
20. Juli 1944, 12 Uhr 42: Rastenburg, Ostpreußen. In der Wolfsschanze, dem streng abgeriegelten Führerhauptquartier, beugt sich Adolf Hitler während einer Lagebesprechung über den schweren Eichentisch. Um ihn herum stehen mehrere Generäle. Gemeinsam beraten sie das weitere militärische Vorgehen an der Ostfront.
Plötzlich erschüttert eine ohrenbetäubende Explosion die Lagebaracke. Durch die Druckwelle stürzt die Decke ein, der schwere Tisch wird regelrecht in die Luft gehoben. Fast alle der ins Freie wankenden Männer sind verwundet. Vier Männer sterben.
Stauffenberg leitet den Staatsstreich
Zwei Männer fahren an der zerstörten Baracke vorbei: Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg und sein Adjutant Werner von Haeften. Sie sehen das Chaos, die Verwundeten. Sie wissen, was vor sich gegangen ist.
Denn Stauffenberg hat soeben versucht, mit einer Bombe Adolf Hitler zu töten. Ziel des Anschlags ist es, Deutschland vom Nationalsozialismus zu befreien.
Im sicheren Glauben, dass Hitler der Explosion zum Opfer gefallen ist, gelingt es ihnen, die Sperrkreise der Wolfsschanze zu verlassen, obwohl der Alarm schon ausgelöst ist.
Stauffenberg, dem Titel nach Chef des Generalstabs beim Oberbefehlshaber des Ersatzheeres, gehört zu den wenigen Offizieren, die an den Lagebesprechungen im Führerhauptquartier teilnehmen dürfen. In einer Aktentasche hatte Stauffenberg eine präparierte Bombe in die Baracke geschmuggelt und dort unter dem Tisch abgestellt, möglichst nahe bei Hitler. Danach verließ er unauffällig die Lagebaracke, um der drohenden Explosion zu entgehen.
Stauffenberg wird in Berlin noch gebraucht. Dort soll unter seiner Leitung die "Operation Walküre" starten – der zweite Teil des Attentats.
Was Stauffenberg nicht weiß: Der Führer lebt. Hitler, der sich eben noch über die Tischplatte gelehnt hat, wird durch die Wucht der Explosion nur leicht nach oben geschleudert. Der schwere Tisch rettet ihm das Leben. Seine Trommelfelle sind geplatzt, er trägt Prellungen und einige Verbrennungen davon.
"Operation Walküre"In der Berliner Bendlerstraße, dem Sitz des Allgemeinen Heeresamtes, befindet sich das militärische Zentrum der Verschwörung. Plan der Verschwörer ist es, den Staatsstreich mit der "Operation Walküre" zu tarnen.
Ursprünglich war der Walküre-Plan dazu gedacht, im Falle innerer Unruhen das in der Heimat stehende Heer zu mobilisieren. Doch die führenden Köpfe des militärischen Widerstands haben im Bendlerblock die Operation Walküre abgeändert.
Zu Beginn des Staatsstreichs steht der Anschlag auf Hitler. Nach Hitlers Tod sollen die Soldaten der Wehrmacht vom Eid auf den Führer entbunden werden. Das Attentat wollen die Verschwörer als innerparteilichen Machtkampf ausgeben und der SS, dem Sicherheitsdienst und der Gestapo in die Schuhe schieben.
Danach sollen Verbände der Wehrmacht innerhalb von 36 Stunden die vollziehende Gewalt im Staat übernehmen. Die Wehrmacht soll die Institutionen der NS-Diktatur – Partei, Regierung, Gestapo und SS-Verbände – nach und nach ausschalten und Deutschland zu einer politischen Neuordnung verhelfen.
Aufstand der OffiziereNoch während Stauffenberg das Flugzeug zurück nach Berlin besteigt, informiert der in die Verschwörung eingeweihte General Fellgiebel von der Wolfsschanze aus die in Berlin wartenden Verschwörer, dass Hitler überlebt habe. Unsicher geworden, unternehmen die in Berlin wartenden Beteiligten keine weiteren Schritte.
Stauffenberg landet in Berlin-Rangsdorf gegen 15.45 Uhr und übermittelt General Olbricht telefonisch den Tod Hitlers. Dabei erfährt er, dass wertvolle Stunden vergangen sind, ohne dass der Staatsstreich vorangetrieben wurde.
Als er um 16.30 Uhr im Bendlerblock eintrifft, sind schließlich durch das beherzte Vorgehen von Albrecht Mertz von Quirnheim Teile der Operation Walküre doch noch in Gang gekommen. Stauffenberg gelingt es, mithilfe der Mitverschwörer Generaloberst Friedrich Fromm festzunehmen, den Befehlshaber des Ersatzheeres.
Von nun an beginnt Stauffenberg mithilfe der am Staatsstreich beteiligten Offiziere ein aussichtsloses Rennen gegen die Zeit. Mit einer Lawine von Fernschreiben und Telefonaten versuchen sie die Operation Walküre durchzuführen und Wehrkreise im Deutschen Reich und den besetzen Gebieten zum Staatsstreich zu bewegen.
Doch bis 19.00 Uhr sind der Rundfunk, die Reichskanzlei, das Reichspropagandaministerium und das Reichssicherheitshauptamt immer noch nicht besetzt. Fatalerweise wird im Rundfunk bereits mehrfach vom fehlgeschlagenen Attentat auf Hitler berichtet. Am Abend entgleitet den Verschwörern die Operation endgültig. Ihre Befehle werden kaum mehr befolgt, die ersten Gegenbefehle aus der Wolfsschanze dringen durch.
Major Remer, glühender Nationalsozialist und Kommandeur des Berliner Wachbataillons, will sich von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels den angeblichen Tod des Führers bestätigen lassen. Goebbels erkennt sofort die Chance und stellt ein Blitzgespräch zwischen Remer und Hitler persönlich her.
Hitler befördert Remer auf der Stelle durchs Telefon zum Oberst und befiehlt ihm, mit seinen Truppen den Putsch niederzuschlagen. Gegen 22.40 Uhr belagert Remers Wachbataillon den Gebäudekomplex der Bendlerstraße. Die Verschwörer sind eingeschlossen, der Staatsstreich ist gescheitert.
Vernichtung des WiderstandsMit unvorstellbarer Grausamkeit übt das nationalsozialistische Regime Vergeltung an den Verschwörern. General Ludwig Beck, der nach dem Putsch das neue Staatsoberhaupt werden sollte, wird am selben Abend in den Selbstmord getrieben.
Um Mitternacht werden im Hof des Bendlerblocks Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Werner von Haeften, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Friedrich Olbricht im Scheinwerferlicht der Wehrmachtsfahrzeuge standrechtlich erschossen.
An der Ostfront nimmt sich der Mitverschwörer Henning von Tresckow einen Tag später mit einer Handgranate das Leben. Die übrigen Verschwörer werden fast ausnahmslos festgenommen, tagelang verhört und gefoltert. Eine Welle der Verfolgung setzt ein, die den militärischen und zivilen Widerstand gegen das Regime endgültig bricht.
Beispielloser SchauprozessZiel der Nationalsozialisten ist es, die Widerständler nicht nur zu beseitigen, sondern sie bis in den Tod zu demütigen und jedes Andenken an sie zu vernichten. In einem beispiellosen Schauprozess werden die Männer des militärischen Widerstands vor dem Volksgerichtshof einzeln vorgeführt und des Hochverrats bezichtigt.
Der berüchtigte Vorsitzende Richter Roland Freisler schreit ihnen die vorher festgelegten Todesurteile förmlich ins Gesicht. Oft werden die Todesurteile nur wenige Stunden nach der Verkündung vollstreckt. Hitler will die Männer "wie Schlachtvieh aufgehängt" sehen. In der Hinrichtungsstätte Plötzensee werden die Verschwörer und Mitglieder des Widerstands in Drahtschlingen langsam erhängt.
Ihre Familien fallen der Sippenhaft zum Opfer. Zwei Wochen nach dem Stauffenberg-Attentat kündigt Himmler auf der Gauleitertagung in Posen an, er werde "eine absolute Sippenhaftung einführen (...) Sie brauchen bloß die germanischen Sagas nachzulesen. Wenn (...) eine Blutrache in einer Familie war, dann war man maßlos konsequent. Wenn die Familie vogelfrei erklärt wird und in Acht und Bann getan wird, sagten sie: Dieser Mann hat Verrat geübt, das Blut ist schlecht, da ist Verräterblut drin, das wird ausgerottet. Und bei der Blutrache wurde ausgerottet bis zum letzten Glied in der ganzen Sippe. Die Familie Graf Stauffenberg wird ausgelöscht werden bis ins letzte Glied."
Das nahende Ende des Krieges verhindert die Pläne der kollektiven Auslöschung durch das NS-Regime. Die meisten Angehörigen der Verschwörer überleben.
Bilanz des SchreckensDie Bilanz des gescheiterten Attentats lässt sich in ihrer Tragweite kaum beziffern. Nach dem 20. Juli 1944 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs sterben fast ebenso viele Menschen wie in den ganzen Kriegsjahren zuvor. Mit den Attentatsplänen scheitert auch die letzte Gelegenheit, dem Morden in Konzentrations- und Vernichtungslagern, dem Sterben an den Fronten, der Zerstörung durch Bombenangriffe und den großen Fluchtbewegungen Einhalt zu gebieten.
Himmler gelangt erst durch den 20. Juli 1944 auf den absoluten Höhepunkt seiner Macht, als er einen Tag nach dem Attentat zum Befehlshaber des Ersatzheeres ernannt wird. Hitler wird stärker als je zuvor eine fast kultische Verehrung zuteil.
Doch dem Triumph der Nationalsozialisten zum Trotz hat das Attentat des 20. Juli sichtbar gemacht, dass es im Dritten Reich noch Vertreter eines anderen, nicht gleichgeschalteten Deutschlands gab.
"FRIEDENS-TURBO" ▶▶▶ Ein Programm von "ganz Oben" ... und Mysterium und "Trick" ...
10. Jul. 2025,
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Blogger Stefan Weinert aus Ravensburg"Wir legen ein Programm auf für ..." Das erste Mal hörte ich diese Formulierung aus dem Munde von Oskar Lafontaine. Das war so gegen Ende des vorherigen Jahrhunderts. Seitdem taucht eine solche oder ähnliche Formulierung der gerade im Amt seienden Regierungen immer wieder und unerlässlich auf. Programme für "dies und das", Investitionsschübe, Sondervermögen und Turbos: Oft haben sie direkt mit Geld zu tun, oder indirekt durch irgendwelche Verwaltungsmaßnahmen - bis hin zu dem gerade aktuellen "Bau-Turbo".
Warum, so frage ich mich, gibt es aber keinen Kultur-Turbo, oder den Bildungsturbo (damit meine ich nicht die verkürzten Schulzeiten bis zum ABI), oder den Klima-Turbo, oder den Friedens-Turbo? Ja, warum hat die Ampelregierung - bestehend auch und vor allem aus den pazifistischen "Grünen" und den Enkeln von Willy Brandt - diesen Friedensturbo nicht zum verpflichtenden Programm gemacht, sondern stattdessen das der Kriegstüchtigkeit?
Warum hat die jetzt seit 70 Tagen existierende Koalition aus Christen (zur Erinnerung: CDU/CSU) und Sozialen (zur Erinnerung: Kriegswaffen sind a-sozial) einen solchen "Friedens-Turbo" nicht aufgelegt und wird es wohl auch nie tun.
Dabei gibt es dieses Program bereits, welches quasi mit einem (1 !!) Federstrich jeden Feind - sei es im persönlichen, oder privaten Leben, oder für einen Staat - "eliminiert", ohne ihn dabei zu töten, sondern im Gegenteil sein Weiterleben zu garantieren.
Leider ist dieses Programm zwischen den Seiten eines teils literarischen und teils historischen und antiken Werkes so gut versteckt, das kaum jemand es als ein solches "Turbo-Programm" wahrnimmt. Obwohl, gehört hat schon fast jeder und jede davon.
Verfasst und "geschrieben" wurde es allerdings von jemandem, der aus eigener Erfahrung weiß, worum es hier geht. Jemand, welcher Jahrhunderte Feinde niedermetzeln musste, um das zu schützen, was ihm als schützenswert erschien. Ganze Völker, samt Frauen, Kindern und Greise - ja sogar das Vieh - mussten dran glauben. Manchmal gab es dann für kurze Zeit so etwas wie "Frieden". Aber es war mehr die "Stille über dem Grab" (Manfred, Siebald - Liedermacher) der anderen, als ein friedliches Zusammenleben.
Denn immer wieder wuchsen Völker und Feinde heran, so dass nichts half, als das Schwert zu ziehen, um Blut zu vergießen.
Wie gesagt - das ging so Jahrhunderte, ja eigentlich Jahrtausende weiter. Bis JENER von dem ich hier Rede zu dem Schluss kam, er müsse auch die nächsten Jahrtausende so weitermachen und es würde NIE ein Ende finden. Was also ist demnach konsequenter Weise nun zu tun?. fragte er sich. Und da ER trotz Kriegstüchtigkeit nicht dumm, sondern hoch intelligent war und ist, ließ er sich einen Trick einfallen - so der Jesuitenpater Jack Miles *) - wie seine Feinde und Feinde grundsätzlich zu Nichtfeinden werden können, ohne eben das blutige Schwert. Und er formulierte es in einen - für unsere heutigen Verhältnisse - erschreckend kurzen Programmtext.
