Dortmund: Obdachloser tot in der Innenstadt gefunden – "Muss in der bitterkalten Nacht gestorben sein" - Hätte auch in Ravensburg geschehen können ...
Blogger: Das, was in der Nacht von "Heilig Abend" auf den 1. Weihnachtstag in Dortmund vorgefallen ist, hätte auch in der oberschwäbischen Stadt Ravensburg geschehen können. In dieser Nacht war es auch im Schussental bitter kalt. Ein junger obdachloser Mann hatte von der Ravensburger Stadtverwaltung trotz unerlässlichen Vorsprechens kein Bett in einem geschützten Raum zur Verfügung bekommen. Das ihm zugewiesene war bereits durch jemanden anderen besetzt, was die Verwaltung und die Polizei kalt (!) ließ und letztlich dem Obdachlosen quasi zuschob, so dass er im Freien übernachten musste. Erst aufgrund des Eilantrages eines ehrenamtlichen Betreuers beim Verwaltungsgericht, erhielt der Betroffene drei Tage nach "Heilig Abend" ein für ihn benutzbares Bett.
Lesen Sie hier:
----------------------------------------------------
wa.de
Eine Initiative macht online auf den Tod eines obdachlosen Mannes in Dortmund aufmerksam und richtet eine Forderung an die Stadt.
Dortmund – Nach einigen eher milden Wintertagen brachte das Wetter in NRW ausgerechnet über Weihnachten wesentlich kühlere Temperaturen mit sich. Bei teils unter 0 Grad Celsius und Wind waren schon kurze Aufenthalte im Freien unangenehm. Für die Menschen, die keine feste Bleibe haben und gezwungen sind, unter freiem Himmel zu schlafen, sind solche Gegebenheiten lebensbedrohlich.
Laut der Initiative „Schlafen statt strafen“ hat ein Obdachloser in der Nacht von Heiligabend auf den ersten Weihnachtstag in Dortmund sein Leben verloren. „Am Abend hatte er wohl noch normal gewirkt, am Morgen wurde er tot an seinem Schlafplatz entdeckt“, heißt es in dem Beitrag. Und weiter: „Er muss also in der bitterkalten Nacht gestorben sein, mitten in der City.“ Nach Angaben der Initiative wurde Arturas S. 54 Jahre alt.
Obdachloser stirbt an Heiligabend in Dortmund – Todesursache noch unklarAuf Nachfrage von wa.de hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund den Todesfall offiziell bestätigt. „Der Verstorbene wurde in einem Geschäftseingang in der Kampstraße in Dortmund verstorben aufgefunden“, erklärt er. Eine Todesursache würde allerdings noch nicht feststehen. Um diese zu klären, sei eine Obduktion beantragt worden. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass der Obdachlose langjähriger Konsument von Betäubungsmitteln war.
Die Initiative „Schlafen statt strafen“ plädiert in ihrem Instagram-Posting unabhängig von der Todesursache: „Die Stadt Dortmund muss endlich ausreichend Unterkünfte für alle Menschen schaffen und allen einen einfachen, unbürokratischen Zugang geben.“ Am Dienstag, 30. Dezember, trafen sich auf Anregung der Initiative mehrere Menschen an der Ecke Kampstraße / Hansastraße – dem Schlafplatz von Arturas S. – für ein stilles Gedenken. Sie stellten Kerzen auf und legten Blumen auf den Platz.
Mehrere Obdachlose in den Wintermonaten in Dortmund gestorbenBereits im November kam laut Ruhrnachrichten ein Obdachloser in Dortmund ums Leben. Ein Passant war auf den 51-Jährigen an der Märkischen Straße aufmerksam geworden und hatte den Notruf alarmiert. Der Obdachlose war im Krankenhaus gestorben. Die Gründe für den Tod des Mannes wurden von der Polizei nicht genannt.
Auch bei einem Mann, der am 30. Dezember 2025 in seinem Schlaflager in der nördlichen Innenstadt gefunden worden war, war die Todesursache zunächst unklar. Bei drei Obdachlosen, die knapp ein Jahr zuvor, im Januar 2025, in Dortmund tot aufgefunden worden waren, lag laut Polizei kein Kältetod vor. Bei zwei weiteren Männern, die im Februar 2025 auf der Straße gestorben waren, hieß es von der Polizei später, dass sie an schweren Erkrankungen gelitten hatten, die in Kombination mit starker Unterkühlung zum Tod führten.