Kolumne des Gedenkens zum --> "7. Oktober": Der Morgen, an dem eine Nation brutal zerrissen wurde, und der Morgen, an dem das Unvorstellbare zurückkehrte.
Einen entsprechenden Brief per E-Mail habe ich an den Herrn Bundespräsidenten und Frau Bundestagspräsidentin gesendet. Siehe in der Anlage zu diesem Artikel *)
Am 7. Oktober 2023, dem jüdischen Nationalfeiertag Simchat Tora und Tag der Freude, des Tanzes und der Ausgelassenheit, drangen mehr als 3.000 Kämpfer der Hamas und anderer palästinensischer Terrorgruppen über Land, Luft und See nach Israel ein. Sie überfielen Kibbuzim, Wohnhäuser und ein Musikfestival. Am Ende dieses Tages sind rund 1.200 Menschen tot — über 800 davon Zivilist/innen, darunter Kinder. Es ist kein „Angriff“, kein „Konflikt“. Es ist ein Massaker.
Das Unvorstellbare (die Shoah) kehrte an jenem Tag ins jüdische Leben zurück. Die Täter erschießen Familien in Schutzräumen, brennen Häuser nieder, foltern und vergewaltigen Frauen, verschleppen Kinder, demütigen Leichen. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International sprechen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit — systematisch geplant, religiös aufgeladen, über Jahre vorbereitet. Das Wort „Zivilisationsbruch“ ist keine Metapher, sondern eine nüchterne Beschreibung.
Die Welt schaut weg. Drei Jahre später kreisen die Kameras über den Trümmern von Gaza. Hamas und mit ihr sympathisierende Terrorgruppen haben es in diesen 36 Monaten geschafft, Israel und das "weltweite Judentum" (Hitlerjargon) als grundsätzlich böse, brutal, als Terroristen und Völkermörder (erneut) zu stigmatisieren. Und alle Welt, auch die offizielle deutsche und vor allem "linke", fällt darauf herein und macht mit - bis hin zur UNO und dem Internationalen Strafgerichtshof.
Der 7. Oktober taucht in offiziellen deutschen Gedenklisten nicht auf. Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Halbmastbeflaggung, keinen offiziellen Trauertag, kein Ritual des Innehaltens. Mit einer Einschränkung. Deutschland flaggte auf Anordnung des Bundesinnenministers am 7. Oktober 2025 auf Halbmast. Die Beflaggung galt jedoch nur für Bundesbehörden in Berlin und Bonn. Es war und ist keine dauerhafte Regelung. Keine jährliche Halbmastbeflaggung. Keine bundesweite Gedenktradition. Wikipedia und andere offizielle seriöse Quellen führen den 7. Oktober nicht als Gedenktag auf. Gesellschaftliche Initiativen existieren — aber ohne staatliche Verankerung. Das Berliner Abendblatt berichtet über eine Friedensbotschaft eines Imams und eines Rabbiners, die gemeinsam zum 7. Oktober 2026 sprechen. Ein starkes Zeichen — aber kein staatlicher Akt.
Ergebnis: Deutschland hat keinen offiziellen, dauerhaften Gedenktag für die Opfer des 7. Oktober. Die Beflaggung 2025 ist ein isolierter Schritt, kein struktureller Wandel. In einem Land, das sich zu „Nie wieder“ verpflichtet hat, ist das eine schmerzhafte Inkonsistenz. Wer den 7. Oktober aus dem öffentlichen Gedächtnis streicht, relativiert dieses Massaker.
Die Petition aus Ravensburg vom Juli 2024, einen Platz in Ravensburg nach Shani Louk zu benennen, die ihre deutschen Wurzeln in Ravensburg hat, wurde von der Stadtverwaltung abgelehnt — mit Allgemeinsätzen, ohne echte Auseinandersetzung mit der Bedeutung dieses Namens. In einer Stadt, die sich gern als „weltoffen“ bezeichnet, ist diese Entscheidung ein schmerzhafter Widerspruch. Sie zeigt, wie schwer sich Deutschland tut, jüdisches Leid sichtbar zu machen — selbst dann, wenn es eine direkte Verbindung in die eigene Stadt gibt. Die Ablehnung ist mehr als eine kommunale Entscheidung. Sie ist ein Symptom.
