KORNHAUS RAVENSBURG -- Konkretes bürgerliches Ersuchen an den Gemeinderat, die Verwaltung und die Projektsteuerung (falls vorhanden) ... Unabhängige Überprüfung ...
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CAUSA KORNHAUS - KOSTENSTEIGERUNG
Sehr geehrte Bürgermeister
Herr Dr. Rapp, Herr Dr. Honikel-Günther und Herr Bastin,
sehr geehrte Mitglieder des Ravensburger Gemeinderats!
Da ich kein Politiker mit bürgerlichem Mandat bin, berufe ich mich mit diesem Ersuchen als Bürger dieses Staates und der Kommune Ravensburg auf den Artikel 17 des Deutschen Grundgesetzes.
Die Kostensprünge beim Kornhaus sind in Ravensburg kein Einzelfall, sondern folgen einem meiner Meinung nach typischen Muster: Historische Bausubstanz - wie zum Beispiel in den Vorjahren auch beim "Roten" Rathaus - birgt unerkannte Schadstoffe und Bauschäden. Leider wurden auch in dem aktuellen Fall "Kornhaus" entsprechende Untersuchungen viel zu spät - nach Sanierungsbeginn - vorgenommen und/oder abgeschlossen; dadurch stiegen Nachträge und Risikorücklagen enorm. Die Stadt Ravensburg hat zwar Bundesmittel für das Projekt erhalten, doch die Förderquote deckt nicht die jetzt nachträglich eruierten Zusatzkosten, sodass der städtische Haushalt extrem belastet würde, sollten die Sanierungen dennoch vorgenommen werden.
Vergleich: Kornhaus vs. generelle Kostensteigerungen
| Kriterium | Kornhaus-RV | Generelle Projekte der Kommunen-BRD |
|---|---|---|
| Ursache der Mehrkosten | Schadstofffunde im Gebälk; "unerwartete Befunde" | Materialpreise; Lohntarife; Planungsunsicherheit |
| Skalierung | Von 12,6 Mio. € auf ~22 Mio. € (inkl. Risikorücklage) | Breite Erhöhung von Baupreisen und kommunalen Defiziten |
| Förderung | Bundesförderung vorhanden (8,47 Mio. €), aber reicht nicht | Fördermittel helfen, decken aber oft nur Teile |
| Politische Wirkung | Hohe Aufmerksamkeit; Vertrauensrisiko | Haushaltsdruck; Priorisierungskonflikte |
| Handlungsbedarf | Sofortige Transparenz & Risikomanagement | Systemische Reformen in Planung & Controlling, Projektsteuerung |
Sanierung Kornhaus — Analyse
Die Kostensprünge beim Kornhaus sind, wie gesagt, kein Einzelfall (Gymnasien, "Rotes" Rathaus, Alte Post) in Sachen "unvorhersehbarer Überraschungen", sondern folgen einem typischen Muster historischer Bausubstanz gepaart mit zu späten (Vor-)Untersuchungen. Diese Bausubstanz birgt oft unerkannte Schadstoffe und Bauschäden. Leider wurden entsprechende gründliche Untersuchungen - trotz Kenntnis dieser Problematik - erst nach Beginn der Sanierungen und Absegnung durch den Gemeinderat vorgenommen. Nun steigen Nachträge ins Unermessliche und Risikorücklagen steigen auch.
Systemische Ursachen bei kommunalen ProjektenAuf nationaler Ebene zeigen Berichte, dass Baupreise weiterhin unter Druck stehen (Tarifabschlüsse, Materialkosten) und Kommunen mit steigenden Pflichtausgaben und sinkenden Einnahmen kämpfen. Das führt zu Investitionsstau, knapperen Haushalten und größerer Anfälligkeit für Kostenüberschreitungen. In der "Schwäbischen Zeitung" heißt es, OB Dr. Rapp hätte dem Gemeinderat erklärt, die allgemeinen Baukosten seien so gesunken, dass damit zu rechnen sei, die Kornhaus-Sanierung würde nun um zwei (2) Millionen Euro (= 9,09 Prozent) billiger, was aber ein gewaltiger Irrtum ist, glaubt man/frau dem Statistischen Bundesamt. Wenn, dann sind es lediglich 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, also eine mögliche Einsparung von lediglich 22.000 Euro (statt 2 Millionen).
