US-ICE im Fadenkreuz der amerikanischen Bürger und Bürgerinnen - Körperliche Gewalt, ungesetzliche Verhaftungen, hohe Todeszahlen ...
Renee Nicole Good wurde am 7. Januar 2026 vom ICE-Beamten Jonathan Ross in Minneapolis erschossen. Der Vorfall hat landesweit für Entsetzen gesorgt. In der Stadt demonstrierten in der Folge Zehntausende Menschen. Auch in der öffentlichen Meinung steht die US-Einwanderungsbehörde schlecht da. Einer YouGov-Umfrage zufolge ist die Mehrheit der US-Bürger:innen der Ansicht, dass ICE-Agent:innen regelmäßig ungesetzlich handeln. So zeigen sich 60 Prozent der Befragten überzeugt, dass diese manchmal (18 Prozent) oder oft (42 Prozent) unnötige körperliche Gewalt gegen US-Amerikaner:innen einsetzt, die keine Einwanderungs- oder Zollverstöße begangen haben. Ähnlich viele Umfrageteilnehmer:innen glauben, dass die Behörde Unschuldige einsperrt.

Ende 2025 saßen rund 70.000 Menschen in Gefängnissen der U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) ein - das entspricht einer Zunahme von fast 74 Prozent. Dieser Anstieg ist das direkte Ergebnis der repressiven US-Einwanderungspolitik unter Präsident Donald Trump. Wie der Guardian berichtet ist das Gros dieser Menschen nicht kriminell in Erscheinung getreten - ihr einziges "Verbrechen" ist also, dass sie aus ICE-Sicht "illegal aliens"(illegale Einwanderer:innen) sind. Wobei die US-Bürger:innen einer YouGov-Umfrage zufolge glauben, dass die Behörde regelmäßig auch US-Bürger:innen inhaftiert. Parallel zu dieser Entwicklung sind zuletzt auch die Todesfälle in ICE-Hafteinrichtungen in die Höhe geschossen.

In den vergangenen Tagen sind laut einem Bericht von Spiegel Online vier Insassen von Gefängnissen der U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) gestorben. Dass die Verhältnisse in diesen Einrichtungen nicht immer menschenwürdig sind, legen auch die von der Behörde selbst veröffentlichten Daten nahe. Demnach sind dort im Verlauf des letzten Jahres 30 Insassen ums Leben gekommen, laut einem Artikel des Guardian sollen es sogar 32 Todesfälle gewesen sein. Zum Vergleich: In den zehn Jahren davor starben im Schnitt neun Gefangene pro Jahr. Dass es ähnlich viele Todesfälle gab, ist lange her. 2004 - damals war George W. Bush US-Präsident - starben ebenfalls 32 ICE-Gefangene. Die steigenden Todeszahlen gehen mit stark gestiegenen Häftlingszahlen einher