Die Recherchen könnten folgender Maßen in einer Vergleichstabelle von "Zufriedenheit Westdeutschland 1975 vs. vereinte BRD 2025" dargestellt werden:
Deutschland (West) 1975 im Vergleich zur BRD (wiedervereinigt) 2025: Wirtschaft, Bildung, Sicherheit, Zufriedenheit und mehr ...
Am Silvesterabend - da im TV zunächst nichts Vernünftiges gesendet wurde - habe ich mir darüber Gedanken gemacht, ob Westdeutschland am 31.12.1975 (da war ich 24 Jahre alt) besser dastand, als die wieder vereinte BRD 2025 am gleichen Tag. Und zwar in Hinsicht auf die Bereiche der Wirtschaft, der Bildung, innerer und äußerer Sicherheit und in Hinsicht auf das Zufriedenheitsgefühl der Menschen.
| Kriterium | Westdeutschland 1975 | Deutschland 2025 |
|---|---|---|
| Durchschnittliche Lebenszufriedenheit auf einer Skala 0–10 | Historische Schätzwerte und Indikatoren deuten auf 6–7 | ~7,0–7,2 (aktuelle Glücksatlanten/Sozialberichte) |
| % „sehr zufrieden“ | Relativ hoch in stabilen Erwerbsgruppen; keine einheitliche Zahl | Ca. ~20–25 % sehr zufrieden (2024/25 - Befunde durch Umfragen). |
| Regionale Unterschiede | Stärker zwischen Industriezentren und ländlichen Regionen | Deutliche regionale Varianz; Industrieanteil korreliert positiv mit Zufriedenheit. |
| Indikatoren | Arbeitsplatzsicherheit, Sozialstaat, geringere Ungleichheit | Einkommen, Gesundheit, Arbeit, Inflation/Unsicherheit, Industrieanteil |
Messbare Werte 2024/25 zeigen eine Lebenszufriedenheit um ~7,0 auf 0–10‑Skala, nach Rückschlägen während der Pandemie und der Energiekrise eine leichte Erholung.
Materieller Wohlstand, Gesundheitsversorgung und Bildung sind heute breiter verfügbar, was das mittlere Wohlbefinden stützt. Diese objektiven Verbesserungen spiegeln sich in Umfragen wider.
Soziale Kohärenz und Erwartungshorizont: Für viele Westdeutsche bedeutete die Nachkriegs‑
Wirtschaftsentwicklung Stabilität; relative Erwartungen waren niedriger, wodurch subjektive Zufriedenheit in bestimmten Gruppen hoch war. Politische Gewalt (RAF) und Ölkrise wirkten jedoch dämpfend. Datenlage: Es gibt keine flächendeckend vergleichbare, standardisierte Lebenszufriedenheitsreihe von 1975 bis heute; Aussagen beruhen auf retrospektiven Indikatoren und soziologischen Studien.
Verteilung zählt: 2025 ist der Durchschnitt höher, aber Ungleichheit und regionale Unterschiede sind größer — das heißt: Gewinner sind zufriedener, Verlierer unzufriedener.
Sicherheitsgefühl vs. objektive Lage: Objektive Kriminalitätsraten sind vielerorts gesunken, das Sicherheitsgefühl ist aber ambivalent und beeinflusst das Zufriedenheitsgefühl.
| Bereich | Tendenz 1975 vs. 2025 (Westdeutschland 1975 vs. Deutschland heute) |
|---|---|
| Wirtschaft (gesamt) | Heute materiell deutlich besser (BIP/Kopf, Ausstattung, Produktivität) |
| Reallöhne unten/mittel | Eher knapp besser bis stagnierend, mit Phasen der Stagnation |
| Bildung | Heute klar besser: mehr Bildungsjahre, mehr Abitur/Studium |
| Innere Sicherheit | Klassische Kriminalität eher gesunken, Sicherheitsgefühl und neue Risiken: heute ambivalenter |
| Internationale Anerkennung | Heute wirtschaftlich/geopolitisch gewichtiger, aber Ostpolitik-„Glanz“ der 70er fehlt |
| Soziale Schere | Heute klar stärker geöffnet (Einkommen, vor allem Vermögen, Armutsrisiko) |
1. Ausgangspunkt
Vergleichsbasis: 1975: alte Bundesrepublik (Westdeutschland). Heute: vereintes Deutschland
Inflationsbereinigt: Gesamtwirtschaftlich ist Deutschland heute deutlich reicher als 1975, auch pro Kopf.
Drei wichtige Einschränkungen:
Ostdeutschland lag 1990 weit zurück; der Aufholprozess prägt viele Durchschnittszahlen.