Die Angehörigen der Ermordeten und Verschleppten wurden mit ihrem Schmerz allein gelassen. Dass dieser Tag im deutschen Kalender als Tag der Trauer und der Solidarität mit Israel und dem jüdischen Volk nicht existiert, ist ein Skandal.
1. Der Morgen des 7. Oktober: Chronik eines Zivilisationsbruchs
Es ist 6:29 Uhr, als die ersten Raketen aus Gaza in Israel niedergehen. Wenige Minuten später durchbrechen Terroristen den Grenzzaun, fliegen mit motorisierten Gleitschirmen über die Grenze, landen mit Booten an Stränden. Die Angriffe treffen Orte, die für das zivile Leben Israels stehen: Be’eri, Kfar Aza, Nahal Oz, Holit, Magen, Zikim, das Nova-Musikfestival. Shani Louk, eine jüdische Israelitin mit deutschen Wurzeln in Ravensburg, wird brutal ermordet.
Human Rights Watch dokumentiert später:
„Die Angriffe waren weit verbreitet, systematisch und richteten sich gezielt gegen Zivilist/innen.“ (Quelle: HRW, 17.07.2024)
Die Täter gehen von Haus zu Haus. Sie werfen Granaten in Schutzräume, erschießen Familien, setzen Häuser in Brand und töten Menschen, die sich unter Betten verstecken. Auf dem Nova-Festival ermorden sie über 360 junge Menschen, viele von ihnen auf der Flucht, andere in Zelten, wieder andere in Autos, die sie in Brand setzen.
2. Die konkreten Untaten: Was dokumentiert ist
Erschießungen und Brandanschläge
In Kfar Aza und Be’eri finden Rettungskräfte später ganze Familien, die in ihren Schutzräumen erschossen wurden. Häuser wurden angezündet, während Menschen darin noch lebten.
Geiselnahmen und Folter
Mehr als 240 Menschen werden verschleppt — darunter Kinder, Frauen, Alte. Amnesty International schreibt:
„Die Geiselnahmen waren Teil eines systematischen Angriffs auf die Zivilbevölkerung.“ (Quelle: Amnesty, 2023)
Geiseln berichten von Schlägen, sexualisierter Gewalt, psychischer Folter, ständiger Todesangst.
Sexualisierte Gewalt
Die Heinrich-Böll-Stiftung dokumentiert Zeug/innenberichte, Videoanalysen und forensische Hinweise:
„Es gibt eindeutige Belege für Gruppenvergewaltigungen, sexualisierte Folter und Demütigung.“ (Quelle: Böll-Stiftung, 30.04.2024)
Diese Gewalt war kein „Nebeneffekt“, sondern Teil der Strategie: Frauen sollten gebrochen, Familien traumatisiert und die israelische Gesellschaft destabilisiert werden.
3. Planung, Ideologie, Todeskult
Jahrelange Vorbereitung
Sichergestellte Hamas-Dokumente zeigen Einsatzbefehle, Karten, Ziellisten, Trainingsprotokolle und Handbücher zur Geiselnahme. (Quelle: Exxpress, 2023)
Die Angriffe waren nicht spontan. Sie waren militärisch präzise geplant — mit dem Ziel, möglichst viele Zivilist:innen zu töten und zu entführen.
Religiöse Rahmung
Interne Predigten und Fatwas rahmen die Gewalt als religiöse Pflicht. Frauen, Kinder, Alte werden nicht als Zivilist:innen gesehen, sondern als „legitime Ziele“.
Symbolische Vernichtung
Der Historiker Hillay Zmora sagt:
„Die Hamas wollte die Kibbuzim als Orte des jüdischen Lebens symbolisch vernichten.“ (Quelle: Cicero, 2024)
Es ging nicht nur um die militärische Wirkung, sondern um die Zerstörung von Gemeinschaften, die Israel aufgebaut hat.
4. Mythen und Fakten: Warum Wahrheit wichtiger ist als Horror-Propaganda
Der 7. Oktober ist ein Tag der Gräuel. Aber gerade deshalb braucht es Präzision.
Kinder wurden getötet.
Es ist gesichert, dass Kinder, auch Babys, getötet wurden — durch Schüsse, Explosionen und Brände. (Quelle: HRW, Amnesty)
Enthauptungen – ja, aber nicht „40 enthauptete Babys“.
Es gab nachweislich Enthauptungen und schwere Verstümmelungen. Die spezifische Behauptung „40 enthauptete Babys“ ist jedoch nicht verifiziert und beruht auf missverstandenen Ersthelferberichten. (Quelle: Heute.at, 2023)
Babys im Backofen – umstritten, nicht belegt.
