Kriege führen und fördern als Zeichen unzivilisierter Nationen und Kulturen - Wenn die deutsche Bevölkerung zivilisierter ist als ihre Regierung ...

Der Titel ist hart, und er soll hart sein. Wer heute Kriege führt, befeuert oder politisch normalisiert, stellt sich nicht an die Spitze der Zivilisation, sondern an ihren Rand. Russland in der Ukraine, Israel und Hamas in Gaza, die Huthi-Milizen am Roten Meer, die USA und Israel im Konflikt mit dem Iran, Stellvertreterkriege am Golf und in der Straße von Hormus, deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine: überall dieselbe Logik—Gewalt als Mittel der Politik, Macht als Ersatz für Recht.
Kriege sind kein Naturgesetz. Sie sind Entscheidungen – und sie verraten mehr über den zivilisatorischen Zustand einer Nation als jedes Hochglanznarrativ über Werte, Freiheit oder „Verantwortung“. Während Russland die Ukraine verwüstet, Israel und Hamas sich in einem Strudel aus Terror und Gegenterror zerfleischen, die Huthi-Milizen den Welthandel bedrohen und die USA mit dem Iran ein gefährliches Schattenboxen betreiben, zeigt sich ein globales Muster: Staaten, die Gewalt als politisches Mittel normalisieren, verabschieden sich aus dem Kreis der zivilisierten Akteure.

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Deutschland bildet dabei keine Ausnahme. Eine Regierung, die Waffen liefert, Kriegsökonomien stabilisiert und Milliarden in militärische Systeme pumpt, während sie diplomatische Initiativen marginalisiert, handelt nicht im Geist der Aufklärung, sondern im Geist der Macht. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung lehnt diese Kriegslogik ab – sie ist zivilisierter als ihre Regierung. Doch die politische Elite in Berlin hat sich längst in eine Rhetorik der „Notwendigkeit“ geflüchtet, die Kant, Arendt und die gesamte Friedensforschung als gefährliche Selbsttäuschung entlarven würden.
Dieser Aufsatz zeigt, warum Kriege führen und fördern ein Zeichen unzivilisierter Nationen und Kulturen ist – und warum Deutschland dringend wieder lernen muss, was Zivilisation eigentlich bedeutet.
KRIEGE FÜHREN UND FÖRDERN ALS ZEICHEN UNZIVILISIERTER NATIONEN UND KULTUREN1. Zivilisation misst sich nicht an Technik – sondern am Umgang mit Gewalt
Philosophen und Friedensforscher sind sich bemerkenswert einig: Eine Nation ist nicht zivilisiert, weil sie Autobahnen baut, digitale Strategien formuliert oder sich „Wertegemeinschaft“ nennt. Zivilisation zeigt sich daran, wie ein Staat mit Gewalt umgeht.
Kant: Krieg ist moralisches VersagenFür Immanuel Kant ist Krieg kein Schicksal, sondern ein politischer Fehler. Staaten, die Krieg einkalkulieren, handeln „unsittlich“, weil sie Menschen zu Mitteln ihrer Macht machen. Waffenlieferungen sind für Kant kein neutraler Akt – sie sind Teil der Kriegsführung.
Arendt: Die Banalisierung der GewaltHannah Arendt beschreibt, wie Gewalt sich banalisiert, wenn Bürokratien sie verwalten. Heute heißt das: „Wir liefern ein System mittlerer Reichweite“ – und verschweigen, dass dieses System Menschen zerreißt. Das ist Unzivilisiertheit im modernen Gewand.
Habermas: Zivilisation ist die Herrschaft des DiskursesJürgen Habermas definiert Zivilisation als Vorrang des Arguments vor der Gewalt. Eine Regierung, die eine „Zeitenwende“ ausruft, aber keine diplomatische Zeitenwende versucht, verlässt diesen zivilisatorischen Rahmen.
2. Friedensforschung: Die Welt ist im Rückfall in die UnzivilisiertheitGlobale Diagnose
Friedensforschungsinstitute sprechen von einer „Entgrenzung der Gewalt“. Das heißt:
Russland zerstört die Ukraine.
