REBOOT & REVIVAL für Ravensburg ... Die Chance für den 8. März 2026
21. Januar, 2026 um 9:17 Uhr,
1 Kommentar
Stefan Weinert, Blogger mit AussichtGestern las ich auf einem Plakat den Spruch "Demokratie braucht keine Alternative". Im Kontext war hier natürlich vor allem die AfD gemeint, die sich als Alternative für Deutschland sieht. Der Spruch auf dem Plakat hätte also richtigerweise lauten müssen: "Deutschland braucht keine Alternative". Ich bin strikt gegen die AfD (wie jeder und jede weiß), aber ich hasse deren Vertreter und Vertreterinnen, die Menschen sind, nicht. Jene "hinter" dem Plakat - so meine Wahrnehmung - sind jedoch so voll von Hass gegen diese "Alternative", dass sie blind geworden sind oder nicht mehr richtig hinschauen. Deutschland braucht in der Tat keine AfD. Doch es hat seine Gründe, warum sie zwei Jahre nach ihrer Gründung (das war 2013) stark nach rechts gerückt ist und sukzessive bis heute rund ein Viertel der Wählerschaft auf ihre Seite gezogen hat. Es ist die miese Umsetzung der im Grundgesetz verankerten "Volksherrschaft" in den tatsächlichen Alltag des Bürgers durch die etablierte und sich selbst so nennende demokratische Mitte, die dafür verantwortlich ist, dass es die AfD in dieser Stärke gibt. Von daher klingt der blind gemeinte Vers "Demokratie braucht keine Alternative" schon fast zynisch, suggeriert und impliziert, die deutsche Demokratie wäre perfekt, wenn es die AfD nicht gäbe. Und genau das ist der Trugschluss. Unsere Volksherrschaft entsprach schon in den 1950er- und 60er-Jahren nicht den Vorstellungen der Gründungsmitglieder des freien Nachkriegsdeutschlands. Unter Willy Brandt leuchtete die wahre Demokratie für ein paar gute Jahre kurz auf, verharrte unter Helmut Schmidt am Horizont echter Volksherrschaft, um dann unter Helmut Kohl zurück in die politische Nacht zu versinken. Hartz-IV unter Gerhard Schröder trat in Richtung der Schwachen noch mal richtig nach, und Angela Merkels "Wir schaffen das" hat zwar vielen Notleidenden die Tür ins "Gelobte Land" geöffnet, aber eben auch die AfD nach Rechtsaußen katapultiert. Olaf Scholz' "Zeitenwende" war ein Desaster und die Volksherrschaft unter Friedrich Merz wurde durch das "Stadtbild" ersetzt.Was die DEMOKRATIE benötigt, ist ein REBOOT - oder besser gesagt: ein REVIVAL. Was ich oben geschrieben habe, gilt auch für viele Bundesländer, deren Kreise und ihre großen und freien Städte. Wie zum Beispiel - wie könnte es anders sein - Ravensburg in Oberschwaben, rechts und links der mäandernden "Schussen". Ich habe das schon oft angesprochen und Vorschläge gemacht. Ergebnis: Blowin' in the wind. Jedenfalls bei denen, an die die Vorschläge adressiert waren. Nicht aber bei den Lesern meines Blogs, bei Freunden und Bekannten und vielen Unbekannten in Ravensburg. Würde ich jetzt noch einmal an die drei Bürgermeister und an die über 40 Damen und Herren des Ravensburger Gemeinderats schreiben, käme es mir vor, als würde ich "Perlen vor die Säue" werfen (Matthäus 7, Vers 6). Wie die Klammer verrät, soll der einfache Handwerker, der Sohn des Zimmermanns aus Nazareth, dies einst zu seinen Freunden gesagt haben. Jener Jesus, den die auch in Ravensburg größte Partei vor sich herträgt und sich damit hinter ihm versteckt. Doch die anderen Parteien sind da nicht besser. Die SPD hat das "Soziale" längst verraten, und die Turnschuhe der Grünen "hängen" verrottet an den Bäumen, die sie einst retten wollten, aber nun dem Kie$ geopfert haben. Was es in Ravensburg wirklich bräuchte, wäre ein "Mann aus der Mitte des arbeitenden und vernachlässigten" Volkes oder eine Frau, die aus eigener Erfahrung weiß, wie hart es ist, Beruf, Familie und Alltag zusammenbringen zu müssen. Deshalb lasse ich es auch, mich direkt zum wiederholten Male an die Administration und ihr Anhängsel (GR) zu wenden. Auch deshalb, weil mir ein Stadtrat neulich ins Gesicht gesagt hatte, dass meine Anliegen, zu denen ich auf meinem Blog schreibe (wie z.B. dies hier), ihn nicht interessieren würden. Er hat - so meinte er - ganz andere Themen auf seiner Agenda. Also passt es doch so!Deshalb mag das, was folgt, eine Ergänzung oder ein Vorschlag für ein Wahlprogramm derer sein, die bereits sind, sich als Gegenkandidat oder Gegenkandidatin des amtierenden Oberbürgermeisters am 8. März 2026 zu einer echten demokratischen (Aus)-Wahl zu stellen.
