Brief an die Ravensburger Bürgermeister/Gemeinderat: "Meine von Ihnen vergessene (?) und/oder verschmähte Petition °°°Kein Feuerwerk am Rutenfest 2025 ff°°° vom Juli 2025."

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Sehr geehrte Herren Bürgermeister Dr. Rapp, Dr. Honikel-Günther und Bastin,
PETITION - KEIN FEUERWERK AM "RUTENFEST" 2025 UND DARÜBER HINAUS!
Sehr geehrte Herren Bürgermeister der Stadt Ravensburg,
sehr geehrte Damen und Herren des Ravensburger Gemeinderates,
Im Rahmen dieser offiziellen Petition bitte ich Sie dafür Sorge zu tragen, dass das sonst übliche Feuerwerk zum Abschluss des "Rutenfestes" in diesem Jahr am 29. Juli 2025 nicht stattfindet und auch in den kommenden Jahren entfällt. Es gibt dafür mehrere Gründe, von denen ich drei als relevant folgend aufführe:
1) Grundsätzlich erhebliche Umweltverschmutzung und Verstoß gegen den Tierschutz durch ein offenes Feuerwerk
2) Der jüngste Unfall auf dem Düsseldorfer Kirmes mit 19 teils schwerverletzten Menschen, darunter ein (1) Kind
3) In Zeiten von kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und Nahost, in die Deutschland moralisch und/oder materiell verwickelt ist.
Zu 1) Bei Feuerwerken sind die Partikelkonzentrationen in der extrem hoch. Werte oberhalb 3000 μg/m³ sind keine Seltenheit. Von Meteorologen wurde in Bonn eine Konzentration von 140.000 μg/m³ festgestellt. Normalerweise liegen sonst die PM10-Emissionen [Partikel, deren aerodynamischer Durchmesser weniger als 10 Mikrometer (µm) beträgt] zwischen 20μg/m³ und 50μg/m³. Feuerwerkspartikel enthalten einen beträchtlichen Anteil an Schwermetallen, deren Spitzenkonzentrationen die Arbeitsgrenzwerte überschreiten und einen toxisch bedenklichen Bereich erreichen können. Partikel aus Feuerwerken werden hauptsächlich in einer Höhe von 40 bis 200 Meter freigelassen, so können tief in die Lunge eindringende (alveolargängige) Partikel praktisch nie auf den Boden absinken. Sie bleiben als PM10 in der Luft und belasten die Umwelt. Trotz Einhaltung der gesetzlichen Schalldrucklimits wird oft die Schmerzgrenze von ca. 140 dB überschritten und bei ausreichender Einwirkzeit ein Gehörschaden verursacht. Dies vor allem aufgrund des hohen Anteils an niedrigen Frequenzen im Frequenzspektrum von Feuerwerkslärm. Außerdem kann bei jeder unsachgemäßen Verwendung eines erlaubten Feuerwerkskörpers ein Knalltrauma entstehen. Die Sicherheitsmaßnahme „Verwendung nur im Freien“ lässt die Tierwelt völlig unbeachtet. Nicht nur der Lärm, auch Lichteffekte werden als immanente Gefahr wahrgenommen und treiben Vögel und andere Tiere in die Flucht in der Dunkelheit. Sie verirren sich, sterben erschöpft und unterkühlt oder prallen in der Dunkelheit gegen Türen, Scheiben und Wände. Jedes Jahr werden Tausende Tiere verletzt, vermisst, gequält, getötet. (Quelle: Emissionen von Feuerwerkskörpern, Österreich)
Zu 2) Bei einem Unfall mit einem Feuerwerkskörper auf der Rheinkirmes in Düsseldorf sind 19 Menschen verletzt worden. Unter ihnen sei mindestens ein Kind, vier von ihnen seien schwer verletzt, sagte ein Polizeisprecher. Den Angaben nach war einer der Feuerwerkskörper am späten Freitagabend aus unbekannter Ursache in zu niedriger Höhe detoniert. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Der Veranstalter beendete das Fest nach dem Unglück gegen 22.45 Uhr für diesen Tag vorzeitig. Man bedauere den Unfall sehr, hieß es in einer Mitteilung. (ZDF)
Zu 3) Der Krieg in der Ukraine und die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost, wo nicht nur "hörbare", sondern TÖDLICHE Explosionen von statten gehen, verbietet es nach ethischen und moralischen Grundsätzen, hier im sicheren Deutschland "Krieg zu spielen." Mitten im Töten und Morden und mitten in Flüchtlingsströmen ein Feuerwerk so zu zünden als wäre nichts geschehen, so als hätte sich nichts verändert scheint mir sehr unangebracht.
