OB Rapp's Zehnjahresplan n a c h ❗ seiner Wiederwahl birgt Risiken und steht unter dem Motto "KAPITAL STATT KLIMA" ... Was eine "ausgeblutete" Stadt doch alles zu leisten vermag ...
Wer die jüngsten und aktuellsten Artikel in der Schwäbischen Zeitung gelesen hat, dem stellen sich viele ??? Fragezeichen ??? in den Weg. Bei den Zeitungsbeiträgen ging es einerseits um das eingestürzte Kartenhaus einer einstigen großen Klimavision der Ravensburger Stadtverwaltung und andererseits um die großen Bau- und Sanierungsvorhaben dreier in die Jahre gekommener Gebäudekomplexe in der vor uns liegenden Dekade.
An erster Stelle steht dieses ❓: Warum hat Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp diese Pläne nicht vor der Wahl offengelegt?
Und gleich folgt das zweite ❓: Wie kann es sein, dass eine angeblich ausgeblutete und damit "klimaunfähige" und im Öko-Status-Quo verharrende Kommune ständig Millionenbeträge für Bau- und Sanierungsprojekte hervorzaubert?
Das dritte, aber keinesfalls das letzte❓: Warum zieht der Ravensburger Gemeinderat gleich einem Konvoi durch die Wüste hinter ihrem Karwan-Baschi hinterher und vertritt nicht die Interessen des einfachen Bürgers, sondern ständig die des Ober-Bürgers?
Stef-Art 2026
Rapp, mit einem Zustimmungswert von 78,4 Prozent vor wenigen Tagen wiedergewählt, hätte vor der Abstimmung in seiner Rede im "Konzerthaus" klar sagen müssen, dass es erhebliche und teure Veränderungen in Ravensburg geben wird und für Klimamaßnahmen kein Geld da sei. Stattdessen fabulierte er über den angeblich hoch frequentierten "Schussenpark", der in der Bevölkerung als Unfug verhöhnt wird (Facebook).
Mit der „ersten“ Veränderung (das wissen wir jetzt, nach der Wahl) ist die Umwidmung der Oberschwabenhalle in eine sportliche Mehrzweckhalle gemeint – verbunden mit Entkernung und Generalsanierung. Folgen sollen das "Frauentorkino" und eben das "Konzerthaus", in dem Rapp seinen Zuhörern meines Erachtens keinen reinen Wein eingeschenkt hatte, sondern den abgestandenen der zurückliegenden 16 Jahre.
"Hinter" der Halle steht jedoch ein noch größerer Plan: Umbau/Sanierung des Frauentorkinos, anschließend die Generalsanierung des Konzerthauses. Ein Zehnjahresplan, der nach Schätzungen – etwa eines lokalen Bloggers – rund 100 Millionen Euro Steuergelder verschlingen könnte. Dieser Blogger beruft sich auf Erfahrungen mit der „Ravensburger Methode der undurchsichtigen Baukostensteigerung“.
Vor vier Wochen stand Dr. Rapp (siehe oben) im Konzerthaus vor rund 500 Wählerinnen und Wählern und lobte seine Erfolge der Vergangenheit. Über die bevorstehende, teure Sanierung dieses Hauses verlor er kein Wort; stattdessen hob er unter anderem den von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wimmelnden "Schussenpark" hervor. Diese Zurückhaltung bezüglich seiner Vorhaben wirkt wie bewusste Informationsverweigerung des nun Wiedergewählten.
Auffällig ist zudem, dass die in den Zeitungsartikeln genannten Projekte keinen Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise leisten. Und gebetsmühlenartig wird kolportiert, die Stadtverwaltung habe fürs Klima kein Geld. Die Betonung – so der Blogger – muss hier auf "dafür" liegen.
Es fehlen konkrete Maßnahmen wie:
ein Erholungspark bei der Kuppelnau (Scheffelplatz und Bechtergarten);
ein Biotop an der Stadtgrenze zu Weingarten (zwischen Kreishaus II und CHG);
verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Kreisverkehre statt Ampeln und eine autofreie Innenstadt;
ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, etwa eine Straßenbahn vom Frauentor bis zur nördlichen Stadtgrenze und weiter nach Baindt.
Die Kostenrisiken der Rapp'schen Vorhaben sind erheblich. Erinnern wir uns an die Sanierung der Marienplatztiefgarage (MTG) ab 2016 und die dort entdeckten 70.000 Asbestteile: Die Oberschwabenhalle stammt aus den 1950er Jahren – Asbestfunde sind wahrscheinlich und würden die Kosten weiter in die Höhe treiben. Ob es noch originale Baupläne im Rathaus mit Hinweisen auf Asbest gibt, ist unklar; bei der MTG sollen solche Asbestpläne angeblich nicht auffindbar gewesen sein.
Wird die Umwidmung der Halle umgesetzt, verliert Ravensburg einen zentralen Veranstaltungsort: Großkonzerte und größere Kulturveranstaltungen wären nicht mehr möglich. Hätte man das vor der OB-Wahl offen kommuniziert, wäre das Ergebnis für Dr. Rapp womöglich deutlich schlechter ausgefallen als es ohnehin schon war.
Auch das Frauentorkino und das alte Konzerthaus bergen Risiken: Das Konzerthaus von 1897 ist das einzige erhaltene historische Theatergebäude in württembergischen Oberschwaben und steht seit 1988 unter Denkmalschutz. Es präsentiert sich noch heute weitgehend im Zustand der Bauzeit. Eine denkmalgerechte Sanierung – zusätzlich zur möglichen Asbestbeseitigung – wird "sauteuer".
Bleibt es bei diesem Kurs, lässt sich das Motto des Zehnjahres-Plans knapp zusammenfassen: Kapital statt Klima. Zum Glück traten in Ravensburg OB-Kandidaten an, die andere Prioritäten setzten: Klima- und Umweltschutz, bezahlbare Wohnungen, Ausbau sozialer Angebote und eine höhere Lebensqualität für alle. Genau diese Themen fehlen im sogenannten „Rapp-Zehnjahresplan“ (R10) vollkommen.
"Herzlichen Glückwunsch jenen, die Rapp gewählt haben", schrieb ein User auf Facebook … und meinte es wohl eher zynisch.