Das Ravensburger "UNWORT des JAHRES" ist ... ... ... ▶ Click hier ◀
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Zum "Unwort des Jahres" für Deutschland wurde von der dafür zuständigen Jury der Begriff "SONDERVERMÖGEN" gewählt. Ganz zu Recht, wie ich meine. Denn im politischen und gesellschaftlichen Kontext der Schöpfung ist dieses Wort eine arge Täuschung und Irreführung. Ja, schon fast eine Frechheit der von uns gewählten Politiker gegenüber ihrem Volk. Laut der Jury verdeckt der Begriff "Sondervermögen" seine wahre Bedeutung: die Schuldenaufnahme.
Denn in normaler Kommunikation unter wissenden Menschen wird unter "Sondervermögen" eine bestimmte Menge an existierendem, vorhandenem, verfügbarem Eigentum (Haus, Grundstück, Geld) verstanden, die von einem Gesamtvermögen abgetrennt ist. Im fachlichen Diskurs über den Staatshaushalt bedeutet "Sondervermögen" einen Nebenhaushalt, der zur Erfüllung bestimmter Aufgaben eingerichtet wird - verbunden mit der Aufnahme von Schulden oder einer Kreditermächtigung.
Der Ausdruck "Sondervermögen" hat sich aber unter der deutschen Bevölkerung und im öffentlichen Diskurs verselbstständigt. Viele Bürgerinnen und Bürger sind nicht mit der speziellen Bedeutung vertraut und orientieren sich an der Alltagsbedeutung. Durch diese Diskrepanz tritt eine irreführende euphemistische, also schönredende Bedeutung des Wortes deutlich in den Vordergrund.
Kriterien für "Auszeichnung" zum Unwort des Jahres durch die offizielle sind die folgenden:
- sie verstoßen gegen das Prinzip der Menschenwürde
- sie verstoßen gegen Prinzipien der Demokratie
- sie diskriminieren einzelne gesellschaftliche Gruppen und stigmatisieren und diffamieren sie
- sie sind euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend sind
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Welcher Begriff, welches Wort wurde nun aber für das Stadtgebiet Ravensburg inklusive ihrer Teilorte gewählt. Nicht von der oben erwähnten Jury, sondern ganz imaginär von einer ebensolchen erfundenen imaginären Jury. Das Ergebnis ist durchaus sehr überraschend, denn vonseiten dieser "Kommission" heißt es:
Für Ravensburg 2025 drängt sich ein Begriff besonders auf: „Schussental-Medial“.
Warum dieser Begriff das Potenzial zum Ravensburger Unwort des Jahres 2025 hat und auch von der imaginären Jury auf Platz 1 gesetzt wurde, erfahren Sie hier.
Der Internetblog unter diesem Namen "Schussental-Medial" wirkt einerseits wie ein freundlicher Nachbar, der dir Kuchen bringt und ein Lied zur Gitarre präsentiert - und doch heimlich in der Abenddämmerung deine Hecke stutzt und des nachts deinen Bart.
"Schussental-Medial" ignoriert zwar die Kritik an sich nicht, jedoch wird sie in eine manchmal freundlich formulierte Kachel oder rot angelaufenen Ziegelstein gegossen und entweder mit einem dezenten Lächeln oder grimmigen Gesicht versehen. Das nennt man/frau dann kommunikative Effizienz mit Stil — und genau deshalb hat dieser Internet-Blog die Auszeichnung erhalten: weil er eben so gut darin ist, die Leser und Leserinnen glauben zu machen, dass alles gesagt wurde, obwohl meist nur das Kritikwürdige davon übrig bleibt.
Und was sagt der Blogger selbst dazu?
Ich habe erfahren, dass der Blog "Schussental-Medial" als imaginäres Unwort des Jahres für Ravensburg nominiert und letztlich auch auf Platz 1 gesetzt wurde. Das trifft mich hart und tut ziemlich weh — aber es tut auch gut und fordert zu mehr Selbstreflexion auf. Kritik ist ein Geschenk, wenn man/frau/blogger es annimmt.
Deshalb: Ich nehme die "Trophäe" an, die Kritik und den Tee dito — und versuche Besserung. Versprechen kann ich es nicht.
Stef-Art 2026
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Weitere Vorschläge (allerdings nur chronologisch nach Eingang bei der imaginären Kommission) für das "Ravensburger Unwort des Jahres 2025" waren folgende:
2. „Bürgerdialog“ - Wenn er in der Praxis eher ein Bürger-Monolog auf der einen und ein Bürgermeister-Basta auf der anderen Seite bleibt. Euphemistisch, demokratisch aufgeladen, aber oft ohne echte Beteiligung.
3. „Sicherheitsgefühl“ - Ein Begriff, der in Ravensburg zunehmend politisch instrumentalisiert wird, um Maßnahmen zu legitimieren, die mit realer Sicherheit wenig zu tun haben.
4. „Lebensqualität“ - Wenn es als PR-Vokabel genutzt wird, um steigende Mieten, Verkehrsprobleme oder soziale Spannungen zu übertünchen.
5. "Kornhaussanierung" - Verursacht Schmerzen und riecht nach mehr als nur teuren Zahnersatz und "Rezeptmissbrauch".
6. "Obdachlosen-Krippe" - Wenn es selbst Jesus im Stall besser hatte, als jener Mann ohne Unterkunft trotz mehrfachen Bittens bei der Stadtverwaltung darum, und Weihnachten bei Minusgraden im Freien schlafen muss. Weitere Vorschläge waren:
| Vorschlag | Warum | Kriterium verletzt | Wirkung |
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| 7. bis 10. Platz | |||
| Standortvorteil | Maskiert Steuervergünstigungen und Privilegien | Transparenz/ Demokratie | Wirtschaftslobbying als Gemeinwohl |
| Effizienzoffensive | Kürzt komplexe Debatten auf Managementsprache | Demokratieprinzip | Technokratische Entscheidungen |
| Nachhaltigkeits-Projekt | Wird als Label für beliebige Maßnahmen missbraucht | Euphemistisch | Greenwashing auf kommunaler Ebene |
| Klima-Stadt | Heuchlerischer geht es kaum; kein CO2-Abbau, wie 2020 versprochen - angeprangert von BUND, S4F und Klimaaktivisten | irreführend und de-informativ | Unglaubwürdigkeit; Rathaus als Phrasengenerator |
Ganz zu verstehen ist dieses Ranking in Hinsicht auf den Platz 1 nicht. Vor allem, wenn man/frau sich die Brisanz der Geschichten, die hinter den anderen Schlagwörtern stehen, anschaut. Aber der Blogger trägt es mit Fassung und - wie gesagt - akzeptiert den Biss in die blau-weiße Stadtzitrone und lässt das Ganze erst einmal sacken und auf sich wirken.