Manne Lucha: Von den Menschen entfernt, aber mit sich im Reinen ... Zynische Realsatire
Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha aus Ravensburg verabschiedet sich mit sich selbst im Reinen – doch hinterlässt ein zerrüttetes Kliniksystem in Oberschwaben. Die hiesige Zeitung schweigt dazu. Dieser Blog nicht.

DENNOCH MIT SICH SELBST IM REINEN! -
Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg ist vorbei, die Grünen feiern, die CDU schäumt, sie schäumt auch in Ravensburg, und Manfred Lucha, seit 15 Jahren Gesundheitsminister im "Ländle", tritt ab. In der "Schwäbischen Zeitung" erklärt er, er sei nach 15 Jahren im Landtag und dem Entschluss, nicht wieder anzutreten, mit sich selbst im Reinen. Das ist bemerkenswert – denn seine Bilanz in Oberschwaben ist alles andere als rein. Sie ist eine Trümmerlandschaft aus geschlossenen Krankenhäusern, gebrochenem Vertrauen, Hammer-Amboss-Politik und einer Gesundheitsversorgung, die in ländlichen Regionen kaum noch diesen Namen verdient.
Vielleicht - so vermute ich persönlich - ist diese Formulierung aber auch ein Synonym für "man hat mir geraten, nicht wieder anzutreten, da ich keinesfalls weiterhin Minister geblieben und womöglich auch nicht direkt gewählt worden wäre". Deshalb (?) also das Happy-Gefühl bei ihm (?).
Die Trümmer der Krankenhauspolitik und die FaktenBad Waldsee, Tettnang, Weingarten – Kliniken geschlossen oder zusammengelegt, oft gegen den Willen der Bevölkerung.
Klinik-Insolvenz in Friedrichshafen. Wer die zurückliegenden Jahre 2022 bis dato aufmerksam verfolgt hat, kann eine Planung von "langer Hand" vermuten, um eine Übernahme durch die Ravensburger OSK zu rechtfertigen. Wie gesagt: Vermuten!
Ravensburg: Das Zentralklinikum als „Leuchtturmprojekt“ wurde durchgedrückt, flankiert von der Schließung wohnortnaher Einrichtungen.
2020–2021: Baden-Württemberg war Spitzenreiter bei Krankenhausschließungen in Deutschland – acht Kliniken allein in zwei Jahren.
Bettendichte: Mit 508 Betten pro 100.000 Einwohner liegt BW 16 % unter dem Bundesdurchschnitt – niedrigster Wert aller Bundesländer.
Diese Zahlen sind keine Randnotiz. Sie sind Ausdruck einer Politik, die unter dem Deckmantel der Effizienz eine radikale Zentralisierung betrieben hat – und dabei die Bedürfnisse der Bevölkerung ignoriert hat.
Der Ton macht die TrümmerManfred Lucha trat in Sachen "Schließung der Klinik Bad Waldsee" gegenüber dem Kreistag nicht als Moderator auf, sondern als Durchsetzer seiner Pläne. Kritiker sprechen von einem „martialischen Auftreten“, das wenig Raum für demokratische Auseinandersetzung ließ. Die Junge Union Ravensburg kritisierte ihn scharf: „Wie er zu diesen Einschätzungen kommt, insbesondere in einer rollenden Corona-Welle, ist uns völlig schleierhaft.“
Auch Gewerkschaften und kirchliche Organisationen protestierten. In einem offenen Brief an Lucha schrieben der DGB Südwürttemberg, die katholische Betriebsseelsorge Ravensburg und Verdi Ulm-Oberschwaben:
Die Schwäbische Zeitung: Ein Interview ohne Rückgrat„Die Ankündigung von Lucha, die Krankenhäuser in Bad Waldsee und Tettnang zu schließen, ist ein Schlag ins Gesicht für die dort lebenden Mitbürger.“
Im aktuellen Artikel und der beiliegenden "Karikatur" der Schwäbischen Zeitung wird Lucha freundlich mit optischem Ritterschlag verabschiedet. Kein Wort über die Klinikpolitik. Kein Hinweis auf die Proteste. Kein kritischer Rückblick. Stattdessen – so hinterlässt "Manne" dem Leser – sei seine Politik makellos und rein, wie mit Persil gewaschen.
Diese Aussage steht wie ein Monolith im Raum – und wird nicht hinterfragt. Dass ein Minister, der eine Region mit über 600.000 Einwohnern (nicht nur den Kreis Ravensburg, sondern auch die angrenzenden Landkreise) in eine medizinische Versorgungskrise geführt hat, sich selbst aber als der "Weiße Riese" darstellt, ist nicht nur zynisch. Es ist ein Beleg für die Bürgerferne, die seine drei Legislaturperioden prägte.
Die politische VerantwortungslosigkeitLucha war nicht allein. Die Grünen trugen seine Politik mit, die CDU opponierte halbherzig. Die Bevölkerung wurde selten gehört. Die Krankenhausreform wurde als „alternativlos“ verkauft – ein Begriff, der in der Demokratie nichts verloren hat.
Die Frage, ob der ländliche Raum nach den Schließungen noch versorgt sei, wurde Lucha mehrfach gestellt. Eine klare Antwort blieb aus.
In Summa: Ein Minister geht – die Probleme bleiben
Manfred Lucha geht. Die Trümmer seiner Politik bleiben. Die Menschen in Oberschwaben stehen vor einer Gesundheitsversorgung, die auf dem Papier funktioniert, aber in der Realität oft versagt. Die Schwäbische Zeitung hat diese Bilanz nicht gezogen.
Und wer sich selbstgefällig im saubersten Wasser badet, während andere um wohnortnahe Versorgung kämpfen, zeigt, wie weit, sehr weit er sich als Politiker von den Menschen entfernt hat.