Verteilung: Es zählt nicht nur, wie viel, sondern wie verteilt.
Gefühlte Lage (Sicherheitsgefühl, Zukunftsoptimismus) weicht oft von den Zahlen ab.
2. Wirtschaft: „objektiv reicher“, aber ungleicher und gestresster
2.1 BIP, Produktivität, Lebensstandard
Reales BIP pro Kopf: Deutschland hat sein reales BIP pro Kopf seit Mitte der 1970er Jahre ungefähr verdoppelt (Größenordnung). Das heißt: Im Durchschnitt kann sich die Gesellschaft heute deutlich mehr leisten als 1975 – trotz Krisen (Ölkrisen damals, Finanzkrise, Eurokrise, Pandemie, Energiepreisschock heute). Zahlen u.a. in langfristigen Sozial- und Wirtschaftsberichten zusammengefasst.)
Ausstattung im Alltag: 1975 waren Auto, Telefon, Urlaubsreisen ins Ausland teilweise noch Statussymbole. Heute sind:
- Zentralheizung, Bad, Kühlschrank, Farbfernseher, Auto, Urlaubsreisen in vielen Haushalten Standard.
Digitale Infrastruktur, medizinische Versorgung, Wohnfläche pro Kopf sind deutlich höher als 1975.
Reallöhne: Die gesamtwirtschaftliche Produktivität ist kräftig gestiegen, aber die Reallohnentwicklung war für viele Jahre nur mäßig. Gerade im unteren Bereich stagnierte sie lange, während Gewinne und hohe Einkommen stärker zulegten.
2.2 Arbeitsmarkt und Sicherungssysteme
Arbeitslosigkeit: 1975 war die Arbeitslosigkeit in der alten BRD noch relativ niedrig, stieg aber im Zuge der ersten Ölkrise deutlich an. In den 2000er Jahren erreichte Deutschland Rekord-Arbeitslosigkeit, seit etwa 2010 folgten Jahre mit historisch hoher Beschäftigung, bevor Pandemie und Energiekrise wieder Belastungen brachten.
Soziale Sicherung:
1975: großzügigere Rentenperspektiven für viele Westdeutsche, aber deutlich geringerer Wohlstand im Osten, Frauen oft nicht voll abgesichert.
Heute: höhere Lebenserwartung, mehr Erwerbstätigkeit von Frauen, aber demografischer Druck auf Renten und Pflege, Zunahme prekärer Beschäftigung.
Bilanz Wirtschaft: Materiell und produktiv geht es Deutschland heute klar besser. Aber der subjektive Eindruck „es bleibt weniger hängen“ ist für viele nicht eingebildet, sondern Ausdruck ungleicher verteilter Wohlstandsgewinne.
3. Bildung: breiter, länger, durchlässiger – mit neuen Baustellen
3.1 Bildungsniveau
Bildungsjahre und Abschlüsse: Seit den 1970er Jahren ist die durchschnittliche Zahl der Bildungsjahre pro Person deutlich gestiegen. Der Anteil mit Abitur und Hochschulabschluss ist um ein Vielfaches höher als 1975; damals war Abitur klarer "Elitefilter", heute ist es eher "Massenqualifikation".
Frühkindliche und berufliche Bildung:
Ausbau von Kitas und Ganztagsschulen (wenn auch oft unzureichend).
Duale Ausbildung bleibt ein Stärke, musste sich aber gegen Akademisierungstrend und Fachkräftemangel behaupten.
3.2 Bildungsungleichheit
Chancengleichheit: Soziale Herkunft beeinflusst den Bildungserfolg nach wie vor stark. Aber im Vergleich zu 1975 haben viel mehr Kinder aus Arbeiter- und Migrantenfamilien die Chance auf höhere Bildung. Dennoch sehen Studien weiterhin eine hohe soziale Selektivität des deutschen Schulsystems.
Bilanz Bildung: Objektiv: klar besser heute – längere Bildung, höhere Qualifikationen, breiterer Zugang. Subjektiv: Überlastete Schulen, Lehrermangel, Integrationsaufgaben sorgen dafür, dass sich das nicht unbedingt „besser“ anfühlt.
4. Innere Sicherheit: weniger klassische Kriminalität, mehr diffuse Unsicherheit
4.1 Reale Kriminalität
Gewalt- und Eigentumskriminalität: Langfristige Statistiken zeigen, dass viele Formen der klassischen Kriminalität (Einbruch, Diebstahl etc.) seit den 1990ern eher rückläufig sind oder auf niedrigerem Niveau liegen als in früheren Jahrzehnten. Die 1970er Jahre waren gekennzeichnet von RAF-Terror, politischer Gewalt und einer anderen Form von Unsicherheit.
