Klima-Antwort der Stadt Ravensburg nach 67 Tagen: "Ein kleiner Schlag ins Gesicht eines wachen Bürgers - ein GROßER in das Antlitz Ravensburger Klimaschützer." - Mit diesem OB wird es keine Klimaverbesserung geben ...
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
... und wir können ein weiteres Kapitel der "Ravensburger Bibel" - auch "Schussentaler Märchenbuch" genannt - aufschlagen. In einem sehr detailliert gefassten Anfragebrief vom 29. November 2025 hatte ich den Herrn OB Dr. Rapp und den Baubürgermeister Bastin gebeten, mir ebenso detailliert Antworten zum "Ravensburger Klimaversprechen" (jährlicher CO2-Abbau von 13,3 Prozent) zu geben.
Was heute - 67 Tage nach meiner Anfrage - dabei herauskam, ist zwar ein kleiner Schlag ins Gesicht eines engagierten, interessierten und wachen Bürgers, aber auch ein großer in das Antlitz Ravensburger Klimaschützer. Es muss aber auch ein Weckruf an alle diejenigen gerichtet sein, die nach wie vor von sich behaupten, sich für ein besseres Klima in Ravensburg - das es mit dem amtierenden OB aber nicht geben wird - einzusetzen. Doch weder der BUND, noch NABU, noch die "Wissenschaftler" noch die Klimaaktivisten sind bereit, aus ihren Reihen einen kompetenten und bürgernahen Gegenkandidaten/tin aufzustellen.
Diese Inkonsequenz macht das Engagement meiner Klimafreunde unglaubwürdig!
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Ich gebe hier den Wortlaut der Antwort der Stadt Ravensburg (Geschäftsstelle Gemeinderat) wieder und im Anschluss *) noch einmal meine Anfrage vom 29. November 2025
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Ravensburg, 3. Februar 2026
Sehr geehrter Herr Weinert,
vielen Dank für Ihre Anfrage (vom 29. November 2025) zu den CO₂‑Daten der Stadt Ravensburg seit 2020.
Die Stadt Ravensburg führt keine eigenen kontinuierlichen Luftmessungen der CO₂‑Konzentration im Stadtgebiet durch, sondern arbeitet – wie praktisch alle Kommunen – mit standardisierten, fachlich anerkannten CO₂-Bilanzen auf Basis von Energie‑ und Verkehrsdaten. Für Ravensburg liegen unter anderem für die Jahre 2017, 2020 und 2021 Bilanzdaten vor, die über das landesweit eingesetzte Bilanzierungsinstrument BICO2BW erstellt wurden. Nähere Informationen zu Systematik und Methodik von BICO2BW finden Sie auf der Webseite der KEA‑BW (www.kea-bw.de, Bereich Kommunaler Klimaschutz/BICO2BW). Aktuell wird die CO₂‑Bilanz für das Jahr 2022 mit BICO2BW erstellt. Aufgrund der zeitlich verzögerten Verfügbarkeit und Aufbereitung der notwendigen Eingangsdaten ist die Bilanzierung bis einschließlich 2022 derzeit der aktuellste Stand, der fachlich belastbar möglich ist.
Die entsprechenden Unterlagen (z. B. „Bericht Energie‑ und CO₂‑Bilanz 2020“ sowie weitere Auswertungen und Berichte) sind auf der städtischen Homepage im Bereich „Umwelt & Klima“ unter dem Rubrik „Klimaschutz“ veröffentlicht und damit für alle Bürgerinnen und Bürger frei einsehbar. Darüber hinaus berichtet die Stadt regelmäßig im Umwelt‑ und Verkehrsausschuss des Gemeinderats über den Stand der Klimaziele.
Weitere Informationen zum Stand der Klimaschutzpolitik fünf Jahre nach dem Klimakonsens sowie zur jährlichen Treibhausgasminderung entnehmen Sie bitte unserer Stellungnahme vom 16. Dezember 2025 zum offenen Brief der S4F (siehe Anlage).
