OB-Kandidaten im Ravensburger Konzerthaus: Ein Abend, der die Stadt aufhorchen ließ ...

Gekonnt warf er sein Netz auf den See der zurückliegenden 16 Jahre und zog es mit großen Worten an Land, um dem Volk die schönen Barsche, Saiblinge und Forellen zu präsentieren. Doch wer die vergangenen gut eineinhalb Dekaden in Ravensburg und die 16-jährige Amtszeit des amtierenden Oberbürgermeisters aufmerksam und wach miterlebt hat, entdeckte im Netz jede Menge an ungenießbarem Beifang.
Der amtierende OB von Ravensburg, der sich für eine weitere Amtszeit bewirbt; Jürgen Pfeffer (c)
OB-Kandidat Umut Bulut wird herzlich vom Ersten Bürgermeister am Rednerpult begrüßt; Jürgen Pfeffer (c)
Umut Bulut: "Eine Stadt besteht nicht aus Gebäuden, sondern aus Menschen!" - Jürgen Pfeffer (c)
"Ich bin kein Politiker, sondern einer von uns", sagte Umut Bulut. Später wiederholte er dies in einer anderen Variante: "Ich bin kein Politiker, ich bin Vater zweier Kinder, ich bin ein Naturmensch und ich bin auch ein Geschäftsmann."
Der Beifall im Saal war frenetisch. Es war nicht nur das Klatschen, sondern es waren auch die jubelnden Zurufe. Auf der Empore gab es sogar "Standing Ovation".
OB-Kandidat Samuel Bosch; Jürgen Pfeffer (c)
Soziales, Wohnungsnot, echte und tiefe Partizipation der Bürger an der lokalen Politik durch stadtteilbezogene Bürgerräte, Implementierung einer Straßenbahn in der Stadt und bis Weingarten, Baienfurt und Baindt; echte und breite Fahrradstraßen, statt einer weiteren Spur für Autos und deren Komplettverbannung aus der Innenstadt.
Samuel Bosch lädt die Bürgerinnen und Bürger zu einer konsequenteren nicht nur das Klima betreffenden Politik ein; Jürgen Pfeffer (c)
Nachdenkliche aber auch mürrische Blicke der städtischen Moderatoren während der Rede von Samuel Bosch; Jürgen Pfeffer (c)
Umso stärker eben final; übrigens so, wie der sich "entschuldigende" Moderator es prophezeit hatte, der - wie auch sein Kollege - während der Reden der beiden jungen Kandidaten keinesfalls so fröhlich in den Saal blickte wie bei seinem Chef, sondern eher versteinert und sein Kollege grimmig.
Konzertsaal am Freitag: Die Herausforderer des amtierenden Oberbürgermeisters wollen menschliches, soziales und klimatisches Licht in die Dunkelheit der Stadt Ravensburg bringen; Jürgen Pfeffer (c)
Gespannt darf man/frau sein, wie die, durch ihren Chefredakteur anwesende, hiesige Presse den Abend für seine und ihre Leserschaft performt.
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Ausland aktuell:
Herr Rapp, rückwärtsgewandt, sich selbst auf die Schulter klopfend und leider teilweise unwahr, ein Beispiel: Herr Rapp behauptet zum Thema Klimaschutz, dass alle öffentliche Gebäude mit PV Anlagen ausgerüstet würden. Vor ein paar Tagen war in der Zeitung zu lesen, dass die Renovierung der Stadtbücherei Millionen von Kosten mehr verschlingen als geplant war. Jetzt muss gespart werden d.h. keine PV Anlage aufs Dach, an der Dämmung wird auch gespart. Soviel zur Wahrheit wie sie der OB versteht.
Ganz anders Umut Bullut mit seiner emotionalen Rede als Vater und Mensch, der sich auf die Unterprivilegierten bezieht und die Vermüllung der Stadt beklagt.
Samuel Bosch stellt sein Programm vor, Autos aus der Innenstadt, weniger Straßen und Parkplätze, Leerstand beheben auch mit Strafen für Hausbesitzer, auch der Weingartner Hof, der seit 10 (zehn) Jahren leer steht. Alles in Allem ein schlüssiges Programm, an dem sich Rapp falls er wieder gewählt wird, ruhig orientieren könnte.
Danke für den hervorragenden Artikel......