HANAU-GEDENKTAG: Vor sechs Jahren wurden neun Mitbürger/innen mit Migrationshintergrund von einem Faschisten getötet - und Deutschland feierte dennoch sturztrunken weiter ...
Stefan Weinert, Blogger aus Ravensburg
Beim Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 erschoss der 43-jährige Deutsche Tobias Rathjen an zwei Tatorten neun Hanauer Bürger mit Migrationsgeschichte, danach seine Mutter und sich selbst. Er verletzte sechs weitere Personen, einige davon schwer. Einer der Schwerverletzten starb im Januar 2026 an den Folgen des Attentats.
Der 19. Februar 2020 war der Mittwoch vor den "sechs tollen Tagen" im Rahmen des Faschings, Karnevals und der Fasnet. Für mich war klar, dass nicht nur Hanau auf dieses Hochamt der fünften Jahreszeit verzichtet, sondern ganz Deutschland und auch meine Stadt im oberschwäbischen Ravensburg. Dafür bekam ich aber ordentlich Schelte aus der Bevölkerung.
Sogar ein mir persönlich bekannter Narr, der sich ansonsten als überzeugter Antifaschist bezeichnet, schrieb mir in einer E-Mail: "Ich lasse mir meine Agenda nicht von den Faschisten bestimmen und mir das Feiern vermiesen". Die von mir geforderte dreitägige Staatstrauer wurde abgelehnt, bzw. nicht erhört. Auch Ravensburg taumelte sturztrunken weiter, als hätte es "Hanau" nicht gegeben.
Im Folgenden können Sie den Text meiner entsprechenden Petition lesen.
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Stefan Weinert, am 21. Februar 2020
Der Hanauer Faschingszug fällt nach dem Anschlag mit zehn Toten aus. Auch an vielen weiteren Orten finden Rathauserstürmungen oder närrische Stadtverordnetenversammlungen nicht statt. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat "nach der furchtbaren rassistischen Gewalttat" seine Teilnahme an allen Fastnachtsveranstaltungen abgesagt, unter anderem in Kassel und Mainz.
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DREITÄGIGE STAATSTRAUER - STATT SECHS TOLLE TAGE
"Schweigen statt Schwofen - fasten statt feiern - Protest statt Pauken"
An die Verantwortlichen
in der Politik
in den Kirchen
in den Narrenvereinen
Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Freunde,
diese Petition richtet sich nicht nur an die Verantwortlichen (Politik, Kirchen und Narrenvereine) meiner Stadt 88212 Ravensburg, sondern an jede Kommune (vor allem in NRW - Köln - Düsseldorf-Mainz ... und südlich bis Bayern und Baden-Württemberg), in diesem Jahr 2020 auf Ihre Karnevals- und Fasnetumzüge zu verzichten.
Es ist völlig unangebracht - eine Gedenkminute einzulegen (siehe Berlinale) und dann zu feiern. Es bringt auch nicht das erwünschte Ergebnis, wenn schnell noch einmal "Festwagen" mit "Deutschland ist bunt" oder Banner mit "Nie wieder Faschismus" für die Umzüge angefertigt werden. Und wer nun seinen Umzug mit den Worten "Jetzt erst recht" verteidigt, meint nichts anderes als "JETZT ERST RECHTSS"!! Und da sind da noch die, die sagen "ich lasse mir meine Agenda nicht von den Faschisten bestimmen und mir das Feiern vermiesen," der übersieht (Medien, Anne Will, Thüringen, Bundestag ...) dass Deutschlands Agenda längst von den Faschisten bestimmt wird, gerade weil wir alle nicht bereit sind, ein radikales Zeichen zu setzen.
Es muss ein klares Zeichen gegen die AfD, gegen Pegida, gegen die Werteunion, gegen die Reichsbürger, gegen die Gaulands und gegen die Höckes gesetzt werden, in dem das "Humba-Humba-Täterä" und das "Kolba hoch ahoi" ausbleibt. "Schweigen statt Schwofen - Fasten statt feiern - Protest statt Pauken".
Bitte unterschreiben Sie diese Petition, bitte teilen Sie sie, bitte verbreitet Sie das Anliegen in den sozialen Medien, bitte leiten Sie es Ihren Politikern, Pfarrern und Pastoren weiter, damit sie übermorgen von den Kanzeln entsprechendes verkünden können, und an "eure" Narrenvereine.
Schluss mit "bla-bla" und Taktieren, Schluss mit Abwarten, Schluss mit den Nazis in den den Parlamenten, Schluss mit falsch verstandener Diplomatie.
(siehe auch hier: https://www.change.org/p/bundestag-und-bundesrat-verbot-der-alternative-f%C3%BCr-deutschland-afd-43-1-2-bverfgg-und-artikel-21-2-gg
Mit freiheitlich-demokratischen Grüßen, Stefan Weinert
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