Allerdings tat er es nicht von seinem - absolut gesicherten - Bunker, Regierungsgebäude oder seiner sicheren Parallelwelt aus, nach dem Motto, seht zu ihr da Draußen zu, dass ihr damit klarkommt mit der Folge, dass sein Programm dann nicht ernst genommen wird. Vielmehr gab er genau diese eben genannten sicheren Plätze auf und mischte sich unter die Adressaten seines "Friedens-Turbos", um es selbst in der Praxis und ganz pragmatisch umzusetzen.
DER FRIEDENS-TURBO WORTLAUT
1.0 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. *)
1.1 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet;
1.2 denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
2.0 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?
2.1 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
3.0 Seid also vollkommen **), wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!
*) statt: „Viel Feind, viel Ehr!“ (Deutsche Wehrmacht) - oder statt: „Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt (Schiller, Wilhelm Tell IV, 3)
**) Das griechische Wort, das Luther hier mit "vollkommen" übersetzt hat, bedeutet nicht "perfekt" oder dergleichen, sondern wörtlich: "auf das Ziel hin leben"; zielgerichtet (der Weg ist das Ziel)
Dieser "Friedens-Turbo" stammt aus dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 5, die Verse 43 bis 48. So wie das ganze Neue Testament, wurde auch dieser Text ursprünglich in Alt-Griechisch verfasst. Wie gesagt, gehört hat es fast jeder und jede davon - auch die Christen in der Politik und auch die Enkel Willy Brandts und die von "Bruder Johannes" (Johannes Rau) und die pazifistischen Grünen.
Die christliche Lehre postuliert, Gott kam durch Jesus - aus dem Ort Nazareth (heute gelegen im nördlichen Teil des Staates Israel) - als Mensch, wie du und ich in diese kaputte Welt. Doch das ist nur die eine Hälfte - die andere vergessen wir leicht: Er kam auch als Jude, als Mensch jüdischen Glaubens, in diese Welt. Teil jenes Volkes, das Gott über Jahrhunderte mit blutigem Schwert verteidigte (siehe oben) und nach 2.000 Jahren "merkte", dass dies kein Weg zum Shalom (wirklicher Friede) sein kann und wird.
Und indem ER postulierte, FEINDE (das waren Nichtjuden) zu FREUNDEN zu erklären, richtet sich seine Botschaft an ALLE Völker, Entitäten, Nationen, Staaten, Ethnien, Religionen und Kulturen.
Das es klar ist: Gott in menschlicher Gestalt wollte kein "Christentum" gründen, sondern das existierende Judentum reformieren und sich darüber hinaus klar und deutlich mit jedem Menschen solidarisieren. Er wollte - sich selbst wie gesagt explizit mit einbeziehend - die Feinde "eliminieren", indem er sie kurzer Hand zu "Freunden" erklärt.
Allerdings wusste der kluge Gott, was dies in der Konsequenz für den Menschen aus Fleisch und Blut bedeuten kann. Zwar ist nun der andere erklärter Maßen kein Feind mehr - der aber mag das ganz anders sehen und dies zur physischen Eliminierung dieser "naiven Pazifisten" ausnutzen.
Und genau das erlebte der nun erdverbundene Gott tatsächlich. Man/n schlug ihn ans Kreuz, weil er sich nicht wehrte, was er hätte - übrigens erfolgreich - hätte tun können. Aber er bat "den Vater im Himmel" nicht um die Legionen von Licht-Schwertgeistern (Engel), um ihm aus der Patsche zu helfen; er befahl, das "Schwert aus Eisen nicht zu ziehen", nachdem Petrus einem Römer das Ohr abhieb; er schloss sich nicht der bewaffneten jüdischen Miliz, den Zeloten an; er entschwand nicht einfach in den "Himmel", wie er es gut 40 Tage später tat.
Doch - im Rückblick anno domini 2025 - ist festzustellen, dass Gottes Programm des Friedens IHM scheinbar genauso aus dem Ruder gelaufen ist, wie auch sein vorheriges Kriegsprogramm. Statt eines von ihm beabsichtigten reformierten Glaubensprogramms seines Volkes, bildeten sich ein angeblich besser seiendes Christentum, dass sich diffamierend bis tödlich gegen das Judentum richtete und Kreuzzüge gegen die "Muselmanen" führte.
Zuvor jedoch - 70 nach Jesus durch den Kriegsherrn Titus und 132/35 nach Christus beim "Bar Kochbar-Aufstand" - vernichteten die Römer die Juden millionenfach. Der Geschichtsschreiber Josephus berichtet, dass sämtliche Wälder um Jerusalem gerodet worden waren, um genug Kreuze für den Feind aufstellen zu können. Die Hammerschläge und Schreie hallten Nacht für Nacht. Die Grausamkeit der Römer gegen die Juden war so groß, dass ein Vergleich mit der Shoa 1.800 Jahre später durchaus zulässig wäre.
In summa: Zugegeben, das "Friedens-Turbo-Programm" Gottes ist im wahrsten Sinne des Wortes "Hammer-hart" und womöglich nur in der Theorie und von den wenigen Worten her auch "turbo". Denn immerhin läuft es schon seit 2.000 Jahren, sukzessive weltweit, auch in Germanien, auch in Deutschland - fast ohne Erfolg. Doch Gott dafür Vorwürfe zu machen ist völlig fehl am Platz, denn er ist einiger der ganz wenigen, der es als Mensch wie du und ich durchlaufen hat!!
Übrigens: Für die unter uns - und das sind gewiss nicht wenige - welche an einen Gott nicht glauben können oder wollen: Das hier behandelte "Friedens-Turbo" ist in seiner Konsequenz ein humanistisches (human = Mensch; "Seid Menschen!" - Die Jüdin und Shoa-Überlebende Margot Friedländer, + 103 Jahre) Programm und so (siehe oben) auch von Jesus so gemeint gewesen.
DER WEG IST DAS ZIEL!
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*) Blogger: Inspiriert zu diesem Artikel wurde ich durch das Buch "JESUS - der Selbstmord des Gottessohnes" von dem Jesuiten Jack Miles.
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ANTIKRIEGSLIED - aufgenommen 2004, ins Netz gestellt 2015
Von der "Fünf-Prozent-Würde", welche die BRD verloren hat ... "Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen und der Kriegsfähigkeit" ...
6. Jul. 2025,
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In diesem devoten Miteinander wagt der spanische Regierungschef Sanchez ein Nein: Spanien werde das Fünf-Prozent-Ziel in naher Zukunft nicht erreichen. Er sagte, er müsse in seinem Land auch für Bildung, Gesundheit und die Bevölkerung sorgen.Stefan Weinert
Die oben zitierte Passage stammt aus einer Kolumne des deutschen Magazins DER STERN und ist überschrieben mit "Die 5-Prozent-Würde", was ich so genial finde, dass ich diese Formulierung - orthographisch leicht geändert - in meine Headline mit "eingepreist" habe. In dem Beitrag des STERN wird auch eine Anekdote über Winston Churchill erwähnt. Der einstige Premierminister der Briten wurde von Politikern seines Landes dazu aufgefordert, den Etat für die Kulturausgaben zugunsten höherer Verteidigungsausgaben zu kürzen. Daraufhin soll der Mann mit der Zigarre gesagt haben: "Und für was kämpfen wir dann?"
Eine gute Frage, Frau Strack-Zimmermann und Herr Pistorius, oder? Für was will Deutschland kriegstauglich und/oder kriegsfähig werden, Frau UNO-Präsidentin und Herr Gladiator der SPD und Ex-Kanzler der BRD? Wie wird Deutschland 2029 aussehen, geehrte Herren Merz und Klingbeil? Wie?
🔊 Hoch gerüstet - aber kulturell verarmt!
🔊 Dieselpanzer rattern über Straßen - machen Umweltpolitik zur Farce!
🔊 Bildung von Brigaden - statt Bildung an den Schulen und Unis!
🔊 Militärparaden - statt Demos gegen Krieg und Wahn!
🔊 Grundgesetz geändert - "Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen und der Kriegsfähigkeit ... ... ..."
Auch in meiner Region Oberschwaben und Bodensee, finden in diesen Tagen wieder Demonstrationen gegen die "Faschisten" statt. An solchen Demos nehme ich nicht mehr teil. Denn die Gesetze von Korrelation und von "Input und Output" haben mich davon überzeugt, dass solche stereotypen Demos das genaue Gegenteil von dem bewirken, was sie eigentlich bewirken wollten.
Die lauten Schreie ins "Mikrofon der Demokratie" erreichen kein Herz, keinen Verstand und kein Argument der Faschisten, weil es auf dem Weg von A (Sender) nach B (Empfänger) eine "technische Störung" gibt. Wir (A) sind die Guten, die Besseren, und ihr (B) seid die, vor denen man/frau einfach nur "auskotzen" muss. Das macht alles kaputt!!
Ich frage mich allerdings, wo denn die täglichen, wöchentlichen und monatlichen Groß-Demos in unserer Region gegen den Aufrüstungswahnsinn und dem devoten Verhalten deutscher Politik gegenüber "King Donald" bleiben.
Denn ein Schweigen respektive eine Zustimmung zu dieser Unterwürfigkeit werden die beiden Ende des politischen Hufeisens zusammenschweißen: AfD und BSW reden jetzt schon über eine Zusammenarbeit. Was es im Bild gesprochen bedeutet, wenn die beiden Enden eines Hufeisens miteinander verbunden werden, dürfte klar sein - es entstehen ein Kreis, respektive ein Oval, bei denen kein Anfang und kein Ende mehr auszumachen sind. Du kannst es drehen und wenden wie du willst.
Längst haben leider Weidel & Wagenknecht (ein "guter Name für eine zukünftige Partei) den Widerstand gegen Aufrüstung für sich in Beschlag genommen. Auch deshalb, weil in unserer dekadenten Gesellschaft jeder Mann, jede Frau, jede/r Queere, der sich gegen den "Pistoriusmus(s)" ausspricht, als Putinfreund stigmatisiert und verunglimpft wird. Prominent erging es so - sogar und vor allem aus den eigenen Reihen - Ralf Stegner und Rolf Mützenich (beide SPD). Im Alltag ergeht es so dem Blogger und jenen, die dennoch überzeugte Pazifisten bleiben.
"Kinder an die Front!" - Mit Hüpfburgen, Schminke und Panzern kriegstüchtig werden ... "Das Boot" vor der Halbinsel Krim ...?
5. Jul. 2025,
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"Die Armeen aus Gummibärchen
Die Panzer aus Marzipan
Kriege werden aufgegessen
Einfacher Plan
Kindlich genial."
"Gebt den Kindern das Kommando
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kinder an die Macht."
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Blogger Stefan Weinert
Den oben zitierten Text schreibt der deutsche Liedermacher Herbert Grönemeyer vor genau 40 Jahren. Am 31. März 1986 erschien das Lied "Kinder an die Macht" als ausgekoppelte Single seiner neuen LP "Sprünge". Fünf Jahre zuvor, war Grönemeyer als Schauspieler in der Rolle des Kriegsberichterstatters Werner in dem Antikriegsfilm "Das Boot" zu sehen. Bis heute frage ich mich allerdings, ob der Film von Wolfgang Petersen (+ 2022) nicht eher eine Verherrlichung deutscher Kriegstüchtigkeit von 1939 bis 45 darstellt!
Grönemeyers Text entstand genau in der Zeit, als Michal Gorbatschow mit "Glasnost und Perestroika" begann, die Reformbewegung in der damaligen Sowjetunion anzustoßen, welche bekanntlich zur Beendigung des Ost-West-Konflikts, zum Fall des „Eisernen Vorhangs“ und somit zum Ende des „Kalten Krieges“ führte.
Was ist - zwei moderne Generationen später - daraus geworden? Sowohl aus Glasnost und Perestroika, als auch aus Grönemeyers Text. Eigentlich ist das ja eine Suggestivfrage.
Aber es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es NATO, USA, EU und die BRD geschafft haben, aus dem Bruderkrieg "Russland versus Ukraine" einen neuen "Kalten Krieg" zu generieren, inclusive dem Narrativ, dass unsere Freiheit dort am Dnjepr verteidigt würde und inclusive dem Aufruf zur Aufrüstung Deutschlands --- bevor es zu spät ist.
Und das Lied aus den 1980er Jahren muss wohl umgedichtet werden. Allerdings steht für diese "Umwidmung" nicht der Name und die Person des Herbert Grönemeyer - ganz im Gegenteil - sondern die Namen Strack-Zimmermann, Pistorius, Habeck, Baerbock, Merz und Rheinmetall. Um das klarzustellen!!
"Die Armeen von Männern und Frauen
Die eben noch unsere Kinder waren
Kriege fressen sie auf
Einfacher Plan
Politisch genial."
"Gebt schon jetzt Kindern das Kommando
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kinder an die FRONT."
Im Folgenden ein Interview mit dem Influencer Simon David Dressler dem ich zustimme und hinzufüge: Wladimir Putin wird der Kriegstüchtigkeit Deutschlands zuvorkommen ... es sei denn, es findet sich nur ein (1) vernünftiger deutscher Politiker am entscheidenden Hebel, der daraus die im Grundgesetz postulierte einfache "Verteidigungsfähigkeit" macht.
Es gibt diese Politiker - aber sie werden degradiert, ausgeladen und diffamiert ...
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Am „Tag der Bundeswehr“ erlebte der Influencer Simon David Dressler, wie Kriegsgerät und Kinderhüpfburgen Seite an Seite präsentiert werden – für ihn ein Sinnbild einer besorgniserregenden Entwicklung. Im Interview mit der Berliner Zeitung spricht der Influencer über seine Eindrücke aus der Kaserne, die Militarisierung des öffentlichen Diskurses, die Rolle der Medien und warum für ihn Solidarität nicht an Landesgrenzen enden darf.
