Samuel Bosch: "Weltweiter Widerstand gegen Zerstörung“ – Prozess wegen Banner an Heidelberg Materials Hauptzentrale
6. November, 2026 um 10:17 Uhr,
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Stefan Weinert, Blogger mit AussichtHeute erhielt ich eine E-Mail von dem bundesweit bekannten Klimaschützer Samuel Bosch, die ich hier mit Zustimmung gerne veröffentliche.
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Pressemitteilung von End Cement,
Heidelberg, 4. November 2026
"Weltweiter Widerstand gegen Zerstörung“
– Prozess wegen Banner an Heidelberg Materials Hauptzentrale –
Termin und Ort
- Wann: Mittwoch, 11. November 2026, 13:45 Uhr
- Wo: Vor dem Amtsgericht Heidelberg, Kurfürstenanlage 15, 69117 Heidelberg
- Was: Kundgebung und solidarische Begleitung des Prozesses gegen Samuel Bosch
- Prozessbeginn: 14:30 Uhr
Um 14:30 beginnt die Verhandlung gegen Samuel Bosch, einen der beiden Kletter*innen, die zum Beginn des Protestcamps im April ein Banner mit der Aufschrift „Weltweiter Widerstand gegen Zerstörung“ an der Fassade der Heidelberg Materials Hauptzentrale aufgehängt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Hausfriedensbruch vor.
Immer wieder steht Heidelberg Materials aufgrund von Menschen- und Völkerrechtsverletzungen sowie Umweltzerstörung in verschiedenen Ländern in der Kritik. Weltweit formiert sich Widerstand dagegen. Darum schwenkte am 14. April gleichzeitig zur Kletteraktion eine weitere Gruppe von Aktivist:innen Fahnen aus den Ländern, in denen es Widerstand und Vorwürfe gegen die Geschäftspraxis des Konzerns gibt."Wir kritisieren insbesondere die hohe Klimabelastung der Zementindustrie, die Verantwortung von Heidelberg Materials für klimaschädliche Projekte und die Auswirkungen seiner internationalen Tätigkeit", so Marlene Müller, Aktivistin bei End Cement.
„Wer schadet, der haftet“
End Cement stellt die Kriminalisierung des Protests infrage: Unternehmen mit den größten Klimafolgen sollten im Mittelpunkt rechtlicher Verfahren stehen, statt der Menschen, die friedlich auf Klimaschäden und Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen.
Gegen Heidelberg Materials läuft momentan bereits eine Klage vor dem Landgericht Heidelberg. 39 pakistanische Bäuer:innen haben sich zusammengetan, um Erstattung für die verursachten Klimaschäden zu erwirken. „Klima-Killer-Konzerne müssen endlich auch für die Verbrechen gegen das Menschen- und Völkerrecht verklagt werden, anstatt der Menschen, die öffentlich auf die Zerstörung hinweisen. Wir werden am 11. November zeigen: Protest ist kein Verbrechen – Klimaschäden und Menschenrechtsverletzungen sind es“, erklärt Joß Frederiki von End Cement.
Satirische Kundgebung zum Prozessbeginn
Um 13:45 Uhr vor der Verhandlung findet vor dem Amtsgericht Heidelberg (Kurfürstenanlage 15) eine satirische Aktion zum Beginn der Faschingszeit statt. Alle Interessierten sind eingeladen, vorbeizukommen. Wenn möglich, wird um schrille Faschingskostüme gebeten; für den Gerichtsbesuch sollten geeignete Wechselkleidung und ein Ausweis mitgebracht werden.
Zur Person
Samuel Bosch aus Ravensburg lebt seit über 5 Jahren in einem der Protestbaumhäuser im Altdorfer Wald, um die Rodung für den Sand- und Kiesraubbau zu verhindern. Bekannt ist er außerdem für zahlreiche Protestaktionen für das Klima, soziale Gerechtigkeit und gegen Faschismus. Besonders bekannt sind die Besteigung des Brandenburger Tors 2021, die Kletteraktion am höchsten Kirchturm der Welt in Ulm 2024 und eine satirische Protestaktion gegen die Stahlproduktion in Augsburg, wegen der er 2024 sogar in Haft kam, später aber vom Verfassungsgericht freigelassen wurde.
Weitere Prozesse zur Aktion
Bereits am Donnerstag, 5. November, wurde ein:e 20-jährige Student:in wegen Beteiligung an der Aktion zu 30 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Die Person war während der Aktion mit einer Fahne von Indonesien auf das Vordach geklettert, um auf die drohende Zerstörung des Kendeng-Gebirges in Indonesien durch einen Tochterkonzern von Heidelberg Materials aufmerksam zu machen, der die Wasserversorgung der lokalen Bevölkerung gefährdet. Auch am 24. September 2026 war ein weiterer Aktivist zu 40 Sozialstunden und einem Beratungsgespräch verurteilt worden.
