4. Februar ist "Weltkrebstag" - Erfolgreicher Kampf gegen Krebs ist die sogenannte HPV-Impfung.
Ein Beispiel für den erfolgreichen Kampf gegen Krebs ist die sogenannte HPV-Impfung. Die Impfung schützt vor Infektionen mit humanen Papillomaviren, die diverse Krebsarten, vor allem aber Gebärmutterhalskrebs, verursachen können. Bereits 2007 sprach die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfempfehlung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren aus. Mittlerweile wurde diese auch auf Jungen ausgeweitet und das empfohlene Alter auf 9 bis 14 Jahre herabgesetzt.
Diverse Studien in europäischen Nachbarländern zeigen eine deutliche Reduktion des Risikos, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, infolge der vollständigen Impfung. Die Ergebnisse sind in unserer Grafik kurz zusammengefasst. Auch in Deutschland zeichnet sich trotz verbesserungswürdiger Impfquoten ein positiver Trend ab. Laut dem neuesten Bericht des RKI auf Basis von Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten ist die Inzidenz von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren von 7,8 Fällen pro 100.000 Frauen im Jahr 2015 auf nur noch 4,3 Fälle pro 100.000 Frauen im Jahr 2023 gesunken. In der nächsthöheren, ungeimpften Altersgruppe war im gleichen Zeitraum kein eindeutiger Trend zu beobachten.

Mehr als eine halbe Million Menschen sind 2023 in Deutschland an Krebs erkrankt. Das geht aus den neusten Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten hervor, die das RKI anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar in seinem jüngsten epidemiologischen Bulletin veröffentlicht hat. Demnach erhielten 2023 241.400 Frauen und 276.400 Männer in Deutschland eine Krebsdiagnose. Rund die Hälfte aller Fälle betraf dabei vier Lokalisationen: die Prostata (79.600), die Brust (75.900), die Lunge (58.300) sowie den Dick- und Enddarm (55.300).
Wie unsere Grafik zeigt, ist die jeweils häufigste Lokalisation bei Frauen bzw. Männern geschlechterspezifisch. Während bei Frauen 31 Prozent der Neuerkrankungen die Brustdrüse betreffen, ist bei knapp 3 von 10 Neuerkrankungen bei Männern die Prostata betroffen. Dahinter liegen sowohl bei Frauen als auch bei Männern der Darm, die Lunge und maligne Melanome der Haut (schwarzer Hautkrebs), die jedoch jeweils deutlich seltener vorkommen als Brust- bzw. Prostatakrebs. Das Lebenszeitrisiko, an Brustkrebs zu erkranken, liegt bei Frauen knapp unter 15 Prozent. Ähnlich hoch liegt das Prostatakrebs-Risiko bei Männern.
Sowohl Brust- als auch Prostatakrebs gehören zu den Krebsarten mit relativ hoher Überlebensrate. So lag die 10-Jahres-Überlebensrate für Frauen mit Brustkrebs im Zeitraum 2021-2023 über 85 Prozent. Bei Männern mit Prostatakrebs lag die 10-Jahres-Überlebensrate bei Männern sogar über 90 Prozent. Insgesamt starben 2023 rund 230.000 Menschen in Deutschland infolge einer Krebserkrankung. Damit sind "bösartige Neubildungen", wie es medizinisch korrekt heißt, die zweithäufigste Todesursache in Deutschland hinter Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.
