👉Aktualisiert: Kornhaus-Bücherei / Wenn die Schadstoffe durch die entliehenen Bücher in Kinderhände und Haushalte gelangen könnten ...
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In diesem Blog-Artikel vertrete ich nicht nur meine ganz persönliche Meinung, sondern gebe auch nach bestem Wissen und Gewissen recherchierte Fakten wieder.
Als ich Ende des Jahres 1989 mit meiner Familie aus beruflichen Gründen von Sonthofen (Oberallgäu) nach Ravensburg (Oberschwaben) umgezogen war, gab es die Stadtbücherei in dem "Kornhaus" gegenüber des Landgericht bereits. Vermutlich waren die damals neuen und damals schon älteren Bücher bereits mehrere Jahrzehnte dort in dem historischen Gebäude in offenen Regalen einsortiert. Viele von ihnen gibt es sicher heute noch in der Ravensburger Stadtbücherei, sie sich bis vor kurzem in eben diesem "Kornhaus" befand, bevor diese ins ehemalige "Heilig-Geist-Spital" am unteren Ende der Kernstadt umgezogen ist.
Vor wenigen Tagen wurde im Rahmen von (Vor)Sanierungsarbeiten bekannt, dass sich in dem bereits 600 Jahren alten Gebälk des Kornhauses Giftstoffe/Schadstoffe befinden. Um welche Stoffe es sich konkret handelt und seit wann sie sich diese in dem Gebälk befinden, ist bisher nicht bekannt. Der Blogger hatte eine entsprechende Anfrage an die Stadt gerichtet, aber bisher keine Antwort erhalten.
Jedenfalls hat die Ravensburger Stadtspitze nun festgelegt, dass diese Gifte - soll das Kornhaus auch in Zukunft Publikum durch eine Bücherei und als Veranstaltungsort (Dachgeschoss) aufnehmen - alternativlos entfernt werden müssen. Dass dies ERHEBLICHE MEHRKOSTEN generieren wird, ist die eine Sache. Eine andere ist die nach dem wo möglichen Schaden, welche Menschen in den zurückliegenden Dekaden (2020er, 2010er, 2000er, 1990er, 1980er, 1970er, 1960er ...) durch die Gifte erlitten haben könnten und eventuell noch zukünftig erleiden können. Jedenfalls impliziert die Alternativlosigkeit der "Entgiftung" dies für mich.
Doch nun kommen wir zu einem Thema, welches bisher nicht eruiert wurde. Es sind jene Bücher, Bücher für Kinder, für Jugendliche, für Erwachsene und für nicht so widerstandsfähige Menschen, die (siehe oben) jahrzehntelang den Giftstoffen der Gebälke ausgesetzt waren. Viele von ihnen über einen sehr langen Zeitraum ohne Entleihung und ohne "Frischluft". Sie wurden oder werden irgendwann ein Mal angefasst, in ihnen wurde/wird - teilweise mit durch den Mund angefeuchteten Fingern - geblättert und sie standen/stehen teilweise wochenlang in den Wohnungen der Bücherei-Kunden und in Kinderzimmern.
Grundsätzlich können ältere Bücher giftige Chemikalien enthalten, insbesondere solche, die vor 1950 veröffentlicht wurden. Diese Bücher (Seiten und Einbände) können Blei, Arsen, Quecksilber und Formaldehyd enthalten.
Erkennungszeichen:
-Muffiger oder stechender Geruch; Verfärbungen und bräunliche oder gelbe Flecken; spröde oder zerbröckelnde Seiten; Bücher mit Ledereinbänden können einen hohen Anteil an Arsen enthalten, das als Konservierungsmittel diente;
Vorsichtsmaßnahmen:
Handschuhe tragen; Gesichtsberührungen vermeiden (befeuchtete Finger); Belastung durch Belüftung verringern; Hände nach dem Gebrauch mit Seife waschen; bei Hautreizungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit, den Arzt sofort konsultieren.
Doch zurück zum "Ravensburger Kornhaus". Papier ist hygroskopisch = Papier hat die Eigenschaft, Wasser zu binden respektive anzuziehen). Es nimmt Wasser aber nicht nur in flüssigem, sondern auch in gasförmigem Zustand direkt aus der Luft auf. Entsprechend wirkt sich auch die Luftfeuchtigkeit bemerkbar aus. Dieses Phänomen stellt beispielsweise papierverarbeitende Betriebe und Druckereien vor erhebliche Herausforderungen. Aber eben auch Büchereien oder Buchhandlungen.