Einzelne Ersthelfer berichten von einem verbrannten Baby in einem Ofen. Unabhängige forensische Bestätigungen fehlen. (Quelle: internationale Fact-Checks)
Warum das wichtig ist: Wer belegbare Gräuel mit unbestätigten Horrorgeschichten vermischt, macht die Wahrheit angreifbar. Die dokumentierten Verbrechen sind schlimm genug — sie brauchen keine Überhöhung.
5. Die zweite Gewalt: Das Wegsehen nach dem Massaker
Asymmetrie der Bilder
Die Welt kennt die Drohnenbilder aus dem zerstörten Gaza. Aber die Bilder aus Be’eri, Kfar Aza, vom Nova-Festival — Schutzräume voller Leichen, ausgebrannte Häuser, zerstörte Familien — sind weit weniger präsent.
Allein gelassene Trauer
Viele Israelis berichten, dass sie sich mit ihrem Trauma alleingelassen fühlen. Die tägliche Raketenbedrohung, die Geiseln, die Albträume, das zerbrochene Sicherheitsgefühl — international kaum wahrgenommen.
6. Ein Vorschlag für den deutschen Kalender
Deutschland braucht den Gedenktag für die Opfer des 7. Oktober 2023.
Nicht als „pro-israelisches Statement“. Nicht als „politische Positionierung im Nahostkonflikt“. Sondern als moralische Selbstverpflichtung:
- gegen antisemitischen Terror,
- gegen die Relativierung von Gewalt,
- gegen das Vergessen.
Der 7. Oktober gehört in den deutschen Kalender — als Tag der Trauer, der Solidarität und der Klarheit.
Denn ein Land, das „Nie wieder“ sagt, darf nicht wegsehen, wenn das Unvorstellbare wieder geschehen ist - ansonsten es sich womöglich noch einmal ereignet!
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Der 7. Oktober taucht in offiziellen deutschen Gedenklisten nicht auf. Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Halbmastbeflaggung, keinen offiziellen Trauertag, kein Ritual des Innehaltens. Mit einer Einschränkung. Deutschland flaggte auf Anordnung des Bundesinnenministers am 7. Oktober 2025 auf Halbmast. Die Beflaggung galt jedoch nur für Bundesbehörden in Berlin und Bonn. Es war und ist keine dauerhafte Regelung. Keine jährliche Halbmastbeflaggung. Keine bundesweite Gedenktradition!
Wikipedia und andere offizielle seriöse - auch staatliche - Quellen führen den 7. Oktober nicht als Gedenktag auf. Gesellschaftliche Initiativen existieren — aber ohne staatliche Verankerung. Das Berliner Abendblatt berichtet über eine Friedensbotschaft eines Imams und eines Rabbiners, die gemeinsam zum 7. Oktober 2026 sprechen. Ein starkes Zeichen — aber kein staatlicher Akt.
Ergebnis: Deutschland hat keinen offiziellen, dauerhaften Gedenktag für die Opfer des 7. Oktober. Die Beflaggung 2025 ist ein isolierter Schritt, kein struktureller Wandel. In einem Land, das sich zu „Nie wieder“ verpflichtet hat, ist das eine schmerzhafte Inkonsistenz. Wer den 7. Oktober aus dem öffentlichen Gedächtnis streicht, relativiert dieses Massaker.
Deutschland braucht den Gedenktag für die Opfer des 7. Oktober 2023.
Nicht als „pro-israelisches Statement“. Nicht als „politische Positionierung im Nahostkonflikt“. Sondern als moralische Selbstverpflichtung:
- gegen die Relativierung von Gewalt,
- gegen das Vergessen.
Der 7. Oktober gehört in den deutschen Kalender — als Tag der Trauer, der Solidarität und der Klarheit.
Denn ein Land, das „Nie wieder“ sagt, darf nicht wegsehen, wenn das Unvorstellbare wieder geschehen ist – sonst es sich womöglich noch einmal ereignet!
Mit Respekt und Freundlichkeit,
Stefan Weinert, Theologe aus Ravensburg
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PS - Bitte lesen Sie den unter "Betreff" verlinkten Artikel meines Blogs, um meine Argumentation besser nachvollziehen zu können. Vielen Dank dafür!
