Der "Schwamm" unter dem Ravensburger "Holzmarkt" – Klimaanpassung oder städtisches Risiko? - Es wird gefeiert und die Gefahr verschwiegen ...
16. Juni, 2026 um 20:25 Uhr,
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Stefan Weinert, Blogger mit Aussicht
Während die Stadt Ravensburg den Schwamm unter dem Holzmarkt feiert (Einweihungsfest am 27. Juni 2026), wächst jenseits der offiziellen Verlautbarungen eine nüchterne Frage: Was genau wurde hier eigentlich geschaffen – und zu welchem Preis? Die Verwaltung präsentiert die neue „Schwammstadt“ quasi als eine Art Meilenstein der Klimaanpassung, doch hinter dem grünen Etikett zeigen sich technische Grenzen, ökologische Nebenwirkungen und hygienische Risiken, die im Jubelton der Pressemitteilungen kaum vorkommen. Unterirdische Speicher, die bei Starkregen schnell überfordert sind, sterile Wasserräume ohne natürliche Regulierung, potenzielle Brutstätten für Tigermücken und steigende Folgekosten: Die vermeintliche Innovation entpuppt sich bei näherem Hinsehen als fragiles System, das mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet.
Die folgende kritische Betrachtung des Bloggers beleuchtet, warum der Holzmarkt weniger ein Vorzeigeprojekt als vielmehr ein Beispiel für gut gemeinte, aber riskante Klimapolitik ist – und warum echte Entsiegelung und natürliche Lösungen der Stadt langfristig besser dienen würden. Die Quellenliste der Fakten finden Sie am Ende dieser journalistischen Recherche.
Zu prüfen war, ob die am Holzmarkt in Ravensburg umgesetzte künstliche Schwammstadt‑Lösung – insbesondere die unterirdische Regenwasserspeicherung und die technischen Retentionsräume – neben ihren Vorteilen auch signifikante ökologische, hygienische, stadtklimatische und betriebliche Risiken birgt, die im öffentlichen Diskurs bislang unzureichend berücksichtigt wurden.
Sachverhalt
Die Stadt Ravensburg stellt den Holzmarkt als „klimaangepasst“ dar: unterirdischer Wasserspeicher, zehn neue Bäume (die übertrieben als "Hain“*) bezeichnet werden), versickerungsfähige Fugen, Retentionsvolumen, Kosten: 1,75 Mio. Euro.
Die folgende kritische Betrachtung des Bloggers beleuchtet, warum der Holzmarkt weniger ein Vorzeigeprojekt als vielmehr ein Beispiel für gut gemeinte, aber riskante Klimapolitik ist – und warum echte Entsiegelung und natürliche Lösungen der Stadt langfristig besser dienen würden. Die Quellenliste der Fakten finden Sie am Ende dieser journalistischen Recherche.
Zu prüfen war, ob die am Holzmarkt in Ravensburg umgesetzte künstliche Schwammstadt‑Lösung – insbesondere die unterirdische Regenwasserspeicherung und die technischen Retentionsräume – neben ihren Vorteilen auch signifikante ökologische, hygienische, stadtklimatische und betriebliche Risiken birgt, die im öffentlichen Diskurs bislang unzureichend berücksichtigt wurden.
Sachverhalt
Die Stadt Ravensburg stellt den Holzmarkt als „klimaangepasst“ dar: unterirdischer Wasserspeicher, zehn neue Bäume (die übertrieben als "Hain“*) bezeichnet werden), versickerungsfähige Fugen, Retentionsvolumen, Kosten: 1,75 Mio. Euro.
*)
Das Wort Hain entstand im 14. Jahrhundert aus mittelhochdeutsch hagen für „gehegter Wald“, als eine Variante von Hag (vgl. Hainbuche, Hagebuche) und gilt in dieser Bedeutung heute als veraltet. Es wird heute primär im Sinne „Wäldchen, Baumgruppe“ verwendet, also für einen kleinen Wald oder ein Gehölz.
Die Fachkritik (Garten + Landschaft) betont: Die Schwammstadt ist kein Gamechanger, sie stößt an Grenzen, vor allem bei Extremwetter, sie ist teuer, flächenintensiv und technisch störanfällig.
Das VSA‑Merkblatt weist auf ein zentrales Risiko hin: künstliche Wasserräume – besonders unterirdische – können Brutstätten für invasive Stechmücken (z. B. Tigermücke) werden, wenn Wasser länger als eine Woche steht oder schlecht zugänglich ist.
B. Rechtliche und fachliche Würdigung nach Gutachtenstruktur
I. Technische Risiken künstlicher Schwammstadt‑Systeme
1. Störanfälligkeit unterirdischer Speicher
Unterirdische Retentionsräume sind laut VSA besonders problematisch, weil:
- sie schwer zugänglich sind,
- sie bei kleinsten Undichtigkeiten oder Verstopfungen Wasser länger halten,
- sie nur mit großem Aufwand vollständig entleert werden können.
Dies widerspricht dem Grundsatz, dass Wasser innerhalb einer Woche vollständig versickern oder ablaufen muss, um Mückenentwicklung zu verhindern.
