"Immer wieder Kornhaus" - Das ist keine 'RTL-Soap', sondern RAVE-REALITY
Bei Durchsicht meiner Schreibtischschubladen fiel mir heute die Ausgabe Nr.16/2025 des Ravensburger Amtsblattes WIR vom 3. Mai 2025 in die Hände. Gleich auf Seite 1 gibt es dort einen großen Artikel über den Abverkauf wertvoller Möbel und anderer Inventarstücke aus dem sanierungsbedürftigen Ravensburger "Kornhaus", das in den vergangenen Dekaden als Stadtbücherei gedient hat.
Es wird dort bekanntgegeben, dass "große und kleine Dinge aus der 40-jährigen Bibliotheksgeschichte am 10. Mai 2025 zu erwerben sind." Gleich danach - so heißt es weiter - würden die Sanierungsarbeiten beginnen.
Nun war (angeblich?) zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, dass das Innenleben des Kornhauses erheblich schadstoffbelastet ist. Mir ist nicht bekannt, wer was an Mobiliar und anderen Kunstschätzen aus der "Bücherei" erworben hat. Wenn allerdings die Vergiftung (Asbest?) zu diesem Zeitpunkt publik gewesen wäre, hätte wohl kaum jemand solche Sachen in seine Wohnung gestellt, oder? Und sie hätte (siehe wie folgt) am 10. Mai 2025 bekannt sein müssen.
Wie schon erwähnt: Laut dem offiziellen Amtsblatt der Stadt Ravensburg (WIR), Nr.16/2025, Seite 1, hatten die Sanierungsarbeiten des Kornhauses in der ersten Maihälfte 2025 begonnen. Doch die Stadt Ravensburg gab erst am 4./5. Dezember 2025 - also sieben Monate später - öffentlich über die Zeitung bekannt, dass bei den Sanierungsarbeiten Schadstoffe im Gebälk entdeckt wurden, welche die Projektkosten exponentiell (von 12,6 auf 22 Millionen Euro) emporschnellen lassen würden.
Was bitte haben die Fachleute für die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude in den sieben Monaten eigentlich getan? Oder anders und diplomatischer gefragt: Warum wurde die (sofortige?) Entdeckung der Schadstoffe erst so spät über die "Schwäbische Zeitung" bekanntgegeben (Ausgabe vom 5. Dezember 2025)?
Eigentlich - darüber hatte ich an anderer Stelle ausführlich berichtet - gehören solche gründlichen Untersuchungen in die Vorarbeiten - und zwar solange "vor Sanierungsbeginn" -, damit der Gemeinderat vor seiner eventuellen Zustimmung darüber Bescheid weiß. Doch wie gesagt, dieses Vorgehen hat in Ravensburg Methode, ist auch kein Zufall oder Einzelfall. Mit solchen Shows muss endlich Schluss sein, denn es geht um teuer erarbeitete Steuergelder - und auch "Zuschüsse" generieren sich allein aus ihnen.
Wie auch immer