Jährliche Mietzahlungen für das WLZ-Gebäude in Millionenhöhe?
Nachrichtlich: RP Tübingen
Zur Kenntnis: Mitglieder des Ravensburger Gemeinderates
Herren Bürgermeister
Dr. Daniel Rapp, Dr. Andreas Honikel-Günther, Dirk Bastin
Mietzahlungen für das WLZ-Gebäude
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Zusammenhang mit der geplanten Nutzung des ehemaligen WLZ‑Gebäudes (Speicherhaus, Meersburger Straße) als Standort für das Baudezernat und die Kämmerei bitte ich um Auskunft nach dem LIFG über die vertraglich vereinbarte Jahresmiete bzw. monatliche Miete sowie über vereinbarte Nebenkostenregelungen (Betriebskosten, Instandhaltung, Mietstaffeln, ggf. mietfreie Zeiten oder Investitionszuschüsse).
Nach meinen Informationen
1) gehört das WLZ‑Gebäude („Speicherhaus“) der Immobiliengesellschaft Monvue GmbH & Co. KG (Schulz Group);
2) ist die Stadt Ravensburg mit dem Baudezernat, der Kämmerei und den technischen Ämtern Hauptmieter des Gebäudes?
3) umfasst die von der Stadt gemietete Gesamtfläche 5.600 m².
Ausgehend von den marktüblichen Büro-Mietpreisen für hochwertige, sanierte Büroflächen in einer Kreisstadt wie Ravensburg liegen diese schätzungsweise im Bereich von 10 bis 18 € pro m²/Monat (= Netto-Kaltmiete). Für ein denkmalgeschütztes, hochwertig saniertes Objekt dürfte der Mietpreis am oberen Ende dieses Spektrums liegen. Demnach ergeben sich für mich folgende drei Mietszenarien:
a) niedriges Szenario (= 10 €/m²/Monat), das würde bedeuten
aa) monatliche Miete zirka 56.000 €
ab) jährliche Miete zirka 672.000 €
b) mittleres Szenario (14 €/m²/Monat), das würde bedeuten
ba) monatliche Miete zirka 78.400 €
bb) jährliche Miete zirka 940.800 E
c) Hohes Szenario (18 €/m²/Monat), das würde bedeuten
ca) monatliche Miete zirka 100.800 €
cb) jährliche Miete zirka 1.209.600 €
In diesen drei Szenarien sind die Betriebskosten (siehe oben), Kosten für Instandhaltung, eventuelle Mietstaffelung oder Sondervereinbarungen (z. B. Renovierungszuschüsse, mietfreie Zeiten) nicht mit eingerechnet. Wie hoch sind diese monatlich/jährlich anzusetzen und welche Vereinbarungen darüber hinaus gibt es?
Selbst für den Fall, dass das unter b) aufgeführte Szenario in etwa zutreffen würde, läge die jährliche Kaltmiete für dieses Mietprojekt bei knapp einer (1) Million Euro. Vermutlich aber werden die Kosten für die Kaltmiete (siehe oben) bei über einer (1) Million Euro liegen.
Meine Recherchen haben ergeben, dass es seitens der Stadt Ravensburg bisher keinerlei Verlautbarungen (auch nicht über die "Schwäbische Zeitung") über die Kosten oder voraussichtlichen Kosten der WLZ-Miete zu Lasten des Steuerzahlers gibt. Mag sein, es gibt darüber Informationen in den öffentlich nicht zugänglichen Unterlagen. Es könnte auch sein, dass die Verhandlungen über die Höhe der jeweiligen Mieten noch nicht abgeschlossen sind. Sollte das so sein, bitte ich Sie in beiden Fällen um eine entsprechende Bestätigung.
Letztlich aber hat der Bürger das Recht zu erfahren, ob bei diesen horrenden Summen nicht doch ein Kauf des Gebäudes sinnvoller gewesen wäre, oder noch besser: ein Verzicht sowohl auf Miete als auch auf Kauf.
Mit Dank und freundlichen Grüßen,
Stefan Weinert, Ravensburg