Merz zieht mit seiner "Solidarität" in den Krieg nach Kiew und versagt den Wohnungslosen, den Pflegenden, den Rentnern, Alleinerziehenden, Pazifisten und Klimaaktivisten die angemessene Unterstützung!!
Bundeskanzler Friedrich Merz reist in diesen Tagen überraschend (?) nach Kyjiw (Kiew), flankiert von Rüstungsunternehmern, Drohnenentwicklern und einer Wirtschaftsministerin, die seit Monaten als Lobbyistin im Kanzleramt wahrgenommen wird. Er spricht dort von „Partnerschaft“, „Sicherheit“, „Stärke“ und davon, dass Russland „früher oder später gegen uns“ marschieren werde. Ein großes außenpolitisches Tableau – und ein perfekt ausgeleuchteter Schauplatz für staatsmännische Bilder.
Doch während Merz sich im Kriegsgebiet und mit der Ukraine und ihrem permanent fordernden Präsidenten Selenskyj solidarisch zeigt, bleibt eine Frage im Raum stehen wie ein leerer Stuhl: Wo ist seine Solidarität mit den Menschen, die nicht in Kyjiw leben, sondern in Deutschland überleben müssen?
Solidarität, die nur in geopolitischen Höhenflügen existiertWo ist Merz’ Besuch bei den Wohnungslosen zwischen Flensburg und München, die im fünften Winter ohne Perspektive in deutschen Unterführungen schlafen? Wo ist sein Gespräch mit den zu Hause Pflegenden, die seit Jahren die Lücken eines kollabierenden Systems stopfen? Wo ist sein Zuhören bei den Klimaaktivisten, die kriminalisiert werden, während die Regierung ihre eigenen Klimaziele verfehlt? Wo ist sein respektvoller Haustürbesuch bei den Kleinrentnern, die nach 45 Arbeitsjahren nicht wissen, wie sie die nächste Miete zahlen sollen? Wo ist sein Dialog mit den Alleinerziehenden, die jeden Monat zwischen Essen, Heizen und Schulmaterial jonglieren? Wo ist sein Wort an die realen Pazifisten, die nicht aus Naivität, sondern aus historischer Verantwortung heraus handeln? WO?
Merz zeigt, wer und was auf seiner Prioritäten- und Solidaritätsliste ganz oben stehen: die Ukraine, die deutsche Rüstungsindustrie, die Kameras. Aber er findet die Menschen im eigenen Land nicht, sondern er verliert sie mehr und mehr. Nur noch jeder zehnte Deutsche akzeptiert Merz als Kanzler.
Die biblische Formel, die sich aufdrängtMerz spricht von Verantwortung, doch seine Solidarität ist selektiv – und damit leicht messbar. Und gemessen wirkt sie leicht. Zu leicht.
Mene, mene, tekel, upharsin. - Deine Tage sind gezählt, du wurdest gewogen und für zu leicht empfunden.
Die alte Formel aus dem Buch Daniel (Altes Testament) ist kein Fluch, sondern ein Befund: Ein Herrscher, der gewogen wird – und dessen Gewicht nicht reicht.
Quo vadis, Kanzler? - Wohin gehst du, Friedrich Merz?Ein Kanzler, der Solidarität nur dort zeigt, wo geopolitische Gravitas und industrielle Interessen zusammenfallen, verliert den Kontakt zu denen, für die er eigentlich Politik machen soll und deshalb auch gewählt wurde. Solidarität ist kein Exportgut. Sie beginnt nicht in Kyjiw. Sie beginnt in Kiel, in Kassel, in Köln, in Chemnitz – und in jeder Wohnung, in der Menschen nicht wissen, wie sie durch den Monat kommen.
Wenn Merz Solidarität zeigen will, muss er zuerst dorthin gehen, wo sie fehlt. Nicht dorthin, wo sie sich gut fotografieren lässt.

