💥 Die Vulkangruppe: Zwischen Sabotage, Symbolik und widersprüchlichen Bekenntnissen - Berliner Stromausfall und was hinter den Bekennerschreiben der Vulkangruppe steckt
Seit mehr als einem Jahrzehnt taucht in Berlin immer wieder derselbe Name auf, wenn Kabelschächte brennen oder Datenleitungen sabotiert werden: „Vulkangruppe“. Mal im Singular, mal im Plural, mal mit ideologisch aufgeladenen Texten, mal mit überraschend nüchternen Bekennerschreiben. Spätestens seit dem jüngsten Anschlag, der Zehntausende Berlinerinnen und Berliner tagelang ohne Strom ließ (Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee stellt sich die Frage: Wer spricht hier eigentlich – und mit welcher Absicht? Dieser jüngste Anschlag verursachte wirtschaftliche Schäden im Millionenbereich und löste eine politische Debatte über den Schutz kritischer Infrastruktur aus.
Der Blogger distanziert sich explizit und eindeutig von solchen extremen und radikalen Aktionen. Ihm geht es hier um Informationen.
Das jüngste Bekennerschreiben (Januar 2026) ist deutlich kürzer als die Vorherigen und auch weniger theoretisch. Der Fokus liegt auf der „Störung kapitalistischer Normalität“ und es wird Bezug auf die Klimakrise und staatliche Repression gelegt.Die Vulkangruppe wird von Berliner Behörden dem linksextremistischen respektive anarchistischen Spektrum zugerechnet. Seit zirka 2011 gibt es Brandanschläge auf die Berliner Infrastruktur. Meist handelt es sich dabei um verursachte Schäden an Kabelschächten, Strom- oder Datenleitungen. Zu mehreren Taten existieren Bekennerschreiben, die sich jedoch stilistisch und inhaltlich stark unterscheiden.
Ermittler schließen deshalb sogenannte Trittbrettfahrer nicht aus, haben aber auch keine eindeutigen Beweise für mehrere Tätergruppen. Die Bekennerschreiben sind teilweise in stark theoretisch-anarchistischer Sprache verfasst. Dabei werden die „antistaatliche Praxis“ und die Sabotage als „Angriff auf die kapitalistische Infrastruktur“ gedeutet. Gleichwohl man/frau sich gleichzeitig klar von der Verursachung eventueller Personenschäden distanziert. In den Schreiben wird auch die kollektive Identität („wir als Vulkangruppe“) unterstrichen.
Das Schreiben enthält auch konkrete Tatortdetails, die nur Täter kennen konnten. Im Gegensatz zu früheren Schreiben wurde dieses direkt an Medien geschickt und nicht an linke Plattformen wie zuvor. Der Text des jüngsten Schreibens wurde laut Quelle in der Berliner Zeitung veröffentlicht und anschließend von Konstantin Kirsch unter https://www.konstantin-kirsch.de › 2026 › 01 ›zitiert. Zusammengefasst geht es in den Bekennerschreiben der zurückliegenden 15 Jahre um folgende Widersprüche:
Stil, Länge, Ideologie, Verbreitungsweg,
unterschiedliche Selbstbezeichnungen,
unterschiedliche Zielsetzungen (Systemkritik vs. Klimabezug),
Mehrere Akteure könnten unter demselben Label agieren,
Trittbrettfahrer könnten versuchen, Aufmerksamkeit zu nutzen,
Die Gruppe könnte sich ideologisch weiterentwickelt haben,
Der Stilbruch könnte bewusst gesetzt sein, um Ermittlungen zu verwirren,
Die direkte Ansprache der Medien 2026 könnte einen Strategiewechsel bedeuten.
Die hier von mir dargestellten Inhalte beruhen auf öffentlich zugänglichen Berichten, u. a. aus Berliner Medien, Verfassungsschutzberichten und wissenschaftlichen Analysen zu linksextremistischen Sabotageformen. Der vollständige Wortlaut der Bekennerschreiben ist urheberrechtlich geschützt und wird daher hier nicht wiedergegeben, ist aber unter den obigen Links nachzulesen.
In Summa: Die Vulkangruppe bleibt irgendwie ein Phantom, das sich selbst widerspricht, aber als real zu begreifen ist. Ihre Schreiben wechseln zwischen Ideologie, Symbolpolitik und strategischer Verwirrung. Sicher ist nur eines und von mir zu betonen: Sabotage an kritischer Infrastruktur trifft immer zuerst die Zivilgesellschaft – und nicht die Systeme, die angeblich bekämpft werden sollen. Wer im Namen der Befreiung Leitungen anzündet, legt am Ende vor allem das Leben Unbeteiligter lahm.