Übrigens: Eine Altersobergrenze für die Bewerbung auf ein und Ausübung eines Bürgermeisteramt(s) in Baden-Württemberg gibt es nicht mehr. Siehe hier: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/baden-wuerttemberg-kommunalrecht-wahlen-gemeinderaete-16-jahre-kommunen
Projekt „Demokratie‑Revival-Ravensburg“ (DRR)
Das Projekt „Demokratie‑Revival-
Ziel der ersten 90 Tage sind sichtbare Verbesserungen für Bürgerinnen und Bürger, belastbare Nutzungsdaten und eine Grundlage für die Skalierung erfolgreicher Maßnahmen. Keine großen Theorien. Der Staat (in diesem Fall die Stadt) muss ein echtes und nicht nur herbeigeredetes WIR-Gefühl erhalten, was bedeutet, die Bürger und Bürgerinnen ernsthaft und direkt mitreden können (nicht nur über die von ihnen gewählten Gemeinderatsmitglieder, deren Statements immer Partei gefärbt und mit Taktik bestückt sind) und vor allem: Schluss mit der Intransparenz.
- Ein Blick auf die Demografie-Pyramide erfordert, dass ältere Menschen, die sich mit der elektronischen Datenerfassung nicht auskennen und die entsprechende Infrastruktur auch gar nicht besitzen, dennoch ihre Anliegen analog und auf Augenhöhe im persönlichen Kontakt, ihre behördlichen Angelegenheiten erledigen können. Dass "Online-Verkehr" Personal sparen lässt, ist mehr oder weniger ein Märchen. Denn trotz der hohen Digital-Dichte "stöhnt" die Stadtverwaltung unter Personalmangel.
- An sämtlichen öffentlichen Schulen Ravensburgs - von der Grundschulstufe bis zur "Oberprima" - müssen Workshops zum Thema "Demokratielernen" installiert, implementiert und entsprechende Lehrerfortbildungen müssen angestoßen werden.
- Jedes der fünf großen Wohnquartiere (Weststadt, Südstadt, City, Oststadt, Nordstadt) benötigt einen von der Stadtverwaltung unabhängigen Ombudsmann/eine Ombudsfrau. Dazu muss eine entsprechende Online-Plattform bzw. Gesprächsrunde (Quartiersforum) mit dem Ziel, echte Partizipation einzurichten, deren Ergebnisse an die Stadtverwaltung gehen - inklusive einer verbindlichen Rückmeldung von dort.
- Die von vielen Bürgern - und auch von mir - empfundene ungute Verbindung der Stadtverwaltung mit der hiesigen Presse muss unbedingt beendet werden. Es ist nicht Aufgabe der Rathaus-Administration, sich der wohlwollenden Unterstützung der "Schwäbischen Zeitung" (Redaktion Ravensburg) zur Durchsetzung ihrer Politik auszusetzen. Doch die Berichterstattung (oder das Schweigen) der Presse in den zurückliegenden 16 Jahren (2 x 8) zeigt genau dies. Zum Beispiel hat die "Schwäbische" bis dato in ihrer Berichterstattung über den skandalösen Vorfall an Weihnachten 2025 (Obdachlosem wird Bett und Unterkunft verweigert) geschwiegen
- Das "Soziale", die Klimapolitik, die Bürgerfürsorge und die Bürgernähe müssen wieder in den Vordergrund gerückt werden. Es kann nicht sein, dass Events, Belustigungen, Profit, Effizienz und überteuerte Sanierungen im Vordergrund stehen, und der Bürger - vom Obdachlosen bis zum fleißigen Handwerker - trotz "Sonnenscheins" in den Büros, im "Regen" stehen gelassen wird.
