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28. Februar, 2026 um 19:07 Uhr,
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Iranische Medien melden 201 Tote und 747 Verletzte - In iranischen Medien werden Opferzahlen genannt: Bei den US-israelischen Angriffen auf 24 Provinzen seien 201 Menschen getötet und 747 verletzt worden, heißt es unter Berufung auf den Roten Halbmond.
Klingbeil mahnt zu Rückkehr an Verhandlungstisch
Vizekanzler Lars Klingbeil hat dazu aufgerufen, eine weitere Verschärfung der militärischen Lage im Nahen Osten zu verhindern. „Die auf die Schläge Israels und der USA folgenden maßlosen Vergeltungsschläge des iranischen Regimes führen zu einer gefährlichen Eskalation der Gewalt mit derzeit unabsehbaren Folgen für die Sicherheit in der gesamten Region“, erklärte der Finanzminister und SPD-Chef.
Er fügte hinzu: „Wir appellieren an alle Seiten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um eine dauerhafte Abkehr des iranischen Regimes von seinem Nuklear- und Raketenprogramm und seiner destabilisierenden Rolle in der Region zu erreichen.“
Experten: Etwa ein Viertel der Flüge nach Nahost annulliert - Daten des Analysehauses Cirium zufolge sind rund die Hälfte aller Flüge nach Katar und Israel gestrichen worden, bei Kuwait seien es 28 Prozent. Insgesamt seien knapp ein Viertel der Verbindungen in den Nahen Osten annulliert worden. Die Region ist ein wichtiges Drehkreuz zwischen Europa und Asien, das wegen der Sperrung des russischen Luftraums infolge des Ukraine-Kriegs zuletzt noch an Bedeutung gewonnen hat. Dubai International ist gemessen am Passagieraufkommen inzwischen der größte internationale Flughafen der Welt.
Israels Generalstabschef: Greifen Hunderte Ziele im Iran an
Die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und dem Iran sind nach israelischen Angaben auch am Abend fortgesetzt worden. „In diesem Moment greifen israelische Luftwaffenpiloten unter erheblichem persönlichen Risiko und in Abstimmung mit US-amerikanischen Angriffen Hunderte Ziele im Iran an“, sagte Israels Generalstabschef Ejal Zamir einer Mitteilung zufolge. In einer weiteren Mitteilung des Militärs hieß es, rund 200 Kampfjets seien eingesetzt worden. Es handele sich um den größten Einsatz dieser Art in der Geschichte der israelischen Luftwaffe, hieß es weiter.
Luftverteidigungssysteme und die Marine seien im Einsatz, um Israels Luftraum und Küsten vor Raketenangriffen und Bedrohungen aus der Luft und vom Meer zu schützen, hieß es von Zamir weiter. „Unsere Bodentruppen sind entlang der Grenzen positioniert, um jeden Versuch, in israelisches Gebiet einzudringen, zu vereiteln und abzuwehren.“
Merz fordert sofortiges Ende iranischer Angriffe - Bundeskanzler Friedrich Merz fordert den Iran nachdrücklich auf, die Angriffe gegen Israel und andere Partner in der Region sofort einzustellen. Die Bundesregierung verurteile diese Attacken scharf, erklärt Merz über Regierungssprecher Stefan Kornelius. „Iran muss auch andere destabilisierende Aktivitäten in der Region und darüber hinaus unterlassen. Die Führung in Teheran muss die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung beenden.“ Deutschland sei nicht an den Angriffen auf den Iran beteiligt, heißt es zudem. Die Bundesregierung stehe in engem Austausch mit den USA, Israel sowie mit den Partnern in der Region und in Europa.
