Ravensburg: Und täglich grüßt das Sparschwein . . .
Es vergeht gefühlt kaum ein Tag, an dem nicht von Sparmaßnahmen der Kommune Ravensburg zu hören oder in der hiesigen Zeitung (SZ) zu lesen ist. Ob es nun den Winterdienst, die Pflege der Grünanlagen oder die Kultur betrifft. Hier ein paar Euro und dort ein Häufchen Geld - gerade so viel, dass es in das kleine Sparschwein auf dem Schreibtisch des Kämmerers passt.
Der aktuelle Spar-Clou: Der Eintritt in das Kunstmuseum wird um einen (1) Euro teurer. Der Kulturbau, für den die Firma Reisch eine jährliche Kaltmiete von 240.000 Euro von der Stadt kassiert. Inzwischen sind es 3,1 Millionen Euro Steuergelder für ein Gebäude, das der Bund der Steuerzahler bereits 2010 scharf kritisiert hatte. Denn schon damals war die Turmstadtasse leer, was niemanden daran hinderte, die Sache durchzuziehen. Der damalige Gemeinderat nickte begeistert ab und stimmte einhellig zu. Ob die Miete inzwischen marktbedingt um ein paar Prozentpunkte erhöht wurde, weiß wohl so recht niemand.
Von dieser Geschichte einmal abgesehen ist es schon verwunderlich, dass parallel zu den Bürgerbeschneidungen Millionenbeträge für den Schussenpark, die Schwämme unterm Holzmarkt, die Y-Brücke über die Wangener Straße und die Sanierung des Kornhauses vorhanden sind. Ich frage mich nur, wo dieses dicke, fette Sparschwein in oder außerhalb von Ravensburg stehen mag.
Da müssen doch ganze Bündel von eingerollten Gutschriften gebunkert sein. Doch woher kommen diese Millionenbeträge? Ganz offensichtlich erscheinen sie in keiner offenen Bilanz der Ravensburger Stadtverwaltung. Ach so, ich vergaß, dass es ja Ravensburger Geldwunder gibt, wie vor einigen Monaten, als nach einer "Probebohrung" plötzlich und unerwartet eine Gewerbesteuerquelle zu sprudeln begann. -
Ich meine, dass die Ravensburger Stadtspitze seinen (?) Bürgerinnen und Bürgern eine plausible und nachvollziehbare Erklärung schuldig ist. Ansonsten müssen die Sparmaßnahmen zurückgenommen werden.