Er warnt davor, dass Aufrüstung den Krieg nicht verhindert, sondern ihn wahrscheinlicher macht. Ein Gespräch über Friedenspolitik, Shitstorms und die Hoffnung auf Veränderung.
Herr Dressler, ich habe gehört, dass Sie am Tag der Bundeswehr am vergangenen Wochenende in einer Kaserne in Norddeutschland waren. Was haben Sie dort erlebt?
Ich war für einen Fernsehdreh dort und muss sagen, dass mir vorher gar nicht bewusst war, was der Tag der Bundeswehr wirklich bedeutet. Als ich an der Kaserne ankam, strömten mir hunderte Menschen und Kinder entgegen. Ich war schockiert, dass so viele einen Besuch bei der Bundeswehr als Familienausflug planten. Diese Mischung aus Hüpfburgen und Panzern, Kampfhubschraubern und anderem Kriegsgerät fand ich pervers.
Sie haben danach ein Video über den Tag der Bundeswehr auf ihren Kanälen veröffentlicht, in dem sie von „Militärfetisch-Land“ gesprochen haben. Was meinen Sie damit?
In Deutschland haben wir lange mit einem Schmunzeln auf die Amerikaner und ihren Militärkult geblickt. Dieses Abfeiern des Militärs hat bei uns und auch in anderen westlichen Ländern nie so richtig verfangen. Aber genau das ändert sich jetzt. In meinem Video habe ich Bilder aus der Tagesschau und anderen Medien über den Tag der Bundeswehr eingeblendet, auf denen Kinder mit Flecktarn geschminkt oder mit einer Waffe in der Hand zu sehen sind. Normalerweise sehen wir diese Bilder in der Tagesschau immer nur im Kontext von: Das ist eine ganz böse Diktatur, zum Beispiel China, Russland oder der Iran, da werden schon Kinder mit Krieg konfrontiert! Aber der ÖRR hat diesmal einfach im Stil von „ach schön, da ist Tag der offenen Tür bei der Bundeswehr“ berichtet. Das ist hochgradig verlogen.
Sie sprechen sich gegen die Kriegstüchtigkeit Deutschlands aus. Sollte sich das Land angesichts der heutigen geopolitischen Lage nicht stärker um seine Verteidigung kümmern?
Ich spreche mich gegen Kriegstüchtigkeit aus, weil ich erstens nicht glaube, dass Deutschland unmittelbar bedroht ist. All diese Szenarien à la „der Russe steht in drei Jahren vor der Tür” halte ich für lachhaft. Selbst Hardliner wie Carlo Masala sprechen nicht davon, dass sich Deutschland kurz vor einer bewaffneten Auseinandersetzung mit Russland befindet. Zweitens bin ich der Meinung, dass Kriegsvorbereitung den Krieg heraufbeschwört. Wenn sich verfeindete Länder immer weiter aufrüsten, werden sie nicht irgendwann sagen: „Oh, jetzt haben wir ein Gleichgewicht erreicht, jetzt hören wir auf, jetzt ist Ruhe“, sondern es geht immer weiter. Meine Sorge ist, dass all die neuen Waffen eines Tages einfach deshalb eingesetzt werden, weil sie existieren. Wenn Staaten einen größeren Anreiz haben, ihre nationalen Interessen mit Waffengewalt durchzusetzen, dann werden sie das früher oder später auch tun.
Sie würden nicht für Deutschland kämpfen?
Nein, das würde ich nie tun.
In der öffentlichen Debatte wird oft eingewendet, eine solche Haltung sei egoistisch und das Gemeinwohl müsse über das Individuum stehen. Können Sie als Linker dieser Argumentation nichts abgewinnen?
Diese Argumentation funktioniert nur, wenn man das Gemeinwohl mit dem Staatswohl gleichsetzt. Wenn also gesagt wird: Der Staat wird angegriffen, und das ist dasselbe, wie wenn unsere Gemeinschaft angegriffen wird. Diese Gleichsetzung halte ich jedoch für einen propagandistischen Trick. Ich bin in Süddeutschland aufgewachsen, ungefähr eine halbe Stunde von Straßburg entfernt. Schon als Teenager habe ich mich gefragt, was mich eigentlich von Gleichaltrigen auf der anderen Seite des Rheins trennt, abgesehen von Sprache und Pass. Wir haben eine ähnliche Kultur, Bräuche, Geografie und klimatische Bedingungen. Im Zweifelsfall müsste ich mich aber mit einem Stralsunder verbünden, mit dem ich außer der Sprache und dem Pass wahrscheinlich sehr wenig gemeinsam habe, um den Straßburger über den Haufen zu schießen, weil unsere Staaten uns sagen, wir müssen einander hassen. Deswegen halte ich diese Gleichsetzung von Gemeinwohl und Staatswohl für konstruiert. Um territoriale und politische Souveränität zu verteidigen, ist der Staat bereit, über unsere Leichen zu gehen.
Viele Deutsche scheinen das anders zu sehen. Die Mehrheit der Bevölkerung beispielsweise spricht sich für die Wiedereinführung der Wehrpflicht aus.
Das wundert mich nicht. Die deutsche Bevölkerung ist im Durchschnitt sehr alt und besteht vor allem aus Leuten, die wissen, dass sie selbst überhaupt nichts mehr mit Wehrpflicht oder Landesverteidigung zu tun haben. Daher können auch besonders große Staatsmänner wie Herr Habeck und hartgesottene Punkrocker wie Herr Campino sagen, sie würden heute natürlich sofort ihren Wehrdienst leisten. Interessant ist doch: Fast 60 Prozent der Deutschen sprechen sich für eine Wehrpflicht aus. Wenn man jedoch fragt, ob sie persönlich für Deutschland an der Waffe dienen würden, sagen nur noch 17 Prozent, dass sie das tun würden.
Könnte ein sozialer Pflichtdienst eine Alternative zur Wehrpflicht sein?
Das ist eigentlich die interessantere Thematik. Als Linker ist mir Solidarität unter Menschen wichtig. Das Problem ist jedoch, dass uns spätestens seit der neoliberalen Wende in den 1980er Jahren mit Gewalt eingetrichtert wurde, immer nur an uns selbst zu denken, und dass es gemäß Margaret Thatcher keine Gesellschaft, sondern nur Individuen gibt. Heute, wo dieses System an sein gerechtes Ende kommt, fällt den Politikern auf: „Oh, es wäre ja schön, wenn sich junge Leute mal wieder engagieren würden, wenn es ein ‚Wir‘ gäbe.“ Dafür wird dann ein verpflichtendes Dienstjahr gewissermaßen als Symptombekämpfung vorgeschlagen. Prinzipiell bin ich dafür, dass es ein „Wir” gibt. Ich möchte nur nicht, dass es ein nationales „Wir“ ist, weil ich, wie schon gesagt, nicht anerkenne, warum diese Solidarität zum Beispiel an der Grenze zu Straßburg aufhören soll.
In Deutschland erleben wir derzeit die größte Aufrüstung seit der Nachkriegszeit. Künftig sollen fünf Prozent des BIP in die Verteidigung fließen. Trotzdem ist die Friedensbewegung sehr schwach. Warum ist das so?
Es kommen viele Faktoren zusammen. Ein wichtiger Grund ist meiner Meinung nach die einseitige mediale Atmosphäre in Deutschland, die eine unfassbar militaristische Haltung widerspiegelt, die überhaupt nicht der Haltung der Bevölkerung entspricht. Wie bereits erwähnt, wäre nur ein geringer Anteil der Bevölkerung tatsächlich bereit, für Deutschland zu kämpfen. Schaut man sich jedoch die mediale Berichterstattung an, entsteht genau der gegensätzliche Eindruck, nämlich dass es die ganz große Mehrheit der Deutschen so will. Ich glaube, diese Berichterstattung demotiviert viele Menschen oder lässt sie glauben, ihre Meinung sei eine Minderheitenmeinung. Dadurch wird eine massenhafte Mobilisierung für Frieden verhindert.
Sie haben erst vor kurzem ein Video zur Berichterstattung über Krieg veröffentlicht. Sie sagen, die Medien verharmlosen den Krieg. Wie genau meinen Sie das?
Es wird mit einer unfassbaren Menge an Euphemismen gearbeitet. Zum Beispiel wird immer wieder berichtet, dass sich die Frontverläufe in der Ukraine so oder so verändert haben. Konkret bedeutet das, dass sich hunderte bis tausende junge Männer gegenseitig erschießen, auf einer Seite aber ein paar mehr getötet wurden. Diese Realität des Krieges wird abstrahiert, sie wird nicht gezeigt. Das Gleiche erleben wir im Vernichtungskrieg Israels in Gaza: Seit fast zwei Jahren erleben wir hier ein Wettbewerb von Euphemismen. In der Berichterstattung ist meist von „möglichen Opfern in Gaza” die Rede und der Akteur Israel wird erst gar nicht benannt.
Zum Glück gibt es Social Media. Ja, Instagram, TikTok und Co. haben viele negative Seiten, aber man bekommt auch ungefilterte Inhalte aus Kriegsgebieten. So kann man sehen, was Krieg wirklich bedeutet, ohne dass er durch eine redaktionelle Bearbeitung verharmlost und in Worthülsen gekleidet wird.
Mit Ihren Videos erzielen Sie auf Social Media teilweise mehrere Hunderttausend Aufrufe. Erhalten Sie für Ihre Inhalte auch Anfeindungen?
Was Gaza und Palästina angeht, fast gar nicht. Es finden sich immer ein paar Leute, die mich als Antisemiten bezeichnen, wenn ich über Israels Kriegsverbrechen in Gaza spreche, aber viel mehr nicht. Den größten Shitstorm hatte ich bisher, als ich den Vorsitzenden der Grünen Jugend, Jakob Blasel, kritisiert habe. Der hatte gesagt, dass jeder, der zögert, Europa mit der Waffe zu verteidigen, naiv und unsolidarisch sei. Ich habe ihn im Video gefragt, wann er denn Europa mit der Waffe verteidigt habe, da alles andere ja naiv und unsolidarisch sei. Es war unfassbar, welchen Gegenwind aus der untersten Schublade ich dafür erlebt habe – und zwar nicht von AfD-Patrioten, sondern von Leuten, die #TeamHabeck in ihrem Social-Media-Profil stehen haben.
Kurz danach habe ich ein Video veröffentlicht, in dem ich erkläre, warum ich den Ukrainekrieg als Stellvertreterkrieg zwischen dem Nato-Block und Russland verstehe. Dabei habe ich den Menschen in der Ukraine nicht ihr Recht auf Selbstverteidigung gegen die tatsächlich völkerrechtswidrige russische Invasion abgesprochen, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass der Westen auch eigene Interessen im Ukrainekrieg verfolgt, die nicht nur aus selbstloser Liebe zur Demokratie bestehen, sondern auch eine ökonomische und geopolitische Natur haben könnten.
Die Anfeindungen, die ich nach diesem Video per E-Mail, Instagram-Direktnachricht und in den Kommentaren erfahren habe, waren wirklich heftig. Viele User haben mir geschrieben: „Ja, aber wenn der Iwan erst mal im Vorgarten deiner Mutter oder deiner Freundin steht und sie vor deinen Augen etc. etc., was machst du dann??“. Da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass das mir gerade tatsächlich ein bisschen nahe geht.
Haben Sie darüber nachgedacht, mit dem Influencing aufzuhören?
Nein. Ich habe einfach aufgehört, die Kommentare zu lesen.
Was treibt Sie an, trotz dieser Anfeindungen weiterzumachen?
Ich finde die Anfeindungen natürlich blöd, aber sie sind ein winziger Teil der Rückmeldungen, die ich bekomme; die sind in der überwältigenden Mehrheit nämlich positiv. Wenn mir beispielsweise junge Menschen schreiben, dass sie durch mich politisiert wurden und meine Videos sie auf andere Gedanken gebracht haben, gibt mir das unglaublich viel. Ich merke dann, dass meine Videos nicht im digitalen Äther verpuffen. Ich halte mittlerweile auch viele Vorträge und nehme an Podiumsdiskussionen teil. Wenn ich anschließend mit den Leuten aus dem Publikum spreche, merke ich, dass die Inhalte, die ich produziere, tatsächlich einen Einfluss haben.
Haben Sie ein Beispiel?
Einer meiner Instagram-Follower hat mir letztes Jahr kurz vor der Europawahl geschrieben, dass er eigentlich CDU-Wähler ist, aber wegen meiner Videos zum ersten Mal die Grünen wählen wird. Ich habe ihm zurückgeschrieben: „Cool, noch besser wäre natürlich Die Linke, aber es ist schon mal ein erster Schritt.“ Bei der diesjährigen Bundestagswahl hat er mir erneut geschrieben, dass er dieses Mal Die Linke wählen würde. Es ist für mich unfassbar schön zu sehen, dass Menschen ihre Meinung ändern können. Sonst wird ja immer behauptet, dass Social Media die Menschen nur in ihren Meinungen bestätigt. Aber das stimmt nicht, die Menschen verändern sich ständig – und das ist gut so.
Bei der "Steigerung der Militärausgaben" belegen Russland + Deutschland die ersten beiden Plätze ..!
14. Mai. 2025,
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Die USA, China, Russland und Deutschland sind aktuell die Länder mit den höchsten Militärausgaben weltweit. Die USA liegen im Jahr 2024 mit rund einer Billion US-Dollar mit deutlichem Abstand an der Spitze. Die deutschen Militärausgaben beliefen sich im selben Zeitraum auf rund 89 Milliarden US-Dollar. Gegenüber 2023 ist das ein massiver Anstieg von 28 Prozent. Übertroffen wird Deutschland beim Zuwachs nur noch von Russland, dessen Militärausgaben 2024 gegenüber 2023 um 38 Prozent angestiegen sind. Das zeigt die Statista-Infografik mit Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI.
