Deutschland verpasst den Wiedereinzug in den UN-Sicherheitsrat / Portugal und Austria erhalten 2/3-Mehrheit
3. Juni, 2026 um 19:36 Uhr,
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DW
Deutschland hat den Wiedereinzug in den UN-Sicherheitsrat verpasst - das verkündete die Präsidentin der UN-Generalversammlung Annalena Baerbock in New York. Für Europa bekommen nun Österreich und Portugal für zwei Jahre einen nichtständigen Sitz im höchsten Gremium der Vereinten Nationen. Deutschland verfehlte am Mittwoch bei der Abstimmung der UN-Vollversammlung in New York die nötige Zweidrittelmehrheit der Stimmen.
Deutschland kam nur auf 104 Stimmen. Für die nötige Zweidrittelmehrheit wären 127 Stimmen nötig gewesen, sagte Baerbock. Portugal kam auf 134 Stimmen, Österreich auf 131. Insgesamt hat die Weltorganisation 193 Mitgliedsstaaten. Afghanistan und Venezuela sind aktuell nicht stimmberechtigt.
Erste Schlappe für Deutschland seit 1990
Deutschland bemüht sich seit der Wiedervereinigung alle acht Jahre um den Einzug in den UN-Sicherheitsrat - bisher immer erfolgreich. Insgesamt war die Bundesrepublik schon sechs Mal als nicht-ständiges Mitglied im höchsten Gremium der Vereinten Nationen vertreten, zuletzt in den Jahren 2019/2020.
Für Bundeskanzler Friedrich Merz und seinen Außenminister Johann Wadephul (beide CDU) bedeutet das Scheitern einen Rückschlag bei den Bemühungen, Deutschland stärker als in den vergangenen Jahren als wichtigen Akteur auf der internationalen Bühne zu platzieren.
Wadephul bezeichnete die gescheiterte Kandidatur nach der Abstimmung in New York als eine "herbe Niederlage" und "echte Enttäuschung". Merz erklärte, Deutschland habe sein "Ziel nicht erreicht", werde aber weiterhin "ein verlässlicher Stützpfeiler des multilateralen Systems" sein.