▶Aktualisiert - Kanton Wallis (CH): Brand bei Silvesterfeier fordert "ungefähr 40 Todesopfer" und über 110 teilweise schwer verletzte Menschen ...
Aktualisiert am 2. Januar 2026 um 09:40 Uhr
Während einer Silvesterparty in einem Schweizer Nobel-Skiort bricht in einer Bar ein Feuer aus. Dutzende Menschen sterben. Viele Fragen sind noch offen - vor allem zu den Hintergründen.
Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana endet in einer Tragödie. In einer Bar mit Hunderten Feiernden bricht ein Feuer aus, etwa 40 Menschen sterben. Was bisher bekannt ist - und was nicht.
Was wir wissen
- Das Unglück: In der Silvesternacht ist es im Schweizer Ferienort Crans-Montana (Kanton Wallis) zu einem schweren Brand in der Bar "Le Constellation" gekommen, diese hatte nach eigenen Angaben eine Kapazität von 300 Plätzen.
- Die Opfer: Nach Behördenangaben sind bei dem Feuer ungefähr 40 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 115 weitere Menschen seien verletzt worden, die meisten schwer, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler.
Es werde "wahrscheinlich auch Opfer aus dem Ausland" geben. Junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren gehören zu den am schwersten Verletzten. Per Hubschrauber seien 22 Verletzte in dieser Altersspanne in das Universitätsklinikum nach Lausanne geflogen worden, sagte Klinikdirektorin Claire Charmet der Schweizer Zeitung "24 Heures".
Viele Opfer wurden lebensgefährlich verletzt. Der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, sagte dem Sender RTS, die Universitätsklinik Lausanne habe allein etwa 13 Erwachsene und 8 Minderjährige aufgenommen, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist." - Die Uhrzeit: Nach Angaben der Kantonspolizei Wallis brach das Feuer gegen 1.30 Uhr aus.
- Die Hintergründe: Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus.
- Der Ablauf: Das Feuer ist ersten Erkenntnissen zufolge nicht durch eine Sprengsatz-Explosion verursacht worden. Der Brand habe eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Anwohner hatten von einer Explosion berichtet. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem "Flashover" in der Bar - ein Brandphänomen, das eine Brandschutzsachverständige in der ARD mit einer Art Feuerwalze verglich.
- Die Rettungsarbeiten: Nach Polizeiangaben war der Rettungs- und Löscheinsatz am Vormittag noch im Gange. Die vielen Opfer wurden per Hubschrauber in umliegende Krankenhäuser gebracht, etwa in Sitten, aber auch ins rund 100 Kilometer Luftlinie entfernte Genf. Dort landeten am Universitätsspital nach Angaben von Augenzeugen am Vormittag zahlreiche Hubschrauber.
- Internationale Unterstützung: Angesichts des Ausmaßes der Tragödie eilte etwa auch die Bergwacht aus dem Aostatal in Italien zu Hilfe.
- Die Reaktionen: Das Unglück hat bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Außenminister Johann Wadephul (CDU) und der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin äußerten auf der Plattform X ihre Bestürzung.
Was wir nicht wissen
- Die Ursache: Was den Brand verursacht hat, ist unklar. Augenzeuginnen sagten dem französischen Nachrichtensender BFMTV, das Feuer sei durch Kerzen ausgelöst worden. Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, spekulierte über einen Feuerwerkskörper als Auslöser. "Es gibt mehrere Hypothesen", sagte Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis. Eine Möglichkeit sei, "dass der gesamte Raum Feuer gefasst hat, und dass das zu einer Explosion geführt hat". Es seien Untersuchungen zur Ermittlung der Brandursache eingeleitet worden.
- Die Sicherheitsvorkehrungen in der Bar: Generalstaatsanwältin Pilloud äußert sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Bar über die korrekten Notausgänge verfügte und ob diese auch funktionierten. Eine Untersuchung werde zeigen, ob Sicherheitsmaßnahmen eingehalten worden seien.
- Die Identität der Opfer: Über die Identität der Todesopfer und Verletzten ist bislang nichts bekannt. Auch ob Deutsche von dem Feuer betroffen waren, ist offen. "Die Identifizierung der Körper, auch der Verletzten, kann leider noch etwas Zeit brauchen", sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard.
------------------------------------------------------
"Ungefähr 40" Tote, mehr als 110 Verletzte!
Das ist die erschreckende Bilanz der Polizei nach einem Großbrand bei einer Silvesterfeier in Crans-Montana im Schweizer Kanton Wallis.
Viele der Verletzten befänden sich in einem ernsten Zustand, sagte der Präsident der Walliser Regierung, Mathias Reynard. Die Intensivstation des Spitals Wallis sei voll. Patienten seien deshalb in Krankenhäuser nach Zürich, Genf, Lausanne und Sion verlegt worden.

Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und über Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass unter den Opfern ausländische Gäste seien, so die Polizei. Die Identifizierung der Toten und Verletzten brauche noch etwas Zeit.
Das Feuer war in der Bar "Le Constellation" am Neujahrstag um 1.30 Uhr (Ortszeit) ausgebrochen. Die Ermittler gehen von einem Unglück aus. "Ein Anschlag kann absolut ausgeschlossen werden", betonte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud. Es seien Untersuchungen zur genauen Ermittlung der Brandursache eingeleitet worden. Dazu würden auch vor Ort gefundene Telefone ausgewertet.
Explosionen, von denen Anwohner berichteten, hätten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet, ergänzte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler. Schweizer Medien zufolge könnte das Unglück auf den Einsatz von Pyrotechnik zurückzuführen sein. Zwei Augenzeug:innen sagten hingegen, das Feuer sei durch Kerzen verursacht worden.
Der neue Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin nannte den Brand "eine der schlimmsten Tragödien, die unser Land erlebt hat". Auf der Online-Plattform X schrieb er: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich in der Nacht in Crans-Montana in eine Trauer, die die ganze Schweiz und das Ausland betrifft."
Auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich "erschüttert". Auf X erklärte er: "Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Den Verletzten wünsche ich baldige und vollständige Genesung."