Ravensburg spart am Grün – und verschwendet Vertrauen / Blumen weg, Glaubwürdigkeit weg: Aber eine "Englerprämie" von 6.000 Euro ...
Es gibt Momente, in denen eine Stadtverwaltung so tut, als würde sie sparen – und in Wahrheit nur ihre Prioritäten verrät. Ravensburg hat heute wieder so einen Moment geliefert. 190.000 Euro sollen ab 2027 jährlich bei der Pflege von Grünanlagen eingespart werden. 190.000 Euro! Das ist weniger als ein Prozent der geplanten Kornhaus-Sanierung, ein kaum messbarer Bruchteil der Gymnasien-Sanierungen, ein Witz im Schatten von der Sanierung des Gespinstmarkts, neuer Musikschule, geplanter Kuppelnauschule und dem nächsten Prestigeprojekt, das garantiert schon in irgendeiner Schublade liegt.
Und dann kommt der Satz, der alles sagt: „Die Entscheidungen fielen in nicht-öffentlicher Sitzung.“ Natürlich. Wo sonst, wenn man* etwas beschließt, das man* keinem Menschen mit gesundem Menschenverstand erklären kann.
Die neue Ravensburger Logik: Wir sparen dort, wo es am wenigsten bringt – aber am sichtbarsten weh tut.Blumen weg.
Kübelpflanzen weg.
Hundekotbeutel weg.
Pflegeintervalle runter.
Spielplätze vielleicht auch weg.
Unkrautbekämpfung? Ach was.
Stauden hier, Wiesen dort, aber bitte so, dass es möglichst wenig Arbeit macht.
Es fehlt der Rückbau des "Schussenparks"
Das alles, um 190.000 Euro zu sparen. Gleichzeitig verpulvert man* Millionen für Gebäude, deren Sanierungskosten seit Jahren als „alternativlos“ durchgewunken werden. Und dann gibt es noch die 6.000-Euro-Englerprämie alle zwei Jahre – ein Betrag, der in diesem Kontext wie ein Scherz aus der Büttenrede des Gemeinderats wirkt. Denn die verringert die Ersparnisse.
Der Umweltbürgermeister erklärt die Welt – und keiner versteht sie.Baubürgermeister Bastin sagt:
„In einer wärmer werdenden Stadt gewinnen Grünflächen an Bedeutung.“
Richtig. Und deshalb spart man sie kaputt? Das ist wie: „In einer durstigen Stadt gewinnt Wasser an Bedeutung – deshalb drehen wir den Hahn zu.“
Man möchte lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
Die Verwaltung spart Personal – und verliert Glaubwürdigkeit.Der Baubetriebshof hat zu wenig Personal. Warum? Weil die Stadt Personal abbaut und dafür lieber jahrelang in Beton investiert, statt in Menschen.
Jetzt wird das Problem nicht gelöst, sondern verwaltet. Und zwar so, dass es die Bürgerinnen und Bürger jeden Tag sehen werden: Ungepflegte Wege, vertrocknete Flächen, verschwundene Pflanzen, Spielplätze, die „nicht häufig genutzt“ werden – was immer das heißen soll. Vielleicht sollte man* auch gleich die Bürger abschaffen, die in dieser Stadt so wie so keine Rolle spielen.
Wer versteht diesen Gemeinderat noch? Wer versteht diese Verwaltung? Wer versteht einen Umweltbürgermeister, der Grünflächen wichtig findet – aber ihre Pflege streicht?
Die Antwort ist einfach: Niemand, der rechnen kann. Niemand, der hinschaut. Niemand, der noch an politische Vernunft glaubt.
Ravensburg spart nicht – Ravensburg schrumpftEs schrumpft:
das Vertrauen
die Transparenz
die Lebensqualität
die politische Glaubwürdigkeit
und bald auch die Grünflächen
Aber eines wächst: die Liste der Entscheidungen, die hinter verschlossenen Türen getroffen werden.
Fazit eines Bloggers, der nicht mit Steinen wirft, sondern mit klaren Worten:Ravensburg hat kein Sparproblem. Ravensburg hat ein Prioritätenproblem.
Und dieses Problem lässt sich nicht mit Stauden lösen. Nicht mit Wiesenflächen. Nicht mit dem Wegfall von Hundekotbeuteln. Und schon gar nicht mit einem Blumenschmuck-Wettbewerb, der alle zwei Jahre 6.000 Euro verteilt, während man gleichzeitig die städtische Grünpflege amputiert.
Wenn man* 190.000 Euro sparen will, könnte man* auch einfach ein einziges Prestigeprojekt um 0,5 Prozent kleiner denken. Aber das wäre ja zu einfach und nicht im Sinne der Baubranche ...