Israel und Hamas führen einen Krieg, der Zivilisten zermahlt.
Die USA und der Iran betreiben permanente Eskalationsbereitschaft.
Die Huthi-Milizen attackieren Schiffe im Roten Meer.
China und die USA rüsten im Pazifik auf.
In Afrika brennen Sudan, Äthiopien, die Sahelzone, Kongo, Nigeria.
Myanmar, Syrien und Jemen bleiben offene Wunden.
Das Muster ist klar: Macht ersetzt Recht. Gewalt ersetzt Diplomatie.
SIPRI-DatenDer globale Waffenhandel steigt seit Jahren. Europa hat seine Waffenimporte verdreifacht. Die USA liefern über 40 % aller schweren Waffen weltweit. Deutschland ist längst ein systemrelevanter Teil dieser Kriegsökonomie.
Zivilisiert ist das nicht.
3. Deutschland: Eine zivilisierte Bevölkerung – und eine unzivilisierte RegierungspolitikDie These
Deutschland ist nicht als Land unzivilisiert. Unzivilisiert ist die politische Kultur, die Waffenlieferungen normalisiert.
Eine Regierung, die Milliarden für Waffen bereitstellt, während sie bei Prävention, Diplomatie und sozialer Stabilität spart, handelt nach der Logik der Macht, nicht nach der Logik der Zivilisation.
Was die Menschen denkenUmfragen zeigen:
Die Mehrheit der Deutschen ist kriegsmüde.
Ein großer Teil lehnt Waffenlieferungen ab.
Junge Menschen sind besonders skeptisch gegenüber militärischen Lösungen.
Die Mehrheit will keine deutsche Kriegsbeteiligung.
Die Bevölkerung ist zivilisierter als ihre Regierung.
Sudan: Bürgerkrieg, ethnische Säuberungen.
Äthiopien/Tigray: Massengewalt, Hunger als Waffe.
Sahelzone: Militärputsche, Terror, französische und russische Einflusskriege.
DR Kongo: Rohstoffkriege, systematische Vergewaltigungen.
Myanmar: Militärdiktatur, ethnische Vertreibungen.
Syrien: Dauerkrieg, internationale Stellvertreter.
Jemen: Humanitäre Katastrophe, saudische Bombardements.
Kaschmir: Dauerhafte militärische Spannung zwischen Indien und Pakistan.
Wer diese Liste liest, erkennt: Die Welt ist nicht im Clash der Kulturen – sie ist im Kollaps der Zivilisation.
5. Waffenlieferungen: Die moralische BankrotterklärungDie Falle der „guten Waffen“
Die Rechtfertigung lautet: „Wir müssen Waffen liefern, um Opfer zu schützen.“
Friedensforschung sagt: Waffen können kurzfristig schützen – aber sie verlängern Konflikte, verschieben Machtverhältnisse und verhindern diplomatische Lösungen.
Deutschland als KriegsökonomDeutschland liefert Waffen, finanziert Waffen, stabilisiert Kriegsparteien – und nennt das „Verantwortung“.
Zivilisiert wäre etwas anderes:
Diplomatie als Hauptstrategie.
Prävention statt Eskalation.
Völkerrecht statt geopolitischer Loyalität.
Friedenslogik statt Kriegslogik.
Die Mehrheit der Deutschen will Frieden. Sie will Sicherheit – aber nicht durch Waffen. Sie will Solidarität – aber nicht durch Eskalation. Sie will Verantwortung – aber nicht durch Kriegsbeteiligung.
Die Regierung in Berlin aber folgt einer Logik, die Kant, Arendt und die Friedensforschung als unzivilisiert bezeichnen würden: Macht vor Recht. Gewalt vor Vernunft. Waffen vor Diplomatie.
Wer Kriege führt oder fördert, mag sich modern, strategisch oder „realistisch“ nennen. Zivilisiert ist das nicht.
Zivilisiert ist, wer den Mut hat, Gewalt nicht nur zu regulieren, sondern zu überwinden – im Denken, im Reden, im Handeln.

