Wenn der Pfingstwind am Ravensburger Mehlsack abprallt und bei der Oberschwabenhalle zum Sturm im Wasserglas wird ...
Ein frischer Pfingstwind zieht Richtung des oberschwäbischen Schussentals – doch bevor er die Kommune Ravensburg erreicht, bleibt er beim Bezner-Areal (spätestens am "Mehlsack") hängen, als pralle er an einer unsichtbaren Windschutzscheibe ab. Doch unten im Tal ringt die Oberschwabenhalle (OSH) um ihre Zukunft. Während die Stadtverwaltung ihre Umdeutung der OSH zur Sportarena als „frischen Wind aus Südwest“ verkauft, erleben Bürger der Stadt und der Region ein Schauspiel, das eher an die offensichtliche Partnerstadt "Schilda" erinnert. Die Zeitung schreibt, was die Amtsstuben vorgeben, der Blogger schreibt, was die Menschen denken – und dazwischen verhallt eine Petition mit fast 500 Stimmen wie ein Feuerstoß gegen eine geschlossene Brandschutztür. Pfingsten bringt eigentlich Geist, Aufbruch und Klarheit. Doch in Ravensburg herrscht Flaute: ein Gemeinderat, der beharrlich schweigt; eine Verwaltung, die Bürgerbeteiligung will und lobt, aber nicht praktiziert; und eine Stadt, die ihre echten Probleme unter den Teppich kehrt. Die Frage ist: Wann kehrt der demokratische Geist zurück – und wann beginnt der Wind, den diese Stadt wirklich braucht?
Ravensburg - Während der frische Pfingstwind über die Hügel Oberschwabens streicht, scheint er an Ravensburg vorbeizuziehen. Ja, vorbeiziehen zu müssen! Die Stadt mit dem atmenden Stück Stadtgeschichte, nämlich der Oberschwabenhalle. Inmitten des Zentrums eines Sturmes im Wasserglas. Ravensburg und die Region "Oberschwaben" erleben ein Schauspiel, das künstlich (nicht: künstlerisch) inszeniert wurde und daher immer mehr kuriose Nebenschauplätze wie die mobile "Leichtbauweisehalle" generiert.
Denn aus der Kulturstätte soll eine reine Sportarena werden, die eigentlich gar nicht notwendig ist. Welche Not soll denn hier abgewendet werden? Die der Bürger? Oder doch eher die des OB, dessen Umfragewerte offensichtlich gesunken sind?
Die hiesige Zeitung (SZ) schreibt seit Wochen darüber, was die Stadtverwaltung, was die Mandatsträger und die graue Eminenzen dazu sagen. Der Blogger schreibt, was die Bürger denken.Die „Schwäbische Zeitung“ (SZ) berichtet über die OSH, als sei sie die Pressesprecherin der oben Genannten. Der Blog „Schussental-Medial“ versucht darüber zu berichten, was unter der Oberfläche rumort.
Beide Medien haben ihre Rollen gefunden: Das eine zitiert Mandatsträger, das andere Menschen. Die einen fragen: „Wie erklären Sie das?“ Die anderen fragen: „Warum hören Sie nicht zu?“
Und irgendwo dazwischen steht die Petition mit fast 500 Nein-Stimmen – ein demokratischer Ruf, der im Rathausflur als unangenehmer Durchzug, von dem man* krank werden kann, interpretiert wird, und über den die Presse in ihrem Wetterbericht ganz offensichtlich nicht berichten darf.
Der OB und die Chronologie, die keiner erklären willEs ist eine dieser Geschichten, die man/frau später in Seminaren über politische Kommunikation durchkaut:
Vor der Oberbürgermeister-Wahl: kein Wort über die Umnutzung der OSH.
Nach der Wahl: Plötzlich ist die Halle „eigentlich schon immer“ eine Sporthalle gewesen.
Kurz darauf: Die „Stadtverwaltung“ übernimmt den Vorschlag, als sei er vom Himmel gefallen.
Der Gemeinderat schweigt. Und schweigt. Und schweigt. ... Bis er am Ende schweigend nickt ...
Pfingsten lehrt: Der Geist Gottes weht, wo und wie er will. Ravensburg lehrt: Im Sitzungssaal weht ein anderer Geist, den niemand da draußen wirklich will.
Die eigentlichen Probleme? Unter dem Teppich gekehrt wie Staub aus der Adama.Während man/frau sich an der OSH abarbeitet, bleiben die wirklichen Baustellen der Stadt unangetastet:
bezahlbarer Wohnraum, der keiner ist
Verkehrspolitik, die im Kreis fährt
Umweltpolitik, die Bäume fällt, aber keine Entscheidungen
Bürgerbeteiligung, die man gerne erwähnt, aber ungern praktiziert
ein Verwaltungsklima, das eher an Novembernebel erinnert als an Pfingstsonne
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Es ist, als hätte die Stadtverwaltung beschlossen, dass man* Probleme am besten löst, indem man* sie ignoriert. Oder indem man* sie in eine Turnhalle verlegt und den "Wetterbericht" ohne den heranbrechenden Sturm verliest.
Pfingsten 2026: Ein Geist, der fehlt – und einer, der zurückkehren könntePfingsten ist kein kirchliches Folklorefest. Es ist ein demokratisches Prinzip: Atem holen. Sprechen. Hören. Verstehen. Gemeinsam handeln.
Was Ravensburg bräuchte, ist kein neues Nutzungskonzept für die OSH, sondern ein neues Nutzungskonzept für politische Verantwortung.
Was Ravensburg bräuchte, ist keine „Flaute aus Südwest“, sondern ein Wind, der durch die Amtsstuben zieht und die Fenster öffnet.
Was Ravensburg bräuchte, ist ein Gemeinderat, der nicht erst spricht, wenn alles entschieden ist.
Was Ravensburg bräuchte, ist eine Verwaltung, die erkennt, dass Bürger nicht Störenfriede sind, sondern der Souverän sind und ist.
Und vielleicht beginnt dieser Wind an Pfingsten 2026.Vielleicht beginnt er dort, wo Menschen sich nicht abspeisen lassen. Vielleicht beginnt er dort, wo ein Blogger unbequeme Fragen stellt. Vielleicht beginnt er dort, wo 500 Stimmen sagen: „So nicht.“ Vielleicht beginnt er dort, wo eine Stadt merkt, dass Demokratie kein Verwaltungsakt ist, sondern ein lebendiger Organismus.