2. Fehlende natürliche Selbstregulation
Natürliche Feuchtbiotope enthalten Fressfeinde (Libellenlarven, Fische). Künstliche Speicher dagegen sind ökologisch steril – ideale Brutstätten für invasive Arten.
3. Überforderung bei Extremwetter
Die Fachkritik betont: Die Schwammstadt funktioniert bei moderaten Regenfällen, nicht bei Starkregen oder Jahrhundertfluten. Die Ravensburger Innenstadt ist jedoch bereits heute ein Hotspot für Überflutungen und Hitzeinseln.

II. Hygienische und gesundheitliche Risiken
1. Förderung invasiver Stechmücken
Das VSA‑Merkblatt zeigt klar:
Unterirdische Speicher sind Hochrisikoanlagen für Tigermücken.
Diese Arten stechen tagsüber, aggressiv und häufig.
Sie können Krankheiten wie Dengue, Zika oder Chikungunya übertragen (eingeschleppt durch Reisende).
2. West‑Nil‑Virus
Die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) – in Städten weit verbreitet – ist Hauptüberträger des West‑Nil‑Virus in Europa.
Die Kombination aus:
- warmer Innenstadt,
- stehenden Wasserflächen,
- fehlende Fressfeinde erhöhen das Risiko signifikant.
3. Rechtliche Dimension
Das Merkblatt verweist auf:
- Sorgfaltspflicht bei Bioziden,
- Verbot unspezifischer Mittel,
- Pflicht zur Prävention durch bauliche Maßnahmen.
Eine Kommune, die künstliche Bruträume schafft, trägt eine erhöhte Verantwortung.
III. Ökologische Risiken
1. Verlust natürlicher Bodenfunktionen
Der Holzmarkt war früher ein natürlicher, offener Bodenraum. Jetzt liegt ein technisches System darunter, das:
- Bodenleben verdrängt,
- natürliche Versickerung ersetzt,
- ökologische Selbstheilung verhindert.
2. Hitzeentwicklung durch Pflasterdominanz
Trotz „Schwammstadt“ bleibt der Platz weitgehend steinern. Die Fachkritik betont: Schwammstadt ist kein Ersatz für echte Entsiegelung und großflächige Begrünung.
IV. Wirtschaftliche Risiken
1. Hohe Bau‑ und Folgekosten
Der Holzmarkt kostete 1,75 Mio. Euro – 40 % gefördert, 60 % kommunal.
Doch:
Unterirdische Systeme sind wartungsintensiv.
Verstopfungen, Sedimente, Wurzeleinwuchs verursachen hohe Folgekosten.
Mückenbekämpfung ist teuer und dauerhaft.
2. Fehlende Skalierbarkeit
Die Fachkritik betont: Schwammstadt ist flächenintensiv und teuer – für ganze Städte nicht realistisch.
V. Sozial‑räumliche Risiken
1. Fehlende Aufenthaltsqualität trotz Investition
Ein Platz, der trotz Millioneninvestition:
- vermutlich heiß bleiben und eine signifikante Temperatursenkung nicht generieren wird.
- potenziell Mücken anzieht,
- wenig Schatten bietet, jedenfalls nicht so viel, wie es ein "Hain" verspricht.
- technisch überfrachtet ist, verfehlt sein Ziel.
2. Kommunikationsproblem
Die Stadt präsentiert das Projekt als Erfolg – ohne die Risiken zu benennen. Dies erzeugt ein Transparenzdefizit gegenüber der Bevölkerung.
D. Ergebnis
Die künstliche Schwammstadt‑Umgestaltung des Ravensburger Holzmarkts weist erhebliche, bislang öffentlich kaum thematisierte Risiken auf. Insbesondere die unterirdischen Wasserspeicher stellen aus fachlicher Sicht ein gesundheitliches, ökologisches und betriebliches Risiko dar, das durch die vorliegenden Quellen klar belegt ist.
Die Maßnahme ist daher nicht als nachhaltige oder risikoarme Klimaanpassung zu bewerten, sondern als technisch aufwendige, kostenintensive und potenziell problematische Lösung, die natürliche Systeme ersetzt, ohne deren Stabilität zu erreichen.
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| Titel | URL | |
|---|---|---|
| 1 | West-Nil-Virus in Deutschland: Zahlen ähneln jenen aus Südeuropa | https://www.fr.de/panorama/west-nil-virus-in-deutschland-zahlen-aehneln-jenen-aus-suedeuropa-zr-94349944.html |
| 2 | Schwammstadt: Warum sie nicht der Gamechanger ist – Garten + Landschaft | https://www.garten-landschaft.de/schwammstadt |
| 3 | Merkblatt des VSA „Schwammstadt“ (PDF) | https://media.bs.ch/original_file/6090cea9f30402ac2841931e675ab83768fa1b68/merkblatt-des-vsa-schwammstadt-de-0.pdf |
| 4 | „künstliche schwammstadt kritik“ | wird ergänzt ... |
| 5 | Neu gestalteter Holzmarkt wird am 27. Juni eingeweiht – Stadt Ravensburg | https://www.ravensburg.de/rv/aktuelles/2026/neu-gestalteter-holzmarkt.php |
| 6 | Hain – Wikipedia | https://de.wikipedia.org/wiki/Hain |
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