OB-Wahl in Ravensburg: Diverse Handtücher statt Hüte im "Ring der Macht" ... "Wer ned kämbfd, hedd scho verlora!"
Gestern Mittag versandte ich einen "Leserbrief" an die hiesige Presse, die "Schwäbische Zeitung". Für den Fall, dass er dort nicht veröffentlicht wird - die Zeitung ist dazu nicht verpflichtet -, tue ich das hier. Es geht um die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl am 8. März 2026.
Zu bemerken sei hier noch, dass die Redewendung "das Handtuch werfen" die freiwillige Niederlage eines Boxers während des Kampfes signalisiert. Mit anderen Worten: Er/sie gibt auf. Aber immerhin hat er/sie den Kampf aufgenommen, auch wenn der Gegner scheinbar unbesiegbar schien. "Wer nicht kämpft, hat schon verloren," heißt es im Volksmund und in dem der Oberschwaben klingt das so:
"Wer ned kämbfd, hedd scho verlora!"
-------------------------------
Leserbrief zur anstehenden Oberbürgermeisterwahl am 8. März 2026
Zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Zeilen gibt es hinsichtlich der anstehenden Oberbürgermeisterwahl am 8. März 2026 keine Gegenkandidatin oder Gegenkandidaten. Zur Wahl steht bisher nur der Amtsinhaber Dr. Daniel Rapp. Nicht nur ich vermute, dass das bis zum 9. Februar 2026 (Bewerbungsschluss) auch so bleiben wird.
Sicher geben mir die Leser recht, wenn ich darauf hinweise, dass der Begriff "Wahl" sehr viel mit der "Auswahl" zu tun hat. Noch leben wir in einer freien Demokratie, die uns erlaubt, uns ohne Angst vor Verfolgung, Einschüchterungen oder Schlimmerem bei einer Wahl als Kandidatin oder Kandidaten mit gleichen Chancen für alle zu bewerben.
Derzeit sind für Klimagerechtigkeit, demokratische Rechte und gegen ihre Einschränkungen Demos auf der Straße angekündigt: Iran, "Palestine", AfD, um einiges zu nennen. Auch in unserer Region. Doch niemand der dort Teilnehmenden scheint bereit, für Demokratie und echten Klimawandel in Ravensburg seinen Hut in den OB-Ring zu werfen.
Ganz im Gegenteil. Dort im "Ring der Macht" liegen - so „sehe“ ich das - diverse Handtücher die signalisieren, dass potentielle Bewerber - ab 18 Jahren bis zu einer gewissen Altersgrenze - mutlos, resigniert, schicksalsergeben oder einfach nicht bereit sind, Veränderungen herbeizuschaffen. Die aber wären für Ravensburg unbedingt notwendig.
Stefan Weinert (74), Ravensburg