Neue Kriminalitätsformen: Heute: Cybercrime, organisierte Finanzkriminalität, Hass im Netz – Formen, die 1975 in dieser Dimension nicht existierten und statistisch schwerer zu fassen sind.
4.2 Sicherheitsgefühl
Subjektive Sicherheit: Studien zeigen, dass sich das Sicherheitsgefühl nicht einfach an den Kriminalitätszahlen ausrichten lässt. Besonders ältere Menschen, Frauen und Menschen mit geringem Einkommen sorgen sich stark um Kriminalität, und das Sicherheitsgefühl ist sozial und regional ungleich verteilt.
Bilanz Innere Sicherheit: Rein nach klassischen Delikten und der Terrorlage war 1975 nicht „sicherer“ als heute – im Gegenteil, es gab massive politische Gewalt. Heute sind Polizei, Technik, Rechtsschutz besser, aber die gefühlte Unsicherheit ist teilweise größer, gespeist aus Medien (Panikverbreitung), globalen Krisen und neuen Formen von Kriminalität.
5. Internationale Anerkennung: Vom geteilten Staat zur Mittelmacht mit Gewicht
5.1 1975: Westdeutsche Ostpolitik und Kalter Krieg
Die alte BRD war 1975:
wirtschaftlich stark, aber militärisch und außenpolitisch stark in die Westbindung eingebettet;
nicht souverän im heutigen Sinne (Viermächte-Status Berlins, deutsche Teilung);
prestigeträchtig durch Brandts Ostpolitik und den KSZE-Prozess (Helsinki 1975), aber eben „nur“ Westdeutschland.
5.2 Heute: Vereintes Deutschland in EU und Nato
Vereintes Deutschland ist:
eine der größten Volkswirtschaften der Welt, führend in der EU;
zentraler Akteur in Euro-, Klima- und Sicherheitspolitik; allerdings sind die Unverlässlichkeit der USA unter Donald Trump ein Faktor zunehmender Unsicherheit
gleichzeitig kritisiert (zögerliche Außenpolitik, Energieabhängigkeiten, Umgang mit Russland/China).
Bilanz Internationale Anerkennung: Objektiv ist Deutschland heute wichtiger, souveräner und einflussreicher als 1975. Subjektiv wirkt die Lage oft bedrückender, weil die Verantwortung größer ist und globale Krisen sichtbarer sind. Der 1975 latente Antisemitismus ist in den vergangenen Jahren bis dato offen ausgebrochen. Vor allem von "links" und dem Islamismus. Aber auch von rechts.
6. Soziale Schere: klar weiter aufgegangen
6.1 Einkommensungleichheit und Armut
Einkommensungleichheit: Studien zeigen einen deutlichen Anstieg der marktbasierten Einkommensungleichheit seit den 1980er/1990er Jahren. Auch nach Umverteilung durch Steuern und Transfers ist der Gini-Koeffizient (Index der Ungleichverteilung) höher als damals.
Armutsrisiko: Die Armutsquote (z. B. relative Einkommensarmut) hat langfristig zugenommen und zuletzt Höchststände erreicht, dabei sind insbesondere Rentner/innen, Alleinerziehende, Kinder und bestimmte Migrantengruppen betroffen.
6.2 Vermögensungleichheit
Vermögen: Vermögen sind in Deutschland sehr viel ungleicher verteilt als Einkommen. Die oberen 10 % halten einen sehr großen Teil des Gesamtvermögens; das hat sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte eher verstärkt als abgeschwächt.
Erbschaften und Eigentum: Immobilien- und Kapitalpreise sind stark gestiegen, was jene begünstigt, die bereits Vermögen hatten. Für Menschen ohne familiäre Rücklagen wird Vermögensbildung (z. B. Wohneigentum) deutlich schwerer.
Bilanz Soziale Schere: Hier ist die Antwort ziemlich klar: Die soziale, insbesondere die Vermögensungleichheit ist heute stärker als 1975. Gerade unten und in der Mitte fühlen das viele – trotz gesamtwirtschaftlich höheren Niveaus.
7. Gesamtbild: Wann ging es Deutschland besser?Wenn man es brutal verkürzt:
Materieller Wohlstand, Bildung, medizinische Versorgung, internationale Stellung: → Heute liegt Deutschland diesbezüglich deutlich besser als 1975.
