Antisemitische Rhetorik nach Maduro-Festnahme: Venezuelas Vizepräsidentin spricht von „zionistischen Untertönen“
ha. Olam.de
Mitten in der politischen Schockstarre nach der Festnahme Nicolás Maduros greift die venezolanische Führung zu antisemitischen Schuldzuweisungen. Die Wortwahl ist kein Zufall, sondern Teil einer Strategie, die Israel dämonisiert und Juden weltweit verunsichert.
Die Reaktion aus Caracas ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem US-Spezialkräfte den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro festgenommen und außer Landes gebracht hatten, trat Vizepräsidentin Delcy Rodríguez vor die Kameras. Was sie sagte, war mehr als politische Empörung. Die US-Operation habe „zionistische Untertöne“, erklärte sie öffentlich und stellte damit Israel indirekt an den Pranger.
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11. Jan. 2026
Diese Wortwahl markiert eine Eskalationsstufe, die über klassische antiamerikanische Rhetorik hinausgeht. Statt sich auf Washington zu konzentrieren, wurde ein antisemitisch aufgeladener Begriff herangezogen, der seit Jahren in Lateinamerika als politisches Kampfmittel dient. „Zionistisch“ steht dabei nicht für eine konkrete Politik, sondern fungiert als Chiffre für eine angebliche globale Verschwörung. Juden werden so indirekt zu Mitverantwortlichen für geopolitische Ereignisse erklärt, mit denen sie nichts zu tun haben.
Rodríguez forderte zugleich die sofortige Freilassung von Nicolás Maduro und seiner Ehefrau und sprach von einem angeblichen Regimewechselplan, der auf die Ausplünderung venezolanischer Rohstoffe abziele. Entgegen Aussagen aus Washington betonte sie, Maduro sei weiterhin der einzige legitime Präsident des Landes. Sicherheitskräfte hätten staatliche Einrichtungen gesichert, die Ordnung sei unter Kontrolle.
Doch die politischen Botschaften richteten sich nicht nur nach innen. In Caracas weiß man, dass antisemitische Narrative international anschlussfähig sind, besonders in Milieus, die Israel grundsätzlich als Störfaktor betrachten. Schon in den vergangenen Monaten hatte Maduro selbst Israel und „Zionisten“ für angebliche Angriffe auf die nationale Souveränität verantwortlich gemacht. Er sprach von „imperialistischen Dämonen“ und stilisierte Venezuela als christliche Bastion gegen eine äußere Bedrohung.
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