Im Falle Russlands sind die Daten zu Militärausgaben nicht ganz unproblematisch: Zum einen ist die russische Militärfinanzierung ist oft verschleiert. Viele Militärausgaben sind in "zivilen" Haushaltslinien versteckt. Seit einigen Jahren tauchen zudem viele Verteidigungsausgaben in Sonderposten oder geheimen Budgets. Außerdem rechnet SIPRI Ausgaben auf US-Dollar um, aber Rubel-Wertschwankungen und Inflation erschweren verlässliche Vergleiche. Gleichwohl sind SIPRI-Daten zu Russland die besten öffentlich verfügbaren Schätzungen und besser als offizielle Regierungszahlen. Gleiches gilt für autoritäre Staaten wie China, Nordkorea oder Saudi-Arabien.
Die Militärausgaben sind weltweit im Jahr 2024 auf 2.677 Milliarden US-Dollar gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 9,4 Prozent - der höchste Anstieg im dargestellten Zeitraum seit 1992. Die Militärausgaben stiegen in allen Weltregionen, wobei das Wachstum in Europa und im Nahen Osten besonders stark war.
„Über 100 Länder weltweit haben ihre Militärausgaben im Jahr 2024 erhöht. Da die Regierungen der militärischen Sicherheit zunehmend Priorität einräumen, oft auf Kosten anderer Haushaltsbereiche, könnten die wirtschaftlichen und sozialen Kompromisse in den kommenden Jahren erhebliche Auswirkungen auf die Gesellschaften haben“, sagt Xiao Liang, Forscher beim SIPRI-Programm für Militärausgaben und Waffenproduktion.

Margot Friedländer (+) - Ein Nachruf auf 103 Jahre jüdischen Lebens ... in Deutschland, den USA und zurück!
10. Mai. 2025,
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Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer ist tot. Sie starb am Freitag im Alter von 103 Jahren, wie die Margot Friedländer Stiftung in Berlin mitteilte. Friedländer war nach Jahrzehnten als Emigrantin in New York im hohen Alter nach Deutschland zurückgekehrt. Die Berliner Ehrenbürgerin engagierte sich unermüdlich gegen das Vergessen, besonders die junge Generation lag ihr am Herzen.
Bekannt wurde ihre Geschichte durch einen Dokumentarfilm und ihre Memoiren. Sie bekam für ihren Einsatz viele Preise und viel Anerkennung - bis hin zum Besuch von US-Präsident Joe Biden, bei dem sie im Schloss Bellevue mit dabei war.
Margot Friedländer wurde 1921 in eine jüdische Familie geboren. Ihre Mutter und ihr Bruder wurden im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Sie selbst konnte dank vieler Helfer zunächst untertauchen, wurde dann aber gefasst und ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Sie überlebte, so wie ihr späterer Mann, mit dem sie schließlich nach Amerika ging.
Aus Friedländers direkter Familie überlebte niemand außer ihr den Holocaust. Dennoch zog sie mit fast 88, nach dem Tod ihres Mannes, wieder zurück in ihre Heimat, nach Berlin. In das Land der Täter. »Hass ist mir fremd«, sagte sie einmal.
Sie bekam in ihrer alten Heimat viel Anerkennung - eine liebenswerte, rüstige alte Dame, die so eindrucksvoll erzählen konnte. Ein Preis für Schüler-Projekte zum Holocaust und zur heutigen Erinnerungskultur trägt ihren Namen. Im Juni 2018 - mit 96 Jahren - wurde sie Berliner Ehrenbürgerin, zu ihrem 100. Geburtstag erschienen ein Interviewbuch und ein Bildband.
Im Herbst 2023 widmete das ZDF ihr ein Dokudrama - da lag die Pogrom-Nacht von 1938 - 85 Jahre zurück. Noch im Alter von 102 Jahren war sie zu Gast bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Im April 2025 trat sie als Festrednerin beim Bundespresseball am Brandenburger Tor auf.
Friedländer sprach vor Schülern und bei offiziellen Gedenkfeiern, darunter noch mit 100 Jahren im EU-Parlament in Brüssel. 2011 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. Eine ihrer Botschaften war: »Was war, können wir nicht mehr ändern, aber es darf nie wieder geschehen.«
Margot Friedländer wirkte am Ende sehr zart, zerbrechlich. Doch die kleine Frau stand kerzengerade fast bis zuletzt. Noch mit über 100 Jahren sprach die Holocaust-Überlebende in Schulklassen, mahnte auf Gedenkveranstaltungen - freundlich, geduldig, zäh. Sie erzählte von ihrer Familie, die von den Nationalsozialisten ermordet wurde, von ihrem eigenen Schicksal im Konzentrationslager Theresienstadt. Am wichtigsten aber war ihr eine Botschaft: »Seid Menschen.«
Noch am Mittwoch den 8. Mai 2025 trat sie mit dieser wichtigen Botschaft öffentlich auf. Ihre Stimme war schon sehr schwach. Nun ist die Berliner Ehrenbürgerin mit 103 Jahren gestorben.
Die Verfolgung und Entrechtung ihrer eigenen jüdischen Familie unter Adolf Hitler war ihr im Gedächtnis, »als ob es gestern wäre«, wie sie der Deutschen Presse-Agentur Anfang 2025 sagte. Sie gehörte zu den Letzten, die das alles erlebt hatten und selbst noch davon berichten konnten.
Aber Margot Friedländer lebte im Jetzt. Die Spaltung der Gesellschaft in Deutschland und das Erstarken der Rechten wühlten sie auf. »Ich verstehe nicht sehr viel von Politik«, sagte sie in dem dpa-Interview. »Aber ich sage immer: So hat es damals auch angefangen. Seid vorsichtig. Macht es nicht.«
Margot Friedländer wurde am 5. November 1921 in Berlin geboren. Damals hieß sie noch Bendheim. Ihre Eltern waren schon geschieden, als ihre Mutter Anfang der 1940er Jahre immer verzweifelter versuchte, mit ihren beiden Kindern aus Hitler-Deutschland herauszukommen. Unmittelbar vor der geplanten Flucht nach Oberschlesien wurde Margots Bruder Ralph 1943 von der Gestapo verhaftet. Die Mutter stellte sich, um ihren Sohn nicht allein zu lassen. Beide wurden später im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.
Margot blieb zurück mit einem Satz ihrer Mutter, der später Titel ihrer Memoiren wurde: »Versuche, dein Leben zu machen.« Hinterlassen hatte die Mutter auch eine Bernsteinkette, die Margot dann ihr Leben lang trug. Und ein Notizbuch.
Die 21-Jährige hatte 16 Leute, die ihr beim Untertauchen in wechselnden Verstecken halfen. 15 Monate lang kam sie durch, dann ging es schief. Jüdische »Greifer«, die damals für die Nazis andere Juden aufspürten, erwischten sie auf der Straße. Sie wurde nach Theresienstadt deportiert - ein »Zwischenreich, nicht Leben, nicht Tod«.
Gegen Kriegsende sah sie das Elend der Menschen, die in den Wirren der letzten Tage aus Auschwitz kamen. Für sie wurde da gewiss: Sie würde ihre Mutter und ihren Bruder nie wiedersehen. Mit ihrem Mann Adolf Friedländer ging sie in die USA, wo sie in einem Kleidergeschäft und als Reiseagentin arbeitete. Mehr als 50 Jahre war er an ihrer Seite. »Wir hatten beide dasselbe erlebt, wir hatten beide dieselben Schmerzen, wir brauchten nicht darüber zu sprechen«, erzählte sie später. Ihr Mann starb 1997.
2003 kam Margot Friedländer erstmals wieder in ihre Heimatstadt zurück, auf Einladung des Berliner Senats und begleitet von Filmemacher Thomas Halaczinsky. Der drehte mit ihr den Film »Don’t Call It Heimweh«. Schon am ersten Tag habe sie wieder gefühlt, dass dies ihre Heimat sei, sagte Friedländer später. Mit Ende 80 zog sie zurück nach Berlin.
Ihr amerikanisches Umfeld war skeptisch. Die Deutschen sähen sie vielleicht nur als nette alte Lady und fühlten sich durch sie weniger schuldig, ist ein Einwand, den sie hörte. Margot Friedländer setzte sich darüber hinweg. Nie habe sie diese Rückkehr bereut, sagte sie. »Ich tue etwas, was Sie vielleicht komisch finden werden, aber ich bin - ich fühle mich als Deutsche.«
In ihrer neuen, alten Heimat bekam sie viel Aufmerksamkeit - viele hörten hin, wenn die alte Dame sehr eindrucksvoll erzählte. In ihrer Wohnung in einer Berliner Seniorenresidenz, wo sie mit ihrer sehr selbstbewussten Katze lebte, fanden die vielen Preise und Ehrungen kaum Platz. An den Wänden hingen Erinnerungsbilder mit Politikern, auf einem Tisch standen unter anderem der »Bambi« für ihren Mut und das gerahmte »Vogue«-Titelbild mit ihr.
Berlin machte sie zur Ehrenbürgerin, sie erhielt 2011 für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz. »Sie haben eine versöhnungsbereite Hand ausgestreckt, auf die niemand einen Anspruch hat«, sagte der damalige Bundespräsident Christian Wulff. Die späte Anerkennung tat ihr gut. »Ich habe gute Erfahrungen einerseits mit den Eltern, Erwachsenen, mit Kindern, mit Schülern gemacht«, sagte sie. »Mit Menschen.«
Bis ins hohe Alter ging sie gern in die Oper, wenn Zeit blieb. Ihr Lieblingswerk: »Nabucco«, die Geschichte von der Gefangenschaft der Hebräer in Babylonien. Beim Gefangenenchor »Va, pensiero« sitze sie oft mit Tränen in den Augen, sagte sie einmal.
Friedländer hinterlässt vieles, vor allem aber ihre Botschaft von Versöhnung und Erinnerung. Im Alter von 101 Jahren gründete sie eine Stiftung zur Förderung von Freiheit und Demokratie. Diese soll die Aufklärungsarbeit an Schulen fortsetzen und auch den Margot-Friedländer-Preis verleihen.
»Was war, können wir nicht mehr ändern, aber es darf nie wieder geschehen«, sagte Friedländer dazu. »Nie wieder soll auch nur einem Menschen das zugefügt werden, was damals mit Menschen gemacht wurde, weil Menschen nicht als Menschen anerkannt wurden.«
An der Skalitzer Straße 32 in Berlin-Kreuzberg erinnern Stolpersteine an den Bruder Ralph und ihre Mutter Auguste Bendheim. Auch Margot hat dort einen Stein. Darauf ist die Deportation nach Theresienstadt erwähnt. Darunter steht: »überlebt«.
"NIE WIEDER KRIEG" - "Friedenstüchtig" statt Parole von "damals" ...
8. Mai. 2025,
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N i e w i e d e r K r i e g ! - Zum 8. Mai 2025
Hier erstveröffentlicht am 1. Mai 2025
Von Julian Aicher, Leutkirch in Baden-Württemberg
Julian Aicher aus dem baden-württembergischen Leutkirch ist ein Neffe von Sophie und Hans Scholl
Am Donnerstag, 8. Mai 2025 ist es 80 Jahre her: das Ende des II. Weltkriegs (1939-1945) in Europa. Zumindest offiziell. Erklärt durch die "bedingungslose Kapitulation" Nazi-Deutschlands. Seitdem begann zwischen Kiel und Konstanz eine Zeit, die so vermutlich eine Ausnahme in der deutschen Geschichte darstellte: 80 Jahre "Frieden". Also kein militärisch bewirktes, massenweises Blutvergießen.
Doch viele von denen, die das damalige Gemetzel vor dem 8. Mai 1945 mit über 50 Millionen Toten noch erlebten, gaben Eindrücke davon weiter. Erzählungen der Alten an die Jungen. Oft auch der Großeltern an die Enkel. Botschaften - gesagt - oder auffällig verschwiegen.
Und vielleicht gerade deshalb so prägend für nachfolgende Generationen? Wer sich mit Seelen-Leiden heute eingehender befasst, merkt bald: Er geht weiter, der Krieg - in den Köpfen, in Er-Innerungen ... Leute, die behaupten, sie verstehen etwas davon, erklären sogar, selbst in menschlichen Genen werde das gespeichert, was der Krieg den Damaligen vor 8. Mai 1945 und Folgen (wie Flucht) angetan habe. Mit erblicher Weitergabe an Jüngere? Stichwort: "Epigenetik". Wer selbst mehrmals etwa an "Familienstellen" teilgenommen hat, weiß, wovon hier geschrieben steht.
In den letzten fünf Jahren besuchte ich ein knappes Dutzend "Familienaufstellungen". Mir fiel dabei auf: Viele der Leiden, die dort beklagt wurden, fanden ihre Ursache in Kriegserlebnissen von Eltern, Großeltern oder anderen Vorfahren. Krieg und Folgen - wie Flucht. Mindestens 20 Prozent - wenn nicht gar manchmal rund die Hälfte dieser "Familienstellen"-Anliegen führten auf den II. Weltkrieg und seine Nachwirkungen zurück.
Wie lange hat Deutschland gebraucht, um sich so gut wie nicht mehr direkt intensiver mit Nachwirkungen des "30-jährigien Kriegs" (1618-1648) zu befassen? 100 Jahre? 200 Jahre? Wer heute behauptet, was im II. Weltkrieg (1939-1945) geschah, sei heute (2025) in Deutschland "aufgearbeitet", macht damit vermutlich nur eines deutlich: Wer so etwas sagt, weiß nicht wirklich , wovon er oder sie da spricht.
