Identitätsbetrug - Was ist zu tun und welche Gefahren drohen bei Datenklau?
Blogger: Diesen interessanten Artikel über Identitätsbetrug im Netz aber auch "händisch" fand ich bei meinen Recherchen. Ich gebe ihn in Auszügen wieder. Weiterlesen ... kann man/frau ihn unter diesem Link: https://www.anwalt.de/rechtstipps/identitaetsdiebstahl-identitaetsbetrug-identitaetsmissbrauch-was-ist-zu-tun-und-welche-gefahren-drohen-bei-datenklau-254248.html
---------------------------------------------------------------------------------
Dieser Artikel stellt keine konkrete und individuelle Rechtsberatung dar, sondern gibt lediglich einen groben Erstüberblick über die geschilderte und sehr komplexe rechtliche Materie. Rechtliche Sicherheit für Ihre konkrete Fallkonstellation können Sie nur durch abgestimmte Prüfung und Beratung eines fachkundigen Rechtsanwalts erhalten.
...
Hier soll ein umfassenden Überblick gegeben werden, wie Täter vorgehen, welche Risiken entstehen und welche rechtlichen und praktischen Schritte notwendig sind, wenn man Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden ist. Dabei wird auf die unterschiedlichen Erscheinungsformen eingegangen, die Verwendung der gestohlenen Daten beschrieben und die möglichen Konsequenzen dargestellt. Ziel ist es, Ratsuchenden erste Orientierung zu bieten und aufzuzeigen, wann die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts erforderlich ist.
Wie Betrüger an Ihre Daten kommen
1. Phishing-Mails und gefälschte Webseiten
Eine der bekanntesten Methoden ist das sogenannte Phishing. Hierbei erhalten Betroffene täuschend echte E-Mails, die beispielsweise angeblich von ihrer Bank, von Amazon oder von PayPal stammen. In der Mail wird der Empfänger aufgefordert, persönliche Daten einzugeben oder auf einen Link zu klicken. ... Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist Phishing nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für Identitätsdiebstahl.
2. Trojaner und Schadsoftware
... Diese Trojaner können Tastatureingaben aufzeichnen (Keylogger) oder heimlich auf gespeicherte Dateien zugreifen. Häufig geschieht die Infektion über scheinbar harmlose Downloads, manipulierte Webseiten oder E-Mail-Anhänge.
...
3. Datenklau über unsichere WLAN-Verbindungen
Viele Menschen nutzen öffentliche WLAN-Netze in Cafés, Bahnhöfen oder Hotels. Doch genau hier lauert eine erhebliche Gefahr: Kriminelle können den Datenverkehr in ungesicherten Netzen leicht mitlesen. ... Besonders riskant ist es, in offenen WLANs Online-Banking oder Einkäufe vorzunehmen. ...
4. Social Engineering und Telefonbetrug
...
Eine weitere Methode ist das sogenannte Social Engineering. Hierbei geben sich Täter beispielsweise am Telefon als Bankmitarbeiter oder Techniker aus und entlocken den Opfern Informationen. Auch gefälschte Support-Anrufe von Microsoft oder Apple gehören in diese Kategorie. ...
5. Datenhandel im Darknet
Ein großer Teil der gestohlenen Daten wird nicht direkt verwendet, sondern zunächst im Darknet verkauft. Dort existieren Marktplätze, auf denen ganze Datensätze – von Kreditkartendaten bis hin zu Ausweiskopien – angeboten werden. ...
6. Gestohlene oder verlorene Ausweisdokumente
Nicht immer läuft der Datenklau digital ab. Auch der Verlust oder Diebstahl physischer Dokumente wie Personalausweise, Führerscheine oder Reisepässe kann zur Übernahme einer Identität führen. ...
Besonders gefährlich sind Kopien von Ausweisen, die leichtfertig per E-Mail verschickt oder bei Online-Registrierungen hochgeladen werden. ...
Die Verwendung der gestohlenen Daten
1. Eröffnung von Bank- und Kreditkonten sowie Abschluss von Darlehen
Täter verwenden gestohlene Personendaten, um Bankkonten zu eröffnen, Kreditkarten zu beantragen oder Verbraucherdarlehen abzuschließen. ...
