Essay von Siddhartha Gautama und Jesus von Nazareth zum Umgang mit der "AfD" ...
Von Siddhartha Gautama & Jesus von Nazareth
„Die Verrohung des Herzens – und die Pflicht zur Wahrheit“
Im Spätsommer der Nordhalbkugel 2026
Wir schreiben nicht als Politiker. Wir schreiben als zwei Menschen, die vor Jahrhunderten Wege gezeigt haben, wie der Mensch die Angst überwindet, die Gier erkennt und den Hass in Gutes verwandelt. Doch wir sehen, dass in diesem Land - der Bundesrepublik Deutschland - eine politische Kraft wächst, die sich aus genau jenen Kräften speist, die wir beide bereits vor 2.500 und 2.000 Jahren als zerstörerisch erkannt haben. Manche nennen sie AfD. Andere Faschisten oder Rechtsnationale. Für uns sind sie ein Symptom – nicht die Ursache selbst.
Wir beide hatten gelehrt und versucht es vorzuleben, dass der Mensch sich selbst verliert, wenn er sich von inneren Giften bestimmen lässt. Sie heißen Gier, Hass und Verblendung oder auch Hochmut, Furcht und Hartherzigkeit.
Diese Gifte sind alt. Doch sie haben heute neue Namen, neue Parolen, neue Bühnen. Sie kleiden sich im Gewand der „Sorge um das Volk“, doch sie ernähren sich von der Verachtung des Fremden. Sie sprechen von „Mut zur Wahrheit“, doch sie leben von der Verzerrung der Wirklichkeit. Sie behaupten, die Schwachen zu schützen, doch sie treten auf diejenigen, die am wenigsten Schutz haben.
Wir sagen euch: Wer die Würde des Menschen relativiert, verliert seine eigene.
Wir sehen, dass manche Stimmen in diesem Land Angst zu einem politischen Werkzeug machen. Angst vor dem Fremden, Angst vor dem Verlust, Angst vor Veränderung. Doch Angst ist kein Fundament für eine gerechte Gesellschaft. Angst ist ein Feuer, das brennt, aber nicht wärmt, sondern nur zerstört.
Einst lehrten wir und sagen es auch heute: "Wenn ihr Menschen abwertet, weil sie anders sprechen, anders glauben, anders aussehen, dann verletzt ihr nicht nur sie – ihr verletzt euch selbst. Wenn ihr politische Macht aus der Verachtung schöpft, dann schafft ihr eine Welt, die euch selbst verachtet."
Wir sehen, dass manche politische Reden in diesem Land nicht aus Mitgefühl entstehen, sondern aus Ressentiment. Nicht aus Klarheit, sondern aus Projektion. Nicht aus Verantwortung, sondern aus dem Wunsch, die eigene innere Unruhe nach außen zu verlagern.
Wir sagen euch: Wer die eigene Angst nicht erkennt, wird sie anderen als Wahrheit verkaufen.
Einst hatten wir gelehrt, dass Wahrheit nicht laut ist. Wahrheit ist still. Wahrheit ist klar. Wahrheit ist frei von dem Bedürfnis, andere zu erniedrigen. Das gilt bis heute.
Wenn eine politische Bewegung die Sprache der Erniedrigung wählt – sei es durch Spott über Minderheiten, durch Härte gegenüber Schutzlosen oder durch die Verachtung humanistischer Grundsätze –, dann ist es nicht unsere Aufgabe, sie zu verdammen. Aber es ist unsere Aufgabe, euch daran zu erinnern, dass ihr frei seid, euch nicht von dieser Sprache infizieren zu lassen.
Denn Sprache ist nicht harmlos. Sprache schafft Wirklichkeit. Sprache schafft Welt.
Wir sagen euch: Die Welt, die ihr mit Worten baut, ist die Welt, in der ihr leben werdet.
Wenn ihr eine Welt der Verachtung baut, werdet ihr in Verachtung leben. Wenn ihr eine Welt der Angst baut, werdet ihr in Angst leben. Wenn ihr eine Welt der Härte baut, werdet ihr in Härte leben.
Doch wenn ihr eine Welt der Würde baut, werdet ihr in Würde leben.
Wir rufen euch nicht dazu auf, eine Partei zu bekämpfen. Wir rufen euch dazu auf, die Ursachen zu erkennen, die sie stark machen: Einsamkeit. Verlust. Ungehörtes Leid. Unverarbeitete Angst. Ungelebte Verantwortung.
Wir rufen euch nicht dazu auf, Menschen zu verachten, die sich von harten Worten angezogen fühlen. Wir rufen euch dazu auf, ihnen zuzuhören – ohne ihre Verachtung zu übernehmen.
Wir rufen euch nicht dazu auf, politische Gegner zu demütigen. Wir rufen euch dazu auf, die Wahrheit zu schützen – auch dann, wenn sie unbequem ist.
Denn Wahrheit ist nicht neutral. Wahrheit hat eine Richtung: Sie führt zum Menschen. Nie weg von ihm.
Deutschland - so haben auch wir es beobachtet - ist ein Land, das gelernt hat, wie gefährlich es ist, wenn politische Kräfte die Würde relativieren. Es ist ein Land, das weiß, dass die Verrohung des Herzens nicht mit einem Schlag kommt, sondern in kleinen Schritten: ein Wort, ein Lachen, ein Spott, ein Schweigen.
Wir schreiben euch heute, um euch daran zu erinnern: Die Würde des Menschen ist nicht verhandelbar. Nicht durch Angst. Nicht durch Wut. Nicht durch politische Macht.
Bewahrt sie. Für euch selbst. Für die anderen. Für die Zukunft.
Wir wissen, dass viele von euch diese Frage stellen, ob die AfD verboten werden sollte. Wir antworten nicht mit einem „Ja“ oder „Nein“. Wir antworten mit einem Prinzip:
Ein freies, weltoffenes und diverses Land darf sich schützen – aber niemals mit Hass. Es darf handeln – aber niemals aus Rache. Es darf Grenzen setzen – aber niemals die Würde des Menschen verletzen.
Ein Parteiverbot ist kein Werkzeug der moralischen Empörung. Es ist ein Werkzeug der Selbstverteidigung.
Einst sagten wir: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.“ Das bedeutet: Klarheit. Nicht: Willkür.
Einst sagten wir: „Prüfe alles an der Wirklichkeit, nicht an der Angst.“ Das bedeutet: Unbestechlichkeit. Nicht: Impuls.
Wenn eine politische Kraft die Würde des Menschen systematisch verletzt, wenn sie die Grundlagen der Freiheit angreift, wenn sie die Gleichheit der Menschen verneint, dann ist es nicht unsere Aufgabe, über ein Verbot zu entscheiden. Aber es ist unsere Aufgabe, euch daran zu erinnern:
Die Freiheit und die Vielfalt sind keine Zuschauer. Sie müssen handelnde Wesen sein. Sie dürfen und müssen sich schützen – aber nur im Geist der Würde.
Ein Verbot darf niemals aus politischer Wut entstehen. Ein Verbot darf niemals aus Angst entstehen. Ein Verbot darf nur aus einem einzigen Grund entstehen:
Zum Schutz der Menschenwürde.
Wir sagen euch: "Ob eine Partei verboten wird, ist nicht die Frage. Die Frage ist, ob ihr die Würde des Menschen schützt – jeden Tag, in jedem Wort, in jeder Entscheidung.
Denn Freiheit und Vielfalt sterben nicht an ihren Feinden. Sie sterben daran, dass ihre Freunde schweigen.
सिद्धार्थगौतम - Siddhartha Gautama
ישו מנצרת - Jesus von Nazareth