REHRAGOUT auf der 'B30' zwischen Ravensburg und Weingarten nur eine Frage der Zeit ..?
Gestern – am frühen Vormittag – habe ich einen Spaziergang in Richtung Weingarten unternommen. Bis zum ehemaligen Krankenhaus "14-Nothelfer" wollte ich gehen, dort die B30 (Ravensburger Straße queren, durch das Wohngebiet bis zum "Kaufland", dann bis nächsten Einkaufsmarkt in der Ravensburger "Schützenstraße" und wieder zu meiner Wohnung in RV-Nord-Nord.
Als ich an der Ulmer Kreuzung (B32/B30) ankam, sah ich schon von weitem auf Höhe des Weingartner Neubaugebietes bei der rumänisch-orthodoxen Kapelle zwei blinkende Feuerwehreinsatzwagen stehen. Wenig später - auf meinem geplanten Weg in diese Richtung - entdeckte ich auf der gegenüberliegenden Seite, ebenso ein Feuerwehrauto, einen Polizeiwagen und eine gute Handvoll Blaulichtpersonal.
Einer der Feuerwehrwagen an der Baustelle fuhr weg. Der andere wurde von einem Florianjünger bewacht. Ich fragte ihn, was denn hier los sei, weil ich keinen Unfall oder dergleichen sah. Der nette Herr erzählte mir, dass Anwohner von der gegenüberliegenden Seite der viel befahrenen Hauptstraße der Feuerwehr und Polizei berichtet hatten, ein Reh sei über die B30 gelaufen und in einem ihrer Gärten verschwunden. Nun sei man auf der Suche nach dem Tier und wolle es sicher an seinen Ursprungsort zurückführen.
Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten - ich wohne seit 18 Jahren in der Nord-Nord-Stadt RV - und weil das Feuerwehrauto genau bei dem - durch Rodung des Waldes - entstandenen vorübergehenden Brachlandes stand, ergibt sich, dass das Reh nur über dieses (ihm zuvor als Schutzgebiet vertrautes) Areal auf die B30 gelangen konnte.
Gelb: mein Weg; Blau: Kapelle; Weiß-Erdfarben: Bauland (brach); Rot: der Weg des Rehs von A nach B. Das Gebiet rechts der B30 ist teilweise Ravensburger Gebiet.
Auch heute habe ich mich für exakt denselben Weg entschieden - natürlich ohne die Einkäufe (Sonntag). Doch statt der beiden Feuerwehrautos am Beginn der Baustelle sah ich eine Menschenmenge etwas weiter nördlich vor der Kapelle. Sie warteten wohl auf den Beginn ihrer Heiligen Messe. Gut so.
Doch das soll nicht heißen, dass sich der gestrige Vorgang an dieser Stelle nicht wiederholen kann. Im Gegenteil. Nach meiner Einschätzung ist hier - sicher nicht bewusst - ein gefährlicher Wildwechsel entstanden - jedenfalls, solange die Baustelle eine Baustelle ist.
Gefährlich für Tiere - es könnte auch mal ein Wildschwein sein - und für die Autofahrer.
Übrigens habe ich nicht herausfinden können, ob das Reh gefunden wurde und ob es in sein gewohntes Quartier zurückgebracht werden konnte. Aber vielleicht sollten sich Regierungspräsidium und die beiden Gemeinden Gedanken über einen Zaun und/oder Schild "Wildwechsel" machen. Denn nach einem "Rehragout" von der B30 ist sicher keinem zumute.