Wahlen in Serbien: Vučić-Dekade hat ein Ende ...
Präsident Aleksandar Vučić steht wegen Protesten seit Monaten unter Druck. Nun räumt er bei der Parlamentswahl eine Niederlage ein - die Liste der neuen Studentenbewegung liege vorn.
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hat nach der vorgezogenen Parlamentswahl am Sonntag seine Niederlage gegen die von Studenten angeführte Protestbewegung eingestanden. Zwar lägen noch keine endgültigen Ergebnisse vor, auf Basis von Hochrechnungen sei jedoch klar, dass seine Partei die Wahl verloren habe, sagte er. Die Studentenliste habe die Wahl für sich entschieden und werde zwischen 135 und 140 Sitze im Parlament erhalten, während seine eigene Partei auf 105 Mandate komme. Andere Parteien hätten den Einzug in die Volksvertretung verpasst.
Vučić hatte die Neuwahlen im September ausgerufen. Dem Urnengang waren fast zweijährige Proteste gegen Korruption und zunehmenden Autoritarismus vorausgegangen. Auslöser der Demonstrationen war der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der Stadt Novi Sad im Jahr 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Die Studentenbewegung hatte seitdem massiv an Rückhalt in der Bevölkerung gewonnen und sich zur größten Bedrohung für Vučić entwickelt, der 2014 zunächst Ministerpräsident und 2017 Präsident des Landes wurde.
Das Ergebnis beendet die mehr als zehnjährige Vorherrschaft von Vučićs Serbischer Fortschrittspartei.
