Stell' dir vor, es ist "Valentinstag" ... und niemand sagt dir: "Ich liebe dich!"
13. Februar, 2026 um 19:01 Uhr,
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Soll es geben. Ist aber nicht so schlimm, wenn man/frau damit umgehen kann. Das aber - so meine ich - kann nicht jede/r Mensch. Vor allem dann nicht, wenn das "ich lieb dich" oder "ich habe dich lieb" oder "ich bin stolz auf dich" - in der eigenen Kindheit nie aus dem Munde eines/er anderen gehört wurde. Nicht von der eigenen Mutter, nicht vom eigenen Vater oder sonst jemandem. Weder mit Worten (verbal), noch mit Gesten: auf den Schoß nehmen, umarmen, übers Haar streicheln, Tränen abwischen, anlächeln ...
Wer das in der Kindheit und Jugend - und womöglich auch durch eine Liebesbeziehung in der Vergangenheit - jedoch erlebt hat, für den ist es wesentlich leichter, ohne tägliche Liebesbekundungen durch andere leben zu können. Nach dem Motto: Warte nicht darauf, dass andere dir Lorbeerkränze flechten, sondern pflücke dir deine Blumen selbst.
Das hat sehr viel mit Selbstannahme und gesunder (!) Eigenliebe zu tun. Was aber nur funktioniert, wenn man/frau aus dem Reservoir des "Geliebtgewordenseins" der Vergangenheit schöpfen kann.
Dennoch gibt es wohl kaum einen Menschen, der nicht auch in der Gegenwart seines Lebens hören möchte, dass er/sie geliebt ist. Nicht weil er/sie gut aussieht, viel Geld oder ein schnelles Auto besitzt, gut reden und/oder schreiben kann, künstlerisch begabt ist, ein hohes Amt inne hat, täglich in der Zeitung steht oder irgend etwas Tolles bewerkstelligt hat, oder was man/frau sich zuvor "erkaufen" musste; sondern weil er ER ist und sie SIE ist, um seinetwillen und um ihretwillen!
Als Theologe habe ich noch ein eindringliches Wort an die supergläubigen Christen unter uns zu richten. Wenn jemand - meist gedankenlos - zum anderen sagt: "Gott liebt auch dich" oder "Jesus liebt dich" und erwartet, dass der andere das so einfach glaubt - oder noch schlimmer: Ihm selbiges sagt, ihn/sie aber mit seiner Einsamkeit, Sorgen und Ängstlichem im Stich lässt und dennoch erwartet ... (siehe oben) - dann hat er keine Ahnung davon, dass es die Liebe "Gottes" ohne die erfahrene Liebe in der Vergangenheit oder Gegenwart durch Menschen, so gut wie nicht gibt!!
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Es ist was es ist
„Es ist Unsinn
sagt die Vernunft.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.
Es ist Unglück
sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst.
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.
Es ist lächerlich
sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist
sagt die Liebe:“
- Erich Fried
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NIMM !!
Sie pflückte die Frucht, wandte sich ihm zu
und sah in verführerisch an;
sollte er seinen Augen trauen?
Doch während er so dachte,
streckte sie ihm die Frucht entgegen
und ihre Augen sprachen ohne Worte
nur ein Wort: Nimm!
Sollte er? Was würde dann geschehen?
Sein Inneres zitterte.
Dann griff er zu.
Im selben Moment aber zog sie
die Hand mit der Frucht -
es war ein wunderschöner Pfirsich -
zurück und wand sich ihm ab.
Er hörte ihre lachende Stimme:
Das hast du nur geträumt, das hast du nur geträumt.
Doch hatte er nicht.
Denn jener Pfirsich -
er war vom Baum verschwunden,
ohne dass er ihn gepflückt
und von ihm gekostet hätte.
Er ging hinüber zum Schatten-Hain,
um IHN in der Kühle des Abends zu treffen.
"Du hast mir das Paradies versprochen",
fing er an sich bei IHM zu beschweren,
"doch es ist wohl eher die Hölle geworden."
Sprach ER:
"Wie konnte ich ahnen,
dass ihr in der Lage sein würdet,
das Schöne zu gebrauchen,
um Hässliches damit zu tun;
das Prickelnde zu überhöhen
zu einem tödlichen Vulkan;
das Gute zum Bösen werden zu lassen,
ohne dass es sein Gesicht verändert?
Menschen wollte ICH schaffen,
doch Halbgötter seid ihr geworden.
ICH nehme die Schuld auf mich.
ICH werde es wieder gut machen."
"Aber HERR, wie willst du das wieder gut machen?"
"Keine Ahnung. Gib mir ein paar tausend Jahre ZEIT!"
- Stefan Weinert, 2020 (c)