F e h l e n d e r F i n g e r
Im eigenen Umfeld. Was erfuhr ich - geboren am 20. März 1958 - zum II. Weltkrieg von denjenigen Familienmitgliedern Aicher und Aicher-Scholl (Hartnagel, Maeser), die ihn noch selbst hautnah erlebt hatten?
Mein Onkel Georg Aicher (* 1923) berichtete von seiner "zweiten Geburt". Gemeint: der Moment, als er aus der Kriegsgefangenenschaft wieder heim nach Ulm-Söflingen kam. Meinem anderen Onkel, Fritz Hartnagel, fehlte (mindestens) ein Finger. Meine Mutter sagte mir, ihm sei dieser kleine Körperteil während einer medizinischen Notbehandlung abgenommen worden. In Stalingrad. Mehrmals hörte ich von Fritz, er sei einer der letzten deutschen Soldaten gewesen, die Stalingrad lebend Richtung Westen verließen. Bevor die Maschine, mit der er von dort ausfliegen durfte, abhob, seien andere Krieger, die noch mitwollten, von dem Flugzeug weggeschlagen worden. Es hätte vermutlich sonst gar nicht mehr starten können.
"Mama!" "Mutter!". Mein Vater Otl Aicher (1922-1991) erzählte uns, seinen Kindern, vielleicht zwei, drei Abende lang von seiner Zeit als Soldat 1940-1944 (1945). Dann eher stundenlang. Ich erinnere mich noch fast wie heute, als er das am Feuer der "Esse" im "Roten Hof" tat - dem damaligen Ferienhaus der Aichers weit abgelegen auf Markung Kißlegg, Landkreis Ravensburg. "Mama!", so die lauten Rufe manches seiner uniformierten Kameraden, nachdem sie bei Angriffen an der Front schwer verletzt oder schon fast tödlich von feindlichen Waffen getroffen worden waren. Letzte Verzweiflungs-Schreie vor einem frühen, eher schmerzhaften Sterben.
Er-Innerungen. Sie scheinen meinen Vater derart beschäftigt zu haben, dass er ein Buch darüber schrieb: "innenseiten des kriegs". Erstmals erschienen 1985 im S.Fischer-Verlag Frankfurt.
Er-Innerungen. Wie beeinflussten sie einen wie mich (*1958), der das Glück hat(te), dieses grausame Massen-Töten selbst nicht miterleben zu müssen? Es waren nicht ausschließlich die Männer, die mir als Sohn - oder Neffen - von diesem Krieg erzählten. Und es blieb nicht bei Berichten. Es folgten Schlussfolgerungen daraus. Forderungen für eine friedliche Zukunft. Die Parole lautete eindeutig: "Nie wieder Krieg!"
"Nie wieder Krieg!" Selten so wörtlich gesagt im Haushalt meiner Eltern. Vielleicht, weil sie dort als so selbstverständlich galt? Eher befolgt wie ein ohnehin geltendes, ehernes Gesetz.
Denn meine Mutter Inge Aicher-Scholl (1917-1998) sprach sich klar gegen einen neuen Krieg aus. Auch öffentlich. In den 1960er Jahren gehörte sie zu denen, die aktiv in Ulm die "Ostermärsche" mit vorbereiteten. Also öffentliche Kundgebungen gegen Krieg - meist kurz vor Ostern. Sie tat dies zusammen mit anderen - wie etwa ihrem Schwager, dem Ulmer Richter und SPD-Stadtrat Fritz Hartnagel (bis 22. Februar 1943 Verlobter von Sophie Scholl). Und sie tat dies als Verfasserin des Buchs "Die Weiße Rose" - also als öffentlich bekannte älteste Schwester von Sophie und Hans Scholl.
Meine Mutter veranstaltete Kundgebungen gegen den Krieg aber auch, obwohl sie als Leiterin der (von ihr 1946 mit gegründeten) "vh Ulm" ("Ulmer Volkshochschule") fraglos nicht unabhängig von staatlichen Geld-Zuwendungen arbeitete. Zwar unterhielt offiziell ein freier Verein die "vh ulm". So wirkte sie nicht direkt weisungsgebunden gegenüber staatlichen Machthabern. Aber ohne steuerlich erwirtschaftetes Fördergeld konnte die "vh ulm" nicht bestehen. Bemerkenswert: Meine Mutter, Inge Aicher-Scholl, blieb bis 1974 Chefin der "vh". Motto damals: "Einmischen erwünscht".
Klar gegen Krieg fördernde Waffen. Eindeutig gegen Atomkrieg. Auch nach ihrer Zeit als vh-Leiterin in Ulm setzte sich meine Mutter Inge Aicher-Scholl für Abrüstung ein. Wohl ab 1976 Mitglied im heimatlich Leutkircher "Arbeitskreis Friedenswoche", protestierte sie gegen die "Nachrüstung" der 1980er Jahre. So setzte sie sich am 24. September 1985 mit anderen vor das US-Atomwaffenlager Mutlangen auf die Straße. Etwa mit Wolf Biermann. (Wohl zusammen mit ihrem Mann, meinem Vater Otl Aicher.) Dafür wurde sie am 10. Februar 1986 vom Amtsgericht Schwäbisch Gmünd verurteilt. Offenbar zu rund 800 D-Mark Strafe. Damals hagelte es viele solcher richterlichen Schuldsprüche gegen Kriegsgegner. Zu ihnen gehörte auch Inge Aicher-Scholls Schwager, mein Onkel Fritz Hartnagel. Hob das Bundesverfassunsgsgericht in den 1990er Jahren diese "Blockade"-Urteile auf? Mit der Begründung: Sitzen ist weder Gewalt noch Nötigung?
Mein Vater Otl Aicher (1922-1991) hatte sich schon während seiner Schulzeit geweigert, einer Nazi-Organisation beizutreten. Deshalb durfte er damals nicht an der schriftlichen Abiturprüfung teilnehmen. (Aus Kreisen seiner Lehrerschaft wurde ihm das "Zeugnis der Reife" nach dem 8. Mai 1945 offenbar nachgereicht.) Während seiner Zeit als Soldat versuchte er mehrmals, sich von der Truppe zu entfernen. Nach dem Krieg bekannte er sich öffentlich als Deserteur der Wehrmacht. Dazu veröffentlichte er 1985 sein Buch "Innenseiten des Kriegs".
"Ich habe Angst vor..." oder: Mutig bleiben
Nein zum Krieg. Diese Weigerung drückte mein Vater auch schon vor den Mutlanger "Sitzblockaden" und vor Veröffentlichung seiner "innenseiten des kriegs" aus. Dann vielleicht weniger öffentlich wirkungsvoll. Aber klar. Im Sommer 1972 war ein großer Teil unserer Familie Aicher von Ulm in die Rotismühle gezogen. Also in ein Anwesen auf Markung von dem, was sich "Große Kreisstadt Leutkirch" nennt. Hier, in der Rotismühle, nahm auch das "büro aicher" seine Arbeit wieder auf. (Es kam von München und Ulm nach Rotis.)
1973: "Erste Ölkrise" - drohende Wirtschafsflaute. Ich erinnere mich noch so genau daran als ob es gestern gewesen wäre. Einige der Aichers fuhren 1974 von Ulm nach Rotis. Otl Aicher am Steuer. Ich auf der Rückbank. Dabei hörte ich wahrscheinlich zum ersten Mal in meinem Leben einen Satz aus väterlichem Mund, der mit den Worten begann: "Ich habe Angst vor ...". Otl Aicher befürchtete, die damalige Wirtschaftskrise raube seinem "büro aicher" Aufträge. "Ich habe Angst davor, dass wir das Ganze nicht halten können", sagte er. Also das seit wohl 1970 neu erworbene Anwesen Rotismühle mit der Familienwohnung und dem Grafikbüro.
In dieser Zeit - also 1973 (1974 ?) sagte Otl Aicher zu den Angestellten seines Büros, sie sollten sich auf Entlassungen gefasst machen. Es fehle nämlich an Aufträgen. Es gäbe zwar die Anfrage der "Hochschule der Bundeswehr" München, sich vom "büro aicher" verschönern zu lassen. Diesen Auftrag nehme er, Otl Aicher, aber nicht an. Denn er sei Kriegsgegner. So berichteten es mir damalige "büro-aicher"-Beschäftigte später immer wieder. Tatsächlich wurde damals wohl niemand von dort entlassen. Es kamen Aufträge von woanders her.
Nein zum Krieg. Auch zum inländischen Krieg, den die Nazi-Verbrecher gegen Hunderttausende im Deutschen Reich 1933-1945 führten. Nach Angaben des Buchs "Der lautlose Aufstand" von Günther Weisenborn (1952 veröffentlicht) listete die "Geheime Staats-Polizei" (GeStaPo) 1938 rund eine Million Deutsche in ihren Akten auf, die als irgendwie widerständig gegen die Nazi-Herrschaft vermerkt worden waren. Etwa 120.000 von ihnen wurden dafür von den Regierenden und ihren Komplizen umgebracht. Dazu zählten mein Onkel Hans Scholl (1918-1943) und meine Tante Sophie Scholl (1921-1943). Der Nazi-Terror tötete auch Millionen andere. Vor allem die, die als jüdisch galten, oder auch Behinderte. In der damaligen Sowjetunion fielen über 15 Millionen Zivilisten dem Krieg aus Deutschland zum Opfer.
Späte Folgen? Mein Vater Otl Aicher klagte zeitlebens (vor allem seit den 1960er Jahren) oft über Herzbeschwerden. Unterschiedlichste Ärztinnen und Ärzte sagten dazu: "Ihr Herz ist gesund." Wo lag also die Ursache der Leiden? In einer Notiz meines Herrn Papa las ich, die Herzattacken rühren wohl von Verspannungen im Wirbelsäulen-Bereich her. Vor allem am und um den Nacken. Die Regisseurin Angelika Schubert berichtete mir, sie habe meinen Vater einmal am Nacken massiert. "Der war hart wie Beton", sagte sie. Warum? Gibt es Hinweise zu den Ursachen? Mein Vater erzählte uns Kindern, er als Nicht-Mitglied der "Hitler-Jugend" (HJ) sei als Jugendlicher einmal an einer HJ-Kolonne vorbeigegangen - ohne sie mit erhobenem Arm zu grüßen. Einige Augenblicke später habe ihn dafür einer der Hitler-Jungen mit Nackenschlägen von hinten angegriffen. Ein bedrohter Nacken - noch gefährdeter nach der Tötung von Hans und Sophie Scholl mit dem Fallbeil?
Oder: War auch "Beton" - als Zement-"Speis" mal weich?
Fast vergessen - und doch millionenfach? Mit den hier bisher genannten Leiden der Soldaten sind freilich noch längst nicht alle Kriegsfolgen genannt. Vor allem nicht die Schmerzen derer, die selbst kaum zur Waffe griffen: Frauen und Kinder. Meine Frau Christine berichtete mir dieses Jahr, 2025, unter Tränen, wie schwer es ihrer Familie fiel, dass der Großvater meiner Frau, Anton Dangel, ab Februar 1945 als "vermisst" galt. Wie übrigens auch mein Onkel Werner Scholl - der jüngste der Geschwister (1922 - 1944). Anna Maria Dangel musste sich und ihre beiden Töchter ohne Einkommen ihres vermissten Mannes Anton am Leben halten. Deshalb beantragte sie nach dem Krieg Witwenrente. Dies ging amtlich ordentlich aber wohl nur, wenn Anton Dangel für Tod erklärt wurde. Dafür enterbte Anton Dangels Mutter ihre Schwiegertochter. In ihrem Herzen hoffte Anna Maria Dangel weiter, dass ihr Mann Anton doch nochmal heimkehren würde. Selbst im hohen Alter fragte sie ihre Enkelin Christine, ob "unser Papa uns hier finden würde, wenn er zurückkommt?" Sie wohnte mittlerweile ca. 450 km weiter nördlich.
Über das, was heutige Greise erzählen, die während des II. Weltkriegs (1939-1945) die Bombennächte erlebten, gibt es schon mehr als ein einziges Buch.
"Nie wieder Krieg!" Gemäß Befehlen aus Deutschland sind in den vergangenen 120 Jahren die wohl Opfer-reichsten militärischen Gemetzel in Europa ausgegangen. "Weltkriege". Mit Millionen Toten. Am 8. Mai 1945 kam es dann zur "bedingungslosen Kapitulation". Seitdem blieb Deutschland frei von offiziell erklärten Kriegen im eigenen Land. 80 Jahre "Frieden". Fast ein Wunder.
Friedenstüchtig
Den Frieden fördern. Dass das Wunder weiter so wahr bleibt wie zwischen dem 8. Mai 1945 und dem 8. Mai 2025, ist keineswegs selbstverständlich. Leider! Heute - zwei Generationen nach "Kriegsende" 1945 - lassen "verantwortliche Politiker" Sprüche von sich hören, die schon echte Nazis in den 1940er Jahren verbreitet hatten. So wies Dieter Dehm im Frühjahr 2025 in den "Nachdenkseiten" darauf hin, dass das Wort "Kriegstüchtig" schon in Dr.-Joseph Goebbels Zeitschrift "Das Reich" am 9. Juli 1944 in der Titelzeile stand. Goebbels - Hitlers Propaganda-Tröte. Dieter Hallervorden meinte gar, "kriegstüchtig" sei ein Lieblingswort der Goebbels-Propaganda gewesen.