Verteilungsgerechtigkeit, soziale Spaltung, gefühlte Sicherheit und Planbarkeit: → 1975 wirkt im Rückblick „geregelter“ und homogener, auch weil es weniger Globalisierung, weniger Migration, weniger offene Konfliktlinien gab – aber auch weniger Teilhabe (Frauen, Ostdeutsche, viele Minderheiten).
Oder anders gesagt: 1975 ging es dem „durchschnittlichen“ Westdeutschen materiell schlechter, aber relativ zu seiner Umgebung oft sicherer und berechenbarer; 2025 geht es den Deutschen im Ganzem finanziell und materiell besser, sie sind gebildeter und einflussreicher, aber zugleich ungleicher, nervöser und polarisierter.
1) Wirtschaft
| Kennziffer | 1975 (Westdeutschland) | 2025 (Deutschland) | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Reales BIP pro Kopf | ca. 20.000–22.000 € (heutige Preise) | ca. 46.000–50.000 € | Verdopplung des materiellen Wohlstands pro Kopf. Deutschland ist heute objektiv reicher. |
| Arbeitslosenquote | ca. 3,5–4,0 % | ca. 5–6 % | 1975 noch „Vollbeschäftigung“, aber Ölkrise im Anrollen. Heute höhere Quote, aber deutlich mehr Frauen im Arbeitsmarkt. |
| Reallöhne (Median) | niedriger als heute | leicht höher, aber lange Stagnation | Produktivität stieg stark, Löhne unten/mittig kaum. Gefühl „es bleibt weniger hängen“ ist real. |
| Ausstattung privater Haushalte | Auto, Telefon, Bad nicht selbstverständlich | nahezu Vollausstattung, digitale Infrastruktur | Lebensstandard ist heute massiv höher. |
2) Bildung
| Kennziffer | 1975 | 2025 | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Abiturquote | ca. 10–15 % | ca. 50 % | Bildung wurde breiter und durchlässiger. |
| Studierendenquote | ca. 6–8 % eines Jahrgangs | ca. 30–35 % | Akademisierung stark gestiegen. |
| Kita-/Ganztagsbetreuung | gering | deutlich ausgebaut | Vereinbarkeit & frühkindliche Bildung heute klar besser. |
| Soziale Selektivität | sehr hoch | immer noch hoch | Fortschritte, aber Herkunft bleibt entscheidend. |
3) Innere Sicherheit
| Kennziffer | 1975 | 2025 | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Politische Gewalt | RAF-Terror, Entführungen, Bomben | kaum politischer Terror | 1970er waren objektiv gefährlicher. |
| Einbruch/Diebstahl | höher | deutlich gesunken | Langfristiger Rückgang klassischer Kriminalität. |
| Cybercrime | praktisch nicht existent | stark steigend | Neue Risiken, schwer messbar. |
| Sicherheitsgefühl | relativ hoch | gespalten, oft niedrig | Medien, Globalisierung, Migration, Krisen → diffuse Unsicherheit, |
4) Internationale Anerkennung
| Kennziffer | 1975 (BRD) | 2025 (vereintes Deutschland) | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Souveränität | eingeschränkt (Viermächte-Status) | voll souverän | Deutschland heute politisch eigenständiger. |
| Geopolitisches Gewicht | mittel | hoch (EU-Kernstaat, G7) | Deutschland heute wichtiger, aber stärker kritisiert, gefühlt "Spielball" der Großmächte China, USA, Russland |
| Außenpolitisches Image | Ostpolitik-Glanz | ambivalent | Früher Hoffnungsträger, heute „zögerlich“ wahrgenommen. |
5) Soziale Schere
| Kennziffer | 1975 | 2025 | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Gini-Koeffizient Einkommen | niedriger | höher | Einkommensungleichheit gestiegen. |
| Vermögensungleichheit | hoch | extrem hoch | Top 10 % besitzen Großteil des Vermögens. |
| Armutsquote | deutlich niedriger | historisch hoch | Besonders Kinder, Alleinerziehende, Migranten betroffen. |
| Wohneigentum | leichter erreichbar | schwerer erreichbar | Immobilienpreise → Vermögensaufbau erschwert. |
Deutschland ist 2025 materiell reicher, gebildeter und international einflussreicher als 1975 – aber zugleich ungleicher, nervöser und gesellschaftlich gespaltener.
