333 Unterschriften in 3 Monaten für die Headline gegen die "Deadline" ...

Seit Juni dieses Jahres gibt es im Netz eine Petition, deren Titel (siehe Abbildung) ein wenig merkwürdig erscheint. Denn "Bekennerschreiben" gab es bisher immer nur von Terrororganisationen oder von Gruppen militanter Zeitgenossen, nachdem irgendwo in der Welt – auch in Deutschland – Menschen durch ihre Gewalttaten ermordet oder zeitlebens schwer geschädigt wurden. Aber ein Bekennerschreiben für den Frieden? Das hat es bisher - davon gehe ich aus - nicht gegeben. Ganz bewusst wurde diese "Headline gegen die Deadline" von mir so gewählt, um zu zeigen, dass es in Deutschland (und weltweit natürlich) Menschen gibt, die sich in dieser Tonalität gegen Terror, Krieg, Kriegsgebaren, Kriegstüchtigkeit und Kriegsunterstützung wenden.
Um es klar herauszustellen: Unter TERROR sind auch solche Handlungen zu verstehen, die durch länger andauernde systematische Verbreitung von Angst und Schrecken andere Menschen, Völker, Religionsgemeinschaften und Nationen einschüchtern, um sie schließlich zu beherrschen. Selbst anhaltende, belastende Auseinandersetzungen und Stimmungen in einer Gesellschaft werden mit TERROR bezeichnet.
Wie eigentlich immer haben die Petitionen des Bloggers aus Ravensburg nicht die Reichweite prominenter Persönlichkeiten. Dennoch hätte er nicht damit gerechnet, dass 333 Friedensmenschen bundesweit (!) in 3 Monaten diese Petition unterschreiben. Sie alle halten dieses Anliegen für wichtig, weshalb ich den Text hier noch einmal (aktualisiert auf heute) veröffentliche.
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BEKENNERSCHREIBEN der Außerparlamentarischen Pazifistenliga (APPL)** ( Juni und September 2026)
Wir, die "Außerparlamentarische Pazifistenliga“ [APPL], bekennen uns nicht zu brachialen Taten, sondern zur menschlichen Haltung. Nicht zu Parolen, sondern zu Verantwortung. Nicht zu Gewalt, sondern zu dem, was vor dem 24. Februar 2022 und dem 7. Oktober 2023 schon galt – und nach diesen Tagen bis heute erst recht gelten muss. Explizit verzichten wir auf militante und aggressiv-verletzende Verbalismen und Aktionen.
Wir bekennen uns dazu, den Begriff Pazifismus in seiner ursprünglichen Bedeutung hochzuhalten: Schweigen der Waffen. Anerkennung eigener Schuld. Diplomatie vor Dominanz. Menschlichkeit vor Macht.
Wir bekennen uns dazu, dass Pazifismus nicht blind ist. Er verwechselt Opfer und Täter nicht. Er relativiert keine Massaker. Er romantisiert keine Raketen. Er applaudiert keinem Terror. Er schweigt nicht, wenn Menschen abgeschlachtet werden.
Aber Pazifismus verweigert sich ebenso der bequemen Lüge, dass Gewalt durch noch mehr Gewalt geheilt werden könne. Er verweigert sich der politischen Sucht nach „Kriegstüchtigkeit“. Er verweigert sich der moralischen Erpressung, die jede Kritik an Waffenlieferungen als Verrat brandmarkt. Er verweigert sich der Forderung Dritter nach immer mehr Waffen und Geld zur Beschaffung von Kriegsgerät.
Wir bekennen uns dazu, dass die Bundesrepublik Deutschland – ob 2022, 2023 oder 2026 – keine Regierung hatte und gegenwärtig auch nicht hat, die den Frieden als Leitprinzip verstand oder versteht. Nicht die Ampel, die sich selbst zerlegte. Nicht die GroKo 2.0 unter Kanzler Merz, die sich selbst genügt. Nicht die Parteien, die sich in Blasen eingerichtet haben, während das Volk draußen friert – materiell, sozial, demokratisch.
Wir bekennen uns dazu, dass Demokratie mehr ist als ein Kreuz alle vier Jahre. Dass Bürgerinnen und Bürger nicht Statisten sind. Dass Parlamente nicht Eigentum der Parteien sind. Dass Politik nicht das Recht hat, das Volk zu belehren, während es zugleich dessen Vertrauen verspielt.
Wir bekennen uns dazu, dass die APPL kein Verein, keine Partei und keine Sekte ist. Wir haben keine Mitgliedslisten, keine Hierarchien, keine Konten, keine Seilschaften, keine Waffen – nicht einmal verbale. Wir haben nur eine Überzeugung:
Frieden ist kein Luxus. Demokratie ist kein Dekor. Beides ist Pflicht.
Wir bekennen uns dazu, dass wir – trotz der Gefahr, missverstanden zu werden – weiterhin sagen:
Deutschland braucht einen politischen Neustart. Deutschland braucht eine demokratische Erneuerung. Deutschland braucht Neuwahlen, wenn Regierungen versagen.
Wir wissen, dass Neuwahlen im Herbst 2026 oder Frühjahr 2027 die AfD auch bundesweit stärken könnte. Wir wissen, dass Mut manchmal gefährlich ist. Aber wir wissen auch: Feigheit hat noch nie eine Demokratie gerettet.
Wir bekennen uns dazu, dass wir Gegner der AfD sind – nicht aus Parteihass, sondern aus historischer Verantwortung. Weil Faschismus keine Option ist. Weil Menschenwürde nicht verhandelbar ist. Weil Demokratie nicht auf dem Altar der Angst geopfert werden darf.
Wir bekennen uns dazu, dass die APPL Finger in der Wunde sind – nicht die Faust im Gesicht. Wir zeigen, wo Politik versagt. Wir zeigen, wo Bürgerrechte erodieren. Wir zeigen, wo Frieden zur Phrase verkommt.
Wir sind die Außerparlamentarische Pazifistenliga. Wir bekennen uns. Und wir bleiben.
Ravensburg, 21. Juni und 25. September 2026; im Namen derer, die Frieden nicht für Naivität halten, und Demokratie nicht für Dekoration.
Stefan Weinert, 88212 Ravensburg
Theologe, Sozialarbeiter i.R., Konfliktmanager, Case Manager, Blogger
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Wer diese Bekennerschreiben mitunterzeichnen will, kann das HIER tun.
Analog zu meinem Freund Markus Stockhausen aus NRW möchte ich zu dieser Petition hinzufügen:
– Please share this Petition all over Germany