Nein - die Nazi-Schergen von damals und die "kriegstüchtig"-Schwätzer von heute sind nicht die Gleichen. Aber könnten die Folgen solcher Forderungen künftig "kriegstüchtig" wie bis zum 8. Mai 1945 wirken? Damals, nach dem 8. Mai 1945 hieß es in Deutschland oft: "Das haben wir nicht gewusst". Doch heute weiß man es: Wer sich nicht wirklich um Frieden bemüht, läuft Gefahr, einem "tüchtigen" Krieg zu erliegen. Wer nicht immer wieder versucht, die Länder, die der eigene Staat grausam kriegerisch überfallen hatte, um Vergebung zu bitten, schürt dort den Hass gegen Deutschland.
Umso erfreulicher, dass Deutsche in solchen Staaten heute oft auffällig freundlich empfangen wurden. Meine Frau Christine arbeitet aktiv mit am rührigen "Deutsch-Französischen Partnerschaftsverein" Leutkirch. Da durfte ich als Mitreisender ins Nachbarland gelegentlich selbst die Gastfreundschaft erleben. Ähnliches berichteten mir Andere etwa von Russland.
Schlussfolgerungen aus all dem? Nach 1945 bekannten viele "politisch Verantwortliche" öffentlich, der Massenmord an rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden verlange, dass der Staat Israel zu schützen sei. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte das gar eine deutsche "Staatsraison". Nachvollziehbar. Allerdings: Haben die Nachfolge-Generationen der rund fünfzehn Millionen ermordeten sowjetischen Zivilisten weniger Recht auf international anerkannten Schutz? Die Sicherheit Russlands - gewährleistet durch weniger Sicherheits-Zusagen aus Deutschland, dem Land der damaligen Massenmörder? "Verantwortlich", wenn die amtierende deutsche Außenministerin "Russland ruinieren" wollte? Oder: Hat sie mit solch einem Spruch eher Deutschland ruiniert?
Heute wirkt in Deutschland mehr Wohlstand als vor dem 8. Mai 1945 - ohne Krieg. Der Frieden - ein sehr sehr kostbares Gut. Auch rein wirtschaftlich betrachtet. Wenn heute 84 Prozent der Deutschen in einer Umfrage nicht sagen, dass sie für ihr Land "kämpfen" möchten, dann erklären sie damit: Sie wollen Frieden. Umso wichtiger die Stimmen derer, die da für die Mehrheit im Land sprechen - und gegen den Krieg. Unabhängig davon, ob sie Patrik Baab, Dieter Dehm, Eugen Drewermann, Klaus von Dohnanyi, Didi Hallervorden, Ulrike Guerot, Kayvan Soufi-Siavash, Oskar Lafontaine, Richard David Precht, Alice Schwarzer, Ernst Ulrich von Weizsäcker oder sonstwie heißen. Denn es gilt heute, Mai 2025, umso mehr: "Nie wieder Krieg!"
1. Mai 2025
Julian Aicher
8. Mai 20...XX in der BRD: Wenn auch der "Kölner Dom" in Trümmern liegen wird ... Und jährlich ertönen Friedensappelle, Aufforderungen zur Versöhnung und Gewaltverzicht ...
8. Mai. 2025,
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Wenn auch der Kölner Dom ... im Jahre 2030?? - Montage: Stef-Art 2025
Stefan Weinert
Noch heute, im Jahr 80 nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, spricht man/frau/di nicht nur in Köln von einem Wunder Gottes, weil trotz der Zerstörung der gesamten Stadt am Rhein, der Dom unbeschädigt die Bombardements der Alliierten überstand. Doch meiner Meinung nach sollten wir "Gott" hier irgendwie aus dem Spiel lassen. Denn, während die deutsche Wehrmacht, die SS und die übrigen Nazi-Schergen "mit Gott" in den totalen Krieg zogen und andere Gräueltaten begangen, fühlten sich die Juden Deutschlands und Europas "von Gott total verlassen".
Die Reden, welche alljährlich im Deutschen Bundestag am 8. Mai gehalten werden, sind ganz gewiss sehr wichtig und notwendig - vor allem die den Holocaust und die Shoa Überlebenden. Doch ihre tiefgreifenden und erschütterten Ansprachen und auch die Reden der jeweils aktuellen deutschen Politiker und Politikerinnen, fallen leider nicht auf fruchtbaren Boden. Da denke ich vor allem an die hervorragenden und deutlichen Reden des Bundeskanzlers Willy Brandt von 1970 und an die von Richard von Weizsäcker aus dem Jahre 1985.
- 🌈Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985: "Der Tag hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System ... Wer über die Verhältnisse im Nahen Osten urteilt, der möge an das Schicksal denken, das Deutsche den jüdischen Mitmenschen bereiteten."
8. Mai. 2025 - 🌈Willy Brandt am 8. Mai 1970: "... dennoch ist niemand frei von der Geschichte, die er geerbt hat ... die Weimarer Republik ist daran zugrunde gegangen, weil politische Parteien die Grenze der Demokratie nicht eingehalten haben."
8. Mai. 2025

www.luftbildsuche.de - Köln in der Moderne ...
Heute - am 8. Mai 2025 - zwei Tage nach der Wahl eines Bundeskanzlers der CDU, welche vor wenigen Wochen einen Tabubruch nach Rechts begangen hatte, und die zu vorige Bestimmung der neuen Bundestagspräsidentin, die sich die Einmischung der Kirchen in die aktuelle Politik verboten hat, werden wieder Reden gehalten, die vermutlich im Echoraum der Republik verhallen - wo möglich zu recht ...
Wenn wir uns erinnern, dann war es gerade das Schweigen der Kirchen und des Papstes in den Jahren 1933 bis 1945 (mit rühmlichen Ausnahmen der Katholiken und der evangelischen "Bekennenden Kirche"), welches den Nazis den "Durchmarsch" ermöglichte. Frau Klöckner scheint kein Geschichtsbewusstsein zu haben, was auch für Herrn Steinmeier zu gelten scheint, der in seiner heutigen Rede gewiss wieder auf Putin eindrischt.
In vielen Reden der Politiker/innen wird auf den Wiederaufbau der zertrümmerten Städte erinnert. Doch ist zu befürchten, dass uns und der gesamten Menschheit eine Zerstörung bevorsteht, die selbst ein Kölner Dom nicht überstehen wird.


Doch - und das ist eine noch größer Befürchtung - wird die innere Zerstörung Deutschlands noch davor liegen. womöglich in den kommenden vier Jahren der "Black-Red-Denomination" aus CDU+CSU und SPD. Seit nun einer ganzen Dekade sägt die AfD an dem nun seit 76 Jahren gewachsenen Baum der deutschen Demokratie, der Würde eines jeden Menschen und an der Pluralität von Herkunft, Religion und sexueller Orientierung.
Proteste auf der Straße werden diese Neo-Nazis nicht vertreiben, sondern nur eine Politik der Vernunft, des Mutes und des ungeteilten Schutzes der eben erwähnten Demokratie ... Wo möglich würde sich dann ein Verbot der grundgesetzfeindlichen AfD erübrigen, weil sie unter die fünf Prozent rutschen wird. Doch das ist wohl nur der "Traum eines aufrichtigen Demokraten und Humanisten".
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Lesen Sie erschütternd auch hier:
- AfD: Bundesverfassungsschutz knickt gewaltig ein ... Nee, näh - das kann jetzt nicht "wahr" sein ...
8. Mai. 2025
🌈Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985: "Der Tag hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System ... Wer über die Verhältnisse im Nahen Osten urteilt, der möge an das Schicksal denken, das Deutsche den jüdischen Mitmenschen bereiteten."
8. Mai. 2025,
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Quelle: Bundestag.de
Viele Völker gedenken heute des Tages, an dem der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende ging. Seinem Schicksal gemäß hat jedes Volk dabei seine eigenen Gefühle. Sieg oder Niederlage, Befreiung von Unrecht und Fremdherrschaft oder Übertragung zu neuer Abhängigkeit, Teilung, neue Bündnisse, gewaltige Machtverschiebungen - der 8. Mai 1945 ist ein Datum von entscheidender historischer Bedeutung in Europa. Wir Deutsche begehen den Tag unter uns, und das ist notwendig. Wir müssen die Maßstäbe allein finden. Schonung unserer Gefühle durch uns selbst oder durch andere hilft nicht weiter. Wir brauchen und wir haben die Kraft, der Wahrheit so gut wir es können ins Auge zu sehen, ohne Beschönigung und ohne Einseitigkeit.
Der 8. Mai ist für uns vor allem ein Tag der Erinnerung an das, was Menschen erleiden mußten. Er ist zugleich ein Tag des Nachdenkens über den Gang unserer Geschichte. Je ehrlicher wir ihn begehen, desto freier sind wir, uns seinen Folgen verantwortlich zu stellen.
Der 8. Mai ist für uns Deutsche kein Tag zum Feiern. Die Menschen, die ihn bewußt erlebt haben, denken an ganz persönliche und damit ganz unterschiedliche Erfahrungen zurück. Der eine kehrte heim, der andere wurde heimatlos. Dieser wurde befreit, für jenen begann die Gefangenschaft. Viele waren einfach nur dafür dankbar, daß Bombennächte und Angst vorüber und sie mit dem Leben davongekommen waren. Andere empfanden Schmerz über die vollständige Niederlage des eigenen Vaterlandes. Verbittert standen Deutsche vor zerrissenen Illusionen, dankbar waren andere Deutsche für den geschenkten neuen Anfang. Es war schwer, sich alsbald klar zu orientieren. Ungewißheit erfüllte das Land. Die militärische Kapitulation war bedingungslos. Unser Schicksal in der Hand der Feinde. Die Vergangenheit war furchtbar gewesen, zumal auch für viele dieser Feinde. Würden sie uns nun nicht vielfach entgelten lassen, was wir ihnen angetan hatten?
Die meisten Deutschen hatten geglaubt, für die gute Sache des eigenen Landes zu kämpfen und zu leiden. Und nun sollte sich herausstellen: Das alles war nicht nur vergeblich und sinnlos, sondern es hatte den unmenschlichen Zielen einer verbrecherischen Führung gedient. Erschöpfung, Ratlosigkeit und neue Sorgen kennzeichneten die Gefühle der meisten. Würde man noch eigene Angehörige finden? Hatte ein Neuaufbau in diesen Ruinen überhaupt Sinn? Der Blick ging zurück in einen dunklen Abgrund der Vergangenheit und nach vorn in eine ungewisse dunkle Zukunft. Und dennoch wurde von Tag zu Tag klarer, was es heute für uns alle gemeinsam zu sagen gilt: Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Niemand wird um dieser Befreiung willen vergessen, welche schweren Leiden für viele Menschen mit dem 8. Mai erst begannen und danach folgten. Aber wir dürfen nicht im Ende des Krieges die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn jener Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte. Wir dürfen den 8. Mai 1945 nicht vom 30. Januar 1933 trennen. Wir haben wahrlich keinen Grund, uns am heutigen Tag an Siegesfesten zu beteiligen. Aber wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg.
Der 8. Mai ist ein Tag der Erinnerung. Erinnern heißt, eines Geschehens so ehrlich und rein zu gedenken, daß es zu einem Teil des eigenen Innern wird. Das stellt große Anforderungen an unsere Wahrhaftigkeit.
Wir gedenken heute in Trauer aller Toten des Krieges und der Gewaltherrschaft.
Wir gedenken insbesondere der sechs Millionen Juden, die in deutschen Konzentrationslagern ermordet wurden.
Wir gedenken aller Völker, die im Krieg gelitten haben, vor allem der unsäglich vielen Bürger der Sowjetunion und der Polen, die ihr Leben verloren haben.
Als Deutsche gedenken wir in Trauer der eigenen Landsleute, die als Soldaten, bei den Fliegerangriffen in der Heimat, in Gefangenschaft und bei der Vertreibung ums Leben gekommen sind.
Wir gedenken der ermordeten Sinti und Roma, der getöteten Homosexuellen, der umgebrachten Geisteskranken, der Menschen, die um ihrer religiösen oder politischen Überzeugung willen sterben mußten.
Wir gedenken der erschossenen Geiseln.
Wir denken an die Opfer des Widerstandes in allen von uns besetzten Staaten.
Als Deutsche ehren wir das Andenken der Opfer des deutschen Widerstandes, des bürgerlichen, des militärischen und glaubensbegründeten, des Widerstandes in der Arbeiterschaft und bei Gewerkschaften, des Widerstandes der Kommunisten.
Wir gedenken derer, die nicht aktiv Widerstand leisteten, aber eher den Tod hinnahmen, als ihr Gewissen zu beugen.
Neben dem unübersehbar großen Heer der Toten erhebt sich ein Gebirge menschlichen Leids,
Leid um die Toten,
Leid durch Verwundung und Verkrüppelung,
Leid durch unmenschliche Zwangssterilisierung,
Leid in Bombennächten,
Leid durch Flucht und Vertreibung, durch Vergewaltigung und Plünderung, durch Zwangsarbeit, durch Unrecht und Folter, durch Hunger und Not,
Leid durch Angst vor Verhaftung und Tod,
Leid durch Verlust all dessen, woran man irgend geglaubt und wofür man gearbeitet hatte.
Heute erinnern wir uns dieses menschlichen Leids und gedenken seiner in Trauer.