2. Bestellung von Waren und Verträgen auf fremde Namen
Mit einer übernommenen Identität bestellen Betrüger Waren — oft hochpreisige Elektronik oder mehrfach konsumierbare Güter — die sie an andere Adressen liefern lassen oder weiterverkaufen. Die Rechnung geht an die wirkliche Person, die dadurch in zivilrechtliche Zahlungsansprüche (Forderungen, Mahnverfahren) gerät. ...
3. Missbrauch zur Geldwäsche und Überweisungen ins In- und Ausland
Kriminelle nutzen fremde Identitäten als „virtuelle Kontenhalter“, um Geldströme zu verschleiern — etwa aus Betrug, Drogenhandel oder Ransomware-Erlösen. Die Tatopfer sehen plötzlich ungewöhnliche Ein- und Ausgangsbuchungen auf ihren Konten oder werden dazu missbraucht, Gelder weiterzuleiten (sog. „Mules“). ...
4. SIM-Swap, Account-Takeover und Zugriff auf digitale Identitäten (E-Mail, Social Media, Zahlungsapps)
Nach Diebstahl persönlicher Daten oder durch gezieltes Social Engineering werden SIM-Karten umgeschaltet (SIM-Swap) oder Passwörter zurückgesetzt — das ermöglicht Tätern die vollständige Kontrolle über E-Mail- und Zahlungsaccounts. ...
5. Beantragung von staatlichen Leistungen, Steuerbetrug oder „Amtshandlungen“ auf fremde Rechnung
Mit vollständigen Identitätsdaten können Täter auch staatliche Leistungen (z. B. Sozialleistungen, Steuererstattungen) beantragen oder Steuer-/Vermögensangaben manipulieren. ...
6. Erpressung, Erpressung durch Veröffentlichungen oder Ransom (inkl. „Sextortion“)
Kriminelle drohen, sensible oder peinliche Daten zu veröffentlichen (z. B. intime Fotos) oder behaupten, bereits kompromittierendes Material zu besitzen, um Lösegeld zu erpressen. Bei erbeuteten Identitätsdaten kann die Drohung damit verbunden sein, im Namen des Opfers Straftaten zu begehen oder sensible Kommunikation vorzutäuschen.
7. Täuschung im Rechtsverkehr: Fälschung von Identitätsdokumenten und Unterzeichnung von Verträgen
Ausweisfälschungen und manipulierte Dokumente ermöglichen Tätern, rechtsgeschäftliche Erklärungen zu geben (z. B. Vertragsunterschriften) oder Behörden/Unternehmen gegenüber in Erscheinung zu treten.
Konsequenzen für Betroffene
1. Konfrontation mit Darlehens- und Kreditverträgen
...
2. Unerwartete Forderungen aus Liefer- und Dienstleistungsverträgen
...
3. Strafrechtliche Ermittlungen gegen die Opfer
...
4. Negative SCHUFA- und Bonitätseinträge
...
5. Psychische und soziale Belastungen
...
6. Kostenintensive Rechtsverteidigung und Verwaltungsverfahren
...
7. Langwierige Klärung mit Behörden und Unternehmen
...
Sofortmaßnahmen für Opfer von Identitätsdiebstahl
1. Polizei informieren und Strafanzeige erstatten
...
2. Banken und Kreditinstitute sofort kontaktieren
...
3. SCHUFA-Selbstauskunft und Meldung falscher Einträge
...
4. Neue Ausweisdokumente beantragen und Missbrauch melden
...
5. Online-Konten sichern (Passwortänderung, Zwei-Faktor-Authentifizierung)
...
6. Dokumentation aller Schritte
Betroffene sollten sämtliche Schreiben, E-Mails, Mahnungen, Anzeigen und Nachweise sorgfältig sammeln. Eine lückenlose Dokumentation erleichtert später die Verteidigung gegen unberechtigte Forderungen und die Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwalt.
Fazit
Identitätsdiebstahl ist kein Randphänomen, sondern betrifft jedes Jahr zehntausende Menschen in Deutschland. Die Folgen reichen von finanziellen Schäden über falsche SCHUFA-Einträge bis hin zu strafrechtlichen Ermittlungen. Entscheidend ist schnelles und systematisches Handeln: Anzeige erstatten, Konten sperren, SCHUFA prüfen, Dokumente erneuern und rechtliche Hilfe einholen.
...
Persönliche Angaben und Ratschläge eines Anwalts ...