Mit freundlichen Grüßen
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*) Ravensburg, 29. November 2025
Ihr amtliches Klimaversprechen von 2020 für Ravensburg
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Rapp,
sehr geehrter Herr Baubürgermeister Bastin,
sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,
Bitte sehen Sie dieses Schreiben als eine bürgerliche Anfrage im Sinne von Artikel 17 des Deutschen Grundgesetzes. Dort heißt es: "Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden." - Eine Einschränkung gemäß Artikel 17a liegt hier nicht vor.
Hiermit ergeht meine Bitte an die Stadtverwaltung und den Gesamt-Gemeinderat Ravensburg offenzulegen, welche Werte an CO2-Belastung für die Stadt Ravensburg samt ihrer Teilorte in den zurückliegenden Jahren seit 2020 durch verlässliche Messungen erfasst wurden. Die so erfassten CO2-Belastungen für das Jahr 2020 als Referenzwert und für die Jahre 2021 ff als Vergleichswerte sind unerlässlich, da nur so festgestellt werden kann, ob es tatsächlich und faktenbasiert zu Veränderungen von CO2-Emissionen gekommen ist. Denn dieses wurde im Jahr 2020 von der "Ravensburger Klimakommission" empfohlen und vom Gemeinderat im Anschluss daran amtlich beschlossen.
Meine Fragen dazu:
a) Wurden solche beweiskräftigen Messungen für die Jahre 2020 bis 2025 durch die Stadt Ravensburg oder eines von ihr beauftragten Unternehmens oder vom Regierungspräsidium Tübingen vorgenommen?
b) Wenn ja, wo und wann wurden sie hinterlegt/veröffentlicht? Wo sind sie für jeden Bürger einsehbar?
c) Wenn nein, warum nicht?
Am 27. Juli 2020 haben Sie im Rahmen der damals gegründeten "Klimakommission"
Immer wieder ist sinngemäß zu hören und zu lesen, die Ravensburger Stadtverwaltung und insbesondere das Umweltamt würden sich für den Umweltschutz einsetzen. Die Administration unter Herrn OB Dr. Rapp habe auch einige Öko-Auszeichnungen erhalten, heißt es. Leider jedoch - so äußern örtliche und regionale Umweltschützer
Ich persönlich vermute kritisch - und darum geht es in diesem Schreiben - dass die Reduktionen aufgrund von Untätigkeit der entsprechenden Stellen - aus welchen Gründen auch immer - in der Ravensburger Stadtverwaltung von 2020 bis dato ausgeblieben sind. Explizit stelle ich dies nicht als Behauptung oder gar als juristisch motivierte "
Meines Wissens wurden bis dato keine Messergebnisse/Messwerte von Seiten der Stadtverwaltung, eines Unternehmens oder des Regierungspräsidiums über den Ausstoß von CO2 in Ravensburg erfasst und - wenn doch, denn ich könnte mich täuschen - auch nicht veröffentlicht respektive öffentlich erwähnt. In diesem Fall (= keine Messergebnisse) würden leider auch die Argumente und Fakten meiner Kritik (dito) hinsichtlich eines Gegenbeweises in Form einer Behauptung fehlen, weshalb ich dieses unterlasse.
Wenn es sich so verhalten sollte und und sollte gerade die von mir oben gestellte Frage unter c) relevant sein, so muss ich leider konstatieren, dass Ihr Klimaversprechen von 2020 (= jährliche CO2-Reduktion) im Nachhinein wertlos ist und auch eine empirisch untermauerte Falsifikation unmöglich macht. Unter diesen Voraussetzungen könnte jeder "behaupten", was er gerade für sich als Vorteil sieht. Das aber wäre unhaltbar.
Ich muss Sie daran erinnern, dass für die Ravensburger Stadtspitze in den zurückliegenden Jahren (inklusive Corona-Jahre) Zeit und Geld genug vorhanden waren, um Projekte wie Sanierung des Gespinstmarkts, Umbau der Bauhütte, Sanierungen von Schule und Rathaus und nun auch des Blaserturm vorhanden waren respektive sind. Deshalb wären Argumente seitens der Stadt in diese Richtung für das Ausbleiben der CO2-Reduktion für mich wenig glaubhaft.
Ich bitte Sie, mir den Eingang dieses Schreibens zu bestätigen und mir einigermaßen zeitnah eine verwertbare Antwort auf dieses zu erteilen. Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Weinert, Ravensburg