Somit müssten meines Erachtens nach und der menschlichen Logik folgend, auch eventuelle Anteile von Giftstoffen in der Luft durch den jeweiligen Grad der Luftfeuchtigkeit entsprechend in die Bücher der Kornhausbücherei gelangt sein, und das Wasser könnte (in Form der Luftfeuchtigkeit) zum Verursacher von Erkrankungen fungiert haben. So jedenfalls denke ich.
Für Büchereien hat sich aus gesundheitlichen Gründen eine relative Luftfeuchte von 60-65 Prozent bewährt. Dieser Grad der Luftfeuchte ist möglichst konstant zu halten, eine regulierte Luftbefeuchtung ist unabdingbar. In Bibliotheken - eben auch in Ravensburg, ob nun aktuell im "Spital" oder später wieder (und auch in der Vergangenheit!) im "Kornhaus" - würde ohne eine professionelle Befeuchtung aufgrund der hygroskopischen Eigenschaft der Bücher, die Luftfeuchte schnell absinken.
Das hätte direkte Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit von Besuchern und Mitarbeitern: Bei zu trockener Luft gibt der Mensch aus seinem Wasserhaushalt Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Die Folge ist eine Austrocknung von Haut, Lippen und Augen, die sich schnell und unmittelbar auf das menschliche Wohlbefinden auswirkt. 65 Prozent Wasser in Gasform bedeuten aber auch ein entsprechende Potential von Schadstoff-Übertragung auf den Menschen!
Nun könnte (Konjunktiv!) es natürlich - und das wäre schon fast typisch für Ravensburg - so kommen, dass demnächst in der Zeitung zu lesen sein wird, dass es soo schlimm mit den Schadstoffen im "Kornhaus-Gebälk" nun auch wieder nicht sei, dass Bücher und Zeitschriften von dem Gift betroffen seien. Was dann eben hieße, auch für den Menschen nicht. Oder es könnte (Konjunktiv!) heißen: Eine auf "Gift" spezialisierte Firma habe nun nach nochmaliger Überprüfung festgestellt, die im alten Holz befindlichen Schadstoffe seien lediglich für Insekten, nicht aber für Menschen (und Bücher) gefährlich. Die Sanierung könne also im ursprünglichen Kostenrahmen - plus Zuschüsse - vorgenommen werden.
Eine Wette drauf abschließen möchte ich nicht - es soll die Bürger lediglich für das, was noch kommen könnte (konjunktiv), sensibilisieren. Und wie gesagt: Die eben von mir im vorherigen Absatz und im Konjunktiv geäußerten Gedanken sind bisher reine Fiktion von mir. So, wie es das plötzliche Auffinden von Schadstoffen im Gebälk des Kornhauses für manche in der Stadt auch - um es vorsichtig auszudrücken - irgendwie an den Haaren herbeigezogen scheint.
In Summa: Es sollten Stichproben artige Untersuchungen bei den bisher im Kornhaus gelagerten/ausgestellten - und sich jetzt im ehemaligen "Heilig-Geist-Spital befindlichen) Büchern vorgenommen werden, um feststellen zu können, ob sie Chemikalien/Gift-Schadstoffe enthalten. Und zwar einmal aufgrund ihres Alters (siehe oben Staatsbibliothek Berlin) und vor allem aufgrund der Schadstoffe im Gebälk des Kornhauses. Und zwar auch deshalb, damit alle hier möglich bedachten Gefahren ausgeschlossen werden können. - Außerdem sollte die Luftfeuchtigkeit auf den gesundheitlichen Wert für den Menschen von 60 bis 65 Prozent hin überprüft und ggfs. nachjustiert werden.
Quellen: diverse durch eigene Recherchen
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Lesen Sie auch hier:
Grund für die hohen Ausgaben: Nach wie vor kein entsprechendes Kostencontrolling bei Großprojekten jeder Art, das kostet die Stadt seit Jahren zig-Millionen. Beispiel Sanierung Spohn Gymnasium: Von 8 auf 10 Mio, auf 12 Mio, auf 15 Mio auf 18 Mio auf 20 Mio und auf knapp 25 Mio am Ende (übrigens regnete es am Ende sogar zum neuen Dach hinein, obwohl dieses fast aus Gold sein müsste bei diesen horrenden Kosten). Kostencontrolling hier wie da: Fehlanzeige. Es werden zig Millionen auch bei anderen Projekten seit Jahren -dazu ohne höheren Nutzen- in den Sand gesetzt, das werden die nachfolgenden Generationen im mehrfachen Sinne des Wortes teuer bezahlen. Es ist so verantwortungslos in jeder Hinsicht. Gut, dass man immerhin aus Gründen des Sparzwangs rund 5000 E jährlich am Blumenschmuck beim Marienplatz gespart hat, obwohl dieser in vielen "funktionierenden" Städten mit diesem hohen Touristenattraktionswert selbstverständlich ist.