Den vielleicht größten Teil dessen, was den Menschen aufgeladen war, haben die Frauen der Völker getragen. Ihr Leiden, ihre Entsagung und ihre stille Kraft vergißt die Weltgeschichte nur allzu leicht. Sie haben gebangt und gearbeitet, menschliches Leben getragen und beschützt. Sie haben getrauert um gefallene Väter und Söhne, Männer, Brüder und Freunde. Sie haben in den dunkelsten Jahren das Licht der Humanität vor dem Erlöschen bewahrt. Am Ende des Krieges haben sie als erste und ohne Aussicht auf eine gesicherte Zukunft Hand angelegt, um wieder einen Stein auf den anderen zu setzen, die Trümmerfrauen in Berlin und überall. Als die überlebenden Männer heimkehrten, mußten Frauen oft wieder zurückstehen. Viele Frauen blieben aufgrund des Krieges allein und verbrachten ihr Leben in Einsamkeit. Wenn aber die Völker an den Zerstörungen, den Verwüstungen, den Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten innerlich nicht zerbrachen, wenn sie nach dem Krieg langsam wieder zu sich selbst kamen, dann verdanken wir es zuerst unseren Frauen.
Am Anfang der Gewaltherrschaft hatte der abgrundtiefe Haß Hitlers gegen unsere jüdischen Mitmenschen gestanden. Hitler hatte ihn nie vor der Öffentlichkeit verschwiegen, sondern das ganze Volk zum Werkzeug dieses Hasses gemacht. Noch am Tag vor seinem Ende am 30. April 1945 hatte er sein sogenanntes Testament mit den Worten abgeschlossen: „Vor allem verpflichte ich die Führung der Nation und die Gefolgschaft zur peinlichen Einhaltung der Rassengesetze und zum unbarmherzigen Widerstand gegen den Weltvergifter aller Völker, das internationale Judentum.“
Gewiß, es gibt kaum einen Staat, der in seiner Geschichte immer frei blieb von schuldhafter Verstrickung in Krieg und Gewalt. Der Völkermord an den Juden jedoch ist beispiellos in der Geschichte. Die Ausführung des Verbrechens lag in der Hand weniger. Vor den Augen der Öffentlichkeit wurde es abgeschirmt. Aber jeder Deutsche konnte miterleben, was jüdische Mitbürger erleiden mußten, von kalter Gleichgültigkeit über versteckte Intoleranz bis zu offenem Haß. Wer konnte arglos bleiben nach den Bränden der Synagogen, den Plünderungen, der Stigmatisierung mit dem Judenstern, dem Rechtsentzug, der unaufhörlichen Schändung der menschlichen Würde? Wer seine Ohren und Augen aufmachte, wer sich informieren wollte, dem konnte nicht entgehen, daß Deportationszüge rollten. Die Phantasie der Menschen mochte für Art und Ausmaß der Vernichtung nicht ausreichen. Aber in Wirklichkeit trat zu den Verbrechen selbst der Versuch allzu vieler, auch in meiner Generation, die wir jung und an der Planung und Ausführung der Ereignisse unbeteiligt waren, nicht zur Kenntnis zu nehmen, was geschah. Es gab viele Formen, das Gewissen ablenken zu lassen, nicht zuständig zu sein, wegzuschauen, zu schweigen. Als dann am Ende des Krieges die ganze unsagbare Wahrheit des Holocaust herauskam, beriefen sich allzu viele von uns darauf, nichts gewußt oder auch nur geahnt zu haben. Schuld oder Unschuld eines ganzen Volkes gibt es nicht. Schuld ist, wie Unschuld, nicht kollektiv, sondern persönlich. Es gibt entdeckte und verborgen gebliebene Schuld von Menschen. Es gibt Schuld, die sich Menschen eingestanden oder abgeleugnet haben. Jeder, der die Zeit mit vollem Bewußtsein erlebt hat, frage sich heute im Stillen selbst nach seiner Verstrickung.
Der ganz überwiegende Teil unserer heutigen Bevölkerung war zur damaligen Zeit entweder im Kindesalter, oder noch gar nicht geboren. Sie können nicht eine eigene Schuld bekennen für Taten, die sie gar nicht begangen haben. Kein fühlender Mensch erwartet von ihnen, ein Büßerhemd zu tragen, nur weil sie Deutsche sind. Aber die Vorfahren haben ihnen eine schwere Erbschaft hinterlassen. Wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung, müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen. Jüngere und Ältere müssen und können sich gegenseitig helfen zu verstehen, warum es lebenswichtig ist, die Erinnerung wachzuhalten. Es geht nicht darum, Vergangenheit zu bewältigen. Das kann man gar nicht. Sie läßt sich ja nicht nachträglich ändern oder ungeschehen machen. Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren.
Das jüdische Volk erinnert sich und wird sich immer erinnern. Wir suchen als Menschen Versöhnung. Gerade deshalb müssen wir verstehen, daß es Versöhnung ohne Erinnerung gar nicht geben kann. Die Erfahrung millionenfachen Todes ist ein Teil des Innern jedes Juden in der Welt, nicht nur deshalb, weil Menschen ein solches Grauen nicht vergessen können. Sondern die Erinnerung gehört zum jüdischen Glauben. „Das Vergessenwollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.“ Diese oft zitierte jüdische Weisheit will wohl besagen, daß der Glaube an Gott ein Glaube an sein Wirken in der Geschichte ist. Die Erinnerung ist die Erfahrung vom Wirken Gottes in der Geschichte. Sie ist die Quelle des Glaubens an die Erlösung. Diese Erfahrung schafft Hoffnung, sie schafft Glauben an Erlösung, an Wiedervereinigung des Getrennten, an Versöhnung. Wer sie vergißt, verliert den Glauben. Würden wir unsererseits vergessen wollen, was geschehen ist, anstatt uns zu erinnern, dann wäre dies nicht nur unmenschlich. Sondern wir würden damit dem Glauben der überlebenden Juden zu nahe treten, und wir würden den Ansatz zur Versöhnung zerstören. Für uns kommt es auf ein Mahnmal des Denkens und Fühlens in unserem eigenen Innern an.
Der 8. Mai ist ein tiefer historischer Einschnitt, nicht nur in der deutschen, sondern auch in der europäischen Geschichte. Der europäische Bürgerkrieg war an sein Ende gelangt, die alte europäische Welt zu Bruch gegangen. „Europa hatte sich ausgekämpft“ (M. Stürmer). Die Begegnung amerikanischer und sowjetrussischer Soldaten an der Elbe wurde zu einem Symbol für das vorläufige Ende einer europäischen Ära. Gewiß, das alles hatte seine alten geschichtlichen Wurzeln. Großen, ja bestimmenden Einfluß hatten die Europäer in der Welt, aber ihr Zusammenleben auf dem eigenen Kontinent zu ordnen, das vermochten sie immer schlechter. Über hundert Jahre lang hatte Europa unter dem Zusammenprall nationalistischer Übersteigerungen gelitten. Am Ende des Ersten Weltkrieges war es zu Friedensverträgen gekommen. Aber ihnen hatte die Kraft gefehlt, Frieden zu stiften. Erneut waren nationalistische Leidenschaften aufgeflammt und hatten sich mit sozialen Notlagen verknüpft. Auf dem Weg ins Unheil wurde Hitler die treibende Kraft. Er erzeugte und er nutzte Massenwahn. Eine schwache Demokratie war unfähig, ihm Einhalt zu gebieten. Und auch die europäischen Westmächte, nach Churchills Urteil „arglos, nicht schuldlos“, trugen durch Schwäche zur verhängnisvollen Entwicklung bei. Amerika hatte sich nach dem Ersten Weltkrieg wieder zurückgezogen und war in den dreißiger Jahren ohne Einfluß auf Europa.
Hitler wollte die Herrschaft über Europa, und zwar durch Krieg. Den Anlaß dafür suchte und fand er in Polen. Am 23. Mai 1939 - wenige Monate vor Kriegsausbruch - erklärte er vor der deutschen Generalität: „Weitere Erfolge können ohne Blutvergießen nicht mehr errungen werden... Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung ... Es entfällt also die Frage, Polen zu schonen, und bleibt der Entschluß, bei erster passender Gelegenheit Polen anzugreifen ... Hierbei spielen Recht oder Unrecht oder Verträge keine Rolle“. Am 23. August 1939 wurde der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt geschlossen. Das geheime Zusatzprotokoll regelte die bevorstehende Aufteilung Polens. Der Vertrag wurde geschlossen, um Hitler den Einmarsch in Polen zu ermöglichen. Das war der damaligen Führung der Sowjetunion voll bewußt. Allen politisch denkenden Menschen jener Zeit war klar, daß der deutsch-sowjetische Pakt Hitlers Einmarsch in Polen und damit den Zweiten Weltkrieg bedeutete. Dadurch wird die deutsche Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht verringert. Die Sowjetunion nahm den Krieg anderer Völker in Kauf, um sich am Ertrag zu beteiligen. Die Initiative zum Krieg aber ging von Deutschland aus, nicht von der Sowjetunion. Es war Hitler, der zur Gewalt griff. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bleibt mit dem deutschen Namen verbunden. Während dieses Krieges hat das nationalsozialistische Regime viele Völker gequält und geschändet. Am Ende blieb nur noch ein Volk übrig, um gequält, geknechtet und geschändet zu werden: das eigene, das deutsche Volk. Immer wieder hat Hitler ausgesprochen: wenn das deutsche Volk schon nicht fähig sei, in diesem Krieg zu siegen, dann möge es eben untergehen. Die anderen Völker wurden zunächst Opfer eines von Deutschland ausgehenden Krieges, bevor wir selbst zu Opfern unseres eigenen Krieges wurden.
Es folgte die von den Siegermächten verabredete Aufteilung Deutschlands in verschiedene Zonen. Inzwischen war die Sowjetunion in alle Staaten Ost- und Südosteuropas, die während des Krieges von Deutschland besetzt worden waren, einmarschiert. Mit Ausnahme Griechenlands wurden alle diese Staaten sozialistische Staaten. Die Spaltung Europas in zwei verschiedene politische Systeme nahm ihren Lauf. Es war erst die Nachkriegsentwicklung, die sie befestigte. Aber ohne den von Hitler begonnenen Krieg wäre sie nicht gekommen. Daran denken die betroffenen Völker zuerst, wenn sie sich des von der deutschen Führung ausgelösten Krieges erinnern. Im Blick auf die Teilung unseres eigenen Landes und auf den Verlust großer Teile des deutschen Staatsgebietes denken auch wir daran. In seiner Predigt zum 8. Mai sagt Kardinal Meißner in Ostberlin: „Das trostlose Ergebnis der Sünde ist immer die Trennung“.
Die Willkür der Zerstörung wirkte in der willkürlichen Verteilung der Lasten nach. Es gab Unschuldige, die verfolgt wurden, und Schuldige, die entkamen. Die einen hatten das Glück, zu Hause in vertrauter Umgebung ein neues Leben aufbauen zu können. Andere wurden aus der angestammten Heimat vertrieben. Wir in der späteren Bundesrepublik Deutschland erhielten die kostbare Chance der Freiheit. Vielen Millionen Landsleuten bleibt sie bis heute versagt. Die Willkür der Zuteilung unterschiedlicher Schicksale ertragen zu lernen, war die erste Aufgabe im Geistigen, die sich neben der Aufgabe des materiellen Wiederaufbaus stellte. An ihr mußte sich die menschliche Kraft erproben, die Lasten anderer zu erkennen, an ihnen dauerhaft mitzutragen, sie nicht zu vergessen. In ihr mußte die Fähigkeit zum Frieden und die Bereitschaft zur Versöhnung nach innen und außen wachsen, die nicht nur andere von uns forderten, sondern nach denen es uns selbst am allermeisten verlangte.
Wir können des 8. Mai nicht gedenken, ohne uns bewußt zu machen, welche Überwindung die Bereitschaft zur Aussöhnung den ehemaligen Feinden abverlangte. Können wir uns wirklich in die Lage von Angehörigen der Opfer des Warschauer Ghettos oder des Massakers von Lidice versetzen? Wie schwer mußte es aber auch einem Bürger in Rotterdam oder London fallen, den Wiederaufbau unseres Landes zu unterstützen, aus dem die Bomben stammten, die erst kurze Zeit zuvor auf seine Stadt gefallen waren! Dazu mußte allmählich eine Gewißheit wachsen, daß Deutsche nicht noch einmal versuchen würden, eine Niederlage mit Gewalt zu korrigieren. Bei uns selbst wurde das Schwerste den Heimatvertriebenen abverlangt. Ihnen ist noch lange nach dem 8. Mai bitteres Leid und schweres Unrecht widerfahren. Um ihrem schweren Schicksal mit Verständnis zu begegnen, fehlt uns Einheimischen oft die Phantasie und auch das offene Herz.
Aber es gab alsbald auch große Zeichen der Hilfsbereitschaft. Viele Millionen Flüchtlinge und Vertriebene wurden aufgenommen. Im Laufe der Jahre konnten sie neue Wurzeln schlagen. Ihre Kinder und Enkel bleiben auf vielfache Weise der Kultur und der Liebe zur Heimat ihrer Vorfahren verbunden. Das ist gut so, denn das ist ein wertvoller Schatz in ihrem Leben. Sie haben aber selbst eine neue Heimat gefunden, in der sie mit den gleichaltrigen Einheimischen aufwachsen und zusammenwachsen, ihre Mundart sprechen und ihre Gewohnheiten teilen. Ihr junges Leben ist ein Beweis für die Fähigkeit zum inneren Frieden. Ihre Großeltern oder Eltern wurden einst vertrieben, sie jedoch sind jetzt zu Hause. Früh und beispielhaft haben sich die Heimatvertriebenen zum Gewaltverzicht bekannt. Das war keine vergängliche Erklärung im anfänglichen Stadium der Machtlosigkeit, sondern ein Bekenntnis, das seine Gültigkeit behält. Gewaltverzicht bedeutet, allseits das Vertrauen wachsen zu lassen, daß auch ein wieder zu Kräften gekommenes Deutschland daran gebunden bleibt.
