Aktualisiert: Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf - Oberbürgermeister und Landrat vermutlich schon / Weitere institutionelle Zerstörung unserer Umwelt
Bekanntlich halten zwar Igel, Siebenschläfer, Haselmäuse, Fledermäuse und Murmeltiere einen Winterschlaf, nicht aber die Eichhörnchen. Die leben im Winter überwiegend auf den Bäumen in hochgelegenen Nestern. Diese sind gut isoliert und schützen vor Kälte und Wind. Es gibt auch Erdhörnchen, die sich Erdhöhlen bauen. Im Winter zeigen Eichhörnchen ein unterschiedliches Sozialverhalten, das von Alleinsein bis hin zu gemeinschaftlichem Schutz reichen kann. Menschliche Aktivitäten können eine Bedrohung darstellen, doch durch bewusstes Handeln könnten wir die Überlebenschancen der Eichhörnchen im Winter verbessern.
Es muss wohl in der Woche vor dem "Murmeltiertag" (2. Februar) dieses Jahres bei dem sogenannten Kreishaus II geschehen sein, einer Nebenstelle des Landratsamtes Ravensburg, ganz in der Nähe meiner Wohnung in der Ravensburger Nordstadt. Menschen aus dem direkten und nahen Umfeld dieser Institution berichten völlig aufgebracht, wie Eichhörnchen hilflos am Eingang des Kreishauses II sitzen würden und keinen Unterschlupf mehr finden. Was bedeutet (siehe Text nach der folgenden Bildunterschrift), dass es sich hier um keine Erdhörnchen, sondern solche mit notwendigen Nestern in Bäumen handelt.

Das Grundstück direkt an der Nordseite des Kreishaus II gelegen nach der Rodung; im Hintergrund das Gelände der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft und das CHG/Telekomgebäude (neu)
Warum diese hilflos wirkende Migration der Tiere stattgefunden hat, wurde mir heute klar, als ich meinen Morgenspaziergang rund um mein Wohnquartier machte. Denn das ehemalige Gartenareal der direkten Anwohner des ehemaligen Telekomgebäudes (jetzt Kreishaus II) - ein bisher wunderbares natürliches Biotop - wurde in einer Nacht- und Nebelaktion (morgens um 4 Uhr begonnen, so meine Information) gerodet und überwiegend von Hecken und Sträuchern und Bäumen befreit. Die verbliebenen Baumstümpfe im Boden verraten einen vorher teilweise Stammumfang der Bäume von mehr als 80 cm.
Aber was soll's? Ravensburg hat mit Zustimmung der Stadtspitze und dem Gremium der 40 Klimawaisen (Gemeinderat) seine Baumsatzung ja wieder abgeschafft - wohl auch in weiser Voraussicht. Zwar war bisher Eigentümer dieser Parzelle das Landratsamt Ravensburg (so meine Info), dieses aber sollte im Rahmen eines vorgeschlagenen Tauschgeschäftes mit der Eigentümergemeinschaft der Bewohner von Schützenstrasse 96, 98 und 100 derselben ganz oder teilweise (?) zugeschlagen werden. Aber das Ganze - so auch die in den zurückliegenden widersprüchlichen öffentlichen Berichten - scheint intrikat.

Eine andere Perspektive - aber dieselbe Trostlosigkeit
Wie auch immer: Das Areal liegt auf Ravensburger Stadtgebiet (noch gerade so eben, denn 50 Meter weiter beginnt schon das Stadtgebiet von Weingarten). Warum hat die Stadt Ravensburg der Rodung zugestimmt? Warum hat der Landkreis nichts dagegen unternommen? Wurde der Kreistag mit einbezogen? Wer hat die Rodung vorgenommen bzw. den Auftrag dazu erteilt? Das Landratsamt, dessen Eigenbetrieb IKP? Die Hausverwaltung der Anwohner in Abstimmung mit ihnen?
Nach meinen Informationen war einst geplant, dass die Kosten für den Flächenaustausch vom Landratsamt übernommen werden; und es sollte durch eine Grundbucheintragung festgelegt werden, dass diese Fläche nicht bebaut werden darf. Ob es letztlich dazu gekommen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.
Aber - und das wird wohl ein Mysterium bleiben respektive lässt es Raum für Spekulationen - wurde die Fläche signifikant gerodet. Geplant war übrigens auch nach meinen Informationen, dass es seitens des Landratsamtes gegenüber den Anwohnern keine Nutzungseinschränkung geben wird. Keiner will darüber informiert sein, was mit diesem Grundstück geschieht.

So wie hier im Winter mit Schnee und Sommer mit Blättern und Vogelgezwitscher wird es wohl nie wieder werden; im Hintergrund das CHG/Telekom-Gebäude.
Und weil dieser Umwelt- und Tierfrevel noch nicht genügt, ist nach meinen gesicherten Informationen auch klar, dass die Bäume im Hof (Schützenstrasse) des Kreishauses II im Bereich der ehemaligen Kantine (Rondell artiger Flachanbau) noch in diesem Februar zum Teil abgeholzt werden sollen. Und das deshalb, weil nicht nur diese Kantine, sondern auch der gesamte mittlere Teil des dreigliedrigen "Telekomgebäudes" abgerissen werden wird.
Dort nämlich entsteht nun doch - wie gesagt, so meine Informationen - ein Neubau für das Landratsamt, während der rechte und der linke Flügel (sie sind noch nicht so alt wie der Mittelbau) des "Hufeisens" stehen bleiben werden.
Bei all diesen klimaunfreundlichen Vorgängen frage ich mich, wo hier eigentlich die Verbände und Organisationen aus Stadt und Kreis sind, welche sich den "Umweltschutz" in grellem GRÜN, leuchtendem Orange und Natursymbolen auf ihre Fahnen geschrieben haben. Der BUND, der NABU, die GRÜNEN, die ÖDP, die Scientists for Future, die Klimaaktivisten, die Nordstadt-Agenda? Wo sind sie? Nach meinen Erfahrungen re-agieren sie zwar auf schon vollendete Umweltsünden, aber sie agieren nicht stark genug, um solche erfolgreich zu verhindern.
🔴Vielleicht aber haben sie - wie auch ich - davon erst erfahren, als der Baum bereits in den Brunnen gesägt wurde.
Da können sich OB und Landrat ja die Hände geben, wenn sie denn endlich mal aus ihrem Winterschlaf erwachen.