Petition an den Deutschen Bundestag: ▶ Flüsse, Bäume, Wälder, Moore und Heidelandschaften in Deutschland als Rechtssubjekte anerkennen ...
Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Vor 10 Tagen hatte ich den folgenden Artikel hier *) veröffentlicht. Nun wurde er als Petition formuliert an den Deutschen Bundestag gerichtet.
- *) 🌿 🌿 Die Natur zur juristischen Person erklären🌿 🌿
16. Apr. 2026
------------------------------------------------------------------
An den Deutschen Bundestag Petitionsausschuss Platz der Republik 1
11011 Berlin
Petition 199326 - 26. April 2026
Petition an den Deutschen Bundestag (mit der Bitte um Veröffentlichung) Wortlaut der Petition
Hiermit ersuche ich den Deutschen Bundestag, ein Gesetzgebungsverfahren einzuleiten, das Flüsse, Bäume, Wälder, Moore und Heidelandschaften in Deutschland als Rechtssubjekte anerkennt und ihnen eigene, einklagbare Rechte verleiht. Der Art. 20a GG ist um einen Absatz zu ergänzen: „Die Würde der Natur gebietet, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, zu pflegen und zu wahren und den Eigenwert der natürlichen Mitwelt zu achten.“
Begründung
Hintergrund ist die dramatische ökologische Lage: Nur ein Bruchteil der deutschen Fließgewässer befindet sich in gutem Zustand, Wälder und Moore sind massiv geschädigt, und wertvolle Landschaften verschwinden. Trotz bestehender Umweltgesetze reichen die bisherigen Instrumente nicht aus, um die natürlichen Lebensgrundlagen wirksam zu schützen.
Nur 8 % der deutschen Fließgewässer erreichen einen „guten“ ökologischen Zustand. - Wälder sind durch Trockenheit, Monokulturen, Schädlingsbefall und Übernutzung geschwächt. Moore – die effektivsten COSpeicher – sind zu über 90 % degradiert. Heidelandschaften und alte Baumstrukturen verschwinden durch Versiegelung, Landwirtschaft und Bauprojekte. Die Natur gilt rechtlich überwiegend als Objekt, nicht als Träger eigener Rechte. Schutzgesetze existieren, werden aber durch Ausnahmen, technische Verlängerungen (z.B. bei PFAS) und Vollzugsdefizite unterlaufen. Monitoring ist lückenhaft: Nur ca. 100 von 30.000 Chemikalien werden routinemäßig erfasst.
Internationale Beispiele – darunter der Whanganui-Fluss in Neuseeland und die Lagune Mar Menor in Spanien – zeigen, dass die Anerkennung von Ökosystemen als Rechtspersonen ein wirksames und demokratisch legitimiertes Mittel zum Schutz der Natur ist. Deutschland soll daher ein Rechtssystem entwickeln, in dem zentrale Ökosysteme als Rechtssubjekte anerkannt werden, um:
- ihren Eigenwert anzuerkennen,
- ihre Integrität zu schützen,
- ihre Regenerationsfähigkeit zu sichern,
- und die Mitweltbeziehung zwischen Mensch und Natur neu zu definieren
Ich fordere daher:
- Eine Ergänzung des Grundgesetzes um einen Absatz, der die Würde und den Eigenwert der Natur anerkennt.
- Die rechtliche Anerkennung von Flüssen, Bäumen, Wäldern, Mooren und Heidelandschaften als Rechtssubjekte.
- Die Einrichtung unabhängiger Vertretungsinstanzen („Naturanwälte“), die die Rechte dieser Ökosysteme wahrnehmen und gerichtlich durchsetzen können.
-Die Einführung eines umfassenden ökologischen Monitorings, einschließlich eines bundesweiten NonTargetScreenings für Gewässer.
- Die Priorisierung der ökologischen Integrität gegenüber wirtschaftlichen Nutzungsinteressen, wo diese miteinander kollidieren.
Daher fordere ich die Ergänzung von Art. 20a GG um einen neuen Absatz: „Die Würde der Natur gebietet, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, zu pflegen und zu wahren und den Eigenwert der natürlichen Mitwelt zu achten.“
Geltungsbereich der Rechtspersönlichkeit
Die Anerkennung soll gelten für:
a) Alle Flüsse und Bäche in Deutschland – inklusive ihrer Auen, Seitenarme, Zuflüsse und Grundwasserbezüge.
b) Alle Bäume und Wälder – mit besonderem Schutz für alte Bäume, Naturwälder, Stadtbäume und Alleen.
c) Alle Moore– unabhängig von Eigentumsverhältnissen, da sie systemrelevant für Klima und Wasserhaushalt sind.
d) Heidelandschaften – als artenreiche, kulturhistorisch bedeutende und stark bedrohte Ökosysteme.
Ziel ist ein modernes, zukunftsfähiges Umweltrecht!
Stefan Weinert, Ravensburg Theologe, Konfliktmanager FH, Blogger