Nach den demokratischen und verwaltungstechnischen Grundsätzen des Bundeslandes Baden-Württemberg, obliegt es den jeweiligen kommunalen Verwaltungen (Ordnungsamt, Ortspolizeibehörde ...), ein Feuerwerk zu genehmigen oder nicht zu genehmigen. Bitte überlassen Sie diese Entscheidung nicht der Ravensburger "Rutenfestkommission" und explizit auch nicht dem 1. Vorsitzenden, Herrn Dieter Graf.
Vermutlich sind Sie von der Ravensburger Stadtverwaltung/Gemeinderat schon vor dieser meiner Petition zu dem Schluss gekommen - gerade aufgrund des Düsseldorfer Vorfalls und aus Gründen der Klimaschonung - das Feuerwerk beim Rutenfest 2025 und auch folgende Jahre nicht stattfinden zu lassen. In diesem Fall wäre meine Petition obsolet. Danke!
Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Weinert, Ravensburg
Anlage 2 zu dieser E-Mail
E-Mail der Ravensburger Stadtverwaltung an den Blogger vom 24. Juli 2025 - Der folgende Text ist auch hier nachzulesen
Sehr geehrter Herr Weinert, das Feuerwerk für 2025 wurde bereits ordnungsrechtlich genehmigt. Im Sinne der Rechtssicherheit ist eine nachträgliche Änderung nicht mehr möglich. Bezüglich der VWA Entscheidung möchte ich darauf hinweisen, dass die Petenten von der bearbeitenden Stelle eine angemessene Bearbeitungszeit in Kauf nehmen müssen. Eine Sondersitzung für den VWA wird nicht einberufen, da wir ohnehin nicht fristgerecht zu einer solchen Sitzung einladen könnten. Wir werden Ihre Petition und damit verbunden die Feuerwerke ab dem Jahr 2026 beachten und Ihnen nach der Entscheidung Rückmeldung geben.
Vielen Dank für Ihr Verständnis. Viele Grüße NN
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E-Mail (Antwort) des Bloggers an die Ravensburger Stadtverwaltung vom 24. Juli 2025
Sehr geehrte Damen, vielen Dank für Ihre Antwort auf meine Reaktion zu Ihrer Entscheidung, den Petitionsausschuss nicht vor dem Rutenfest 2025 tagen zu lassen bzw. lassen zu können. Als Demokrat muss ich diese Entscheidung respektieren und tue das auch, wenngleich sich mein Verständnis dafür, welches Sie voraussetzen, in Grenzen hält. Nun hoffe ich, dass meine Petition für 2026 ff eventuell mit dazu beiträgt, dass umweltschädliche und teure Feuerwerke dieser Art beim Rutenfest nicht mehr stattfinden werden. - Anmerkung (von mir nicht als eine Art des "Nachtretens" gemeint): Ihrem Schreiben entnehme ich, dass das diesjährige Rutenfestfeuerwerk u.a. aus (juristischer) Rechtssicherheit stattfinden wird, respektive nicht abgesagt werden kann. Ich verstehe, was Sie damit meinen. Doch möchte ich in Bezug auf die Zukunft - also für die Jahre nach dem Rutenfest 2025 - darauf hinweisen, dass auch der Bürger und die Bürgerin ein Recht auf Unversehrtheit, saubere Luft, sauberes Wasser und ganz allgemein Schutz ihres Lebensraumes haben. Das sind Aufgaben des Staates und seiner Kommunen. Es gibt bereits jetzt schon Staaten bzw. Organisationen, welche hier den Klageweg beschreiten oder beschreiten wollen. - Von daher ist meine Hoffnung groß, dass auch die Stadt in Zukunft auf Feuerwerke zum Rutenfest (und eventuell auch zu Silvester) verzichten wird.