Wie der "Ravensburger Klimakonsens" am Wochenende erneut zum Synonym für "Arglist" - "vorsätzlichen Wortbruch" und "Täuschungsversprechen" wurde ...
Mittlerweile ist der Begriff "Ravensburger Klimakonsens" zum Schimpfwort und auch zum Synonym für ein von vornherein geplantes Nichteinhalten eines Versprechens geworden. Im deutschen Wortschatz findet man/frau bisher dafür pointierte Begriffe wie "Arglist" - "vorsätzlicher Wortbruch" oder "Täuschungsversprechen". Nun kommt noch ein weiterer Begriff dazu. Denn ganz offen hat die Ravensburger Stadtspitze (OB Dr. Rapp Administration) vor Kurzem zugegeben, den 2020 ausgerufenen Klimakonsens nie erreichen zu wollen.
Doch es kommt noch dreister, um es noch moderat zum Ausdruck zu bringen. Auf der offiziellen Website der "Stadt Ravensburg" sind akribisch alle Termine der sogenannten "Funken" im Stadtgebiet Ravensburg einschließlich seiner Teilorte aufgeführt. Ob sie alle aufgrund des miesen Wetters auch stattgefunden haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Es ist aber - wie in Oberzell - davon auszugehen. Denn Tradition muss Tradition bleiben, auch wenn wir seit rund 200 Jahren im Industriezeitalter mit zunehmender CO2- und Feinstaubbelastung leben. Und Aberglauben muss Aberglauben bleiben (Vertreibung des Winters), auch wenn wir seit tausend respektive 500 Jahren in einem christlichen Abendland leben.
So steht's auf der Website der Klimastadt Ravensburg:
Funken auf St. Christina
Sonntag, 22. Februar von 19 - 23 Uhr auf St. Christinas Höhe vom Musikverein St. Christina
Ortschaft Eschach
Samstag, 21. Februar um 17.30 Uhr in Torkenweiler
Samstag, 21. Februar von 18 bis 22 Uhr in Gornhofen
Samstag, 21. Februar um 19 Uhr in Untereschach, Im Eichen (neben dem Spielplatz)
Sonntag, 22. Februar um 18.30 Uhr in Oberhofen, Funkenplatz Martinistraße
Ortschaft Schmalegg
Samstag, 21. Februar um 18.30 Uhr in Wippenreute von der Funkengemeinschaft Wippenreute
Samstag, 21. Februar um 19 Uhr in Schmalegg am Reitplatz des Funkenbauvereins Schmalegg
Ortschaft Taldorf
Samstag, 21. Februar um 18 Uhr beim Bahnhof in Oberzell, Langwiese vom Funkenverein Oberzell e. V.
Sonntag, 22. Februar um 18 Uhr in Bavendorf am Ende der Flurstraße, organisiert vom Narrenverein Bavendorf
Sonntag, 22. Februar um 18.30 Uhr in Dürnast auf der Höh in Richtung Taldorf von der Landjugend Taldorf
Zehn Meter hohe und stundenlang brennende Fossilfeuer, offiziell von der Stadt noch befeuert, anstatt dass diese ihre Bürger bittet, auf die Funken zu verzichten, um wenigstens ein paar kleine Punkte in Richtung Klimaziel zu ergattern. Durch diese umweltschädlichen Feuer (Tannenbäume, Holzpaletten ...) ohne Filter wurden wieder einmal Unmengen von CO2, Feinstaub und womöglich auch Schadstoffen generiert, womit MANN sich vom Klimaziel noch weiter entfernt hat als so wie so schon.
Gegen ein Lagerfeuer wie im Zeltlager wäre ja nichts einzuwenden. Aber die Kommunen und ihre Teilgemeinden wetteifern um den höchsten Funkenturm teilweise mit solchem Holz, das an Kleinrentner oder andere ökonomisch schwache Menschen, die ihre Wohnungen im Winter noch mit Briketts oder eben mit Holz heizen, kostenlos verschenkt werden könnte.
Gegen solch einen Riesenfunken in Lustenau bei Bregenz (A) hatten 2024 der Alpenschutzverein und ein Mediziner geklagt. Dadurch würden enorme Mengen Feinstaub freigesetzt, argumentiert auch eine Vorarlberger Naturschutzanwältin. Eine so beträchtliche Menge Holz zu verbrennen, sei ein Signal in die falsche Richtung, und das auch noch in einer Klimagemeinde, argumentierte sie. (Quelle)
In Oberzell jedenfalls - so berichtet die Lokalpresse heute online genüsslich und plakativ - fand ein phänomenales und hollywoodartiges Funkenfeuer mit einem enormen Holzhaufen statt. Vorher gab es sogar noch ein prä-anti-ökologisches Feuerwerk mit viel Feinstaub für die Natur.
Quo vadis - Ravensburg?