Regierungspräsident Klaus Tappeser ist in den Ruhestand gegangen. - Meine persönliche Begegnung mit ihm ...
Als ich am 2. Januar 1994 als Teil eines großen Teams meine Arbeit im "Sozialdienst Asyl" beim Landratsamt Ravensburg begann, war ein ehemaliger Bundeswehrsoldat dort Sozialdezernent. Ein junger, dynamischer und fachkundiger Mann, der seine Arbeit verstand. Herr Klaus Tappeser. Ich erinnere mich gut an eine recht brenzlige Situation im Frühjahr 1994, wo er auch gegenüber der Klientel (Flüchtlinge aus der ehemaligen Asylunterkunft "Schützenstraße" 106 in Ravensburg) Empathie und Verhandlungsgeschick bewies. Die Flüchtlinge waren aufgrund der aus ihrer Sicht mangelhaften Essenspakete (Sachleistungen) zu einem Protest im Foyer des Landratsamtes zusammengekommen. Tappeser bat den Sprecher der Gruppe und mich in sein Büro, wo dann eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden wurde.
Bei seiner Verabschiedung als zukünftiger Oberbürgermeister von Rottenburg sang ich das Lied "Heute hier, morgen dort" von Hannes Wader. Am Schluss meinte ich, er solle doch bitte an uns denken, wenn er einst Ministerpräsident von Baden-Württemberg würde. Das allerdings hat Klaus Tappeser nicht ganz geschafft. Doch immerhin war er von 2016 bis zum 31.7.2026 der Regierungspräsident von Tübingen, also auch für Ravensburg zuständig.
Jetzt ist Klaus Tappeser in den Ruhestand gegangen und ich wünsche ihm von dieser Stelle aus für die Zukunft alles Gute - vor allem weiterhin Gesundheit!
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Er ist dreimal in die Verlängerung gegangen - jetzt ist Schluss: Weil er mit 66 noch nicht in Pension gehen wollte, hat Klaus Tappeser dreimal den Antrag gestellt, seinen Job als Regierungspräsident noch ein Jahr länger machen zu dürfen. Er hätte noch freiwillig weiter arbeiten können bis er 70 ist, sagt er, aber "es reicht". Ironisch fügt er hinzu: "Ich will ja nicht mit dem Rollator hier raus laufen." Mit fast 69 Jahren geht er nun in den Ruhestand..
Tappeser - vom Berufssoldat zum Politiker
Aufgewachsen ist Klaus Tappeser in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen). Nach der Schule ging es für ihn zur Bundeswehr. Er verpflichtete sich als Berufssoldat und studierte Diplompädagogik.
Ein Zufall habe ihn dann in die Beamtenlaufbahn und in die Politik geführt, erzählt er: Ein Freund habe ihm gesagt, dass in Ravensburg ein Sozialdezernent gesucht werde. Tappeser zweifelte nach eigenen Worten, ob die wohl ausgerechnet einen Hauptmann der Bundeswehr für den Job haben wollten. Doch er bewarb sich und bekam die Stelle.
Steile politische Karriere - und Absturz
Es folgte eine steile politische Karriere mit vielen Stationen: Klaus Tappeser wurde Oberbürgermeister in Rottenburg (Kreis Tübingen), Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Tübingen, schließlich Ministerialdirektor.
Als grün-rot 2011 die Regierung in Baden-Württemberg übernahm, kam der Bruch: Als politischer Beamter wurde Tappeser in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er scheiterte beim Versuch, Oberbürgermeister in Lindau (Bayern) zu werden, wurde nicht als CDU-Europakandidat nominiert und verpasste den erneuten Einzug in den Landtag.
Zum Karriereende Regierungspräsident
Nach mehreren Jahren als selbständiger Berater kehrte er in den politischen Betrieb zurück: Als die CDU 2016 wieder Teil der Landesregierung wurde, wurde Tappeser Regierungspräsident in Tübingen. Er möge Menschen und habe sich in Führungspositionen wohl gefühlt, sagt er. Vor allem sei er dankbar, dass er gesund geblieben sei.