Eine Brücke. Ein Offizier. Ein Wort. Nein.
Quelle: Gefunden bei Facebook
Die SS hatte dieses Wort noch nie gehört.
„Umsiedlung“ bedeutete nicht Umsiedlung. Es bedeutete Verschwinden.
Battel war neunundvierzig Jahre alt. Vor dem Krieg war er Anwalt gewesen. Kein Revolutionär. Kein Held. Nur ein Mann, der sich an die Regeln hielt, sich unauffällig verhielt und überlebte, indem er keine Aufmerksamkeit erregte. Er trug eine Wehrmachtsuniform, keine SS-Uniform. Jahrelang hatte er Befehle befolgt, denn so funktionierte Deutschland nun.
Battel hatte keinerlei Befugnis, die SS aufzuhalten. Absolut keine. Er blockierte offizielle Deportationsbefehle. Er stellte sich zwischen die Vernichtungsmaschinerie der Nazis und Hunderte jüdischer Familien.
„Jeder, der versucht, diese Brücke zu überqueren, wird verhaftet.“
Doch Albert Battel war noch nicht fertig.
Battel begann an die Türen zu klopfen.
Keine Reden. Keine Erklärungen. Nur Dringlichkeit.
Bei Einbruch der Dunkelheit schliefen Dutzende Menschen, die eigentlich in Deportationszügen hätten sitzen sollen, stattdessen in Betten der deutschen Armee.
Die Nachricht erreichte Heinrich Himmler persönlich. Battels Name wurde in die SS-Akten aufgenommen. Sein Handeln wurde als „unentschuldbare Verbrüderung mit Juden“ gebrandmarkt. Er wurde aus der NSDAP ausgeschlossen. Ein Kriegsgerichtsverfahren wurde eingeleitet. Seine Karriere war zerstört.
Nach dem Krieg suchten Überlebende nach ihm. Nach dem Offizier, der die Lastwagen anhielt. Nach dem Mann, der Nein sagte. 1963 ehrte ihn Yad Vashem als einen der Gerechten unter den Völkern, die höchste Auszeichnung für Nichtjuden, die alles riskierten, um jüdische Leben zu retten.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Manchmal entscheidet sich Geschichte an etwas ganz Kleinem.