Die eigene Heimat ist mittlerweile anderen zur Heimat geworden. Auf vielen alten Friedhöfen im Osten finden sich heute schon mehr polnische als deutsche Gräber. Der erzwungenen Wanderschaft von Millionen Deutschen nach Westen folgten Millionen Polen und ihnen wiederum Millionen Russen. Es sind alles Menschen, die nicht gefragt wurden, Menschen, die Unrecht erlitten haben, Menschen, die wehrlose Objekte der politischen Ereignisse wurden und denen keine Aufrechnung von Unrecht und keine Konfrontation von Ansprüchen wiedergutmachen kann, was ihnen angetan worden ist. Gewaltverzicht heute heißt, den Menschen dort, wo sie das Schicksal nach dem 8. Mai hingetrieben hat und wo sie nun seit Jahrzehnten leben, eine dauerhafte, politisch unangefochtene Sicherheit für ihre Zukunft zu geben. Es heißt, den widerstreitenden Rechtsansprüchen das Verständigungsgebot überzuordnen. Darin liegt der eigentliche, der menschliche Beitrag zu einer europäischen Friedensordnung, der von uns ausgehen kann.
Der Neuanfang in Europa nach 1945 hat dem Gedanken der Freiheit und Selbstbestimmung Siege und Niederlagen gebracht. Für uns gilt es, die Chance des Schlußstrichs unter eine lange Periode europäischer Geschichte zu nutzen, in der jedem Staat Frieden nur denkbar und sicher schien als Ergebnis eigener Überlegenheit und in der Frieden eine Zeit der Vorbereitung des nächsten Krieges bedeutete. Die Völker Europas lieben ihre Heimat. Den Deutschen geht es nicht anders. Wer könnte der Friedensliebe eines Volkes vertrauen, das imstande wäre, seine Heimat zu vergessen? Nein, Friedensliebe zeigt sich gerade darin, dass man seine Heimat nicht vergisst und eben deshalb entschlossen ist, alles zu tun, um immer in Frieden miteinander zu leben. Heimatliebe eines Vertriebenen ist kein Revanchismus.
Stärker als früher hat der letzte Krieg die Friedenssehnsucht im Herzen der Menschen geweckt. Die Versöhnungsarbeit von Kirchen fand eine tiefe Resonanz. Für die Verständigungsarbeit von jungen Menschen gibt es viele Beispiele. Ich denke an die „Aktion Sühnezeichen“ mit ihrer Tätigkeit in Auschwitz und Israel. Eine Gemeinde der niederrheinischen Stadt Kleve erhielt neulich Brote aus polnischen Gemeinden als Zeichen der Aussöhnung und Gemeinschaft. Eines dieser Brote hat sie an einen Lehrer nach England geschickt. Denn dieser Lehrer aus England war aus der Anonymität herausgetreten und hatte geschrieben, er habe damals im Krieg als Bombenflieger Kirchen und Wohnhäuser in Kleve zerstört und wünschte sich ein Zeichen der Aussöhnung. Es hilft unendlich viel zum Frieden, nicht auf den anderen zu warten, bis er kommt, sondern auf ihn zuzugehen, wie dieser Mann es getan hat. In seiner Folge hat der Krieg alte Gegner menschlich und auch politisch einander nähergebracht. Schon 1946 rief der amerikanische Außenminister Byrnes in seiner denkwürdigen Stuttgarter Rede zur Verständigung in Europa und dazu auf, dem deutschen Volk auf seinem Weg in eine freie und friedliebende Zukunft zu helfen.
Unzählige amerikanische Bürger haben damals mit ihren privaten Mitteln uns Deutsche, die Besiegten, unterstützt, um die Wunden des Krieges zu heilen. Dank der Weitsicht von Franzosen wie Jean Monnet und Robert Schuman und von Deutschen wie Konrad Adenauer endete eine alte Feindschaft zwischen Franzosen und Deutschen für immer. Ein neuer Strom von Aufbauwillen und Energie ging durch das eigene Land. Manche alte Gräben wurden zugeschüttet, konfessionelle Gegensätze und soziale Spannungen verloren an Schärfe. Partnerschaftlich ging man ans Werk.
Es gab keine „Stunde Null“, aber wir hatten die Chance zu einem Neubeginn. Wir haben sie genutzt, so gut wir konnten. An die Stelle der Unfreiheit haben wir die demokratische Freiheit gesetzt. Vier Jahre nach Kriegsende, 1949, am 8. Mai, beschloß der Parlamentarische Rat unser Grundgesetz. Über Parteigrenzen hinweg gaben seine Demokraten die Antwort auf Krieg und Gewaltherrschaft im Artikel 1 unserer Verfassung: „Das deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“ Auch an diese Bedeutung des 8. Mai gilt es heute zu erinnern.
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein weltweit geachteter Staat geworden. Sie gehört zu den hochentwickelten Industrieländern der Welt. Mit ihrer wirtschaftlichen Kraft weiß sie sich mitverantwortlich dafür, Hunger und Not in der Welt zu bekämpfen und zu einem sozialen Ausgleich unter den Völkern beizutragen. Wir leben seit vierzig Jahren in Frieden und Freiheit, und wir haben durch unsere Politik unter den freien Völkern des Atlantischen Bündnisses und der Europäischen Gemeinschaft dazu selbst einen großen Beitrag geleistet. Nie gab es auf deutschem Boden einen besseren Schutz der Freiheitsrechte des Bürgers als heute. Ein dichtes soziales Netz, das den Vergleich mit keiner anderen Gesellschaft zu scheuen braucht, sichert die Lebensgrundlage der Menschen. Hatten sich bei Kriegsende viele Deutsche noch darum bemüht, ihren Paß zu verbergen oder gegen einen anderen einzutauschen, so ist heute unsere Staatsbürgerschaft ein angesehenes Recht. Wir haben wahrlich keinen Grund zu Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit. Aber wir dürfen uns der Entwicklung dieser vierzig Jahre dankbar erinnern, wenn wir das eigene historische Gedächtnis als Leitlinie für unser Verhalten in der Gegenwart und für die ungelösten Aufgaben, die auf uns warten, nutzen.
- Wenn wir uns daran erinnern, daß Geisteskranke im Dritten Reich getötet wurden, werden wir die Zuwendung zu psychisch kranken Bürgern als unsere eigene Aufgabe verstehen.
- Wenn wir uns erinnern, wie rassisch, religiös und politisch Verfolgte, die vom sicheren Tod bedroht waren, oft vor geschlossenen Grenzen anderer Staaten standen, werden wir vor denen, die heute wirklich verfolgt sind und bei uns Schutz suchen, die Tür nicht verschließen.
- Wenn wir uns der Verfolgung des freien Geistes während der Diktatur besinnen, werden wir die Freiheit jedes Gedankens und jeder Kritik schützen, so sehr sie sich auch gegen uns selbst richten mag. -
Wer über die Verhältnisse im Nahen Osten urteilt der möge an das Schicksal denken, das Deutsche den jüdischen Mitmenschen bereiteten, und dass die Gründung des Staates Israel unter Bedingungen auslöste, die noch heute die Menschen in dieser Region belasten und gefährden.
- Wenn wir daran denken, was unsere östlichen Nachbarn im Kriege erleiden mußten, werden wir besser verstehen, daß der Ausgleich, die Entspannung und die friedliche Nachbarschaft mit diesen Ländern zentrale Aufgabe der deutschen Außenpolitik bleiben. Es gilt, daß beide Seiten sich erinnern und beide Seiten einander achten. Sie haben menschlich, sie haben kulturell, sie haben letzten Endes auch geschichtlich allen Grund dazu.
Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion Michail Gorbatschow hat verlautbart, es ginge der sowjetischen Führung beim 40. Jahrestag des Kriegsendes nicht darum, antideutsche Gefühle zu schüren. Die Sowjetunion trete für Freundschaft zwischen den Völkern ein. Gerade wenn wir Fragen auch an sowjetische Beiträge zur Verständigung zwischen Ost und West und zur Achtung von Menschenrechten in allen Teilen Europas haben, gerade dann sollten wir dieses Zeichen aus Moskau nicht überhören. Wir wollen Freundschaft mit den Völkern der Sowjetunion. Vierzig Jahre nach dem Ende des Krieges ist das deutsche Volk nach wie vor geteilt. Beim Gedenkgottesdienst in der Kreuzkirche zu Dresden sagte Bischof Hempel im Februar dieses Jahres: „Es lastet, es blutet, das zwei deutsche Staaten entstanden sind mit ihrer schweren Grenze. Es lastet und blutet die Fülle der Grenzen überhaupt. Es lasten die Waffen.“ Vor kurzem wurde in Baltimore in den Vereinigten Staaten eine Ausstellung „Juden in Deutschland“ eröffnet. Die Botschafter beider deutscher Staaten waren der Einladung gefolgt. Der gastgebende Präsident der Johns-Hopkins-Universität begrüßte sie zusammen. Er verwies darauf, daß alle Deutschen auf dem Boden derselben historischen Entwicklung stehen. Eine gemeinsame Vergangenheit verknüpfte sie mit einem Band. Ein solches Band könne eine Freude oder ein Problem sein - es sei immer eine Quelle der Hoffnung. Wir Deutschen sind ein Volk und eine Nation. Wir fühlen uns zusammengehörig, weil wir dieselbe Geschichte durchlebt haben.
Auch den 8. Mai 1945 haben wir als gemeinsames Schicksal unseres Volkes erlebt, das uns eint. Wir fühlen uns zusammengehörig in unserem Willen zum Frieden. Von deutschem Boden in beiden Staaten sollen Frieden und gute Nachbarschaft mit allen Ländern ausgehen. Auch andere sollen ihn nicht zur Gefahr für den Frieden werden lassen. Die Menschen in Deutschland wollen gemeinsam einen Frieden, der Gerechtigkeit und Menschenrecht für alle Völker einschließt, auch für uns das unsrige. Nicht ein Europa der Mauern kann sich über Grenzen hinweg versöhnen, sondern ein Kontinent, der seinen Grenzen das Trennende nimmt. Gerade daran mahnt uns das Ende des Zweiten Weltkrieges. Wir haben die Zuversicht, daß der 8. Mai nicht das letzte Datum unserer Geschichte bleibt, das für alle Deutschen verbindlich ist. Manche jungen Männer haben sich und uns in den letzten Monaten gefragt, warum es vierzig Jahre nach Ende des Krieges zu so lebhaften Auseinandersetzungen über die Vergangenheit gekommen ist. Warum lebhafter als nach fünfundzwanzig oder dreißig Jahren? Worin liegt die innere Notwendigkeit dafür? Es ist nicht leicht, solche Fragen zu beantworten. Aber wir sollten die Gründe dafür nicht vornehmlich in äußeren Einflüssen suchen, obwohl es diese zweifellos auch gegeben hat.
Vierzig Jahre spielen in der Zeitspanne von Menschenleben und Völkerschicksalen eine große Rolle. Auch hier erlauben Sie mir noch einmal einen Blick auf das Alte Testament, das für jeden Menschen unabhängig von seinem Glauben tiefe Einsichten aufbewahrt. Dort spielen vierzig Jahre eine häufig wiederkehrende, eine wesentliche Rolle. Vierzig Jahre sollte Israel in der Wüste bleiben, bevor der neue Abschnitt in der Geschichte mit dem Einzug ins verheißene Land begann. Vierzig Jahre waren notwendig für einen vollständigen Wechsel der damals verantwortlichen Vätergeneration. An anderer Stelle aber (Buch der Richter) wird aufgezeichnet, wie oft die Erinnerung an erfahrene Hilfe und Rettung nur vierzig Jahre dauerte. Wenn die Erinnerung abriß, war die Ruhe zu Ende. So bedeuten vierzig Jahre stets einen großen Einschnitt. Sie wirken sich aus im Bewußtsein der Menschen, sei es als Ende einer dunklen Zeit mit der Zuversicht auf eine neue und gute Zukunft, sei es als Gefahr des Vergessens und als Warnung vor den Folgen. Über beides lohnt es sich nachzudenken.
Bei uns ist eine neue Generation in die politische Verantwortung hereingewachsen. Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird. Wir Älteren schulden der Jugend nicht die Erfüllung von Träumen, sondern Aufrichtigkeit. Wir müssen den Jüngeren helfen zu verstehen, warum es lebenswichtig ist, die Erinnerung wachzuhalten. Wir wollen ihnen helfen, sich auf die geschichtliche Wahrheit nüchtern und ohne Einseitigkeit einzulassen, ohne Flucht in utopische Heilslehren, aber auch ohne moralische Überheblichkeit. Wir lernen aus unserer eigenen Geschichte, wozu der Mensch fähig ist. Deshalb dürfen wir uns nicht einbilden, wir seien nun als Menschen anders und besser geworden. Es gibt keine endgültig errungene moralische Vollkommenheit - für niemanden und kein Land! Wir haben als Menschen gelernt, wir bleiben als Menschen gefährdet. Aber wir haben die Kraft, Gefährdungen immer von neuem zu überwinden. Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Haß zu schüren.
Die Bitte an die jungen Menschen lautet:
Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Haß
gegen andere Menschen,
gegen Russen oder Amerikaner,
gegen Juden oder Türken,
gegen Alternative oder Konservative,
gegen Schwarz oder Weiß.
Lernen Sie miteinander zu leben, nicht gegeneinander.
Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politiker dies immer wieder beherzigen und ein Beispiel geben.
Ehren wir die Freiheit.
Arbeiten wir für den Frieden.
Halten wir uns an das Recht.
Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit.
Schauen wir am heutigen 8. Mai, so gut wir es können, der Wahrheit ins Auge.