âœđ„✠(2) - Zwischen Ball & Bomben und dem "mundtoten" DFB / Diese WM ist nicht politisch. Sie ist hyperpolitisch!
Diese uns bevorstehende FuĂball-WM auf dem amerikanischen Kontinent ist kein Fest. Sie ist ein Röntgenbild der Weltlage â und diese Aufnahme - hochgehalten gegen das Licht der RelaitĂ€t - ist ein erschĂŒtterndes Bild.
WĂ€hrend die FIFA in ihren Pressekonferenzen von âFreudeâ, âEinheitâ und âglobaler Verbundenheitâ spricht, brennt die Welt an allen Ecken und Enden. Und die FuĂball-FunktionĂ€re tun so, als könne man/n/n/n die Flammen einfach aus dem Kamerawinkel schneiden. So wie es "Ruuudi" tut. Als wĂ€re die RealitĂ€t ein störendes Element, das man* mit einem Sponsorenlogo ĂŒberkleben kann.

Doch diese WM findet nicht in einem luftleeren Raum statt. Sie findet statt:
wĂ€hrend Russland weiter Krieg fĂŒhrt und die Ukraine tĂ€glich um ihre Existenz ringt
wÀhrend Israel, Hamas und Hisbollah in einem toxischen Dreieck aus Gewalt, Vergeltung und geopolitischer Erschöpfung gefangen sind
wĂ€hrend die USA und Iran sich im Schatten der StraĂe von Hormus belauern
wÀhrend in Afrika Konflikte aufflammen, die niemand mehr in den Nachrichten erwÀhnt
wĂ€hrend Ebola wiederkehrt, weil globale SolidaritĂ€t nur noch ein PRâWort ist
wĂ€hrend Trump und Infantino um die Wette gröĂenwahnsinnig auftreten
wĂ€hrend Fans aus LĂ€ndern wie Senegal nicht einmal sicher wissen, ob sie ĂŒberhaupt einreisen dĂŒrfen
wĂ€hrend Mittelamerika und Teile Mexikos als âGefahrenzonenâ markiert werden, aber gleichzeitig Milliarden in FuĂball-Stadien flieĂen
wĂ€hrend Eintrittspreise verlangt werden, die fĂŒr viele Menschen einem Ausschluss gleichkommen
wÀhrend der DFB schweigt, als wÀre Schweigen eine Tugend
Diese WM ist nicht politisch. Sie ist hyperpolitisch.
Die FIFA verkauft ein SommermĂ€rchen â und liefert ein geopolitisches MinenfeldMan* muss sich die AbsurditĂ€t einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Turnier, das sich âWeltoffenheitâ auf die Fahnen schreibt, findet in einem Land statt, das gleichzeitig Einreiseverbote verhĂ€ngt. Ein Turnier, das âSicherheitâ verspricht, findet in Regionen statt, in denen Kartelle ganze Landstriche kontrollieren. Ein Turnier, das âNeutralitĂ€tâ predigt, wird von FunktionĂ€ren geleitet, die sich selbst als Halbgötter inszenieren.
Infantino spricht von âEinheitâ. Trump spricht von âAmerica Firstâ. Die RealitĂ€t spricht eine andere Sprache.
Der DFB schweigt â und dieses Schweigen ist ohrenbetĂ€ubendEs wĂ€re die Stunde fĂŒr klare Worte. FĂŒr Haltung. FĂŒr Mut.
Doch der DFB verhĂ€lt sich wie jemand, der im brennenden Haus sitzt und sagt: âWir wollen jetzt keine politischen Diskussionen fĂŒhren, das stört die Stimmung.â
Und genau deshalb wirkt der DFB heute wie ein Verband, der sich selbst verloren hat.
Diese WM ist kein Spiegel der aktuellen Weltlage, sondern ein solcher gleich dem aus dem Buch der GebrĂŒder Grimm, der ganz bewusst die Unwahrheit spricht, wenn die Königin ihn fragt, wer die Schönste im Lande sei. "Ihr seid es!" Bis der Tag kommt, an dem er die Wahrheit sagen muss. Und die Wahrheit ist fĂŒr die Königin verheerend ... Sie, verehrte Leserschaft, wissen schon, wer als "Königin" gemeint ist, oder?Die Welt ist aus den Fugen geraten. Und die WM 2026 zeigt das ungeschminkt:
Grenzen, die geschlossen werden
Preise, die Menschen ausschlieĂen
Konflikte, die in die Stadien hineinragen
FunktionÀre, die sich selbst feiern
Fans, die um Sicherheit bangen
Nationen, die sich misstrauisch beÀugen
und ein globales Publikum, das sich fragt, ob FuĂball ĂŒberhaupt noch unschuldig sein kann
Die Antwort ist: Nein. War er nie. Er wird es nie wieder sein. Es sei denn, ...
Was bleibt?Vielleicht so: Diese WM ist kein Fest. Sie ist ein Symptom. Ein Brennglas. Ein Mahnmal.
Und vielleicht ist es genau deshalb wichtig, dass Menschen wie du und ich darĂŒber schreiben oder zumindest darĂŒber reden. Dass Satire nicht schweigt. Dass Kunst nicht kuscht. Dass Worte nicht weich werden.
Denn wenn FIFA, Trump und DFB die Welt verklÀren, muss jemand die Welt erklÀren.