Leavitt: Trump verfolgte Angriff auf Iran von Privatanwesen
US-Präsident Donald Trump hat den israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran nach Angaben des Weißen Hauses von seinem Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida aus verfolgt. „Der Präsident und sein nationales Sicherheitsteam werden die Lage den ganzen Tag über weiterhin genau beobachten“, teilte die Regierungssprecherin Karoline Leavitt auf X mit. Sie bestätigte ein Telefonat zwischen Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Leavitt zufolge unterrichtete US-Außenminister Marco Rubio vor dem Angriff die ranghöchsten Kongressmitglieder beider Parteien. Zu diesen zählen etwa der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sowie der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. Rubio habe dabei sieben von acht Mitgliedern erreicht. Laut US-Recht muss die Regierung die Spitze des Parlaments über verdeckte oder bedeutsame militärische Vorhaben zeitnah im Vorfeld informieren.
Iran: Alle feindlichen Einrichtungen sind Ziele
Irans Außenminister Abbas Araghtschi betont in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat das nach Artikel 51 der UN‑Charta verankerte Recht seines Landes auf Selbstverteidigung. Die Streitkräfte der Islamischen Republik würden alle notwendigen Verteidigungsfähigkeiten und Mittel einsetzen, um dieser „kriminellen Aggression“ zu begegnen und feindliche Handlungen abzuschrecken. Der Iran betrachte alle Stützpunkte, Einrichtungen und Vermögenswerte der feindlichen Kräfte als legitime militärische Ziele.
Die UN-Mitgliedsstaaten forderte er dazu auf, die Angriffe auf den Iran zu verurteilen. Der UN-Sicherheitsrat will angesichts der Angriffe Israels und der USA auf den Iran noch an diesem Samstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen soll sich um 16.00 Uhr Ortszeit (22.00 Uhr MEZ) treffen.
Kreise: US-Kongress vorab nur lückenhaft über Angriff informiert
Der US-Kongress ist nach Informationen der Nachrichtenagentur AP, wie gesetzlich vorgeschrieben, vorab von den geplanten Angriffen auf den Iran informiert worden. Allerdings sei in den Mitteilungen an die Abgeordneten nicht die Rede davon gewesen, dass der Militäreinsatz so umfassend sein und weitgehende Ziele wie einen Machtwechsel im Iran haben würde, verlautete am Samstag aus informierten Kreisen. Einige Spitzenvertreter im Kongress seien von Außenminister Marco Rubio persönlich über Details in Kenntnis gesetzt worden.
Der demokratische Senator Tim Kaine stellte in Frage, ob Präsident Donald Trump etwas „aus Jahrzehnten der Einmischung der USA im Iran und den endlosen Kriegen im Nahen Osten“ gelernt habe. „Seit Monaten mache ich lautstark darauf aufmerksam, dass das amerikanische Volk niedrigere Preise will und keine weiteren Kriege – insbesondere keine Kriege, die nicht wie in der Verfassung vorgeschrieben vom Kongress genehmigt wurden und kein klares Ziel haben“, erklärte Kaine in einer Stellungnahme.Raketen über Dubai – Brand an Luxushotel - Nach den amerikanisch-israelischen Militärschlägen im Iran greift Teheran offenbar weiterhin in den Vereinigten Arabischen Emiraten an. In der Metropole Dubai seien alle paar Stunden Explosionen zu hören, berichteten Anwohner. Viele Menschen seien verunsichert, ob sie zu Hause bleiben oder das Stadtzentrum verlassen sollten. „Es ist überall“, sagte eine Anwohnerin. Laut mehreren Anwohnern wurden auch die Einkaufszentren geschlossen, in denen sich vor allem am Wochenende viele Familien aufhalten. An einem Luxushotel auf der künstlichen Insel Palm Dschumaira brach ein Feuer aus. Videos von Augenzeugen zeigten einen Brand an der Einfahrt des Hotels, das für seine Lage direkt am Wasser bekannt ist. Über dem Gebäude stiegen schwarze Rauchwolken auf. Es war unklar, ob an dem Hotel eine mutmaßlich iranische Rakete einschlug oder ob etwa Trümmerteile nach dem Abschuss einer Rakete niedergingen und diese einen Brand auslöste. Der Zivilschutz teilte mit, das Feuer sei unter Kontrolle. Vier Menschen seien verletzt worden.