- Steuergelder - auch Zuschüsse von Land und Bund sind Steuergelder - müssen in Zukunft sorgsam verplant und ausgegeben werden. Vor allem müssen die Relationen stimmen. Und es müssen die undurchsichtigen Kostenexplosionen bei den Sanierungsprojekten der vergangenen Jahre aufgedeckt werden!
1 Kommentar - REBOOT & REVIVAL für Ravensburg ... Die Chance für den 8. März 2026
Winfried Schneider - 21. Januar, 2026 um 16:32 Uhr
Zuallererst meine Anerkennung für den Einsatz des Bloggers, dass die diskriminierende Altersgrenze für OB Bewerber endlich gefallen ist. Dafür hatte er sich schon seit Jahren auf Landesebene eingesetzt. Erschreckend an dem Artikel finde ich die Aussage eines Stadtratmitglieds, dass ihn die Themen auf diesem Blog nicht interessieren und er andere auf der Agenda seiner Arbeit hätte. Genau diese Arroganz und Ignoranz der Themen, die die Bürger interessieren und hier sehr wohl breit auf diesem Blog vertreten sind, ist es, die den politischen Parteien an den extremen Rändern Tür und Tor öffnet. Auch die Art, wie die Stadtverwaltung leider oft genug die Themen und Anliegen der Bürger resultativ ignoriert, tut ihr übriges dazu. Es bräuchte tatsächlich einen kompletten Neustart für Ravensburg. Die Presse und Stadtverwaltung werden ihre Gründe haben, dass auch dieses Mal das Thema "OB Wahlkampf" auf nur absolut niedrigster Flamme gekocht wird. In vergleichbar großen Städten mit einer vergleichbar hohen Attraktivität wäre schon seit Monaten ein großer "Presserummel". Auch zu diesem Thema erweist sich der Blog als alternativlos, was eigentlich ärmlich ist, und zwar ärmlich für eine meiner Meinung nach nicht mehr ausreichende Berichterstattung und Diskussion in der lokalen Presse nicht nur aber auch in Bezug auf dieses Thema. Dabei würden lebendige und kontroverse Diskussionen gerade zu einer Stärkung der Demokratie führen und zu befürchten haben nur diejenigen Volksvertreter (ungeachtet der Parteizugehörigkeit) etwas, die den Willen des Volkes, das sie gewählt hat, missachten. Dabei werden aufmerksame Blogleser auch wissen, dass in Ravensburg leider nicht nur öfters der Volkswille der Mehrheit missachtet wird (es gibt z.B. eine verschwindend mikroskopisch kleine Zustimmung für das seit Jahren nicht implizierte Kostencontrolling auf der Baubehörde gegen jährliche Verschwendungen bei Großbauprojekten in hoher Millionenhöhe und auf Pump). Es werden auch seit Jahren beim Kulturdenkmal Eschersteg das Landesdenkmalschutzgesetz und ein Landtagsbeschluss "mit Füßen getreten" und beim Neubaugebiet Kohlenberg werden auch seit Jahren Beschlüsse des Landtags ignoriert und Bauvorschriften nicht eingehalten, obwohl der Landtag sogar die Stadtverwaltung dazu verpflichtet hat, bei gewissen Themen in o.g. Baugebiet die Gesetze einzuhalten. Dies ist für sich schon betrachtet einerseits ein Witz und andererseits sehr traurig. In einer funktionierenden lokalen Presse würden all diese Themen angesichts des OB Wahlkampfes intensiv diskutiert, was hier auch dieses Mal wieder nicht stattfindet. Daher habe ich mich persönlich für das entschieden, was viele Ravensburger Bürger vor mir schon gemacht haben: Ich lese die örtliche Presse nicht mehr, nur diesen Blog und eine überregionale Zeitung und ziehe darüber hinaus die Konsequenz an der Wahlurne.