⚽-WM 2026: DFB-Protest-Verbot -> Das ist keine Neutralität. Das ist Selbstverleugnung!
Es ist schon bemerkenswert, wie zuverlässig der deutsche Fußball es schafft, im entscheidenden Moment die falsche Pointe zu setzen. Da rollt auf die Welt eine Fußball-WM zu, die politischer kaum sein könnte – ein Turnier, das inmitten von Kriegen, Einreisestopps, Repressionen und massiven Menschenrechtsbedenken stattfindet –, und der DFB stellt sich hin und verkündet mit väterlichem Brustton: „Keine politischen Aktionen wie in Katar.“ Als wäre das damals ein Ausrutscher gewesen. Als wäre das ein Problem gewesen. Als wäre das überhaupt politisch gewesen.
Man möchte weinen, doch das wäre zu wenig.
Denn was war denn diese „politische Aktion“ in Katar? Ein kleines buntes Armbändchen, das nicht einmal getragen wurde. Ein Symbol, das schon im Ansatz einknickte, bevor es überhaupt die Kabine verlassen durfte. Währenddessen starben Arbeiter aus Nepal, Bangladesch und Indien auf Baustellen, deren Namen nie jemand erfahren wird. Und der DFB? Der duckte sich weg, redete von „Dialog“ und „Respekt vor der Kultur“.
Heute, vier Jahre später, ist die Lage ungleich dramatischer – und der DFB ungleich stiller.
Die WM 2026 ist politisch – ob der DFB will oder nichtWer die Analyse im IPG-Journal liest , erkennt sofort: Diese WM ist ein Pulverfass. Ein Gastgeberland, eines von dreien, die USA, das mitten in einem internationalen Konflikt steht. Ein Präsident Donald Trump, dessen Einwanderungspolitik Menschen abschiebt, abschreckt und einschüchtert. Ein Turnier, bei dem Fans aus mehreren Ländern nicht einmal sicher wissen, ob sie einreisen dürfen. Ein Iran, der zwar qualifiziert ist, aber möglicherweise gar nicht ins Land kommt. Eine Diaspora in Los Angeles, die zu Zehntausenden protestieren wird. Eine FIFA, die von „Inklusivität“ spricht, während sie die Augen vor Repressionen verschließt.
Und der DFB? Der DFB sagt: „Wir machen diesmal nichts Politisches.“
Das ist keine Neutralität. Das ist Selbstverleugnung.
Lieber DFB, lieber Rudi Völler. als Fußballbegeisteter von Kindesbeinen an (*1951) muss ich sagen: das Problem ist nicht politisches Engagement – das Problem ist eure Angst!Es ist die Angst, anzuecken. Die Angst, Verantwortung zu übernehmen. Die Angst, dass ein Spieler vielleicht einmal etwas sagt, das nicht in die glattgebügelte PR-Strategie des DFB passt. Es fehlen uns heute Breitner und seine Weggenossen.
Fußball war nie unpolitisch. Nicht 1978 in Argentinien. Nicht 2018 in Russland. Nicht 2022 in Katar. Und erst recht nicht 2026 in einem Land, das gleichzeitig Gastgeber und Konfliktakteur ist.
Wer heute behauptet, Fußball müsse „unpolitisch“ bleiben, hat entweder die letzten 50 Jahre verschlafen oder will bewusst wegschauen.
An die Leserinnen und Leser meines BlogsWir dürfen uns nicht einlullen lassen. Nicht von der FIFA, die ihre eigenen Statuten ignoriert. Nicht von einem DFB, der sich hinter Phrasen versteckt. Nicht von Funktionären, die „Ruhe“ wollen, wo eigentlich Mut gefragt wäre.
Wenn Fans, Journalist/innen und sogar Regierungen weltweit Alarm schlagen, weil sie nicht wissen, ob sie bei der WM sicher sind, dann ist das kein Randthema. Dann ist das der Kern.
An den DFBSie wollen keine politischen Aktionen? Dann sorgen Sie dafür, dass Sie keine brauchen.
Sorgen Sie dafür, dass Menschenrechte eingehalten werden. Sorgen Sie dafür, dass Fans sicher reisen können. Sorgen Sie dafür, dass Spieler frei sprechen dürfen. Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht wieder als Zaungäste Ihrer eigenen Werte dastehen.
Denn eines ist sicher: Wenn Sie sich wieder wegducken, wird die Welt es sehen. Und sie wird es Ihnen nicht mehr durchgehen lassen.