Wirtschaft
„Objektiv ist Deutschland heute doppelt so reich wie 1975. Subjektiv fühlen sich viele ärmer – und das ist kein Irrtum, sondern Folge einer ungleich verteilten Wohlstandsentwicklung.“
Bildung
„Noch nie hatten so viele Menschen Zugang zu höherer Bildung. Doch das Versprechen sozialer Durchlässigkeit bleibt unvollständig.“
Innere Sicherheit
„Die 1970er waren von Terror geprägt, die Gegenwart von Cybercrime und Unsicherheit. Die reale Gefahr ist gesunken, das Gefühl der Gefahr gestiegen.“
Internationale Anerkennung
„Aus der halb-souveränen BRD wurde ein globaler Akteur. Doch mit der Größe wuchs auch die Erwartung – und die Kritik.“
Soziale Schere
„Die Ungleichheit ist der Bereich, in dem Deutschland heute klar schlechter dasteht als 1975. Die Mitte trägt mehr Lasten, während Vermögen sich oben konzentriert.“
Hier die Daten noch einmal übersichtlich in Tabellenform
WIRTSCHAFT
Reales BIP pro Kopf .......... 1975: ~20–22 Tsd. € | 2025: ~46–50 Tsd. €
Reallöhne (Median) ........... 1975: niedriger | 2025: leicht höher, stagnierend
Arbeitslosenquote ............ 1975: 3–4 % | 2025: 5–6 %
Lebensstandard ............... 1975: begrenzt | 2025: sehr hoch (Ausstattung, Mobilität)
BILDUNG
Abiturquote ................... 1975: 10–15 % | 2025: ~50 %
Studierendenquote ............. 1975: 6–8 % | 2025: 30–35 %
Kita/Ganztag .................. 1975: gering | 2025: stark ausgebaut
Soziale Selektivität .......... 1975: sehr hoch | 2025: immer noch hoch
INNERE SICHERHEIT
Politische Gewalt ............. 1975: RAF-Terror | 2025: kaum Terror
Einbruch/Diebstahl ............ 1975: höher | 2025: deutlich gesunken
Cybercrime ..................... 1975: nicht existent| 2025: stark steigend
Sicherheitsgefühl ............. 1975: höher | 2025: gespalten
INTERNATIONALE ANERKENNUNG
Souveränität .................. 1975: eingeschränkt | 2025: voll souverän
Geopolitisches Gewicht ........ 1975: mittel | 2025: hoch (EU/G7)
Image ......................... 1975: Ostpolitik | 2025: ambivalent
SOZIALE SCHERE
Einkommensungleichheit ........ 1975: niedriger | 2025: höher
Vermögensungleichheit ........ 1975: hoch | 2025: extrem hoch
Armutsquote ................... 1975: niedriger | 2025: historisch hoch
Wohneigentum .................. 1975: leichter | 2025: schwererWohnkosten
Ravensburg gehört heute zu den teuersten Mittelstädten Baden-Württembergs.
Die Mieten haben sich seit den 1990ern mehr als verdoppelt.
Kaufpreise liegen auf Großstadtniveau, obwohl Ravensburg statistisch gesehen und per Definition eine Kleinstadt ist.
Für junge Familien ist Wohneigentum kaum erreichbar.
Fazit: Die soziale Schere ist in Ravensburg besonders sichtbar – Wohnkosten sind der Haupttreiber.
Soziale LageRavensburg ist wohlhabend, aber die Armutsquote steigt auch hier.
Besonders betroffen: Alleinerziehende, ältere Frauen, Menschen mit Migrationsgeschichte.
Die "Tafeln" melden steigende Nachfrage.
Gleichzeitig wächst der Wohlstand in den oberen Schichten (Erbschaften, Immobilien).
Fazit: Die Stadt wirkt wohlhabend – aber unter der Oberfläche wächst die Polarisierung.
Innere SicherheitRavensburg ist objektiv sicherer als der Landesdurchschnitt.
Gewaltkriminalität ist niedrig, Eigentumsdelikte sind rückläufig.
Gleichzeitig steigt das subjektive Unsicherheitsgefühl, besonders abends in der Innenstadt.
Gründe: mediale Wahrnehmung, soziale Spannungen, sichtbare Armut, Alkohol- und Drogenprobleme.
Fazit: Die Zahlen sind gut – das Gefühl ist schlechter, auch und gerade durch die mediale ("Schwäbische Zeitung") Berichterstattung.
Regionale BesonderheitenRavensburg profitiert stark von der Nähe zu Bodensee, Schweiz, und der Lage in Oberschwaben.
Wirtschaftlich stabil durch Maschinenbau, IT, Gesundheitswesen, Pharmaka, Tourismus.
Gleichzeitig: Fachkräftemangel, hohe Lebenshaltungskosten, Verkehrsprobleme.
Fazit: Ravensburg ist als eine „reiche, aber angespannte“ Stadt zu benennen.