Klimaaktivist/innen im "Altdorfer Wald" sehen den Großeinsatz von Polizei und SEK als Einschüchterungsversuch ...
4. November, 2026 um 18:34 Uhr,
Keine Kommentare
Stefan Weinert, Ravensburg
- Freier Journalist -
Sehr geehrte Damen und Herren bei der "Schwäbischen Zeitung" (SZ)!
Sehr geehrte Damen und Herren beim Polizeipräsidium Ravensburg!
Sehr geehrte Damen und Herren bei der Ravensburger Staatsanwaltschaft!
In zwei großen und plakativ aufgemachten Artikeln der SZ
- https://www.schwaebische.de/regional/oberschwaben/ravensburg/polizei-durchsucht-baumcamp-im-altdorfer-wald-nach-beweismitteln-4982521
- https://epaper.schwaebische.de/titles/ravensburg/10738/publications/23408/pages/12/articles/2660086/13/1
berichtet diese über den Einsatz der Polizei im Altdorfer Wald. Explizit - so ist zu lesen - nicht wegen der Waldbesetzung durch Samuel Bosch und Freunde, sondern wegen angeblicher Straftaten einiger Mitglieder der "Altdorfer-Wald-Besetzung". Dabei soll es laut der Berichterstatterin der SZ um Ermittlungen "wegen Erpressung, schweren Raubes sowie gefährlicher Körperverletzung und Nötigung" gegen "junge Mopedfahrer" gehen.
Es sind nicht die einzigen Berichte der hiesigen Zeitung zu den entsprechenden Vorfällen und sie sind - nicht nur nach meinem Empfinden - sehr einseitig und tendenziös gehalten. Die Klimaaktivist/innen werden gefühlt als brutale Monster dargestellt, während die Mopedfahrer als per se unschuldige Opfer, als harmlos und keinesfalls als Provokateure davonkommen.
In einer gestrigen Presseerklärung, die mir als freier Journalist zukam, heißt es dazu:
"Heute ... rückte die Polizei mit über 30 Fahrzeugen, SEK und technischer Einheit an und durchsuchte alle Baumhäuser. Zusätzlich durchsuchten sie drei Wohnungen in Schlier, Oberankenreute und Weingarten. Technische Geräte und Literatur wurden beschlagnahmt. Zwei Personen wurden vorübergehend zur Polizeiwache gebracht. Hintergrund sind Straftaten, die nicht im Zusammenhang mit dem eigentlichen Waldbesetzungsprotest stehen. Wir verstehen den Einsatz als Einschüchterungsversuch."
Auf meine Nachfrage bei den Waldbesetzer/innen wurde mir von diesen mitgeteilt, dass das, was die Staatsanwaltschaft und die "Schwäbische Zeitung" den Aktivist/innen vorwirft (StA) und berichtet (SZ), ihrer Meinung nach hochgradig verzerrt ist und entsprechend "schräg" dargestellt wird.
Ich frage Sie
StA: Wird in gleichem Maße wie gegen die Klimaaktivisten gegen die jungen Mopedfahrer ermittelt, oder sind diese für Sie völlig schuldlos? Wurden Einzelfragen wie Provokation gegen die Waldschützer, Gefährdung derselben durch die jungen Leute auf den Mopeds und Durchsuchungen ihrer Zimmer bei den Eltern bzw. deren Elternhäuser (Eltern haften für ihre Kinder) geklärt respektive vorgenommen? Was waren die Ergebnisse?
SZ: Warum berichten Sie nicht im gleichen (!) Umfang (Anzahl der Zeilen) und mit gleicher Tiefe (angebliche Untaten) der Moped-Gangs über diese? Weil es keine Untaten ihrerseits gab? Oder weil die Ermittlungen noch laufen und Sie deshalb darüber nicht berichten dürfen? Anmerkung: Die den Klimaktivist/innen vorgeworfenen Untaten sind nicht bewiesen, aber durch die Berichte ihrer Redakteurin sind sie jetzt schon gebrandmarkt und quasi vorverurteilt, während die Mopedfahrer und deren Erziehungsberechtigte "unverletzt" bleiben. Und das, obwohl die Ermittlungen noch laufen (diese Bemerkung richtet sich auch an die StA).
Als freier Journalist und Bürger Oberschwabens erwarte ich, dass Sie das Versäumte nachholen bzw. ich von Ihnen Antworten erhalte.
Mit Dank und mit freundlichen Grüßen,
Stefan Weinert
------------------------------------------
PS - Dieser Brief an Sie wurde auf meinem Internet-Blog veröffentlicht
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