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Meine konkretes bürgerliches Ersuchen an den Gemeinderat, die Verwaltung und die Projektsteuerung, (falls vorhanden) enthält daher die folgenden Punkte:Transparenzpflicht: Öffentliche, laufende Kostenberichte mit Ursachenanalyse; frühzeitige Kommunikation mit der Bürgerschaft nicht nur über die Zeitung, sondern auch über die offizielle Website.
Frühzeitige Bestandsuntersuchungen: tiefgehende Schadstoff- und Tragwerksprüfungen vor den einzelnen Beschlussphasen.
Striktes Risikomanagement: Realistische Risikorücklagen, Stufenpläne für Nachträge, unabhängige Kostenprüfungen.
Projektmanagement: Priorisierung nach Dringlichkeit; Puffer für Unvorhergesehenes. Einführung und Einhaltung einer Projektkostenbremse.
Koordination mit Fördergebern: Nachverhandlungen über Förderbedingungen bei unvorhersehbaren Mehrkosten.
Was die "Causa Kornhaus" anbetrifft, ersuche ich zusätzlich um das Folgende:
Umgang mit Kostensteigerungen bei städtischen Sanierungsprojekten, hier am Beispiel Kornhaus.
Stadtverwaltung und Gemeinderat mögen beschließen
Transparenz und Berichtspflicht: Die Verwaltung sollte innerhalb von sechs Wochen - gerechnet ab dem 7. Januar 2026 - einen vollständigen, öffentlich einsehbaren Kostenbericht zum Kornhausprojekt vorlegen (Ursprungsbudget, aktuelle Kostenprognose, Fördermittel, offene Posten, Ursachen der Mehrkosten).
Unabhängige Prüfung: Es sollte ein unabhängiges, externes Kosten- und Risikogutachten in Auftrag gegeben werden (Prüfung der bisherigen Kalkulation, Plausibilitätsprüfung der Nachträge, Empfehlungen zur Kostenbegrenzung).
Risikomanagement und Stufenplan: Die Verwaltung möge einen verbindlichen Stufenplan mit klaren Entscheidungsgrenzen für Nachträge, einer realistischen Risikorücklage und Eskalationsstufen für Mehrkosten über definierte Schwellen erstellen..
Priorisierung und Portfolio-Review (informelles Meeting): Alle laufenden und geplanten Bauprojekte sollten auf Dringlichkeit und Finanzierbarkeit geprüft werden; nicht dringliche Projekte sollten anschließend verschoben oder neu priorisiert werden.
Kommunikation: Die Verwaltung sollte die Bürgerschaft in einem öffentlichen Format (Bürgerversammlungen oder Online‑Dashboard, Website) über Ursachen, Folgen und Maßnahmen informieren.
Monitoring: Eine quartalsweise Berichterstattung an den Gemeinderat über Kostenentwicklung, Fortschritt und Abweichungen ist meines Erachtens vonnöten.
Begründung
Die Kostenexplosion beim Kornhaus (ursprünglich ca. 12,6 Mio. €, aktuelle Schätzung ~22 Mio. €) zeigt meines Erachtens strukturelle Schwächen in Sachen Vorplanung, Risikobewertung und Projektsteuerung. Ohne sofortige Maßnahmen drohen Haushaltsbelastungen, Vertrauensverlust und Verzögerungen bei anderen Vorhaben.
Zuständigkeiten und Fristen
Die Verwaltung sollte einen Kostenbericht binnen sechs Wochen (ab dem 7. Januar 2026) erstellen, die Umsetzung des Stufenplans sollte binnen acht Wochen (dito) erfolgen.
Binnen vier Wochen sollte ein externer Gutachter bestellt werden, und das Gutachten sollte innerhalb von acht Wochen nach der Beauftragung erfolgen.
Erst dann - so sehe ich das - kann der Gemeinderat nach Vorlage der Gutachten eine Entscheidung über zukünftige Maßnahmen treffen.
Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Weinert, Ravensburg
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Nota bene: Alles andere wäre nach meinem Empfinden nicht nur intransparent, sondern auch undemokratisch. Ich bitte um eine Eingangsbestätigung, danke - und ALLEN ein GUTES NEUES JAHR 2026 und vor allem GESUNDHEIT!
